Das Konzil von Konstanz - Baden-Württemberg

Das Konzil von Konstanz - Baden-Württemberg
Einleitung
Das Konzil von Konstanz - Baden-Württemberg führt Dich in die Jahre 1414 bis 1418. Damals wurde die Stadt Konstanz am Bodensee für mehrere Jahre zu einem Zentrum der europäischen Kirchenpolitik, Diplomatie und Begegnung. Das heutige Bundesland Baden-Württemberg existierte im 15. Jahrhundert noch nicht. Konstanz war damals eine Freie Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich. Gerade deshalb ist die Stadt heute ein besonders anschaulicher Lernort für mittelalterliche Geschichte in Baden-Württemberg.
Beim Konzil von Konstanz ging es um viel mehr als um eine kirchliche Versammlung. Die lateinische Christenheit war durch das Große Abendländische Schisma gespalten. Mehrere Männer beanspruchten gleichzeitig, rechtmäßiger Papst zu sein. Gleichzeitig wurden Reformen der Kirche, Fragen des Glaubens und große politische Konflikte verhandelt. Menschen aus zahlreichen Regionen Europas reisten nach Konstanz: Geistliche, Fürsten, Gesandte, Gelehrte, Studierende, Händler, Handwerker, Musiker und viele weitere.

Das folgende Video gibt Dir einen Überblick über das Konzil als europäisches Großereignis:
Die Krise der Kirche: Das Große Abendländische Schisma
Seit 1378 war die westliche Kirche tief gespalten. Nach einer umstrittenen Papstwahl standen sich zunächst zwei konkurrierende Papstlinien gegenüber: eine in Rom und eine in Avignon. Beide Seiten behaupteten, die rechtmäßige Leitung der Kirche zu besitzen. Herrscher, Bistümer und Regionen Europas schlossen sich unterschiedlichen Seiten an. Diese Gefolgschaften nennt man Obödienzen.
Ein Lösungsversuch auf dem Konzil von Pisa 1409 verschärfte das Problem sogar. Dort wurden die beiden bisherigen Papstansprüche für beendet erklärt und ein neuer Papst gewählt. Da die bisherigen Amtsinhaber ihre Stellung aber nicht aufgaben, bestanden danach drei konkurrierende Ansprüche. Zur Zeit des Konstanzer Konzils waren dies Gregor XII., Benedikt XIII. und Johannes XXIII. Aus heutiger Sicht der römisch-katholischen Papstliste gilt Gregor XII. als Papst, während Benedikt XIII. und Johannes XXIII. als Gegenpäpste geführt werden.

Die Spaltung war nicht nur ein Streit einzelner Kirchenmänner. Sie stellte die Frage, wer in der Kirche überhaupt verbindlich entscheiden durfte. Damit wurde aus einer Personalfrage eine Grundfrage über Autorität, Kirche und politische Ordnung.
Drei große Aufgaben des Konzils
Für das Konzil wurden drei Hauptaufgaben formuliert. Diese lateinischen Begriffe sind wichtig, weil sie zeigen, wie breit die Versammlung angelegt war:
- Causa unionis: Die Einheit der Kirche sollte wiederhergestellt und der Streit um das Papstamt beendet werden.
- Causa fidei: Umstrittene Glaubenslehren sollten geprüft und kirchlich beurteilt werden.
- Causa reformationis: Missstände in der Kirche sollten durch Reformen verändert werden.
Diese drei Ziele hingen eng zusammen. Ohne eine anerkannte Leitung war eine dauerhafte Reform schwierig. Zugleich wollten viele Teilnehmer nicht einfach nur einen neuen Papst wählen, sondern auch die Ordnung der Kirche verändern.
Warum Konstanz? Ein Lernort im heutigen Baden-Württemberg
Konstanz lag verkehrsgünstig am Bodensee und an wichtigen Handels- und Reiserouten. Menschen konnten über Straßen und Wasserwege anreisen. Die Stadt musste gleichzeitig Unterkunft, Lebensmittel, Sicherheit, Märkte und Versammlungsräume für eine außergewöhnlich große Zahl von Gästen bereitstellen.
Ein häufiger Irrtum betrifft das heute sogenannte Konzilgebäude. Das mittelalterliche Kaufhaus am Hafen war nicht der Haupttagungsort des Konzils. Viele wichtige Sitzungen fanden im Konstanzer Münster und in anderen Kirchen statt. Das Kaufhaus wurde 1417 besonders wichtig, weil dort die Papstwahl stattfand.

Die mittelalterliche Stadt wurde damit selbst zu einem Teil des politischen Geschehens. Kirchen, Klöster, Gasthäuser, Märkte, Straßen und Privathäuser wurden zu Orten von Verhandlungen, Begegnungen und Versorgung.
König Sigismund und die politische Dimension
Eine zentrale Person war der römisch-deutsche König Sigismund von Luxemburg. Er war zu dieser Zeit noch nicht Kaiser; die Kaiserkrönung erfolgte erst später. Sigismund wollte die Kirchenspaltung überwinden, weil der Konflikt auch die politische Ordnung Europas belastete.
Er führte Gespräche mit Herrschern und Gesandten, vermittelte zwischen Gruppen und trug dazu bei, dass das Konzil trotz schwerer Krisen weiterarbeitete. Auch weltliche Politik wurde in Konstanz betrieben. Während der Konzilszeit fanden Reichstage statt, Herrschaftsrechte wurden vergeben und internationale Konflikte besprochen.
Ein besonders folgenreiches Ereignis war die Belehnung Friedrichs von Nürnberg aus dem Haus Hohenzollern mit der Mark Brandenburg. Damit zeigt sich: In Konstanz wurden Entscheidungen getroffen, die weit über die Kirche hinausreichten.

Politik und Religion waren im Spätmittelalter eng miteinander verbunden. Herrscher brauchten kirchliche Anerkennung, kirchliche Akteure wiederum politischen Schutz und Unterstützung. Das Konzil ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, dass man mittelalterliche Geschichte nicht sauber in „Kirche“ und „Staat“ trennen kann.
Abstimmen nach Nationen: europäische Gruppen im Konzil
Auf dem Konzil wurde nicht einfach nach der Zahl aller anwesenden Personen abgestimmt. Um ein Übergewicht einzelner Gruppen zu verhindern, entwickelte sich eine Abstimmung nach sogenannten nationes. Dazu gehörten unter anderem die italienische, französische, deutsche, englische und später die spanische Nation.
Diese „Nationen“ darfst Du nicht mit heutigen Nationalstaaten gleichsetzen. Sie waren politische und kirchliche Großgruppen, in denen Menschen aus vielen Regionen zusammengefasst wurden. Die deutsche Nation umfasste beispielsweise auch Delegierte aus Gebieten, die heute zu mehreren unterschiedlichen Staaten gehören.
Das Verfahren machte das Konzil zu einem Ort institutionalisierter Verhandlung. Zugleich blieb die Macht sehr ungleich verteilt: Nicht jede Person in Konstanz durfte mitentscheiden. Vor allem hohe Geistliche, Universitätsvertreter, Fürsten und Gesandte prägten die Beschlüsse.
Konzil oder Papst: Wer hat die höchste Autorität?
Im März 1415 floh Johannes XXIII. aus Konstanz. Dadurch drohte die Versammlung auseinanderzubrechen. Das Konzil reagierte mit einem weitreichenden Anspruch. Im Dekret Haec sancta erklärte es, seine Vollmacht unmittelbar von Christus zu erhalten und auch von hohen kirchlichen Amtsträgern Gehorsam verlangen zu können.
Diese Idee wurde zu einem wichtigen Bezugspunkt des Konziliarismus. Damit ist die Vorstellung gemeint, dass ein allgemeines Konzil in bestimmten Fragen über dem Papst stehen könne. Wie weit dieser Anspruch dauerhaft gelten sollte, blieb später kirchenrechtlich und theologisch umstritten.
Johannes XXIII. wurde abgesetzt. Gregor XII. erklärte seinen Rücktritt. Benedikt XIII. verweigerte die Anerkennung des Konzils und wurde schließlich ebenfalls für abgesetzt erklärt. Damit wurde der Weg für eine neue Papstwahl frei.
Die Papstwahl von 1417
Im November 1417 wurden die Papstwähler im Konstanzer Kaufhaus am Hafen abgeschirmt. Am 11. November fiel die Entscheidung auf Oddo Colonna, der den Papstnamen Martin V. annahm.


Mit Martin V. erkannte der weitaus größte Teil der lateinischen Christenheit wieder einen gemeinsamen Papst an. Benedikt XIII. akzeptierte seine Absetzung zwar nicht, blieb aber zunehmend isoliert. Damit war die große Kirchenspaltung politisch und institutionell weitgehend überwunden.
Das Konzil beschloss außerdem mit Frequens, künftig regelmäßig Konzilien einzuberufen. Die Hoffnung auf eine umfassende Kirchenreform erfüllte sich jedoch nur teilweise.
Jan Hus: Glaubensstreit, Geleit und Hinrichtung
Besonders bekannt ist das Schicksal des böhmischen Theologen und Predigers Jan Hus. Hus kritisierte Missstände in der Kirche und vertrat Lehren, die von seinen Gegnern als häretisch beurteilt wurden. Er reiste nach Konstanz, um sich mit seinen Positionen auseinanderzusetzen. König Sigismund hatte ihm freies Geleit zugesichert.
Hus wurde dennoch inhaftiert und vor dem Konzil verhört. Die Frage nach dem Geleit ist bis heute ein wichtiger Punkt der historischen Bewertung. Kirchliche und weltliche Zuständigkeiten wurden damals anders verstanden als in einem modernen Rechtsstaat. Das Konzil verurteilte Hus als Häretiker. Nachdem ihm der geistliche Stand aberkannt worden war, wurde er der weltlichen Gewalt übergeben und am 6. Juli 1415 verbrannt.
Das folgende Gemälde von Václav Brožík entstand erst Jahrhunderte später. Es ist deshalb keine unmittelbare Bildquelle von 1415, sondern zeigt, wie spätere Zeiten den Auftritt von Hus vor dem Konzil darstellten.

Eine Darstellung aus der Überlieferung der Konstanzer Konzilschronik zeigt die Hinrichtung. Auch sie muss quellenkritisch betrachtet werden: Eine mittelalterliche Illustration ist keine Fotografie, sondern eine gestaltete Darstellung.

Das Video vertieft die Rolle von Jan Hus als Vorläufer späterer Reformbewegungen:
Die Hinrichtung von Hus verschärfte die Konflikte in Böhmen. In den folgenden Jahren entwickelten sich daraus die hussitische Bewegung und die Hussitenkriege. Für den Unterricht ist wichtig, Hus weder nur als „Helden“ noch nur als „Ketzer“ zu betrachten, sondern Quellen, Interessen und zeitgenössische Vorstellungen zu vergleichen.
Europa zu Gast: Begegnungen in Konstanz
Das Konzil machte Konstanz für mehrere Jahre zu einem außergewöhnlichen Treffpunkt. Der Konstanzer Bürger Ulrich von Richental berichtete in seiner Konzilschronik von Geistlichen, Herrschern, Universitätsangehörigen, Gesandten, Händlern, Handwerkern, Musikern und vielen weiteren Menschen. Seine Gesamtzahl von mehr als 70.000 Besuchern bezieht sich auf die gesamte Konzilszeit und ist als zeitgenössische Zählung beziehungsweise Schätzung zu verstehen, nicht als Zahl gleichzeitig anwesender Menschen.

In der Stadt wurden viele Sprachen gesprochen. Universitäten und Herrscherhäuser entsandten Vertreter. Nachrichten, Bücher, Ideen, Musik, Kleidung, Wappen und Rituale wurden sichtbar. Die Konzilschronik überliefert sogar Darstellungen von Gottesdiensten griechisch-orthodoxer Teilnehmer.

Diese Begegnungen machten Konstanz nicht zu einem modernen, gleichberechtigten „Europa-Parlament“. Stand, Herkunft, Geschlecht und kirchlicher Rang bestimmten die Möglichkeiten der Beteiligung. Trotzdem entstand ein Raum intensiven Austauschs, in dem Menschen aus weit entfernten Regionen persönlich aufeinandertrafen.
Alltag im Ausnahmezustand
Die vielen Gäste veränderten den Alltag der Stadt. Unterkünfte wurden knapp. Lebensmittel mussten in großen Mengen herangeschafft werden. Händler und Handwerker aus dem Umland kamen nach Konstanz. Geldwechsler, Bäcker, Wirte, Schneider und andere Dienstleister profitierten von der Nachfrage.

Solche Bilder sind für Historikerinnen und Historiker besonders interessant, weil sie nicht nur die „große Politik“ zeigen. Sie geben Hinweise auf Ernährung, Handel, Kleidung, soziale Unterschiede und die Organisation einer spätmittelalterlichen Stadt.
Die Begegnungen hatten auch eine kulturelle Seite. Gelehrte hielten Reden, Handschriften wurden gesucht und kopiert, Musiker traten auf und diplomatische Nachrichten verbreiteten sich. So wurde das Konzil zu einem Ort des Wissens- und Kulturtransfers.
Ulrich von Richental: Eine Quelle aus Konstanz
Ulrich von Richental war ein Bürger von Konstanz und verfasste eine ausführliche Chronik des Konzils. Sie ist besonders wertvoll, weil sie nicht nur Beschlüsse nennt, sondern auch Einzüge, Märkte, Prozessionen, Wappen, Feste und Alltagsszenen beschreibt.
Für die Quellenkritik musst Du trotzdem fragen: Was konnte Richental selbst beobachten? Was erfuhr er nur von anderen? Welche Zahlen schätzte er? Welche Bilder wurden erst in späteren Handschriften gestaltet? Welche Gruppen erscheinen ausführlich, welche kaum?
Das folgende Video ermöglicht einen Blick in ein Faksimile der Richental-Chronik:
Eine Quelle ist also nicht einfach „die Vergangenheit selbst“. Sie ist ein überliefertes Zeugnis, das untersucht, verglichen und eingeordnet werden muss.
Folgen und Bedeutung
Das Konzil erreichte sein wichtigstes unmittelbares Ziel: Die lange Spaltung der westlichen Kirche wurde mit der Wahl Martins V. weitgehend beendet. Gleichzeitig zeigte die Versammlung, dass sich Vertreter aus vielen Teilen Europas auf gemeinsame Verfahren einigen konnten, wenn auch unter schwierigen Machtbedingungen.
Andere Ziele blieben unvollständig. Die umfassende Reform der Kirche gelang nicht. Der Streit um das Verhältnis zwischen Papst und Konzil setzte sich fort. Die Verurteilung von Jan Hus löste den Konflikt um religiöse Reformideen nicht, sondern trug zu weiteren Auseinandersetzungen bei.
Für die Geschichte Europas ist das Konzil deshalb zugleich ein Beispiel für Krisenlösung und neue Konflikte. Es zeigt, wie kirchliche Autorität, politische Interessen, Kommunikation, Mobilität und kulturelle Begegnungen im Spätmittelalter miteinander verbunden waren.
In Konstanz erinnern heute unter anderem das Münster, das Konzilgebäude, das Hus-Haus und weitere Erinnerungsorte an diese Geschichte.
Merkhilfe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Schisma | Spaltung der Kirche durch konkurrierende Papstansprüche |
| Konzil | Versammlung kirchlicher Amtsträger und weiterer Vertreter zur Beratung und Entscheidung |
| Sigismund | Römisch-deutscher König und wichtiger politischer Vermittler des Konzils |
| Jan Hus | Böhmischer Theologe und Prediger, der 1415 in Konstanz verurteilt und hingerichtet wurde |
| Martin V. | 1417 in Konstanz gewählter Papst |
| Richental-Chronik | Bedeutende Quelle zu Politik, Zeremonien und Alltag des Konzils |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welchen Jahren tagte das Konzil von Konstanz? (1414 bis 1418) (!1314 bis 1318) (!1514 bis 1518) (!1614 bis 1618)
Welches große kirchliche Problem sollte das Konzil überwinden? (Das Große Abendländische Schisma) (!Den Investiturstreit) (!Den Dreißigjährigen Krieg) (!Die Kreuzzüge)
Was bedeutete die causa unionis? (Wiederherstellung der kirchlichen Einheit) (!Planung eines Kreuzzugs) (!Gründung einer Universität) (!Aufteilung der Stadt Konstanz)
Welche Rolle spielte Sigismund beim Konzil? (Er war ein wichtiger politischer Vermittler) (!Er war der neu gewählte Papst) (!Er war der Verfasser der Richental-Chronik) (!Er war Bischof von Prag)
Was waren die nationes des Konzils? (Gruppen für Beratung und Abstimmung) (!Mittelalterliche Nationalstaaten) (!Militärische Ritterorden) (!Städtische Handwerkerzünfte)
Was geschah mit Jan Hus im Jahr 1415 in Konstanz? (Er wurde als Häretiker verurteilt und verbrannt) (!Er wurde zum Papst gewählt) (!Er wurde König von Böhmen) (!Er gründete das Konzil)
Wo fand die Papstwahl von 1417 statt? (Im Konstanzer Kaufhaus am Hafen) (!Im Schloss Heidelberg) (!Im Straßburger Münster) (!Im Rathaus von Prag)
Wer wurde 1417 in Konstanz zum Papst gewählt? (Martin V.) (!Gregor VII.) (!Urban II.) (!Leo X.)
Warum ist die Chronik Ulrich von Richentals für die Geschichte wichtig? (Sie berichtet auch über Alltag und Zeremonien des Konzils) (!Sie ist eine moderne Fernsehdokumentation) (!Sie wurde von Jan Hus im Gefängnis geschrieben) (!Sie enthält nur päpstliche Gesetze)
Warum kann man das Konzil als europäisches Begegnungsereignis bezeichnen? (Menschen aus vielen Regionen Europas trafen in Konstanz zusammen) (!Alle europäischen Staaten wurden damals in Konstanz gegründet) (!Nur Einwohner von Konstanz durften teilnehmen) (!Das Konzil fand gleichzeitig in allen Ländern Europas statt)
Memory
| Schisma | Kirchenspaltung |
| causa unionis | Kircheneinheit |
| causa fidei | Glaubensfragen |
| causa reformationis | Kirchenreform |
| Sigismund | König |
| Martin V. | Papstwahl |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schisma | konkurrierende Papstansprüche |
| Sigismund | politische Vermittlung |
| Haec sancta | Vorranganspruch des Konzils |
| Jan Hus | Glaubenskonflikt und Verurteilung |
| Martin V. | Wiederherstellung kirchlicher Einheit |
Kreuzworträtsel
| Konstanz | In welcher Stadt fand das Konzil von 1414 bis 1418 statt? |
| Schisma | Wie heißt eine Kirchenspaltung? |
| Sigismund | Welcher König prägte die politische Arbeit des Konzils? |
| Richental | Wie hieß der Konstanzer Chronist mit Nachnamen? |
| Konklave | Wie nennt man die abgeschlossene Versammlung zur Papstwahl? |
| Martin | Welchen Papstnamen nahm Oddo Colonna 1417 an? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Zeitstrahl: Erstelle einen übersichtlichen Zeitstrahl mit sechs Schlüsselereignissen zwischen 1378 und 1418 und formuliere zu jedem Ereignis einen erklärenden Satz.
- Bildanalyse: Wähle eine Darstellung aus der Richental-Chronik und beschreibe zuerst nur, was Du siehst. Deute anschließend, welche Informationen das Bild über Macht, Alltag oder Religion vermitteln könnte.
- Konstanz: Suche auf einem heutigen Stadtplan das Münster, das Konzilgebäude und das Hus-Haus. Erkläre in einem kurzen Text, weshalb diese Orte unterschiedliche Funktionen in der Erinnerung an das Konzil haben.
- Begriffslexikon: Gestalte ein kleines Lexikon mit den Begriffen Konzil, Schisma, Obödienz, Konklave, Häresie und Konziliarismus in Deiner eigenen Sprache.
Standard
- Quellenkritik: Vergleiche eine Illustration aus der Richental-Chronik mit einem späteren Gemälde über Jan Hus. Untersuche Entstehungszeit, Absicht und mögliche Grenzen beider Darstellungen.
- Rollenspiel: Entwickelt in einer Gruppe eine nachgestellte Konzilsdebatte mit Rollen für Sigismund, einen Kardinal, einen Universitätsgelehrten, einen Konstanzer Händler und einen Anhänger von Jan Hus. Formuliert unterschiedliche Interessen.
- Historische Karte: Zeichne eine Karte Europas um 1415 und markiere Herkunftsregionen wichtiger Teilnehmergruppen. Erkläre, warum die Reise nach Konstanz für viele Menschen aufwendig war.
- Podcast: Produziere eine drei- bis fünfminütige Audiofolge mit dem Titel „Konstanz 1415 – Stadt im Ausnahmezustand“. Verbinde dabei Politik, Religion und Alltag.
Schwer
- Historisches Urteil: Beurteile die Aussage „Das Konzil von Konstanz löste eine Krise, schuf aber neue Konflikte“. Belege beide Seiten mit historischen Beispielen.
- Religionsfreiheit: Vergleiche den Fall Jan Hus vorsichtig mit heutigen Vorstellungen von Gewissens- und Religionsfreiheit. Kennzeichne deutlich, wo ein Vergleich sinnvoll ist und wo die historischen Unterschiede zu groß sind.
- Exkursion: Plane eine historische Exkursion durch Konstanz mit mindestens fünf Stationen. Formuliere für jede Station eine Leitfrage und eine kleine Quellen- oder Beobachtungsaufgabe.
- Forschungsprojekt: Untersuche, wie das Konzil heute in Baden-Württemberg erinnert und vermittelt wird. Vergleiche Museum, Denkmal, Schulmaterial und digitale Medien und diskutiere, welche Perspektiven besonders sichtbar oder kaum vertreten sind.


Lernkontrolle
- Macht und Kirche: Erkläre anhand des Konzils, warum kirchliche und weltliche Politik im Spätmittelalter eng miteinander verbunden waren. Nutze mindestens zwei unterschiedliche Ereignisse als Beleg.
- Krisenlösung: Entwickle Kriterien dafür, wann eine politische oder religiöse Krise als „gelöst“ gelten kann. Wende Deine Kriterien auf die Wahl Martins V. an.
- Quellenkritik: Ein Mitschüler sagt: „Richental war dabei, also ist jede Angabe seiner Chronik sicher richtig.“ Widerlege diese Aussage methodisch.
- Jan Hus: Untersuche den Konflikt um Jan Hus aus mindestens zwei zeitgenössischen Perspektiven und erkläre, warum moderne Werturteile allein keine historische Analyse ersetzen.
- Europäische Begegnung: Zeige, wie Mobilität, Handel, Sprachen und Diplomatie das Konzil zu einem europäischen Ereignis machten, ohne moderne Vorstellungen von Europa einfach auf das Mittelalter zu übertragen.
- Baden-Württemberg: Erkläre, welchen Lernwert ein heutiger Besuch in Konstanz für das Verständnis mittelalterlicher Geschichte haben kann. Beziehe Gebäude, Erinnerungsorte und Quellen ein.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge erklären und Quellen kritisch nutzen kannst.
- Du kannst die Ursachen des Großen Abendländischen Schismas und die drei Aufgaben des Konzils erläutern.
- Du kannst die Rollen von Sigismund, Martin V. und Jan Hus unterscheiden und in den historischen Zusammenhang einordnen.
- Du kannst erklären, warum das Verhältnis von Konzil und Papst eine zentrale Machtfrage war.
- Du kannst zeigen, dass Konstanz zugleich Kirchenversammlung, politischer Verhandlungsort und europäischer Begegnungsraum war.
- Du kannst den Unterschied zwischen dem mittelalterlichen Konstanz und dem heutigen Baden-Württemberg beachten.
- Du kannst die Richental-Chronik und spätere Darstellungen als unterschiedliche Arten historischer Quellen analysieren.
- Du kannst Folgen des Konzils beurteilen und zwischen kurzfristigen Erfolgen und langfristigen Konflikten unterscheiden.
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