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Das duale Ausbildungssystem im Metallbauerhandwerk - Schmied

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Das duale Ausbildungssystem im Metallbauerhandwerk - Schmied




Das duale Ausbildungssystem im Metallbauerhandwerk - Schmied


Einleitung

Das duale Ausbildungssystem verbindet berufliche Praxis im Ausbildungsbetrieb mit fachtheoretischem und allgemeinbildendem Unterricht in der Berufsschule. Im Metallbauerhandwerk wird diese Verbindung besonders deutlich: Du planst reale Kundenaufträge, bearbeitest Werkstoffe, stellst Bauteile her, kontrollierst Maße und Oberflächen und begründest Deine Entscheidungen mit technischem Wissen.

Wichtige berufliche Einordnung: „Schmied“ ist heute in Deutschland nicht die amtliche Bezeichnung eines eigenständigen dualen Ausbildungsberufs. Die traditionellen Schmiedetätigkeiten gehören vor allem zum anerkannten Ausbildungsberuf Metallbauer/Metallbauerin in der Fachrichtung Metallgestaltung. Die früheren Berufe Schlosser und Schmied wurden 1989 im Berufsbild Metallbauer zusammengeführt. Der Titel dieses Lernkurses verwendet „Schmied“ deshalb als handwerkliche Tätigkeitsbezeichnung.

Du lernst in diesem aiMOOC,

  1. das Berufsbild fachlich richtig einzuordnen,
  2. die Aufgaben von Betrieb, Berufsschule, überbetrieblicher Lehrlingsunterweisung und Handwerkskammer zu unterscheiden,
  3. grundlegende Schmiedeverfahren, Werkzeuge und Werkstoffe zu erklären,
  4. einen Kundenauftrag vom Entwurf bis zur Qualitätskontrolle zu strukturieren,
  5. Gefährdungen zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip abzuleiten,
  6. Aufbau und Gewichtung der gestreckten Gesellenprüfung zu beschreiben.


Berufsbild und rechtlicher Rahmen

Die Ausbildung zum Metallbauer oder zur Metallbauerin ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf des Handwerks. Sie dauert regulär dreieinhalb Jahre beziehungsweise 42 Monate. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Entscheidend ist, dass ein Betrieb einen Ausbildungsvertrag abschließt und die zuständige Handwerkskammer das Ausbildungsverhältnis in die Lehrlingsrolle einträgt.

Die Ausbildung wird in drei Fachrichtungen angeboten:

  1. Konstruktionstechnik: Herstellen und Montieren von Metall- und Stahlbaukonstruktionen, etwa Türen, Tore, Treppen, Geländer oder Fassadenelemente.
  2. Metallgestaltung: Entwerfen, Schmieden, Treiben, Fügen, Oberflächengestalten und Restaurieren von gestalteten Metallarbeiten.
  3. Nutzfahrzeugbau: Herstellen, Umbauen und Instandhalten von Fahrzeugrahmen, Aufbauten und zugehörigen Systemen.

Für das Schmiedehandwerk ist vor allem die Fachrichtung Metallgestaltung relevant. Typische Tätigkeitsfelder sind Kunst- und Bauschmieden, Metallgestaltungsbetriebe, Restaurierungswerkstätten sowie Betriebe, die geschmiedete Einzelstücke und Baugruppen herstellen, montieren oder instand setzen.

Merkmal Fachlich richtige Bezeichnung
Ausbildungsberuf Metallbauer/Metallbauerin
Schmiede-Schwerpunkt Fachrichtung Metallgestaltung
Ausbildungsdauer 42 Monate
Abschluss Gesellenprüfung
Zuständige Stelle Handwerkskammer
Ausbildungsordnung Metallbauer-Ausbildungsverordnung


Lernorte und Beteiligte im dualen System


Ausbildungsbetrieb

Im Betrieb entwickelst Du berufliche Handlungsfähigkeit an echten oder realitätsnahen Aufträgen. Du lernst, technische Unterlagen zu lesen, Arbeitsabläufe zu planen, Material und Werkzeuge bereitzustellen, Bauteile herzustellen, Arbeitsergebnisse zu prüfen und Kundenanforderungen zu beachten. Eine geeignete Ausbilderin oder ein geeigneter Ausbilder begleitet Dich, kontrolliert Deinen Lernfortschritt und sorgt für Unterweisungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.


Berufsschule

Die Berufsschule vermittelt die fachlichen Zusammenhänge hinter der praktischen Arbeit. Der Unterricht ist häufig in Lernfeldern organisiert. Du bearbeitest zum Beispiel technische Zeichnungen, Fertigungsplanung, Werkstoffkunde, Fügetechnik, Umformtechnik, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Kommunikation. Die Schule hilft Dir, betriebliche Erfahrungen zu vergleichen, zu verallgemeinern und auf neue Probleme zu übertragen.


Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung

Die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, kurz ÜLU, ergänzt die Ausbildung. Sie findet meist in Bildungsstätten des Handwerks statt. Dort übst Du systematisch Verfahren, die ein einzelner Betrieb aufgrund seiner Auftragslage oder Ausstattung nicht vollständig vermitteln kann. Die ÜLU ersetzt weder Betrieb noch Berufsschule, sondern gleicht unterschiedliche betriebliche Lernmöglichkeiten aus.


Handwerkskammer und Prüfungsausschuss

Die Handwerkskammer berät Betriebe und Auszubildende, überwacht die Eignung der Ausbildung, führt die Lehrlingsrolle und organisiert die Gesellenprüfung. Der Prüfungsausschuss bewertet, ob Du die geforderte berufliche Handlungsfähigkeit nachweisen kannst.


Ablauf der Ausbildung

Die konkrete Reihenfolge wird im betrieblichen Ausbildungsplan und im schulischen Lehrplan festgelegt. Typischerweise entwickelt sich die Ausbildung von grundlegenden Fertigkeiten zu vollständigen Kundenaufträgen.

Ausbildungsphase Typische Schwerpunkte
Grundbildung Arbeitssicherheit, technische Kommunikation, Messen, Prüfen, Anreißen, Sägen, Feilen, Bohren, Gewindefertigung, einfaches Fügen und Umformen
Aufbauphase Maschinelles Bearbeiten, Schweißen, thermisches Trennen, Blech- und Profilbearbeitung, Montage, Instandhaltung und Qualitätskontrolle
Fachrichtung Metallgestaltung Schmiedefeuer handhaben, schmiedbare Werkstoffe auswählen, manuell und maschinell schmieden, Treiben, Werkzeuge herstellen, Oberflächen gestalten und Bauteile restaurieren
Prüfungsvorbereitung Kundenaufträge planen, Arbeitsabläufe dokumentieren, Fachgespräche führen, Ergebnisse bewerten und wirtschaftliche Zusammenhänge einbeziehen

Der Ausbildungsnachweis wird häufig als Berichtsheft bezeichnet. Er dokumentiert, welche Tätigkeiten, Unterweisungen und schulischen Inhalte Du bearbeitet hast. Er ist kein bloßer Formalismus, sondern unterstützt die Reflexion über Deinen Kompetenzzuwachs.


Fachrichtung Metallgestaltung: Schmieden


Werkstoffe und Erwärmen

Beim Schmieden wird ein metallischer Werkstoff durch Druckkräfte plastisch umgeformt. Im handwerklichen Bereich werden häufig schmiedbare Stähle verwendet. Ob ein Werkstoff gut schmiedbar ist, hängt unter anderem von seiner chemischen Zusammensetzung, seinem Gefüge und dem geeigneten Temperaturbereich ab. Die Glühfarbe liefert nur eine grobe Orientierung. Für präzise und reproduzierbare Arbeit müssen Werkstoffangaben, betriebliche Vorgaben und geeignete Temperaturmessungen berücksichtigt werden.

Die Esse beziehungsweise das Schmiedefeuer erwärmt das Werkstück. Brennstoff, Luftzufuhr und Lage des Werkstücks beeinflussen die Erwärmung. Ein Werkstück darf weder ungleichmäßig noch außerhalb des geeigneten Schmiedetemperaturbereichs bearbeitet werden, weil sonst Risse, grobes Gefüge, Zunderverluste oder unzureichende Umformung entstehen können.


Amboss, Hämmer und Hilfswerkzeuge

Der Amboss bildet die feste Unterlage für das Freiformschmieden. Bahn, Horn, Absatz, Rundloch und Vierkantloch haben unterschiedliche Funktionen. Da die folgende Darstellung englisch beschriftet ist, eignet sie sich zugleich zum Lernen internationaler Fachbegriffe.

Zu den typischen Werkzeugen gehören Handhämmer, Vorschlaghämmer, Schmiedezangen, Setzhämmer, Gesenke, Dorne, Schrotmeißel, Lochwerkzeuge, Richtwerkzeuge und Messmittel. Zangen müssen zur Querschnittsform des Werkstücks passen und einen sicheren Griff ermöglichen. Bei maschineller Unterstützung kommen beispielsweise Federhämmer oder Lufthämmer zum Einsatz. Maschinen verändern die Kraftübertragung, ersetzen aber nicht die fachgerechte Werkstückführung und Arbeitsplanung.


Grundlegende Schmiedeverfahren

  1. Strecken: Der Querschnitt wird kleiner, während das Werkstück länger wird.
  2. Stauchen: Ein Abschnitt wird kürzer und gleichzeitig dicker.
  3. Biegen: Das Werkstück erhält einen Winkel, Radius oder eine geschwungene Form.
  4. Absetzen: Der Querschnitt wird an einer festgelegten Stelle versetzt oder abgestuft.
  5. Lochen: Eine Öffnung wird mit einem Lochwerkzeug und gegebenenfalls einem Dorn hergestellt.
  6. Spalten: Das erwärmte Werkstück wird kontrolliert getrennt, ohne es vollständig abzuschneiden.
  7. Tordieren: Ein Werkstückabschnitt wird um seine Längsachse verdreht.
  8. Feuerschweißen: Geeignete, vorbereitete und ausreichend erwärmte Werkstückflächen werden durch Schmiededruck stoffschlüssig verbunden.

Datei:Smithy- steel forging (2).webm

Beobachte bei der Mediendatei den Wechsel zwischen Erwärmen und Umformen. Das Werkstück verliert während des Schlagens Wärme. Deshalb gehören Temperaturkontrolle und rechtzeitiges Wiedererwärmen zum Prozess.


Treiben, Fügen und Oberflächengestaltung

Beim Treiben werden Bleche durch gezielte Hammerschläge räumlich geformt. Für Baugruppen werden lösbare und unlösbare Verbindungen genutzt, etwa Schrauben, Nieten, Schweißverbindungen oder traditionelle geschmiedete Verbindungen. Die Auswahl richtet sich nach Funktion, Belastung, Gestaltung, Montagebedingungen und Reparierbarkeit.

Oberflächen können entzundert, gebürstet, geschliffen, poliert, strukturiert, patiniert oder mit einem geeigneten Korrosionsschutz versehen werden. Eine gestaltete Oberfläche ist nicht nur Dekoration. Sie beeinflusst Wahrnehmung, Gebrauchseigenschaften, Reinigbarkeit und Dauerhaftigkeit.


Vom Kundenauftrag zum fertigen Werkstück

Ein professioneller Auftrag verbindet Gestaltung, Technik, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Ein sinnvoller Ablauf umfasst:

  1. Auftragsklärung: Funktion, Einbauort, Maße, Gestaltung, Oberfläche, Termin und Budget werden geklärt.
  2. Entwurf: Skizzen, technische Zeichnungen, Modelle oder CAD-Daten machen die Idee prüfbar.
  3. Arbeitsplanung: Werkstoff, Halbzeug, Fertigungsverfahren, Reihenfolge, Werkzeuge, Maschinen, Prüfmittel und Schutzmaßnahmen werden festgelegt.
  4. Fertigung: Zuschnitt, Erwärmen, Umformen, Fügen und Nachbearbeiten erfolgen nach Plan.
  5. Prüfen: Maße, Winkel, Form, Verbindungen, Oberfläche und Funktion werden kontrolliert.
  6. Dokumentation: Abweichungen, Prüfwerte, Änderungen und Materialverbrauch werden nachvollziehbar festgehalten.
  7. Übergabe und Montage: Das Werkstück wird sicher transportiert, montiert, erklärt und bei Bedarf gewartet.

Bei Einzelanfertigungen ist die Zwischenkontrolle besonders wichtig. Kleine Form- oder Maßabweichungen können sich über mehrere Arbeitsschritte verstärken. Fachgerechtes Richten bedeutet daher nicht, Fehler am Ende zu verdecken, sondern Abweichungen früh zu erkennen und kontrolliert zu korrigieren.


Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Schmiedearbeiten verbinden Hitze, offene oder stark erhitzte Arbeitsbereiche, Funken, Zunder, hohe Schlagkräfte, Lärm und schwere Werkstücke. Zusätzlich können beim Schleifen und Schweißen Partikel, Strahlung, Rauch und elektrische Gefährdungen auftreten. Schutzmaßnahmen werden anhand einer Gefährdungsbeurteilung festgelegt.

Das STOP-Prinzip beschreibt die Rangfolge der Schutzmaßnahmen:

  1. Substitution: Gefährliche Verfahren oder Stoffe werden nach Möglichkeit durch weniger gefährliche Lösungen ersetzt.
  2. Technische Schutzmaßnahme: Einhausung, Absaugung, Lüftung, Schutzschirm, sichere Maschinensteuerung oder geeignete Hebezeuge reduzieren die Gefahr an der Quelle.
  3. Organisatorische Schutzmaßnahme: Unterweisung, Arbeitsfreigabe, Wartung, abgesperrte Bereiche, klare Kommunikation und geregelte Arbeitsabläufe begrenzen Risiken.
  4. Persönliche Schutzmaßnahme: Geeignete Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe, Schutzkleidung und weitere tätigkeitsbezogene PSA schützen die einzelne Person.

PSA wird passend zur konkreten Gefährdung ausgewählt. Sie ersetzt technische und organisatorische Maßnahmen nicht. Heiße Werkstücke müssen eindeutig gekennzeichnet oder so abgelegt werden, dass niemand sie versehentlich berührt. Fluchtwege, Feuerlöscheinrichtungen und der Bereich um die Esse müssen frei bleiben. An rotierenden Maschinen gelten andere Handschutzregeln als beim Umgang mit heißen Werkstücken; deshalb ist die jeweilige Betriebsanweisung verbindlich.


Qualität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Auch ein traditionell geschmiedetes Einzelstück entsteht heute häufig mit digitalen Hilfsmitteln. CAD-Zeichnungen, digitale Aufmaße, Tabellenkalkulation, Materialdatenbanken, CNC-gestützte Schneidverfahren und digitale Auftragsdokumentation unterstützen Planung und Fertigung. Entscheidend ist nicht, ob ein Werkzeug analog oder digital ist, sondern ob Du es fachgerecht und wirtschaftlich einsetzt.

Qualität bedeutet, dass ein Werkstück die vereinbarten Anforderungen zuverlässig erfüllt. Dazu gehören:

  1. Maßhaltigkeit und passende Toleranzen,
  2. sichere und geeignete Verbindungen,
  3. funktionsgerechte Form und Montage,
  4. gleichmäßige, vereinbarte Oberflächen,
  5. dokumentierte Prüfungen,
  6. material- und energieeffiziente Fertigung.

Nachhaltiges Arbeiten beginnt bei der Konstruktion. Günstige Zuschnittplanung verringert Verschnitt. Langlebige, reparierbare Verbindungen verlängern die Nutzungsdauer. Sortenreine Reststoffe erleichtern das Recycling. Bedarfsgerechtes Erwärmen spart Energie und vermindert Zunderverluste. Bei Restaurierungen steht der Erhalt historischer Substanz im Vordergrund; Eingriffe müssen fachlich begründet und dokumentiert werden.


Gestreckte Gesellenprüfung

Die Gesellenprüfung besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen. Teil 1 soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden und zählt bereits zum Gesamtergebnis. Teil 2 wird am Ende der Ausbildung durchgeführt.

Prüfungsbereich Anteil am Gesamtergebnis
Arbeitsauftrag aus Teil 1 30 Prozent
Kundenauftrag aus Teil 2 35 Prozent
Metallgestaltung aus Teil 2 12,5 Prozent
Arbeitsplanung aus Teil 2 12,5 Prozent
Wirtschafts- und Sozialkunde aus Teil 2 10 Prozent

Damit entfallen insgesamt 30 Prozent auf Teil 1 und 70 Prozent auf Teil 2. Im Kundenauftrag musst Du nicht nur handwerklich fertigen. Du sollst Arbeitsabläufe planen, technische und zeitliche Vorgaben berücksichtigen, Ergebnisse prüfen, Arbeitsschutz einbeziehen und Deine Entscheidungen im Fachgespräch erläutern. Die Prüfung bewertet deshalb berufliche Handlungsfähigkeit und nicht nur einzelne Handgriffe.


Rechte, Pflichten und Zusammenarbeit

Der Ausbildungsvertrag regelt unter anderem Ausbildungsdauer, Probezeit, Vergütung, Urlaub und tägliche Ausbildungszeit. Der Betrieb muss planmäßig ausbilden, erforderliche Ausbildungsmittel bereitstellen, für Sicherheit sorgen und den Besuch der Berufsschule ermöglichen. Du bist verpflichtet, sorgfältig zu lernen, Weisungen im Rahmen der Ausbildung zu beachten, Arbeitsmittel pfleglich zu behandeln, Betriebsgeheimnisse zu wahren, an der Berufsschule teilzunehmen und den Ausbildungsnachweis zu führen.

Probleme sollten früh und sachlich angesprochen werden. Mögliche Ansprechpersonen sind Ausbilderinnen und Ausbilder, Betriebsrat oder Jugend- und Auszubildendenvertretung, Lehrkräfte, Ausbildungsberatung der Handwerkskammer sowie die Erziehungsberechtigten bei minderjährigen Auszubildenden.


Berufliche Perspektiven und Abgrenzungen

Nach bestandener Gesellenprüfung kannst Du in Metallgestaltungsbetrieben, Kunstschmieden, Restaurierungswerkstätten oder verwandten Metallbaubereichen arbeiten. Fortbildungen sind unter anderem zum Metallbauermeister oder zur Metallbauermeisterin, zum Gestalter oder zur Gestalterin im Handwerk sowie im Bereich Restaurierung möglich. Mit entsprechender Zugangsberechtigung kommen außerdem fachbezogene Studiengänge infrage.

Der Hufbeschlag ist rechtlich gesondert geregelt. Eine Ausbildung zum Metallbauer in der Fachrichtung Metallgestaltung führt nicht automatisch zur staatlichen Anerkennung als Hufbeschlagschmied oder Hufbeschlagschmiedin. Wer beruflich Hufe und Klauen beschlagen will, muss die dafür geltenden zusätzlichen Voraussetzungen erfüllen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie lautet die heutige amtliche Ausbildungsbezeichnung für den Schmiede-Schwerpunkt im Metallbauerhandwerk? (Metallbauer in der Fachrichtung Metallgestaltung) (!Schmiedetechniker in der Fachrichtung Feuerarbeit) (!Kunstschlosser in der Fachrichtung Gestaltung) (!Hufschmied in der Fachrichtung Metallbau)




Wie lange dauert die reguläre Ausbildung zum Metallbauer? (42 Monate) (!24 Monate) (!30 Monate) (!48 Monate)




Welche beiden Lernorte bilden den Kern des dualen Ausbildungssystems? (Ausbildungsbetrieb und Berufsschule) (!Handwerkskammer und Rathaus) (!Berufsschule und Universität) (!Ausbildungsbetrieb und Arbeitsagentur)




Welche Aufgabe hat die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung? (Sie ergänzt unterschiedliche betriebliche Lernmöglichkeiten) (!Sie ersetzt die gesamte Berufsschule) (!Sie führt allein zur Gesellenprüfung) (!Sie übernimmt die Personalverwaltung des Betriebs)




Welches Werkzeug bildet die feste Unterlage beim Freiformschmieden? (Amboss) (!Schweißschirm) (!Messschieber) (!Gewindebohrer)




Was geschieht beim Stauchen eines Werkstückabschnitts? (Der Abschnitt wird kürzer und dicker) (!Der Abschnitt wird länger und dünner) (!Der Abschnitt wird vollständig getrennt) (!Der Abschnitt wird nur poliert)




Welche Aussage zum STOP-Prinzip ist richtig? (Persönliche Schutzausrüstung steht nach technischen und organisatorischen Maßnahmen) (!Persönliche Schutzausrüstung ersetzt jede Absaugung) (!Organisatorische Maßnahmen sind grundsätzlich unwirksam) (!Substitution bedeutet nur das Wechseln der Schutzbrille)




Wie werden die beiden Teile der gestreckten Gesellenprüfung gewichtet? (Teil 1 mit 30 Prozent und Teil 2 mit 70 Prozent) (!Teil 1 mit 50 Prozent und Teil 2 mit 50 Prozent) (!Teil 1 mit 70 Prozent und Teil 2 mit 30 Prozent) (!Teil 1 mit 20 Prozent und Teil 2 mit 80 Prozent)




Welcher Arbeitsschritt gehört zur fachgerechten Qualitätssicherung? (Maße und Funktion mit geeigneten Prüfmitteln kontrollieren) (!Abweichungen ohne Dokumentation überdecken) (!Jedes Werkstück unabhängig vom Auftrag gleich behandeln) (!Nur die Farbe des Werkstücks beurteilen)




Welche Aussage zum Hufbeschlag ist richtig? (Er erfordert zusätzliche rechtlich geregelte Voraussetzungen) (!Er ist automatisch Bestandteil jeder Metallbauergesellenprüfung) (!Er darf nach dem ersten Ausbildungsjahr selbstständig ausgeübt werden) (!Er gehört ausschließlich zur Fachrichtung Nutzfahrzeugbau)





Memory

Ausbildungsbetrieb Praktische berufliche Handlungskompetenz
Berufsschule Fachtheorie und allgemeinbildender Unterricht
ÜLU Ergänzende systematische Werkstattkurse
Amboss Feste Unterlage beim Freiformschmieden
Stauchen Kürzer und dicker formen
Strecken Länger und dünner formen
Gesellenprüfung Nachweis beruflicher Handlungsfähigkeit
Gefährdungsbeurteilung Grundlage für Schutzmaßnahmen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion im Ausbildungssystem
Ausbildungsbetrieb Kundenaufträge praktisch bearbeiten
Berufsschule Fachliche Zusammenhänge theoretisch erschließen
Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung Selten verfügbare Verfahren systematisch üben
Handwerkskammer Ausbildungsverhältnisse begleiten und Prüfungen organisieren
Prüfungsausschuss Berufliche Handlungsfähigkeit bewerten






Kreuzworträtsel

Betrieb Wo wird an realen Kundenaufträgen gelernt?
Berufsschule Welcher Lernort vermittelt Fachtheorie?
Amboss Worauf wird ein glühendes Werkstück häufig geschmiedet?
Zange Womit wird ein heißes Werkstück sicher gehalten?
Stauchen Wie heißt das Kürzer-und-dicker-Formen?
Korrosion Welcher Vorgang wird durch geeigneten Oberflächenschutz vermindert?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die anerkannte Metallbauerausbildung dauert regulär

. Der traditionelle Schmiede-Schwerpunkt gehört zur Fachrichtung

. Praktische berufliche Handlungskompetenz entsteht vor allem im

. Die fachtheoretischen Inhalte werden in der Berufsschule häufig in

organisiert. Ergänzende Werkstattkurse des Handwerks heißen

. Die feste Unterlage beim Freiformschmieden ist der

. Beim Kürzer-und-dicker-Formen spricht man vom

. Die Rangfolge von Schutzmaßnahmen beschreibt das

. Teil 1 der Gesellenprüfung zählt mit

. Die regelmäßige Dokumentation der Lerninhalte erfolgt im

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Lernort-Diagramm: Gestalte eine übersichtliche Grafik, die Ausbildungsbetrieb, Berufsschule, ÜLU und Handwerkskammer mit ihren Aufgaben verbindet.
  2. Werkzeug-Steckbrief: Wähle ein Schmiedewerkzeug aus und dokumentiere Bezeichnung, Aufbau, Verwendung, Pflege und typische Fehlanwendung.
  3. PSA-Check: Untersuche gemeinsam mit einer Fachkraft einen Arbeitsplatz und ordne vorhandene Schutzmaßnahmen dem STOP-Prinzip zu.
  4. Prozessskizze: Zeichne die Formänderung eines Werkstücks beim Strecken und beim Stauchen und beschrifte Ausgangs- und Endquerschnitt.


Standard

  1. Arbeitsplan Wandhaken: Entwickle für einen einfachen geschmiedeten Wandhaken einen Arbeitsplan mit Material, Werkzeugen, Arbeitsschritten, Prüfmerkmalen und Schutzmaßnahmen.
  2. Azubi-Interview: Befrage eine Auszubildende oder einen Auszubildenden zu Lernorten, Berichtsheft, ÜLU und Prüfungsvorbereitung und fasse die Aussagen sachlich zusammen.
  3. Fotodokumentation Metallgestaltung: Dokumentiere ein geschmiedetes oder getriebenes Bauteil mit Detailfotos und erläutere erkennbare Fertigungsverfahren.
  4. Handschmieden und Maschinenschmieden: Vergleiche beide Verfahren hinsichtlich Kraftübertragung, Genauigkeit, Stückzahl, Gestaltungsspielraum und Arbeitsschutz.


Schwer

  1. Gestaltungsauftrag: Entwirf unter fachlicher Aufsicht ein kleines Metallobjekt, erstelle eine technische Zeichnung und begründe Werkstoff, Verfahren, Oberfläche und Prüfplan.
  2. Fehleranalyse Schmiedeteil: Analysiere ein Werkstück mit Maßabweichung, Riss, ungünstiger Oberfläche oder Verzug und entwickle eine begründete Korrektur- oder Ausschussentscheidung.
  3. Nachhaltigkeitsanalyse: Untersuche einen Fertigungsauftrag auf Materialverbrauch, Energieeinsatz, Reparierbarkeit, Reststofftrennung und Lebensdauer und schlage Verbesserungen vor.
  4. Lehrvideo mit Gefährdungsbeurteilung: Produziere in einer ausgerüsteten Ausbildungswerkstatt und unter Aufsicht ein kurzes Lehrvideo zu einem Umformverfahren; integriere vor dem praktischen Teil eine vollständige Sicherheitsfreigabe.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Kundenauftrag: Erkläre anhand eines selbst gewählten Metallobjekts, wie Betrieb und Berufsschule gemeinsam die erforderlichen Kompetenzen für Planung, Fertigung und Prüfung aufbauen.
  2. Verfahrensentscheidung: Entscheide für eine vorgegebene Form zwischen Schmieden, Treiben, Biegen und Schweißen und begründe die Wahl mit Werkstoff, Geometrie und Belastung.
  3. Arbeitsschutz-Fall: In einer Werkstatt treten Hitze, Lärm, Funkenflug und Rauch gleichzeitig auf. Entwickle Schutzmaßnahmen in der richtigen Reihenfolge des STOP-Prinzips.
  4. Qualitätsabweichung: Ein Bauteil passt bei der Montage nicht. Leite eine Prüfkette ab, mit der Du Ursache, Verantwortungsbereich und geeignete Korrektur bestimmst.
  5. Restaurierungsentscheidung: Begründe, wann ein historisches Metallteil erhalten, ergänzt oder ersetzt werden sollte und welche Dokumentation dafür notwendig ist.
  6. Prüfungsstrategie: Entwickle einen Lern- und Arbeitsplan, der praktische Fertigung, Fachgespräch, Arbeitsplanung und Wirtschafts- und Sozialkunde sinnvoll verbindet.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis sind wichtig:

  1. eine fachlich richtige Einordnung des Schmiede-Schwerpunkts in die Fachrichtung Metallgestaltung,
  2. ein nachvollziehbares Lernortmodell des dualen Systems,
  3. ein vollständiger Arbeitsplan mit Zeichnung, Werkstoffwahl, Fertigungsverfahren und Prüfmerkmalen,
  4. die sichere Anwendung des STOP-Prinzips und der betrieblichen Unterweisungen,
  5. eine dokumentierte Qualitätskontrolle mit geeigneten Mess- und Prüfmitteln,
  6. die Reflexion über Fehler, Verbesserungen, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit,
  7. ein korrekt geführter Ausbildungsnachweis,
  8. die Fähigkeit, Entscheidungen in einem Fachgespräch verständlich zu begründen.




OERs zum Thema

  1. BIBB: Metallbauer/Metallbauerin, Fachrichtung Metallgestaltung
  2. Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin
  3. Das Handwerk: Berufsprofil Metallbauer/Metallbauerin
  4. DGUV Regel Branche Metallbau
  5. Wikimedia Commons: Freie Medien zu Schmieden



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