D9 G - Inhaltsangabe und indirekte Rede bei Prosatexten

D9 G - Inhaltsangabe und indirekte Rede bei Prosatexten
D9 G - Inhaltsangabe und indirekte Rede bei Prosatexten
Einleitung
In diesem aiMOOC trainierst Du, Prosatexte der Klasse 9 auf G-Niveau sicher zu erschließen und sachlich zusammenzufassen. Im Mittelpunkt stehen vier Kompetenzen: Du erkennst das Wesentliche eines Textes, schreibst die Inhaltsangabe im Präsens, gibst wichtige Äußerungen von Figuren passend wieder und verwendest den Konjunktiv I beziehungsweise eine geeignete Ersatzform, wenn die Form des Konjunktivs I nicht eindeutig ist.
Eine Inhaltsangabe ist keine Nacherzählung. Du sollst den Ausgangstext nicht spannend nacherzählen, sondern zeigen, dass Du seinen Kern verstanden hast. Dazu formulierst Du knapp, geordnet, in eigenen Worten und ohne persönliche Wertung. Besonders bei erzählenden Prosatexten wie Kurzgeschichten, Erzählungen, Fabeln, Novellen oder Romanauszügen ist es wichtig, Handlung, Konflikt, Figuren und entscheidende Wendepunkte voneinander zu unterscheiden.

Dein Ziel: Am Ende kannst Du einen Prosatext so zusammenfassen, dass ein Leser den wesentlichen Handlungsverlauf und den zentralen Konflikt versteht, ohne den Originaltext lesen zu müssen.
Kompetenzraster für diesen aiMOOC
| Bereich | Das kannst Du am Ende auf G-Niveau |
|---|---|
| Text verstehen | Du findest Hauptfiguren, Ausgangssituation, Konflikt, wichtige Handlungsschritte und Ergebnis. |
| Wesentliches auswählen | Du lässt Einzelheiten, Ausschmückungen, Wiederholungen und unwichtige Beispiele weg. |
| Sachlich zusammenfassen | Du formulierst kurz, geordnet und überwiegend in eigenen Worten. |
| Zeitform | Du schreibst die Inhaltsangabe grundsätzlich im Präsens und nutzt bei notwendiger Vorzeitigkeit das Perfekt. |
| Redewiedergabe | Du wandelst wichtige direkte Rede in passende indirekte Rede oder sachliche Paraphrase um. |
| Konjunktiv | Du verwendest besonders in der indirekten Rede den Konjunktiv I und erkennst, wann eine Ersatzform nötig ist. |
| Überarbeiten | Du prüfst Inhalt, Sprache, Zeitform und Redewiedergabe mithilfe einer Checkliste. |
Was ist ein Prosatext?
Prosa ist ungebundene Sprache, also Sprache, die nicht wie ein Gedicht an Verse und ein festes Versmaß gebunden ist. Im Deutschunterricht geht es bei Prosatexten häufig um erzählende Texte. Dazu gehören zum Beispiel Kurzgeschichten, Erzählungen, Fabeln, Novellen und Ausschnitte aus Romanen.

Beim Zusammenfassen eines Prosatextes fragst Du nicht nach jedem Detail, sondern nach dem roten Faden. Hilfreiche Leitfragen sind: Wer handelt? Wo und in welcher Situation beginnt die Handlung? Was ist das zentrale Problem? Welche Ereignisse verändern die Situation? Wie endet der dargestellte Ausschnitt?
Text verstehen, bevor Du schreibst
Lies den Text zunächst vollständig. Beim zweiten Lesen markierst Du nur Stellen, die für den Handlungsverlauf wirklich wichtig sind. Notiere am Rand kurze Stichwörter. So vermeidest Du, dass Du später ganze Sätze aus dem Ausgangstext übernimmst.

Eine einfache Arbeitsweise besteht aus vier Schritten:
- Lesen: Lies den Text einmal vollständig, ohne sofort jeden Satz zu markieren.
- Markieren: Kennzeichne Hauptfiguren, Konflikt, Wendepunkte und Ende.
- Gliedern: Teile den Text in Sinnabschnitte und gib jedem Abschnitt eine kurze Überschrift.
- Planen: Notiere zu jedem Sinnabschnitt höchstens ein bis zwei Kernaussagen in Stichworten.
Die Inhaltsangabe: Aufbau und Funktion
Eine schulische Inhaltsangabe besteht mindestens aus einer knappen Einleitung und einem geordneten Hauptteil. Ob zusätzlich ein kurzer Schluss verlangt wird, hängt vom Arbeitsauftrag und von der schulischen Vorgabe ab. Im Hauptteil gehören keine persönliche Meinung und keine ausführliche Interpretation.

Die Einleitung
Die Einleitung nennt die wichtigsten Angaben zum Ausgangstext. Ein sicherer Basissatz enthält:
- Textsorte: zum Beispiel Kurzgeschichte, Erzählung oder Fabel.
- Titel: den Titel des Textes.
- Autor: den Namen der Autorin oder des Autors, sofern bekannt.
- Thema: das zentrale Thema oder Problem des Textes.
- Erscheinungsjahr: nur dann, wenn es im Material angegeben und für die Aufgabe vorgesehen ist.
Muster: In der Kurzgeschichte „…“ von … geht es um … .
Der Satz soll nicht nur den ersten Handlungsschritt wiederholen. „Es geht um einen Jungen, der zur Bushaltestelle geht“ ist häufig zu oberflächlich. Besser ist eine Formulierung, die den Konflikt trifft, zum Beispiel: „Es geht um einen Jugendlichen, der zwischen Ehrlichkeit und dem Wunsch nach Anerkennung entscheiden muss.“
Der Hauptteil
Im Hauptteil gibst Du den wesentlichen Handlungsverlauf in sinnvoller Reihenfolge wieder. Dabei muss der Text auch für jemanden verständlich sein, der die Vorlage nicht kennt.
Eine gute Reihenfolge ist häufig: Ausgangssituation → Auslöser → Konflikt → wichtige Handlungsschritte → Wendepunkt → Ergebnis. Du darfst mehrere ähnliche Einzelereignisse zu einer Kernaussage bündeln.
Zu ausführlich: Ben öffnet die Tür, stellt seinen Rucksack ab, zieht die Jacke aus, geht in die Küche und nimmt ein Glas aus dem Schrank.
Sachlich gebündelt: Ben kommt nach Hause und geht in die Küche.
Ein Schluss nur nach Arbeitsauftrag
Wenn ein Schluss ausdrücklich verlangt wird, hältst Du ihn knapp und trennst ihn deutlich von der reinen Inhaltswiedergabe. Je nach Aufgabe kann dort beispielsweise die zentrale Aussage, die Bedeutung des Konflikts oder ein kurzer Deutungsansatz formuliert werden. Eine freie Bewertung wie „Ich fand die Geschichte cool“ gehört nicht in den sachlichen Hauptteil.
Die wichtigsten Sprachregeln
Präsens als Grundzeitform
Eine Inhaltsangabe wird grundsätzlich im Präsens geschrieben. Das gilt auch dann, wenn der Ausgangstext im Präteritum erzählt ist.
Ausgangstext: Lara öffnete vorsichtig den Brief und las die erste Zeile.
Inhaltsangabe: Lara öffnet vorsichtig den Brief und liest die erste Zeile.
Wenn Du ausdrücken musst, dass etwas schon vor einem anderen Vorgang geschehen ist, kannst Du das Perfekt verwenden.
Beispiel: Nachdem Lara den Brief gelesen hat, ruft sie ihre Schwester an.
Sachlich und knapp formulieren
Eine Inhaltsangabe konzentriert sich auf Informationen. Spannungssignale, wertende Adjektive, ausgeschmückte Dialoge und unnötige Einzelheiten werden reduziert.
Nicht passend: Plötzlich geschieht etwas total Unglaubliches: Der völlig geschockte Tim rennt wie verrückt davon!
Passend: Tim erschrickt und läuft davon.
In eigenen Worten schreiben
Übernimm keine längeren Formulierungen aus dem Ausgangstext. Formuliere Sinnabschnitte neu und fasse mehrere Sätze zusammen. Fachbegriffe, Eigennamen und einzelne unvermeidbare Schlüsselwörter dürfen natürlich erhalten bleiben.

Keine wörtliche Rede im Hauptteil
Wörtliche Rede wird in einer Inhaltsangabe in der Regel nicht übernommen. Wichtige Aussagen von Figuren werden indirekt wiedergegeben oder sachlich paraphrasiert.

Direkte Rede: „Ich habe den Schlüssel nicht genommen“, sagt Mira.
Indirekte Rede: Mira sagt, sie habe den Schlüssel nicht genommen.
Sachliche Paraphrase: Mira bestreitet, den Schlüssel genommen zu haben.
Indirekte Rede: Aussagen passend wiedergeben
Die indirekte Rede zeigt, dass Du eine Äußerung einer anderen Person wiedergibst. Dadurch kannst Du wichtige Gesprächsinhalte knapp in Deine Inhaltsangabe einbauen, ohne den Dialog nachzuerzählen.

Typische Verben der Redewiedergabe sind sagen, erklären, berichten, behaupten, bestreiten, erwidern, fragen, warnen, versprechen, bitten und zugeben. Wähle ein Verb, das zur Aussage passt. „Sagen“ ist korrekt, aber oft zu ungenau.
Direkt: „Ich war gestern nicht hier“, erklärt Amir.
Indirekt: Amir erklärt, er sei am Vortag nicht dort gewesen.
Wichtig ist nicht nur die Verbform. Du musst manchmal auch Pronomen sowie Orts- und Zeitangaben an die neue Sprechsituation anpassen. Aus „ich“ kann „er“ oder „sie“ werden, aus „hier“ kann „dort“ werden und aus „heute“ kann je nach Zusammenhang „an diesem Tag“ werden.
Wann brauchst Du indirekte Rede?
Nicht jeder Dialogsatz des Prosatextes muss in Deine Inhaltsangabe. Nutze indirekte Rede vor allem dann, wenn eine Äußerung den Konflikt, eine Entscheidung, eine Begründung oder einen Wendepunkt erklärt.
Unwichtiges Gesprächsdetail: Eine Figur begrüßt eine andere und fragt nach dem Wetter. → meist weglassen.
Wichtige Aussage: Eine Figur gesteht, dass sie den Brief versteckt hat. → inhaltlich aufnehmen und passend wiedergeben.
Konjunktiv I: die Grundform der indirekten Rede
Der Konjunktiv I wird besonders in der Schriftsprache zur Kennzeichnung indirekter Rede verwendet. Er macht deutlich: Diese Aussage stammt von einer anderen Person und wird nur wiedergegeben.
Für Klasse 9 auf G-Niveau sind vor allem die Formen der dritten Person Singular wichtig, weil Du häufig über eine Figur berichtest: er sei, sie habe, er komme, sie könne, er müsse, sie wolle, er werde.
| Infinitiv | Indikativ Präsens | Konjunktiv I | Beispiel in indirekter Rede |
|---|---|---|---|
| sein | er ist | er sei | Niko erklärt, er sei unschuldig. |
| haben | sie hat | sie habe | Lea sagt, sie habe keine Zeit. |
| kommen | er kommt | er komme | Tom sagt, er komme später. |
| können | sie kann | sie könne | Mia behauptet, sie könne helfen. |
| müssen | er muss | er müsse | Amir erklärt, er müsse gehen. |
| wollen | sie will | sie wolle | Jana sagt, sie wolle bleiben. |
| werden | er wird | er werde | Ben verspricht, er werde anrufen. |
So bildest Du den Konjunktiv I
Als einfache Regel kannst Du Dir merken: Der Konjunktiv I wird vom Verbstamm des Infinitivs gebildet. Besonders auffällig ist die dritte Person Singular mit der Endung -e: er komme, sie gehe, er sage. Beim Verb sein lautet die Form sei.
Für eine Inhaltsangabe musst Du nicht jede seltene Form auswendig beherrschen. Entscheidend ist, dass Du typische Formen erkennst und in häufigen Fällen richtig einsetzen kannst.
Ersatzform: Wenn Konjunktiv I und Indikativ gleich aussehen
Manchmal ist der Konjunktiv I nicht eindeutig, weil er genauso aussieht wie der Indikativ. Dann wird in der Standardsprache häufig der Konjunktiv II als Ersatz verwendet.
Direkte Rede: Die Jugendlichen sagen: „Wir kommen später.“
Konjunktiv I wäre: Sie sagen, sie kommen später. Diese Form sieht genauso aus wie der Indikativ.
Eindeutiger ist: Sie sagen, sie kämen später.
Bei schwachen Verben kann auch der Konjunktiv II mit dem Präteritum gleich aussehen. Dann kann die würde-Form helfen.
Direkte Rede: „Wir machen die Aufgabe morgen.“
Konjunktiv I: sie machen → nicht eindeutig.
Konjunktiv II: sie machten → ebenfalls leicht mit Präteritum zu verwechseln.
Ersatzform: Sie erklären, sie würden die Aufgabe am nächsten Tag machen.
Merksatz: Zuerst Konjunktiv I. Ist er mit dem Indikativ identisch, nimm eine eindeutige Ersatzform, meistens Konjunktiv II; wenn auch diese Form missverständlich ist, kann die würde-Form sinnvoll sein.
Zeitverhältnisse in der indirekten Rede
Für das G-Niveau genügt zunächst folgende Orientierung:
- Gleichzeitigkeit: Er sagt, er sei müde.
- Vorzeitigkeit: Er sagt, er habe schlecht geschlafen.
- Nachzeitigkeit: Er sagt, er werde später nach Hause gehen.
Damit zeigst Du nicht nur, wer etwas gesagt hat, sondern auch, wann der genannte Vorgang im Verhältnis zur ursprünglichen Äußerung liegt.
Erklärvideo zu Erzähltechniken und Figurenrede
Das folgende frei lizenzierte Video von ARD kolleg24 erklärt Erzähltechniken in epischen Texten. Im Abschnitt zur Figurenrede wird auch die indirekte Rede als Form der Wiedergabe behandelt.
Datei:Erzähltechniken der Epik - kolleg24 Deutsch.webm
Direkte Rede in indirekte Rede umformen
Gehe in vier Schritten vor:
- Sprecher erkennen: Wer äußert sich?
- Redeverb wählen: sagt, erklärt, behauptet, fragt, verspricht oder ein anderes passendes Verb.
- Perspektive anpassen: Pronomen sowie Orts- und Zeitangaben verändern.
- Verbform prüfen: Konjunktiv I verwenden; bei Formengleichheit eine eindeutige Ersatzform wählen.
Beispiele
| Direkte Rede | Indirekte Rede |
|---|---|
| „Ich bin bereit“, sagt Nele. | Nele sagt, sie sei bereit. |
| „Ich habe den Zettel gefunden“, erklärt Luis. | Luis erklärt, er habe den Zettel gefunden. |
| „Ich kann das Problem lösen“, behauptet Sara. | Sara behauptet, sie könne das Problem lösen. |
| „Wir kommen später“, sagen die Freunde. | Die Freunde sagen, sie kämen später. |
| „Ich werde morgen anrufen“, verspricht Ben. | Ben verspricht, er werde am nächsten Tag anrufen. |
Modelltraining an einem kurzen Prosatext
Der folgende Übungstext ist eigens für diesen aiMOOC formuliert. Du kannst ihn deshalb vollständig bearbeiten.
Ausgangstext: „Der fremde Schlüssel“
Als Elif nach der letzten Stunde den fast leeren Schulhof überquert, entdeckt sie unter einer Bank einen Schlüsselbund mit einem auffälligen roten Anhänger. Sie hebt ihn auf und will ihn zunächst im Sekretariat abgeben. Da läuft ihr Mitschüler Jonas auf sie zu. „Gib ihn mir, der gehört meinem Bruder“, sagt er hastig. Elif wundert sich, weil Jonas zuvor erzählt hat, sein Bruder besuche eine andere Schule. Sie fragt nach dem Namen auf dem kleinen Anhänger. Jonas antwortet: „Das geht dich nichts an. Ich bringe den Schlüssel schon zurück.“
Elif zögert. Dann sieht sie auf dem Anhänger eine Nummer, die zu einem Schließfach der Schule passt. Sie erklärt Jonas, sie werde den Schlüssel im Sekretariat abgeben. Jonas wird ärgerlich und behauptet, Elif mische sich ständig in fremde Angelegenheiten ein. Trotzdem geht Elif ins Schulgebäude. Im Sekretariat erfährt sie, dass ein Siebtklässler den Schlüssel am Morgen als verloren gemeldet hat. Am nächsten Tag bedankt sich der Schüler bei Elif. Jonas spricht sie in der Pause nicht an.

Schritt 1: Wesentliches finden
Für die Inhaltsangabe sind vor allem diese Informationen wichtig: Elif findet einen Schlüsselbund; Jonas fordert ihn und gibt eine unglaubwürdige Begründung; Elif erkennt einen Hinweis auf ein Schulschließfach; sie entscheidet sich für die Abgabe im Sekretariat; dort stellt sich heraus, dass ein jüngerer Schüler den Schlüssel verloren hat.
Details wie der fast leere Schulhof oder Jonas' genaue Stimmung können gekürzt werden, sofern sie nicht für den zentralen Konflikt benötigt werden.
Schritt 2: Sinnabschnitte bilden
- Ausgangssituation: Elif findet auf dem Schulhof einen Schlüsselbund.
- Konflikt: Jonas verlangt den Schlüssel und behauptet, er gehöre seinem Bruder.
- Entscheidung: Elif zweifelt an Jonas' Aussage und gibt den Schlüssel im Sekretariat ab.
- Ergebnis: Der eigentliche Besitzer erhält den Schlüssel zurück.
Schritt 3: Muster einer Inhaltsangabe
In dem Prosatext „Der fremde Schlüssel“ geht es um eine Schülerin, die trotz des Drucks eines Mitschülers verantwortungsvoll mit einer Fundsache umgeht. Elif findet nach dem Unterricht einen Schlüsselbund auf dem Schulhof. Ihr Mitschüler Jonas fordert den Schlüssel und behauptet, dieser gehöre seinem Bruder. Elif zweifelt an seiner Aussage, weil seine Erklärung nicht zu früheren Angaben passt. Als sie erkennt, dass der Schlüssel zu einem Schließfach der Schule gehören könnte, erklärt sie, sie werde ihn im Sekretariat abgeben. Jonas wirft ihr vor, sie mische sich in fremde Angelegenheiten ein. Elif lässt sich davon nicht abbringen. Im Sekretariat erfährt sie, dass ein jüngerer Schüler den Schlüssel als verloren gemeldet hat. Am nächsten Tag erhält der Schüler seinen Schlüssel zurück und bedankt sich bei Elif.
Diese Fassung ist sachlich, im Präsens formuliert, deutlich kürzer als der Ausgangstext und übernimmt nur die wichtigen Äußerungen in indirekter Rede.
Häufige Fehler und Verbesserungen
| Fehler | Warum problematisch? | Verbesserung |
|---|---|---|
| Die Handlung wird im Präteritum zusammengefasst. | Die schulische Inhaltsangabe steht grundsätzlich im Präsens. | Präsens verwenden; Vorzeitigkeit bei Bedarf im Perfekt ausdrücken. |
| Fast jeder Satz des Originals wird nacherzählt. | Die Zusammenfassung wird zu lang. | Ähnliche Ereignisse bündeln und Details streichen. |
| Wörtliche Rede wird übernommen. | Die Inhaltsangabe soll den Inhalt sachlich wiedergeben. | Indirekte Rede oder Paraphrase verwenden. |
| Immer nur „sagt“. | Die Funktion der Äußerung bleibt ungenau. | Passende Redeverben wie erklärt, behauptet, warnt oder bestreitet nutzen. |
| Konjunktiv I wird nicht geprüft. | Fremde Aussagen sind sprachlich nicht klar gekennzeichnet. | Typische Formen wie sei, habe, könne, müsse, wolle und werde einsetzen. |
| Eigene Meinung steht mitten im Hauptteil. | Inhaltswiedergabe und Bewertung werden vermischt. | Hauptteil sachlich halten. |
Schreibplan für Deine eigene Inhaltsangabe
Nutze vor dem Schreiben diesen Kurzplan:
- Basissatz: Textsorte + Titel + Autorin oder Autor + Thema.
- Kernaussagen: pro Sinnabschnitt höchstens ein bis zwei Sätze.
- Reihenfolge: Ereignisse logisch und nachvollziehbar ordnen.
- Redewiedergabe: nur wichtige Äußerungen aufnehmen.
- Konjunktivprüfung: sei, habe, könne, müsse, wolle, werde und passende Ersatzformen kontrollieren.
- Sprachprüfung: Präsens, sachlich, eigene Worte, keine unnötigen Zitate.
Checkliste zur Überarbeitung
| Prüffrage | Ja / noch verbessern |
|---|---|
| Nennt meine Einleitung Textsorte, Titel, Autor und Thema, soweit diese Angaben vorhanden sind? | |
| Habe ich nur wichtige Handlungsschritte aufgenommen? | |
| Schreibe ich grundsätzlich im Präsens? | |
| Verwende ich eigene Worte? | |
| Ist mein Text deutlich kürzer als die Vorlage? | |
| Vermeide ich wörtliche Rede? | |
| Sind wichtige Aussagen passend indirekt wiedergegeben? | |
| Habe ich den Konjunktiv I geprüft? | |
| Nutze ich bei Formengleichheit eine eindeutige Ersatzform? | |
| Bleibe ich im Hauptteil sachlich und ohne persönliche Wertung? |
Vertiefungsvideo zum Konjunktiv I
Dieses Video behandelt die Bildung und Verwendung des Konjunktivs I ausführlicher. Nutze es als Vertiefung, wenn Du die Grundregel bereits verstanden hast.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
In welcher Zeitform wird eine Inhaltsangabe grundsätzlich geschrieben? (Präsens) (!Präteritum) (!Futur) (!Plusquamperfekt)
Was gehört sicher in den Basissatz einer Inhaltsangabe? (Das zentrale Thema des Textes) (!Eine ausführliche persönliche Meinung) (!Jedes Gespräch der Figuren) (!Eine Bewertung des Endes)
Welche Form gibt die direkte Aussage Er ist müde korrekt in indirekter Rede wieder? (Er sagt, er sei müde.) (!Er sagt, er ist müde gewesen.) (!Er sagt, er wäre immer müde gewesen.) (!Er sagt, er wird müde.)
Welche Konjunktiv-I-Form gehört zum Verb haben in der dritten Person Singular? (habe) (!hatte) (!hätte) (!haben)
Was solltest Du in einer Inhaltsangabe mit unwichtigen Einzelheiten tun? (Sie weglassen oder bündeln) (!Sie möglichst ausführlich ausschmücken) (!Sie wörtlich aus dem Text abschreiben) (!Sie durch eigene Erlebnisse ergänzen)
Welche Redewiedergabe ist für eine Inhaltsangabe besonders passend? (Mira erklärt, sie könne helfen.) (!Mira so: Ich kann helfen!) (!Mira meinte irgendwie, dass das voll gut sei.) (!Ich glaube, Mira kann bestimmt helfen.)
Was ist zu tun, wenn eine Konjunktiv-I-Form genauso aussieht wie der Indikativ? (Eine eindeutige Ersatzform prüfen) (!Immer ins Präteritum wechseln) (!Die Äußerung in Anführungszeichen setzen) (!Den ganzen Satz weglassen)
Welche Form ist eine passende Ersatzform für sie kommen in indirekter Rede? (sie kämen) (!sie kommt) (!sie kam) (!sie werde kommen)
Welche Aussage beschreibt den Stil einer guten Inhaltsangabe? (Sachlich, knapp und in eigenen Worten) (!Spannend, ausgeschmückt und wertend) (!Nur aus Zitaten zusammengesetzt) (!In Stichpunkten ohne Zusammenhang)
Wann ist indirekte Rede in einer Inhaltsangabe besonders sinnvoll? (Wenn eine wichtige Figurenäußerung den Konflikt oder eine Entscheidung erklärt) (!Bei jeder Begrüßung im Ausgangstext) (!Nur bei unwichtigen Nebenfiguren) (!Nur wenn der Originaltext keine Handlung enthält)
Memory
| Präsens | Grundzeitform der Inhaltsangabe |
| Basissatz | Einleitung mit Textangaben und Thema |
| Konjunktiv I | Kennzeichnung wiedergegebener Aussagen |
| Kernaussage | Wesentlicher Inhalt eines Sinnabschnitts |
| Paraphrase | Wiedergabe mit eigenen Worten |
| Redeverb | Verb wie erklären oder behaupten |
| Vorzeitigkeit | Häufig mit Perfekt ausdrückbar |
| Sachlichkeit | Verzicht auf Ausschmückung und persönliche Wertung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Einleitung | Textsorte, Titel, Autor und Thema |
| Hauptteil | Wesentliche Handlungsschritte in sinnvoller Reihenfolge |
| Präsens | Grundzeitform der Inhaltsangabe |
| Indirekte Rede | Sinngemäße Wiedergabe einer Figurenäußerung |
| Konjunktiv I | Typischer Modus zur Kennzeichnung fremder Aussagen |
| Konjunktiv II | Häufige Ersatzform bei Gleichheit von Konjunktiv I und Indikativ |
Kreuzworträtsel
| Präsens | In welcher Grundzeitform schreibst Du eine Inhaltsangabe? |
| Prosatext | Wie heißt ein nicht in Versen gebundener Text? |
| Konjunktiv | Welcher Modus wird zur Kennzeichnung indirekter Rede verwendet? |
| Kernaussage | Wie nennt man die wichtigste Aussage eines Abschnitts? |
| Sachlichkeit | Welche sprachliche Haltung vermeidet persönliche Wertungen und Ausschmückungen? |
| Hauptteil | In welchem Teil werden die wesentlichen Handlungsschritte zusammengefasst? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Kernaussagen markieren: Nimm eine kurze Erzählung aus Deinem Deutschbuch und markiere nur fünf Stellen, ohne die der Handlungsverlauf nicht verständlich wäre. Begründe jede Auswahl in einem Satz.
- Präsens-Training: Schreibe sechs Handlungssätze aus einem Prosatext, der im Präteritum steht, in das Präsens um.
- Redeverben sammeln: Erstelle eine Wortkarte mit mindestens zehn Redeverben und ordne sie nach neutraler, zustimmender und kritischer Wirkung.
- Direkte Rede umformen: Wähle vier wichtige Äußerungen aus einem Prosatext und formuliere sie mit passenden Redeverben in indirekte Rede um.
Standard
- Sinnabschnitte bilden: Gliedere einen Prosatext in vier bis sechs Sinnabschnitte und formuliere zu jedem Abschnitt eine Kernaussage.
- Inhaltsangabe schreiben: Verfasse zu einem kurzen Prosatext eine Inhaltsangabe von ungefähr einem Drittel der Ausgangslänge und prüfe sie mit der Checkliste.
- Konjunktiv-Werkstatt: Suche in Deiner Inhaltsangabe alle Stellen mit Redewiedergabe, markiere die Verbformen und erkläre, warum Konjunktiv I oder eine Ersatzform verwendet wird.
- Peer-Feedback: Tausche Deine Inhaltsangabe mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler und gib Rückmeldung zu Wesentlichkeit, Präsens, Sachlichkeit und Redewiedergabe.
Schwer
- Zwei Zusammenfassungen vergleichen: Schreibe zwei Fassungen derselben Inhaltsangabe, eine zu ausführliche und eine stark verdichtete. Begründe anschließend, welche Informationen in der besseren Fassung unverzichtbar sind.
- Dialog reduzieren: Wähle einen dialogreichen Prosatext und fasse ein längeres Gespräch in höchstens drei Sätzen zusammen. Verwende mindestens einmal Konjunktiv I und einmal eine begründete Ersatzform.
- Erklärvideo produzieren: Erstelle ein zweiminütiges Lernvideo, in dem Du an eigenen Beispielen den Weg von direkter Rede zu indirekter Rede erklärst.
- Redaktionskonferenz: Entwickelt in einer Gruppe ein Bewertungsraster für Inhaltsangaben. Testet es an zwei Beispieltexten und überarbeitet das Raster so, dass Inhalt, Sprache, Präsens und Konjunktiv nachvollziehbar bewertet werden.


Lernkontrolle
- Transfer Inhaltsauswahl: Du erhältst zehn Informationen zu einem Prosatext. Entscheide, welche fünf für eine Inhaltsangabe nötig sind, und begründe Deine Auswahl mit Blick auf den roten Faden.
- Fehlerdiagnose: Überarbeite eine absichtlich fehlerhafte Inhaltsangabe, die Präteritum, wörtliche Rede, Wertungen und unnötige Details enthält. Erkläre zu jeder Änderung die zugrunde liegende Regel.
- Redewiedergabe begründen: Formuliere drei zentrale direkte Äußerungen eines Prosatextes indirekt. Begründe jeweils die Wahl des Redeverbs und der Konjunktivform.
- Ersatzformen prüfen: Untersuche fünf Sätze mit indirekter Rede darauf, ob der Konjunktiv I eindeutig ist. Entscheide, wann Konjunktiv II oder würde-Form geeigneter ist, und begründe.
- Verdichten: Fasse einen Abschnitt von etwa 150 Wörtern zuerst in 60 Wörtern und anschließend in 30 Wörtern zusammen. Vergleiche, welche Informationen in beiden Fassungen erhalten bleiben.
- Perspektivwechsel vermeiden: Erkläre an einem Beispiel, warum eine Inhaltsangabe nicht aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur geschrieben wird, und formuliere den Ausschnitt sachlich aus berichtender Perspektive.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln nennen, sondern sie an einem unbekannten Prosatext anwenden kannst.
- Textverständnis: Du erkennst Thema, Konflikt, wichtige Figuren, Wendepunkte und Ergebnis.
- Inhaltsauswahl: Du unterscheidest Wesentliches von unwichtigen Einzelheiten.
- Aufbau: Du formulierst einen passenden Basissatz und einen logisch geordneten Hauptteil.
- Sprachliche Gestaltung: Du schreibst sachlich, knapp, zusammenhängend und in eigenen Worten.
- Zeitform: Du verwendest grundsätzlich Präsens und bei notwendiger Vorzeitigkeit passend Perfekt.
- Redewiedergabe: Du ersetzt wichtige wörtliche Rede durch indirekte Rede oder sachliche Paraphrase.
- Konjunktivkompetenz: Du setzt typische Formen des Konjunktivs I korrekt ein und nutzt bei Formengleichheit eine nachvollziehbare Ersatzform.
- Überarbeitung: Du findest und verbesserst eigene Fehler mithilfe einer Checkliste.
OERs zum Thema
Wikipedia bietet Hintergrundinformationen zu den zentralen Begriffen dieses aiMOOCs.
Verknüpfte Lernbereiche
Die wichtigsten Lernbereiche dieses aiMOOCs greifen ineinander: Du musst einen Prosatext verstehen, seinen Inhalt auswählen, ihn sprachlich verdichten und fremde Äußerungen grammatisch passend wiedergeben.
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