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D9 G - Mündliches Feedback geben und annehmen

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D9 G - Mündliches Feedback geben und annehmen




D9 G - Mündliches Feedback geben und annehmen


Einleitung

Feedback bedeutet Rückmeldung. Im Gespräch sagt Dir eine andere Person, wie Dein Beitrag auf sie gewirkt hat, was sie verstanden hat und was Du noch verbessern könntest. Du kannst selbst ebenfalls Feedback geben. Gutes Feedback hilft dabei, Missverständnisse zu erkennen, eigene Beiträge weiterzuentwickeln und respektvoll miteinander zu lernen.

In diesem aiMOOC trainierst Du das mündliche Feedbackgeben und Feedbackannehmen. Der Schwerpunkt liegt nicht darauf, andere Personen zu bewerten. Stattdessen lernst Du, einen konkreten Beitrag zu betrachten: zum Beispiel eine Präsentation, eine Antwort im Unterricht, eine Gruppenarbeit, eine vorgelesene Textstelle, einen Gesprächsbeitrag oder ein selbst erstelltes Audio- oder Videoprodukt.

Du übst dabei zwei Rollen:

  1. Feedback geben: Du beschreibst genau, was Du wahrgenommen hast, erklärst die Wirkung und formulierst einen hilfreichen Verbesserungsvorschlag.
  2. Feedback annehmen: Du hörst zu, fragst nach, prüfst die Rückmeldung und nutzt passende Hinweise für die Überarbeitung Deines eigenen Beitrags.

Feedback ist besonders hilfreich, wenn es konkret, respektvoll, nachvollziehbar und auf eine Verbesserung gerichtet ist. Aussagen wie „War gut“ oder „War schlecht“ helfen kaum weiter. Besser ist eine Rückmeldung, die sich auf beobachtbare Einzelheiten bezieht.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. konstruktives Feedback von verletzender oder unklarer Rückmeldung unterscheiden.
  2. konkrete Beobachtungen zu einem mündlichen Beitrag formulieren.
  3. zwischen einer Person und ihrem Beitrag unterscheiden.
  4. Rückmeldungen mit Ich-Botschaften formulieren.
  5. die Methode Wahrnehmung – Wirkung – Wunsch anwenden.
  6. positives Feedback so geben, dass die andere Person erkennt, was gelungen ist.
  7. einen Verbesserungshinweis respektvoll und verständlich äußern.
  8. beim Feedback aktiv zuhören.
  9. auf Rückmeldungen mit Nachfragen und Zusammenfassen reagieren.
  10. aus erhaltenem Feedback konkrete Änderungen für einen eigenen Beitrag ableiten.
  11. einen überarbeiteten Beitrag erneut prüfen und verbessern.


Was ist mündliches Feedback?

Feedback ist eine Rückmeldung zu etwas, das Du gesagt, gezeigt oder getan hast. Beim mündlichen Feedback wird diese Rückmeldung gesprochen. Die andere Person kann direkt reagieren, nachfragen oder erklären, wie sie etwas gemeint hat.

In der Kommunikation beschreibt Feedback die Rückmeldung des Empfängers an den Sender. Dadurch kann der Sender erfahren, was angekommen ist und wie eine Äußerung gewirkt hat. Genau deshalb ist Feedback beim Lernen nützlich: Du erfährst nicht nur, ob etwas gelungen ist, sondern möglichst auch, warum es gelungen ist oder was Du gezielt verändern kannst.

Ein Beispiel:

Unklar: „Dein Referat war irgendwie nicht so gut.“

Diese Aussage lässt viele Fragen offen. Was genau war nicht gut? Die Lautstärke? Der Aufbau? Die Beispiele? Das Tempo?

Hilfreicher: „Ich konnte Deinem zweiten Punkt nicht gut folgen, weil Du dort sehr schnell gesprochen hast. Wenn Du an dieser Stelle langsamer sprichst und nach dem Beispiel kurz pausierst, kann ich Dir besser folgen.“

Die zweite Rückmeldung ist brauchbarer, weil sie eine konkrete Beobachtung, eine Wirkung und eine mögliche Verbesserung enthält.


Person und Beitrag trennen

Eine der wichtigsten Regeln lautet:

Bewerte nicht die Person, sondern beschreibe den Beitrag oder das beobachtete Verhalten.

Ungünstig ist:

„Du bist langweilig.“

Die Aussage greift die Person an. Außerdem ist sie zu allgemein.

Besser ist:

„Bei Deiner Erklärung fehlte mir ein konkretes Beispiel. Dadurch konnte ich mir den Ablauf noch nicht gut vorstellen.“

Hier wird nicht gesagt, wie die Person angeblich ist. Es wird beschrieben, was im Beitrag fehlte und welche Wirkung das hatte.

Weitere Vergleiche:

  1. Ungünstig: „Du kannst einfach nicht präsentieren.“ – Besser: „Du hast häufig auf den Boden geschaut. Wenn Du zwischendurch ins Publikum blickst, fühle ich mich stärker angesprochen.“
  2. Ungünstig: „Du redest immer viel zu leise.“ – Besser: „In den letzten beiden Sätzen konnte ich Dich von hinten kaum verstehen. Sprich sie beim nächsten Mal etwas lauter.“
  3. Ungünstig: „Deine Idee ist schlecht.“ – Besser: „Ich verstehe noch nicht, wie Deine Idee unser Problem löst. Kannst Du den Zusammenhang an einem Beispiel erklären?“
  4. Ungünstig: „Du bist total chaotisch.“ – Besser: „Ich habe beim Übergang vom ersten zum zweiten Punkt nicht erkannt, wie die beiden Gedanken zusammenhängen.“


Fünf Kriterien für gutes Feedback

Für diesen Kurs kannst Du Dir fünf Kriterien merken. Eine gute Rückmeldung ist möglichst:

  1. Konkret: Nenne eine bestimmte Stelle, Aussage oder Handlung.
  2. Beobachtbar: Beschreibe, was Du tatsächlich gehört oder gesehen hast.
  3. Respektvoll: Formuliere so, dass die andere Person weiterarbeiten kann.
  4. Begründet: Erkläre, welche Wirkung etwas auf Dich hatte oder warum etwas verständlich bzw. unverständlich war.
  5. Hilfreich: Gib einen realistischen Hinweis, was beibehalten oder verändert werden könnte.

Ein kurzer Merksatz lautet:

Ich sage, was ich wahrgenommen habe, wie es auf mich wirkte und was hilfreich wäre.


Kriterium 1: Konkret statt allgemein

Allgemeine Rückmeldungen klingen schnell wie Urteile.

„Gut gemacht.“

„Nicht so toll.“

„Das war komisch.“

Diese Aussagen enthalten kaum Informationen. Konkreter wäre:

„Dein Beispiel mit dem Busfahrplan hat mir geholfen, den Unterschied zu verstehen.“

„Beim letzten Argument wusste ich nicht, worauf Du hinauswillst.“

„Die Erklärung war für mich ab dem Begriff ‚Klimawirkung‘ schwer zu verstehen, weil Du den Begriff vorher nicht erklärt hattest.“

Je genauer Du eine Stelle benennst, desto leichter kann die andere Person ihr Verhalten beibehalten oder verändern.


Kriterium 2: Beobachtung statt Unterstellung

Eine Beobachtung beschreibt etwas, das man wahrnehmen kann.

Beobachtung: „Du hast während meiner Erklärung dreimal dazwischengerufen.“

Unterstellung: „Du wolltest mich absichtlich nerven.“

Die erste Aussage bezieht sich auf beobachtbares Verhalten. Die zweite behauptet zu wissen, was die andere Person gedacht oder beabsichtigt hat. Solche Unterstellungen können einen Konflikt verschärfen.

Noch ein Beispiel:

Beobachtung: „Du hast in Deiner Präsentation fünf Fachbegriffe verwendet, ohne sie zu erklären.“

Unterstellung: „Du wolltest nur zeigen, dass Du schlauer bist als wir.“

Für gutes Feedback brauchst Du keine Vermutung über die Absicht. Es reicht, die beobachtete Stelle und ihre Wirkung zu beschreiben.


Kriterium 3: Respektvoll formulieren

Respektvolles Feedback bedeutet nicht, dass Du nur loben darfst. Du kannst deutlich sagen, was Dich gestört hat oder was noch nicht gelungen ist. Entscheidend ist die Form.

Respektvoll:

„Ich war an der Stelle nicht sicher, was Dein Hauptargument ist.“

„Der Einstieg hat mich neugierig gemacht.“

„Mir hat ein Beispiel gefehlt.“

„Ich wünsche mir, dass Du mich ausreden lässt.“

Nicht respektvoll:

„Das war peinlich.“

„Du checkst es einfach nicht.“

„Was für ein Quatsch.“

„Du nervst.“

Eine hilfreiche Frage vor dem Sprechen lautet:

Kann die andere Person mit meinem Satz konkret weiterarbeiten?

Wenn die Antwort nein lautet, solltest Du die Rückmeldung genauer und sachlicher formulieren.


Kriterium 4: Wirkung erklären

Feedback wird verständlicher, wenn Du sagst, was eine bestimmte Stelle bei Dir ausgelöst hat.

Beispiel:

„Du hast die drei Schritte am Ende noch einmal genannt. Dadurch konnte ich sie mir gut merken.“

Oder:

„Du hast beim zweiten Teil sehr schnell gesprochen. Dadurch habe ich zwei Begriffe nicht verstanden.“

Wichtig: Du beschreibst Deine Wahrnehmung. Andere Personen können denselben Beitrag anders erleben. Deshalb sind Formulierungen wie „Ich konnte …“, „Auf mich wirkte …“ oder „Mir hat geholfen …“ oft sinnvoll.


Kriterium 5: Einen hilfreichen nächsten Schritt nennen

Ein Verbesserungshinweis soll möglichst machbar sein.

Wenig hilfreich:

„Du musst besser werden.“

Hilfreicher:

„Notiere Dir für Deinen nächsten Vortrag drei Stichworte für den Einstieg, damit Du frei sprechen kannst, ohne den Faden zu verlieren.“

Oder:

„Wenn Du beim nächsten Mal nach jedem Hauptgedanken eine kurze Pause machst, kann ich die Punkte besser voneinander unterscheiden.“

Ein guter nächster Schritt ist klein genug, dass die andere Person ihn tatsächlich ausprobieren kann.


Die WWW-Methode: Wahrnehmung – Wirkung – Wunsch

Eine leicht anwendbare Methode für mündliches Feedback ist:

Wahrnehmung – Wirkung – Wunsch

Du kannst Dich an drei Fragen orientieren:

  1. Wahrnehmung: Was habe ich konkret gehört oder gesehen?
  2. Wirkung: Was hat das bei mir bewirkt?
  3. Wunsch: Was wünsche ich mir für die nächste Version?

Beispiel:

Wahrnehmung: „Du hast Dein wichtigstes Argument am Anfang genannt.“

Wirkung: „Dadurch wusste ich sofort, worum es Dir geht.“

Wunsch: „Behalte diesen klaren Einstieg auch beim nächsten Beitrag bei.“

Hier ist der Wunsch keine Kritik, sondern eine Empfehlung, etwas Gelungenes beizubehalten.

Ein anderes Beispiel:

Wahrnehmung: „Du hast am Ende drei neue Informationen genannt.“

Wirkung: „Dadurch war ich unsicher, was Dein eigentliches Fazit ist.“

Wunsch: „Fasse am Ende nur Deine wichtigste Aussage in ein oder zwei Sätzen zusammen.“


Satzstarter für die WWW-Methode

Für Wahrnehmung kannst Du sagen:

„Ich habe gehört, dass …“

„Mir ist aufgefallen, dass …“

„Bei Deinem zweiten Argument hast Du …“

„Am Anfang hast Du …“

„Beim Beispiel mit …“

Für Wirkung kannst Du sagen:

„Dadurch konnte ich …“

„Das hat mir geholfen, …“

„Dadurch war für mich unklar, …“

„Auf mich wirkte das …“

„Ich konnte an dieser Stelle gut / nicht gut folgen, weil …“

Für Wunsch kannst Du sagen:

„Beim nächsten Mal könntest Du …“

„Ich wünsche mir, dass …“

„Hilfreich wäre für mich, wenn …“

„Behalte … bei.“

„Probiere einmal aus, …“


Ich-Botschaften statt Angriffe

Ich-Botschaften können helfen, eigene Wahrnehmungen, Gefühle oder Bedürfnisse auszudrücken, ohne die andere Person unnötig anzugreifen. Der Begriff ist unter anderem mit dem Psychologen Thomas Gordon verbunden. Eine Ich-Botschaft ist aber nicht automatisch respektvoll. Der Satz „Ich finde, dass Du unfähig bist“ beginnt zwar mit „Ich“, enthält aber trotzdem eine persönliche Abwertung.

Eine brauchbare Rückmeldung beschreibt deshalb möglichst Verhalten, Wirkung und Wunsch.

Beispiel:

Angriff: „Du hörst nie zu!“

Besser: „Als Du gerade mit Deiner Nachbarin gesprochen hast, während ich erklärt habe, war ich unsicher, ob meine Idee angekommen ist. Ich wünsche mir, dass Du mich kurz ausreden lässt.“

Oder:

Angriff: „Du hast keine Ahnung.“

Besser: „Ich verstehe Deine Begründung noch nicht. Kannst Du erklären, wie Dein Beispiel zu Deiner Aussage passt?“


Positives Feedback, das wirklich hilft

Lob kann angenehm sein, ist aber als Lernhilfe besonders nützlich, wenn es genau ist.

Wenig konkret:

„Super!“

Konkreter:

„Dein Beispiel aus dem Alltag hat mir geholfen, den Fachbegriff zu verstehen.“

Oder:

„Du hast erst Deine Meinung genannt und danach zwei Gründe erklärt. Dadurch konnte ich Deinem Beitrag leicht folgen.“

Mit solchem Feedback erfährt die andere Person, was sie beibehalten sollte.

Weitere Beispiele:

  1. „Du hast deutlich gesprochen. Ich konnte Dich auch hinten im Raum gut verstehen.“
  2. „Deine Einleitung war kurz und hat das Thema sofort genannt.“
  3. „Du hast auf den vorherigen Beitrag Bezug genommen. Dadurch wirkte die Diskussion zusammenhängend.“
  4. „Du hast Deinen Einwand ruhig formuliert und ein Beispiel genannt. Dadurch konnte ich Deine Gegenposition gut nachvollziehen.“
  5. „Du hast bei der Gruppenpräsentation Deine Mitschülerinnen und Mitschüler ausreden lassen. Das hat die Übergänge ruhig wirken lassen.“


Verbesserungshinweise respektvoll äußern

Auch kritisches Feedback kann konstruktiv sein. Ein Verbesserungshinweis sollte möglichst nicht verletzen, sondern eine nächste Handlung ermöglichen.

Beispiel:

Zu hart: „Du liest alles nur langweilig ab.“

Besser: „Du hast fast die ganze Zeit auf Dein Blatt geschaut. Dadurch hatte ich wenig Blickkontakt mit Dir. Markiere Dir beim nächsten Mal nur Stichworte und schaue nach jedem Satz kurz auf.“

Beispiel:

Zu ungenau: „Dein Argument war schlecht.“

Besser: „Bei Deinem Argument fehlt mir noch ein Grund. Du sagst, dass die Regel unfair ist, erklärst aber noch nicht, warum. Ergänze einen konkreten Grund oder ein Beispiel.“

Beispiel:

Zu persönlich: „Du bist viel zu unsicher.“

Besser: „Du hast mehrere Sätze mit ‚ähm‘ unterbrochen und sehr leise angefangen. Vielleicht hilft es Dir, den ersten Satz vorher einmal laut zu üben.“


Viele Beispielsituationen aus dem Schulalltag


Situation 1: Kurzreferat

Lea hält ein zweiminütiges Kurzreferat. Sie erklärt den Inhalt richtig, spricht aber schnell und benutzt mehrere Fachbegriffe.

Unhilfreiches Feedback:

„War okay, aber bisschen kompliziert.“

Hilfreiches Feedback:

„Ich habe die wichtigsten Informationen verstanden. Beim Begriff ‚Treibhauseffekt‘ war ich aber unsicher, weil Du ihn nicht erklärt hast. Erkläre den Begriff beim nächsten Mal kurz mit einem Beispiel.“

Mögliche Überarbeitung:

Lea ergänzt einen einfachen Erklärungssatz und plant nach jedem Hauptpunkt eine Pause.


Situation 2: Antwort im Unterricht

Ben antwortet auf eine Frage. Seine Aussage ist richtig, aber sehr kurz.

Unhilfreiches Feedback:

„Mehr sagen.“

Hilfreiches Feedback:

„Deine Antwort nennt das richtige Ergebnis. Mir fehlt noch Deine Begründung. Ergänze einen Satz mit ‚weil‘ und nenne den Grund.“

Mögliche Überarbeitung:

Aus „Die Figur ist wütend.“ wird: „Die Figur ist wütend, weil sie sich von ihrem Freund verraten fühlt.“


Situation 3: Diskussion

Mia widerspricht einem Mitschüler.

Sie sagt: „Das stimmt doch überhaupt nicht!“

Feedback:

„Du hast klar gezeigt, dass Du anderer Meinung bist. Die Formulierung klang für mich aber sehr abwertend. Du könntest sagen: ‚Ich sehe das anders, weil …‘ und danach Deinen Grund nennen.“

Überarbeitung:

„Ich sehe das anders, weil die Regel auch Nachteile für Schülerinnen und Schüler hat.“


Situation 4: Gruppenarbeit

In einer Gruppe spricht Tom sehr viel und unterbricht andere.

Unhilfreiches Feedback:

„Du bist egoistisch.“

Hilfreiches Feedback:

„Du hast mich zweimal unterbrochen, bevor ich meinen Vorschlag beendet hatte. Dadurch konnte ich meine Idee nicht erklären. Ich wünsche mir, dass wir uns gegenseitig ausreden lassen.“

Mögliche Vereinbarung:

Jede Person erhält zunächst eine Minute, um ihre Idee vorzustellen. Danach wird diskutiert.


Situation 5: Vorlesen

Sara liest einen Text sehr leise, aber mit passenden Pausen.

Hilfreiches positives Feedback:

„Deine Pausen an den Satzzeichen haben mir geholfen, den Inhalt zu verstehen.“

Hilfreicher Verbesserungshinweis:

„Von meinem Platz aus konnte ich einige Wörter nicht hören. Lies beim nächsten Mal etwas lauter, aber behalte die guten Pausen bei.“

Die Rückmeldung verbindet eine Stärke mit einem konkreten nächsten Schritt.


Situation 6: Erklärvideo

Eine Gruppe zeigt ein selbst erstelltes Erklärvideo. Die Bilder passen zum Thema, aber die gesprochenen Texte sind teilweise zu lang.

Feedback:

„Die Bilder haben mir geholfen, die Schritte zu verstehen. Bei der dritten Szene waren sehr viele Informationen in einem Satz. Teilt diesen Satz in zwei kürzere Sätze und zeigt den Fachbegriff zusätzlich im Bild.“

Überarbeitung:

Die Gruppe kürzt den Sprechertext und fügt eine Einblendung des Fachbegriffs ein.


Situation 7: Podcast oder Audioaufnahme

Noah nimmt einen kurzen Podcastbeitrag auf. Inhaltlich ist er klar, doch im Hintergrund sind Geräusche zu hören.

Feedback:

„Dein Einstieg sagt sofort, worum es geht. Im Mittelteil konnte ich Dich wegen der Hintergrundgeräusche schlecht verstehen. Nimm diesen Teil noch einmal in einem ruhigeren Raum auf.“

Überarbeitung:

Noah behält den Einstieg und nimmt nur die störende Passage neu auf.


Situation 8: Streit in der Gruppe

Zwei Schülerinnen sind sich bei einer Aufgabe uneinig.

A sagt: „Deine Idee ist total dumm.“

Ein Mitschüler gibt Feedback:

„Du hast deutlich gemacht, dass Du die Idee nicht übernehmen willst. Der Satz greift aber die Person an. Sag besser, was an der Idee für Dich nicht funktioniert, zum Beispiel: ‚Ich sehe ein Problem, weil wir dann nicht alle Aufgaben rechtzeitig schaffen.‘“

Das Feedback hilft, von einer persönlichen Abwertung zu einer sachlichen Begründung zu wechseln.


Situation 9: Rückmeldung an eine Lehrkraft oder Gruppenleitung

Auch Rückmeldungen an Erwachsene sollten konkret und respektvoll sein.

Unklar:

„Die Aufgabe war schlecht erklärt.“

Konkreter:

„Bei Schritt drei wusste ich nicht, ob wir ein Beispiel oder eine ganze Erklärung schreiben sollen. Ein Beispiel für das erwartete Ergebnis würde mir helfen.“

Diese Formulierung nennt das Problem und einen konkreten Wunsch.


Situation 10: Feedback nach einer Sport- oder Projektpräsentation

Eine Gruppe stellt ein Plakat vor. Alle Informationen sind vorhanden, aber die Rollen sind ungleich verteilt.

Feedback:

„Die Überschriften auf Eurem Plakat haben mir die Orientierung erleichtert. Bei der Vorstellung hat eine Person fast alles erklärt. Beim nächsten Mal könntet Ihr die drei Abschnitte so aufteilen, dass jede Person einen eigenen Teil präsentiert.“

Überarbeitung:

Die Gruppe plant klare Sprecherwechsel.


Feedback annehmen

Feedback geben ist nur die eine Hälfte. Ebenso wichtig ist es, Rückmeldungen anzunehmen und für die eigene Arbeit zu nutzen.

Beim Feedbackannehmen helfen fünf Schritte:

  1. Zuhören: Lass die andere Person ausreden.
  2. Verstehen: Prüfe, ob Du die Rückmeldung richtig verstanden hast.
  3. Nachfragen: Bitte um ein Beispiel, wenn etwas unklar bleibt.
  4. Zusammenfassen: Wiederhole kurz mit eigenen Worten, was Du mitnimmst.
  5. Überarbeiten: Entscheide, welche konkrete Änderung Du ausprobierst.


Aktives Zuhören

Aktives Zuhören bedeutet, dem Gegenüber aufmerksam zu folgen und zu zeigen, dass Du verstehen möchtest. Das Konzept ist besonders mit dem Psychologen Carl Rogers verbunden.

Beim Feedbackannehmen kann aktives Zuhören so aussehen:

„Okay, ich höre erst einmal zu.“

„Meinst Du, dass mein Beispiel nicht zu meinem Argument gepasst hat?“

„Kannst Du mir die Stelle nennen, an der Du den Faden verloren hast?“

„Ich fasse kurz zusammen: Ich soll langsamer sprechen und die Fachbegriffe erklären. Richtig?“

Auch nonverbale Signale können zeigen, dass Du zuhörst, zum Beispiel eine zugewandte Körperhaltung oder passende Blickkontakte. Entscheidend ist nicht, eine bestimmte Körperhaltung vorzuspielen, sondern der Versuch, die Rückmeldung wirklich zu verstehen.


Was Du beim Feedbackannehmen vermeiden solltest

Nicht hilfreich ist es, jeden Hinweis sofort abzuwehren.

Beispiel:

Feedback: „Ich konnte Dich im letzten Teil kaum verstehen.“

Abwehr: „Das stimmt gar nicht. Die anderen haben mich verstanden.“

Hilfreicher:

„Welche Stelle war für Dich zu leise?“

Oder:

Feedback: „Bei Deinem zweiten Argument fehlt mir ein Beispiel.“

Abwehr: „Aber ich habe doch ein Beispiel gesagt!“

Hilfreicher:

„Welches Beispiel hätte Dir geholfen? Meinst Du, dass mein Beispiel nicht deutlich genug mit dem Argument verbunden war?“

Nachfragen bedeutet nicht, dass Du jeder Kritik zustimmen musst. Du versuchst zunächst, sie genau zu verstehen.


Feedback annehmen heißt nicht: alles übernehmen

Rückmeldungen sind Wahrnehmungen und Hinweise. Verschiedene Personen können denselben Beitrag unterschiedlich erleben.

Beispiel:

Eine Person sagt: „Du sprichst zu schnell.“

Eine andere Person sagt: „Das Tempo war genau richtig.“

Dann solltest Du genauer prüfen:

  1. Welche konkrete Stelle meinen die Personen?
  2. Haben mehrere Personen dieselbe Schwierigkeit genannt?
  3. Passt die Rückmeldung zu den vereinbarten Kriterien?
  4. Welche Änderung verbessert den Beitrag tatsächlich?

Du darfst Feedback prüfen und begründet entscheiden. Wichtig ist, dass Du es nicht einfach abwehrst, sondern als mögliche Lerninformation behandelst.


Von der Rückmeldung zur Verbesserung

Feedback ist besonders wertvoll, wenn danach eine Überarbeitung folgt.

Ein einfacher Verbesserungszyklus lautet:

Beitrag zeigen → Feedback anhören → Rückmeldung verstehen → Änderung auswählen → Beitrag überarbeiten → erneut prüfen


Beispiel: Präsentation verbessern

Erste Version:

„Also, ähm, heute geht es um Plastik. Plastik ist halt schlecht und es gibt viel davon im Meer.“

Feedback:

„Ich weiß, dass Dein Thema Plastik ist. Mir fehlt aber eine genaue Leitfrage. Außerdem ist ‚schlecht‘ sehr allgemein. Formuliere genauer, welches Problem Du untersuchen willst.“

Überarbeitung:

„Heute untersuche ich die Frage: Welche Folgen hat Plastikmüll im Meer für Tiere, und was können wir im Alltag dagegen tun?“

Die Überarbeitung ist nicht einfach länger. Sie ist genauer.


Beispiel: Diskussionsbeitrag verbessern

Erste Version:

„Handys sollten im Unterricht erlaubt sein, weil sie praktisch sind.“

Feedback:

„Deine Meinung ist klar. Das Wort ‚praktisch‘ ist mir aber zu ungenau. Nenne einen konkreten Nutzen.“

Überarbeitung:

„Handys sollten in bestimmten Unterrichtsphasen erlaubt sein, weil man damit schnell Begriffe recherchieren, Fotos von Versuchsergebnissen machen oder Lernapps nutzen kann.“

Hier wurde ein allgemeiner Grund durch konkrete Beispiele verbessert.


Beispiel: Gruppenbeitrag verbessern

Erste Version:

Eine Schülerin erklärt fünf Minuten allein.

Feedback:

„Dein Teil war verständlich, aber die anderen Gruppenmitglieder kamen kaum zu Wort. Ich wünsche mir deutlichere Rollen.“

Überarbeitung:

Die Gruppe teilt die Präsentation in drei Abschnitte und plant feste Übergabesätze:

„Den nächsten Punkt erklärt jetzt Amir.“

„Dazu zeigt Euch Lena unser Beispiel.“

So wird nicht nur der Inhalt, sondern auch die Zusammenarbeit verbessert.


Beispiel: Vorlesen verbessern

Erste Version:

Ein Schüler liest laut, aber sehr gleichmäßig.

Feedback:

„Ich konnte jedes Wort verstehen. Die wichtige Stelle klang aber genauso wie der Rest. Betone dort die Schlüsselwörter und mache vor dem letzten Satz eine Pause.“

Überarbeitung:

Der Schüler markiert zwei Schlüsselwörter und ein Pausenzeichen im Text und liest die Stelle erneut.


Feedback nach klaren Kriterien geben

Feedback wird fairer und leichter, wenn vorher klar ist, worauf geachtet wird. Statt einfach „alles“ zu bewerten, kannst Du zwei oder drei Kriterien auswählen.

Für einen Kurzvortrag könnten die Kriterien lauten:

  1. Verständlichkeit: Kann ich den Gedankengang nachvollziehen?
  2. Aufbau: Gibt es einen erkennbaren Anfang, Hauptteil und Schluss?
  3. Sprechweise: Sind Lautstärke und Tempo passend?
  4. Begründungen: Werden Aussagen erklärt oder mit Beispielen gestützt?
  5. Adressatenbezug: Wird so gesprochen, dass die Zuhörenden folgen können?

Für eine Diskussion könnten die Kriterien lauten:

  1. Bezug: Wird auf vorherige Beiträge eingegangen?
  2. Begründung: Wird die eigene Meinung erklärt?
  3. Respekt: Werden andere Positionen sachlich behandelt?
  4. Gesprächsregeln: Werden andere ausreden gelassen?

Für Gruppenarbeit könnten die Kriterien lauten:

  1. Beteiligung: Kommen mehrere Personen zu Wort?
  2. Absprachen: Sind Aufgaben verteilt?
  3. Zuhören: Werden Vorschläge aufgegriffen?
  4. Zielorientierung: Arbeitet die Gruppe an der Aufgabe weiter?


Die Zwei-plus-eins-Methode

Für kurze Rückmeldungen im Unterricht kannst Du folgende Struktur nutzen:

Zwei konkrete Stärken + ein konkreter nächster Schritt

Beispiel:

„Dein Einstieg nennt das Thema sofort.“

„Dein Beispiel war verständlich.“

„Als nächsten Schritt könntest Du am Ende Dein Ergebnis noch in einem Satz zusammenfassen.“

Diese Methode verhindert, dass Feedback nur aus Kritik besteht. Gleichzeitig bleibt ein klarer Verbesserungsauftrag erhalten.

Wichtig ist aber: Die zwei positiven Punkte dürfen nicht erfunden oder oberflächlich sein. Sie sollen genauso konkret sein wie der Verbesserungshinweis.


Die Stopp-Regel bei verletzendem Feedback

Feedback darf deutlich sein, aber nicht beleidigend oder herabwürdigend.

Wenn eine Rückmeldung persönlich angreift, kannst Du ruhig reagieren:

„Bitte sag mir konkret, welche Stelle Du meinst.“

„Ich möchte Feedback zu meinem Beitrag, nicht zu mir als Person.“

„So kann ich mit der Rückmeldung noch nicht arbeiten. Was genau soll ich verbessern?“

Wenn Beleidigungen oder wiederholte Abwertungen auftreten, ist es sinnvoll, die Situation zu unterbrechen und Unterstützung bei einer Lehrkraft oder einer anderen verantwortlichen Person zu holen.


Mini-Training: Aus Urteilen hilfreiches Feedback machen

Formuliere die folgenden Sätze gedanklich um.

„Das war langweilig.“

Möglich:

„Im Mittelteil hast Du viele Informationen nacheinander genannt, aber kein Beispiel gegeben. Ein konkretes Beispiel würde mir helfen, aufmerksamer zu folgen.“

„Du redest zu viel.“

Möglich:

„In der Gruppenphase hast Du lange gesprochen, bevor andere ihre Ideen nennen konnten. Ich wünsche mir, dass wir nach jedem Vorschlag kurz die anderen fragen.“

„Das war perfekt.“

Möglich:

„Dein Aufbau war für mich sehr klar, weil Du zuerst die Frage, dann zwei Gründe und am Ende ein Fazit genannt hast.“

„Du hast überhaupt nicht zugehört.“

Möglich:

„Als ich meinen Vorschlag erklärt habe, hast Du gleichzeitig mit jemand anderem gesprochen. Ich wünsche mir, dass Du mich kurz ausreden lässt.“


Feedbackgespräch in drei Minuten

Ein kurzes Feedbackgespräch kann so ablaufen:

  1. 30 Sekunden: Die Person, die Feedback erhält, nennt ein eigenes Ziel: „Achtet bitte besonders auf mein Sprechtempo.“
  2. 60 Sekunden: Die Feedbackperson nennt eine Stärke und einen konkreten Verbesserungspunkt.
  3. 30 Sekunden: Die empfangende Person fragt nach.
  4. 30 Sekunden: Sie fasst die wichtigste Rückmeldung zusammen.
  5. 30 Sekunden: Sie nennt eine Änderung, die sie ausprobieren will.

Damit wird Feedback nicht nur gegeben, sondern direkt in eine Handlung übersetzt.


Feedbacksprache für den Alltag

Hilfreiche Satzanfänge:

„Mir ist aufgefallen, dass …“

„Ich konnte gut folgen, weil …“

„Ich habe an dieser Stelle nicht verstanden, …“

„Das Beispiel hat mir geholfen, weil …“

„Beim nächsten Mal könntest Du …“

„Ich wünsche mir …“

„Kannst Du mir ein Beispiel nennen?“

„Meinst Du damit, dass …?“

„Ich nehme aus Deinem Feedback mit, dass …“

„Ich probiere bei der nächsten Version …“

Ungünstige Satzanfänge:

„Du bist immer …“

„Du kannst nie …“

„Das war einfach schlecht.“

„Jeder findet, dass …“

„Du musst halt …“

„Ist doch offensichtlich, dass …“


Übungsdialoge


Dialog A: Feedback zu einem Vortrag

Nora: „Was war bei meinem Vortrag verständlich?“

Emil: „Dein Einstieg war klar. Du hast die Frage sofort genannt.“

Nora: „Und was soll ich verbessern?“

Emil: „Beim zweiten Beispiel hast Du sehr schnell gesprochen. Ich konnte die Zahl nicht verstehen. Sprich dort langsamer und zeig die Zahl zusätzlich auf der Folie.“

Nora: „Also soll ich vor allem beim zweiten Beispiel langsamer sprechen und die wichtige Zahl sichtbar machen?“

Emil: „Genau.“

Nora: „Das probiere ich.“


Dialog B: Feedback in einer Diskussion

Ali: „Ich fand meinen Beitrag eigentlich gut.“

Mara: „Deine Meinung war klar. Ich habe aber den Grund noch nicht verstanden.“

Ali: „Welche Stelle meinst Du?“

Mara: „Du hast gesagt, dass die Regel unfair ist. Danach kam direkt ein anderes Thema.“

Ali: „Dann ergänze ich noch, für wen die Regel unfair ist und warum.“

Mara: „Ja, dann könnte ich Deine Position besser nachvollziehen.“


Dialog C: Schwieriges Feedback annehmen

Jana: „Du hast mich bei der Gruppenarbeit zweimal unterbrochen. Dadurch konnte ich meinen Vorschlag nicht zu Ende erklären.“

Finn: „Ich wollte nur helfen.“

Jana: „Das kann sein. Trotzdem wünsche ich mir, dass Du mich zuerst ausreden lässt.“

Finn: „Okay. Meinst Du die Stelle bei der Aufgabenverteilung?“

Jana: „Ja, besonders dort.“

Finn: „Dann achte ich beim nächsten Mal darauf.“

Finn erklärt seine Absicht kurz, aber er nutzt sie nicht, um die Rückmeldung abzuwerten. Danach fragt er nach der konkreten Situation und plant eine Änderung.


Dialog D: Widersprüchliches Feedback prüfen

Lina: „Eine Person sagt, ich spreche zu schnell. Eine andere sagt, mein Tempo passt. Was mache ich jetzt?“

Feedbackpartner: „Frage beide nach der genauen Stelle. Vielleicht war nur der Mittelteil zu schnell.“

Lina: „Dann verändere ich nicht den ganzen Vortrag, sondern prüfe die Stelle.“

Das Beispiel zeigt: Feedback soll nicht mechanisch übernommen, sondern sinnvoll ausgewertet werden.


Warum Zuhören beim Feedback so wichtig ist

Wer während einer Rückmeldung nur die eigene Verteidigung vorbereitet, verpasst oft wichtige Informationen. Aktives Zuhören kann Missverständnisse verringern und dabei helfen, genauer zu verstehen, was die andere Person meint.

Beim Zuhören helfen Dir drei einfache Handlungen:

  1. Lass die Person ausreden.
  2. Frage nach einer konkreten Stelle.
  3. Wiederhole die wichtigste Aussage mit eigenen Worten.

Ein Beispiel:

„Du sagst also, mein Anfang war verständlich, aber im Mittelteil fehlte Dir ein Beispiel. Habe ich Dich richtig verstanden?“

So prüfst Du, ob die Botschaft wirklich angekommen ist.


Checkliste für Feedbackgebende

Bevor Du sprichst, kannst Du innerlich prüfen:

  1. Beziehe ich mich auf eine konkrete Stelle?
  2. Beschreibe ich Beobachtbares statt die Person zu bewerten?
  3. Erkläre ich die Wirkung auf mich?
  4. Formuliere ich respektvoll?
  5. Kann die andere Person mit meinem Hinweis etwas anfangen?
  6. Ist mein Verbesserungsvorschlag realistisch?
  7. Nenne ich auch etwas, das beibehalten werden sollte?


Checkliste für Feedbacknehmende

Während Du Feedback erhältst, kannst Du prüfen:

  1. Höre ich bis zum Ende zu?
  2. Verstehe ich, welche Stelle gemeint ist?
  3. Frage ich nach, wenn etwas unklar ist?
  4. Kann ich die Rückmeldung in einem Satz zusammenfassen?
  5. Welche Änderung möchte ich ausprobieren?
  6. Welche Rückmeldung passt zu den vorher vereinbarten Kriterien?
  7. Was möchte ich in einer zweiten Version beibehalten?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Rückmeldung ist am konkretesten? (Beim zweiten Argument fehlte mir ein Beispiel) (!Das war nicht so gut) (!Du musst besser werden) (!Irgendwie war es komisch)




Worauf sollte sich konstruktives Feedback vor allem beziehen? (Auf einen konkreten Beitrag oder beobachtbares Verhalten) (!Auf den Charakter der Person) (!Auf Gerüchte über die Person) (!Auf Vermutungen über ihre Absichten)




Wofür steht das erste W in der WWW-Methode? (Wahrnehmung) (!Wertung) (!Widerspruch) (!Wiederholung)




Welche Aussage ist eine hilfreiche Ich-Botschaft? (Ich konnte Dir beim letzten Punkt nicht folgen weil Du dort sehr schnell gesprochen hast) (!Du bist einfach ein schlechter Redner) (!Du kannst nie deutlich sprechen) (!Jeder findet Deinen Vortrag langweilig)




Was ist beim Feedbackannehmen besonders sinnvoll? (Bei Unklarheiten nach einem konkreten Beispiel fragen) (!Jeden Hinweis sofort zurückweisen) (!Die andere Person unterbrechen) (!Alle Hinweise ungeprüft übernehmen)




Welche Aussage beschreibt eine Wirkung? (Dadurch konnte ich den Gedankengang gut verstehen) (!Du hast drei Beispiele genannt) (!Sprich beim nächsten Mal langsamer) (!Dein Thema war Klimaschutz)




Was macht einen Verbesserungsvorschlag besonders hilfreich? (Er nennt einen machbaren nächsten Schritt) (!Er bleibt möglichst allgemein) (!Er bewertet die ganze Person) (!Er enthält eine Beleidigung)




Was bedeutet aktives Zuhören beim Feedback? (Aufmerksam zuhören nachfragen und das Verstandene prüfen) (!Nur schweigen und danach das Thema wechseln) (!Sofort erklären warum die Kritik falsch ist) (!Die andere Person möglichst schnell unterbrechen)




Was ist bei widersprüchlichem Feedback sinnvoll? (Die genaue Stelle und die vereinbarten Kriterien prüfen) (!Immer der strengsten Person glauben) (!Alle Rückmeldungen ignorieren) (!Den eigenen Beitrag nicht mehr verändern)




Wann ist Feedback als Lernhilfe besonders vollständig? (Wenn daraus eine konkrete Überarbeitung des eigenen Beitrags folgt) (!Wenn nur eine Note genannt wird) (!Wenn die Person gelobt wird ohne Begründung) (!Wenn niemand nachfragen darf)





Memory

Wahrnehmung Konkrete Beobachtung benennen
Wirkung Beschreiben was eine Stelle bei mir auslöst
Wunsch Einen hilfreichen nächsten Schritt formulieren
Aktives Zuhören Aufmerksam folgen und Verständnis prüfen
Ich-Botschaft Eigene Wahrnehmung oder Wirkung ausdrücken
Nachfragen Unklare Rückmeldung genauer machen
Überarbeitung Erhaltenes Feedback in eine Veränderung umsetzen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Beobachtung Du hast beim zweiten Punkt sehr schnell gesprochen
Wirkung Dadurch konnte ich zwei Begriffe nicht verstehen
Wunsch Sprich an dieser Stelle beim nächsten Mal langsamer
Nachfrage Welche Stelle meinst Du genau
Überarbeitung Ich ergänze ein Beispiel und übe den Einstieg erneut





Kreuzworträtsel

Feedback Wie heißt eine Rückmeldung zu einem Beitrag?
Zuhören Was solltest Du tun bevor Du auf eine Rückmeldung reagierst?
Wirkung Was beschreibst Du nach der Wahrnehmung in der WWW-Methode?
Wunsch Welcher Teil der WWW-Methode nennt einen nächsten Schritt?
Respekt Welche Haltung verhindert persönliche Abwertungen?
Beispiel Was kann eine unklare Rückmeldung konkreter machen?





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Lückentext

Vervollständige den Text.
Gutes Feedback bezieht sich möglichst auf eine konkrete

. Eine Rückmeldung sollte die Person nicht abwerten, sondern

formuliert sein. In der WWW-Methode folgt auf die Wahrnehmung die

. Der dritte Schritt der WWW-Methode heißt

. Eine Ich-Botschaft beschreibt möglichst die eigene

. Beim Annehmen von Feedback ist aufmerksames

wichtig. Wenn eine Rückmeldung unklar bleibt, solltest Du gezielt

. Ein hilfreicher Verbesserungsvorschlag nennt einen machbaren nächsten

. Erhaltenes Feedback wird besonders nützlich, wenn Du Deinen Beitrag danach

. Nach der Überarbeitung solltest Du prüfen, ob die Veränderung Deinen Beitrag wirklich

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Feedback-Sätze verbessern: Formuliere fünf unklare Aussagen wie „War gut“, „War schlecht“ oder „Du redest komisch“ in konkrete und respektvolle Rückmeldungen um.
  2. Stärken benennen: Höre Dir einen kurzen Beitrag einer Mitschülerin oder eines Mitschülers an und nenne zwei konkrete Stellen, die gut verständlich waren.
  3. WWW-Methode üben: Formuliere zu einer kurzen Unterrichtsantwort je einen Satz zu Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch.
  4. Feedbackkarten erstellen: Gestalte vier Karten mit hilfreichen Satzanfängen für Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch und Nachfrage.


Standard

  1. Feedback-Interview: Arbeitet zu zweit. Eine Person erzählt eine Minute lang von einem Hobby. Die andere gibt anschließend konkretes Feedback zu Verständlichkeit und Aufbau. Danach wechselt Ihr die Rollen.
  2. Vorher-Nachher-Aufnahme: Nimm eine einminütige Erklärung auf. Hole Feedback zu Tempo, Lautstärke und Verständlichkeit ein, verbessere zwei Punkte und nimm eine zweite Version auf.
  3. Diskussionsbeitrag überarbeiten: Schreibe einen kurzen Standpunkt zu einer Streitfrage, trage ihn mündlich vor, sammle zwei Rückmeldungen und überarbeite ihn anschließend.
  4. Feedback-Beobachtung: Beobachte eine Gruppenarbeitsphase und notiere Beispiele für konkrete Rückmeldungen. Formuliere anschließend zwei unklare Rückmeldungen aus der Situation hilfreicher.


Schwer

  1. Feedbackgespräch moderieren: Leite in einer Kleingruppe ein dreiminütiges Feedbackgespräch. Achte darauf, dass Beobachtung, Wirkung, Wunsch, Nachfrage und Zusammenfassung vorkommen.
  2. Kriterienraster entwickeln: Entwickle gemeinsam mit Deiner Gruppe fünf Kriterien für Feedback zu einer Präsentation. Begründet, warum jedes Kriterium für die Zuhörenden hilfreich ist.
  3. Feedback vergleichen: Lass Dir von drei Personen Feedback zu demselben Beitrag geben. Vergleiche die Rückmeldungen, finde Gemeinsamkeiten und Unterschiede und entscheide begründet, welche Änderungen Du übernimmst.
  4. Erklärvideo produzieren: Erstellt ein kurzes Video, in dem eine verletzende Feedbacksituation und eine konstruktive Alternative gespielt werden. Erklärt anschließend, welche Formulierungen die zweite Version besser machen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Feedback analysieren: Du erhältst die Rückmeldung „Dein Vortrag war langweilig“. Erkläre, warum sie als Lernhilfe nur begrenzt geeignet ist, und formuliere eine bessere Version mit Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch.
  2. Rückmeldungen abwägen: Zwei Mitschüler geben Dir unterschiedliche Rückmeldungen zum Sprechtempo. Erkläre, wie Du herausfinden kannst, welche Veränderung sinnvoll ist.
  3. Konfliktsituation übertragen: In einer Gruppenarbeit sagt jemand „Du hörst nie zu“. Entwickle eine respektvolle Ich-Botschaft, die dieselbe Schwierigkeit ohne persönliche Abwertung anspricht.
  4. Überarbeitungsplan erstellen: Du erhältst zu einer Präsentation drei Hinweise: zu schnelles Tempo, gute Beispiele, unklarer Schluss. Erstelle einen kurzen Plan, was Du beibehältst und was Du konkret veränderst.
  5. Kriterien anwenden: Bewerte zwei erfundene Feedbacksätze anhand der Kriterien konkret, beobachtbar, respektvoll, begründet und hilfreich. Begründe Deine Einschätzung.
  6. Feedbackprozess reflektieren: Erkläre an einem eigenen Beispiel, warum Zuhören und Nachfragen genauso wichtig sein können wie das eigentliche Feedbackgeben.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln aufsagen kannst, sondern sie in echten oder gespielten Gesprächssituationen anwendest.

Du solltest zeigen können:

  1. dass Du zwischen einer Bewertung der Person und einer Rückmeldung zu einem konkreten Beitrag unterscheiden kannst.
  2. dass Du Beobachtungen möglichst genau formulierst.
  3. dass Du die Wirkung eines Beitrags aus Deiner Perspektive beschreiben kannst.
  4. dass Du einen realistischen Wunsch oder Verbesserungsvorschlag formulierst.
  5. dass Du positive Aspekte genauso konkret benennen kannst wie Verbesserungsmöglichkeiten.
  6. dass Du beim Annehmen von Feedback zuhörst und bei Bedarf nachfragst.
  7. dass Du erhaltene Rückmeldungen mit eigenen Worten zusammenfassen kannst.
  8. dass Du aus einer Rückmeldung mindestens eine konkrete Änderung für Deinen eigenen Beitrag ableitest.
  9. dass Du begründen kannst, warum Du bestimmte Rückmeldungen übernimmst oder nicht übernimmst.
  10. dass eine zweite Version Deines Beitrags erkennbar auf erhaltenes Feedback reagiert.

Ein möglicher Lernnachweis besteht aus einer kurzen mündlichen Präsentation, einem strukturierten Feedbackgespräch und einer anschließenden überarbeiteten zweiten Version.




OERs zum Thema



Weitere Medien und Vertiefung

Ein anschauliches Schema zu konstruktivem Feedback:

Ein Lernvideo zur Methode Wahrnehmung – Wirkung – Wunsch:

Ein Lernvideo zu Ich-Botschaften und Du-Botschaften:

Ein Lernvideo zum aktiven Zuhören:

Ein Lernvideo zu konstruktiver Kritik und hilfreichem Feedback:


Verknüpfte Lernbereiche


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