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Demokratieprojekt für meine Gemeinde - Baden-Württemberg

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Demokratieprojekt für meine Gemeinde - Baden-Württemberg




Einleitung

Wie demokratisch fühlt sich Dein Wohnort an? Wo können Jugendliche mitreden, wenn es um Busverbindungen, sichere Schulwege, Treffpunkte, Sportflächen, Klimaanpassung, Grünflächen, Kulturangebote oder die Gestaltung öffentlicher Räume geht? In diesem aiMOOC entwickelst Du ein Demokratieprojekt für Deine Gemeinde in Baden-Württemberg. Du untersuchst eine echte lokale Fragestellung, recherchierst unterschiedliche Perspektiven und planst eine Form der Beteiligung, die zu Deinem Thema passt.

Das Projekt ist für die Klassenstufen 7 bis 13 geeignet. Jüngere Lerngruppen können mit wenigen, gut verständlichen Quellen und kurzen Interviews arbeiten. Ältere Lerngruppen können zusätzlich kommunale Zuständigkeiten, Ratsunterlagen, statistische Daten, Interessenkonflikte und die Qualität von Beteiligungsverfahren genauer untersuchen. Entscheidend ist nicht, dass Deine Gruppe schon am Anfang eine fertige Lösung kennt. Entscheidend ist, dass Ihr gründlich recherchiert, fair mit unterschiedlichen Interessen umgeht und einen realistischen Beteiligungsweg plant.

Die Karte erinnert daran: Kommunalpolitik findet nicht irgendwo statt, sondern direkt in Städten und Gemeinden. Jede Gemeinde hat ihre eigenen Themen, Akteurinnen und Akteure, Entscheidungswege und Beteiligungsformen. Deshalb arbeitet dieser aiMOOC mit einem offenen Projektauftrag, den Du an Deinen Ort anpasst.

Projektauftrag: Finde eine lokale Frage, die junge Menschen in Deiner Gemeinde betrifft. Kläre, wer zuständig ist, sammle überprüfbare Informationen, befrage Betroffene und entwickle einen Beteiligungsplan. Am Ende soll ein Produkt entstehen, das tatsächlich vor Ort genutzt werden kann, zum Beispiel eine Präsentation für den Gemeinderat, ein Jugendforum, eine Kartenanalyse, eine Ausstellung, ein Podcast, eine Befragung oder ein begründeter Vorschlag an die Gemeindeverwaltung.


Was ist Kommunalpolitik?

Kommunalpolitik beschäftigt sich mit politischen Entscheidungen auf der Ebene von Städten und Gemeinden. In Baden-Württemberg ist der Gemeinderat die politische Vertretung der Bürgerschaft und das Hauptorgan der Gemeinde. Er entscheidet über kommunale Angelegenheiten, soweit nicht die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister aufgrund gesetzlicher Regeln zuständig ist. Gemeinderatssitzungen sind grundsätzlich öffentlich; nichtöffentlich darf nur beraten werden, wenn dafür rechtliche Gründe vorliegen.

Die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister leitet die Gemeindeverwaltung und führt den Vorsitz im Gemeinderat. Verwaltung und Gemeinderat haben deshalb unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Aufgaben. Für Dein Demokratieprojekt ist wichtig zu prüfen, wer über Dein Thema tatsächlich entscheiden kann. Nicht jedes Problem, das in Deinem Ort sichtbar wird, liegt vollständig in der Zuständigkeit der Gemeinde. Manche Fragen betreffen zum Beispiel den Landkreis, das Land Baden-Württemberg, den Bund, Verkehrsunternehmen, private Eigentümer oder mehrere Stellen gleichzeitig.

Politische Beteiligung ist mehr als Wählen. Menschen können Informationen einholen, Fragen stellen, Vorschläge machen, an Workshops teilnehmen, sich in Vereinen oder Initiativen engagieren, Gespräche mit Verantwortlichen führen oder formelle Beteiligungsmöglichkeiten nutzen. Welche Wege in Deiner Gemeinde bestehen, musst Du vor Ort recherchieren.


Kinder- und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg

Für Dein Projekt ist § 41a der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg besonders wichtig. Dort steht: „Die Gemeinde soll Kinder und muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen.“ Gemeinden sollen dafür geeignete Beteiligungsverfahren entwickeln. Eine mögliche Form ist ein Jugendgemeinderat oder eine andere Jugendvertretung.

Besteht eine Jugendvertretung, muss ihre Beteiligung an Gemeinderatssitzungen in Jugendangelegenheiten geregelt werden. Dabei sind insbesondere Möglichkeiten zum Reden, zur Anhörung und zum Stellen von Anträgen vorgesehen. Das bedeutet aber nicht, dass jede Schulklasse automatisch selbst über kommunale Entscheidungen entscheiden darf. Beteiligung muss immer zu Thema, Zuständigkeit, Entscheidungsraum und rechtlichem Rahmen passen.

Eine Untersuchung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg zur kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung zeigt, dass projektbezogene Beteiligungsformen in vielen Kommunen eine wichtige Rolle spielen. Genau hier setzt Dein Demokratieprojekt an: Du lernst Beteiligung nicht nur theoretisch kennen, sondern planst einen konkreten Prozess.


Phase 1: Eine lokale Fragestellung finden

Ein gutes Demokratieprojekt beginnt mit einer Frage, die lokal, offen, relevant und bearbeitbar ist. „Unsere Gemeinde braucht mehr für Jugendliche“ ist noch zu ungenau. Besser wäre zum Beispiel: „Wie könnten Jugendliche an der Neugestaltung des Platzes vor der Sporthalle beteiligt werden?“ oder „Welche Veränderungen wünschen Schülerinnen und Schüler für einen sichereren Schulweg, und welche davon liegen in kommunaler Zuständigkeit?“

Eine Fragestellung ist besonders geeignet, wenn es noch einen echten Entscheidungs- oder Gestaltungsspielraum gibt. Wenn eine Entscheidung bereits endgültig getroffen wurde, kann eine Befragung zwar Meinungen sichtbar machen, aber sie wäre keine faire Beteiligung an dieser Entscheidung. Prüfe deshalb frühzeitig, was noch offen ist.

Mögliche Themenfelder sind Verkehr, Klimaschutz, Jugendbeteiligung, Öffentlicher Raum, Sport, Kultur, Barrierefreiheit, Schule und Kommune oder Nachhaltige Stadtentwicklung. Nutze diese Beispiele nur als Startpunkt. Dein eigentliches Thema soll aus Beobachtungen und Recherchen in Deiner Gemeinde entstehen.

Für Klasse 7–9: Formuliere eine klare Leitfrage und sammle drei Arten von Belegen aus Deinem Ort.

Für Klasse 10–13: Formuliere zusätzlich Teilfragen zu Zuständigkeit, Interessen, Datenlage und möglichen Zielkonflikten.


Phase 2: Lokal recherchieren

Gute Beteiligung braucht gute Informationen. Recherchiere zuerst die Website Deiner Gemeinde. Suche nach Gemeinderat, Ratsinformationssystem, Tagesordnungen, Beschlüssen, Haushaltsinformationen, Bau- oder Verkehrsplanungen, Jugendangeboten und Beteiligungsformaten. Ergänze diese Quellen durch lokale Presse, statistische Daten, Karten, Ortsbegehungen und Gespräche.

Eine einzelne Quelle reicht bei umstrittenen Fragen selten aus. Nutze deshalb Quellentriangulation: Vergleiche mehrere voneinander unabhängige Quellen. Unterscheide dabei zwischen Fakten, Bewertungen und Interessen. Ein Ratsbeschluss beantwortet andere Fragen als ein Interview mit Jugendlichen. Eine Statistik zeigt andere Aspekte als eine Ortsbegehung.

Bei jeder Quelle solltest Du prüfen: Wer hat sie veröffentlicht? Wann? Welche Belege werden genannt? Welche Perspektive wird sichtbar? Welche Perspektive fehlt? Ist die Information noch aktuell?


Ortsbegehung und Kartierung

Gehe mit Deiner Gruppe an den Ort, um den es geht. Dokumentiere Beobachtungen systematisch. Bei einem Schulwegprojekt könntest Du zum Beispiel Querungsstellen, Sichtbeziehungen, Fahrradabstellplätze, Haltestellen oder besonders unübersichtliche Bereiche erfassen. Bei einem Projekt zu Jugendräumen könntest Du untersuchen, welche Orte zugänglich, kostenfrei, wettergeschützt oder barrierearm sind.

Eine Karte hilft, Beobachtungen räumlich zu ordnen. Arbeitet Ihr mit digitalen Karten, veröffentlicht keine personenbezogenen Daten und keine Informationen, durch die einzelne Personen gegen ihren Willen identifiziert werden können.


Interviews

Interviews helfen Dir zu verstehen, wie verschiedene Personen ein Problem wahrnehmen. Befrage zum Beispiel Jugendliche, Eltern, Mitarbeitende der Verwaltung, Gemeinderatsmitglieder, Vereinsaktive, Geschäftsleute oder Personen aus einer Initiative. Verwende möglichst offene Fragen: „Welche Veränderung wäre für Sie besonders wichtig?“ liefert meist mehr Erkenntnisse als eine Frage, die schon eine gewünschte Antwort vorgibt.

Vor einer Aufnahme brauchst Du eine klare Zustimmung. Erkläre, wofür das Material verwendet wird. Bei Minderjährigen, Veröffentlichungen und personenbezogenen Daten müssen die schulischen und datenschutzrechtlichen Regeln beachtet werden.


Befragungen

Eine Umfrage kann zeigen, wie eine größere Gruppe denkt. Sie ist aber nur dann aussagekräftig, wenn Du kritisch prüfst, wer erreicht wurde und wer nicht. Eine Online-Umfrage, die nur über einen Klassenchat verbreitet wird, bildet zum Beispiel nicht automatisch die gesamte Jugend einer Gemeinde ab.

Formuliere Fragen neutral, verwende verständliche Antwortmöglichkeiten und frage nur Daten ab, die Du wirklich brauchst. Bei sensiblen Themen ist besondere Vorsicht notwendig. Ergebnisse sollten nicht so dargestellt werden, als seien sie repräsentativ, wenn die Stichprobe das nicht erlaubt.


Phase 3: Zuständigkeiten klären

Bevor Ihr Forderungen formuliert, erstellt eine Zuständigkeitsprüfung. Fragt: Gehört das Thema zur Gemeinde? Ist der Gemeinderat zuständig? Kann die Verwaltung handeln? Ist der Landkreis beteiligt? Braucht es die Zustimmung eines Eigentümers, Verkehrsunternehmens oder einer anderen Stelle?

Das verhindert ein häufiges Problem politischer Projekte: Eine gute Idee wird an eine Stelle gerichtet, die gar nicht darüber entscheiden kann. Wenn mehrere Ebenen beteiligt sind, kann Euer Projekt gerade darin bestehen, die Zuständigkeitskette verständlich darzustellen.

Ein hilfreicher Rechercheweg ist der öffentliche Sitzungskalender des Gemeinderats. Dort könnt Ihr prüfen, ob Euer Thema bereits beraten wurde. Öffentliche Sitzungen können außerdem eine Gelegenheit sein, reale Kommunalpolitik zu beobachten. Welche Regeln für Besucherfragen oder Einwohnerfragestunden gelten, prüft Ihr direkt bei Eurer Gemeinde.


Phase 4: Interessen und Betroffene verstehen

Bei lokalen Konflikten gibt es selten nur zwei Seiten. Ein neuer Jugendtreff kann für Jugendliche wichtig sein, gleichzeitig können Anwohnende Fragen zu Lärm, Verkehr oder Öffnungszeiten haben. Ein sichererer Radweg kann Flächen benötigen, die bisher als Parkplätze genutzt werden. Eine Begrünung kann Kosten verursachen, aber zugleich Aufenthaltsqualität und Hitzeschutz verbessern.

Erstellt deshalb eine Stakeholderanalyse. Sammelt Personen und Gruppen, die betroffen sind, Fachwissen haben, Entscheidungen treffen oder bei der Umsetzung wichtig sind. Fragt nicht nur: „Wer unterstützt unsere Idee?“, sondern auch: „Wer könnte gute Gründe für eine andere Sichtweise haben?“

Eine gute demokratische Diskussion versucht nicht, Gegenargumente unsichtbar zu machen. Sie prüft Argumente, Interessen, Daten und mögliche Kompromisse. Gerade deshalb kann ein Beteiligungsverfahren bessere Lösungen hervorbringen als eine Abstimmung über eine vorschnell formulierte Ja-Nein-Frage.


Phase 5: Beteiligung planen

Jetzt entwickelt Ihr einen Beteiligungsplan. Beginnt mit dem Beteiligungsziel. Soll die Gemeinde zunächst Erfahrungen sammeln? Sollen Ideen entstehen? Sollen Varianten bewertet werden? Soll gemeinsam ein Vorschlag entwickelt werden? Je genauer das Ziel ist, desto besser könnt Ihr eine passende Methode wählen.

Mögliche Beteiligungsformen sind ein Jugendforum, eine moderierte Werkstatt, eine Befragung, eine Ortsbegehung, ein Ideenboard, ein World-Café, ein Gespräch mit dem Jugendgemeinderat, eine öffentliche Präsentation oder eine Kombination mehrerer Methoden. Formelle Instrumente haben teilweise besondere Voraussetzungen. Prüft deshalb vor ihrer Nutzung die aktuell geltenden Regeln Eurer Gemeinde und des Landes.

Ein fairer Beteiligungsplan beantwortet mindestens diese Fragen: Wer soll teilnehmen? Wie erreicht Ihr auch Personen, die nicht von selbst kommen? Was dürfen Teilnehmende tatsächlich beeinflussen? Welche Informationen brauchen sie vorher? Wie werden Ergebnisse dokumentiert? Wer entscheidet danach? Wann und wie erfahren die Beteiligten, was aus ihren Vorschlägen geworden ist?


Phase 6: Von der Beteiligung zur Wirkung

Beteiligung endet nicht mit einem Workshop. Besonders wichtig ist die Rückkopplung. Wenn Menschen Zeit investieren und Ideen einbringen, sollten sie erfahren, was damit passiert. Gute Rückmeldung unterscheidet zwischen Vorschlägen, die übernommen werden, Vorschlägen, die noch geprüft werden, und Vorschlägen, die nicht umgesetzt werden. Bei Ablehnungen sollte eine verständliche Begründung folgen.

Plant deshalb schon vor der Veranstaltung, wer die Ergebnisse erhält. Mögliche Adressaten sind Gemeinderat, Verwaltung, Jugendvertretung, Schulleitung, lokales Jugendhaus oder zuständige Fachstellen. Erstellt ein kurzes, sachliches Ergebnisdokument mit Problem, Recherche, Perspektiven, Beteiligungsmethode, wichtigsten Ergebnissen und nächsten Schritten.


Ein Beispiel aus Baden-Württemberg

Das Bild zeigt ein Erinnerungsprojekt in Dossenheim, an dem ein Jugendgemeinderat beteiligt war. Es verdeutlicht, dass Jugendbeteiligung nicht nur aus Sitzungen besteht. Jugendliche können Projekte entwickeln, öffentliche Räume mitgestalten und Themen sichtbar machen.

Für Dein eigenes Projekt ist dieses Beispiel keine Vorlage, die einfach kopiert werden soll. Frage vielmehr: Welche lokale Aufgabe passt zu unserem Ort, und wie können junge Menschen daran glaubwürdig beteiligt werden?


Projektplan

Projektphase Zentrale Frage Mögliches Produkt
Themenfindung Was betrifft junge Menschen in unserem Ort und ist noch gestaltbar? Leitfrage und erste Problemkarte
Recherche Was wissen wir bereits und welche Informationen fehlen? Quellenprotokoll, Datenblatt oder Ortskarte
Zuständigkeit Wer kann über das Thema entscheiden oder handeln? Zuständigkeitsdiagramm
Perspektiven Wer ist betroffen und welche Interessen gibt es? Stakeholderkarte und Interviews
Beteiligungsplanung Was sollen Menschen tatsächlich mitgestalten? Beteiligungskonzept
Umsetzung Wie organisieren wir eine faire und zugängliche Beteiligung? Workshop, Befragung, Forum oder Präsentation
Rückkopplung Was geschieht mit den Ergebnissen? Ergebnisbericht und Übergabe


Qualitätscheck für Euer Demokratieprojekt

Ein starkes Projekt ist sachlich, weil Behauptungen durch überprüfbare Quellen gestützt werden. Es ist demokratisch, weil unterschiedliche Perspektiven vorkommen. Es ist transparent, weil klar ist, was Beteiligte beeinflussen können und was nicht. Es ist inklusiv, wenn nicht nur besonders laute oder leicht erreichbare Gruppen gehört werden. Es ist realistisch, wenn Zuständigkeiten und Ressourcen berücksichtigt werden. Und es ist wirksam, wenn Ergebnisse an die richtigen Stellen gelangen und eine Rückmeldung geplant ist.


Recherchequellen und Werkzeuge

  1. Landesrecht Baden-Württemberg – § 41a Gemeindeordnung: Rechtliche Grundlage zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.
  2. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg – Gemeinderat: Grundlagen zu Aufgaben, Rechten und Arbeitsweise des Gemeinderats.
  3. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg – Studie zur Kinder- und Jugendbeteiligung: Daten und Formen kommunaler Jugendbeteiligung.
  4. Service-BW – Einwohnerfragestunde und Einwohnerversammlung: Orientierung zu Beteiligungsmöglichkeiten; lokale Ausgestaltung immer bei der eigenen Gemeinde prüfen.
  5. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Daten für lokale Recherchen und Vergleiche.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein sinnvoller erster Schritt für ein lokales Demokratieprojekt? (Eine offene und bearbeitbare lokale Fragestellung formulieren) (!Sofort eine fertige Forderung veröffentlichen) (!Nur eine einzige Meinung sammeln) (!Zuerst ein Abstimmungsergebnis erfinden)




Was verlangt § 41a der Gemeindeordnung Baden-Württemberg in Bezug auf Jugendliche? (Jugendliche müssen bei sie betreffenden Planungen und Vorhaben angemessen beteiligt werden) (!Jugendliche dürfen nur nach einer Kommunalwahl beteiligt werden) (!Jugendliche dürfen ausschließlich im Unterricht ihre Meinung äußern) (!Jugendliche entscheiden automatisch allein über alle Gemeindefragen)




Woran erkennst Du eine sorgfältige Quellenprüfung? (Autor Datum Belege und Perspektive werden geprüft) (!Die erste Suchmaschine entscheidet was wahr ist) (!Eine besonders emotionale Aussage reicht als Beleg) (!Nur Quellen mit derselben Meinung werden verwendet)




Warum muss die Zuständigkeit geklärt werden? (Damit ein Vorschlag die tatsächlich verantwortliche Stelle erreicht) (!Damit möglichst viele Behörden gleichzeitig angeschrieben werden) (!Damit keine Gegenargumente mehr vorkommen) (!Damit die Recherche übersprungen werden kann)




Welche Frage ist bei einer Umfrage besonders wichtig? (Wer wurde erreicht und wer fehlt möglicherweise) (!Welche Antwort gefällt der Projektgruppe am besten) (!Wie kann jede Person zur gleichen Antwort gebracht werden) (!Wie lassen sich unbequeme Ergebnisse verbergen)




Was gehört zu einer Stakeholderanalyse? (Betroffene Beteiligte Fachleute und Entscheidende identifizieren) (!Nur Unterstützerinnen und Unterstützer notieren) (!Alle Personen mit anderer Meinung ausschließen) (!Zufällige Namen ohne Bezug zum Thema sammeln)




Was gehört in einen guten Beteiligungsplan? (Ziel Zielgruppen Methode Ablauf und Rückmeldung) (!Nur ein auffälliges Plakat) (!Nur der Termin ohne weitere Informationen) (!Nur die Meinung der Projektleitung)




Wie sind Gemeinderatssitzungen grundsätzlich? (Öffentlich) (!Immer geheim) (!Nur für Gemeindebedienstete zugänglich) (!Nur für Erwachsene mit Parteimitgliedschaft zugänglich)




Was verbessert die Qualität einer Befragung? (Neutrale Fragen und ein verantwortlicher Umgang mit Daten) (!Suggestive Fragen mit gewünschter Antwort) (!Unklare Begriffe ohne Erklärung) (!Veröffentlichung persönlicher Daten ohne Zustimmung)




Was bedeutet Rückkopplung in einem Beteiligungsprojekt? (Teilnehmende erfahren was mit ihren Ergebnissen geschieht) (!Ergebnisse werden nach dem Workshop gelöscht) (!Nur die Projektgruppe kennt die Ergebnisse) (!Die ursprüngliche Fragestellung wird geheim gehalten)





Memory

Gemeinderat politische Vertretung der Bürgerschaft
Bürgermeisteramt Leitung der Gemeindeverwaltung
Stakeholderanalyse Ermittlung betroffener und einflussreicher Gruppen
Quellentriangulation Vergleich mehrerer unabhängiger Informationsquellen
Ortsbegehung systematische Untersuchung eines realen Ortes
Jugendbeteiligung Mitwirkung junger Menschen an sie betreffenden Vorhaben
Rückkopplung Information über den Umgang mit Beteiligungsergebnissen
Kompromiss Ausgleich unterschiedlicher Interessen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Demokratieprojekt
Recherche überprüfbare Informationen und unterschiedliche Quellen sammeln
Zuständigkeit klären welche Stelle entscheiden oder handeln kann
Beteiligungsziel festlegen was Teilnehmende tatsächlich beeinflussen sollen
Methode passende Form wie Forum Befragung oder Werkstatt auswählen
Rückmeldung transparent erklären was mit den Ergebnissen geschieht






Kreuzworträtsel

Gemeinderat Wie heißt die politische Vertretung der Bürgerschaft in einer Gemeinde?
Rathaus Welches Gebäude steht häufig sinnbildlich für die Gemeindeverwaltung?
Umfrage Wie heißt eine Methode zur strukturierten Befragung vieler Personen?
Beteiligung Wie nennt man die Mitwirkung von Menschen an politischen Prozessen?
Quelle Was muss bei einer Recherche auf Herkunft und Glaubwürdigkeit geprüft werden?
Kompromiss Wie heißt eine Lösung die unterschiedliche Interessen miteinander ausgleicht?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine Stadt oder Gemeinde wird auch als

bezeichnet.
Die politische Vertretung der Bürgerschaft ist der

.
In Baden-Württemberg müssen

bei Vorhaben beteiligt werden, die ihre Interessen berühren.
Vor jeder Forderung steht eine gründliche

.
Bei strittigen Themen sollten mehrere unabhängige

miteinander verglichen werden.
Ein Projekt muss klären, welche politische Ebene die richtige

besitzt.
Eine strukturierte Befragung vieler Personen nennt man

.
Betroffene und einflussreiche Gruppen werden in einer

erfasst.
Vor der Auswahl einer Methode braucht jedes Projekt ein klares

.
Nach der Beteiligung brauchen die Teilnehmenden eine verständliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Ortsbeobachtung: Fotografiere oder skizziere drei Orte in Deiner Gemeinde, an denen junge Menschen eine Veränderung wünschen könnten, und begründe Deine Auswahl.
  2. Leitfrage: Formuliere aus einer Beobachtung eine offene lokale Forschungsfrage, die nicht schon eine bestimmte Lösung vorgibt.
  3. Quellencheck: Suche auf der Website Deiner Gemeinde drei Informationen zu Deinem Thema und notiere jeweils Herausgeber, Datum und Aussage.
  4. Mini-Interview: Entwickle fünf offene Fragen und führe ein kurzes Gespräch mit einer Person, die von Deinem Thema betroffen ist.


Standard

  1. Stakeholderanalyse: Erstelle eine Karte mit mindestens sechs unterschiedlichen Gruppen oder Stellen, die von Deinem Thema betroffen sind oder Einfluss darauf haben.
  2. Ortsbegehung: Entwickle einen Beobachtungsbogen, untersuche einen relevanten Ort systematisch und visualisiere Deine Ergebnisse.
  3. Jugendbefragung: Plane eine kurze, freiwillige Befragung mit neutralen Fragen und beschreibe, welche Gruppen damit erreicht oder nicht erreicht werden.
  4. Beteiligungswerkstatt: Entwirf einen Ablauf für eine 45- bis 90-minütige Beteiligungsveranstaltung mit Einstieg, Arbeitsphase, Ergebnissicherung und Rückmeldung.


Schwer

  1. Zuständigkeitsanalyse: Rekonstruiere anhand von Ratsunterlagen und offiziellen Informationen, welche Stellen über Dein Thema entscheiden und wo rechtliche oder finanzielle Grenzen liegen.
  2. Interessenkonflikt: Entwickle drei realistische Lösungsmöglichkeiten für Dein lokales Problem und bewerte sie aus der Sicht verschiedener Stakeholder.
  3. Demokratie-Pitch: Produziere ein sachliches Video oder einen Podcast, in dem Ihr Problem, Recherche, Gegenargumente, Beteiligungsvorschlag und nächsten Schritt erklärt.
  4. Kommunale Beteiligung: Organisiere mit Schule und Gemeinde eine echte Beteiligungsaktion und dokumentiere anschließend, welche Vorschläge weiterverfolgt, verändert oder abgelehnt wurden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Kommunalpolitik: Eine Schule fordert eine neue Busverbindung. Entwickle einen Rechercheweg, mit dem Du klärst, welche Stellen zuständig sind und welche Daten für eine Entscheidung fehlen.
  2. Beteiligungsdesign: Eine Gemeinde plant die Umgestaltung eines Platzes neben einem Jugendhaus. Entwickle ein Beteiligungsverfahren, das sowohl Jugendliche als auch Anwohnende einbezieht, und begründe Deine Methodenwahl.
  3. Quellenkritik: Zwei lokale Quellen widersprechen sich bei der Frage, ob ein Radweg gefährlich ist. Beschreibe, wie Du den Widerspruch untersuchen würdest, ohne vorschnell eine Seite für richtig zu erklären.
  4. Repräsentativität: Eine Online-Umfrage erreicht fast nur Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums. Erkläre, welche Schlussfolgerungen trotzdem möglich sind und wie die Datengrundlage verbessert werden könnte.
  5. Zielkonflikt: Entwickle für einen Konflikt zwischen Aufenthaltsqualität, Verkehr, Kosten und Lärmschutz einen begründeten Kompromiss und zeige, welche Interessen dadurch berücksichtigt werden.
  6. Wirkungskontrolle: Entwirf Kriterien, mit denen Ihr drei Monate nach Eurem Demokratieprojekt prüfen könnt, ob aus der Beteiligung tatsächlich etwas entstanden ist.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern einen nachvollziehbaren demokratischen Arbeitsprozess zeigen kannst. Dazu gehören eine klar formulierte lokale Leitfrage, dokumentierte und geprüfte Quellen, eine begründete Zuständigkeitsanalyse, unterschiedliche Perspektiven, ein transparenter Umgang mit Daten, ein passendes Beteiligungsziel, eine methodisch begründete Beteiligungsform, eine sachliche Ergebnisdarstellung und eine geplante Rückkopplung an Beteiligte und Verantwortliche.

Ein besonders guter Lernnachweis macht außerdem sichtbar, welche Unsicherheiten in der Recherche geblieben sind, welche Gegenargumente ernst genommen wurden und wie sich der ursprüngliche Vorschlag durch neue Informationen verändert hat.


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