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Das Ostfränkische Reich - Deutschland

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Das Ostfränkische Reich - Deutschland




Das Ostfränkische Reich – Deutschland

Der Weg vom Frankenreich zu neuen Herrschaftsstrukturen im 9. und 10. Jahrhundert


Einleitung

Wenn Du heute auf eine Europakarte schaust, wirken Staaten wie Deutschland oder Frankreich selbstverständlich. Im Frühmittelalter gab es diese Nationalstaaten aber noch nicht. Ein wichtiger Ausgangspunkt für ihre spätere Entwicklung war das große Frankenreich der Karolinger. Nach langen Konflikten unter den Nachkommen Karls des Großen wurde es 843 im Vertrag von Verdun in drei Herrschaftsbereiche geteilt. Der östliche Teil kam an Ludwig den Deutschen und wird heute als Ostfrankenreich bezeichnet.

Das Ostfrankenreich war kein „Deutschland“ im modernen Sinn. Seine Bewohner verstanden sich nicht als Bürger eines deutschen Nationalstaats. Herrschaft beruhte vor allem auf persönlichen Bindungen zwischen König, Herzögen, Grafen, Bischöfen und anderen Großen. Gleichzeitig entwickelten sich im 9. und 10. Jahrhundert neue politische Strukturen, die für die spätere Geschichte des Heiligen Römischen Reiches und des mittelalterlichen Reiches nördlich der Alpen wichtig wurden.

In diesem aiMOOC untersuchst Du, wie aus dem östlichen Teil des Frankenreichs ein eigenständiger Herrschaftsraum wurde, warum mächtige Herzogtümer entstanden, weshalb Könige gewählt wurden und wie Heinrich I. und Otto I. ihre Herrschaft sicherten.


Vom Reich Karls des Großen zur Teilung von 843

Karl der Große hatte um 800 ein großes Reich geschaffen, das weite Teile West- und Mitteleuropas umfasste. Nach seinem Tod 814 regierte sein Sohn Ludwig der Fromme. Dessen Söhne stritten jedoch um Erbe, Rang und politische Macht. Der Konflikt wurde 843 im Vertrag von Verdun beigelegt.

Das Reich wurde in drei große Herrschaftsbereiche geteilt:

  1. Westfrankenreich: Es fiel an Karl den Kahlen und wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die spätere Entwicklung Frankreichs.
  2. Mittelreich: Es fiel an Lothar I., der auch den Kaisertitel behielt. Sein lang gestrecktes Reich reichte von der Nordsee bis nach Italien.
  3. Ostfrankenreich: Es fiel an Ludwig den Deutschen. Es umfasste vor allem Gebiete östlich des Rheins, aber auch Räume westlich des Rheins.

Die Teilung von 843 war zunächst eine Herrschaftsteilung innerhalb der fränkischen Königsdynastie. Niemand konnte damals wissen, dass sich Ost- und Westfranken dauerhaft auseinanderentwickeln würden. Weitere Verträge, besonders Meerssen 870 und Ribemont 880, veränderten die Grenzen erneut.

Merke: Der Vertrag von Verdun ist kein „Gründungsdatum Deutschlands“. Er markiert aber einen wichtigen Schritt auf einem langen Weg, auf dem sich aus dem Frankenreich neue politische Räume entwickelten.


Ludwig der Deutsche und die ostfränkischen Karolinger

Ludwig der Deutsche herrschte seit 843 über das Ostfrankenreich. Sein Beiname „der Deutsche“ entstand erst später; er bedeutet nicht, dass Ludwig sich als König eines modernen deutschen Staates verstand. Seine Herrschaft stützte sich auf königlichen Besitz, auf Pfalzen, auf Grafen und auf die Zusammenarbeit mit Bischöfen und Klöstern.

Achtung Bildquelle: Solche Herrscherbilder entstanden oft erst Jahrhunderte später. Sie zeigen, wie man sich einen König später vorstellte, nicht zwingend sein tatsächliches Aussehen.

Ein König des Frühmittelalters hatte keine feste Hauptstadt mit einem großen Ministerium. Er reiste durch sein Reich und hielt sich an unterschiedlichen Orten auf. Dort sprach er Recht, bestätigte Besitz, empfing Gesandte und versammelte wichtige Adlige und Geistliche. Diese Form der Herrschaft wird als Reisekönigtum bezeichnet.

Urkunden waren für die Herrschaft wichtig: Mit ihnen bestätigte der König beispielsweise Rechte, Schenkungen oder Besitz. Solche Dokumente wurden von Geistlichen geschrieben, denn Klöster und Bischofssitze waren wichtige Zentren von Schriftlichkeit und Bildung.

Nach Ludwigs Tod 876 wurde auch das Ostfrankenreich unter seinen Söhnen aufgeteilt. Für kurze Zeit gelang es Karl III., genannt „der Dicke“, große Teile des Frankenreichs noch einmal unter seiner Herrschaft zu vereinen. Diese Einheit hielt aber nicht. Im späten 9. Jahrhundert schwächten innere Konflikte und Angriffe von außen die Königsmacht.


Warum entstanden neue Herrschaftsstrukturen?

Um 900 war der ostfränkische König nicht überall gleich stark. Zugleich bedrohten Normannen beziehungsweise Wikinger im Norden und Westen sowie Magyaren, die in älteren Quellen oft „Ungarn“ genannt werden, verschiedene Teile des Reiches. Die Verteidigung musste häufig vor Ort organisiert werden.

Dadurch gewannen regionale Adlige an Bedeutung. In Gebieten wie Sachsen, Bayern, Schwaben und Franken bildeten sich mächtige Herzogtümer heraus. Später gehörte auch Lothringen wieder zum ostfränkischen Herrschaftsverband. Historiker sprechen häufig von den jüngeren Stammesherzogtümern.

Historische Karten zu den Herzogtümern sind moderne Rekonstruktionen. Ihre klaren Grenzlinien dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Herrschaftsräume im Frühmittelalter oft weniger eindeutig abgegrenzt waren als heutige Staaten.

Ein Herzog war kein moderner Regierungschef eines Bundeslandes. Er verfügte über eigene Gefolgsleute, Besitz, militärische Macht und politische Netzwerke. Das machte ihn für den König wichtig, aber manchmal auch gefährlich. Königsherrschaft funktionierte deshalb meist nur, wenn der König die Großen des Reiches einband, mit ihnen verhandelte und Konflikte begrenzte.

Zentrale Herrschaftsträger waren:

  1. König: Er beanspruchte die oberste Herrschaft, führte Heere, sprach Recht und vergab wichtige Ämter oder Rechte.
  2. Herzog: Er besaß in einer Region besonders großen Einfluss und konnte militärische Kräfte bündeln.
  3. Graf: Er übte in einem Gebiet Herrschafts- und Gerichtsaufgaben aus und gehörte zur regionalen Elite.
  4. Bischof und Abt: Geistliche Amtsträger waren zugleich wichtige politische Partner, Grundherren und Träger von Schriftkultur.
  5. Adel: Herrschaft beruhte stark auf Besitz, Verwandtschaft, Treuebindungen, Ehre und persönlicher Gefolgschaft.


911: Ende der ostfränkischen Karolinger

Im Jahr 911 starb Ludwig das Kind, der letzte ostfränkische Karolinger in männlicher Linie. Nun wählten die Großen des Reiches nicht den westfränkischen Karolinger Karl den Einfältigen, sondern den fränkischen Herzog Konrad I. zum König.

Die Wahl Konrads war bedeutsam, weil die Königswürde damit nicht mehr selbstverständlich bei den ostfränkischen Karolingern blieb. Trotzdem war das Reich noch kein moderner Wahlstaat. Nur eine kleine Gruppe mächtiger weltlicher und geistlicher Großer war an solchen Entscheidungen beteiligt.

Konrad versuchte, seine Stellung gegenüber den Herzögen zu behaupten, hatte damit aber nur begrenzten Erfolg. Kurz vor seinem Tod 918 unterstützte er nach der späteren Überlieferung die Nachfolge des mächtigen Sachsenherzogs Heinrich. 919 wurde dieser als Heinrich I. zum König gewählt.


Heinrich I.: Herrschen durch Bündnisse und Ausgleich

Heinrich I. regierte von 919 bis 936. Anders als Konrad versuchte er nicht überall sofort direkte königliche Kontrolle durchzusetzen. Er erkannte die starke Stellung der Herzöge an und gewann ihre Anerkennung durch Verhandlungen, Bündnisse und gegenseitige Zugeständnisse.

Damit entstand eine Herrschaftsordnung, in der der König zwar an der Spitze stand, aber auf die Zusammenarbeit mit regionalen Mächten angewiesen blieb. Heinrich gewann 925 Lothringen für das Ostfrankenreich zurück. Gegen die Magyaren erreichte er zunächst einen Waffenstillstand, den er für militärische Vorbereitungen nutzte. 933 besiegte sein Heer sie in der Schlacht bei Riade.

Auch die Sicherung von Burgen, befestigten Orten und militärischen Aufgeboten spielte eine wichtige Rolle. Königspfalzen wie Werla zeigen, dass Herrschaft räumlich nicht von einer einzigen Hauptstadt aus organisiert wurde.

Quellenkritik: Der sogenannte Heinrichskamm im Quedlinburger Domschatz wird traditionell mit Heinrich I. verbunden. Solche Zuschreibungen sind nicht immer eindeutig. Auch viele Bilder mittelalterlicher Könige entstanden erst lange nach deren Tod. Du solltest deshalb immer fragen: Wann entstand eine Quelle, wer stellte etwas dar und wie sicher ist die Zuordnung?


Otto I.: Königsherrschaft, Lechfeld und Kaiserkrönung

Nach Heinrichs Tod wurde sein Sohn Otto I. 936 König. Die Krönung in Aachen knüpfte bewusst an die Erinnerung an Karl den Großen an. Otto musste seine Stellung jedoch gegen Aufstände aus dem eigenen Verwandtenkreis und gegen mächtige Herzöge durchsetzen.

Otto stärkte seinen Einfluss auf die Herzogtümer und arbeitete eng mit Bischöfen und Äbten zusammen. Geistliche konnten dem König bei Verwaltung, Diplomatie und Herrschaftsausübung helfen. In der älteren Forschung wurde dafür oft der Begriff ottonisch-salisches Reichskirchensystem verwendet. Heute wird stärker betont, dass es sich nicht um einen vollständig geplanten Verwaltungsapparat wie in einem modernen Staat handelte, sondern um ein Geflecht persönlicher Beziehungen und gegenseitiger Leistungen.

955 kam es zur Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg. Ottos Heer besiegte dort ein magyarisches Heer. Der Sieg stärkte Ottos Ansehen im Reich und darüber hinaus.

Die Darstellung der Lechfeldschlacht entstand erst im 15. Jahrhundert, also etwa fünf Jahrhunderte nach dem Ereignis. Sie ist deshalb vor allem eine Quelle dafür, wie das Ereignis später erinnert und dargestellt wurde.

951 hatte Otto bereits die Königswürde in Italien angenommen. 962 wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt. Diese Kaiserkrönung gilt als ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Reiches, das später als Heiliges Römisches Reich bezeichnet wurde.

Das Elfenbeinrelief zeigt Otto I., wie er Christus symbolisch eine Kirche überreicht. Es macht sichtbar, wie eng politische Herrschaft und christliche Vorstellungen im 10. Jahrhundert miteinander verbunden waren. Otto förderte besonders Magdeburg, wo 968 ein Erzbistum eingerichtet wurde.


Wie funktionierte Herrschaft ohne modernen Staat?

Das Ostfrankenreich hatte keine Verfassung, keine flächendeckende Verwaltung und keine Hauptstadt im heutigen Sinn. Herrschaft entstand durch Anwesenheit, Kommunikation und Beziehungen.

Reisekönigtum: Der König zog mit seinem Hof durch verschiedene Regionen. Pfalzen, Bischofsstädte und Klöster boten Unterkunft, Versorgung und politische Treffpunkte.

Personenverbände: Treue, Verwandtschaft, Freundschaftsbündnisse, Heiraten, Eide und Gefolgschaft waren politisch wichtig. Ein Herrscher musste Menschen an sich binden, nicht nur Gebiete verwalten.

Hoftage: Auf Versammlungen trafen König, Herzöge, Grafen und Bischöfe zusammen. Dort wurden Konflikte beraten, Entscheidungen verkündet und Beziehungen öffentlich bestätigt.

Kirche und Herrschaft: Bischöfe und Äbte verfügten über Bildung, Besitz und Netzwerke. Könige förderten Kirchen und Klöster, während Geistliche wichtige Aufgaben für die Herrschaft übernahmen.

Militärische Macht: Der König war auf die bewaffnete Unterstützung der Großen angewiesen. Zugleich konnten militärische Erfolge seine Autorität deutlich steigern.


War das Ostfrankenreich schon „Deutschland“?

Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht im heutigen Sinn. Es gab im 9. und 10. Jahrhundert keinen deutschen Nationalstaat und keine moderne nationale Staatsbürgerschaft. Die Menschen identifizierten sich unter anderem mit ihrer Region, ihrer Verwandtschaft, ihrem Stand, ihrem Herrscher und ihrer christlichen Gemeinschaft.

Trotzdem war das Ostfrankenreich ein wichtiger Vorläufer späterer Herrschaftsordnungen. Aus ihm entwickelte sich unter den Ottonen ein Reich, das nördlich der Alpen und in Italien politische Schwerpunkte besaß und seit dem späten Mittelalter als Heiliges Römisches Reich bezeichnet wurde. Die Vorstellung eines eigenständigen „deutschen“ Reiches entstand nicht an einem einzigen Tag, sondern in einem langen Prozess.

Auch diese Karte ist eine moderne Rekonstruktion. Sie hilft bei der räumlichen Orientierung, ist aber keine Karte, die Menschen um das Jahr 1000 selbst benutzt hätten.

Darum ist es sinnvoller, von einem Entstehungsprozess zu sprechen als nach einem einzigen „Geburtstag Deutschlands“ zu suchen. Die Jahre 843, 911, 919, 936, 955 und 962 markieren wichtige Stationen, aber keines dieser Jahre allein erklärt die spätere Entwicklung.


Zeitleiste

Jahr Ereignis Bedeutung
843 Vertrag von Verdun Das Frankenreich wird in drei Herrschaftsbereiche geteilt; Ludwig der Deutsche erhält den Osten.
870 Vertrag von Meerssen Teile des früheren Mittelreichs werden neu verteilt.
880 Vertrag von Ribemont Weitere lothringische Gebiete gelangen an das Ostfrankenreich.
911 Wahl Konrads I. Nach dem Ende der ostfränkischen Karolinger wird ein Nichtkarolinger König.
919 Wahl Heinrichs I. Der sächsische Liudolfinger wird König und bindet die Herzöge durch Ausgleich ein.
933 Schlacht bei Riade Heinrich I. erzielt einen wichtigen Sieg gegen die Magyaren.
936 Königserhebung Ottos I. Otto wird in Aachen zum König erhoben und gekrönt.
955 Schlacht auf dem Lechfeld Ottos Sieg über die Magyaren stärkt seine Herrschaft.
962 Kaiserkrönung Ottos I. Otto wird in Rom zum Kaiser gekrönt; das Reich erhält eine neue kaiserliche Ausrichtung.


Medien zur Vertiefung

Die eingebundenen Karten, Siegel, Urkunden und Kunstwerke sind selbst historische oder historisierende Quellen. Nutze sie nicht nur als Illustration, sondern untersuche ihren Entstehungszeitpunkt, ihre Perspektive und ihre Aussageabsicht. Die Videos eignen sich als Einstieg oder Wiederholung. Vergleiche ihre Darstellung mit dem Lerntext und achte besonders darauf, ob sie 843 oder 962 vereinfachend als „Geburt Deutschlands“ darstellen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Vertrag teilte das Frankenreich 843 in drei große Herrschaftsbereiche? (Vertrag von Verdun) (!Vertrag von Worms) (!Goldene Bulle) (!Westfälischer Frieden)




Wer erhielt 843 den östlichen Teil des Frankenreichs? (Ludwig der Deutsche) (!Karl der Kahle) (!Lothar II) (!Otto der Große)




Warum gewannen regionale Herzöge um 900 an Bedeutung? (Sie organisierten vor Ort Herrschaft und Verteidigung) (!Sie wurden von modernen Parlamenten gewählt) (!Sie führten eine einheitliche Reichsverwaltung) (!Sie ersetzten alle Bischöfe)




Was war 911 im Ostfrankenreich besonders bedeutsam? (Mit Konrad I wurde ein Nichtkarolinger zum König gewählt) (!Karl der Große wurde Kaiser) (!Das Reich wurde erstmals in drei Teile geteilt) (!Otto I wurde in Rom zum Kaiser gekrönt)




Wie sicherte Heinrich I seine Herrschaft besonders? (Durch Bündnisse und Ausgleich mit den Herzögen) (!Durch eine moderne Beamtenverwaltung) (!Durch die Abschaffung aller Herzogtümer) (!Durch eine feste Hauptstadt in Berlin)




Wo wurde Otto I 936 zum König erhoben und gekrönt? (Aachen) (!Rom) (!Paris) (!London)




Welcher Sieg stärkte Ottos I Ansehen im Jahr 955 besonders? (Schlacht auf dem Lechfeld) (!Schlacht bei Hastings) (!Schlacht im Teutoburger Wald) (!Schlacht bei Waterloo)




Was geschah 962 mit Otto I? (Er wurde in Rom zum Kaiser gekrönt) (!Er unterzeichnete den Vertrag von Verdun) (!Er wurde Herzog von Normandie) (!Er löste alle Bistümer auf)




Was beschreibt Reisekönigtum am besten? (Der König übte Herrschaft durch Reisen zwischen verschiedenen Orten aus) (!Der König regierte dauerhaft von einer festen Hauptstadt aus) (!Der König lebte ohne Hof und Gefolge) (!Der König überließ alle Entscheidungen den Städten)




Warum sollte das Ostfrankenreich nicht einfach mit dem modernen Deutschland gleichgesetzt werden? (Die Entwicklung eines deutschen Reiches war ein langer Prozess) (!Das Ostfrankenreich lag ausschließlich in Italien) (!Im Ostfrankenreich gab es keine Könige) (!Das Ostfrankenreich entstand erst im 19 Jahrhundert)





Memory

Vertrag von Verdun Teilung des Frankenreichs 843
Ludwig der Deutsche Herrscher des östlichen Teilreichs
Konrad I Erster nichtkarolingischer König Ostfrankens
Heinrich I Bündnisse mit den Herzögen
Otto I Kaiserkrönung 962
Reisekönigtum Herrschaft durch Reisen und Pfalzen
Lechfeld Sieg über die Magyaren
Reichskirche Zusammenarbeit von Königtum und Geistlichen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
König Oberster Herrschaftsanspruch im Reich
Herzog Mächtiger regionaler Herrschaftsträger
Pfalz Aufenthaltsort des reisenden Herrscherhofs
Bischof Geistlicher Amtsträger mit politischem Einfluss
Hoftag Versammlung von Herrscher und Großen
Urkunde Schriftliche Bestätigung von Rechten und Entscheidungen






Kreuzworträtsel

Verdun In welcher Stadt wurde der Vertrag zur Reichsteilung von 843 geschlossen?
Karolinger Wie heißt die Herrscherdynastie Karls des Großen?
Herzog Wie heißt ein mächtiger regionaler Herrschaftsträger?
Fritzlar Welcher Ort wird mit der Königswahl Heinrichs I. im Jahr 919 verbunden?
Lechfeld Wo besiegte Otto I. im Jahr 955 die Magyaren?
Magdeburg Welche Stadt wurde unter Otto I. zu einem wichtigen kirchlichen Zentrum ausgebaut?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Im Vertrag von Verdun wurde das Frankenreich im Jahr

geteilt.
Den östlichen Herrschaftsbereich erhielt

der Deutsche.
Um 900 gewannen regionale

deutlich an politischer Macht.
Nach dem Tod Ludwigs des Kindes wurde

zum König gewählt.
Im Jahr 919 wurde der Sachsenherzog

König des Ostfrankenreichs.
Heinrich I. setzte gegenüber den Herzögen stark auf

.
Otto I. wurde 936 in

zum König erhoben und gekrönt.
Im Jahr 955 siegte Ottos Heer auf dem

.
Otto I. erhielt 962 in Rom die

.
Die Entwicklung zum mittelalterlichen deutschen Reich war ein langer

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kartenarbeit Ostfrankenreich: Zeichne eine einfache Karte der drei Teilreiche von 843 und markiere Ostfranken, Westfranken und das Mittelreich. Ergänze drei Orte, die im Lerntext vorkommen.
  2. Zeitleiste Frühmittelalter: Gestalte eine Zeitleiste von 843 bis 962 und erkläre zu jedem eingetragenen Ereignis in einem Satz, warum es wichtig war.
  3. Begriffslexikon Mittelalter: Erstelle ein Mini-Lexikon mit den Begriffen König, Herzog, Pfalz, Hoftag, Bischof und Reisekönigtum.
  4. Bildquellen analysieren: Wähle eines der eingebundenen Bilder aus und notiere, was Du sicher erkennen kannst und welche Aussagen nur Vermutungen sind.


Standard

  1. Konrad I. und Heinrich I.: Vergleiche ihre Strategien gegenüber den Herzögen. Formuliere anschließend, warum Heinrichs Vorgehen erfolgreicher gewesen sein könnte.
  2. Hoftag im Ostfrankenreich: Inszeniert in einer Gruppe einen Hoftag. Verteilt Rollen für König, Herzog, Bischof und Graf und verhandelt über die Verteidigung gegen einen Angriff.
  3. Quellenkritik Otto I.: Vergleiche Ottos Siegel mit einer späteren bildlichen Darstellung. Untersuche Unterschiede zwischen zeitnaher Quelle und späterer Erinnerung.
  4. Erklärvideo Ostfrankenreich: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo zur Frage: „Wie veränderte sich Herrschaft zwischen 843 und 962?“


Schwer

  1. Entstehung Deutschlands: Recherchiere unterschiedliche historische Deutungen zur Frage, wann von einem „deutschen Reich“ gesprochen werden kann. Begründe, warum ein einziges Gründungsjahr problematisch ist.
  2. Reisekönigtum vor Ort: Recherchiere eine Königspfalz, einen Bischofssitz oder ein Kloster des 9. oder 10. Jahrhunderts in Deiner Region oder in einem Bundesland Deiner Wahl und plane eine historische Exkursion.
  3. Herrschaft und Kirche im Mittelalter: Untersuche an einem Beispiel, wie Otto I. mit Bischöfen oder Klöstern zusammenarbeitete. Trenne dabei belegbare Fakten von Deutungen.
  4. Digitale Ausstellung Ottonen: Entwickle eine kleine digitale Ausstellung mit mindestens fünf Objekten oder Quellen. Jede Station soll Herkunft, Datierung, Aussagewert und eine Leitfrage enthalten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Herrschaft im Vergleich: Vergleiche das Ostfrankenreich mit einem modernen Staat. Nenne mindestens drei Unterschiede und erkläre, warum der Vergleich trotzdem hilfreich sein kann.
  2. Macht der Herzöge: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, wie äußere Bedrohungen die Macht regionaler Herrscher stärken konnten.
  3. Strategiewechsel: Beurteile die Aussage: „Heinrich I. war erfolgreich, weil er weniger direkte Kontrolle verlangte als Konrad I.“ Nutze mindestens zwei Argumente.
  4. Lechfeld und Legitimation: Erkläre, warum ein militärischer Sieg wie 955 politische Herrschaft stabilisieren konnte, auch wenn dadurch noch kein moderner Staat entstand.
  5. Kirche als Herrschaftspartner: Entwickle ein Wirkungsdiagramm, das zeigt, welchen Nutzen König und Bischöfe voneinander haben konnten und welche Konflikte daraus entstehen konnten.
  6. Deutschland als Prozess: Formuliere eine begründete Antwort auf die Frage: „War 962 die Geburtsstunde Deutschlands?“ Beziehe mindestens drei Stationen zwischen 843 und 962 ein.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Jahreszahlen kennst, sondern historische Entwicklungen erklären kannst.

  1. Du kannst die Teilung des Frankenreichs 843 erklären und die drei Herrschaftsbereiche unterscheiden.
  2. Du kannst begründen, warum das Ostfrankenreich nicht mit dem heutigen Deutschland gleichgesetzt werden darf.
  3. Du kannst die Entstehung und Bedeutung der regionalen Herzogtümer erklären.
  4. Du kannst die Herrschaftsstrategien Konrads I., Heinrichs I. und Ottos I. vergleichen.
  5. Du kannst Reisekönigtum, Pfalz, Hoftag und die politische Rolle der Kirche in eigenen Worten erläutern.
  6. Du kannst die Bedeutung der Jahre 911, 919, 955 und 962 in einen Zusammenhang einordnen.
  7. Du kannst Karten, Siegel, Urkunden und spätere Darstellungen quellenkritisch untersuchen.
  8. Du kannst eine begründete Deutung zur langfristigen Entstehung mittelalterlicher „deutscher“ Herrschaftsstrukturen formulieren.




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