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Das Frankenreich - Deutschland

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Das Frankenreich - Deutschland




Einleitung

Das Frankenreich gehört zu den wichtigsten Reichen des frühen Mittelalters. Es entstand nach dem Ende der römischen Herrschaft im Westen Europas und reichte unter Karl dem Großen zeitweise von Nordspanien bis nach Mittelitalien und von der Nordsee bis in Gebiete östlich des Rheins. Für die Geschichte des späteren Deutschlands ist besonders wichtig, dass aus dem Frankenreich im Jahr 843 das Ostfrankenreich hervorging. Trotzdem solltest Du nicht denken, dass „Deutschland“ 843 einfach gegründet wurde. Ein deutscher Nationalstaat existierte damals nicht. Das ostfränkische Reich war vielmehr ein wichtiger Vorläufer späterer Herrschaftsgebilde.

Die Karte zeigt, wie stark sich das fränkische Herrschaftsgebiet zwischen dem späten 5. und dem frühen 9. Jahrhundert vergrößerte. Achte beim Lesen darauf, dass Grenzen im Frühmittelalter nicht so genau und dauerhaft festgelegt waren wie die Grenzen heutiger Staaten.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie Könige herrschten, welche Rolle Adel und Kirche spielten, wie die meisten Menschen auf dem Land lebten und warum die Teilung des Frankenreichs für die weitere Geschichte Mitteleuropas wichtig wurde.


Von der Spätantike zum Frankenreich

Im 5. Jahrhundert zerfiel die staatliche Ordnung des Weströmischen Reiches in vielen Regionen. Verschiedene Gruppen und Herrscher bauten neue Reiche auf. Zu ihnen gehörten die Franken. Unter dem Merowingerkönig Chlodwig I. wurden um 500 große fränkische Gebiete zusammengeführt. Chlodwig besiegte Konkurrenten und dehnte seine Herrschaft besonders in Gallien aus.

Ein wichtiger Schritt war Chlodwigs Übertritt zum katholischen Christentum um 500. Damit näherte sich der Frankenkönig der gallorömischen Bevölkerung und den katholischen Bischöfen an. Religion war dabei nicht nur Privatsache. Bischöfe verfügten über Bildung, Besitz, lokale Netzwerke und Einfluss. Die Verbindung zwischen Königtum und Kirche wurde deshalb zu einem wichtigen Merkmal fränkischer Herrschaft.

Quellenkritik: Dieses Bild zeigt die Taufe Chlodwigs, entstand aber viele Jahrhunderte nach dem Ereignis. Es ist also keine Fotografie der Vergangenheit. Du kannst daran untersuchen, wie Menschen späterer Zeiten Chlodwig darstellen wollten.

Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere, welche politischen und religiösen Gründe für Chlodwigs Bedeutung genannt werden. Vergleiche anschließend die Aussagen mit dem Text dieses aiMOOCs.


Merowinger und Karolinger

Die ersten bedeutenden Könige des Frankenreichs gehörten zur Dynastie der Merowinger. Im 7. und 8. Jahrhundert gewannen jedoch die Hausmeier immer mehr Macht. Besonders die Familie der späteren Karolinger setzte sich durch. Karl Martell stärkte die Stellung seiner Familie. Sein Sohn Pippin der Jüngere wurde 751 selbst König der Franken. Damit endete die Herrschaft der Merowinger.

Pippin und seine Nachfolger arbeiteten eng mit dem Papsttum zusammen. Diese Verbindung war für beide Seiten nützlich: Die Karolinger erhielten religiöse Anerkennung für ihre Herrschaft, während der Papst einen mächtigen politischen und militärischen Partner gewann.

Pippins Sohn Karl der Große wurde 768 König und herrschte ab 771 allein über das Frankenreich. Durch zahlreiche Feldzüge vergrößerte er das Reich stark. Besonders lang und gewaltsam waren die Sachsenkriege von 772 bis 804. Karl ließ Widerstand militärisch bekämpfen und setzte die Christianisierung in Sachsen teilweise mit Zwang durch. Deshalb wird er heute nicht nur als erfolgreicher Herrscher, sondern auch kritisch als Eroberer betrachtet.

Denkfrage: Welche Unterschiede bestehen zwischen „ein Reich vergrößern“ und „Menschen freiwillig für eine neue Herrschaft gewinnen“?


Karl der Große: König und Kaiser

Am Weihnachtstag des Jahres 800 krönte Papst Leo III. Karl in Rom zum Kaiser. Damit knüpfte die Herrschaft symbolisch an die römische Kaiseridee an. Karl war jedoch kein moderner Staatschef mit einer Hauptstadt, Ministerien und einer überall gleich arbeitenden Verwaltung.

Das berühmte Bild Karls des Großen von Albrecht Dürer entstand erst im frühen 16. Jahrhundert, also ungefähr 700 Jahre nach Karls Tod. Karls Kleidung und Aussehen auf diesem Gemälde sagen deshalb mindestens so viel über spätere Vorstellungen von Kaisertum aus wie über den wirklichen Karl.

Die Frage „War Karl der Große der Vater Europas?“ ist eine Deutung. Für eine gute historische Antwort musst Du sowohl seine politischen und kulturellen Leistungen als auch die Gewalt seiner Eroberungen berücksichtigen.

Münzen erinnern daran, dass das frühe Mittelalter nicht nur von Naturaltausch geprägt war. Geld, Märkte und Handel spielten weiterhin eine Rolle, auch wenn die meisten Menschen auf dem Land lebten und Landwirtschaft die wichtigste Wirtschaftsgrundlage war.


Wie wurde ein großes Reich beherrscht?

Karl und andere fränkische Könige reisten mit ihrem Hof durch das Reich. Sie hielten sich an verschiedenen Pfalzen auf. Eine besonders bedeutende Pfalz lag in Aachen. Dort ließ Karl eine große Pfalzanlage mit einer repräsentativen Kapelle errichten.

Ein König konnte ein so großes Reich nicht allein kontrollieren. In Regionen wirkten Grafen und andere Große, die Aufgaben in Herrschaft, Rechtsprechung und Heerwesen übernahmen. Unter Karl wurden außerdem sogenannte Königsboten eingesetzt. Sie sollten königliche Anordnungen übermitteln und die Tätigkeit lokaler Amtsträger kontrollieren. Schriftliche Erlasse, sogenannte Kapitularien, halfen dabei, Regeln und Befehle festzuhalten.

Trotzdem war die Macht des Königs nicht überall gleich stark. Herrschaft beruhte stark auf persönlichen Beziehungen, Treue, Besitz, militärischer Unterstützung und Zusammenarbeit mit mächtigen Familien sowie mit Bischöfen und Äbten. Ein moderner Behördenstaat war das Frankenreich nicht.


Adel, Kirche und Bauern: Gesellschaft im frühen Mittelalter

Die Gesellschaft des Frankenreichs war überwiegend ländlich und landwirtschaftlich geprägt. Menschen besaßen sehr unterschiedliche Rechte. Es gab freie Menschen, Abhängige und Unfreie; die genauen Rechtsstellungen unterschieden sich nach Region und Zeit. Ein einfaches Bild einer vollkommen festen „Ständepyramide“ kann diese Vielfalt deshalb nur ungenau darstellen.

Der Adel verfügte häufig über großen Landbesitz, militärische Macht und politische Beziehungen. Geistliche wie Bischöfe und Äbte gehörten ebenfalls zu den einflussreichen Gruppen. Klöster und Bistümer waren nicht nur religiöse Einrichtungen, sondern konnten große Grundbesitzer sein. Die Mehrheit der Bevölkerung arbeitete jedoch in der Landwirtschaft.

Frauen und Männer hatten je nach Herkunft, Rechtsstatus und Lebensort sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Adlige Frauen konnten zum Beispiel durch Familienverbindungen, Besitz oder als Äbtissinnen Einfluss gewinnen. Gleichzeitig waren politische und rechtliche Handlungsmöglichkeiten vieler Frauen gegenüber denen von Männern eingeschränkt. Unsere schriftlichen Quellen stammen zudem meist aus kirchlichen oder herrschaftlichen Zusammenhängen und berichten viel seltener über den Alltag einfacher Menschen.


Grundherrschaft: Land, Abgaben und Abhängigkeit

Ein wichtiges System der mittelalterlichen Wirtschafts- und Sozialordnung war die Grundherrschaft. Ein Grundherr konnte ein König, ein Adeliger, ein Bischof oder ein Kloster sein. Abhängige Bauernfamilien bewirtschafteten Land und mussten dafür Abgaben leisten oder Arbeitsdienste verrichten. Im Gegenzug konnten sie Höfe und Land nutzen und standen unter dem Schutz und der Herrschaft des Grundherrn. Dieses Verhältnis war nicht gleichberechtigt: Der Grundherr hatte deutlich mehr Macht.

Bei vielen Grundherrschaften unterschied man Land, das direkt für den Herrenhof bewirtschaftet wurde, und Bauernstellen, die Familien zur Nutzung überlassen waren. Solche Modelle veränderten sich über die Zeit und waren nicht überall gleich.

Medienkritik: Erklärvideos stellen Lehnswesen und Grundherrschaft oft als übersichtliche Pyramide dar. Das kann beim Lernen helfen, vereinfacht aber die historische Wirklichkeit. Prüfe deshalb immer, ob das Modell verschiedene Rechtsstellungen, regionale Unterschiede und Veränderungen über die Zeit sichtbar macht.

Das Lehnswesen betraf vor allem Beziehungen innerhalb der herrschenden und militärischen Eliten. Grundherrschaft und Lehnswesen hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe. Für das frühe Mittelalter ist es problematisch, sich ein überall gleich aufgebautes, vollständig geordnetes „Feudalsystem“ vorzustellen.


Kirche, Klöster und Bildung

Die Kirche war eng mit Herrschaft und Gesellschaft verbunden. Bischöfe berieten Könige, Klöster verwalteten Land und Geistliche konnten schreiben, Urkunden ausstellen und Texte kopieren. Unter Karl dem Großen und seinen Nachfolgern wurden Bildung und Schriftkultur besonders gefördert. Historiker sprechen von der karolingischen Renaissance.

Die Karolingische Minuskel war eine gut lesbare Schrift, die in vielen Handschriften verwendet wurde. Sie erleichterte das Kopieren und Lesen lateinischer Texte. Daraus folgt aber nicht, dass Karl der Große ein modernes Schulsystem für alle Kinder gegründet hätte. Bildung blieb vor allem an Höfe, Kirchen und Klöster gebunden.

Der berühmte St. Galler Klosterplan aus dem frühen 9. Jahrhundert zeigt die Planung einer idealen Klosteranlage. Darauf sind nicht nur Kirche und Wohnräume, sondern auch Werkstätten, Gärten, Wirtschaftsgebäude und Räume für Gäste vorgesehen. Das macht sichtbar, wie vielfältig die Aufgaben großer Klöster sein konnten.


Die Teilung des Frankenreichs

Nach Karls Tod 814 wurde sein Sohn Ludwig der Fromme Kaiser. In der nächsten Generation kam es zu schweren Konflikten um die Herrschaft. 843 teilten die überlebenden Söhne Ludwigs des Frommen das Reich im Vertrag von Verdun.

Lothar I. erhielt ein lang gezogenes Mittelreich und behielt die Kaiserwürde. Karl der Kahle erhielt das Westfrankenreich. Ludwig der Deutsche erhielt das Ostfrankenreich. Die Teilung war zunächst eine dynastische Regelung innerhalb der karolingischen Herrscherfamilie. Trotzdem entwickelten sich die Teilreiche langfristig auseinander.

Das Ostfrankenreich umfasste große Gebiete östlich des Rheins sowie weitere Regionen. Es gilt als wichtiger Vorläufer des späteren mittelalterlichen deutschen Reiches. Doch 843 entstand noch kein Deutschland im heutigen Sinn. Sprache, Herrschaft und Identität waren vielfältig, und die politischen Strukturen entwickelten sich über Generationen weiter.

Vertiefungsauftrag: Achte im Video darauf, wie Karl der Große aus späterer Sicht mit „deutscher“ Geschichte verbunden wird. Prüfe, an welchen Stellen eine solche Verbindung sinnvoll ist und wo sie moderne Vorstellungen in die Vergangenheit zurückträgt.


Vom Ostfrankenreich zum mittelalterlichen deutschen Reich

Nach 843 blieb die Herrschaft der Karolinger auch im Osten nicht dauerhaft stabil. 911 starb mit Ludwig dem Kind der letzte ostfränkische Karolinger. Danach wurde Konrad I. zum König gewählt. 919 folgte Heinrich I. aus dem sächsischen Herrscherhaus. Sein Sohn Otto I. wurde 962 in Rom zum Kaiser gekrönt.

Diese Daten sind wichtige Stationen, aber keine einzelne davon ist ein eindeutiger „Geburtstag Deutschlands“. Historische Staaten und Identitäten entstehen oft in längeren Prozessen. Für den Geschichtsunterricht ist es deshalb genauer, vom Ostfrankenreich als einem Vorläufer des späteren römisch-deutschen Reiches zu sprechen.


Was Du Dir merken solltest

Das Frankenreich verband römische Traditionen, christliche Kirche und neue frühmittelalterliche Herrschaftsformen. Chlodwig stärkte um 500 das merowingische Königtum und verband es eng mit dem katholischen Christentum. Die Karolinger übernahmen 751 die Königsherrschaft. Unter Karl dem Großen erreichte das Reich seine größte Macht, wurde militärisch erweitert und 800 durch seine Kaiserkrönung symbolisch aufgewertet.

Herrschaft beruhte nicht auf einem modernen Staat, sondern auf Königtum, Pfalzen, Grafen, Königsboten, Kirche, Landbesitz und persönlichen Bindungen. Die Gesellschaft war agrarisch geprägt und rechtlich ungleich. Grundherrschaft bestimmte das Leben vieler Bauernfamilien. Klöster waren Zentren von Religion, Besitz, Schrift und Bildung.

Mit dem Vertrag von Verdun 843 wurde das Reich unter drei Herrschern geteilt. Das Ostfrankenreich unter Ludwig dem Deutschen war ein wichtiger Vorläufer späterer deutscher Herrschaft, aber noch kein moderner deutscher Staat.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum war Chlodwigs Übertritt zum katholischen Christentum politisch bedeutsam? (Er stärkte die Verbindung zu Bischöfen und zur gallorömischen Bevölkerung) (!Er löste damit das Weströmische Reich wieder vollständig auf) (!Er gründete damit sofort das Ostfrankenreich) (!Er beendete damit die Herrschaft der Karolinger)




Welche Dynastie folgte 751 auf die Merowinger? (Karolinger) (!Ottonen) (!Salier) (!Staufer)




Was geschah mit Karl dem Großen im Jahr 800? (Er wurde in Rom zum Kaiser gekrönt) (!Er teilte das Reich im Vertrag von Verdun) (!Er wurde zum ersten deutschen Bundeskanzler gewählt) (!Er beendete die Merowingerherrschaft)




Wie unterstützten Grafen und Königsboten die fränkische Herrschaft? (Sie übernahmen regionale Aufgaben und halfen bei der Kontrolle des Reiches) (!Sie wählten jedes Jahr eine neue Hauptstadt) (!Sie schafften alle kirchlichen Ämter ab) (!Sie ersetzten die Landwirtschaft durch Industrie)




Was bezeichnet Grundherrschaft? (Eine Herrschafts- und Wirtschaftsordnung auf der Grundlage von Landbesitz und Abhängigkeiten) (!Eine demokratische Wahlordnung in mittelalterlichen Städten) (!Eine reine Glaubenslehre der Klöster) (!Eine moderne Form des Privateigentums ohne Pflichten)




Wo lebte und arbeitete die Mehrheit der Menschen im frühen Mittelalter? (Auf dem Land und vor allem in der Landwirtschaft) (!In großen Industriestädten) (!An Universitäten) (!In überseeischen Kolonien)




Welche Bedeutung konnten Klöster im Frankenreich haben? (Sie waren religiöse, wirtschaftliche und kulturelle Zentren) (!Sie dienten ausschließlich als militärische Festungen) (!Sie waren Parlamente mit allgemeinem Wahlrecht) (!Sie verboten grundsätzlich das Schreiben von Büchern)




Was war eine Folge des Vertrags von Verdun? (Das Frankenreich wurde 843 in drei Herrschaftsgebiete geteilt) (!Das Römische Reich wurde 476 neu gegründet) (!Karl der Große wurde König der Merowinger) (!Das moderne Deutschland trat der Europäischen Union bei)




Wer erhielt 843 das Ostfrankenreich? (Ludwig der Deutsche) (!Chlodwig I.) (!Karl Martell) (!Otto von Bismarck)




Warum ist die Aussage Deutschland wurde 843 gegründet zu einfach? (Weil sich das spätere deutsche Reich und politische Identitäten erst schrittweise entwickelten) (!Weil es im Jahr 843 überhaupt keine Herrscher gab) (!Weil das Ostfrankenreich in Nordamerika lag) (!Weil der Vertrag von Verdun erst im 19. Jahrhundert geschlossen wurde)





Memory

Chlodwig katholisches Christentum
Merowinger frühe fränkische Königsdynastie
Karolinger Dynastie Karls des Großen
Pfalz Aufenthaltsort des reisenden Königshofes
Grundherrschaft Landbesitz mit Abgaben und Diensten
Ostfrankenreich östliches Teilreich nach Verdun





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Aufgabe im Frankenreich
König oberster Herrscher und Mittelpunkt persönlicher Treuebindungen
Graf regionaler Amtsträger mit Herrschafts- und Gerichtsaufgaben
Königsbote Beauftragter zur Übermittlung und Kontrolle königlicher Anordnungen
Grundherr Besitzer von Land mit abhängigen Bauernstellen
Höriger abhängiger Landbewirtschafter mit Abgaben und Diensten






Kreuzworträtsel

Chlodwig Welcher Merowingerkönig trat um 500 zum katholischen Christentum über?
Karolinger Wie heißt die Herrscherfamilie Karls des Großen?
Aachen Welche Pfalz wurde besonders eng mit Karl dem Großen verbunden?
Verdun In welcher Stadt wurde die Reichsteilung von 843 vereinbart?
Minuskel Wie heißt die gut lesbare karolingische Buchschrift?
Kloster Welche Einrichtung war zugleich religiöses, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Unter

wurden um 500 große fränkische Gebiete zusammengeführt. Die erste bedeutende fränkische Königsdynastie waren die

. Im Jahr 751 übernahmen die

die Königsherrschaft. Karl der Große wurde im Jahr 800 zum

gekrönt. Ein wichtiger Aufenthaltsort des reisenden Königshofes hieß

. Viele Bauern lebten innerhalb einer

. Klöster waren wichtige Zentren von Religion, Wirtschaft und

. Im Vertrag von

wurde das Frankenreich 843 unter drei Herrschern geteilt. Ludwig der Deutsche erhielt das

. Dieses Reich war ein wichtiger Vorläufer späterer deutscher Herrschaft, aber noch kein moderner

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Karte des Frankenreichs: Zeichne eine vereinfachte Karte des Frankenreichs um 814 und markiere Aachen, Rom, Sachsen und den Rhein. Erkläre in drei Sätzen, warum große Entfernungen das Regieren erschwerten.
  2. Chlodwig: Erstelle einen kurzen Steckbrief zu Chlodwig. Unterscheide dabei zwischen gesicherten Informationen und späteren Darstellungen.
  3. Grundherrschaft: Zeichne einen beispielhaften Herrenhof mit Bauernstellen. Kennzeichne, wo Abgaben oder Arbeitsdienste eine Rolle spielten.
  4. Karolingische Minuskel: Gestalte Deinen Namen in einer an die karolingische Minuskel angelehnten Schrift und erkläre, warum gut lesbare Schrift für Verwaltung und Klöster nützlich war.


Standard

  1. Quellenkritik: Vergleiche das Dürerbild Karls des Großen mit einer Münzdarstellung. Welche Informationen kann jedes Medium liefern und welche nicht?
  2. Vertrag von Verdun: Erstelle aus der Karte von 843 eine Nachrichtensendung aus Sicht eines Bewohners des Ostfrankenreichs. Beschreibe Chancen, Unsicherheiten und offene Fragen.
  3. Alltag im Frühmittelalter: Schreibe einen fiktiven Tagesbericht aus Sicht einer Bauernfamilie. Verwende die Begriffe Grundherr, Abgabe, Arbeit und Schutz sinnvoll.
  4. Kloster im Mittelalter: Entwickle ein Plakat zum St. Galler Klosterplan. Zeige mindestens fünf Funktionen eines großen Klosters und erkläre ihren Zusammenhang.


Schwer

  1. Karl der Große: Produziere ein kurzes Erklärvideo zur Frage „Vater Europas oder Eroberer?“. Stelle mindestens zwei unterschiedliche Deutungen gegenüber und begründe Dein Urteil.
  2. Ostfrankenreich: Untersuche die Aussage „843 wurde Deutschland gegründet“. Formuliere eine begründete Antwort, die zwischen Teilung des Frankenreichs und langfristiger Reichsbildung unterscheidet.
  3. Herrschaft im Mittelalter: Entwirf ein Rollenspiel mit König, Graf, Bischof, Grundherr und Bauernfamilie. Zeige darin, wie Macht, Land, Schutz, Pflichten und Treue zusammenwirkten.
  4. Museumspädagogik: Plane einen Besuch in einem Museum, einer Pfalz, einem Dom oder einem Freilichtprojekt mit Bezug zum Frühmittelalter. Entwickle fünf Forschungsfragen, die Du vor Ort mit Objekten oder Bauwerken beantworten möchtest.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Herrschaftsnetzwerk: Erkläre anhand eines selbst erstellten Schaubilds, warum ein fränkischer König auf Grafen, Geistliche und persönliche Treuebindungen angewiesen war.
  2. Religion und Politik: Beurteile die Aussage „Chlodwigs Taufe war nur eine religiöse Entscheidung“. Formuliere Argumente, die religiöse und politische Zusammenhänge berücksichtigen.
  3. Grundherrschaft und Gesellschaft: Eine Bauernfamilie erhält Land zur Nutzung, muss dafür Abgaben und Dienste leisten und untersteht einem Grundherrn. Erkläre, welche Vorteile und Abhängigkeiten daraus entstehen konnten.
  4. Reichsteilung: Vergleiche die Karte des Frankenreichs unter Karl dem Großen mit der Teilung von 843. Leite daraus mindestens zwei politische Probleme eines großen frühmittelalterlichen Reiches ab.
  5. Historisches Urteil: Beurteile die Bezeichnung Karls des Großen als „Vater Europas“. Beziehe Reichsbildung, Kulturförderung, Kirche und Gewalt in Deine Argumentation ein.
  6. Deutschland im Mittelalter: Erkläre, warum Historiker das Ostfrankenreich als Vorläufer späterer deutscher Herrschaft bezeichnen können, ohne es mit dem heutigen Deutschland gleichzusetzen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Namen und Daten kennst, sondern Zusammenhänge erklären kannst.

  1. Fränkisches Reich: zeitliche Einordnung von Chlodwig, Karolingern, Karl dem Großen und der Reichsteilung
  2. Herrschaft im Frühmittelalter: Bedeutung von König, Pfalz, Grafen, Königsboten, Kirche und persönlichen Bindungen
  3. Gesellschaft im Frühmittelalter: Unterschiede zwischen Adel, Geistlichen, freien, abhängigen und unfreien Menschen
  4. Grundherrschaft: Zusammenhang von Landbesitz, Nutzung, Abgaben, Diensten und Abhängigkeit
  5. Karolingische Renaissance: Rolle von Klöstern, Schrift und Bildung ohne die Vorstellung eines modernen Schulsystems
  6. Vertrag von Verdun: Bedeutung der Teilung von 843 und Entstehung des Ostfrankenreichs
  7. Ostfrankenreich: begründete Erklärung, warum es ein Vorläufer späterer deutscher Herrschaft, aber noch kein moderner deutscher Staat war
  8. Quellenkritik: Fähigkeit, spätere Bilder, Karten, Münzen und Texte als historische Quellen mit unterschiedlichen Aussagegrenzen zu untersuchen




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