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Das Neckartal - Baden-Württemberg

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Das Neckartal - Baden-Württemberg




Einleitung

Das Neckartal gehört zu den wichtigsten Landschafts- und Wirtschaftsräumen in Baden-Württemberg. Der Neckar verbindet ganz unterschiedliche Räume: kleine Städte und Dörfer, Weinberge, große Industriegebiete, Häfen, Bahnstrecken und dicht bebaute Großstädte. Deshalb eignet sich das Neckartal besonders gut, um zu untersuchen, wie Natur und menschliche Nutzung zusammenwirken.

Der Neckar ist etwa 362 Kilometer lang. Er entspringt auf der Baar bei Villingen-Schwenningen und mündet in Mannheim in den Rhein. Fast sein gesamter Lauf liegt in Baden-Württemberg. Nur am unteren Neckar berührt der Fluss für kurze Abschnitte auch Hessen beziehungsweise bildet dort eine Landesgrenze.

Auf der Karte kannst Du erkennen, dass der Neckar keine gerade Linie bildet. Er windet sich durch verschiedene Landschaften und ändert mehrfach seine Richtung. Besonders wichtig ist das sogenannte Neckarknie bei Plochingen. Von dort fließt der Neckar überwiegend nach Nordwesten und Norden durch den dicht besiedelten Raum um Stuttgart und Heilbronn.

In diesem aiMOOC untersuchst Du fünf zentrale Fragen: Wie verläuft der Fluss? Welche Städte liegen an ihm? Warum siedelte sich Industrie im Tal an? Weshalb wird an vielen Hängen Wein angebaut? Und warum ist das Neckartal bis heute ein bedeutender Verkehrsraum?


Der Fluss und sein Tal

Im Oberlauf ist der Neckar zunächst ein kleiner Fluss. Er fließt durch den Raum zwischen Schwarzwald und Schwäbische Alb. Auf seinem Weg nehmen zahlreiche Bäche und Flüsse Wasser auf und führen es dem Neckar zu. Bedeutende Nebenflüsse sind unter anderem Enz, Kocher und Jagst.

Bei Tübingen ist der Neckar bereits ein gut sichtbarer Teil der Stadtlandschaft. Hier wird deutlich, dass ein Fluss nicht nur Wasser transportiert. Seine Ufer können Erholungsraum sein, Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten und das Aussehen einer Stadt prägen.

Unterhalb von Plochingen verändert sich das Tal stark. Siedlungen, Straßen, Eisenbahnlinien, Gewerbe und Industrie liegen vielerorts dicht nebeneinander. Der Talboden ist vergleichsweise eben und deshalb für Verkehrswege und Gebäude attraktiv. Gleichzeitig ist der Platz begrenzt. Dadurch entstehen Nutzungskonflikte.

Am unteren Neckar wird das Tal wieder enger und stärker von bewaldeten Hängen geprägt. Zwischen Eberbach und Heidelberg schneidet sich der Fluss durch den Odenwald. Danach tritt er in die weite Oberrheinische Tiefebene ein und erreicht Mannheim.


Städte im Neckartal

Entlang des Neckars liegen viele bekannte Städte. Sie unterscheiden sich deutlich in Größe und Funktion. Rottweil gehört zu den älteren Städten am oberen Neckar. Tübingen ist vor allem als Universitätsstadt bekannt. Esslingen am Neckar besitzt eine historische Altstadt und eine lange Gewerbe- und Industriegeschichte.

Stuttgart ist die Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Der Neckar fließt nicht durch die eigentliche Innenstadt, sondern durch östliche Stadtteile wie Bad Cannstatt und Untertürkheim. Dort liegen große Verkehrs- und Industrieflächen sowie der Stuttgarter Hafen.

Heilbronn entwickelte sich wegen seiner Lage am Fluss früh zu einem wichtigen Handels- und später Industriestandort. Gleichzeitig prägt Weinbau das Umland der Stadt. Weiter flussabwärts folgen Orte wie Bad Wimpfen, Eberbach und Heidelberg. In Mannheim endet der Neckar: Dort mündet er in den Rhein.

Die Städte zeigen eine typische Eigenschaft des Neckartals: Der Fluss verbindet Siedlungen miteinander, aber jede Stadt nutzt ihre Lage auf eine andere Weise.


Industrie im Neckartal

Flusstäler waren für die Entwicklung von Industrie besonders günstig. Früher konnte die Wasserkraft zum Antrieb von Mühlen und Maschinen genutzt werden. Außerdem lieferte der Fluss Wasser für verschiedene Produktionsprozesse. Mit dem Ausbau von Straßen, Eisenbahnen und später der Schifffahrt wurde das Neckartal zusätzlich zu einem wichtigen Verkehrs- und Wirtschaftsraum.

Heute liegen im mittleren Neckartal zahlreiche Betriebe aus Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Logistik und anderen Branchen. Besonders deutlich wird die Verbindung von Fluss, Verkehr und Industrie im Raum Stuttgart.

Ein Hafen ermöglicht den Umschlag von Gütern zwischen Schiff, Bahn und Lastwagen. Dadurch können schwere oder große Gütermengen über längere Strecken transportiert werden. Industrie braucht aber auch Fläche. Genau hier entsteht ein Problem: Im schmalen Tal konkurrieren Fabriken, Wohngebiete, Verkehrswege, Landwirtschaft und Natur um denselben Raum.


Weinbau an den Hängen

Viele Hänge des mittleren Neckartals werden seit Jahrhunderten für Weinbau genutzt. Besonders bekannt sind Weinlandschaften zwischen Esslingen, Stuttgart, Ludwigsburg und Heilbronn. An manchen Stellen sind die Hänge so steil, dass kleine Terrassen angelegt wurden.

Weinreben brauchen viel Licht und Wärme. Sonnige Hänge sind deshalb besonders geeignet. Steile Hänge können allerdings schwer mit Maschinen bearbeitet werden. Trockenmauern und Terrassen helfen dabei, den Hang zu gliedern und den Boden festzuhalten. Gleichzeitig bilden solche Mauern Lebensräume für wärmeliebende Tiere und Pflanzen.

Der Weinbau ist deshalb nicht nur Landwirtschaft. Er prägt auch das Landschaftsbild, den Tourismus und die Kultur vieler Orte am Neckar.


Verkehr im Neckartal

Ein Tal bietet häufig einen relativ günstigen Weg durch hügeliges oder bergiges Gelände. Deshalb folgen wichtige Straßen und Eisenbahnlinien auf langen Abschnitten dem Neckar. Auch Radwege nutzen den Talraum. Ein bekanntes Beispiel ist der Neckartal-Radweg, der dem Fluss von der Quelle bis in Richtung Rhein folgt.

Von Plochingen flussabwärts ist der Neckar für größere Schiffe ausgebaut. Wehre stauen das Wasser auf. Schleusen ermöglichen Schiffen, Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Flussabschnitten zu überwinden.

In Stuttgart und Heilbronn entstanden wichtige Häfen. Über den Neckar besteht eine Verbindung zum Rhein und damit zum großen europäischen Netz der Binnenwasserstraßen. Für den Güterverkehr kann die Schifffahrt besonders bei großen und schweren Ladungen von Bedeutung sein.

Verkehr bringt jedoch auch Belastungen mit sich. Straßen und Bahnlinien brauchen Platz, erzeugen Lärm und können Lebensräume zerschneiden. Deshalb ist Verkehrsplanung im Neckartal immer auch eine Frage der Raumplanung.


Der Mensch verändert den Fluss

Der Neckar wurde über lange Zeit stark verändert. Ufer wurden befestigt, Flussabschnitte begradigt, Wehre und Schleusen gebaut und Flächen in der Aue für Siedlungen oder Industrie genutzt. Das machte den Fluss besser nutzbar, verringerte aber vielerorts natürliche Uferbereiche und Auen.

Heute versucht man an verschiedenen Stellen, Flussufer wieder naturnäher zu gestalten. Solche Maßnahmen nennt man Renaturierung. Sie können neue Lebensräume schaffen und dem Fluss mehr Raum geben. Auch Hochwasserschutz spielt eine wichtige Rolle, denn dicht bebaute Talräume können bei Hochwasser besonders gefährdet sein.

Das Neckartal zeigt damit einen wichtigen Grundsatz der Geografie: Menschen nutzen Räume, verändern sie und müssen anschließend überlegen, wie Wirtschaft, Verkehr, Wohnen und Naturschutz miteinander verbunden werden können.

Merksatz: Das Neckartal ist gleichzeitig Naturraum, Siedlungsraum, Wirtschaftsraum, Verkehrsraum und Kulturlandschaft.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie lang ist der Neckar ungefähr? (362 Kilometer) (!120 Kilometer) (!680 Kilometer) (!980 Kilometer)




In welchen Fluss mündet der Neckar bei Mannheim? (Rhein) (!Donau) (!Main) (!Mosel)




Ab welcher Stadt ist der Neckar für größere Schiffe ausgebaut? (Plochingen) (!Tübingen) (!Rottweil) (!Villingen-Schwenningen)




Warum verlaufen viele Verkehrswege durch das Neckartal? (Der Talraum bietet auf vielen Abschnitten relativ günstige und ebene Verkehrswege) (!Der Neckar fließt überall schnurgerade) (!Im Tal gibt es keine Städte) (!Alle Straßen dürfen nur neben Flüssen gebaut werden)




Warum eignen sich viele Hänge am Neckar für Weinbau? (Sie erhalten viel Sonne und Wärme) (!Sie liegen das ganze Jahr im Schatten) (!Sie bestehen nur aus Sand) (!Sie werden regelmäßig vom Meer überflutet)




Welche Stadt liegt am Neckar? (Tübingen) (!Freiburg im Breisgau) (!Ulm) (!Karlsruhe)




Welche Aufgabe hat eine Schleuse? (Sie hilft Schiffen Höhenunterschiede zu überwinden) (!Sie trocknet den Fluss vollständig aus) (!Sie ersetzt alle Straßenbrücken) (!Sie erzeugt Wein für die Umgebung)




Welche Nutzung ist typisch für die Hänge bei Hessigheim? (Weinbau) (!Reisanbau) (!Hochseehafen) (!Braunkohletagebau)




Welche Folge hatte der starke Ausbau des Neckars? (Natürliche Ufer und Auen gingen teilweise verloren) (!Der Fluss verschwand vollständig) (!Der Neckar wurde zu einem Meer) (!Alle Städte verließen das Tal)




Was bedeutet Nutzungskonflikt im Neckartal? (Mehrere Nutzungen benötigen denselben begrenzten Raum) (!Der Fluss fließt gleichzeitig bergauf und bergab) (!Jede Stadt hat unbegrenzt viel Platz) (!Industrie und Natur brauchen niemals Fläche)





Memory

Neckar Rhein
Plochingen Schifffahrt
Hessigheim Steillagenweinbau
Mannheim Mündung
Schleuse Höhenunterschied
Tübingen Universitätsstadt





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Quelle Baar
Neckarknie Plochingen
Hafen Stuttgart
Weinberge Hessigheim
Mündung Mannheim






Kreuzworträtsel

Schwenningen Bei welchem Stadtteil von Villingen-Schwenningen liegt die Neckarquelle?
Plochingen Welche Stadt markiert den Beginn der Großschifffahrtsstraße?
Heilbronn Welche Großstadt am Neckar ist besonders für Weinbau und Hafen bekannt?
Schleuse Welche Anlage hilft Schiffen beim Überwinden von Höhenunterschieden?
Weinberg Wie nennt man einen Hang, auf dem Reben angebaut werden?
Mannheim In welcher Stadt mündet der Neckar in den Rhein?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Neckar entspringt auf der

bei Villingen-Schwenningen.
Der Fluss ist ungefähr

Kilometer lang.
Bei Mannheim mündet der Neckar in den

.
Ab

ist der Neckar für größere Schiffe ausgebaut.
Die Landeshauptstadt

liegt am mittleren Neckar.
Die Stadt

verbindet Industrie, Hafen und Weinbau.
Sonnige Hänge werden häufig für den

genutzt.
Mit einer

können Schiffe Höhenunterschiede überwinden.
Straßen und

nutzen häufig den Talraum.
Die naturnähere Gestaltung eines veränderten Flusses nennt man

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kartenskizze: Zeichne den Verlauf des Neckars vereinfacht von der Quelle bis zur Mündung und trage Tübingen, Stuttgart, Heilbronn, Heidelberg und Mannheim ein.
  2. Bildanalyse: Wähle ein Bild aus diesem aiMOOC und beschreibe, welche natürlichen und vom Menschen geschaffenen Elemente Du erkennst.
  3. Stadtporträt: Erstelle einen kurzen Steckbrief zu einer Stadt am Neckar und erkläre, welche Rolle der Fluss dort spielt.
  4. Begriffskarten: Gestalte Lernkarten zu Quelle, Mündung, Nebenfluss, Schleuse, Hafen und Renaturierung.


Standard

  1. Verkehrsbeobachtung: Untersuche auf einer Karte, welche Straßen und Bahnlinien einem Abschnitt des Neckars folgen, und erkläre mögliche Gründe.
  2. Weinberg-Erklärung: Zeichne einen terrassierten Weinberg und erkläre, warum sonnige Hänge für Weinreben günstig sind.
  3. Nutzungskarte: Markiere auf einer selbst gewählten Karte Siedlung, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Natur und beschreibe mögliche Konflikte.
  4. Schleusenmodell: Baue oder zeichne ein einfaches Modell einer Schleuse und erkläre ihre Funktionsweise in eigenen Worten.


Schwer

  1. Vergleich: Vergleiche einen städtisch geprägten Abschnitt bei Stuttgart mit einem stärker landschaftlich geprägten Abschnitt am unteren Neckar.
  2. Debatte: Führt eine Diskussion darüber, ob eine freie Fläche am Neckar eher für Naturschutz, Wohnungen, Industrie oder Freizeit genutzt werden sollte.
  3. Exkursionsplanung: Plane eine Exkursion an den Neckar mit mindestens drei Beobachtungsstationen zu Fluss, Verkehr und menschlicher Nutzung.
  4. Zukunftsprojekt: Entwirf das Neckartal im Jahr 2050. Zeige, wie Verkehr, Hochwasserschutz, Wirtschaft, Freizeit und Naturschutz sinnvoll miteinander verbunden werden könnten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Talraum erklären: Erkläre, warum Flusstäler für Straßen, Bahnlinien und Siedlungen attraktiv sind und welche Probleme dadurch entstehen können.
  2. Städte vergleichen: Vergleiche Tübingen und Stuttgart hinsichtlich der Nutzung des Neckars. Arbeite mindestens zwei Unterschiede heraus.
  3. Weinbau erklären: Begründe, warum Weinbau häufig an Hängen stattfindet und welche Schwierigkeiten die Bewirtschaftung steiler Lagen mit sich bringt.
  4. Folgen bewerten: Nenne je zwei Vorteile und Nachteile des Ausbaus des Neckars zur Wasserstraße und bewerte, welche Seite für Dich stärker wiegt.
  5. Hochwasser planen: Entwickle drei Maßnahmen, mit denen eine Stadt am Neckar Hochwasserschäden verringern könnte.
  6. Raumnutzung entscheiden: Eine Gemeinde besitzt eine freie Fläche direkt am Neckar. Entwickle einen Nutzungsvorschlag und begründe, wie Wirtschaft, Freizeit und Natur berücksichtigt werden können.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du Zusammenhänge erklären und Karten oder Bilder auswerten kannst.

  1. Du kannst Quelle, Verlauf und Mündung des Neckars räumlich einordnen.
  2. Du kannst wichtige Städte am Neckar nennen und ihre Lage beschreiben.
  3. Du kannst erklären, warum sich Industrie und Verkehr im Tal konzentrieren.
  4. Du kannst den Zusammenhang zwischen sonnigen Hängen und Weinbau erläutern.
  5. Du kannst die Funktion von Häfen und Schleusen beschreiben.
  6. Du kannst Folgen des Flussausbaus für Natur und Landschaft erklären.
  7. Du kannst Nutzungskonflikte im Neckartal erkennen und begründete Lösungsvorschläge entwickeln.




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