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Der zeitunglesende Faun - Morgenstern, Christian - Gedichtanalyse

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Der zeitunglesende Faun - Morgenstern, Christian - Gedichtanalyse

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Der zeitunglesende Faun - Morgenstern, Christian - Gedichtanalyse

Ein aiMOOC für Klasse 7–8 im Fach Deutsch

Ein Faun sitzt im Wald und liest Zeitung. In der Zeitung steht: Die Presse ist ungeheuer wichtig. Der Faun grinst. Dann verschwindet er im Wald. Das Zeitungsblatt landet in einer Pfütze.

Unsere Leitfrage: Macht sich das Gedicht über die Zeitung lustig? Oder steckt noch mehr dahinter?


Einleitung

Autor: Christian Morgenstern (1871–1914)

Gedicht: „Der zeitunglesende Faun“

Erste Veröffentlichung: Auf vielen Wegen. Gedichte, Berlin: Schuster & Loeffler, 1897, S. 76–77.

Umfang: 41 Verse.

Du lernst: Du verstehst den Text, erkennst verschiedene Stimmen und belegst Deine Deutung mit Versen.

Christian Morgenstern, Selbstfotografie von 1906. Wikimedia Commons, gemeinfrei. Bildquelle und Rechte.


Wer ist der Faun?

Ein Faun ist ein Wesen aus der römischen Sagenwelt. Er hat menschliche und tierische Merkmale. Im Gedicht besitzt er Ziegenbeine und eine Flöte. „Panisk“ ist eine Bezeichnung für ein kleines, an Pan erinnerndes Wesen.

Hans Makart: „Faun with pan flute“, um 1870. Historisches Gemälde, keine Illustration von Morgensterns Gedicht. Wikimedia Commons, gemeinfrei. Bildquelle und Rechte.

Mini-Auftrag: Schau auf das Bild. Welche Merkmale passen zum Faun im Gedicht? Welche Angaben fehlen im Gedicht?

Hilfe: Achte auf die Beine und die Flöte.


Quellfassung und Lesefassung


Die historische Quelle von 1897

Das Gedicht erschien 1897 im Band Auf vielen Wegen. Du kannst die historische Buchausgabe mit der später veröffentlichten Textfassung vergleichen.

Quellen:

  1. Auf vielen Wegen, Ausgabe von 1897, digitalisiertes Buch – historische Druckausgabe.
  2. Zeno.org: „Der zeitunglesende Faun“ – vom Thema vorgegebene Onlinequelle.
  3. Christian Morgenstern Online – Text nach der Stuttgarter Ausgabe, Band I, S. 154–155; mit Nachweis des Drucks von 1897, S. 76–77.

Wichtig: Die folgende Abschrift richtet sich nach der wissenschaftlich edierten Onlinefassung. Anführungszeichen und einzelne Satzzeichen wurden für das Lesen vereinheitlicht. Sie ist deshalb keine buchstabengetreue Wiedergabe des Druckbilds von 1897. Für einen genauen Vergleich nutze das historische Digitalisat. Insbesondere steht nach „Sie prüft“ in der Onlineabschrift ein Punkt; hier folgt ein Komma, wie in weiteren Textausgaben. Die alte Schreibweise „so daß“ bleibt erhalten.


Gedichttext: 41 Verse

Auf einem Eichenstrunk, die Ziegenbeine
behaglich überschlagen, sitzt ein Faun
und liest in einem alten Zeitungsblatt,
das er im Walde irgendwo gefunden.
Ein Feuilleton „Die Presse, ihre Macht
und heilige Mission“ beschäftigt ihn.
„Die Presse“, liest er, „ist das Fundament
der heutigen Kultur, der stärkste Hebel
geistigen Fortschritts, höherer Gesittung.
Sie ist die Lehrerin, Erzieherin
und Richterin der Völker! Nichts entzieht sich
der Allmacht ihrer Kritiker: Sie prüft,
beleuchtet alles, was du denkst und tust,
sie ist die vornehmste, stets wachsame
und drum so wichtige Vertreterin
der öffentlichen Meinung. Papst und Kaiser
umbuhlen sie. Und bis herab zum Bettler
sieht alle Stände, alle Klassen man
ihr unterworfen und gezwungen, sie
zu respektieren. Und noch mehr, noch mehr!
Sie ist das unentbehrlich-wichtigste
Verkehrs- und Bildungsmittel unsrer Zeit:
Bezieht ein großer Teil der Menschheit doch
heut sein gesamtes Wissen aus der Zeitung!
Denn mehr und mehr verdrängt die Tagespresse
der langen Bücher zweifelhaften Wert:
Der Menschen Kraft, Bedürfnis nehmen heut
die Zeitungen und Zeitschriften in Anspruch,
so daß der Sammlung fordernden Lektüre
kein Raum mehr bleibt. Die für den Tag geschriebnen
und mit dem Tag vergehnden Zeitungen,
sie wirken eben rascher als die dicken,
gedankenschweren Bücher, ja noch mehr!
In ihren Händen liegt das Schicksal aller
schriftstellerisch- und dichterischen Werke!“
Mit breitem Grinsen liest es der Panisk,
und seine Flöte an die Lippen langend,
erhebt er sich und trabt vergnügt waldein.
Ein Wiesel raschelt unterm Stamm hervor;
die hohen Eichen flüstern hell im Wind;
und das Papierchen tanzt in eine Pfütze.

Christian Morgenstern: „Der zeitunglesende Faun“. Erstdruck 1897; hier mit behutsam angepasster Zeichensetzung nach den oben genannten Textquellen. Das Gedicht ist gemeinfrei.

Lesetipp: Zähle die Verse von oben nach unten. „V. 1–4“ meint die Verse 1 bis 4.


Lesefassung: einfach gesagt

V. 1–6: Ein Faun sitzt gemütlich im Wald. Er findet eine alte Zeitung und liest einen Artikel über die Presse.

V. 7–20: Der Artikel behauptet: Zeitungen sind sehr mächtig. Alle Menschen müssen sie ernst nehmen, sogar Herrscher.

V. 21–35: Der Artikel behauptet außerdem: Zeitungen sind wichtiger und schneller als dicke Bücher.

V. 36–38: Der Faun grinst, nimmt seine Flöte und geht vergnügt fort.

V. 39–41: Ein Wiesel erscheint. Die Eichen rauschen. Das Zeitungsblatt fällt in eine Pfütze.

Kennzeichnung: Das ist eine freie, sinngemäße Lesefassung in einfacher Sprache. Sie ist keine Übersetzung und kein Originaltext.


Die Welt des Gedichts


Der Wald und die Zeitung

Der Wald bildet den Anfang und das Ende. Dazwischen steht ein langer Zeitungstext.

Eichenwald. Foto: rack_alex, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Datei und Urheberangaben. Unverändert eingebunden.

Zum Hören: Wie klingt eine Umgebung, in der Du Dir den Faun vorstellen kannst?

Datei:Birdsong morning 01.ogg

Naturgeräusche mit Vogelstimmen. Aufnahme: Martin Thurnherr (Matutinho), Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Audiodatei und Rechte. Unverändert eingebunden. Dies ist keine Gedichtlesung und keine Aufnahme des beschriebenen Walds.

Hörfrage: Wie verändert sich die Stimmung, wenn Du das Gedicht mit Waldgeräuschen liest?


Die Zeitung um 1897

Eine Zeitung auf Papier war ein wichtiges Mittel, um Nachrichten zu verbreiten. Der Artikel im Gedicht lobt die Presse sehr stark.

Datei:Berliner Illustrirten Zeitung from September 20, 1896 on the International Women's Congress in Berlin.jpg

Beispiel einer deutschen illustrierten Zeitung vom 20. September 1896. Nicht das Zeitungsblatt aus dem Gedicht. Urheber nicht bekannt, Wikimedia Commons, gemeinfrei. Quelle und Rechte.

Datei:Man Reading the Newspaper on the Couch GIF Animation Loop.gif

Moderne Animation zum Zeitunglesen, keine historische Gedichtszene. „Man Reading the Newspaper on the Couch GIF Animation Loop.gif“, Urheber: Videoplasty.com, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Originaldatei und Lizenz. Unverändert eingebunden.

Denkfrage: Was ist heute ähnlich? Welche Rolle spielen Nachrichten auf dem Handy?


Gedichtanalyse


Inhalt und Aufbau

Das Gedicht erzählt eine kleine Geschichte. Es umfasst 41 Verse. Die Verse bilden einen fortlaufenden Text. Ein regelmäßiges Endreimschema ist nicht zu erkennen.

Der Mittelteil ist besonders lang. Darin wird die Presse gelobt. Der Anfang und der Schluss zeigen dagegen den Wald.

Merksatz: Der Aufbau stellt die große Rede über die Zeitung dem einfachen Geschehen im Wald gegenüber.


Schwierige Wörter

Wort aus dem Gedicht Einfache Erklärung
Eichenstrunk (V. 1) Stumpf einer Eiche.
behaglich (V. 2) Gemütlich und bequem.
Feuilleton (V. 5) Kultur- oder Meinungstext in einer Zeitung.
Presse (V. 5) Hier vor allem Zeitungen und ihre Arbeit.
Gesittung (V. 9) Gutes, gesellschaftlich anerkanntes Verhalten.
umbuhlen (V. 17) Um die Gunst von jemandem werben.
Tagespresse (V. 25) Zeitungen, die regelmäßig aktuelle Nachrichten bringen.
Panisk (V. 36) Kleines, an den Gott Pan erinnerndes Waldwesen.


Wer spricht? Autor und lyrische Stimme

Christian Morgenstern ist der Autor. Aber er ist nicht automatisch die Stimme jedes Satzes.

Die erzählende Stimme beschreibt den Faun von außen. Ein „lyrisches Ich“ tritt hier nicht ausdrücklich auf.

Eine zweite Stimme steckt im Feuilleton, das der Faun liest. Diese Zeitungsstimme behauptet zum Beispiel, die Presse sei die „Lehrerin, Erzieherin / und Richterin der Völker“ (V. 10–11).

Wichtig: Diese Behauptung stammt innerhalb der Gedichtgeschichte aus dem Zeitungstext. Du darfst sie nicht einfach als persönliche Meinung des Autors ausgeben.


Sprachliche Mittel

Übertreibung: „Allmacht ihrer Kritiker“ (V. 12). Das Wort lässt die Macht der Presse riesig erscheinen.

Personifikation: „die hohen Eichen flüstern“ (V. 40). Bäume erhalten eine menschliche Handlung.

Personifikation: „das Papierchen tanzt“ (V. 41). Auch das Papier wird wie ein lebendiges Wesen dargestellt.

Gegensatz: Der Zeitungstext spricht groß von Macht. Am Ende liegt das Blatt klein und nass in einer Pfütze.

Ironie als mögliche Deutung: Die große Selbstfeier der Presse wirkt durch das Grinsen des Fauns und den Schluss komisch.

Die Merkhilfe: Rhetorische Stilmittel, Teil 1. Besonders hilfreich: Enjambement ab 4:57 und Ironie ab 5:44.

Die Merkhilfe: Rhetorische Stilmittel, Teil 2. Besonders hilfreich: Personifikation ab 3:25.

Videoauftrag: Finde nach dem Ansehen selbst ein sprachliches Mittel im Gedicht. Schreibe das Verszitat dazu.


Warum grinst der Faun?

„Mit breitem Grinsen liest es der Panisk“ (V. 36).

Der Faun scheint die großen Behauptungen der Zeitung lustig zu finden. Das ist eine Deutung. Der Text sagt nicht ausdrücklich, was er denkt.

Am Ende „tanzt“ das Papier „in eine Pfütze“ (V. 41). Das kann zeigen: Die Zeitung ist vielleicht weniger mächtig, als sie selbst behauptet.

Datei:Mustela nivalis.jpg

Mauswiesel als Beispiel für das „Wiesel“ aus V. 39. Foto: big-ashb, Wikimedia Commons, CC BY 2.0. Quelle und Urheberangaben. Unverändert eingebunden.

Eine andere Lesart: Vielleicht zeigt der Schluss auch einfach, dass sich die Natur nicht um die Zeitung kümmert.

Deine Aufgabe: Welche Deutung überzeugt Dich mehr? Begründe sie mit V. 36–41.


Gedichtanalyse in vier Sätzen

Einleitung: In Christian Morgensterns Gedicht „Der zeitunglesende Faun“, erstmals 1897 veröffentlicht, liest ein Waldwesen eine Zeitung.

Inhalt: Der Zeitungstext lobt die große Macht der Presse. Der Faun reagiert mit einem Grinsen.

Sprache: Übertreibungen wie „Allmacht“ (V. 12) und die Personifikation „das Papierchen tanzt“ (V. 41) fallen auf.

Deutung: Der Schluss kann die übertriebenen Ansprüche der Zeitung ironisch infrage stellen.

Schreibhilfe: „Ich vermute, dass … . Das zeigt sich an den Worten ‚…‘ in Vers … .“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Lesequiz mit Versbelegen: Lies vor jeder Antwort noch einmal die angegebenen Verse.

Worauf sitzt der Faun laut „Auf einem Eichenstrunk“ (V. 1)? (Auf einem Baumstumpf) (!Auf einer Steinbank) (!Auf einem Felsen) (!Auf einem Gartenstuhl)




Was liest der Faun laut „in einem alten Zeitungsblatt“ (V. 3)? (Eine gefundene Zeitung) (!Einen Brief) (!Ein Märchenbuch) (!Eine Landkarte)




Womit beschäftigt sich das „Feuilleton“ (V. 5–6)? (Mit der Macht und Aufgabe der Presse) (!Mit dem Bau von Flöten) (!Mit wilden Tieren) (!Mit einem Gewitter)




Wer behauptet, die Presse sei das „Fundament der heutigen Kultur“ (V. 7–9)? (Der Text in der Zeitung) (!Der Faun in einer eigenen Rede) (!Das Wiesel) (!Die Eichen)




Wie bezeichnet der Zeitungstext die Presse in V. 10–11? (Als Lehrerin Erzieherin und Richterin) (!Als Feindin aller Menschen) (!Als Spielzeug des Fauns) (!Als Stimme des Waldes)




Was behauptet das Feuilleton mit „Papst und Kaiser um buhlen sie“ (V. 16–17)? (Auch Mächtige suchen die Gunst der Presse) (!Die Herrscher meiden jede Zeitung) (!Die Presse gehört dem Faun) (!Alle Zeitungen werden verboten)




Was behauptet der Artikel über Zeitungen und Bücher in V. 25–33? (Zeitungen verdrängen zunehmend lange Bücher) (!Bücher ersetzen alle Zeitungen) (!Niemand kann mehr lesen) (!Es gibt nur noch Gedichte)




Welche Haltung kann „Mit breitem Grinsen“ (V. 36) andeuten? (Der Faun findet das Gelesene amüsant) (!Der Faun hat große Angst) (!Der Faun schläft ein) (!Der Faun ist wütend auf das Wiesel)




Welches sprachliche Mittel steckt in „die hohen Eichen flüstern“ (V. 40)? (Personifikation) (!Endreim) (!Wörtliche Rede) (!Aufzählung von Herrschern)




Was passiert mit dem „Papierchen“ am Ende (V. 41)? (Es gelangt in eine Pfütze) (!Es wird in ein Buch gebunden) (!Es fliegt zum Mond) (!Der Faun verbrennt es)





Memory

Finde passende Begriffe und Erklärungen.

Eichenstrunk Baumstumpf einer Eiche
Feuilleton Kultur- oder Meinungstext einer Zeitung
Presse Zeitungen und journalistische Medien
Panisk Kleines panähnliches Waldwesen
Personifikation Vermenschlichung von Dingen oder Natur
Ironie Gemeinte und wörtliche Aussage können auseinandergehen
Vers Zeile eines Gedichts





Drag and Drop

Ordne jedem Zitat die passende Erklärung zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Erklärung
Eichenstrunk Ort, auf dem der Faun sitzt
Allmacht Ausdruck einer starken Übertreibung
breites Grinsen Möglicher Hinweis auf Spott
flüsternde Eichen Vermenschlichung der Bäume
tanzendes Papierchen Bild für die Bewegung des Zeitungsblatts





Kreuzworträtsel

Eiche Von welchem Baum stammt der Strunk?
Faun Welches Sagenwesen liest Zeitung?
Zeitung Welches gedruckte Medium findet der Faun?
Flöte Welches Musikinstrument nimmt er an die Lippen?
Wiesel Welches kleine Tier erscheint gegen Ende?
Pfütze Wohin gelangt das Papierchen?





LearningApps

Weitere Übungen zum Thema suchen:


Lückentext

Vervollständige den Text.
Christian Morgenstern veröffentlichte das Gedicht erstmals im Jahr

.
Das Gedicht besteht aus

Versen.
Der Faun sitzt auf einem

.
Er liest ein altes

.
Der Zeitungstext behauptet, die Presse habe große

.
Die Bezeichnung „Allmacht“ ist eine starke

.
Der Faun reagiert mit einem breiten

.
Am Schluss gelangt das Papier in eine

.
Die flüsternden Eichen sind ein Beispiel für eine

.
Die Meinung des Feuilletons ist nicht automatisch die Meinung des

.




Hilfe in drei Stufen

Hilfe 1 – Finden: Suche im Original nach den Wörtern „Faun“, „Presse“, „Grinsen“ und „Papierchen“.

Hilfe 2 – Verstehen: Teile die 41 Verse in Anfang, Zeitungsrede und Schluss ein.

Hilfe 3 – Schreiben: Benutze den Satzanfang: „In Vers … steht ‚…‘. Das könnte bedeuten, dass …“

Wichtig: Die geschlossenen Übungen geben Rückmeldung zu eindeutigen Antworten. Offene Deutungen werden nicht automatisch bewertet.


Offene Aufgaben

Arbeite mit dem Originalgedicht. Die folgenden 12 Aufgaben haben keine automatische Bewertung. Du kannst sie allein oder im Team bearbeiten.


Leicht

  1. Vorlesen: Lies die Verse 1–6 langsam vor. Nimm auf Wunsch nur Deine eigene Stimme auf. Hilfe: Mache nach jedem Satz eine Pause.
  2. Bild gestalten: Zeichne den Faun auf dem Eichenstrunk. Schreibe zwei passende Verszitate neben das Bild. Hilfe: Beginne mit V. 1–4.
  3. Wörter erklären: Erstelle vier kleine Wortkarten zu schwierigen Begriffen des Gedichts. Hilfe: Nutze die Worttabelle.
  4. Mini-Comic: Zeichne den Anfang und den Schluss in je einem Bild. Hilfe: Verwende V. 1–4 und V. 39–41.


Standard

  1. Tagebuch: Schreibe sechs Sätze aus Sicht des Fauns. Wie fand er den Zeitungsartikel? Hilfe: Denke an sein Grinsen. Kennzeichne Deine Geschichte als erfunden.
  2. Zeitungsseite: Gestalte eine kurze fiktive Zeitungsseite, die sich selbst lobt. Zeige danach, welche Aussagen übertrieben sind. Hilfe: Schau auf V. 7–20.
  3. Hörszene: Sprecht zu zweit die erzählende Stimme und die Zeitungsaussagen. Nutzt unterschiedliche Stimmlagen. Hilfe: Markiert zuerst die wörtliche Rede.
  4. Vergleich: Vergleiche den Zeitungsartikel des Gedichts mit einem heutigen Werbesatz über Nachrichten oder soziale Medien. Schreibe fünf Sätze. Hilfe: Frage, wer hier von der Behauptung profitiert.


Schwer

  1. Deutung schreiben: Erkläre in acht bis zehn Sätzen, warum das Papier am Ende in einer Pfütze liegt. Nenne mindestens zwei Versbelege. Hilfe: Vergleiche „Allmacht“ mit „Papierchen“.
  2. Fiktives Interview: Verfasse ein erfundenes Interview mit dem Faun und einem Zeitungsredakteur. Beide sollen unterschiedliche Meinungen vertreten. Hilfe: Trenne Behauptung, Gegenfrage und Begründung.
  3. Neufassung: Schreibe eine kurze eigene Fassung, in der der Faun auf einem Smartphone Nachrichten liest. Erkläre danach zwei Unterschiede zum Text von 1897. Hilfe: Erhalte den Gegensatz zwischen großer Behauptung und kleinem Schlussereignis.
  4. Quellenvergleich: Vergleiche die Schreibweise in der historischen Ausgabe von 1897 mit der Onlinefassung. Halte mindestens zwei überprüfte Beobachtungen fest und unterscheide Druckbild, Abschrift und Deine eigene Erklärung. Hilfe: Nutze die Quellenlinks oben.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Hier geht es um Zusammenhänge. Begründe Deine Antworten mit kurzen Zitaten und Versangaben.

  1. Ironie: Warum kann die Aussage von der „Allmacht“ der Presse am Schluss komisch wirken?
  2. Erzählperspektive: Was verändert sich, wenn Du die Aussagen im Feuilleton irrtümlich für die Meinung des Erzählers hältst?
  3. Medienkompetenz: Welche Behauptungen aus dem Zeitungstext könnten heute über digitale Medien gemacht werden? Was müsste man daran prüfen?
  4. Kontrast: Wie wirken die laute Selbstbeschreibung der Presse und die ruhige Waldszene zusammen?
  5. Personifikation: Warum ist „das Papierchen tanzt“ eindrucksvoller als „das Papier fällt“?
  6. Quellenkritik: Warum ist es wichtig, zwischen dem Druck von 1897, einer späteren Abschrift und Deiner eigenen Lesefassung zu unterscheiden?


Lernnachweis

Du kannst Deinen Lernnachweis als kurzen Text, Plakat, Portfolio oder mündlichen Vortrag erbringen.

Er soll zeigen, dass Du:

  1. den Inhalt des Gedichts in eigenen Worten erklären kannst;
  2. den Autor von der erzählenden Stimme und dem zitierten Zeitungstext unterscheidest;
  3. mindestens zwei sprachliche Mittel mit Verszitaten belegst;
  4. eine mögliche Deutung des Schlusses begründest;
  5. einen Bezug zu heutigen Medien herstellst;
  6. Deine Quellen und die Rechte verwendeter Medien korrekt nennst.

Beispiel für eine gute Begründung: „Der Schluss könnte die Presse verspotten. Denn der Artikel spricht von ‚Allmacht‘ (V. 12), aber das Zeitungsblatt landet in einer Pfütze (V. 41).“


OERs zum Thema

Freie Textquellen und weiterführende Materialien:

  1. Christian Morgenstern Online: Gedicht und bibliografische Angaben.
  2. Historische Buchausgabe Auf vielen Wegen von 1897.
  3. Wikisource: Christian Morgenstern und seine Werke.
  4. Wikimedia Commons: Medien zu Christian Morgenstern.
  5. Wikipedia: Christian Morgenstern.

Zu den Medienrechten: Das historische Gedicht ist gemeinfrei. Die verwendeten Commons-Dateien besitzen jeweils die beim Medium genannte Freigabe. Bei CC-Lizenzen müssen Urheber, Lizenz und Quelle genannt werden. Alle hier eingebundenen Commons-Medien bleiben unverändert. Die YouTube-Videos sind verlinkte externe Lernhilfen und nicht automatisch frei nachnutzbare OER.

Wikipedia-Artikel zum Autor:


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