Der Milchtopf - La Fontaine, Jean de - Gedichtanalyse
Einleitung
Der Milchtopf - La Fontaine, Jean de - Gedichtanalyse
Klasse 5–6 | Deutsch | Fabel und Gedicht | Lesen, Verstehen, Schreiben
Lisette trägt einen Topf Milch auf dem Kopf. Sie möchte die Milch verkaufen. Schon auf dem Weg träumt sie davon, reich zu werden. Doch dann passiert ein Missgeschick.
Das lernst Du: Du liest eine alte Fabel in Versen. Du erkennst Wünsche, Wirklichkeit und die mögliche Lehre der Geschichte. Du belegst Deine Antworten mit Versnummern und schreibst eigene Texte.
Eine Fabel ist eine kurze Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Diese Fabel besteht in der hier behandelten deutschen Fassung aus 45 Versen. Ein Vers ist eine Gedichtzeile.

Bild: Gustave Doré, historische Illustration zur Fabel, gemeinfrei. Quelle: Wikimedia Commons.
Wer hat den Text geschrieben?
Jean de La Fontaine lebte von 1621 bis 1695 in Frankreich. Er schrieb die französische Fabel „La Laitière et le Pot au lait“, die 1678 erschien.
Theodor Etzel übertrug die Fabel ins Deutsche. Die hier behandelte deutsche Ausgabe erschien 1923 in Berlin im Propyläen-Verlag. In ihr heißt die Milchträgerin Lisette. Im französischen Original heißt sie Perrette.
Wichtig: La Fontaine ist der Verfasser der französischen Fabel. Etzel ist der Übersetzer der hier abgedruckten deutschen Verse. Eine erzählende Stimme im Gedicht ist nicht automatisch mit dem Autor oder dem Übersetzer gleichzusetzen.

Porträt von Jean de La Fontaine, Hyacinthe Rigaud, gemeinfrei. Bildquelle.
Quellfassung: Der Milchtopf
Historische deutsche Textfassung: Jean de La Fontaine, Fabeln, ins Deutsche übertragen von Theodor Etzel, Berlin: Propyläen-Verlag, 1923, Seiten 136–137.
Textgrundlage: Zeno.org: Der Milchtopf und TextGrid: Der Milchtopf. Die Versnummern wurden hier nur für die Lernaufgaben ergänzt; sie gehören nicht zum historischen Gedichttext.
1 Lisette trug auf ihrem Kopf
2 Auf rundem Kissen einen Topf
3 Voll Milch zur Stadt, daselbst das Labsal zu verkaufen.
4 Sie hatte, um behende und bequem zu laufen,
5 Gar leichte Schuhe und ein kurzes Röckchen an
6 Und ging mit großen Schritten munter gradeaus:
7 Denn angenehm war das, was sie im Gehen sann.
8 Sie zählte im voraus
9 Das Geld schon, das sie beim Verkauf der Milch gewann;
10 Sie will von dem Erlös sich hundert Eier kaufen,
11 Will brüten lassen, und gewiß, sie hätte dann
12 Der schönsten Kückchen bald den schönsten Haufen.
13 Und weiter spann Lisette so im Laufen:
14 »Ich werde tüchtig mich bemühen,
15 Rund um mein kleines Haus die Hühner aufzuziehen.
16 Es müßte schon der schlimmste aller Füchse sein,
17 Der mir genug nicht übrig ließe von der Schar,
18 Daß ich dafür ein junges Schwein
19 Erhandeln könnte. Übers Jahr
20 Ist's fett gemacht und trägt in bar
21 Mir dann ein nettes Sümmchen ein.
22 Ich geh und kaufe eine Kuh,
23 Die Kuh bekommt ein Kälbchen klein –
24 Ach, wird das eine Freude sein,
25 Wenn wir es springen sehn – juhu!«
26 Und voller Freude sprang Lisette selber.
27 Da tanzte ihr vom Kopf
28 Der milchgefüllte Topf –
29 Ade, ihr Hühner, Schweine, Küh und Kälber!
30 Die ganze Herrlichkeit zerfloß vor ihren Füßen,
31 Wie schöne Träume beim Erwachen jäh zerfließen.
32 Die Leute aber haben lange noch gelacht
33 Und aus Lisettens Milchtopf einen Schwank gemacht.
34 Wer liebte nicht des Phantasierens holden Duft?
35 Wer baute nie ein stolzes Schloß sich in die Luft?
36 Pikrocholos, Pyrrhus, Lisette, kurzum alle –
37 Der Klügste gleicht dem dümmsten Kerl in diesem Falle.
38 Wir träumen jeden Schatz der Welt in unsre Hand,
39 Erobern Ruhm und Frauen ohne Widerstand.
40 Bin ich allein, so fordre Riesen ich heraus,
41 Ich jag den Perserschah aus seinem goldnen Haus,
42 Ich werde König, bin geliebt von meinem Volke,
43 Die Kronen kommen wie der Regen aus der Wolke.
44 Schließt ein Besinnen wieder zu der Träume Tor,
45 Bin ich ein armer Kauz und Tölpel wie zuvor.
Lesehilfe: Lies erst die Verse 1–13, dann 14–25, dann 26–33 und zum Schluss 34–45.
Schwierige Wörter einfach erklärt
- daselbst (Vers 3): dort, also in der Stadt.
- Labsal (Vers 3): etwas, das guttut; hier ist die Milch gemeint.
- behende (Vers 4): schnell und geschickt.
- Erlös (Vers 10): Geld, das man beim Verkauf bekommt.
- erhandeln (Vers 19): durch einen Handel bekommen.
- bar (Vers 20): als Geld.
- Schwank (Vers 33): eine lustige Geschichte.
- Luftschloss (Vers 35): ein schöner, aber unrealistischer Traum.
- Kauz und Tölpel (Vers 45): hier selbstironische Wörter für jemanden, der sich überschätzt.
Die Namen in Vers 36 sind Anspielungen auf ältere Geschichten und historische Figuren. Du musst sie für diese Unterrichtseinheit nicht auswendig lernen.
Lesefassung in einfacher Sprache
Hinweis: Dieser Abschnitt ist eine heutige vereinfachte Nacherzählung für den Unterricht. Er ist nicht der Wortlaut von 1923 und keine weitere historische Übersetzung.
Lisette geht in die Stadt. Auf ihrem Kopf trägt sie einen Topf voll Milch. Sie will die Milch verkaufen.
Unterwegs stellt sie sich schon vor, was sie mit dem Geld macht. Sie kauft Eier. Daraus werden Küken. Später möchte sie ein Schwein kaufen. Wenn sie auch das Schwein verkauft, kann sie eine Kuh kaufen. Die Kuh bekommt ein Kalb.
Lisette stellt sich vor, wie das kleine Kalb springt. Vor Freude springt sie selbst. Dabei fällt der Milchtopf herunter. Die Milch läuft aus. Nun kann Lisette sie nicht mehr verkaufen. Ihre großen Pläne sind plötzlich vorbei.
Die Menschen erzählen später lachend von dem Missgeschick. Die erzählende Stimme denkt über das Träumen nach. Auch kluge Menschen stellen sich manchmal große Erfolge vor, die noch gar nicht sicher sind.
Merksatz: Träumen ist schön. Aber ein Wunsch ist noch kein sicherer Erfolg.

Illustration von Benjamin Rabier (1909), Scan: Als33120, CC BY-SA 4.0. Quelle auf Wikimedia Commons.
Die Fabel untersuchen
Der Anfang: Lisettes Weg
In den Versen 1–6 erfährst Du, wohin Lisette geht und was sie trägt. Sie hat leichte Schuhe an und geht schnell.
Textbeleg: „Lisette trug auf ihrem Kopf“ (Vers 1).
Frage: Was könnte schwierig daran sein, einen vollen Topf auf dem Kopf zu tragen?
Hilfe 1: Denke an das Gleichgewicht.
Hilfe 2: Ein schneller Schritt oder Sprung kann den Topf bewegen.
Die Träume werden immer größer
In den Versen 8–25 plant Lisette mit Geld, das sie noch gar nicht besitzt.
Ihre Vorstellung wächst Schritt für Schritt:
Milch verkaufen → Eier kaufen → Küken und Hühner aufziehen → Schwein kaufen → Kuh und Kalb besitzen.
Textbeleg: „Sie zählte im voraus“ (Vers 8).
Frage: Was ist an Lisettes Plan noch unsicher?
Hilfe 1: Hat sie die Milch schon verkauft?
Hilfe 2: Werden aus allen Eiern wirklich Küken? Wird jeder Verkauf gelingen?

Historische Fabelillustration von François Chauveau; gemeinfreies Original, Digitaldatei zusätzlich mit CC BY-SA 4.0 gekennzeichnet. Wikimedia Commons.
Der Wendepunkt: Ein Sprung verändert alles
Ein Wendepunkt ist eine Stelle, an der sich eine Geschichte plötzlich verändert.
In Vers 26 springt Lisette vor Freude. In den Versen 27–31 fällt der Topf und die Milch läuft aus.
Textbeleg: „Und voller Freude sprang Lisette selber.“ (Vers 26).
Frage: Warum ist dieser Sprung für die Geschichte so wichtig?
Hilfe: Vergleiche, was Lisette vor und nach dem Sprung besitzt.

Illustration von J. J. Grandville, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
Die Lehre: Was sagt die Fabel?
Die Verse 34–45 erzählen nicht mehr nur von Lisette. Sie sprechen über Menschen allgemein.
Textbeleg: „Wer baute nie ein stolzes Schloß sich in die Luft?“ (Vers 35).
Das Bild vom Luftschloss meint einen Wunsch, der noch nicht zur Wirklichkeit passt.
Eine mögliche Deutung: Du darfst träumen. Aber Du solltest nicht so handeln, als wäre der Erfolg bereits sicher.
Eine weitere Deutung: Die Fabel lacht auch liebevoll über menschliche Fantasie. Sie sagt nicht einfach, dass alle Träume schlecht sind.
Wer spricht im Gedicht?
Eine Erzählstimme berichtet von Lisette. In den Versen 14–25 kommt Lisette selbst zu Wort. Dort steht ihre wörtliche Rede zwischen Anführungszeichen.
In den Versen 40–45 spricht die erzählende Stimme in der Ich-Form über eigene Fantasien.
Wichtig: Dieses „Ich“ ist eine Stimme im Text. Es ist kein sicherer Beweis dafür, dass La Fontaine oder Etzel genau diese Erlebnisse persönlich hatten.
Textbeleg: „Bin ich allein, so fordre Riesen ich heraus“ (Vers 40).
Wie klingt das Gedicht?
Manche Versenden reimen sich: „Kopf“ und „Topf“ (Verse 1–2).
Das Gedicht hat kurze und lange Verse. Der Wechsel macht die Erzählung lebendig. Lisettes Ausruf „juhu!“ (Vers 25) lässt ihre Freude hören.
Übung: Lies die Verse 22–29 laut. Sprich erst fröhlich und dann überrascht.

Historische Illustration von Auguste Vimar aus einer Ausgabe von 1897, gemeinfrei. Wikimedia Commons.
Hören, Sehen und Vergleichen
Französische Hörfassung auf Wikimedia Commons
Hörauftrag: Höre den Rhythmus und die Gefühle. Wann klingt die Sprecherin freudig? Wann verändert sich die Stimmung?
Achtung: Dies ist die französische Originalfabel, nicht die deutsche Übersetzung von 1923.
Tonaufnahme: Thalie Envolée / Compagnie Artaban (2017), Sprecherin Laurie Willième, CC BY-SA 4.0. Quelle und vollständige Mitwirkendenangaben.
Video: Die Geschichte auf Französisch
„Les Fables de La Fontaine – La laitière et le pot au lait“, miwiboo, YouTube. Das Video ist ein ergänzendes Lernangebot zur französischen Fabel, keine Aufnahme der Etzel-Fassung. Für YouTube gelten die Rechte und Nutzungsbedingungen des jeweiligen Angebots.
Sehauftrag: Zeige auf die Stelle, an der aus dem schönen Traum ein Missgeschick wird.
Zweites Video: Kurze Nacherzählung
Französische Kurzadaption von „La laitière et le pot au lait“, Kanal „Petites Histoires Magiques pour s'Endormir“, YouTube. Diese Bearbeitung ist nicht der historische deutsche Gedichttext.
Vergleichsfrage: Welche Tiere oder Gegenstände erkennst Du auch im deutschen Gedicht?
Animation: Wie bewegt sich Flüssigkeit?

Diese gemeinfreie historische Animation zeigt einen Tropfen, der in eine Mischung aus Wasser und Milch fällt. Grundlage sind Aufnahmen von A. M. Worthington (1908). Sie zeigt nicht Lisette und nicht den wirklichen Ablauf der Fabel. Wikimedia Commons.
Denkfrage: Warum kann man verschüttete Milch nicht einfach wieder in den Topf zurückfüllen und verkaufen?
Lesen mit Textbelegen
So antwortest Du: Nenne die Antwort und eine passende Versnummer. Beispiel: „Lisette trägt Milch in die Stadt (Verse 1–3).“
- Wo ist Lisette unterwegs? Suche die Verse 1–3. Hilfe: Achte auf ihr Ziel.
- Was will sie zuerst kaufen? Suche die Verse 8–12. Hilfe: Denke an Hühner.
- Welches Tier möchte sie zuletzt besitzen? Suche die Verse 18–25. Hilfe: Es bekommt ein Kalb.
- Wodurch fällt der Topf? Suche die Verse 25–28. Hilfe: Achte auf Lisettes Bewegung.
- Was bedeutet „Schloß ... in die Luft“? Suche die Verse 34–37. Hilfe: Denke an einen Traum, der noch nicht wahr ist.
Zusatzfrage ohne automatische Bewertung: Findest Du, dass die Leute in den Versen 32–33 freundlich reagieren? Begründe Deine Meinung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Lernpunkt 1: Inhalt und Textbelege
Wohin trägt Lisette die Milch in den Versen 1–3? (In die Stadt) (!In den Wald) (!Zum Schloss) (!An einen Fluss)
Was möchte Lisette laut Vers 10 mit dem Geld kaufen? (Hundert Eier) (!Ein neues Kleid) (!Ein Pferd) (!Ein großes Haus)
Was möchte Lisette laut den Versen 18–21 erwerben? (Ein junges Schwein) (!Einen Hund) (!Ein Fahrrad) (!Eine Ziege)
Welches Tier nennt Lisette in den Versen 22–25? (Eine Kuh mit einem Kalb) (!Ein Schaf mit einem Lamm) (!Ein Pferd mit einem Fohlen) (!Eine Katze mit einem Kätzchen)
Lernpunkt 2: Wendepunkt und Gefühle
Was macht Lisette in Vers 26? (Sie springt vor Freude) (!Sie setzt sich auf eine Bank) (!Sie verkauft die Milch) (!Sie schläft ein)
Was geschieht in den Versen 27–30? (Der Milchtopf fällt herunter und die Milch läuft aus) (!Lisette findet Geld) (!Ein Kalb wird geboren) (!Ein Käufer schenkt ihr eine Kuh)
Lernpunkt 3: Sprache und Aussage
Welches Wortpaar reimt sich am Anfang? (Kopf und Topf) (!Milch und Stadt) (!Schuhe und Kissen) (!Freude und Geld)
Was bedeutet das Bild vom Luftschloss in Vers 35 am ehesten? (Ein großer Wunsch ohne sichere Grundlage) (!Eine Burg hoch oben im Gebirge) (!Ein Haus aus Glas) (!Ein Flugzeug mit vielen Zimmern)
Wer sagt in den Versen 14–25 selbst etwas? (Lisette) (!Die Leute in der Stadt) (!Ein Händler) (!Ein Fuchs)
Was zeigt die Ich-Form in den Versen 40–45? (Die erzählende Stimme spricht nun von eigenen Vorstellungen) (!Lisette liest einen Brief vor) (!Der Übersetzer nennt seinen Namen) (!Eine Kuh erzählt die Geschichte)
Memory
Aufgabe: Finde die passenden Begriffspaare.
| Lisette | Milchträgerin |
| Erlös | Geld aus einem Verkauf |
| Küken | Junges eines Huhns |
| Wendepunkt | Plötzliche Änderung der Handlung |
| Luftschloss | Unrealistischer Wunsch |
| Vers | Zeile eines Gedichts |
| Reim | Ähnlicher Klang am Versende |
Drag and Drop
Aufgabe: Ordne den passenden Begriff zur Beschreibung. Die Begriffe stehen links.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Milchtopf | Gefäß auf Lisettes Kopf |
| Eier | Erster geplanter Kauf |
| Schwein | Tier, das Lisette später kaufen möchte |
| Sprung | Auslöser des Missgeschicks |
| Luftschloss | Bild für einen unsicheren großen Traum |
Kreuzworträtsel
| LISETTE | Wie heißt die Hauptfigur der deutschen Fassung von 1923? |
| MILCH | Was befindet sich im Topf? |
| EIER | Was will Lisette zuerst kaufen? |
| SCHWEIN | Welches Tier kommt vor der Kuh in ihrem Plan? |
| SPRUNG | Welche Bewegung führt zum Missgeschick? |
| SCHWANK | Wie heißt eine lustige Geschichte, wie sie die Leute später erzählen? |
LearningApps
Hier findest Du weitere passende Übungsangebote. Die Suche ist offen und führt nicht zu einer fest geprüften Einzelaufgabe.
Lückentext
Lies die Sätze. Trage die fehlenden Wörter ein. Jede Lücke enthält nur eine Antwort.
Offene Aufgaben
Diese Aufgaben werden nicht automatisch bewertet. Du kannst mit einer Partnerin, einem Partner oder einer Lehrkraft darüber sprechen. Nutze bei Textfragen die Versnummern.
Leicht
- Inhaltsangabe: Schreibe in vier kurzen Sätzen, was Lisette erlebt. Hilfe: Beginne mit „Zuerst“, „Dann“, „Plötzlich“ und „Am Ende“.
- Wortschatz: Suche fünf schwierige Wörter aus der Quellfassung. Schreibe daneben einfache Erklärungen. Hilfe: Nutze die Wortliste oben.
- Comic: Zeichne vier Bilder zu den Versen 1–3, 10–12, 22–26 und 27–31. Ergänze kurze Sprechblasen.
- Vorlesen: Lies die Verse 22–31 laut vor. Probiere Freude, Überraschung und Enttäuschung aus. Beschreibe anschließend Deine Sprechweise.
Standard
- Tagebuch: Schreibe einen Tagebucheintrag aus Lisettes Sicht nach dem Missgeschick. Hilfe: Wie fühlt sie sich? Was würde sie morgen ändern?
- Dialog: Schreibe ein Gespräch zwischen Lisette und einer verständnisvollen Freundin. Hilfe: Die Freundin darf Fragen stellen und Ratschläge geben.
- Gedichtanalyse: Untersuche den Wendepunkt in den Versen 25–31. Benenne ihn, zitiere einen kurzen Vers und erkläre seine Wirkung.
- Bildanalyse: Vergleiche zwei historische Commons-Illustrationen. Welche zeigt Lisettes Freude? Welche zeigt den Verlust deutlicher? Begründe Deine Wahl.
Schwer
- Perspektivwechsel: Erzähle die Geschichte aus der Sicht des Milchtopfs. Hilfe: Schreibe in der Ich-Form und bleibe bei den bekannten Ereignissen.
- Argumentation: Diskutiere: „Soll man lieber vorsichtig planen oder mutig träumen?“ Schreibe zwei Gründe für jede Seite und Deine eigene Meinung.
- Textvergleich: Vergleiche die Quellfassung mit der vereinfachten Lesefassung. Wähle drei Stellen. Welche Wörter, Reime oder Einzelheiten fehlen in der Nacherzählung?
- Fabel schreiben: Erfinde eine eigene kurze Fabel zum Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Hilfe: Wähle eine Figur, einen Plan, eine Überraschung und eine mögliche Lehre.


Lernkontrolle
Hier zählt Deine Begründung, nicht das Auswendiglernen.
- Ursache und Wirkung: Erkläre, warum Lisettes Sprung zum Verlust der Milch führt. Verbinde ihre Freude, ihre Bewegung und den Topf.
- Transfer: Ein Kind plant schon mit Geld, das es vielleicht zum Geburtstag bekommt. Vergleiche diesen Plan mit Lisettes Gedanken. Was ist ähnlich, was anders?
- Interpretation: Ist die Lehre eher „Träume nicht“ oder „Verwechsle Träume nicht mit sicheren Ergebnissen“? Entscheide und belege Deine Antwort.
- Erzählperspektive: Erkläre den Unterschied zwischen Lisettes Rede und der Ich-Stimme am Gedichtende. Nutze Versangaben.
- Medienvergleich: Wähle ein historisches Bild und die Verse 26–31. Was vermittelt das Bild gut? Was vermittelt der Text besser?
- Empathie: Beurteile das Lachen der Leute in den Versen 32–33. Wie könntest Du reagieren, wenn jemandem ein ähnliches Missgeschick passiert?
Lernnachweis
Das kannst Du nach dem aiMOOC zeigen:
- Du kannst die Handlung in der richtigen Reihenfolge erzählen.
- Du kannst mindestens drei Aussagen mit passenden Versnummern belegen.
- Du kannst die Wörter „Vers“, „Reim“, „Wendepunkt“ und „Luftschloss“ erklären.
- Du kannst La Fontaine, den Übersetzer Theodor Etzel und die erzählende Stimme unterscheiden.
- Du kannst eine mögliche Lehre erklären und auf Deinen Alltag übertragen.
- Du hast mindestens zwei offene Aufgaben bearbeitet und Deinen Text oder Dein Bild vorgestellt.
Selbstkontrolle: Was ist Dir leichtgefallen? Welche Stelle möchtest Du noch einmal lesen?
OERs zum Thema
Textquellen und historische Ausgabe
- Zeno.org: Der Milchtopf – die vom Thema vorgegebene deutsche Quellfassung.
- TextGrid Repository: Der Milchtopf – überprüfbare Digitalisierung einschließlich des 45-verseigen Texts und Quellenangaben.
- Bibliografischer Katalog zur Ausgabe von 1923 – Jean de La Fontaine, Fabeln, übertragen von Theodor Etzel, Propyläen-Verlag.
- Französischer Originaltext von 1678 – in dieser historischen Fassung heißt die Milchträgerin Perrette.
- Wikipedia: La Laitière et le Pot au lait – Hintergrund zum Werk.
Rechtehinweis zur Textquelle: Die historischen Texte von La Fontaine und Etzel sind in Deutschland gemeinfrei. Die zusätzliche Aufbereitung und Metadaten des TextGrid-Repositoriums stehen unter CC BY 3.0 DE, mit der verlangten Nennung von TextGrid und www.editura.de. Die hier eingefügten Versnummern sind Lernhilfen.
Bild-, Audio- und Animationsnachweise
| Medium | Urheber und Nachweis | Rechtehinweis |
|---|---|---|
| Illustration | Gustave Doré, Wikimedia Commons | Gemeinfrei |
| Porträt | Hyacinthe Rigaud, Wikimedia Commons | Gemeinfrei |
| Illustration | Benjamin Rabier, 1909; Digitaldatei: Als33120 | CC BY-SA 4.0 |
| Illustration | François Chauveau; Digitaldatei: Rvalette | Historisches Werk gemeinfrei; Datei zusätzlich CC BY-SA 4.0 |
| Illustration | J. J. Grandville | Gemeinfrei |
| Illustration | Auguste Vimar | Gemeinfrei |
| Audio | Thalie Envolée / Compagnie Artaban; vollständige Beteiligte auf der Dateiseite | CC BY-SA 4.0 |
| Animation | Nach historischen Aufnahmen von A. M. Worthington | Gemeinfrei laut Commons |
Lizenzhinweis: Die verlinkten Dateiseiten enthalten die genauen Lizenzbedingungen, die Namen der Mitwirkenden und gegebenenfalls weitere Hinweise. Bei einer erneuten Nutzung müssen insbesondere Namensnennung, Lizenzlink und die Regeln zur Weitergabe unter gleichen Bedingungen beachtet werden.
YouTube-Hinweis: Die beiden eingebetteten Videos sind ergänzende Fremdangebote. Sie werden hier nicht als frei lizenzierte OER ausgegeben. Es wurden keine eigenen Bilder, Audios oder Animationen hergestellt.
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