Dem gekränkten Freunde - Hensel, Luise - Gedichtanalyse
Einleitung
Zielgruppe: Klasse 9–10, mit Vertiefungen für Klasse 11–13. Thema: Verletzte Freundschaft, Reue und Versöhnung im Gedicht von Luise Hensel. Du übst, Aussagen über ein Gedicht mit einer überprüfbaren Versstelle zu begründen.
Dein Ausgangstext: Gedicht – Dem gekränkten Freunde – Hensel, Luise (vorhandene MOOCwiki-Textseite). Die kritische Textgrundlage stammt aus der TextGrid-Ausgabe, die eine Fassung nach Hensels Lieder (Ausgabe 1879) bietet. TextGrid verzeichnet als Entstehungsort und -jahr „Coblenz, 1825“. Der hier untersuchte Text hat 40 Verse. Er gehört in den historischen Zusammenhang der Romantik.
Leitfrage: Wie wird aus einem schmerzlichen Fehler die Hoffnung auf Vergebung? Lies zunächst das Gedicht einmal still und einmal laut. Kennzeichne Belege, bevor du eine Deutung formulierst.

Porträt von Luise Hensel, gezeichnet 1829 von Wilhelm Hensel. Bild: Wikimedia Commons, gemeinfrei; Bildquelle und Rechte.
Textgrundlage: Quellfassung und Lesefassung
Wichtig: Eine Quellfassung zeigt den überlieferten Wortlaut. Eine Lesefassung erleichtert die Lektüre mit heutiger Schreibung, ohne eine Übersetzung oder verbindliche Interpretation zu sein. Für wörtliche Zitate, Versnummern und Reime ist hier die Quellfassung maßgeblich. Die bereits vorhandene MOOCwiki-Textseite wird verlinkt und nicht durch eine zweite Gedichtseite ersetzt.
Quellfassung nach TextGrid
Textbasis: TextGrid Repository, Dem gekränkten Freunde; Originaltext gemeinfrei. Die Nummern dienen nur der Analyse und gehören nicht zum Wortlaut.
- V. 1 Wenn meine Lippen schweigen,
- V. 2 Mein Haupt sich niederbückt
- V. 3 Und stille Thränen zeugen,
- V. 4 Daß tiefer Schmerz mich drückt,
- V. 5 Und wenn verhehltes Klagen
- V. 6 Aus meiner Brust sich drängt:
- V. 7 Woll'st nimmer dann mich fragen,
- V. 8 Was meine Seele kränkt.
- V. 9 Daß ich Dich einst verkannte
- V. 10 Und daß ich zürnend mich
- V. 11 Von Deinem Herzen wandte,
- V. 12 Das kränkt mich mehr als Dich. –
- V. 13 Wenn schwer sich aufwärts hebend
- V. 14 Mein müdes Auge bricht
- V. 15 Und meine Lippe bebend
- V. 16 Das letzte Amen spricht,
- V. 17 Wenn meine Händ' erkalten,
- V. 18 Zum reuigen Gebet
- V. 19 Sich fromm noch einmal falten
- V. 20 Und still das Herz mir steht:
- V. 21 Auch dann woll'st Du nicht fragen,
- V. 22 Was sterbend mich noch kränkt,
- V. 23 Und was die letzten Klagen
- V. 24 Aus meinem Busen drängt.
- V. 25 Daß ich Dein Herz verkannte,
- V. 26 Von Deiner Liebe mich
- V. 27 In harter Strenge wandte,
- V. 28 Das quält noch sterbend mich.
- V. 29 O Bruder, dann verzeihe,
- V. 30 Was ich mir nie verziehn;
- V. 31 Dann möge meiner Reue
- V. 32 Vergebung ewig blühn.
- V. 33 Und dann wirst Du mir drüben
- V. 34 Die Hand versöhnend weihn,
- V. 35 Und dann wird auch Dein Lieben
- V. 36 Verklärt und selig sein:
- V. 37 »Denn eine einz'ge Treue
- V. 38 Ist aller Liebe werth,
- V. 39 Und eine einz'ge Reue
- V. 40 Zerbricht das Richterschwert.«
Quellennachweis: Luise Hensel, Dem gekränkten Freunde, in: Lieder, Ausgabe 1879, Anhang, nach TextGrid, PID 54B1-D. Die zugrunde liegenden historischen Gedichtverse sind gemeinfrei; TextGrid nennt für seine Aufbereitung und Metadaten CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid.
Lesefassung in moderner Schreibweise
Diese Lesefassung aktualisiert nur ausgewählte Schreibungen und Großbuchstaben. Die ungewöhnlichen Bilder und die Ich-Perspektive bleiben erhalten. Vergleiche vor allem die Formen Thränen/Tränen, Daß/dass, werth/wert und verziehn/verziehen. Das sind keine neuen historischen Zitate.
- Wenn meine Lippen schweigen,
- mein Haupt sich niederbückt
- und stille Tränen zeugen,
- dass tiefer Schmerz mich drückt,
- und wenn verhehltes Klagen
- aus meiner Brust sich drängt:
- wollst nimmer dann mich fragen,
- was meine Seele kränkt.
- Dass ich dich einst verkannte
- und dass ich zürnend mich
- von deinem Herzen wandte,
- das kränkt mich mehr als dich.
- Wenn schwer sich aufwärts hebend
- mein müdes Auge bricht
- und meine Lippe bebend
- das letzte Amen spricht,
- wenn meine Hände erkalten,
- zum reuigen Gebet
- sich fromm noch einmal falten
- und still das Herz mir steht:
- Auch dann wollst du nicht fragen,
- was sterbend mich noch kränkt,
- und was die letzten Klagen
- aus meinem Busen drängt.
- Dass ich dein Herz verkannte,
- von deiner Liebe mich
- in harter Strenge wandte,
- das quält noch sterbend mich.
- O Bruder, dann verzeihe,
- was ich mir nie verziehen;
- dann möge meiner Reue
- Vergebung ewig blühen.
- Und dann wirst du mir drüben
- die Hand versöhnend weihen,
- und dann wird auch dein Lieben
- verklärt und selig sein:
- „Denn eine einzige Treue
- ist aller Liebe wert,
- und eine einzige Reue
- zerbricht das Richterschwert.“
Lesehilfe: verhehlt bedeutet verborgen; zürnend heißt im Zorn; drüben weist hier auf das Jenseits; weihen bedeutet feierlich schenken oder zusprechen. Richterschwert ist ein Bild für harte Verurteilung. Für die Reimprüfung arbeite wieder mit der Quellfassung.
Übersetzung oder Übertragung? Das Gedicht ist bereits deutsch. Eine echte Übersetzung müsste eine andere Sprache nennen und dürfte nicht als Original erscheinen. In einfacher Alltagssprache lässt sich der Sinn zusammenfassen: Die sprechende Person hat einen nahen Menschen durch Abwendung verletzt. Sie trägt Schuldgefühle und hofft bis über den Tod hinaus auf Verzeihung. Das ist eine Deutungshilfe, kein Verszitat.
Lyrische Stimme und Handlung
Wer spricht? Das lyrische Ich zeigt zuerst seinen Schmerz mit Schweigen, gesenktem Kopf und Tränen (V. 1–4). Die Person nennt zunächst nicht die Ursache. In V. 9–12 erklärt sie: Sie hat das Herz des Gegenübers verkannt und sich zornig abgewandt. Das Ich leidet also nicht nur unter fremder Kränkung, sondern unter eigener Schuld.
Wer wird angesprochen? Das Du wird direkt angesprochen. V. 29 nennt es „O Bruder“. Das kann eine vertraute verwandtschaftliche Beziehung bedeuten; im Gedicht steht vor allem die intensive persönliche Bindung im Vordergrund. Eine eindeutige biografische Identifizierung des Adressaten ist aus den Versen allein nicht beweisbar.
Wie verläuft das Gedicht?
- V. 1–12: Verschwiegenes Leid und Eingeständnis eines Fehlers.
- V. 13–28: Ausblick auf das Sterben und fortdauernde Reue.
- V. 29–40: Bitte um Verzeihung und Hoffnung auf Versöhnung.
Achte auf die direkte Bitte in V. 29–32: Das Ich will nicht bloß verstanden werden; es sucht Vergebung. Die endgültige Versöhnung ist erhofft. Der Text beweist nicht, dass der Freund sie zu Lebzeiten bereits ausgesprochen hat.
Mini-Auftrag: Finde eine Stelle für Schweigen, eine für Schuld und eine für Hoffnung. Notiere jeweils die genauen Versnummern. Hilfe 1: Suche V. 1–4, V. 9–12 und V. 29–40. Hilfe 2: Schreibe zu jedem Beleg nur einen Satz. Hilfe 3: Nutze „In V. … zeigt sich …, weil …“.

Hensel-Denkmal in Paderborn. Foto: Ludger1961, CC BY-SA 3.0; Quelle, Urheber und Lizenz. Die Inschrift stammt nicht aus dem hier behandelten Gedicht.
Form, Klang und Aufbau
Der Text umfasst 40 Verse, die sich in zehn Vierzeiler gliedern lassen. Viele Strophen folgen dem Prinzip des Kreuzreims (abab). So passen in V. 13–16 hebend/bebend und bricht/spricht zueinander. Einige Reime sind nicht ganz rein: schweigen/zeugen (V. 1/3) klingen ähnlich, aber die betonten Doppellaute unterscheiden sich. Formeln wie „immer perfekter Kreuzreim“ wären deshalb ungenau.
Beim lauten Lesen hörst du überwiegend einen jambisch wirkenden, oft dreihebigen Rhythmus. Das ist eine Beobachtung, keine starre Regel für jeden Vers. Markiere selbst die betonten Silben. Bei veränderten historischen Wortformen kann die Betonung variieren. Wechselnde Versenden tragen zum liedhaften Eindruck bei.
Klang und Wirkung: Die Wiederholung von wenn am Beginn der Beschreibungen (V. 1, 5, 13 und 17) ordnet die Gefühle in Bedingungen und Bilder. Die Bitte, nicht nachzufragen (V. 7–8 und 21–22), kehrt mit gesteigerter Dringlichkeit wieder. So wird die Angst vor einem unversöhnten Ende stärker.
Medienübung zur Form: Sieh zwei kurze Erklärvideos. Bestimme danach selbst die Reimwörter einer Strophe. Die Videos behandeln allgemeine Verfahren, nicht Hensels konkreten Text.
Die Merkhilfe: Versmaß, Kadenz und Reimschema; externes Unterrichtsvideo, Quelle und Anbieter.
Diego Hagen: Reimschema bestimmen; externes Unterrichtsvideo, Quelle und Anbieter.

Animation einer physikalischen Welle, nicht des Gedichts. Vergleiche die sichtbare Wiederholung der Schwingung mit wiederkehrenden Betonungen in gesprochenen Versen, ohne Schallwellen mit Reimschemata gleichzusetzen. Animation: Lookang, CC BY-SA 4.0, Commons und Lizenz.
Bilder, Gefühle und religiöse Sprache
Körpersprache: Schweigende Lippen, gesenkter Kopf und Tränen (V. 1–4) machen seelisches Leid sichtbar. Die Bildfolge wird später durch ermüdende Augen, erkaltende Hände und das stillstehende Herz (V. 13–20) verstärkt. Das Ich stellt sich die eigene letzte Stunde vor. Der Tod wird nicht als geschehen berichtet.
Religion und Vergebung: Das Amen (V. 16) und das Gebet (V. 18) zeigen religiöse Vorstellungen. drüben (V. 33) eröffnet eine Hoffnung über den Tod hinaus. Die Formulierung Richterschwert am Ende (V. 40) stellt harte Verurteilung als bedrohliches Bild dar. Die Reue soll diese Härte überwinden. Hier kannst du zwischen der bildlichen Rede im Text und deiner eigenen Bewertung von Vergebung unterscheiden.
Unterscheide die Ebenen:
- Beobachtung: Die sprechende Person richtet sich an einen Bruder und bittet um Verzeihung (V. 29).
- Interpretation: Aus der Bitte lässt sich der Wunsch nach Wiederherstellung der Beziehung erschließen.
- Offene Frage: Ob diese Vergebung wirklich erfolgt, lässt die Zukunftsform in V. 33–36 offen.
Schreibgerüst: „Die Formulierung … (V. …) wirkt … . Dadurch wird deutlich, dass … . Eine andere Lesart wäre … .“
Romantik und mehrere Deutungen
Romantik wird in der Literaturgeschichte häufig ungefähr zwischen 1795 und 1840 verortet. Kennzeichen können Innerlichkeit, Gefühle, religiöse Sehnsucht und die Frage nach einem Leben jenseits des Sichtbaren sein. Luise Hensels Gedicht entstand 1825. Das macht den Epochenbezug sinnvoll. Es erklärt aber nicht jedes einzelne Wort automatisch.
Lesart A – persönlicher Konflikt: Die sprechende Person möchte Verantwortung für den eigenen Fehler übernehmen. Beleg: V. 9–12 und V. 25–28.
Lesart B – christlich geprägte Versöhnungshoffnung: Reue, Gebet und das Jenseits sind eng verbunden. Beleg: V. 17–20 und V. 29–40.
Lesart C – Spannung zwischen Sprechen und Schweigen: Zu Beginn will das Ich die Verletzung nicht benennen; am Ende spricht es die Bitte doch aus. Beleg: V. 1–8 gegenüber V. 29–32.
Eine gute Deutung nennt Textstelle + Wirkung + mögliche Bedeutung. Die drei Lesarten können einander ergänzen. Du darfst begründet widersprechen, solange du die Verse genau prüfst.

Caspar David Friedrich, Zwei Männer in Betrachtung des Mondes (1819–1820), ein unabhängiges Beispiel romantischer Kunst. Gemeinfrei; Commons-Original und Rechte. Das Bild ist keine Illustration Hensels aus der Entstehungszeit.
Vergleich mit anderer Lyrik der Dichterin
Das bekannte Nachtgebet Müde bin ich, geh zur Ruh ist ein anderes Gedicht von Hensel. Der historische Druck zeigt, wie eine Quellfassung aussehen kann; das kurze Tonbeispiel bietet eine Melodie dieses anderen Werks. Vergleiche den ruhigen Liedcharakter, aber schreibe keine Worte oder Musik daraus Hensels Dem gekränkten Freunde zu.

Historische Druckfassung des Nachtgebets von 1829; Luise Hensel, gemeinfrei. Commons und Lizenz.
Datei:Müde bin ich, geh zur Ruh (DEG).mid Audiovergleich: MIDI-Melodie zu Müde bin ich, geh zur Ruh (nicht die gesprochene Wiedergabe des hier analysierten Gedichts). Satz und Tondatei: Peter Gerloff / Rabanus Flavus, CC0 1.0. Datei und Rechte.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Lesen mit Belegen
Lies vor jeder Antwort die angegebenen Verse der Quellfassung. Zu jeder Frage passt genau eine Antwort.
Welche Zeichen nennt das Ich zu Beginn ausdrücklich in V. 1–4? (Schweigen, gesenkter Kopf und Tränen) (!Lachen, Tanzen und lautes Rufen) (!Sonnenschein, Blumen und Vogelgesang) (!Ein Brief, ein Ring und ein Geschenk)
Worin liegt der eigene Fehler nach V. 9–12? (Das Ich hat den Freund verkannt und sich zornig abgewandt) (!Das Ich hat einen Gegenstand verloren) (!Der Freund hat einen Eid gebrochen) (!Das Ich hat seine Heimat verlassen)
Was bittet die sprechende Person in V. 7–8? (Dass der andere nicht nach ihrer seelischen Kränkung fragt) (!Dass der andere eine Reise plant) (!Dass der andere die Verse abschreibt) (!Dass der andere ein Lied singt)
Welche Situation wird in V. 13–20 ausgemalt? (Die vorgestellte eigene Sterbestunde) (!Ein Hochzeitsfest) (!Ein Spaziergang am Morgen) (!Eine öffentliche Gerichtsverhandlung)
Wie wird die angesprochene Person in V. 29 genannt? (Bruder) (!Lehrerin) (!Fremder) (!König)
Was erhofft das Ich in V. 29–32? (Verzeihung und Vergebung) (!Eine Reise und Reichtum) (!Ruhm und politischen Einfluss) (!Vergeltung und Strafe)
Wofür steht das Richterschwert in V. 40 als Bild? (Für harte Verurteilung, die von Reue überwunden werden soll) (!Für einen tatsächlichen Fechtkampf) (!Für ein verlorenes Familienerbstück) (!Für den Beginn einer Reise)
Wie viele Verse umfasst die untersuchte Quellfassung? (Vierzig Verse) (!Vierzehn Verse) (!Zwanzig Verse) (!Sechzig Verse)
Welche Beobachtung zur Reimform trifft auf V. 1–4 am ehesten zu? (Es ist ein angedeuteter Kreuzreim mit einem unreinen Reimpaar) (!Alle vier Zeilen haben dasselbe Endwort) (!Die Strophe besitzt überhaupt keine Klangbeziehungen) (!Die Verse bilden einen durchgängig reinen Paarreim)
Welche Deutung lässt sich an V. 17–20 und V. 33–40 begründen? (Christlich gefärbte Hoffnung auf Vergebung über den Tod hinaus) (!Die Planung einer Schiffsreise) (!Die Verherrlichung eines Krieges) (!Die Beschreibung einer Naturkatastrophe)
Memory-Spiel
Ordne jedem Fachbegriff die passende Bedeutung zu.
| Quellfassung | Wortlaut nach einer nachgewiesenen Textausgabe |
| Lesefassung | Zum Lesen behutsam modernisierte Schreibung |
| Lyrisches Ich | Die sprechende Stimme im Gedicht |
| Kreuzreim | Reimordnung mit wechselnden Endreimen |
| Reue | Schmerz über das eigene falsche Handeln |
| Metapher | Sprachliches Bild mit übertragener Bedeutung |
Drag-and-Drop: Belege zuordnen
| Ordne den Deutungsbegriff zu | Passender Textabschnitt |
|---|---|
| Schweigender Schmerz | Anfang mit Lippen, Haupt und Tränen |
| Selbstvorwurf | Eingeständnis des zornigen Abwendens |
| Sterbevorstellung | Augen, Amen, Hände und Gebet |
| Vergebungsbitte | Anrede des Bruders und Wunsch nach Verzeihung |
| Versöhnungshoffnung | Erwartete Handreichung und Bild des Richterschwerts |
Kreuzworträtsel
| Bruder | Wen spricht das Ich unmittelbar in Vers 29 an? |
| Reue | Wie heißt das Bedauern über eigenes falsches Verhalten? |
| Gebet | Was wird in Vers 18 als religiöse Handlung genannt? |
| Treue | Was wird in Vers 37 als wertvoll hervorgehoben? |
| Vergebung | Was erhofft das Ich ausdrücklich in Vers 32? |
| Kreuzreim | Wie heißt das Reimmuster abab? |
LearningApps
Suche nach bereits vorhandenen interaktiven Übungen zu Gedichtanalyse und Luise Hensel. Die Treffer stammen von Dritten und sind nicht Teil der historischen Textquelle.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite zunächst eine Aufgabe aus Leicht. Wähle danach eine zweite in Standard oder Schwer. Für alle Schreibaufgaben gilt: eigene Worte benutzen, Versstellen nach der Quellfassung belegen.
Leicht
- Schreibaufgabe A – drei Sätze: Schreibe drei kurze Sätze zu Schmerz, Schuld und Hoffnung. Nenne mindestens eine Versstelle. Hilfe: Die Stellen liegen in V. 1–12 und V. 29–40.
- Textmarkierung: Markiere im Original alle Wörter, die etwas über Gefühle sagen. Ordne sie zwei Gruppen zu: Belastung und Hoffnung.
- Reim-Werkstatt: Unterstreiche die Reimwörter in V. 13–16. Schreibe danach das Schema mit Buchstaben auf.
- Quellenvergleich: Finde zwei Änderungen zwischen Quellfassung und Lesefassung und erkläre, warum die Originalschreibung bei Zitaten wichtig bleibt.
Standard
- Schreibaufgabe B – Deutung eines Bildes: Verfasse einen Absatz zu dem Richterschwert in V. 37–40. Belege Beobachtung, Wirkung und Deutung. Hilfe: Was kann ein Richter tun? Was verändert hier die Reue?
- Wiederholungen: Vergleiche die Bitte in V. 7–8 mit V. 21–22. Erkläre in vier Sätzen, was durch die Wiederkehr verstärkt wird.
- Epochenvergleich: Stelle das Gemälde der zwei Mondbetrachter und das Gedicht gegenüber. Nenne Gemeinsamkeiten im Umgang mit Innerlichkeit und zwei deutliche Unterschiede zwischen Bild und Text.
- Sprechprobe: Lies V. 29–40 mit bewusst gesetzten Pausen. Beschreibe, wie deine Betonung die Aussage verändert. Es ist keine Medienaufnahme nötig.
Schwer
- Schreibaufgabe C – Erörternde Interpretation: Schreibe etwa 300 Wörter zur Frage, ob Reue im Gedicht stärker ist als die Hoffnung auf Versöhnung. Beziehe V. 9–12, V. 25–32 und V. 33–40 ein und formuliere eine Gegenlesart.
- Sprecheranalyse: Prüfe, ob das lyrische Ich die Perspektive des Freundes wirklich kennt. Unterscheide Beleg, Vermutung und offene Frage.
- Rhythmusvergleich: Untersuche V. 1–4 und V. 13–16 auf Silbenbetonung und unreine Reime. Begründe, wo eine starre Metrum-Behauptung nicht reicht.
- Quellenkritischer Kommentar: Vergleiche die TextGrid-Fassung mit der vorhandenen MOOCwiki-Gedichtseite. Dokumentiere nur tatsächlich festgestellte Unterschiede und verlinke beide Quellen.


Lernkontrolle
- Belegprüfung: Erkläre an zwei genau bezeichneten Versstellen den Wechsel von Schuld zu Versöhnungshoffnung.
- Sprecherhaltung: Begründe, weshalb man die Gedichtstimme nicht ohne weitere Quelle direkt mit Hensels Privatleben gleichsetzen darf.
- Klangvergleich: Beurteile anhand von V. 1–4 und V. 13–16 die Aussage, jeder Kreuzreim sei in diesem Text vollkommen rein.
- Bilddeutung: Leite aus der Bedeutung des Richterschwerts eine mögliche Grundaussage ab und gib eine vorsichtigere Alternative an.
- Historische Einordnung: Prüfe, welche religiösen und emotionalen Merkmale an die Romantik erinnern, ohne die Epoche zum alleinigen Deutungsgrund zu machen.
- Medienprüfung: Wähle ein Commons-Medium und eines der Videos. Nenne Urheber, Fundstelle und den Unterschied zwischen einer offenen Datei und einem eingebetteten Drittvideo.
Lernnachweis
Du kannst zeigen, dass du die Quell- und Lesefassung unterscheidest, die Struktur mit Verszahlen belegst und die wichtigsten Motive korrekt erläuterst. Ein guter Lernnachweis enthält:
- eine kurze Inhaltsangabe in eigenen Worten;
- drei belegte Aussagen mit korrekten Versnummern;
- eine Analyse von Reim, Rhythmus und mindestens einem Sprachbild;
- eine begründete Deutung mit einer möglichen Alternative;
- einen knappen Quellen- und Mediennachweis.
Selbstprüfung: Sind meine Zitate wirklich in der Quellfassung enthalten? Habe ich Quelle, Lesefassung, freie Übertragung und Interpretation voneinander getrennt?
OER und Wikipedia
Primärtext und Editionsnachweise
- TextGrid: Dem gekränkten Freunde – editionsnaher Wortlaut, Entstehungsangabe 1825, wissenschaftlich nutzbarer Textnachweis.
- MOOCwiki: Gedicht – Dem gekränkten Freunde – Hensel, Luise – bereits vorhandene Textseite.
- BYU Sophie Digital Library: Lieder (Ausgabe 1879) – bibliografischer Sammlungsnachweis.
- Wikipedia: Luise Hensel – Überblick zur Autorin, als Hintergrundquelle, nicht als Ersatz für den Gedichttext.
- Romantik – Epochenkontext, dessen Merkmale am Gedicht geprüft werden.
Mediennachweise und Nutzung: Commons-Dateien bleiben mit Urheber und Lizenz benannt. Die beiden YouTube-Beiträge sind lediglich extern eingebettet. Ihr Inhalt steht nicht automatisch unter einer freien Lizenz; es erfolgt kein eigenes Reupload oder eine neue Medienproduktion.
| Medium und Funktion | Originalquelle | Urheber | Lizenz oder Nutzungsstatus |
|---|---|---|---|
| File:Luise hensel.jpg – Porträt | Commons | Wilhelm Hensel | Gemeinfrei / Public Domain Mark |
| File:Paderborn Luise-Hensel-Denkmal.jpg – Erinnerungskultur | Commons | Ludger1961 | CC BY-SA 3.0 |
| File:Caspar David Friedrich - Two Men Contemplating the Moon - Google Art Project.jpg – romantische Kunst | Commons | Caspar David Friedrich | Gemeinfrei / Public Domain Mark |
| File:Luise Hensel Nachtgebet.jpg – anderer Text von Hensel | Commons | Luise Hensel, historische Druckvorlage | Gemeinfrei / Public Domain Mark |
| File:Amplitudemodulation.gif – Wellenanimation als Klangvergleich | Commons | Lookang | CC BY-SA 4.0 |
| File:Müde bin ich, geh zur Ruh (DEG).mid – Melodie eines anderen Gedichts | Commons | Peter Gerloff / Rabanus Flavus, Tonsatz und Datei | CC0 1.0 |
| Video: Versmaß, Kadenzen, Reimschema | YouTube | Die Merkhilfe | Verlinktes Drittvideo; keine freie Lizenz behauptet |
| Video: Reimschema bestimmen | YouTube | Diego Hagen | Verlinktes Drittvideo; keine freie Lizenz behauptet |
Wikipedia-Einbettung: Biografische Informationen sind Hintergrundwissen. Begründe deine Gedichtdeutung direkt mit Hensels Versen.
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