Der Bauernkrieg 1524 25 im Südwesten – Baden-Württemberg 1

Der Bauernkrieg 1524 25 im Südwesten – Baden-Württemberg 1
Einleitung
Der Bauernkrieg von 1524/25 war eine der größten sozialen und politischen Erhebungen im Heiligen Römischen Reich der frühen Neuzeit. Ein wichtiges Ausgangs- und Kerngebiet lag im deutschen Südwesten. Viele Schauplätze befinden sich im heutigen Baden-Württemberg: etwa Stühlingen, der Schwarzwald, der Hegau, Oberschwaben, das damalige Herzogtum Württemberg, Weinsberg, Böblingen und der Raum Freiburg.
Dabei ist wichtig: Baden-Württemberg gab es 1524/25 noch nicht. Das Gebiet des heutigen Bundeslandes war in zahlreiche weltliche und geistliche Herrschaften, Reichsstädte und habsburgische Gebiete aufgeteilt. Wenn in diesem aiMOOC von „Baden-Württemberg“ gesprochen wird, dient das also nur der heutigen geografischen Orientierung.

Die Karte zeigt die räumliche Ausbreitung des Bauernkriegs. Achte besonders auf den südwestdeutschen Raum.
Der Name „Bauernkrieg“ ist außerdem etwas verkürzend. Zwar stellten Bauern einen großen Teil der Aufständischen, doch auch Handwerker, Tagelöhner, Stadtbewohner, Geistliche und einzelne Niederadlige waren beteiligt. Historiker verwenden deshalb teilweise den zeitgenössischen Ausdruck „gemeiner Mann“ für die nicht privilegierten Gruppen, die politische, wirtschaftliche und religiöse Veränderungen forderten.
Warum erhoben sich 1524 und 1525 so viele Menschen? Es gab nicht die eine Ursache. In vielen Dörfern hatten sich Konflikte über Abgaben, Frondienste, Leibeigenschaft, Wald- und Weiderechte, Jagd, Fischerei und die Nutzung gemeinschaftlicher Flächen zugespitzt. Hinzu kam die Reformation. Reformatorische Ideen stärkten bei vielen Menschen die Vorstellung, dass auch gesellschaftliche Regeln am Evangelium gemessen werden müssten.
Gleichzeitig veränderte der Buchdruck die politische Kommunikation. Beschwerden, Predigten und Forderungsschriften konnten viel schneller verbreitet werden als früher. Aus vielen lokalen Streitfällen entstand dadurch eine Bewegung, die sich über weite Räume miteinander verständigen konnte.
Herrschaft und Alltag um 1500
Die Gesellschaft war ständisch geprägt. Adel und geistliche Herrschaften verfügten über politische und wirtschaftliche Rechte, während die große Mehrheit der Landbevölkerung Landwirtschaft betrieb. Viele Bauern waren persönlich frei, andere standen in unterschiedlichen Formen von Abhängigkeit oder Leibeigenschaft. Die konkrete Belastung war von Ort zu Ort verschieden.
Typische Streitpunkte waren Abgaben in Geld oder Naturalien, der Zehnt, Frondienste sowie Gebühren beim Erbfall. Besonders konfliktträchtig war es, wenn Herrschaften ältere Gewohnheitsrechte einschränkten oder bisher gemeinschaftlich genutzte Wälder, Wiesen und Gewässer stärker kontrollierten. Die Bauern argumentierten deshalb häufig nicht nur mit „Freiheit“, sondern auch mit altem Recht: Sie wollten Rechte zurückhaben, die sie als überliefert und rechtmäßig ansahen.

Die Fahne erinnert an die organisierte Form der oberschwäbischen Bauernhaufen. Ein „Haufen“ war kein ungeordneter Mob, sondern konnte gewählte Hauptleute, Räte und schriftliche Regeln besitzen.
Der Beginn im Südwesten: Stühlingen 1524
Im Juni 1524 kam es in der Landgrafschaft Stühlingen im heutigen Süden Baden-Württembergs zu einer frühen Erhebung. Bauern zogen vor das Schloss ihrer Herrschaft und verlangten unter anderem gerechtere Rechtsprechung, die Beachtung hergebrachter Rechte und eine Begrenzung von Frondiensten. Zum Anführer wurde Hans Müller von Bulgenbach gewählt, ein ehemaliger Landsknecht.

Spätere Darstellung Hans Müllers von Bulgenbach. Bei solchen Bildern musst Du immer zwischen zeitgenössischer Quelle und späterer Erinnerung unterscheiden.
Eine oft erzählte Geschichte behauptet, der Aufstand sei ausgebrochen, weil die Gräfin von Lupfen die Bauern während der Ernte Schneckenhäuser sammeln ließ. Diese Erzählung ist anschaulich, gilt aber als überzeichnete Anekdote. Für die historische Erklärung sind die länger bestehenden Konflikte um Rechte, Dienste und Herrschaft wichtiger.
Von Stühlingen griff die Unruhe auf den Hegau, den Südschwarzwald und angrenzende Gebiete über. Anfang 1525 wurde die Bewegung immer breiter.
Oberschwaben: Aus lokalen Beschwerden wird ein politisches Programm
In Oberschwaben entstanden große Zusammenschlüsse, darunter der Baltringer Haufen und der Seehaufen. Eng verbunden waren sie mit dem Allgäuer Haufen. Das Allgäu und die Reichsstadt Memmingen liegen heute überwiegend in Bayern, gehörten 1525 aber zum gleichen südwestdeutschen Kommunikations- und Konfliktraum.
Im März 1525 kamen Vertreter der oberschwäbischen Haufen in Memmingen zusammen. Dort entstand die Christliche Vereinigung. Der Kürschner und Feldschreiber Sebastian Lotzer formulierte – im reformatorischen Umfeld um den Prediger Christoph Schappeler – aus vielen Beschwerden einen gemeinsamen Forderungskatalog: die Zwölf Artikel.

Titelblatt einer Ausgabe der Zwölf Artikel. Der Buchdruck machte aus regionalen Beschwerden ein weit verbreitetes politisches Programm.
Die Zwölf Artikel: Was forderten die Aufständischen?
Die Zwölf Artikel verbanden religiöse Begründungen mit sehr konkreten sozialen und wirtschaftlichen Forderungen. Die Bauern wollten nicht einfach jede Herrschaft abschaffen. Sie verlangten vielmehr, Herrschaft an Regeln zu binden und ungerechte Belastungen zu verändern.
| Themenfeld | Forderung in vereinfachter Sprache | Bedeutung |
|---|---|---|
| Pfarrerwahl | Gemeinden sollten ihren Pfarrer selbst wählen und auch absetzen können. | Religiöse Mitbestimmung |
| Zehnt | Der Kleinzehnt sollte wegfallen; der Großzehnt sollte vor allem sinnvoll für Geistliche und Gemeinwesen verwendet werden. | Begrenzung wirtschaftlicher Belastungen |
| Leibeigenschaft | Leibeigenschaft sollte aufgehoben werden. | Persönliche Freiheit |
| Jagd, Fischerei und Wald | Nutzungsrechte sollten nicht willkürlich entzogen werden; gemeinschaftliche Rechte sollten wieder gelten. | Zugang zu wichtigen Lebensgrundlagen |
| Frondienst und Abgaben | Dienste und Abgaben sollten begrenzt, angemessen und rechtlich nachvollziehbar sein. | Schutz vor willkürlicher Mehrbelastung |
| Gerichtsbarkeit | Strafen sollten nach bekannten Regeln und nicht nach neuer Willkür verhängt werden. | Forderung nach verlässlichem Recht |
Im dritten Artikel heißt es sinngemäß, die Bauern hätten in der Bibel gelesen, „dass wir frei seien und sein wollen“. Im zwölften Artikel erklärten sie, ihre Forderungen sollten zurückgenommen werden, falls man ihnen anhand der Heiligen Schrift nachweisen könne, dass sie dem Wort Gottes widersprächen.
Die Zwölf Artikel werden heute häufig als frühe Formulierung von Freiheits- und Teilhaberechten gedeutet. Du solltest sie aber nicht einfach mit modernen Menschenrechten gleichsetzen: Sie entstanden in einer christlich geprägten Ständegesellschaft und bezogen sich auf konkrete Konflikte des 16. Jahrhunderts.

Auch einzelne Gruppen formulierten eigene Artikel. Das zeigt: Der Bauernkrieg bestand aus vielen regionalen Bewegungen, die sich teilweise auf gemeinsame Programme verständigten.
Reformation, Evangelium und neue Öffentlichkeit
Die Reformation war kein bloßer Hintergrund. Viele Aufständische sahen im Evangelium eine Begründung für gerechtere soziale Verhältnisse. Gleichzeitig waren Reformatoren keineswegs einheitlich auf der Seite der Bauern. Martin Luther kritisierte zunächst Missstände, wandte sich nach der Eskalation aber scharf gegen den bewaffneten Aufstand.
Entscheidend war auch die neue Medienwelt. Gedruckte Flugschriften konnten Forderungen vervielfältigen und über größere Entfernungen verbreiten. Dadurch wurde aus einzelnen Beschwerden eine überregionale Debatte über gerechte Herrschaft, christliche Freiheit und politische Teilhabe.
Verhandeln oder kämpfen?
Der Bauernkrieg war nicht von Anfang an nur ein Krieg. Bauern schrieben Beschwerden, wählten Vertreter, verhandelten mit Herrschaften und schlossen Verträge. Gleichzeitig bewaffneten sich viele Haufen. Auch die Gegenseite rüstete militärisch auf. Der Schwäbische Bund stellte ein professionelleres Heer auf, das unter Georg III. von Waldburg stand.

Georg III. von Waldburg führte wichtige Truppen des Schwäbischen Bundes gegen die Bauern. Später erhielt er den Beinamen „Bauernjörg“.
Die militärische Ungleichheit war groß. Die Aufständischen konnten zwar zahlreiche Männer mobilisieren und verfügten teilweise über erfahrene Landsknechte und Geschütze. Die Truppen des Schwäbischen Bundes waren jedoch besser ausgebildet, beweglicher und militärisch koordinierter.
Weingarten: Ein Konflikt endet vorerst durch Verhandlung
Anfang April 1525 standen sich bei Weingarten ein starkes Bauernheer und das Heer des Schwäbischen Bundes gegenüber. Statt einer großen Entscheidungsschlacht kam es zu Verhandlungen. Im Weingartener Vertrag sagten Teile der oberschwäbischen Bauern die Auflösung ihrer militärischen Organisation zu; Beschwerden sollten rechtlich geprüft werden.
Der Vertrag zeigt, dass der Konflikt nicht überall gleich verlief. In Oberschwaben spielte Verhandlung eine größere Rolle als an manchen anderen Orten. Zugleich schwächte der Vertrag die gemeinsame Bauernbewegung, weil wichtige Gruppen aus dem Kampf ausschieden.

Die Weißenauer Chronik des Abts Jacob Murer ist eine wichtige Bild- und Textquelle zum Bauernkrieg in Oberschwaben. Frage bei solchen Chroniken immer: Wer berichtet, aus welcher Perspektive und mit welchem Interesse?
Weinsberg: Gewalt der Aufständischen
Am 16. und 17. April 1525 wurde Weinsberg vom Neckartal-Odenwälder Bauernhaufen angegriffen und eingenommen. Gefangene Adlige, darunter Graf Ludwig von Helfenstein, wurden anschließend durch eine sogenannte Spießgasse getötet. Das Ereignis ging als „Weinsberger Bluttat“ in die Erinnerung ein.

Das Gemälde entstand Jahrhunderte nach 1525. Es ist deshalb keine direkte fotografische Wiedergabe, sondern eine spätere historische Darstellung.
Dieses Ereignis radikalisierte die Wahrnehmung des Aufstands. Die Obrigkeiten nutzten die Gewalt von Weinsberg als Begründung für ein besonders hartes Vorgehen. Gleichzeitig ist wichtig, Gewalt nicht nur auf einer Seite zu betrachten: Auch Truppen der Fürsten und des Schwäbischen Bundes töteten nach Niederlagen zahlreiche Aufständische und verhängten harte Strafen.
Böblingen: Die entscheidende Niederlage in Württemberg
Im Herzogtum Württemberg schlossen sich Aufständische zu größeren Haufen zusammen. Eine wichtige Rolle spielte Matern Feuerbacher, der zeitweise eine eher vorsichtige Strategie verfolgte. Am 12. Mai 1525 trafen die württembergischen Bauern bei Böblingen auf das Heer des Schwäbischen Bundes.
Die Bauern wurden vernichtend geschlagen. Mehrere tausend Menschen kamen ums Leben. Damit war die militärische Kraft der Erhebung in Württemberg weitgehend gebrochen.

Diese Darstellung der Schlacht entstand erst im 19. Jahrhundert. Nutze sie als Bild der späteren Erinnerung, nicht als unmittelbare Augenzeugenaufnahme.
Hegau, Schwarzwald und Breisgau
Auch im Hegau, im Schwarzwald und im Breisgau gingen die Kämpfe weiter. Bauern belagerten Städte, besetzten Klöster und Schlösser oder verlangten Verträge. Im Mai 1525 beschossen Aufständische vom Freiburger Schlossberg aus die Stadt Freiburg.

Darstellung des Beschusses von Freiburg. Sie hilft Dir, die räumliche Nähe von Stadt, Burg, Landschaft und militärischer Aktion zu untersuchen.
Im Hegau und im südlichen Schwarzwald hielten sich Aufständische länger als in Württemberg. Erst Ende Juni und Anfang Juli 1525 wurde auch dort der Widerstand weitgehend gebrochen. Der Hilzinger Vertrag markierte die Unterwerfung vieler Hegauer Bauern.
Warum verloren die Bauern militärisch?
Die Niederlage hatte mehrere Gründe. Die Bauernhaufen handelten nicht dauerhaft als einheitliches Heer. Regionale Interessen, unterschiedliche Strategien und einzelne Verträge schwächten die gemeinsame Bewegung. Manche Gruppen wollten weiterkämpfen, andere verhandeln. Dazu kam die militärische Überlegenheit der Gegenseite bei Ausbildung, Reiterei, Artillerie, Nachschub und Koordination.
Trotzdem wäre es zu einfach, die Bauern nur als militärisch ungeschickt darzustellen. Viele Aufständische hatten Kriegserfahrung, organisierten große Verbände und entwickelten politische Ordnungen. Ihr größtes Problem war, dass eine breite soziale Protestbewegung gegen besser vernetzte Herrschafts- und Militärstrukturen bestehen musste.
Folgen: Niederlage und gesellschaftlicher Wandel
Unmittelbar nach 1525 war die Bilanz für viele Aufständische verheerend. Anführer wurden hingerichtet, Beteiligte bestraft, Gemeinden zu Entschädigungszahlungen verpflichtet und Waffen eingezogen. Die ständische Herrschaftsordnung wurde in vielen Gebieten zunächst stabilisiert. Eine allgemeine Abschaffung der Leibeigenschaft oder der feudalen Abgaben gab es nicht.
Trotzdem war 1525 nicht bedeutungslos. Die Erhebung zeigte, dass Dorfgemeinden und städtische Gruppen überregional handeln, Vertreter wählen, Verträge schließen und gemeinsame Forderungen formulieren konnten. In einzelnen Regionen wurden Konflikte anschließend vertraglich geregelt oder Herrschaften achteten stärker darauf, Belastungen rechtlich zu begründen. Das war jedoch sehr unterschiedlich und kein geradliniger Weg zu moderner Demokratie.
Langfristig wirkten besonders die Sprache der Freiheit, die Forderung nach gebundener Herrschaft und die Erinnerung an die Zwölf Artikel weiter. In späteren Jahrhunderten wurde der Bauernkrieg sehr verschieden gedeutet: als soziale Revolution, als religiöser Konflikt, als Freiheitsbewegung oder als warnendes Beispiel für Aufruhr. Heute gehört er zur Demokratiegeschichte – allerdings nicht, weil 1525 bereits eine moderne Demokratie entstanden wäre, sondern weil Menschen politische Teilhabe, Rechtssicherheit und die Begrenzung von Herrschaft öffentlich einforderten.
Begriffe, die Du kennen solltest
- Leibeigenschaft: Form persönlicher Abhängigkeit von einer Herrschaft, die regional sehr unterschiedlich ausgestaltet sein konnte.
- Frondienst: Arbeitsleistung, die Untertanen für ihre Herrschaft erbringen mussten.
- Allmende: gemeinschaftlich genutzte Flächen wie Weiden, Wälder oder Gewässer.
- Zehnt: Abgabe, meist ein bestimmter Anteil landwirtschaftlicher Erträge, mit kirchlichen und herrschaftlichen Bezügen.
- Haufen: organisierter Zusammenschluss von Aufständischen mit militärischen und politischen Funktionen.
- Schwäbischer Bund: Bündnis von Reichsständen, das 1525 militärisch gegen viele Bauernhaufen vorging.
- Zwölf Artikel: weit verbreiteter Forderungskatalog der oberschwäbischen Bauernbewegung von 1525.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wo begann 1524 eine frühe Erhebung im heutigen Baden-Württemberg? (Stühlingen) (!Heidelberg) (!Ulm) (!Konstanz)
Welche Schrift bündelte 1525 zentrale Forderungen der Bauern? (Die Zwölf Artikel) (!Der Westfälische Frieden) (!Die Goldene Bulle) (!Das Wormser Edikt)
Welche Forderung gehörte zu den Zwölf Artikeln? (Aufhebung der Leibeigenschaft) (!Einführung des allgemeinen Wahlrechts) (!Abschaffung aller Städte) (!Einführung einer deutschen Republik)
Welche Technik beschleunigte die Verbreitung der Forderungen? (Der Buchdruck) (!Die Fotografie) (!Der Rundfunk) (!Der Telegraf)
Was war der Schwäbische Bund im Bauernkrieg? (Ein wichtiger militärischer Gegner der Bauernhaufen) (!Ein Zusammenschluss nur von Bauern) (!Eine Universität in Oberschwaben) (!Ein reformatorisches Kirchenkonzil)
Was geschah bei Weingarten im April 1525? (Es kam zu einem Vertrag statt zu einer großen Entscheidungsschlacht) (!Die Bauern eroberten dauerhaft ganz Schwaben) (!Der Kaiser wurde abgesetzt) (!Die Reformation wurde beendet)
Welches Ereignis fand am 12. Mai 1525 statt? (Die Schlacht bei Böblingen) (!Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges) (!Die Kaiserkrönung Karls des Großen) (!Der Augsburger Religionsfrieden)
Warum ist die Schneckenhausgeschichte von Stühlingen problematisch? (Sie gilt als überzeichnete Anekdote) (!Sie stammt aus einem modernen Gesetzbuch) (!Sie beschreibt die Schlacht bei Böblingen) (!Sie beweist die einzige Ursache des Aufstands)
Was meint der Ausdruck gemeiner Mann im Zusammenhang mit 1525? (Nicht privilegierte Bevölkerungsgruppen) (!Nur adlige Heerführer) (!Nur Geistliche) (!Nur Mitglieder des Schwäbischen Bundes)
Welche Aussage zu den Folgen trifft am besten zu? (Die Herrschaftsordnung wurde zunächst weitgehend stabilisiert) (!Alle Forderungen wurden sofort im ganzen Reich umgesetzt) (!Die Leibeigenschaft wurde 1525 überall abgeschafft) (!Baden-Württemberg wurde als Staat gegründet)
Memory
| Stühlingen | frühes Aufstandszentrum |
| Zwölf Artikel | gemeinsamer Forderungskatalog |
| Schwäbischer Bund | militärischer Gegner |
| Böblingen | schwere Niederlage |
| Weingartener Vertrag | Verhandlungslösung |
| Buchdruck | schnelle Verbreitung |
| Leibeigenschaft | persönliches Abhängigkeitsverhältnis |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Stühlingen | frühe Erhebung im Südwesten |
| Memmingen | Entstehungsort des gemeinsamen Forderungsprogramms |
| Weingarten | Verhandlungen zwischen Bauern und Schwäbischem Bund |
| Weinsberg | Gewalteskalation nach der Einnahme der Stadt |
| Böblingen | militärische Niederlage der württembergischen Bauern |
Kreuzworträtsel
| Stühlingen | Wo begann im Juni 1524 eine frühe Erhebung im heutigen Baden-Württemberg? |
| Memmingen | In welcher Reichsstadt wurden die Zwölf Artikel formuliert? |
| Baltringen | Welcher Ort gab einem großen oberschwäbischen Bauernhaufen seinen Namen? |
| Weingarten | Wo wurde im April 1525 ein wichtiger Vertrag ausgehandelt? |
| Böblingen | Wo erlitten die württembergischen Bauern eine entscheidende Niederlage? |
| Leibeigenschaft | Welche Form persönlicher Abhängigkeit sollte nach den Zwölf Artikeln aufgehoben werden? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Forderungen in Alltagssprache: Wähle vier Forderungen aus den Zwölf Artikeln und formuliere sie so, dass eine heutige Schulklasse sie sofort versteht.
- Ortsprofil: Erstelle ein einseitiges Ortsprofil zu Stühlingen und erkläre, warum der Ort für den Beginn des Bauernkriegs wichtig ist.
- Bilddetektiv: Wähle ein Bild aus diesem aiMOOC und notiere, woran Du erkennst, ob es zeitgenössisch oder später entstanden ist.
- Medienvergleich: Erkläre in einem kurzen Text, warum der Buchdruck für die Bauernbewegung ähnlich wichtig sein konnte wie soziale Medien für heutige Protestbewegungen, und nenne mindestens einen Unterschied.
Standard
- Konfliktkarte: Erstelle eine Mindmap mit den Bereichen persönliche Freiheit, Abgaben, Frondienste, Gemeinderechte und Religion. Ordne passende Forderungen zu.
- Verhandlungsspiel: Bildet Gruppen für Bauern, Schwäbischen Bund und Vermittler. Entwickelt drei Forderungen und drei mögliche Kompromisse.
- Schlacht und Erinnerung: Vergleiche eine moderne Darstellung der Schlacht bei Böblingen mit einem schriftlichen Sachtext. Untersuche, welche Wirkung das Bild erzeugt.
- Gewalt analysieren: Untersuche, wie Gewalt von Aufständischen und Obrigkeit dargestellt wird. Formuliere Regeln für eine faire historische Bewertung.
Schwer
- Sozialgeschichte: Prüfe die Aussage „Der Bauernkrieg war nur ein Aufstand armer Bauern“. Suche Belege für und gegen diese Aussage und formuliere ein begründetes Urteil.
- Menschenrechte?: Diskutiere, ob die Zwölf Artikel als frühe Menschenrechtserklärung bezeichnet werden sollten. Unterscheide dabei Ähnlichkeiten und Unterschiede zu modernen Menschenrechten.
- Religion und Politik: Erkläre an mindestens drei Beispielen, wie religiöse Argumente mit sozialen und politischen Forderungen verbunden wurden.
- Erinnerungsprojekt: Entwirf für Deinen Wohnort in Baden-Württemberg eine kleine Ausstellung oder digitale Karte mit einem regionalen Bezug zum Bauernkrieg. Kennzeichne Quellen, Deutungen und offene Fragen.


Lernkontrolle
- Ursachen verknüpfen: Erkläre, wie wirtschaftliche Belastungen, Konflikte um alte Rechte, Reformation und Buchdruck zusammenwirkten. Zeige mindestens zwei Wechselwirkungen.
- Forderungen beurteilen: Wähle drei Artikel aus und ordne sie den Kategorien persönliche Freiheit, wirtschaftliche Gerechtigkeit, religiöse Teilhabe oder Rechtssicherheit zu. Begründe jede Zuordnung.
- Verhandlung und Gewalt vergleichen: Vergleiche Weingarten, Weinsberg und Böblingen. Erkläre, warum derselbe Großkonflikt regional so unterschiedlich verlaufen konnte.
- Niederlage erklären: Entwickle eine Gewichtung der Gründe für die militärische Niederlage der Bauern. Begründe, welcher Faktor für Dich am wichtigsten ist.
- Transfer: Beurteile die Aussage „1525 begann in Baden-Württemberg die moderne Demokratie“. Formuliere ein differenziertes Urteil, das sowohl Anknüpfungspunkte als auch Grenzen dieser Aussage nennt.
- Quellenkritik: Wähle ein zeitgenössisches und ein später entstandenes Bild zum Bauernkrieg. Erkläre, welche unterschiedlichen Fragen Du an beide Quellen stellen musst.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Daten auswendig kennst, sondern historische Zusammenhänge erklären und Quellen kritisch beurteilen kannst.
- Du kannst erklären, warum „Baden-Württemberg“ für 1524/25 nur eine heutige geografische Bezeichnung ist.
- Du kannst soziale, wirtschaftliche, politische und religiöse Ursachen miteinander verbinden.
- Du kennst zentrale Forderungen der Zwölf Artikel und kannst ihre Bedeutung erläutern.
- Du kannst die Stationen Stühlingen, Oberschwaben, Weingarten, Weinsberg, Böblingen sowie Hegau und Breisgau räumlich und sachlich einordnen.
- Du kannst zwischen Verhandlung, Protest und militärischer Gewalt als unterschiedlichen Handlungsformen unterscheiden.
- Du kannst erklären, warum die Bauern trotz großer Mobilisierung militärisch unterlagen.
- Du kannst unmittelbare Folgen von langfristiger Erinnerung und späterer Deutung unterscheiden.
- Du kannst historische Bilder und Texte nach Entstehungszeit, Perspektive und Aussageabsicht untersuchen.
- Du kannst begründet beurteilen, inwiefern die Zwölf Artikel zur Geschichte von Freiheit, Recht und politischer Teilhabe gehören.
Quellen und Medien
- Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Der Bauernkrieg von 1524/25 im Südwesten
- LEO-BW: Themenmodul Bauernkrieg
- Stadtarchiv Memmingen: Memmingen und das Aufbegehren von Bauern und Bürgern 1525
- Wikimedia Commons: Freie Medien zum Deutschen Bauernkrieg
- Wikimedia Commons: Medien zu den Zwölf Artikeln
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