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Die Besiegten II - Verlaine, Paul-Marie - Gedichtanalyse

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Die Besiegten II - Verlaine, Paul-Marie - Gedichtanalyse

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Einleitung

Die Besiegten II - Verlaine, Paul-Marie - Gedichtanalyse

Zielgruppe: Klasse 9–10, mit Vertiefungen für Klasse 11–13

Epoche: Internationale Moderne – französische Lyrik zwischen Parnasse und Symbolismus

Umfang: 20 Verse, fünf Strophen

Leitfrage: Wie wird aus einem Sonnenaufgang ein Aufruf zum Kampf?

Das Gedicht „Die Besiegten II“ von Paul Verlaine beschreibt einen neuen Morgen. Eine Gruppe besiegter Menschen gewinnt neue Kraft. Doch die Hoffnung führt nicht zum Frieden, sondern zurück zum Kampf.

Du untersuchst, wie Sprache, Bilder, Rhythmus und Wiederholungen diese Entwicklung zeigen.

Paul Verlaine, Fotografie von Otto Wegener, 1893. Gemeinfrei. Quelle und Lizenz.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du den Inhalt des Gedichts erklären, seine Form beschreiben und wichtige sprachliche Mittel erkennen. Du kannst Deutungen mit Versangaben begründen und zwischen Originaltext, Übersetzung und Interpretation unterscheiden.


Textgrundlage: Quellfassung und Lesefassung


Quellfassung: Das französische Original

Paul Verlaine schrieb das Gedicht auf Französisch. Es gehört zum mehrteiligen Werk Les Vaincus – auf Deutsch „Die Besiegten“.

Der untersuchte zweite Teil besitzt 20 Verse.

Französische Quellfassung:

Originaltext „Les Vaincus“, Teil II, Wikisource

Die verlinkte Ausgabe von 1902 enthält den französischen Text. Eine frühere Druckfassung ist ebenfalls überliefert:

Frühere Fassung in „Le Parnasse contemporain“

Die beiden französischen Textzeugen unterscheiden sich an einzelnen Stellen. Für die französischen Versvergleiche dieses Kurses gilt die Ausgabe von 1902.


Lesefassung: Der deutsche Gedichttext

Die deutsche Fassung beginnt:

Vers 1:

Es zittert fern am Horizont ein schwacher Glanz;

Die vollständige Lesefassung findest Du auf der vorhandenen Gedichtseite:

Die Besiegten II – vollständiger deutscher Gedichttext

Weitere überprüfbare Textquelle:

Die Besiegten II – TextGrid Repository

Arbeitsauftrag: Öffne den vollständigen Text. Nummeriere die Verse von 1 bis 20. Markiere die Stellen, an denen sich die Stimmung verändert.

Die historische Schreibweise der Textquelle bleibt erhalten. Für diesen Kurs wird keine neue Gedichtfassung hergestellt.


Übersetzung und Interpretation unterscheiden

Die deutsche Gedichtfassung wurde von Graf Wolf von Kalckreuth übertragen. Sie ist keine wortgleiche Wiedergabe des französischen Originals.

Die Zuordnung des Übersetzers ist in den „Ausgewählten Gedichten“ bei Projekt Gutenberg belegt.

Vier Begriffe sind wichtig:

  1. Quellfassung: Der französische Gedichttext von Verlaine.
  2. Lesefassung: Der vollständig lesbare deutsche Text in seiner überlieferten Schreibweise.
  3. Übersetzung: Die sprachliche Übertragung von Wolf von Kalckreuth mit eigenen Wortentscheidungen.
  4. Interpretation: Eine begründete Erklärung der möglichen Bedeutung. Sie ist nicht mit dem Gedichttext gleichzusetzen.


Inhalt und Aufbau


Die fünf Strophen

Strophe Verse Inhalt
Erste 1–4 Ein schwaches Morgenlicht erscheint.
Zweite 5–8 Sterne verschwinden. Hahn und Lerche kündigen den Morgen an.
Dritte 9–12 Die Sonne weckt die besiegte Gruppe.
Vierte 13–16 Frühere Gefühle von Zorn und Kampfbereitschaft kehren zurück.
Fünfte 17–20 Die Stimme fordert zu einem neuen Kampf auf.

Merke: Das Gedicht entwickelt sich von einer ruhigen Naturbeschreibung zu einem leidenschaftlichen Aufruf.

Animation eines Sonnenaufgangs. Noukayami, 2026, CC BY-SA 4.0. Originaldatei. Unverändert eingebunden.

Beobachtungsfrage: Welche Gefühle verbindest Du mit einem Sonnenaufgang? Passen diese Gefühle auch zum Ende des Gedichts?


Gedichtanalyse


Das lyrische Sprechen

Am Anfang wird die Natur beschrieben. Später spricht die Stimme eine Gruppe direkt an.

In Vers 10 werden die Freunde angesprochen. In Vers 11 und Vers 19 zeigen die Wörter für die eigene Gruppe, dass die Stimme sich selbst zu den Besiegten zählt.

Wir können deshalb von einem kollektiven lyrischen Sprechen ausgehen.

Die Stimme will nicht nur erzählen. Sie will ihre Gefährten zum Handeln bewegen.

Deutung: Aus einem Beobachter wird ein Anführer oder Sprecher der Gemeinschaft.


Form und Reimschema

Das deutsche Gedicht hat fünf Strophen mit jeweils vier Versen.

Die Strophen besitzen einen Kreuzreim mit dem Muster:

ABAB

In der ersten Strophe gehören die Reimwörter aus Vers 1 und 3 sowie aus Vers 2 und 4 zusammen.

Die Verse sind relativ lang und wirken zunächst getragen. Gegen Ende treten kurze Ausrufe und Wiederholungen stärker hervor.

Wirkung: Die regelmäßige Form hält den Text zusammen. Die Ausrufe machen den Schluss drängend und lebendig.

Für Klasse 11–13: Untersuche zusätzlich die Betonungen. Prüfe, wie weit ein jambischer Rhythmus trägt und wo die Kampfrufe ihn verändern.


Klang und Wiederholung

Verlaine ist für die musikalische Wirkung seiner Dichtung bekannt.

In der deutschen Übersetzung findest Du ebenfalls auffällige Klänge.

Die Verbindung von Erz und Herz in Vers 14 erzeugt einen deutlichen Gleichklang. Die Wiederholung Zum Kampf in Vers 19 verstärkt den auffordernden Ton.

Auch die vielen Ausrufe am Gedichtende wirken wie eine Rede vor einer Gruppe.

Wichtig: Diese Klangbeobachtungen beziehen sich auf die deutsche Übersetzung. Der französische Originaltext hat eigene Laute und einen eigenen Rhythmus.

„Art poétique“ von Paul Verlaine, Lesung durch Maurice Escande, veröffentlicht auf YouTube durch „Poème“. Dies ist ein anderes Gedicht Verlaines. Höre auf Rhythmus, Pausen und Sprachmelodie.

Commons-Hörbeispiel zu einem weiteren Verlaine-Gedicht, nicht zu „Die Besiegten II“. Aufnahme von Renhour48, 2025, CC0. Quelle.

Hörauftrag: Höre auf die Geschwindigkeit und Betonung. Überlege anschließend, wie Du die letzten vier Verse von „Die Besiegten II“ vorlesen würdest.


Bildsprache: Sonnenaufgang und Neubeginn

Ein wichtiges Bild ist das Licht.

In den Versen 1–9 wird es immer heller. Die Nacht geht zu Ende.

Das Licht kann für Hoffnung und einen neuen Anfang stehen. Dies ist eine mögliche Interpretation, keine ausdrücklich ausgesprochene Gleichsetzung im Gedicht.

Auch Hahn und Lerche helfen, den neuen Morgen hörbar zu machen.

Claude Monet: „Impression, soleil levant“, 1872. Gemeinfrei. Wikimedia Commons.

Bildvergleich: Vergleiche das Gemälde mit den ersten acht Versen. Welche Farben, Bewegungen und Stimmungen passen zusammen?

AFP: „Les secrets du tableau de Monet Impression, soleil levant“, 2014. Ein kunsthistorischer Vergleich, keine Illustration von Verlaines Gedicht.


Klangbild: Der Gesang der Lerche

In Vers 8 kündigt eine Lerche den Morgen an.

Feldlerche. Foto: Alun Williams333, 2016, CC BY-SA 4.0. Quelle.

Feldlerchengesang, Aufnahme: Guido Gerding, 2009, CC BY-SA 3.0. Quelle.

Hörauftrag: Beschreibe den Vogelgesang mit drei passenden Adjektiven. Prüfe, welches Wort in Vers 8 seine Wirkung besonders gut beschreibt.


Bildsprache: Rüstung und Herz

In Vers 13–14 dringt der Sonnenstrahl durch die Rüstung bis ins Innere der Kämpfer.

Der Kürass ist ein Brustpanzer aus Metall.

Das äußere Licht erreicht bildlich das Herz. Dadurch kehren starke Gefühle zurück.

Deutungsmöglichkeit: Der Morgen verändert nicht nur die Umgebung, sondern auch den inneren Zustand der Gruppe.

Auffällig ist jedoch, dass nicht nur Hoffnung, sondern auch Hass und Kampfbereitschaft geweckt werden.


Der überraschende Schluss

In der letzten Strophe fordert die Stimme ihre Freunde zum Aufstehen und Kämpfen auf.

Das Wort Untergang in Vers 15 macht die Situation besonders schwierig: Die Gruppe hofft nicht unbedingt auf ein sicheres Überleben. Sie will sich offenbar anders behaupten als zuvor.

Das kann mutig wirken. Gleichzeitig zeigt das Ende eine starke Bereitschaft zu Gewalt.

Zentrale Deutungsfrage: Ist der neue Morgen ein Zeichen der Befreiung oder der Beginn einer weiteren Katastrophe?

Beide Lesarten sind möglich. Entscheidend ist, dass Du sie mit Versen belegst.


Vergleich: Original und Übersetzung

Eine Übersetzung kann Bilder verändern. Das siehst Du besonders deutlich beim Vergleich der Verse 11–12.

Französische Quellfassung: Der Originaltext nennt ein schreckliches Festmahl der Vögel und Raubtiere.

Deutsche Übertragung: Hier werden Wölfe und Geier vom Fraß weggescheucht.

Das ist ein bedeutsamer Unterschied.

Im Französischen stößt die Freude des Morgens auf den Schlaf der Besiegten und das grausige Fressen der Tiere. Die deutsche Fassung betont stärker, dass das Tageslicht die Tiere vertreibt.

Vergleichsergebnis: Die Übersetzung kann die Hoffnung auf Rettung deutlicher erscheinen lassen.

Für Klasse 11–13: Vergleiche zusätzlich Vers 3 der frühen französischen Druckfassung mit der späteren französischen Ausgabe. Erkläre, warum eine genaue Quellenangabe für wissenschaftliche Textarbeit notwendig ist.


Epochenkontext: Internationale Moderne

Verlaine lebte von 1844 bis 1896.

Frühe Teile von „Les Vaincus“ erschienen im zweiten Band von „Le Parnasse contemporain“, der 1871 veröffentlicht wurde. Der spätere vierteilige Text steht in Jadis et naguère von 1884.

Verlaine gehört zu den wichtigen Wegbereitern des Symbolismus. Diese literarische Richtung nutzt häufig Bilder, Klänge und Andeutungen, um Gefühle und Gedanken auszudrücken.

„Die Besiegten II“ verbindet eine regelmäßige dichterische Form mit starken Stimmungen und politischen beziehungsweise kämpferischen Bildern.

Es ist deshalb sinnvoll, das Gedicht im weiteren Umfeld der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts und der entstehenden internationalen Moderne zu untersuchen. Es sollte aber nicht einfach mit allen Merkmalen späterer symbolistischer Dichtung gleichgesetzt werden.

Henri Fantin-Latour: „Un coin de table“, 1872. Unter anderem sind Paul Verlaine und Arthur Rimbaud dargestellt. Gemeinfrei. Quelle.

Amélie Vioux: „Le symbolisme – Spécial bac de français“. Französischsprachiges Lernvideo zum Symbolismus.


Geschichtlicher Hintergrund und Grenzen der Deutung

Das 19. Jahrhundert war in Frankreich von politischen Konflikten, gesellschaftlichen Umbrüchen und künstlerischen Veränderungen geprägt.

Die kämpferische Sprache des Gedichts lässt sich in diesem historischen Umfeld untersuchen.

Barrikade in Paris, 1871. Fotografie von Pierre-Ambroise Richebourg. Gemeinfrei/CC0. Quelle.

Achtung: Das Foto zeigt die Pariser Kommune von 1871. Es ist ein historisches Vergleichsbild und kein Nachweis dafür, dass das Gedicht genau dieses Ereignis beschreibt. Frühere Teile des Gedichts waren bereits vor der Pariser Kommune entstanden.

Die historischen Begriffe für Abstammung und Gemeinschaft in Vers 16 müssen ebenfalls kritisch eingeordnet werden. Sie gehören zu einer älteren Sprache und sollen nicht unkritisch als heutige Wertvorstellungen übernommen werden.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Finden: Markiere in Vers 1–9 Wörter für Licht, Natur und Morgen. Suche anschließend in Vers 13–20 Wörter für Gefühle und Kampf.

Hilfe 2 – Erklären: Formuliere zu jeder Strophe einen einfachen Satz. Beschreibe, wie sich die Stimmung von der ersten zur letzten Strophe verändert.

Hilfe 3 – Deuten: Verbinde jeweils ein sprachliches Mittel mit seiner Wirkung. Beispiel: Eine Wiederholung kann eine Aufforderung besonders eindringlich machen.

Hilfe für Klasse 11–13: Unterscheide, was die Stimme des Gedichts behauptet, was der Text tatsächlich zeigt und wie Du diese Aussagen bewertest.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Lies bei jeder Frage die angegebenen Verse in der vollständigen deutschen Lesefassung nach. Die Aufgaben beziehen sich auf die Übertragung von Wolf von Kalckreuth.

1. Was erscheint in Vers 1 am Horizont? (Ein schwacher Glanz) (!Ein dunkles Gewitter) (!Eine brennende Stadt) (!Ein großer Regenbogen)




2. Welches Naturereignis beschreibt Vers 4? (Den Beginn eines neuen Morgens) (!Den Beginn eines Sturms) (!Den Einbruch der Nacht) (!Den Anfang des Winters)




3. Welcher Vogel steigt in Vers 8 schmetternd auf? (Die Lerche) (!Die Eule) (!Der Adler) (!Der Schwan)




4. Wen spricht die Stimme in Vers 10 direkt an? (Die Freunde) (!Die Könige) (!Die Feinde) (!Die Kinder)




5. Welche beiden Tiere nennt Vers 12? (Wölfe und Geier) (!Füchse und Adler) (!Hunde und Raben) (!Hirsche und Tauben)




6. Welches Gefühl wird nach Vers 14 im Herzen erneut gestärkt? (Der Hass) (!Die Gleichgültigkeit) (!Die Heiterkeit) (!Die Gelassenheit)




7. Welcher Gedanke erscheint in Vers 15 besonders widersprüchlich? (Der Wunsch nach einem besseren Untergang) (!Die Freude an einer friedlichen Reise) (!Die Sehnsucht nach einem Fest) (!Die Hoffnung auf ein ruhiges Zuhause)




8. Welche sprachliche Handlung bestimmt Vers 17? (Eine Aufforderung zum Aufstehen und Vorangehen) (!Eine Bitte um Vergebung) (!Eine Beschreibung des Wetters) (!Eine ruhige Erinnerung)




9. Was wird in Vers 19 durch Wiederholung besonders hervorgehoben? (Der Aufruf zum Kampf) (!Der Wunsch nach Schlaf) (!Die Freude über ein Fest) (!Die Beschreibung des Himmels)




10. Welche Gegenstände stehen am Ende von Vers 20 im Mittelpunkt? (Gezückte Degen) (!Geschlossene Bücher) (!Zerbrochene Spiegel) (!Leere Schalen)





Memory

Ordne die Begriffe ihren passenden Erklärungen zu.

Morgenlicht Beginn der neuen Tageszeit
Hahn Vogel, der als Wächter auftritt
Lerche Singvogel, der den Morgen ankündigt
Kürass Brustpanzer aus Metall
Kreuzreim Reimschema ABAB
Anrede Direkte Ansprache der Gefährten
Zaudern Zögerndes Verhalten





Drag and Drop

Ordne die Begriffe zur Entwicklung des Gedichts.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung im Gedicht
Dämmerung Schwacher Glanz
Morgenruf Hahn und Lerche
Erwachen Ende des Schlafs
Gefühlswandel Wiederkehr des Zorns
Kampfaufruf Erneutes Vorangehen





Kreuzworträtsel

Nutze die Verse und die Erklärungen aus dem Lerntext.

Frührot Welche Erscheinung kündigt in Vers 4 den neuen Tag an?
Lerche Welcher Singvogel erscheint in Vers 8?
Kürass Wie heißt der Brustpanzer in Vers 13?
Geier Welcher aasfressende Vogel steht in Vers 12?
Kampf Wozu wird die Gruppe am Gedichtende aufgerufen?
Herz Wohin dringt der Strahl nach Vers 14?





LearningApps

Hier kannst Du nach vorhandenen Übungen zu Verlaine suchen. Es wird keine neue LearningApp angelegt.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Gedicht „Die Besiegten II“ wurde von Paul

geschrieben.
Der französische Originaltext gehört zum Werk „Les

“.
Die deutsche Übertragung stammt von Wolf von

.
Die deutsche Gedichtfassung besteht aus fünf

.
Die Endreime folgen überwiegend dem Schema des

.
Am Anfang des Gedichts erscheint ein schwacher

.
Die Vogelstimmen kündigen den neuen

an.
Die Stimme spricht ihre

direkt an.
Der Brustpanzer wird als

bezeichnet.
Am Ende fordert die Stimme zum

auf.
Die Verbindung von Hoffnung und Gewalt erzeugt eine deutliche

.




Offene Aufgaben

Bearbeite die drei Schreibprojekte. Jedes Projekt enthält vier kleine Arbeitsschritte.


Leicht – Klasse 9 bis 10

  1. Schreibprojekt: Ein neuer Morgen: Schreibe einen Tagebucheintrag aus der Sicht eines Mitglieds der besiegten Gruppe. Bearbeite vier Schritte: Beschreibe den Sonnenaufgang. Erkläre Deine Gefühle. Berichte vom Aufruf zum Kampf. Beende den Text mit einer eigenen Entscheidung. Umfang: ungefähr 120 Wörter.

Hilfe: Beginne mit dem Licht am Horizont. Nutze die Entwicklung der Verse 1–20.


Standard – Klasse 9 bis 13

  1. Schreibprojekt: Die andere Stimme: Schreibe eine kurze Rede, in der ein Mitglied der Gruppe dem Kampfaufruf widerspricht. Bearbeite vier Schritte: Beschreibe die Ausgangslage. Erkläre Deine Hoffnung. Nenne ein Argument gegen neue Gewalt. Reagiere auf eine Aussage aus dem Gedicht. Umfang: ungefähr 180 Wörter.

Hilfe: Überlege, ob neuer Mut automatisch einen neuen Kampf rechtfertigt.


Schwer – Klasse 11 bis 13

  1. Schreibprojekt: Hoffnung oder Gewalt?: Verfasse eine begründete Interpretation zur Leitfrage des Kurses. Bearbeite vier Schritte: Formuliere eine Deutungsthese. Analysiere die Lichtbilder. Untersuche die Kampfmetaphorik. Bewerte das Verhältnis von Neubeginn und Gewaltbereitschaft. Nutze mindestens drei genaue Versangaben. Umfang: ungefähr 300 Wörter.

Hilfe: Unterscheide die Haltung der sprechenden Gruppe von Deiner eigenen Bewertung und berücksichtige bei Bedarf den Unterschied zwischen Original und Übersetzung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Die folgenden Aufgaben prüfen, ob Du die Zusammenhänge erklären und auf neue Situationen übertragen kannst.

  1. Symbolik: Erkläre, warum ein Sonnenaufgang sowohl Hoffnung als auch eine gefährliche Entwicklung ankündigen kann. Verwende zwei Versbelege.
  2. Rhetorik: Vergleiche die Aufforderungen der letzten Strophe mit einer heutigen öffentlichen Rede. Welche Wirkung haben Wiederholungen?
  3. Übersetzungsvergleich: Untersuche die Unterschiede bei der Darstellung der Raubtiere in Vers 11–12. Welche Bedeutung hat die Übersetzungsentscheidung?
  4. Literatur und Gesellschaft: Erkläre, warum eine kämpferische lyrische Stimme nicht automatisch mit der persönlichen Meinung des Autors gleichgesetzt werden darf.
  5. Bildinterpretation: Vergleiche das Sonnenaufgangsbild von Monet mit Verlaines Gedicht. Zeige eine Gemeinsamkeit und einen deutlichen Unterschied.
  6. Textdeutung: Entwickle zwei verschiedene Deutungen des Schlusses und begründe, welche Du überzeugender findest.




Lernnachweis

Für einen vollständigen Lernnachweis solltest Du Folgendes zeigen können:

  1. Du kannst die fünf Strophen in eigenen Worten zusammenfassen.
  2. Du kannst das lyrische Sprechen und die angesprochenen Personen erklären.
  3. Du kannst Reimschema, Klang und zwei sprachliche Bilder untersuchen.
  4. Du kannst mindestens drei Aussagen mit genauen Versangaben belegen.
  5. Du kannst Original, Lesefassung, Übersetzung und Interpretation unterscheiden.
  6. Du kannst den Zusammenhang zwischen Hoffnung, Gewalt und erneutem Kampf kritisch beurteilen.

Bewertung: Besonders wichtig sind verständliche Erklärungen, überprüfbare Belege und eine nachvollziehbare eigene Deutung.




OERs zum Thema

Bereits vorhandene Texte und Lernangebote:

  1. Vorhandene Gedichttextseite auf MOOCwiki
  2. Bestehender aiMOOC über Paul Verlaine
  3. TextGrid – vollständige deutsche Gedichtfassung
  4. Wikisource – französische Quellfassung
  5. Projekt Gutenberg – deutsche Übertragung
  6. Lumni – „Mon rêve familier“, Lernvideo zu einem anderen Verlaine-Gedicht

Wikipedia: Paul Verlaine


Quellen, Lizenzen und Namensnennung

Textquellen:

Der französische Originaltext stammt von Paul Verlaine (1844–1896). Die verwendete deutsche Übertragung stammt von Wolf Graf von Kalckreuth (1887–1906). Die historischen dichterischen Texte sind gemeinfrei. Digitale Editionen und ihre zusätzlichen Daten können eigene Nutzungsbedingungen besitzen.

TextGrid nennt für seinen aufbereiteten Datenbestand die Lizenz CC BY 3.0 Deutschland mit Namensnennung TextGrid; die zugrunde liegenden gemeinfreien Texte sind davon zu unterscheiden.

Wikimedia-Commons-Medien:

  1. Otto Wegener – Verlaine-Porträt: gemeinfrei.
  2. Claude Monet – Impression, soleil levant: gemeinfrei.
  3. Henri Fantin-Latour – Un coin de table: gemeinfrei.
  4. Alun Williams333 – Feldlerche: CC BY-SA 4.0.
  5. Guido Gerding – Feldlerchengesang: CC BY-SA 3.0.
  6. Noukayami – Sonnenaufgangsanimation: CC BY-SA 4.0.
  7. Renhour48 – Verlaine-Hörbeispiel: CC0.
  8. Pierre-Ambroise Richebourg – Barrikade 1871: gemeinfrei/CC0.

Die Medien wurden als vorhandene Dateien eingebunden. Es wurden keine eigenen Bilder, Aufnahmen oder Animationen erstellt und keine Quelldateien verändert.

YouTube: Die drei eingebetteten Videos dienen der Vertiefung. Ihre Einbettung bedeutet nicht, dass sie unter einer freien Creative-Commons-Lizenz stehen. Eine freie Weiterverwendung der Videodateien wird nicht behauptet.

Quellenkritik: Die französischen Druckfassungen können voneinander abweichen. Die deutsche Übertragung besitzt eigene sprachliche Entscheidungen. Historische Bilder dienen dem Vergleich, nicht als Beweis für eine bestimmte Gedichtdeutung.


Verknüpfte Lernbereiche


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