Der Schutzengel - Rilke, Rainer Maria - Gedichtanalyse
Einleitung
Der Schutzengel - Rilke, Rainer Maria - Gedichtanalyse
Fach: Deutsch | Klassen: 9–10 und 11–13 | Thema: Gedichtanalyse, Moderne, Symbolismus und Expressionismus
Rainer Maria Rilkes Gedicht „Der Schutzengel“ beginnt mit den Worten „Du bist der Vogel, dessen Flügel kamen“ (Vers 1).
Ein lyrisches Ich spricht eine geheimnisvolle Gestalt an. Es erlebt Angst, Schutz, Nähe und Unsicherheit. Aber wer ist dieses „Du“?
In diesem aiMOOC lernst Du, das Gedicht mit Textbelegen zu untersuchen. Du erkennst sprachliche Bilder, Reime und mögliche Bedeutungen. Du arbeitest mit der historischen Quelle und einer Lesefassung.
Deine Lernziele:
- Lyrisches Ich: Erkenne, wer spricht und wer angesprochen wird.
- Gedichtanalyse: Untersuche Form, Klang und Bilder.
- Interpretation: Begründe Deine Deutung mit Versangaben.
- Literarische Moderne: Ordne das Gedicht historisch ein.

Rainer Maria Rilke um 1900. Historisches Foto, Urheber unbekannt, gemeinfrei. Quelle: Wikimedia Commons.
Gedichttext und Textfassungen
Quellfassung: Der historische Druck
Rilke schrieb das Gedicht 1899. Als überprüfbare Textgrundlage dient die zweite, sehr vermehrte Ausgabe von Das Buch der Bilder aus dem Jahr 1906, Seite 23.

Historischer Buchscan von 1906, Österreichische Nationalbibliothek. Gemeinfrei.

Originaldruck des Gedichts. Rainer Maria Rilke: Das Buch der Bilder, 1906, S. 23. Gemeinfreier Scan.
Überprüfbare Quellen:
- Der Schutzengel – Wikisource: Korrekturgelesener Text der Ausgabe von 1906.
- Historische Druckseite auf Wikimedia Commons: Vergleiche Schreibweise und Zeilen.
- TextGrid Repository: Wissenschaftlich erschlossener digitaler Gedichttext.
Wichtig: Die historische Schreibweise wird nicht stillschweigend verändert. Dazu gehören beispielsweise „Dein Namen“ (V. 3) und „daß“ (V. 27).
Lesefassung: Den Text erschließen
Nutze die bereits vorhandene Textseite:
Gedicht – Der Schutzengel – Rilke, Rainer Maria
Die Lesefassung soll den Wortlaut bewahren und das Lesen durch Verszählung und Sinnabschnitte erleichtern. Gleiche sie bei Zweifeln mit der Quellfassung ab.
Das Gedicht umfasst 27 Verse in vier Strophen.
| Verse | Leseabschnitt | Leitfrage |
|---|---|---|
| 1–8 | Nacht, Anrufung und Bilder des Schutzengels | Wie erlebt das Ich das Du? |
| 9–12 | Namenlosigkeit, Anfang und Amen | Warum fehlen dem Ich die Worte? |
| 13–18 | Angst und Rettung | Wie verändert sich die Lage des Ichs? |
| 19–27 | Wunder, Gott und Schlussfrage | Was bleibt ungeklärt? |
Leseauftrag: Markiere in der bestehenden Textseite alle Stellen, an denen „ich“ und „Du“ vorkommen. Achte auch auf die Großschreibung der historischen Fassung.
Übersetzung, Worterklärung und Interpretation
Diese Begriffe haben unterschiedliche Bedeutungen:
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Quellfassung | Der historische Wortlaut der benutzten Ausgabe. |
| Lesefassung | Eine lesefreundliche Darstellung desselben Textes, ohne heimliche Änderungen. |
| Übersetzung | Eine Übertragung in eine andere Sprache. Für dieses deutschsprachige Original ist hier keine Übersetzung nötig. |
| Worterklärung | Eine Hilfe zum Verständnis schwieriger Wörter. |
| Interpretation | Eine begründete Deutung. Sie muss durch den Text gestützt werden. |
Kurze Worterklärungen:
„Relief“ bezeichnet hier eine plastische Darstellung in der Kunst. „Bange“ bedeutet ängstlich. „Scharlach“ ist ein kräftiger Rotton. „Draperien“ sind dekorativ angeordnete Stoffe.
Das Gedicht verstehen
Lyrisches Sprechen
Im Gedicht spricht ein lyrisches Ich. Es sagt immer wieder „Du“ und spricht eine übermenschlich wirkende Gestalt an.
Das Du antwortet im Gedicht nicht direkt. Deshalb wirkt der Text wie ein Gespräch, in dem nur eine Seite zu hören ist.
Das Ich fühlt sich von der Gestalt beschützt. Zugleich erlebt es ihre Größe als schwer fassbar.
Textbeleg: Die Frage „Wie nenn ich dich?“ (V. 9) zeigt, dass das Ich keine passenden Worte findet.
Form und Klang
Das Gedicht hat vier unterschiedlich lange Strophen mit insgesamt 27 Versen. Die Strophen enthalten acht, vier, sechs und neun Verse.
Es gibt viele Endreime. Besonders auffällig sind die Reimklänge rund um „kamen“, „Namen“ und „Rahmen“ (V. 1, 3 und 7).
Die Wiederholung der Du-Anrede hält die Beziehung zwischen Ich und Schutzengel im Mittelpunkt. Lange Satzbewegungen verbinden mehrere Verse. Fragen unterbrechen den Klang.
Der Rhythmus wirkt oft regelmäßig, ist aber nicht in jedem Vers gleich. Deshalb solltest Du kein durchgehend starres Metrum behaupten, ohne die einzelnen Verse zu prüfen.
Das Gedicht hören
Höre zwei vorhandene Rezitationen und vergleiche sie mit dem Drucktext.
Rezitation: Reiner Unglaub – LYRIK & MUSIK, 2019
Rezitation: Peter Franke – LYRIK & MUSIK, 2025
Hörauftrag: Achte auf Pausen bei den Fragen in Vers 9 und Vers 27. Welche Lesung wirkt unsicherer? Begründe Deinen Eindruck.
Die YouTube-Aufnahmen sind fremde Veröffentlichungen. Eine Einbettung bedeutet nicht, dass die Audioaufnahmen offen lizenziert sind. Bei den Videobeschreibungen können modernisierte Schreibweisen vorkommen.
Freie Audiodatei: Aussprache des Autorennamens
Sprecher: Jeuwre, 2024, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Diese Aufnahme enthält nur den Namen, nicht das Gedicht.
Bildsprache untersuchen
Vogel und Flügel
Bereits im ersten Vers wird die angesprochene Gestalt als Vogel beschrieben. Das ist eine Metapher.
Das Bild kann Schutz, Bewegung und die Verbindung zwischen Himmel und Erde ausdrücken. Es legt aber nicht eindeutig fest, wie der Engel aussieht.

Animation eines fliegenden Vogels von Gadgetroid, 2014, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.
Denke nach: Was kann ein Gedicht mit dem Vogelbild ausdrücken, das eine naturgetreue Animation nicht zeigen kann?
Bild und Rahmen
In Vers 7 nennt sich das Ich einen Rahmen und das Du ein Bild.
Diese Metapher beschreibt ein Verhältnis: Das Ich sieht sich als Ergänzung des größeren, wichtigeren Du.
Der Rahmen kann zugleich notwendig sein, damit ein Bild sichtbar wird. Eine Deutung sollte deshalb beide Seiten prüfen.
Nacht, Grab und Licht
Der Vergleich mit einem Grab in Vers 14 lässt den Schlaf bedrohlich erscheinen. Die „Herzensfinsternissen“ in Vers 16 stehen für eine innere Dunkelheit.
Danach erscheint das Bild der Scharlachfahnen in Vers 18. Das Ich wird aus der Dunkelheit herausgehoben.
Deutungsmöglichkeit: Der Engel kann für Hoffnung und Rettung stehen. Der Text erzählt aber nicht von einem eindeutig nachprüfbaren äußeren Ereignis.
Schutzengel in der Kunst

Deutsche Schutzengel-Postkarte um 1900, Urheber unbekannt, gemeinfrei.

Bernhard Plockhorst: Schutzengel. Gemeinfreies Gemälde, Wikimedia Commons.

Gaspar de Crayer: The Guardian Angel, 17. Jahrhundert. Gemeinfrei, Sammlung M Leuven.
Diese Bilder zeigen traditionelle Vorstellungen vom Schutzengel. Sie sind keine originalen Illustrationen von Rilkes Gedicht.
Vergleichsfrage: In welchen Bildern wirkt der Schutzengel eindeutig fürsorglich? Warum bleibt Rilkes Schutzengel trotz seiner Nähe geheimnisvoll?
Deutungsmöglichkeiten
Religiöse Deutung
Das Gedicht enthält religiöse Wörter und Bilder. Das „Amen“ in Vers 11 erinnert an ein Gebet.
Der „siebente“ Tag in Vers 24 kann auf den biblischen Schöpfungsbericht verweisen. Dort ruht Gott am siebten Tag.
Das große „Ihn“ in Vers 23 kann deshalb auf Gott bezogen werden. Diese Deutung wird durch den Zusammenhang gestützt.
Psychologische Deutung
Du kannst den Schutzengel auch als Bild für eine innere Kraft lesen. Das Ich erlebt Angst, findet aber Hoffnung und neuen Mut.
Diese Deutung ist möglich, solange sie die religiösen Hinweise nicht verschweigt.
Eine offene Schlussfrage
Der letzte Vers lautet: „Befiehlst Du, daß ich frage?“
Das Ich bittet um Erlaubnis zu fragen. Eine Antwort folgt nicht.
Damit bleibt offen, ob der Schutzengel als wirkliches Wesen, als religiöses Bild oder als Ausdruck innerer Erfahrung verstanden werden soll.
Merke: Eine gute Interpretation erklärt die Textbelege und prüft auch andere Möglichkeiten.
Epochenkontext: Moderne und Expressionismus
Rainer Maria Rilke lebte von 1875 bis 1926. Er gehört zur deutschsprachigen literarischen Moderne.
„Der Schutzengel“ entstand 1899. Seine Bildsprache und seine Suche nach einer tieferen Wirklichkeit stehen dem Symbolismus nahe.
Der literarische Expressionismus entwickelte sich erst später, besonders ab etwa 1910. Er zeigt häufig starke Gefühle, Krisen und ungewöhnliche Bilder.
Wichtig: Das Gedicht sollte nicht allein wegen seiner ausdrucksstarken Bilder als expressionistisches Werk eingeordnet werden. Du kannst Gemeinsamkeiten untersuchen, musst aber den zeitlichen Unterschied beachten.
Lernvideo: Literaturgeschichte und Expressionismus
Lernvideo des STARK-Verlags, verlinkt unter anderem vom Hessischen Bildungsserver. Es behandelt den späteren Expressionismus als Vergleichsepoche.
Hilfen für Deine Gedichtanalyse
Hilfe 1: Textstellen finden
Beginne mit vier Fragen: Wer spricht? Wer wird angesprochen? Welche Bilder wiederholen sich? Was bleibt am Schluss offen?
Notiere zu jeder Beobachtung die Versnummer.
Hilfe 2: Wirkung erklären
Verbinde jedes sprachliche Mittel mit seiner möglichen Wirkung.
Beispiel: Die Vogelmetapher in Vers 1 kann die Verbindung zwischen menschlicher und übermenschlicher Welt sichtbar machen.
Schreibe nicht nur, dass eine Metapher vorkommt. Erkläre auch, was sie im Zusammenhang bewirken kann.
Hilfe 3: Einen Analysesatz schreiben
Nutze diesen Satzbau:
Beobachtung – Textbeleg – Wirkung – Deutung
Satzanfang: „In Vers ... verwendet Rilke ... . Dadurch entsteht der Eindruck ... . Das kann bedeuten, dass ... .“
Für Klasse 11–13: Ergänze eine alternative Deutung und prüfe, welcher Textbeleg dafür oder dagegen spricht.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Lies die jeweils angegebene Versstelle in der Quell- oder Lesefassung nach. Wähle die passende Antwort.
Welche sprachliche Gestaltung liegt in der Anrede „Du bist der Vogel“ in Vers 1 vor? (Metapher) (!Sachlicher Bericht) (!Zeitangabe) (!Wörtliche Vogelbestimmung)
Welche Situation wird mit dem Rufen in der Nacht in Vers 2 angedeutet? (Eine Suche nach Hilfe) (!Ein öffentlicher Vortrag) (!Ein fröhlicher Tanz) (!Ein Streit vor Gericht)
Welches Stilmittel liegt in „wie ein Abgrund“ in Vers 4 vor? (Vergleich) (!Aufzählung) (!Lautmalerei) (!Wörtliche Rede)
Wie bezeichnet sich das Ich in Vers 7? (Als Rahmen) (!Als König) (!Als Turm) (!Als Rose)
Was zeigt die Frage „Wie nenn ich dich?“ in Vers 9? (Die Schwierigkeit das Du zu benennen) (!Den Namen des Engels) (!Die genaue Herkunft des Engels) (!Die Ablehnung jedes Gesprächs)
Welche Haltung kann die Formulierung „bange Amen“ in Vers 11 ausdrücken? (Ängstliche und ehrfürchtige Zustimmung) (!Völlige Gleichgültigkeit) (!Ausgelassene Freude) (!Spöttische Überlegenheit)
Wie wirkt der Schlaf durch den Grabvergleich in Vers 14? (Bedrohlich) (!Sportlich) (!Heiter) (!Alltäglich und sorglos)
Welche Veränderung kann das Fahnenbild in Vers 18 ausdrücken? (Das Herausheben aus innerer Dunkelheit) (!Den Bau einer Festung) (!Den Beginn einer Schlacht) (!Das Ende der Sprache)
Worauf kann „Ihn“ in Vers 23 zusammen mit dem siebenten Tag verweisen? (Auf Gott) (!Auf einen namentlich genannten König) (!Auf den Dichter als historische Person) (!Auf einen unbekannten Verleger)
Was bewirkt die Frage im letzten Vers? (Sie lässt das Ende offen) (!Sie nennt den Engel beim Namen) (!Sie widerlegt alle religiösen Deutungen) (!Sie beantwortet alle früheren Fragen)
Memory
Finde jeweils den Begriff und seine passende Erklärung.
| Lyrisches Ich | Sprechende Instanz des Gedichts |
| Du-Anrede | Ansprache an die Engelsgestalt |
| Metapher | Bildhafte Gleichsetzung |
| Vergleich | Verknüpfung durch ein Vergleichswort |
| Endreim | Ähnlicher Klang am Versende |
| Amen | Religiöse Schlussformel |
| Offenes Ende | Schluss ohne eindeutige Antwort |
Drag and Drop
Ordne jedem Begriff seine Funktion im Gedicht zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung im Gedicht |
|---|---|
| Vogel | Bild für eine bewegliche und übermenschliche Gestalt |
| Rahmen | Selbstbild des sprechenden Ichs |
| Grab | Bild für einen bedrohlichen Schlaf |
| Scharlachfahnen | Bild des Heraushebens und Sichtbarwerdens |
| Amen | Verbindung zum religiösen Sprachbereich |
Kreuzworträtsel
| VOGEL | Welches Tier erscheint in der ersten Metapher? |
| ABGRUND | Womit wird der Name der angesprochenen Gestalt verglichen? |
| RAHMEN | Als welchen Gegenstand beschreibt sich das Ich? |
| AMEN | Welches Wort erinnert an das Ende eines Gebets? |
| SCHARLACHFAHNEN | Welche roten Gegenstände erscheinen als Bild des Heraushebens? |
| FRAGE | Welche Satzart steht am Ende des Gedichts? |
LearningApps
Hier findest Du weitere Übungen und Suchergebnisse zum Thema.
Lückentext
Offene Aufgaben
Wähle eines der drei Schreibprojekte. Jedes Projekt besteht aus vier Arbeitsschritten.
Leicht: Ein Brief aus der Sicht des lyrischen Ichs
- Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Brief an den Schutzengel. Beschreibe die Angst und die Hoffnung des lyrischen Ichs.
- Textbeleg: Wähle zwei echte Verse aus dem Gedicht, die zu Deinem Brief passen.
- Kreatives Schreiben: Ergänze eigene Gedanken. Kennzeichne sie als erfunden und nicht als Rilke-Zitate.
- Textüberarbeitung: Prüfe Deinen Brief auf verständliche Sprache und einen passenden Schluss.
Ergebnis: Ein Brief von ungefähr 100 bis 150 Wörtern.
Standard: Eine begründete Gedichtanalyse
- Einleitungssatz: Nenne Autor, Titel, Entstehungszeit und Thema des Gedichts.
- Sprachliche Mittel: Untersuche die Bilder von Vogel, Rahmen und Grab mit Versbelegen.
- Gedichtinterpretation: Erkläre das Verhältnis zwischen dem lyrischen Ich und dem Du.
- Schreibkompetenz: Verfasse einen Schluss, der die Bedeutung der letzten Frage aufgreift.
Ergebnis: Eine zusammenhängende Analyse von ungefähr 200 bis 300 Wörtern.
Schwer: Zwei Deutungen kritisch vergleichen
- Religiöse Interpretation: Entwickle eine Deutung, in der der Schutzengel als übermenschliches Wesen verstanden wird.
- Psychologische Interpretation: Entwickle eine zweite Deutung, in der der Engel für innere Hoffnung steht.
- Argumentation: Vergleiche beide Ansätze anhand von mindestens vier überprüften Versbelegen.
- Literaturgeschichte: Erkläre, weshalb die frühe Moderne als Kontext besser passt als eine eindeutige Einordnung in den späteren Expressionismus.
Ergebnis: Ein argumentierender Text von ungefähr 350 bis 500 Wörtern mit einem eigenen begründeten Urteil.


Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf Aufgaben. Entscheidend sind Textbelege und verständliche Begründungen, nicht auswendig gelernte Einzelheiten.
- Bildvergleich: Vergleiche eine Schutzengel-Darstellung auf Wikimedia Commons mit Rilkes Vogelmetapher. Erkläre zwei Gemeinsamkeiten oder Unterschiede.
- Gedichtinterpretation: Zeige, wie sich die Beziehung zwischen Ich und Du im Verlauf des Gedichts entwickelt. Belege Deine Aussagen aus verschiedenen Strophen.
- Form und Wirkung: Untersuche einen Reim und einen Satzübergang zwischen zwei Versen. Erkläre ihre Wirkung beim Vorlesen.
- Mehrdeutigkeit: Vergleiche die religiöse und die psychologische Deutung. Suche für beide einen passenden Beleg und erläutere eine Grenze der jeweiligen Interpretation.
- Epochenvergleich: Begründe, warum die Datierung 1899 bei der Einordnung in Moderne und Expressionismus wichtig ist.
- Medienvergleich: Vergleiche beide Rezitationen. Erkläre, wie Betonung und Pausen die Wirkung der Schlussfrage verändern können.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du Folgendes zeigen:
- Du kannst das lyrische Ich und die angesprochene Gestalt unterscheiden.
- Du kannst den Aufbau des Gedichts und wichtige Klangmerkmale beschreiben.
- Du erkennst Metaphern und Vergleiche und erklärst ihre Wirkung.
- Du verwendest korrekte Versangaben und überprüfbare Textbelege.
- Du kannst eine begründete Interpretation formulieren.
- Du unterscheidest historische Quelle, Lesefassung, Worterklärung und Deutung.
- Du ordnest das Gedicht sachgerecht in die frühe Moderne ein und kannst es mit späteren literarischen Strömungen vergleichen.
OERs zum Thema
Gemeinfreier Primärtext:
- Wikisource: Der Schutzengel
- Wikimedia Commons: Das Buch der Bilder, Ausgabe 1906
- TextGrid: Der Schutzengel
Offene und frei zugängliche Lernangebote:
- Vorhandene MOOCwiki-Gedichtseite
- Bestehender aiMOOC zu Rilkes Der Panther
- Gedichte erschließen und analysieren
- Metrum und Enjambement untersuchen
- Goethe-Institut: Rilke kreativ entdecken
- ARD alpha: Was ist Lyrik?
Wikipedia zum Autor:
Wikipedia zur Gedichtsammlung:
Mediennachweise und Lizenzen
| Medium | Urheber / Quelle | Lizenz |
|---|---|---|
| Rilke-Porträt von 1900 | Fotograf unbekannt; Wikimedia Commons | Gemeinfrei |
| Historischer Buchscan | Rainer Maria Rilke; Scan der Österreichischen Nationalbibliothek | Gemeinfrei |
| Gedichtseite von 1906 | Rainer Maria Rilke; Scan der Österreichischen Nationalbibliothek | Gemeinfrei |
| Schutzengel-Postkarte um 1900 | Urheber unbekannt | Gemeinfrei |
| Gemälde von Bernhard Plockhorst | Bernhard Plockhorst | Gemeinfrei |
| Gemälde von Gaspar de Crayer | Gaspar de Crayer | Gemeinfrei |
| Vogelanimation | Gadgetroid, 2014 | CC BY-SA 3.0 |
| Ausspracheaufnahme | Jeuwre, 2024 | CC BY-SA 4.0 |
Namensnennung: Die Urheber, Quellen und Lizenzen der verwendeten Commons-Medien sind oben verlinkt. Die Dateien werden hier unverändert eingebunden.
YouTube: Die beiden Gedichtrezitationen stammen vom Kanal LYRIK & MUSIK. Das Lernvideo zum Expressionismus ist dem STARK-Verlag zugeordnet. Für diese Videos gelten die Rechte der jeweiligen Anbieter; eine offene Lizenz wurde nicht vorausgesetzt.
Textgrundlage: Rainer Maria Rilke, Das Buch der Bilder, zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, 1906, Seite 23. Der Gedichttext ist gemeinfrei.
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