Der Graf von Greiers - Uhland, Ludwig - Gedichtanalyse
Ludwig Uhland: eine erzählende Ballade mit 40 Versen (1829). Für die Klassen 9–10; Vertiefung für 11–13. Lies, höre, deute und begründe jede Beobachtung am Text. Lernziel: Du kannst Sprechweisen, Paarreime, Klang, Bildsprache und mögliche Deutungen mit genauen Versbelegen erklären.
Einleitung
Ein junger Graf blickt von seiner Burg in die Alpen. Er wünscht sich ein anderes Leben. Ein Tanz führt ihn dorthin – doch ein Gewitter verändert alles. Das Gedicht zeigt Freude, Sehnsucht, Gefahr und einen schweren Abschied. Die Gestalt ist eine Figur im Gedicht, nicht der Dichter selbst.
Zum Original auf MOOCwiki: Gedicht – Der Graf von Greiers – Ludwig Uhland. Die Textseite bleibt die zentrale Textquelle; diese Seite ist ausschließlich der Analyse-Lernkurs. Externe Textvergleiche: Bibliotheca Augustana, Eintrag mit Datierung 1829 und Kalliope: Der Graf von Greiers.

Porträt von Ludwig Uhland (1787–1862). Herkunft und Bildrechte stehen unten.
Textgrundlage: Quelle, Lesefassung und Übersetzung
Quellfassung: 40 Verse
Die folgende Quellfassung folgt der digitalen Edition in der Bibliotheca Augustana (dort mit 1829 datiert). Die Zählung 01–40 wurde für diesen Kurs ergänzt. Orthografie und Zeichensetzung wurden aus dieser Transkription übernommen; sie ist keine handschriftliche Urschrift. Die in diesem Kurs genannten Versnummern beziehen sich nur auf diese Quellfassung.
- 01 Der junge Graf von Greiers, er steht vor seinem Haus,
- 02 Er sieht am schönen Morgen weit ins Gebirg hinaus,
- 03 Er sieht die Felsenhörner verklärt im goldnen Strahl
- 04 Und dämmernd mitten inne das grünste Alpental.
- 05 «O Alpe, grüne Alpe! wie zieht's nach dir mich hin!
- 06 Beglückt, die dich befahren, Berghirt und Sennerin!
- 07 Oft sah ich sonst hinüber, empfand nicht Leid noch Lust,
- 08 Doch heute dringt ein Sehnen mir in die tiefste Brust.»
- 09 Und nah und näher klingen Schalmeien an sein Ohr,
- 10 Die Hirtinnen und Hirten, sie ziehn zur Burg empor,
- 11 Und auf des Schlosses Rasen hebt an der Ringeltanz,
- 12 Die weißen Ärmel schimmern, bunt flattern Band und Kranz.
- 13 Der Sennerinnen jüngste, schlank wie ein Maienreis,
- 14 Erfaßt die Hand des Grafen, da muß er in den Kreis.
- 15 Es schlinget ihn der Reigen in seine Wirbel ein:
- 16 «Hei! junger Graf von Greiers, gefangen mußt du sein!»
- 17 Sie raffen ihn von hinnen mit Sprung und Reigenlied,
- 18 Sie tanzen durch die Dörfer, wo Glied sich reiht an Glied,
- 19 Sie tanzen über Matten, sie tanzen durch den Wald,
- 20 Bis fernhin auf den Alpen der helle Klang verhallt.
- 21 Schon steigt der zweite Morgen, der dritte wird schon klar -
- 22 Wo bleibt der Graf von Greiers? ist er verschollen gar?
- 23 Und wieder sinkt zum Abend der schwülen Sonne Lauf;
- 24 Da donnert's im Gebirge, da ziehn die Wetter auf.
- 25 Geborsten ist die Wolke, der Bach zum Strom geschwellt,
- 26 Und als mit jähem Strahle der Blitz die Nacht erhellt,
- 27 Da zeigt sich in den Strudeln ein Mann, der wogt und ringt
- 28 Bis er den Ast ergriffen und sich ans Ufer schwingt.
- 29 «Da bin ich! weggerissen aus eurer Berge Schoß,
- 30 Im Tanzen und im Schwingen ergriff mich Sturmgetos;
- 31 Ihr alle seid geborgen in Hütt und Felsenspalt
- 32 Nur mich hat fortgeschwemmet des Wolkenbruchs Gewalt.
- 33 Leb wohl, du grüne Alpe, mit deiner frohen Schar!
- 34 Lebt wohl, drei sel'ge Tage, da ich ein Hirte war!
- 35 O! nicht bin ich geboren zu solchem Paradies,
- 36 Aus dem mit Blitzesflamme des Himmels Zorn mich wies.
- 37 Du frische Alpenrose, rühr nimmer meine Hand!
- 38 Ich fühl's, die kalte Woge, sie löscht nicht diesen Brand.
- 39 Du zauberischer Reigen, lock nimmer mich hinaus!
- 40 Nimm mich in deine Mauern, du ödes Grafenhaus!»
Lesefassung: gleiche Handlung, leichter zu lesen
In dieser redaktionellen Lesefassung sind einzelne Schreibungen behutsam modernisiert. Die Versfolge bleibt 01–40. Es ist keine historische Originalquelle und keine Übersetzung. Für genaue wörtliche Zitate benutze die Quellfassung darüber.
- 01 Der junge Graf von Greiers, er steht vor seinem Haus,
- 02 Er sieht am schönen Morgen weit ins Gebirg hinaus,
- 03 Er sieht die Felsenhörner verklärt im goldnen Strahl
- 04 Und dämmernd mitten inne das grünste Alpental.
- 05 „O Alpe, grüne Alpe! wie zieht's nach dir mich hin!
- 06 Beglückt, die dich befahren, Berghirt und Sennerin!
- 07 Oft sah ich sonst hinüber, empfand nicht Leid noch Lust,
- 08 Doch heute dringt ein Sehnen mir in die tiefste Brust.“
- 09 Und nah und näher klingen Schalmeien an sein Ohr,
- 10 Die Hirtinnen und Hirten, sie ziehen zur Burg empor,
- 11 Und auf des Schlosses Rasen hebt an der Ringeltanz,
- 12 Die weißen Ärmel schimmern, bunt flattern Band und Kranz.
- 13 Der Sennerinnen jüngste, schlank wie ein Maienreis,
- 14 Erfasst die Hand des Grafen, da muß er in den Kreis.
- 15 Es schlinget ihn der Reigen in seine Wirbel ein:
- 16 „Hei! junger Graf von Greiers, gefangen musst du sein!“
- 17 Sie raffen ihn von hinnen mit Sprung und Reigenlied,
- 18 Sie tanzen durch die Dörfer, wo Glied sich reiht an Glied,
- 19 Sie tanzen über Matten, sie tanzen durch den Wald,
- 20 Bis fernhin auf den Alpen der helle Klang verhallt.
- 21 Schon steigt der zweite Morgen, der dritte wird schon klar -
- 22 Wo bleibt der Graf von Greiers? ist er verschollen gar?
- 23 Und wieder sinkt zum Abend der schwülen Sonne Lauf;
- 24 Da donnert es im Gebirge, da ziehen die Wetter auf.
- 25 Geborsten ist die Wolke, der Bach zum Strom geschwellt,
- 26 Und als mit jähem Strahle der Blitz die Nacht erhellt,
- 27 Da zeigt sich in den Strudeln ein Mann, der wogt und ringt
- 28 Bis er den Ast ergriffen und sich ans Ufer schwingt.
- 29 „Da bin ich! weggerissen aus eurer Berge Schoß,
- 30 Im Tanzen und im Schwingen ergriff mich Sturmgetos;
- 31 Ihr alle seid geborgen in Hütte und Felsenspalt
- 32 Nur mich hat fortgeschwemmt des Wolkenbruchs Gewalt.
- 33 Leb wohl, du grüne Alpe, mit deiner frohen Schar!
- 34 Lebt wohl, drei selige Tage, da ich ein Hirte war!
- 35 O! nicht bin ich geboren zu solchem Paradies,
- 36 Aus dem mit Blitzesflamme des Himmels Zorn mich wies.
- 37 Du frische Alpenrose, rühre nie mehr meine Hand!
- 38 Ich fühle es, die kalte Woge, sie löscht nicht diesen Brand.
- 39 Du zauberischer Reigen, locke nie mehr mich hinaus!
- 40 Nimm mich in deine Mauern, du ödes Grafenhaus!“
Vier Textarten auseinanderhalten
| Art | Was ist das? | So verwendest du sie |
|---|---|---|
| Quellfassung | Wiedergabe einer bezeichneten historischen Textüberlieferung. | Hieraus wortgetreu zitieren; Verse angeben. |
| Lesefassung | Für heutiges Lesen leicht bearbeiteter deutscher Text. | Zum Verstehen; Änderungen nicht als Original ausgeben. |
| Übersetzung | Übertragung in eine andere Sprache. | Mit Urtext vergleichen; Entscheidungen des Übersetzers beachten. |
| Interpretation | Begründete Erklärung einer möglichen Bedeutung. | Deutung immer mit einem Versbeleg verbinden. |
Ein echtes Übersetzungsbeispiel zum Vergleichen: William Cullen Bryant: The Count of Greiers (englisch, „From the German of Uhland“). Es ist eine Übertragung, keine zweite deutsche Quellfassung. Beachte bei der Übersetzung: Bilder und Wortwahl können anders sein.
Handlung und lyrisches Sprechen
Die 40 Verse lassen sich in fünf Schritte gliedern:
- V. 1–8: Der Graf sieht die grüne Alpe. Aus dem Blick wird ein Wunsch: „Doch heute dringt ein Sehnen mir in die tiefste Brust“ (V. 8).
- V. 9–16: Hirten kommen zur Burg. Die jüngste Sennerin zieht ihn in den Tanz. „gefangen mußt du sein“ (V. 16) klingt zunächst wie ein Spiel.
- V. 17–20: Die Gruppe tanzt mit dem Grafen fort. Bewegung und Reigenlied tragen ihn in die Berge.
- V. 21–28: Drei Tage vergehen. Ein Gewitter und eine Flut unterbrechen die Freude; ein Mann kämpft im Wasser.
- V. 29–40: Der Graf spricht wieder selbst. Er verabschiedet sich von der Alpe und bittet sein „ödes Grafenhaus“ (V. 40), ihn aufzunehmen.
Wer spricht? Ein Erzähler schildert die Ereignisse in der dritten Person („Er sieht“, V. 2). Der Graf spricht direkt in V. 5–8 und 29–40. In V. 16 ruft die Tanzgruppe. Der Text hat also wechselnde Sprecher und keinen einzigen, durchgehend sprechenden lyrischen Ich-Erzähler. Unterscheide lyrisches Sprechen, Erzählerstimme und Figurenrede.
Mini-Leseübung: Markiere alle Anführungszeichen in der Quellfassung. Unterstreiche im letzten Abschnitt die Wörter, die der Graf direkt an die Alpe, die „Alpenrose“, den Reigen und sein Haus richtet. Welche Wirkung haben diese Anreden?

Heutige Ansicht des Château de Gruyères: Bildimpuls für das Motiv Burg. Das Foto belegt nicht, dass genau diese Burg Schauplatz der Dichtung ist.
Form, Rhythmus und Klang
Aufbau: 40 Verse bilden zehn Vierergruppen. Du kannst sie als zehn Strophen zu je vier Versen lesen. Oft reimen sich zwei aufeinanderfolgende Zeilen: „Haus / hinaus“ (V. 1–2) und „Strahl / Alpental“ (V. 3–4). Das nennt man Paarreim (aabb). Prüfe selbst weitere Vierergruppen, statt das Reimschema nur zu übernehmen.
Rhythmus: Die langen Verse haben häufig eine hörbare Pause ungefähr in der Mitte. Beim lauten Lesen klingt das erzählerisch und liedhaft. Ein durchgehend gleiches Metrum solltest du erst nach einer Betonungsprobe behaupten. Spreche V. 1, V. 9 und V. 25 laut und markiere die betonten Silben.
Wiederholung und Klang: „Er sieht“ (V. 2–3) betont das Schauen. „Sie tanzen“ (V. 18–19) lässt den Reigen lebendig werden. „Und nah und näher klingen Schalmeien an sein Ohr“ (V. 9) lässt den Klang näher rücken. „Da donnert's“ (V. 24) wechselt zur bedrohlichen Geräuschwelt. Welche Stelle würdest du beim Vorlesen schneller oder langsamer sprechen?
Hörbeispiel einer Schalmei (Commons, Ajta). Es ist kein historischer Klangbeleg für Uhlands Szene, sondern eine klangliche Annäherung.
Video: Ein externes Erklärvideo über Gedichtformen und die Ballade (Die Merkhilfe). Bitte vergleiche die genannten Merkmale mit dem Originaltext; das Video handelt nicht speziell von Uhlands Gedicht.
Bildsprache, Gegensatz und Deutung
Licht und Grün: Die „Felsenhörner“ stehen „im goldnen Strahl“ (V. 3); die Alpe heißt „grüne Alpe“ (V. 5). Licht und Grün lassen die Ferne zunächst anziehend wirken. „Felsenhörner“ ist ein bildlicher Ausdruck für Bergspitzen.
Lebendiger Tanz: „Es schlinget ihn der Reigen in seine Wirbel ein“ (V. 15). Der Tanz wirkt fast wie eine Kraft, die selbst handeln kann. Das Wort „gefangen“ (V. 16) lässt offen, ob das Glück oder ein Verlust an Freiheit gemeint ist.
Natur als Gefahr: „Da donnert's im Gebirge“ (V. 24), und der „Blitz“ erhellt die Nacht (V. 26). Der Strom bedroht den Mann. Eine Natur, die eben noch freundlich war, kann gefährlich sein. Der Graf sagt später, „des Himmels Zorn“ (V. 36) habe ihn vertrieben. Das ist seine Deutung; der Erzähler beweist damit keinen göttlichen Eingriff.
Sehnsucht und Grenze: Die Alpe erscheint ihm als „Paradies“ (V. 35). Am Schluss nennt er sein Haus „ödes Grafenhaus“ (V. 40). Du kannst dies als Kontrast von Wunschleben und gesellschaftlicher Rolle deuten. Eine andere Lesart sieht darin eine Warnung vor der idealisierten Ferne. Beide Lesarten brauchen Textbelege.
Die Alpenrose: „Du frische Alpenrose“ (V. 37) kann ein Bild für die junge Sennerin sein; das Gedicht nennt hier keinen botanischen Namen. Begründe diese Deutung mithilfe von V. 13–14 und V. 37–38; kennzeichne sie als Möglichkeit, nicht als gesicherte Tatsache.

Alpenwiese in den Berner Alpen: ein reales Naturbild zum Vergleich mit der idealisierten „grünen Alpe“.

Wikimedia-Commons-Animation eines Blitzes (Duisburg), als Kontrast zur hellen Morgenlandschaft in V. 1–4.
Romantik und Schreiben mit Versbelegen
Epochenkontext: Uhlands Gedicht wird in einer Textedition auf 1829 datiert und gehört in den weiteren Zusammenhang der Romantik. Häufige romantische Themen sind Sehnsucht, Natur, Ferne, Traum und Unruhe. Hier will der Graf aus seinem Alltag in die Bergwelt. Doch Uhland zeigt auch die Gefahr des Traums: Auf die glücklichen Tage folgt der Sturm. Epochenbegriffe erklären nicht alles; beachte immer auch die besondere Handlung.
So baust du eine Analyse:
- Beobachtung: In V. 1–4 beschreibt der Erzähler Licht und Berge.
- Beleg: „verklärt im goldnen Strahl“ (V. 3).
- Wirkung: Das warme Licht lässt die Ferne schön erscheinen.
- Deutung: Die Landschaft kann als Ziel der Sehnsucht verstanden werden.
Gestufte Hilfe: (1) Suche ein Signalwort. (2) Nenne eine passende Versnummer. (3) Erkläre, welche Wirkung das Wort im Zusammenhang hat. (4) Stelle eine zweite Deutung daneben und prüfe, welche besser zu V. 29–40 passt. Verwende für die anspruchsvollere Auswertung die Begriffe Figurenrede, Gegensatz, Personifikation, Paarreim und romantisches Sehnsuchtsmotiv nur dort, wo sie passen.
Video zur Epoche: STARK, Die Literaturepoche der Romantik; Nachweis auch bei German History in Documents and Images. Das Video ist Fremdmaterial unter den Bedingungen der Videoplattform.
Video zur Methode: Gedichtanalyse am Beispiel (HowToDeutschOfficial, im Hessischen Bildungsserver nachgewiesen). Ein anderes Gedicht wird erklärt: Übertrage die Methode, nicht dessen Textbelege.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Wo steht der Graf zu Beginn des Gedichts? (Vor seinem Haus) (!An einem See) (!In einer Kirche) (!Auf einem Markt)
Wohin blickt er am schönen Morgen in V. 2? (Ins Gebirge) (!Auf das Meer) (!In eine Wüste) (!Auf eine Stadtmauer)
Welches Gefühl nennt V. 8 ausdrücklich? (Sehnen) (!Wut) (!Neid) (!Langeweile)
Welches Instrument ist in V. 9 genannt? (Schalmeien) (!Trompeten) (!Orgeln) (!Geigen)
Wer erfasst laut V. 13 und 14 die Hand des Grafen? (Die jüngste Sennerin) (!Ein alter König) (!Sein Bruder) (!Ein Fischer)
Was bedeutet der Ausruf gefangen in V. 16 zunächst im Handlungszusammenhang? (Der Graf wird spielerisch in den Tanz gezogen) (!Der Graf sitzt schon im Kerker) (!Der Graf wird vor Gericht gestellt) (!Der Graf steht vor einer Hinrichtung)
Was kündigt V. 24 an? (Ein Gewitter im Gebirge) (!Ein Fest im Schloss) (!Eine Reise auf dem Meer) (!Einen friedlichen Sonnenaufgang)
Welche Stimmen wechseln sich im Gedicht ab? (Erzähler und direkte Figurenrede) (!Nur die Stimme des Dichters) (!Nur ein neutraler Wetterbericht) (!Nur eine Erzählerin ohne Figuren)
Wie heißen die Reime Haus und hinaus sowie Strahl und Alpental? (Paarreime) (!Kreuzreime) (!Umarmende Reime) (!Reimlose Verse)
Was nennt der Graf sein Zuhause in V. 40? (Ödes Grafenhaus) (!Goldenes Paradies) (!Freie Alpenwiese) (!Frohe Hirtenschar)
Memory: Begriffe und Belege
| Sehnen | Ausdrücklich genanntes Verlangen in Vers acht |
| Schalmeien | Genannte Klangquelle in Vers neun |
| Reigen | Kreisförmiger gemeinsamer Tanz |
| Paarreim | Je zwei unmittelbar benachbarte Zeilen reimen sich |
| Wolkenbruch | Plötzlicher starker Regen als Gefahr |
| Grafenhaus | Rückkehrort der Hauptfigur am Ende |
Drag and Drop: Beobachtung und Bedeutung
| Ordne den Begriff zu. | Erklärende Aussage |
|---|---|
| Erzählerstimme | Berichtet in der dritten Person über die Handlung |
| Figurenrede | Der Graf oder die Hirten sprechen direkt |
| Personifikation | Der Reigen scheint selbst einen Menschen einzuschlingen |
| Naturgegensatz | Grüne Alpe und bedrohlicher Sturm stehen gegeneinander |
| Sehnsuchtsmotiv | Die Hauptfigur wünscht sich ein anderes Leben |
Kreuzworträtsel
| Sehnsucht | Welches starke Verlangen trägt den Grafen zur Alpe? |
| Schalmeien | Welche Instrumente erklingen in der Nähe der Burg? |
| Reigen | Wie nennt man den gemeinsamen Kreistanz? |
| Wolkenbruch | Welcher plötzliche Starkregen treibt den Grafen fort? |
| Paarreim | Welche Reimart besteht aus direkt benachbarten Reimpaaren? |
| Grafenhaus | In welches Bauwerk will der junge Herr zuletzt zurück? |
LearningApps
Suche ergänzende Übungen zur Ballade und zur Gedichtanalyse; prüfe, ob die angebotene App tatsächlich zu diesem Gedicht passt.
Lückentext
Offene Aufgaben
Drei Leitaufgaben: Die erste Aufgabe jeder Niveaustufe ist eine vollständige Schreibaufgabe. Die drei weiteren Aufgaben je Stufe bieten Vertiefung. Du kannst passende Hilfen aus dem Kapitel „Romantik und Schreiben“ verwenden.
Leicht
- Leitaufgabe – Zusammenfassen: Schreibe fünf kurze Sätze zu V. 1–8, 9–20, 21–28 und 29–40. Hilfe: Wer? Wo? Was ändert sich?
- Vers finden: Suche das Wort „Sehnen“ und den Ausdruck „ödes Grafenhaus“. Notiere die genauen Versnummern und den Gegensatz.
- Sprecher markieren: Markiere im Text Erzähler und direkte Rede in verschiedenen Farben. Begründe zwei Markierungen.
- Reime entdecken: Schreibe drei Reimpaare ab und gib die Versnummern an. Prüfe durch lautes Lesen.
Standard
- Leitaufgabe – Analyseabsatz: Verfasse 120–160 Wörter zur Wirkung von Licht, Tanz und Sturm. Belege deine Aussagen mit mindestens drei korrekten Verszitaten.
- Stimmen vergleichen: Vergleiche V. 1–4 mit V. 29–40. Erkläre Erzählerstimme und Figurenrede an zwei kurzen Zitaten.
- Romantik prüfen: Erläutere Sehnsucht und Natur als Motive mit V. 5–8 und V. 23–26. Warum reicht das Etikett Romantik allein nicht?
- Sprechprobe: Lies V. 9–16 und V. 23–28 ausdrucksvoll vor. Notiere, wie Tempo und Lautstärke die Stimmung verändern.
Schwer
- Leitaufgabe – konkurrierende Deutungen: Schreibe 220–300 Wörter. Prüfe die Lesarten „verlorenes Paradies“ und „Warnung vor Idealisierung“ mit mindestens vier Versbelegen und einem begründeten Schluss.
- Bildsprache prüfen: Untersuche „Felsenhörner“ (V. 3), den „Reigen“ (V. 15) und die „Alpenrose“ (V. 37). Trenne Textbeobachtung von Vermutung.
- Übersetzung vergleichen: Vergleiche vier ausgewählte Verse der deutschen Quellfassung mit Bryants englischer Übersetzung. Kennzeichne Wortwahlverschiebungen, ohne den Übersetzungstext als deutschen Wortbeleg zu nutzen.
- Historische Perspektive: Diskutiere, ob der Gegensatz von Grafenhaus und Hirtenleben auch sozial gedeutet werden kann. Nenne mindestens ein Gegenargument und unterscheide Hypothese und Tatsache.


Lernkontrolle
- Handlung und Form: Gliedere das Gedicht in Sinnabschnitte. Zeige an zwei Verspaaren, wie der Klang die Bewegung unterstützt.
- Sprecherwechsel: Erkläre an V. 5–8, V. 16 und V. 29–40, wie sich die Erzählweise verändert.
- Deutung prüfen: Begründe und begrenze die Lesart, das Gewitter sei eine göttliche Strafe. Wessen Aussage ist „des Himmels Zorn“?
- Kontrast: Vergleiche grüne Alpe und ödes Haus anhand zweier genauer Zitate. Formuliere eine alternative Deutung.
- Quellenkritik: Erkläre den Unterschied zwischen Quellfassung, Lesefassung und Bryants englischer Übersetzung. Warum muss man die zitierte Version nennen?
- Transfer: Vergleiche ein Sehnsuchtsmotiv mit einem anderen selbst gewählten romantischen Gedicht. Verwende nur nachprüfbare Textbelege.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis enthält eine 40-Verse-Lesespur mit markierten Sprechern, eine kleine Tabelle zu Paarreimen, eine Analyse mit Verszitaten sowie eine selbstständig begründete Deutung. Die Arbeit ist besonders gut, wenn du eine andere Lesart fair prüfst. Nenne bei jedem direkten Zitat die benutzte Textfassung und Versnummer.
Selbstcheck: Kann ich den Inhalt kurz erzählen? Kann ich eine Sprachbeobachtung zitieren? Kann ich die Wirkung erklären? Kann ich Interpretation und Textwortlaut auseinanderhalten?
OER und Wikipedia
Textquellen und transparente Editionsangaben:
- Bibliotheca Augustana: Der Graf von Greiers (mit Datierung 1829) – Grundlage der hier nummerierten Quellfassung; der dortige Text ist eine digitale Edition.
- Kalliope: Uhlands deutsches Gedicht – weitere Transkription; vergleiche Details der Zeichensetzung.
- Projekt Gutenberg: Balladen und Romanzen – weitere Ausgabe mit stellenweise anderer Schreibweise.
- William Cullen Bryant: The Count of Greiers – überprüfbar vorhandene englische Übersetzung, nicht die deutsche Originalfassung.
- German History in Documents and Images: Literaturepoche Romantik – Nachweis eines externen Erklärvideos.
Wikimedia Commons: überprüfte Datei-, Urheber- und Lizenzangaben:
| Eingebundene Datei | Fundseite | Urheber | Nutzungsrecht |
|---|---|---|---|
| File:Ludwig Uhland.jpg | Commons: Uhland | Lithographische Anstalt J. G. Bach, Leipzig, 1847 | Gemeinfrei-Markierung |
| File:Gruyères Castle (Château de Gruyères).jpg | Commons: Burg | Bob Tan | CC BY-SA 4.0 |
| File:Alpenwiese.jpg | Commons: Bergwiese | Cooper | CC BY-SA 3.0 |
| File:Schalmei sound.ogg | Commons: Schalmei-Aufnahme | Ajta | CC BY-SA 3.0 |
| File:Lightning animation.gif | Commons: Blitz-Animation | DocWoelle | Gemeinfrei-Erklärung durch Autor |
Attribution: Alle Medien werden hier unverändert eingebunden. Dateinamen, Urheber, Lizenz und Fundseite stehen in dieser Tabelle; bei Weiterverwendung CC-BY-SA-Bedingungen beachten. Foto und Animation zeigen Beispiele aus anderen Zeiten und Orten, keine dokumentarischen Aufnahmen der Gedichthandlung. Das Schalmei-Audio ist ein Beispielklang.
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