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Der frohe Wandersmann - Eichendorff, Joseph von - Gedichtanalyse

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Der frohe Wandersmann - Eichendorff, Joseph von - Gedichtanalyse

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Einleitung

Der frohe Wandersmann - Eichendorff, Joseph von - Gedichtanalyse für Klasse 7 und 8.

Du liest ein Gedicht über Wandern, Natur und Vertrauen. Du findest den Text der Ausgabe von 1841, eine einfache Lesefassung und Aufgaben mit Hilfen. Die Quizfragen beziehen sich immer auf die Verse des Gedichts.

Joseph von Eichendorff, Bildnis von 1841. Radierung: Eduard Eichens; Foto: H.-P. Haack. Quelle und Lizenz unter „Mediennachweise“.

Joseph von Eichendorff (1788–1857) war ein deutscher Schriftsteller. Er gehört zur Romantik. In seinen Gedichten spielen Natur und Sehnsucht oft eine große Rolle.


Quellfassung: Ausgabe von 1841

Textgrundlage: Joseph von Eichendorff, Gedichte, Ausgabe letzter Hand, Berlin 1841, Teil „1. Wanderlieder“, „Der frohe Wandersmann“. Hier steht die digitale Textfassung dieser Ausgabe, kein Foto der Druckseite. Abgleich: Zeno.org und TextGrid. Schreibweisen wie „laß“ und „mein Sach“ bleiben erhalten. 1841 ist das Jahr dieser Ausgabe, nicht das Entstehungsjahr des Gedichts.


Der frohe Wandersmann

Strophe 1 – Verse 1 bis 4
Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt;
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld.

Strophe 2 – Verse 5 bis 8
Die Trägen, die zu Hause liegen,
Erquicket nicht das Morgenrot,
Sie wissen nur von Kinderwiegen,
Von Sorgen, Last und Not um Brot.

Strophe 3 – Verse 9 bis 12
Die Bächlein von den Bergen springen,
Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was sollt ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl und frischer Brust?

Strophe 4 – Verse 13 bis 16
Den lieben Gott laß ich nur walten;
Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
Und Erd und Himmel will erhalten,
Hat auch mein Sach aufs best bestellt!


Lesefassung und Wort-Hilfen

Einfache Lesefassung: Die folgenden Sätze erklären den Inhalt in heutigem Deutsch. Sie sind eine eigene sinngemäße Übertragung, keine Originalverse und keine fremdsprachige Übersetzung.

Strophe 1: Die sprechende Person glaubt: Gott schenkt Menschen etwas Gutes, wenn sie die Welt entdecken dürfen.

Strophe 2: Sie findet Menschen, die immer zu Hause bleiben, zu ängstlich oder unbeweglich. Das ist ihre Sicht, keine Tatsache über alle Menschen.

Strophe 3: Wasser fließt, Vögel singen. Die sprechende Person möchte fröhlich mitsingen.

Strophe 4: Die sprechende Person vertraut darauf, dass Gott auch für sie sorgt.

Wörter: „Gunst“ = besondere Zuwendung. „Erquicket“ = erfreut oder belebt. „Trägen“ = Menschen, die sich wenig bewegen wollen. „Lerchen“ = Singvögel. „walten“ = wirken und bestimmen. „mein Sach“ = meine Angelegenheiten.

Hilfe in drei Stufen: Leicht: Unterstreiche Wörter zur Natur. Standard: Markiere Freude und Sorgen in zwei Farben. Schwer: Erkläre mit einem Vers, warum die Stimme dem Leben vertraut.


Bilder und Klänge verstehen


Die Natur ruft

In Vers 4 nennt das Gedicht vier Orte: „Berg und Wald und Strom und Feld“. Wie stellst Du Dir diese weite Welt vor?

Caspar David Friedrich: „Wanderer über dem Nebelmeer“ (um 1818). Ein Bild aus der Zeit der Romantik, keine Illustration aus der Gedichtausgabe.

Ein Bach im Wald. Suche dazu die „Bächlein“ in Vers 9.

Bewegtes Wikimedia-Commons-Bild: fließendes Wasser. Beschreibe, warum „springen“ in Vers 9 gut passt. Das Video-Bild zeigt keinen Ort aus Eichendorffs Leben.


Morgenrot und Lerchengesang

Morgenlicht als Bild zu Vers 6: „Morgenrot“.

Eine Feldlerche. Sie passt zu Vers 10.

Hörbeispiel aus der Natur:

Lerchengesang auf Wikimedia Commons anhören.

Mini-Aufgabe: Höre die Lerche an. Nenne zwei Wörter, mit denen Du den Klang beschreibst. Vergleiche sie mit „schwirren“ (V. 10).


Gedicht hören und als Lied kennenlernen

Rezitation: Höre auf Tempo und Stimme. Das Video ist eine gesprochene Darbietung, nicht die historische Ausgabe von 1841.

Rezitation: Jürgen Holtz; veröffentlicht auf dem Kanal LYRIK & MUSIK. YouTube-Inhalte sind nicht automatisch frei lizenziert.

Liedfassung: Der Gedichttext wurde auch vertont. Bei einer gesungenen Fassung können Strophen fehlen: Der Chor singt Strophe 1, 3 und 4, nicht den kompletten Quelltext.

Datei:Chor Kobitzschwalde - Wem Gott will rechte Gunst erweisen.webm Chor Kobitzschwalde, Aufnahme 2013. Achte auf den Unterschied zwischen Gedichtvortrag und Lied.

Eine andere, kommerzielle Liedaufnahme zum Vergleich:

Hermann Prey mit Chor und Orchester. Diese YouTube-Tonaufnahme ist urheberrechtlich geschützt; nur das Einbetten ist hier vorgesehen.


Kurze Gedichtanalyse


Aufbau

Das Gedicht hat vier Strophen mit je vier Versen: insgesamt 16 Verse. In jeder Strophe reimt sich Vers 1 auf Vers 3 und Vers 2 auf Vers 4. Das heißt Kreuzreim (a b a b). Ein Beispiel: „erweisen“ – „weisen“ und „Welt“ – „Feld“.


Wer spricht?

Der Autor ist Joseph von Eichendorff. Die Person, die im Gedicht „ich“ sagt (V. 11 und 13), nennt man lyrisches Ich oder lyrische Stimme. Sie muss nicht der Autor selbst sein.


Was könnte das Gedicht bedeuten?

Deutung: Das Wandern kann für Freiheit und Neugier stehen. Das Singen von Bach und Lerche verstärkt die Freude. Die letzte Strophe zeigt religiöses Vertrauen. Das ist eine Interpretation: Du sollst sie mit Textstellen begründen.

Zum Nachdenken: Die zweite Strophe nennt Menschen zu Hause „träge“. Ist das gerecht? Ein Gedicht zeigt eine Sichtweise. Du darfst ihr widersprechen, wenn Du Deine Meinung erklärst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Lesequiz mit Versbelegen: Schau bei Bedarf in die Quellfassung. Pro Frage ist eine Antwort richtig.

Was geschieht laut „Den schickt er in die weite Welt“ (V. 2)? (Ein Mensch wird auf Reisen geschickt) (!Ein Mensch muss ein Haus bauen) (!Ein Mensch verliert seine Stimme) (!Ein Mensch schläft lange)




Welche Orte nennt Vers 4? (Berg Wald Strom und Feld) (!Stadt Hafen Schule und Markt) (!Wüste Eis Höhle und Meer) (!Garten Straße Brücke und Hof)




Was bedeutet „Erquicket nicht das Morgenrot“ (V. 6) hier? (Die Morgenstimmung erfreut die Trägen nicht) (!Der Morgen beendet das Gedicht) (!Die Sonne geht niemals auf) (!Die Trägen singen besonders laut)




Welche Tiere nennt Vers 10? (Lerchen) (!Pferde) (!Schafe) (!Fische)




Was tun die Bächlein laut Vers 9? (Sie springen von den Bergen) (!Sie trocknen im Sommer aus) (!Sie fließen in die Häuser) (!Sie ruhen im Schnee)




Warum möchte die Stimme nach Vers 11 und 12 singen? (Weil sie sich von der fröhlichen Natur anstecken lässt) (!Weil sie von anderen dazu gezwungen wird) (!Weil sie ein Schiff steuern muss) (!Weil sie keinen Weg mehr findet)




Wem vertraut die Stimme laut Vers 13? (Gott) (!Einem König) (!Einem Lehrer) (!Einem Händler)




Wie viele Verse hat die Quellfassung? (Sechzehn) (!Acht) (!Zwölf) (!Zwanzig)




Wie reimen sich „erweisen“ und „weisen“ in Strophe 1? (Als Reim von Vers eins und drei) (!Als Reim von Vers eins und zwei) (!Als Reim von Vers zwei und drei) (!Als Reim von Vers drei und vier)




Was ist die sichere Aussage zu „ich“ in Vers 13? (Es spricht die lyrische Stimme) (!Der Autor beschreibt nachweislich seinen Reisetag) (!Ein Vogel ist der Autor) (!Jeder Leser muss dieselbe Meinung haben)





Memory

Gunst Besondere Zuwendung
Morgenrot Licht am frühen Morgen
Lerche Singvogel
Lyrisches Ich Stimme im Gedicht
Kreuzreim Reimfolge ab ab
Romantik Literarische Epoche





Drag and Drop

Ordne den Ausdruck aus dem Gedicht zu. Bedeutung
weite Welt Neue Orte entdecken
Morgenrot Licht beim Tagesbeginn
Bächlein Kleine fließende Gewässer
frische Brust Kraft und Lebensfreude
Gott walten lassen Auf Gottes Wirken vertrauen





Kreuzworträtsel

Eichendorff Wie heißt der Nachname des Gedichtautors?
Lerchen Welche Vögel schwirren hoch vor Lust?
Morgenrot Was erfreut die Trägen in der zweiten Strophe gerade nicht?
Bächlein Welche kleinen Gewässer springen von den Bergen?
Kreuzreim Wie heißt die Reimfolge ab ab?
Vertrauen Welche Haltung zu Gott zeigt die letzte Strophe?





LearningApps

Hier findest Du eine Suchseite mit möglichen Übungen. Die Treffer gehören nicht automatisch zu diesem Kurs.


Lückentext

Vervollständige den Text zur Quellfassung.
Der Autor heißt Joseph von

.
Das Gedicht gehört zu den

der Ausgabe von 1841.
Es besteht aus vier

.
Jede Strophe enthält vier

.
In Vers 4 steht neben Berg und Wald auch ein

.
Das Morgenrot erfreut die

nicht.
Die Bächlein springen von den

.
Die Lerchen schwirren hoch vor

.
Die Reimfolge heißt

.
Am Ende zeigt die sprechende Person Vertrauen zu

.



Offene Aufgaben

Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Wähle passende Hilfen und besprich Deine Ergebnisse in der Klasse.


Leicht

  1. Naturwörter: Markiere fünf Naturwörter im Original. Hilfe: Suche in V. 4, 9 und 10.
  2. Laut lesen: Lies eine Strophe zweimal vor. Beschreibe, welche Wörter fröhlich klingen.
  3. Gedichtbild: Zeichne zu Vers 4 ein Bild und beschrifte vier Dinge. Hilfe: Berg, Wald, Strom, Feld.
  4. Wortschatz: Schreibe zu „Gunst“, „erquicket“ und „walten“ eigene einfache Beispielsätze.


Standard

  1. Gedichtanalyse: Schreibe fünf Sätze zur Stimmung. Nutze als Belege V. 9 bis 12.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe eine Antwort aus Sicht eines Menschen, der gern zu Hause bleibt.
  3. Klangcollage: Vergleiche Lerchengesang und Gedichtvortrag. Beschreibe die Unterschiede nur mit Wörtern.
  4. Bildvergleich: Vergleiche das Wanderer-Gemälde mit V. 1 bis 4. Nenne eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied.


Schwer

  1. Kreatives Schreiben: Schreibe eine eigene vierzeilige Strophe über einen heutigen Ausflug. Versuche den Kreuzreim.
  2. Interpretation: Prüfe, ob Freiheit oder Vertrauen wichtiger ist. Begründe Deine Sicht mit zwei Versen.
  3. Medienkritik: Erkläre, warum das Chorlied keine vollständige Quellfassung ist. Vergleiche seine Strophen mit dem Text.
  4. Interview: Frage eine Person, was ihr Natur bedeutet. Hole vorher ihr Einverständnis ein. Vergleiche die Antwort mit der Stimme des Gedichts.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Perspektive: Erkläre an Vers 11 und 13 den Unterschied zwischen Autor und lyrischer Stimme. Erfinde ein eigenes Beispiel.
  2. Transfer: Übertrage die Aussage von Strophe 1 auf einen heutigen Ausflug. Was passt, was nicht?
  3. Argumentation: Beurteile die Aussage über die „Trägen“ fair. Berücksichtige zwei mögliche Sichtweisen.
  4. Sprache und Wirkung: Zeige an „springen“ und „schwirren“, wie die Wortwahl Bewegung und Stimmung erzeugt.
  5. Deutung: Erkläre, warum die letzte Strophe zu der fröhlichen Stimmung passt. Beziehe einen Vers ein.
  6. Medienvergleich: Was erfährst Du beim Hören des Chors, was Du beim stillen Lesen nicht hörst? Warum ersetzt das Lied nicht die Quellfassung?


Lernnachweis

Du kannst zeigen, dass Du

  1. den Autor und die Textgrundlage von 1841 richtig benennst,
  2. die 16 Verse in vier Strophen und den Kreuzreim erkennst,
  3. mindestens drei Naturbilder mit Versangaben erklärst,
  4. zwischen originalem Gedicht, einfacher Lesefassung und Liedbearbeitung unterscheidest,
  5. die lyrische Stimme nicht automatisch mit Eichendorff gleichsetzt,
  6. eine eigene Deutung mit mindestens zwei Versen begründest,
  7. eine andere Meinung zur zweiten Strophe respektvoll erklären kannst.


OERs zum Thema

Quellen: Der frohe Wandersmann bei Zeno.org; TextGrid, „Gedichte (Ausgabe 1841)“; Joseph von Eichendorff auf Wikipedia.


Mediennachweise und Rechte

Die Gedichtverse stammen von Joseph von Eichendorff (gestorben 1857) und sind gemeinfrei. Die hier gekennzeichnete einfache Lesefassung ist eine neue sinngemäße Erklärung, nicht Teil des Originals. Alle verwendeten Commons-Dateien wurden ohne eigene Bearbeitung eingebunden. Bei einer Weiterverwendung beachte die verlinkten Dateiseiten und Lizenzbedingungen.

  1. Porträt: Radierung von Eduard Eichens (1841), Foto H.-P. Haack; Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0, Namensnennung „Wikipedia: Foto H.-P.Haack“.
  2. Gemälde: Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer; Wikimedia Commons; gemeinfreies Gemälde und als gemeinfrei gekennzeichnete Reproduktion.
  3. Waldbach: Vincent (Benutzer Vickjoes); Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0.
  4. Wasser-Animation: Héctor Ochoa (Robot8A); Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0.
  5. Morgenrot: Sagnik Pal; Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0.
  6. Feldlerche: Alun Williams333; Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0.
  7. Lerchengesang: Aufnahme Lawrence Shove (1965), The British Library Board; Wikimedia Commons; CC BY-SA 4.0.
  8. Chorvideo: ChorKobitzschwalde, Aufführung 2013; Wikimedia Commons; CC BY 3.0. Die Commons-Lizenz der Aufnahme wurde geprüft. Zu hören sind Strophen 1, 3 und 4.
  9. YouTube-Rezitation: LYRIK & MUSIK, Sprecher Jürgen Holtz; Video. Die Plattform-Einbettung ist keine Freigabe zur Weiterverwendung des Videos.
  10. YouTube-Liedaufnahme: Hermann Prey und Mitwirkende, Warner Classics auf YouTube; kommerzielle Aufnahme, keine freie Lizenz. Die freie Chorfassung ist die gesonderte Commons-Datei.

Lizenz-Hinweis: „CC BY“ verlangt unter anderem Namensnennung. „CC BY-SA“ verlangt zusätzlich eine Weitergabe von Bearbeitungen unter passender Lizenz. Verlinkte YouTube-Videos werden nur eingebettet, nicht hier als frei lizenziert ausgegeben.


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