Das passende KI-Werkzeug auswählen

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Zielgruppe: Klasse 6, mit fächerübergreifenden Bezügen zu Informatik, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Ethik, Gemeinschaftskunde und Medienbildung
Dauer: etwa 60–90 Minuten
Leitfrage: Welches Werkzeug hilft bei einer Aufgabe wirklich – und wann ist es besser, die Aufgabe selbst, mit einem klassischen Werkzeug oder ganz ohne KI zu lösen?
Einleitung
Künstliche Intelligenz kann Texte formulieren, Bilder erzeugen, Informationen ordnen, Übersetzungen vorschlagen oder beim Nachdenken helfen. Aber nicht jede KI kann alles gleich gut. Noch wichtiger: Für manche Aufgaben ist ein Taschenrechner, eine Suchmaschine, ein Lexikon, ein Zeichenprogramm, ein Gespräch mit einer Fachperson oder einfach Dein eigener Kopf die bessere Wahl.
In diesem Lernkurs lernst Du deshalb nicht, möglichst oft KI einzusetzen. Du lernst, bewusst zu entscheiden. Du sollst am Ende mehrere Möglichkeiten vergleichen, ein geeignetes Werkzeug auswählen, wichtige Kontrollpunkte setzen und begründen können, warum Du eine KI verwendest, wechselst oder bewusst nicht benutzt.
Dabei gilt:
- Problemdefinition: Erst verstehen, was eigentlich gelöst werden soll.
- Werkzeugwahl: Danach das Werkzeug wählen, das zur Aufgabe passt.
- Mensch-KI-Arbeitsteilung: Festlegen, was Du selbst entscheidest und wobei ein Werkzeug unterstützen darf.
- Kontrolle: Ergebnisse nicht einfach übernehmen, sondern prüfen.
- Quellenkritik: Aussagen mit verlässlichen Quellen vergleichen.
- Transparenz: Offen sagen, wenn KI wesentlich geholfen hat.
- Datenschutz: Persönliche oder vertrauliche Daten schützen.
- Fairness: Prüfen, ob Menschen oder Gruppen einseitig dargestellt oder benachteiligt werden.
Lernziele
Nach diesem Kurs kannst Du:
- eine Aufgabe so beschreiben, dass klar ist, was am Ende gebraucht wird,
- verschiedene Werkzeugarten miteinander vergleichen,
- begründen, warum ein Werkzeug für eine Aufgabe besser oder schlechter passt,
- entscheiden, welche Teile einer Aufgabe beim Menschen bleiben sollen,
- einfache Kontrollpunkte vor, während und nach dem KI-Einsatz setzen,
- Ergebnisse nach verständlichen Qualitätskriterien prüfen,
- erkennen, wann Du die Strategie oder das Werkzeug wechseln solltest,
- Situationen benennen, in denen Du bewusst keine KI verwendest,
- Quellen, Datenschutz, Fairness und Transparenz in Deine Entscheidung einbeziehen.
Aktivierung und kurze Diagnose
Stell Dir vor, Du sollst für den Unterricht eine Aufgabe erledigen. Welche Möglichkeit würdest Du spontan wählen?
| Aufgabe | Möglichkeit A | Möglichkeit B | Möglichkeit C |
|---|---|---|---|
| 37 · 48 exakt berechnen | Sprach-KI fragen | Taschenrechner oder selbst rechnen | Bild-KI verwenden |
| Herausfinden, wann ein historisches Ereignis stattfand und die Quelle angeben | Nur eine KI-Antwort übernehmen | In verlässlichen Quellen recherchieren | Ein Bild erzeugen |
| Drei Ideen für den Einstieg in eine Geschichte sammeln | Text-KI als Ideenpartner nutzen | Taschenrechner verwenden | Nur eine einzelne Webseite kopieren |
| Ein privates Problem mit Namen und persönlichen Details beschreiben | Alles in ein beliebiges KI-System eingeben | Persönliche Daten schützen und eine geeignete Vertrauensperson ansprechen | Daten öffentlich posten |
| Ein selbst gezeichnetes Plakat gestalten | Sofort alles von KI erstellen lassen | Erst eigene Idee entwickeln und Werkzeuge gezielt ergänzend nutzen | Aufgabe ungeprüft abgeben |
Diagnosefrage: Hast Du bei jeder Aufgabe dasselbe Werkzeug gewählt? Wenn nicht, hast Du bereits eine wichtige Regel entdeckt: Das beste Werkzeug hängt von der Aufgabe ab.
Was ist überhaupt ein KI-Werkzeug?
Ein KI-System verarbeitet Eingaben und erzeugt daraus Ausgaben. Manche Systeme erkennen Muster, andere ordnen Informationen, erzeugen Texte oder Bilder oder machen Vorhersagen. Viele moderne KI-Systeme nutzen Verfahren des maschinellen Lernens. Dabei werden aus vielen Beispielen statistische Muster gelernt.

Das Bild zeigt vereinfacht, wie Informationen in einem künstlichen neuronalen Netz durch mehrere Verarbeitungsschritte weitergegeben werden können. Du musst für die Werkzeugwahl nicht wissen, wie jedes technische Detail funktioniert. Wichtig ist: Eine KI versteht eine Aufgabe nicht automatisch so wie ein Mensch, und ihre Ausgabe ist nicht automatisch wahr.
Ein KI-System kann zum Beispiel einen überzeugend klingenden Satz erzeugen, obwohl eine darin genannte Zahl falsch ist. Deshalb brauchst Du immer eine eigene Prüfroutine.
Werkzeugfamilien statt Markennamen
Für eine gute Entscheidung musst Du keine bestimmte Marke kennen. Sinnvoller ist es, verschiedene Werkzeugfamilien zu unterscheiden.
| Werkzeugfamilie | Gut geeignet für | Nicht automatisch geeignet für | Wichtiger Kontrollpunkt |
|---|---|---|---|
| Suchmaschine oder Quellenrecherche | Webseiten, Bücher, Institutionen und Originalquellen finden | Eine Quelle allein endgültig bewerten | Wer veröffentlicht was, wann und mit welchen Belegen? |
| Sprach-KI | Ideen, Erklärversuche, Formulierungsvarianten, Strukturvorschläge | Garantiert richtige Fakten oder Quellen | Aussagen und Belege prüfen |
| Bild-KI | Bildideen, Varianten, Visualisierungsentwürfe | Nachweis historischer Wirklichkeit | Kennzeichnung, Fairness, Rechte und Bildaussage prüfen |
| Übersetzungswerkzeug | Erste Übersetzungshilfe und Varianten | Sichere Übertragung jedes Fachbegriffs | Mit Wörterbuch, Kontext oder Fachwissen prüfen |
| Tabellenkalkulation | Daten ordnen, rechnen, Diagramme erstellen | Freie Textideen oder Quellenbewertung | Formel und Datenbasis prüfen |
| Taschenrechner | Exakte Rechenoperationen | Erklärungen, Quellen oder kreative Aufgaben | Eingabe kontrollieren |
| Zeichen- und Präsentationsprogramm | Eigene Gestaltung, Layout, Diagramme | Faktenprüfung | Lesbarkeit und Urheberrechte prüfen |
| Menschliches Gespräch | Rückfragen, soziale Situationen, persönliche Einschätzung, Verantwortung | Automatische Massenverarbeitung | Perspektiven und Vertraulichkeit beachten |
| Kein zusätzliches Werkzeug | Eigene Ideen entwickeln, üben, nachdenken, lernen | Große Datenmengen schnell verarbeiten | Prüfen, ob Du die Aufgabe selbst bewältigen kannst |
Die PASST-Strategie
Damit Du nicht planlos irgendein KI-Werkzeug öffnest, kannst Du die PASST-Strategie benutzen.

Das Bild zeigt allgemein das Prinzip eines Entscheidungsbaums: Eine Entscheidung entsteht Schritt für Schritt aus Fragen. Für Deine Werkzeugwahl funktioniert das ähnlich.
| Buchstabe | Frage | Was Du tust |
|---|---|---|
| P – Problem | Was soll am Ende herauskommen? | Beschreibe die Aufgabe in einem Satz. |
| A – Anforderungen | Was muss das Ergebnis können? | Lege Kriterien fest, zum Beispiel richtig, verständlich, belegt oder kreativ. |
| S – Schutz | Gibt es persönliche, geheime, gefährliche oder besonders sensible Informationen? | Schütze Daten und frage bei Unsicherheit eine Lehrkraft. |
| S – Spezialwerkzeug | Welches Werkzeug kann genau diese Aufgabe am besten unterstützen? | Vergleiche mindestens zwei Möglichkeiten. |
| T – Testen | Ist das Ergebnis wirklich gut genug? | Prüfe, verbessere oder wechsle das Werkzeug. |
Merksatz: Erst das Problem, dann das Werkzeug.
Beispiel zur PASST-Strategie
Aufgabe: „Erkläre für ein Plakat, warum Pflanzen Licht benötigen.“
P – Problem: Wir brauchen eine kurze, fachlich richtige Erklärung für ein Plakat.
A – Anforderungen: Der Text soll für Klasse 6 verständlich, nicht länger als etwa 80 Wörter und fachlich korrekt sein.
S – Schutz: Es sind keine persönlichen Daten nötig.
S – Spezialwerkzeug: Ein Schulbuch, eine verlässliche Fachquelle oder eine kindgerechte Wissenschaftsseite eignen sich für Fakten. Eine Sprach-KI kann zusätzlich helfen, einen bereits geprüften Inhalt einfacher zu formulieren.
T – Testen: Stimmen die Aussagen mit einer verlässlichen Quelle überein? Sind wichtige Fachbegriffe richtig? Versteht ein Mitschüler den Text?
So bleibt die KI ein Werkzeug – und Du bleibst die Person, die entscheidet.
Mensch und KI teilen die Arbeit

Eine gute Arbeitsteilung bedeutet nicht: „Die KI macht alles.“ Sie bedeutet: Du entscheidest, welche Aufgabe Du abgibst und welche Verantwortung bei Dir bleibt.
| Bleibt vor allem beim Menschen | Kann ein KI-Werkzeug unterstützen |
|---|---|
| Ziel festlegen | Ideen sammeln |
| Qualitätskriterien bestimmen | Varianten erzeugen |
| Persönliche und ethische Entscheidungen treffen | Texte umformulieren |
| Quellen auswählen und bewerten | Fragen für eine Recherche vorschlagen |
| Endergebnis verantworten | Entwürfe strukturieren |
| Entscheiden, was veröffentlicht wird | Gestaltungsideen liefern |
| Prüfen, ob das Ergebnis zur Aufgabe passt | Fehlerstellen oder Unklarheiten zum Überarbeiten markieren |
Wichtig: Du darfst eine KI-Ausgabe verwerfen. Du darfst das Werkzeug wechseln. Du darfst auch entscheiden, ganz ohne KI weiterzuarbeiten. Diese Entscheidungsfreiheit gehört zu Deiner Handlungskompetenz.
Drei Kontrollpunkte
Setze bei jeder wichtigen Aufgabe mindestens drei kurze Stopps.

Kontrollpunkt 1: Vorher
Frage Dich:
- Was ist mein Ziel?
- Welche Informationen brauche ich?
- Darf ich die verwendeten Daten überhaupt eingeben?
- Welche Teile möchte oder muss ich selbst bearbeiten?
- Woran werde ich ein gutes Ergebnis erkennen?
Kontrollpunkt 2: Währenddessen
Frage Dich:
- Liefert das Werkzeug etwas Passendes?
- Erfindet es Fakten oder Quellen?
- Werden meine Vorgaben beachtet?
- Wird die Ausgabe einseitig oder unfair?
- Muss ich eine Rückfrage stellen, die Aufgabe kleiner machen oder das Werkzeug wechseln?
Kontrollpunkt 3: Danach
Frage Dich:
- Ist das Ergebnis richtig?
- Kann ich wichtige Aussagen belegen?
- Ist es verständlich?
- Habe ich eigene Entscheidungen getroffen?
- Muss ich die Nutzung von KI kenntlich machen?
- Würde ich das Ergebnis selbst vertreten?
Die 6 Qualitätskriterien
Du kannst ein Ergebnis mit sechs einfachen Kriterien prüfen.
| Kriterium | Prüffrage |
|---|---|
| Richtig | Stimmen Fakten, Rechnungen und Fachbegriffe? |
| Passend | Löst das Ergebnis wirklich meine Aufgabe? |
| Verständlich | Kann meine Zielgruppe es nachvollziehen? |
| Belegt | Kann ich wichtige Aussagen auf verlässliche Quellen zurückführen? |
| Fair und sicher | Werden Menschen respektvoll dargestellt und Daten geschützt? |
| Transparent | Ist erkennbar, woher wichtige Informationen kommen und ob KI wesentlich beteiligt war? |
Quellenkritik: KI-Ausgabe ist noch kein Beleg

Eine Sprach-KI kann eine Antwort formulieren. Das macht die Antwort noch nicht zu einer verlässlichen Quelle. Für wichtige Tatsachen solltest Du nachprüfen:
- Wer hat die Information veröffentlicht?
- Ist die Person oder Institution fachlich zuständig?
- Gibt es ein Datum?
- Werden Belege oder Originaldaten genannt?
- Stimmen mehrere voneinander unabhängige, verlässliche Quellen überein?
- Passt die Aussage wirklich zu der Quelle?
Wenn ein KI-System eine Quelle nennt, kontrolliere, ob sie tatsächlich existiert und ob dort wirklich das steht, was behauptet wird.
Datenschutz und Sicherheit

Gib nicht gedankenlos Informationen in ein digitales System ein. Besonders vorsichtig solltest Du mit Daten sein, durch die echte Menschen erkannt oder beschrieben werden können.
Dazu gehören zum Beispiel vollständige Namen, private Fotos, Adressen, Telefonnummern, Passwörter, genaue Aufenthaltsorte, Gesundheitsinformationen oder vertrauliche Schulangelegenheiten.
Für Klasse 6 gilt als einfache Regel: Wenn Du nicht sicher bist, ob eine Information in ein KI-Werkzeug eingegeben werden darf, lass sie weg und frage eine Lehrkraft.
Nutze für Schulaufgaben nur Werkzeuge und Zugänge, die für Deine Lerngruppe erlaubt sind. Altersregeln und schulische Vorgaben können sich je nach Dienst unterscheiden.
Fairness und Perspektiven

KI-Systeme lernen aus Daten. Daten können Lücken, alte Rollenbilder oder einseitige Darstellungen enthalten. Deshalb können auch KI-Ausgaben Menschen oder Gruppen unfair darstellen.
Prüfe zum Beispiel:
- Werden verschiedene Menschen respektvoll gezeigt?
- Tauchen immer dieselben Rollenbilder auf?
- Fehlen bestimmte Perspektiven?
- Wird eine Vermutung als Tatsache dargestellt?
- Könnte jemand durch die Ausgabe benachteiligt oder verletzt werden?
Fairness bedeutet nicht, dass jede Antwort allen gefallen muss. Fairness bedeutet, dass Du mögliche Benachteiligungen bemerkst, prüfst und begründet damit umgehst.
Wann sollte ich das Werkzeug wechseln?
Ein Werkzeug ist kein guter Helfer mehr, wenn es trotz Verbesserung der Eingabe immer wieder dieselben Probleme erzeugt.
Ein Wechsel ist sinnvoll, wenn:
- eine Sprach-KI wiederholt unklare oder unbelegte Fakten liefert,
- Du exakte Rechnungen brauchst und ein Rechenwerkzeug zuverlässiger ist,
- Du Originalquellen brauchst und stattdessen nur Zusammenfassungen bekommst,
- Du ein Bild brauchst, aber nur ein Textwerkzeug verwendest,
- die Aufgabe einfacher und schneller ohne KI lösbar ist,
- das Werkzeug Deine Vorgaben mehrfach nicht erfüllt,
- Datenschutz oder schulische Regeln gegen die Nutzung sprechen.
Professionelles Arbeiten bedeutet nicht, an einem Werkzeug festzuhalten. Professionelles Arbeiten bedeutet, passend zu wechseln.
Wann sollte ich bewusst keine KI benutzen?
Es gibt gute Gründe, eine Aufgabe ganz ohne KI zu bearbeiten.
- Wenn Du eine Fähigkeit selbst üben sollst, zum Beispiel Kopfrechnen oder einen eigenen Aufsatz planen.
- Wenn die Prüfungs- oder Unterrichtsregeln KI nicht erlauben.
- Wenn sehr persönliche oder vertrauliche Daten nötig wären.
- Wenn ein menschliches Gespräch wichtiger ist als eine technische Antwort.
- Wenn Du bereits ein einfacheres und zuverlässigeres Werkzeug hast.
- Wenn Du bewusst eine eigene kreative Idee entwickeln möchtest.
- Wenn eine verlässliche Originalquelle direkt verfügbar ist und keine KI-Zusammenfassung nötig ist.
- Wenn Du das Ergebnis nicht ausreichend kontrollieren kannst.
Nicht benutzen ist ebenfalls eine begründete Werkzeugentscheidung.
Fächerübergreifende Beispiele
| Fach | Beispielaufgabe | Sinnvolle Werkzeugwahl | Was bleibt bei Dir? |
|---|---|---|---|
| Deutsch | Drei mögliche Einstiege für eine Abenteuergeschichte entwickeln | Eigene Ideen, eventuell Sprach-KI für zusätzliche Varianten | Auswahl, Stil, Handlung und endgültiger Text |
| Mathematik | Prozentwerte einer Klassenumfrage berechnen | Taschenrechner oder Tabellenkalkulation | Daten prüfen, Rechenweg verstehen und Ergebnis erklären |
| Biologie | Erklären, warum Bienen für viele Pflanzen wichtig sind | Schulbuch und verlässliche Fachquellen, KI eventuell zum Vereinfachen eines geprüften Textes | Faktenprüfung und Quellenwahl |
| Kunst | Ideen für ein Plakat sammeln | Skizzen, Zeichenprogramm, eventuell Bild-KI als Ideengeber | Gestaltungskonzept, Auswahl, Kennzeichnung und Endfassung |
| Ethik | Diskutieren, ob eine KI über eine Klassenstrafe entscheiden sollte | Kein KI-Entscheid allein; KI höchstens für Argumentideen | Werteabwägung und Entscheidung |
| Gemeinschaftskunde | Argumente für und gegen mehr Fahrradständer an der Schule sammeln | Recherche, Interview, Umfrage; KI zur Sortierung anonymisierter Argumente möglich | Beteiligung, Bewertung und demokratische Entscheidung |
| Medienbildung | Prüfen, ob eine überraschende Behauptung stimmt | Quellenrecherche und Gegenprüfung | Glaubwürdigkeit beurteilen |
| Informatik | Verschiedene digitale Werkzeuge nach Ein- und Ausgabe vergleichen | Beobachtung und Test | Kriterien festlegen und Ergebnisse auswerten |
Realistische Anwendungssituation: Infostand gegen Plastikmüll
Deine Klasse plant einen kleinen Infostand zum Thema „Weniger Plastikmüll in unserer Schule“. Dafür sollen Informationen recherchiert, Ergebnisse einer Klassenumfrage ausgewertet, ein kurzer Informationstext geschrieben und ein Plakat gestaltet werden.
Es gibt verschiedene Werkzeuge, aber Ihr habt nur begrenzt Zeit. Eure Aufgabe ist nicht, möglichst viele KI-Werkzeuge zu benutzen. Eure Aufgabe ist, für jeden Arbeitsschritt eine begründete Entscheidung zu treffen.
Schritt 1: Problem aufteilen
Teilt die Gesamtaufgabe in Teilprobleme:
- Welche Fakten über Plastikmüll brauchen wir?
- Welche davon müssen wir belegen?
- Welche Daten aus unserer Umfrage sollen berechnet werden?
- Welche Botschaft soll auf das Plakat?
- Welche Bilder oder Symbole brauchen wir?
- Welche persönlichen Daten dürfen nicht verwendet werden?
Schritt 2: Werkzeugwahl begründen
| Teilaufgabe | Möglichkeit | Begründete Entscheidung |
|---|---|---|
| Fakten über Plastikmüll finden | Sprach-KI oder Quellenrecherche | Erst verlässliche Quellen suchen; KI kann Fragen oder Suchbegriffe vorschlagen. |
| 24 Antworten einer anonymen Klassenumfrage auswerten | Sprach-KI oder Tabellenkalkulation | Tabellenkalkulation ist für strukturierte Berechnungen meist passender. |
| Überschrift für das Plakat | Eigene Ideen oder Sprach-KI | Erst eigene Varianten sammeln; KI kann zusätzliche Vorschläge liefern. |
| Plakatbild | Eigene Zeichnung, freies Bild oder Bild-KI | Nach Ziel, Zeit, Lizenz, Kennzeichnung und gewünschtem Stil entscheiden. |
| Namen der befragten Kinder | In KI eingeben oder weglassen | Weglassen, weil sie für die Auswertung nicht nötig sind. |
| Endkontrolle | KI allein oder Mensch mit Checkliste | Menschen prüfen Fakten, Quellen, Wirkung und Transparenz. |
Schritt 3: Kontrollpunkte setzen
Vorher: Welche Daten sind erlaubt? Welche Quellen brauchen wir?
Währenddessen: Stimmen Berechnungen und Aussagen? Passt das Werkzeug noch?
Danach: Können wir jede wichtige Aussage erklären und belegen? Ist klar, wo KI geholfen hat?
Schritt 4: Werkzeugwechsel üben
Angenommen, eine Sprach-KI nennt Dir drei Zahlen zum Plastikverbrauch, aber keine überprüfbaren Quellen. Dann ist die richtige Reaktion nicht: „Ich frage dieselbe KI noch fünfmal.“
Eine bessere Reaktion wäre:
- Behauptungen markieren,
- nach Originalquellen oder seriösen Fachseiten suchen,
- Zahlen dort prüfen,
- nur belegbare Angaben weiterverwenden,
- die KI-Antwort verwerfen, wenn sie nicht zuverlässig überprüfbar ist.
Das ist ein Beispiel für bewusste Kontrolle.
Eine einfache Entscheidungsampel
Du kannst Deine Werkzeugwahl zusätzlich mit einer Ampel prüfen.
| Ampel | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Grün | Werkzeug passt, Daten sind unkritisch, Kontrolle ist möglich. | Sprach-KI liefert drei Überschriftenideen, aus denen Du selbst auswählst. |
| Gelb | Werkzeug könnte helfen, aber besondere Prüfung ist nötig. | KI fasst einen Sachtext zusammen; Du vergleichst Zusammenfassung und Original. |
| Rot | Werkzeug nicht verwenden oder zuerst eine Lehrkraft fragen. | Persönliche Daten, vertrauliche Informationen oder unklare schulische Erlaubnis. |
Transparenz: Zeig, wie Du gearbeitet hast
Transparenz bedeutet, dass andere nachvollziehen können, wie ein Ergebnis entstanden ist.
Eine einfache Formulierung kann sein:
„Für erste Ideen habe ich ein KI-Werkzeug genutzt. Fakten und Quellen habe ich anschließend selbst geprüft. Die Endfassung habe ich selbst ausgewählt und überarbeitet.“
Bei einer Aufgabe ohne KI kannst Du genauso transparent sein:
„Ich habe die Aufgabe ohne generative KI bearbeitet und nur Schulbuch, Taschenrechner und eigene Notizen verwendet.“
Die genaue Form der Kennzeichnung richtet sich nach den Regeln Deiner Schule oder Aufgabe.
Mini-Selbstkontrolle: PASST mein Vorgehen?
Beantworte vor der Abgabe sechs Fragen mit Ja oder Nein:
- Kann ich das Problem in einem Satz erklären?
- Kann ich sagen, warum ich dieses Werkzeug gewählt habe?
- Habe ich persönliche und vertrauliche Daten geschützt?
- Habe ich mindestens einen Kontrollpunkt genutzt?
- Kann ich wichtige Fakten oder Rechnungen erklären und belegen?
- Kann ich sagen, was von mir und was mit Werkzeughilfe entstanden ist?
Wenn Du mehrfach mit Nein antwortest, überarbeite Deinen Arbeitsweg.
Reflexion
Überlege nach einer Aufgabe nicht nur: „War das Ergebnis gut?“, sondern auch:
- War meine erste Werkzeugwahl sinnvoll?
- Wo musste ich selbst besonders nachdenken?
- Hat das Werkzeug mir Zeit gespart oder zusätzliche Prüfzeit verursacht?
- Habe ich etwas gelernt oder nur eine Ausgabe erhalten?
- Würde ich beim nächsten Mal dasselbe Werkzeug wählen?
- An welcher Stelle wäre weniger KI besser gewesen?
- Welche Entscheidung würde ich heute anders begründen?
Optionale Vertiefung
Das Video kann für eine zweite Unterrichtsstunde oder als Hausaufgabe genutzt werden. Notiere dabei zwei Beispiele, bei denen KI eine Aufgabe übernimmt, und eine Frage, bei der weiterhin eine menschliche Entscheidung nötig bleibt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was solltest Du vor der Auswahl eines KI-Werkzeugs zuerst klären? (Das Problem und das gewünschte Ergebnis) (!Den Namen eines bekannten KI-Dienstes) (!Welche Farbe die Webseite hat) (!Wie schnell das Werkzeug antwortet)
Welches Werkzeug ist für eine exakte einfache Rechnung meist die passendere erste Wahl? (Ein Taschenrechner oder eine Tabellenkalkulation) (!Eine Bild-KI) (!Eine Sprach-KI ohne Kontrolle) (!Ein Zeichenprogramm)
Wie solltest Du eine wichtige Tatsachenbehauptung aus einer KI-Antwort behandeln? (Mit verlässlichen Quellen überprüfen) (!Automatisch als richtig ansehen) (!Nur schöner formulieren) (!Ohne Prüfung weitergeben)
Was ist bei persönlichen Daten die wichtigste Regel? (Nur notwendige und erlaubte Daten verwenden und sensible Daten schützen) (!Alle Daten eingeben, damit die KI mehr weiß) (!Private Fotos grundsätzlich hochladen) (!Passwörter als Zusatzinformation angeben)
Wann ist ein Werkzeugwechsel sinnvoll? (Wenn das Werkzeug wiederholt die Aufgabe nicht zuverlässig erfüllt) (!Nur wenn ein anderes Werkzeug bunter aussieht) (!Immer nach genau einer Minute) (!Nie, weil man beim ersten Werkzeug bleiben muss)
Welche Aufgabe bleibt besonders beim Menschen? (Das Ziel festlegen und das Ergebnis verantworten) (!Jede Textvariante automatisch erzeugen) (!Jede Tabelle automatisch sortieren) (!Jede Rechtschreibkorrektur berechnen)
Was bedeutet Transparenz beim KI-Einsatz? (Nachvollziehbar machen, wie KI wesentlich geholfen hat) (!Den Einsatz immer geheim halten) (!Nur den Namen des Geräts nennen) (!Jede KI-Ausgabe unverändert veröffentlichen)
Was gehört zu einer Fairnessprüfung? (Prüfen, ob Menschen einseitig oder benachteiligend dargestellt werden) (!Nur die Länge des Textes messen) (!Nur die Dateigröße kontrollieren) (!Nur die Antwortgeschwindigkeit vergleichen)
Wann kann es sinnvoll sein, bewusst keine KI zu verwenden? (Wenn Du eine Fähigkeit selbst üben sollst) (!Immer wenn eine Aufgabe mehr als einen Satz hat) (!Nur wenn kein Internet vorhanden ist) (!Nie, weil KI grundsätzlich nötig ist)
Welche Aussage beschreibt eine gute Mensch-KI-Arbeitsteilung? (Die KI unterstützt Teilaufgaben und der Mensch prüft und entscheidet) (!Die KI entscheidet alles und der Mensch übernimmt) (!Der Mensch darf keine Ausgabe verändern) (!Jede Aufgabe muss vollständig automatisiert werden)
Memory
| Problemdefinition | Klar beschreiben, was gelöst werden soll |
| Werkzeugwahl | Eine passende Methode oder Anwendung auswählen |
| Kontrollpunkt | Arbeitsprozess bewusst anhalten und prüfen |
| Quellenkritik | Herkunft und Glaubwürdigkeit von Aussagen untersuchen |
| Handlungskompetenz | Eigene Entscheidungen treffen und begründen |
| Transparenz | Werkzeughilfe nachvollziehbar machen |
| Datenschutz | Persönliche Informationen schützen |
| Fairness | Benachteiligende Darstellungen erkennen und vermeiden |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Quellenrecherche | Belegbare Sachinformationen finden |
| Taschenrechner | Exakte Rechenoperation durchführen |
| Sprach-KI | Formulierungsvarianten oder Ideen entwickeln |
| Zeichenwerkzeug | Eigene grafische Gestaltung umsetzen |
| Kein KI-Einsatz | Persönliches Geheimnis schützen |
| Originalquelle | Eine wichtige Tatsachenbehauptung überprüfen |
Kreuzworträtsel
| Problem | Was solltest Du vor der Werkzeugwahl zuerst genau beschreiben? |
| Quellenkritik | Wie heißt das Prüfen von Herkunft und Glaubwürdigkeit einer Information? |
| Datenschutz | Welcher Begriff bezeichnet den Schutz persönlicher Informationen? |
| Transparenz | Wie heißt das nachvollziehbare Offenlegen wichtiger Werkzeughilfe? |
| Fairness | Welcher Begriff beschreibt das Prüfen auf Benachteiligung und einseitige Darstellung? |
| Kontrolle | Was brauchst Du, bevor Du eine KI-Ausgabe übernimmst? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Werkzeugdetektiv: Suche in Deinem Schulalltag drei Aufgaben, bei denen unterschiedliche Werkzeuge sinnvoll sind. Begründe jeweils in zwei Sätzen Deine Wahl.
- Ohne KI geht es auch: Nenne vier Aufgaben, die Du in der Schule wahrscheinlich schneller oder sinnvoller ohne generative KI lösen kannst.
- Kontrollfragen: Formuliere fünf Fragen, mit denen Du eine KI-Antwort vor der Abgabe prüfen würdest.
- Eigene PASST-Karte: Gestalte eine kleine Karte oder ein Mini-Plakat zur PASST-Strategie für Dein Mäppchen oder Heft.
Standard
- Werkzeugvergleich: Löse dieselbe kleine Aufgabe mit zwei verschiedenen Werkzeugarten und vergleiche Ergebnis, Zeitaufwand, Prüfbarkeit und Lerngewinn.
- Fehlerjagd: Lass Dir zu einem bekannten Unterrichtsthema einen kurzen Erklärungstext erzeugen und überprüfe jede Tatsachenbehauptung mit Schulbuch oder verlässlichen Quellen.
- Fächerwechsel: Entwickle je eine passende Werkzeugentscheidung für Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften und erkläre, warum die Entscheidung unterschiedlich ausfällt.
- Transparenzprotokoll: Dokumentiere bei einer Aufgabe, an welchen Stellen Du selbst entschieden hast und an welchen Stellen ein digitales Werkzeug geholfen hat.
Schwer
- Entscheidungsbaum entwickeln: Erstelle einen eigenen Entscheidungsbaum mit mindestens sechs Fragen, der Mitschülern bei der Wahl zwischen Recherche, Sprach-KI, Tabellenkalkulation, Bildwerkzeug und keinem KI-Einsatz hilft.
- Klassenleitfaden: Entwickelt in einer Gruppe fünf Regeln für verantwortlichen KI-Einsatz in Klasse 6 und begründet jede Regel mit einem konkreten Beispiel.
- Fairnessprüfung: Vergleiche mehrere erzeugte Beschreibungen oder Bildideen zu einem Beruf und untersuche, ob bestimmte Gruppen einseitig dargestellt werden. Formuliere Verbesserungen.
- Realprojekt: Plant einen kleinen fächerübergreifenden Infostand. Legt für jeden Arbeitsschritt Werkzeug, Mensch-KI-Arbeitsteilung, Kontrollpunkt und Qualitätskriterium fest und verteidigt Eure Entscheidungen vor der Klasse.


Lernkontrolle
- Werkzeugwahl begründen: Eine Mitschülerin möchte eine Sprach-KI verwenden, um 30 Messwerte zu addieren und den Durchschnitt zu berechnen. Entscheide, ob das sinnvoll ist, schlage gegebenenfalls ein passenderes Werkzeug vor und begründe.
- Strategiewechsel: Ein KI-System nennt für ein Referat mehrere überzeugend klingende Fakten, liefert aber keine überprüfbaren Quellen. Beschreibe Deinen nächsten Arbeitsweg in mindestens vier Schritten.
- Mensch-KI-Arbeitsteilung: Teile die Aufgabe „Erstelle ein Plakat über Energiesparen“ so auf, dass klar wird, welche Entscheidungen beim Menschen bleiben und wobei digitale Werkzeuge unterstützen können.
- Datenschutzfall: Für eine Auswertung liegen Namen, Alter und Antworten von Mitschülern vor. Entscheide, welche Informationen wirklich nötig sind, welche Du entfernen würdest und warum.
- Fairnessfall: Eine Bild-KI zeigt bei der Eingabe „Forscherinnen und Forscher“ immer sehr ähnliche Personen. Erkläre, warum das problematisch sein kann und wie Du kontrolliert weiterarbeiten würdest.
- Verzicht begründen: Formuliere ein Beispiel, bei dem kein KI-Einsatz die bessere Lernentscheidung ist, und begründe dies mit mindestens zwei Qualitätskriterien.
- Transferentscheidung: Du sollst eine Präsentation zu einem neuen Thema erstellen. Entwirf Deinen eigenen Ablauf von Problemdefinition über Werkzeugwahl und Kontrollpunkte bis zur abschließenden Transparenzangabe.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe nennen kannst, sondern Entscheidungen nachvollziehbar begründest.
- Du kannst eine Aufgabe in ein klares Problem und Teilprobleme zerlegen.
- Du kannst mindestens zwei Werkzeugoptionen vergleichen.
- Du kannst eine Werkzeugwahl mit Anforderungen der Aufgabe begründen.
- Du kannst erklären, was beim Menschen bleiben soll.
- Du kannst sinnvolle Kontrollpunkte einbauen.
- Du kannst Fakten, Quellen und Rechnungen überprüfen.
- Du kannst Datenschutz und Fairness in eine Entscheidung einbeziehen.
- Du kannst einen Werkzeugwechsel begründen.
- Du kannst erklären, wann ein bewusster Verzicht auf KI sinnvoll ist.
- Du kannst Deinen eigenen KI-Einsatz transparent darstellen.
- Du kannst ein Endergebnis nach Qualitätskriterien bewerten.
- Du kannst auf einen neuen Fall übertragen, was Du gelernt hast.
OERs zum Thema
Freie Medien im Kurs
Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Prüfe bei einer Weiterverwendung immer die jeweilige Dateiseite und beachte die dort angegebene Lizenz und Namensnennung.
KI-Symbol
vereinfachte Darstellung eines neuronalen Netzes
Beispiel für einen Entscheidungsbaum
Checkliste als Symbol für Kontrollpunkte
Lupe als Symbol für Prüfung und Recherche
Symbol für Datenschutz
Waage als Symbol für Fairness
Symbol für Zusammenarbeit
Verknüpfte Lernbereiche
Fächerübergreifende Verknüpfung
| Lernbereich | Zentrale Verbindung |
|---|---|
| Informatik | Ein- und Ausgabe, Werkzeugklassen, maschinelles Lernen, algorithmisches Denken |
| Deutsch | Formulieren, Überarbeiten, Quellen nutzen, eigene Stimme bewahren |
| Mathematik | Passendes Rechenwerkzeug wählen, Daten prüfen, Ergebnisse erklären |
| Naturwissenschaften | Belege, Beobachtung, Quellen, Fachsprache und überprüfbare Aussagen |
| Kunst | Eigene Gestaltung, Bildideen, Kennzeichnung und Rechte |
| Ethik | Verantwortung, Fairness, Selbstbestimmung und Folgen von Entscheidungen |
| Gemeinschaftskunde | Beteiligung, Perspektiven, Regeln und begründete Entscheidungen |
| Medienbildung | Quellenkritik, Datenschutz, Transparenz und kontrollierte Mediennutzung |
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