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Der Adept - Günderode, Karoline von - Gedichtanalyse

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Der Adept - Günderode, Karoline von - Gedichtanalyse

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Einleitung

Wissen macht mächtig – aber macht es auch glücklich? Das Gedicht Der Adept von Karoline von Günderrode erzählt von Valus. Er erforscht die Natur und lernt immer mehr. Am Ende fühlt er sich einsam. Das Gedicht hat 52 Verse in 13 Strophen und gehört in den Zusammenhang der Romantik.

Für dich: Lies zuerst die historische Quellfassung. Vergleiche sie mit der Lesefassung. Prüfe danach, wie die Bilder, der Klang und die Erzählstimme wirken. Zielgruppe: Klassen 9–10; die schweren Aufgaben passen auch zu Klassen 11–13.

Die vorhandene Gedichtseite: Gedicht – Der Adept – Günderode, Karoline von. Dies ist die Textseite, nicht eine zweite Ausgabe dieses Lernkurses. Als unabhängiger historischer Textvergleich dient TextGrid Repository: Der Adept. Die Schreibweisen unterscheiden sich teilweise zwischen Ausgaben.

Karoline von Günderrode auf einem Porträt. Quelle und Bildrechte stehen im Abschnitt OER und Wikipedia.


Text, Autorin und Zeit

Karoline von Günderrode (1780–1806) veröffentlichte 1804 Gedichte und Phantasien unter dem Namen Tian. Darin steht Der Adept. Ihre Texte verbinden Gefühle mit Fragen nach Natur, Erkenntnis und menschlichem Leben. Sie wird der Romantik zugeordnet. Die Epoche interessiert sich oft für Geheimnisse und die Grenzen reinen Verstandes.

Adept bedeutet hier: ein Eingeweihter, der in einer geheimen Lehre fortgeschritten ist. Valus heißt der erfundene Suchende. Das im Text genannte „Indier Lande“ ist ein literarischer Schauplatz. Die Erzählung ist keine zuverlässige Beschreibung wirklicher indischer Religionen.

Das 1804 erschienene Buch ist in der historischen Ausgabe nachgewiesen. Der folgende Wortlaut folgt der historischen TextGrid-Transkription; die Verszählung ist eine Lernhilfe.


Quellfassung und Lesefassung


Quellfassung: historische Schreibweise

Quelle: Der Adept im TextGrid Repository, aus Gedichte und Phantasien. Die Zahlen vor den Versen wurden für diesen Kurs ergänzt und gehören nicht zum Gedicht. Nutze für genaue Zitate stets diese Fassung.

1 Ein Weiser, der schon viel erforschet,
2 Doch nie des Forschens müde war,
3 Gelangte einst zum Indier Lande,
4 Nach manchem langen Wandrungsjahr.
5 Die Priester dieses Landes rühmen
6 Sich viel geheimer Wissenschaft,
7 Sie wissen Seyn und Schein zu trennen,
8 Und kennen aller Dinge Kraft.
9 Zum Schüler läßt sich Valus weihen,
10 Verbindet sich durch einen Eid,
11 Geheimnißvoll, zu diesem Orden,
12 Wie es der Priester ihm gebeut.
13 Wie eitel all sein vorig Wissen;
14 Das siehet bald schon Valus ein,
15 Kannt' er doch nie der Dinge Seele
16 Begnügt' an Namen sich und Schein.
17 Eins sieht er nun in jeder Summe,
18 Sieht den Naturgeist immer neu
19 Und immer alt in ew'gem Wandel
20 Wie er in allen Formen sey.
21 Jetzt kann er die Natur belauschen,
22 Er kann ihr tiefstes Wirken schaun,
23 Weiß, wie die Stoffe sich vermählen
24 Und wie die Erden sich erbaun.
25 Jetzt giebt man ihm die dritte Weihe,
26 Ein Vorzug wen'ger Weisen nur;
27 Denn sie, die alles sonst durchschauten
28 Beherrschen jetzo die Natur.
29 Nachdem er dreimal so geweihet,
30 Hat er den großen Schritt gethan,
31 Der seines Lebens lange Reise
32 Geschieden von der Menschheit Bahn.
33 Viel Zeiten gehn an ihm vorüber,
34 Er siehet die Geschlechter fliehn,
35 Und bleibt allein in allem Wandel,
36 Indes die Dinge kommen, ziehn.
37 Nachdem er oft den Kreis gesehen
38 Den immer die Natur gemacht,
39 Ergreiffen Schauder seine Seele,
40 Denn Alles kehrt wie Tag und Nacht.
41 Der Neuheit Reiz ist ihm verlohren,
42 Er kennet was die Erde trägt,
43 Er findet sich allein auf Erden,
44 Die Menschen sind nicht sein Geschlecht.
45 Geleert hat er des Lebens Becher
46 Und lebet immer, immer fort.
47 Er kann dem Meere nicht entsteigen
48 Und hat gelandet doch im Port.
49 Weh' dem! ruft er: der auf dem Gipfel
50 Des Daseyns also stille steht.
51 Nicht Ew'ges kann der Mensch ertragen,
52 Und wohl ihm, wenn er auch vergeht.


Lesefassung: modernisierte Schreibweise

Redaktionelle Lesefassung, keine neue historische Quelle und keine Übersetzung. Lediglich ausgewählte ältere Schreibungen werden heutigen Regeln angenähert. Alter Wortbau und einzelne Reimformen bleiben stehen. Für Belege gilt die Quellfassung oben.

1 Ein Weiser, der schon viel erforschet,
2 Doch nie des Forschens müde war,
3 Gelangte einst zum Indier Lande,
4 Nach manchem langen Wandrungsjahr.
5 Die Priester dieses Landes rühmen
6 Sich viel geheimer Wissenschaft,
7 Sie wissen Sein und Schein zu trennen,
8 Und kennen aller Dinge Kraft.
9 Zum Schüler lässt sich Valus weihen,
10 Verbindet sich durch einen Eid,
11 Geheimnisvoll, zu diesem Orden,
12 Wie es der Priester ihm gebeut.
13 Wie eitel all sein vorig Wissen;
14 Das sieht bald schon Valus ein,
15 Kannt' er doch nie der Dinge Seele
16 Begnügt' an Namen sich und Schein.
17 Eins sieht er nun in jeder Summe,
18 Sieht den Naturgeist immer neu
19 Und immer alt in ew'gem Wandel
20 Wie er in allen Formen sei.
21 Jetzt kann er die Natur belauschen,
22 Er kann ihr tiefstes Wirken schaun,
23 Weiß, wie die Stoffe sich vermählen
24 Und wie die Erden sich erbaun.
25 Jetzt gibt man ihm die dritte Weihe,
26 Ein Vorzug wen'ger Weisen nur;
27 Denn sie, die alles sonst durchschauten
28 Beherrschen jetzo die Natur.
29 Nachdem er dreimal so geweihet,
30 Hat er den großen Schritt getan,
31 Der seines Lebens lange Reise
32 Geschieden von der Menschheit Bahn.
33 Viel Zeiten gehn an ihm vorüber,
34 Er sieht die Geschlechter fliehn,
35 Und bleibt allein in allem Wandel,
36 Indes die Dinge kommen, ziehn.
37 Nachdem er oft den Kreis gesehen
38 Den immer die Natur gemacht,
39 Ergreifen Schauder seine Seele,
40 Denn alles kehrt wie Tag und Nacht.
41 Der Neuheit Reiz ist ihm verloren,
42 Er kennet was die Erde trägt,
43 Er findet sich allein auf Erden,
44 Die Menschen sind nicht sein Geschlecht.
45 Geleert hat er des Lebens Becher
46 Und lebet immer, immer fort.
47 Er kann dem Meere nicht entsteigen
48 Und hat gelandet doch im Port.
49 Weh' dem! ruft er: der auf dem Gipfel
50 Des Daseins also stille steht.
51 Nicht Ew'ges kann der Mensch ertragen,
52 Und wohl ihm, wenn er auch vergeht.


Übersetzung oder Übertragung?

Das Gedicht ist bereits auf Deutsch. Es braucht keine Übersetzung aus einer anderen Sprache. Eine Übertragung in einfaches heutiges Deutsch ist dagegen hilfreich. Sie erklärt den Sinn, ersetzt aber kein Originalzitat.

  • V. 7–8: Valus lernt, zwischen Wirklichkeit und bloßem Anschein zu unterscheiden.
  • V. 25–28: Nach einer dritten Einweihung soll er die Natur sogar beherrschen können.
  • V. 45–48: Er hat alles erlebt, lebt aber weiter. Er ist wie jemand, der den Hafen erreicht und trotzdem nicht aus dem Meer herauskommt.
  • V. 51–52: Valus meint: Ein Mensch hält ein endloses Dasein nicht aus; das Ende des Lebens gehört zum Menschsein.

Merke: Quellfassung = überlieferter Wortlaut; Lesefassung = behutsam modernisierte Schrift; Übertragung = erklärende Alltagssprache; Interpretation = begründete Deutung.


Handlung und lyrisches Sprechen


Was geschieht mit Valus?

  • V. 1–16: Ein Forscher reist in ein fremdes Land. Er wird Schüler eines Priesterordens und zweifelt an seinem bisherigen Wissen.
  • V. 17–28: Er meint nun, den inneren Zusammenhang der Natur zu verstehen. Nach mehreren Weihen soll er sie beherrschen.
  • V. 29–44: Er steht außerhalb des gewöhnlichen menschlichen Lebens. Er erlebt ständige Wiederholung und verliert den Reiz des Neuen.
  • V. 45–52: Er kann nicht sterben und leidet darunter. Am Ende spricht er selbst über die Grenzen des menschlichen Lebens.


Wer spricht?

Hier redet meist eine erzählende Stimme über Valus. Sie berichtet in der dritten Person: „Er findet sich allein auf Erden“ (V. 43). Das Gedicht ist also kein durchgehender Ich-Monolog. Erst am Schluss wird Valus' eigene Klage angekündigt: „Weh' dem! ruft er“ (V. 49). Diese Wendung macht das Leid persönlich hörbar.

Lesequiz mit Versbelegen: Welche Formulierungen stammen vom Erzähler? Welche Worte werden Valus direkt zugeschrieben? Schreibe zu jeder Antwort die Verszahl.


Form, Klang und Bildsprache


Strophen, Reim und Rhythmus

Das Gedicht besteht aus 13 vierzeiligen Strophen: 13 mal 4 ergeben 52 Verse. In vielen Versen hört man ungefähr vier Hebungen und einen jambischen Grundrhythmus. Zum Beispiel lässt sich V. 2 mit stärkeren und schwächeren Silben sprechen. Lies selbst laut: Der Vortrag entscheidet mit, welche Silben du betonst.

Die Reime sind nicht durchgehend gleich. In Strophe 1 passen „war“ und „Wandrungsjahr“ (V. 2/4) zusammen. Am Schluss stehen „steht“ und „vergeht“ (V. 50/52). Prüfe aber auch Strophe 5: „neu“ und „sey“ ergeben keinen eindeutigen Vollreim. Behaupte deshalb kein lückenloses Kreuzreimschema.

Klangfrage: Sprich V. 45–46 laut: „Geleert hat er des Lebens Becher / Und lebet immer, immer fort.“ Die Wiederholung „immer, immer“ macht die endlose Dauer spürbar.


Bilder: mehr als wörtliche Aussagen

  • „Seyn und Schein“ (V. 7): Gegensatz zwischen Wirklichkeit und äußerem Eindruck.
  • „Naturgeist“ (V. 18): Bild für einen gedachten inneren Zusammenhang der Natur, nicht für einen messbaren Gegenstand.
  • „Kreis“ und „Tag und Nacht“ (V. 37–40): wiederkehrende Abläufe. Was zuerst wie ein Naturgesetz wirkt, wird zur Belastung.
  • „des Lebens Becher“ (V. 45): Metapher: Valus hat das Leben ganz ausgeschöpft.
  • „Meere“ und „Port“ (V. 47–48): widersprüchliches Bild von einer Ankunft ohne Befreiung.
  • „Gipfel / Des Daseyns“ (V. 49–50): höchste Stellung, aber auch Stillstand und Isolation.

Animation: Mondphasen als Beispiel eines wiederkehrenden Naturvorgangs. Das ist ein Vergleich, nicht die im Gedicht wörtlich genannte Folge von Tag und Nacht. Quelle: NASA / Wikimedia Commons.

Musik zum Vergleich: – eine spätere romantische Klavieraufnahme. Sie ist kein Tonzeugnis von Günderrodes Gedicht oder dessen Entstehungszeit. Welche Stimmung hörst du? Begründe sie durch Tempo und Klang statt durch bloße Behauptungen.


Deutungen im Kontext der Romantik


Was könnte das Gedicht sagen?

Deutung A – Grenzen des Wissens: Valus weiß fast alles, findet aber keine Nähe zu anderen Menschen. V. 43–44 geben dafür einen Beleg. Mehr Wissen führt hier nicht automatisch zu einem guten Leben.

Deutung B – Kritik an Macht: Nach der dritten Weihe „Beherrschen jetzo die Natur“ (V. 28). Diese Macht hat einen Preis: Valus kann kein normales Leben mehr führen. Die Reihenfolge der Strophen ist dafür wichtig.

Deutung C – Endlichkeit als menschlicher Wert: Valus beklagt die endlose Existenz. In V. 51–52 spricht er aus, dass Grenzen zum Menschen gehören. Das bedeutet nicht, dass der Text eine eindeutige Lebensregel für alle Menschen aufstellt. Es ist die Schlussfolgerung einer Figur.

Romantik: Das Gedicht fragt nach Natur, Geheimnis und dem Verhältnis von Mensch und Welt. Es verbindet eine geheimnisvolle Einweihung mit Nachdenken über Gefühle und Einsamkeit. Die Ausgestaltung eines imaginierten Indien sagt mehr über europäische Literatur um 1800 als über das reale Indien aus.

Vergleichsbild: Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer (um 1818). Es entstand später als das Gedicht. Vergleiche die einsame Figur und die weite Natur; nenne auch Unterschiede.

Film zur Epoche:

Deutsch in Bildern: „Epoche der Romantik“; nutze den Film als Einführung, nicht als Beleg für den genauen Gedichtwortlaut.

Film zum Werkzusammenhang:

Sommers Weltliteratur to go: „Hildgund to go“. Dieser Beitrag behandelt ein anderes Werk von Günderrode. Vergleiche die Themen; gib nicht vor, er analysiere „Der Adept“.


So formulierst du eine belegte Deutung

Behauptung: Valus fühlt sich ausgeschlossen. Beleg: „Die Menschen sind nicht sein Geschlecht“ (Quellfassung, V. 44). Erklärung: Der Satz trennt die Figur von den anderen Menschen. Deshalb kann sein außergewöhnliches Wissen auch als Verlust gelesen werden.

Gestufte Hilfen: Hilfe 1: Finde das Schlüsselwort im Vers. Hilfe 2: Beschreibe zuerst nur, was passiert. Hilfe 3: Verbinde Inhalt und sprachliches Mittel mit einem „weil“-Satz. Vertiefung: Prüfe eine Gegenlesart und zitiere einen zweiten Vers.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz: Lesen und belegen

Was zeigt V. 1–2 über den Weisen? (Er hat viel geforscht und bleibt neugierig) (!Er will überhaupt nichts mehr lernen) (!Er wird schon als Kind zum Priester) (!Er kennt bereits das Ende seiner Reise)




Was wollen die Priester laut V. 7 unterscheiden? (Sein und Schein) (!Tag und Nacht) (!Jung und Alt) (!Meer und Hafen)




Wie heißt der Schüler in V. 9? (Valus) (!Tian) (!Novalis) (!Friedrich)




Welche Aufgabe erfüllt der Eid in V. 10–12? (Er bindet Valus an den Orden) (!Er löst alle Regeln auf) (!Er beendet sofort die Reise) (!Er erklärt den Mondlauf)




Worauf verweist Naturgeist in V. 18–20? (Auf einen gedachten Zusammenhang der Natur) (!Auf den Namen eines Königs) (!Auf ein bestimmtes Musikinstrument) (!Auf einen Hafen am Meer)




Was erhalten die Eingeweihten laut V. 25–28? (Die behauptete Macht über die Natur) (!Eine Schulnote) (!Eine Krone als Landesfürst) (!Eine Karte für die Rückreise)




Was geschieht mit Valus laut V. 33–36? (Er bleibt allein während andere Generationen vergehen) (!Er kehrt zu seiner Kindheit zurück) (!Er reist jeden Tag in ein neues Land) (!Er gründet mit Freunden eine Familie)




Was betont die Wiederholung immer, immer in V. 46? (Die bedrückende Dauer seines Weiterlebens) (!Die Kürze eines Augenblicks) (!Die Lautstärke des Meeres) (!Die Anzahl der Priester)




Welches Bild steht in V. 47–48? (Ein Meer und ein schon erreichter Hafen) (!Ein Wald und ein schmaler Pfad) (!Ein Turm und eine offene Tür) (!Ein Berg und ein tiefes Tal)




Welche Aussage macht Valus in V. 51–52? (Endloses Dasein ist für Menschen kaum zu ertragen) (!Menschen können alles Wissen vermeiden) (!Naturgesetze sind frei erfunden) (!Forschung ist grundsätzlich verboten)





Memory: Begriff und Bedeutung

Finde die zusammengehörigen Begriffspaare.

Adept Eingeweihter in einer besonderen Lehre
Quellfassung Historisch überlieferter Wortlaut
Lesefassung Behutsam modernisierte Schreibweise
Metapher Bildlicher Ausdruck ohne wörtliche Gleichsetzung
Strophe Zusammengehörige Gruppe von Versen
Erzählerstimme Stimme, die von Valus berichtet





Drag-and-Drop: Textbeleg und Funktion

Ordne jeden Ausdruck der passenden Erklärung zu.

Textbeleg Passende Erklärung
Seyn und Schein Gegensatz von Wirklichkeit und Anschein
Naturgeist Bild für das innere Wirken der Natur
immer, immer fort Sprachliche Verstärkung endloser Zeit
des Lebens Becher Metapher für ausgeschöpfte Erfahrungen
Meere und Port Bild einer Ankunft ohne Erlösung





Kreuzworträtsel: Gedichtwissen

Valus Wie heißt der suchende Schüler im Gedicht?
Adept Wie nennt man einen in eine Lehre Eingeweihten?
Strophe Wie heißt eine Gruppe zusammengehöriger Verse?
Metapher Welches Stilmittel ist des Lebens Becher?
Romantik Welcher Literaturepoche wird die Autorin zugeordnet?
Quellfassung Wie heißt die historisch überlieferte Textgestalt?





LearningApps: passende Lernübungen suchen

Zusatzangebot: Die folgende Suche zeigt externe Übungen zu Günderrode und Gedichtanalyse. Nicht jedes Suchergebnis behandelt dieses Gedicht oder wurde inhaltlich geprüft.


Lückentext: Vom Forschen zur Einsamkeit

Setze jeweils ein passendes Wort ein.
Der Suchende im Gedicht heißt

.
Er lässt sich in einen geheimen

aufnehmen.
Die Priester wollen Sein und

trennen.
Die Figur erkennt einen

in vielen Formen.
Nach der dritten Weihe soll sie die Natur

.
Der Erzähler zeigt später die

der Figur.
Die Natur kehrt in einem

wieder.
Das Bild vom Lebensbecher ist eine

.
Valus lebt nach vielen Erfahrungen immer

.
Die Erzählung endet mit einer Frage nach menschlicher

.



Offene Aufgaben

Hinweis: Die drei besonders gekennzeichneten Schreibaufgaben haben je eine eigene Niveaustufe. In allen Aufgaben zitierst du die Quellfassung, nicht die Übertragung. Weitere Aufgaben fördern Vergleich, Vortrag und Diskussion.


Leicht

  1. Schreibaufgabe leicht: Schreibe vier kurze Sätze zum Weg von Valus. Benutze die Versbereiche 1–16 und 33–44. Hilfe 1: Wer reist? Hilfe 2: Was lernt er? Hilfe 3: Wie fühlt er sich später?
  2. Vorlesen: Lies die Verse 45–52 deutlich vor und markiere die Wörter, die du besonders betonen möchtest. Erkläre zwei Entscheidungen.
  3. Bilder finden: Suche zwei Bilder aus V. 37–50 und erkläre jedes in einem Satz. Markiere jeweils die Versnummer.
  4. Schreibweisen vergleichen: Vergleiche „Seyn“ und „Sein“ sowie „giebt“ und „gibt“. Erkläre kurz, welche Fassung ein exaktes historisches Zitat liefert.


Standard

  1. Schreibaufgabe standard: Schreibe einen Deutungsabsatz mit These, Originalzitat aus V. 41–48 und Erklärung. Hilfe 1: Wähle „Einsamkeit“ oder „Überdruss“. Hilfe 2: Suche einen Vers. Hilfe 3: Verbinde beides mit „Das zeigt sich daran, dass ...“.
  2. Reime untersuchen: Prüfe Strophe 1, Strophe 5 und Strophe 13. Notiere, welche Endwörter sich tatsächlich reimen und welche nicht.
  3. Kunstvergleich: Vergleiche das Bild von Caspar David Friedrich mit den Versen 43–50. Nenne eine Gemeinsamkeit und zwei Unterschiede; beachte die Entstehungsjahre.
  4. Gespräch: Führt ein Streitgespräch: „Ist vollständiges Wissen ein Gewinn?“ Jede Seite begründet ihre Sicht mit einem unterschiedlichen Versbeleg.


Schwer

  1. Schreibaufgabe schwer: Erörtere auf 250–350 Wörter, ob das Gedicht eher die Naturbeherrschung oder die menschliche Sehnsucht nach Grenzen kritisiert. Nutze mindestens drei genaue Verszitate und prüfe eine Gegenposition. Hilfe 1: Vergleiche V. 25–28 mit V. 49–52. Hilfe 2: Formuliere zwei mögliche Lesarten. Hilfe 3: Gewichte ihre Belege.
  2. Sprecherwechsel: Analysiere den Übergang von der Erzählstimme zu Valus' Klage in V. 49. Erkläre die Wirkung auf Lesende.
  3. Motivvergleich: Vergleiche die Idee des Grenzen überschreitenden Forschens mit Faust oder einem anderen bekannten Text. Trenne belegte Ähnlichkeiten von bloßen Vermutungen.
  4. Quellenprüfung: Prüfe TextGrid, historisches Buch, Wikipedia und Commons. Erläutere, wofür jede Quelle geeignet ist und was sie nicht belegen kann.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Belegketten prüfen: Stelle die Entwicklung von der Weihe bis zur Einsamkeit mit drei Ereignissen und drei zugehörigen Versangaben dar.
  2. Form und Wirkung: Erkläre, wie regelmäßige Strophen und das wiederholte „immer“ miteinander wirken. Prüfe, ob der Reim überall regelmäßig bleibt.
  3. Zwei Deutungen abwägen: Vergleiche die Lesarten „Wissenskritik“ und „Grenzen des Daseins“ und begründe dein Urteil mit wenigstens zwei Zitaten.
  4. Ausgaben unterscheiden: Wähle zwei modernisierte Wörter aus der Lesefassung. Erkläre, warum du beim wortgenauen Zitieren die Quellfassung verwendest.
  5. Heute weiterdenken: Nenne eine heutige Diskussion über Technik oder grenzenloses Wissen. Zeige eine nachvollziehbare Parallele zum Gedicht und eine wichtige Grenze des Vergleichs.


Lernnachweis

Am Ende kannst du den Handlungsverlauf mit Versbereichen erklären, die erzählende Stimme von direkter Rede unterscheiden, 13 Strophen und 52 Verse nachweisen, Bilder und Wiederholungen mit Originalzitaten deuten und zwei begründete Interpretationen vergleichen.

Dein Lernprodukt: Gib eine kurze Gedichtanalyse mit Einleitung, zwei Belegabsätzen und Schluss ab. Füge eine Quellenangabe zur Quellfassung und einen Satz zur abweichenden Lesefassung hinzu. Dokumentiere auch die drei gestuften Schreibaufgaben als Entwurf, Absatz und vertiefte Erörterung.


OER und Wikipedia

Text und Forschung:

Bild-, Animations- und Tonquellen: Die Dateien stammen aus Wikimedia Commons. Beachte die jeweiligen Rechte und die erforderliche Namensnennung. Bilder wurden nicht neu erzeugt.

Eingebundenes Medium Quelle Urheber und Einordnung Lizenz / Rechtebeleg
File:Porträt von Karoline von Günderrode, 1797.jpg Commons-Dateiseite Historisches Museum Frankfurt; Fotograf Horst Ziegenfusz CC BY-SA 4.0; Namensnennung, Quellenlink und Lizenzlink erforderlich; keine Veränderung im Kurs
File:Caspar David Friedrich - Wanderer above the sea of fog.jpg Commons-Dateiseite Caspar David Friedrich, Gemälde um 1818; nachträglicher Motivvergleich Gemeinfreies Kunstwerk / PD-Art laut Commons
File:Moon phase animated.gif Commons-Dateiseite NASA; didaktische Illustration eines Naturzyklus Gemeinfrei als US-Bundeswerk laut Commons
File:Chopin- Nocturne op. 37 no. 1.ogg Commons-Dateiseite Frédéric Chopin; Aufnahme Constantin Stephan; Musik späterer Zeit CC0 1.0

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