D9 G - Informieren, beschreiben und berichten

D9 G - Informieren, beschreiben und berichten
D9 G - Informieren, beschreiben und berichten
Einleitung
Im Alltag musst Du ständig Informationen auswählen, ordnen und so formulieren, dass andere sie schnell verstehen: Du erklärst einer Mitschülerin, was sie für einen Wandertag mitbringen soll, beschreibst einen verlorenen Gegenstand, verfasst einen Praktikumsbericht, meldest einen Vorfall oder schreibst für die Schulhomepage. Genau darum geht es in diesem aiMOOC für die Klasse 9 auf G-Niveau.
Du trainierst drei eng verbundene Schreibhandlungen: informieren, beschreiben und berichten. Gemeinsam ist ihnen, dass Du sachlich, klar und nachvollziehbar schreibst. Entscheidend ist aber immer der Schreibzweck: Welche Informationen braucht Deine Zielgruppe? In welcher Reihenfolge müssen sie stehen? Welche Zeitform passt? Welche Wörter sind präzise genug?

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du aus Notizen, Bildern, Aussagen und kurzen Quellen die wichtigen Informationen herausfiltern. Du kannst Informationen sinnvoll ordnen, zwischen Beschreibung, Bericht und informierendem Text unterscheiden, passende Zeitformen verwenden und Deinen Text an eine konkrete Zielgruppe anpassen. Außerdem lernst Du, einen Text mit einer einfachen Checkliste zu planen und zu überarbeiten.
| Kompetenz | Das kannst Du am Ende |
|---|---|
| Informationen auswählen | Du unterscheidest wichtige Fakten von unwichtigen Einzelheiten und persönlichen Wertungen. |
| Informationen ordnen | Du nutzt eine passende Ordnung, zum Beispiel zeitlich, räumlich, thematisch oder vom Allgemeinen zum Besonderen. |
| Zeitformen passend verwenden | Du setzt bei Beschreibungen meist das Präsens und bei Berichten über Vergangenes vor allem das Präteritum ein. |
| Sachlich formulieren | Du verwendest genaue Nomen, passende Verben und notwendige Adjektive und vermeidest Übertreibungen. |
| Adressatengerecht schreiben | Du passt Wortwahl, Anrede, Umfang und Erklärungen an die Leserinnen und Leser an. |
| Texte überarbeiten | Du prüfst Inhalt, Aufbau, Sprache, Zeitformen, Rechtschreibung und Verständlichkeit. |
Informieren, beschreiben und berichten unterscheiden
Die drei Schreibhandlungen haben unterschiedliche Schwerpunkte. Ein informierender Text vermittelt Wissen zu einem Thema oder einer Situation. Eine Beschreibung stellt Merkmale, Eigenschaften, Orte, Gegenstände oder Abläufe so genau dar, dass sich andere etwas vorstellen oder danach handeln können. Ein Bericht stellt ein Ereignis oder einen Ablauf sachlich und nachvollziehbar dar und beantwortet zentrale W-Fragen.
| Schreibhandlung | Hauptfrage | Typische Ordnung | Häufige Zeitform | Lebensnahes Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| Informieren | Was muss die Zielgruppe wissen? | Wichtiges zuerst oder nach Teilthemen | meist Präsens; Vergangenes in passenden Vergangenheitsformen | Info-Text für die Klasse über einen Projekttag |
| Beschreiben | Wie sieht etwas aus oder wie funktioniert etwas? | räumlich, vom Allgemeinen zum Detail oder Schritt für Schritt | meist Präsens | Fundanzeige für einen verlorenen Rucksack oder Anleitung für den Drucker |
| Berichten | Was ist wann, wo, wie und mit welchen Folgen geschehen? | oft zeitlich und nach Wichtigkeit | bei vergangenen Ereignissen vor allem Präteritum | Bericht über einen Vorfall beim Sportfest oder über ein Praktikum |
Warum sachliche Texte im Alltag wichtig sind
Sachtexte sollen vor allem Informationen verständlich vermitteln. Deshalb ist es wichtig, Fakten von Meinungen zu trennen. Sätze wie „Das war die schlimmste Busfahrt aller Zeiten!“ bewerten und übertreiben. Sachlicher wäre: „Der Bus erreichte die Haltestelle 25 Minuten später als angekündigt.“ So kann die Leserin oder der Leser die Information besser einordnen.
Auch außerhalb der Schule brauchst Du diese Fähigkeit: bei E-Mails an Betriebe, bei Praktikumsunterlagen, in Vereinsnachrichten, bei Meldungen an eine Versicherung, bei Beschreibungen für Fundbüros oder bei Informationen in sozialen Medien. Die Sprache darf dabei verständlich sein, soll aber zum Anlass passen.
Informationen sachgerecht auswählen
Bevor Du schreibst, musst Du entscheiden, was überhaupt in den Text gehört. Nicht jede Information, die Du besitzt, ist für die Aufgabe wichtig. Eine gute Auswahl orientiert sich an Schreibziel, Zielgruppe und Textsorte.
Die Drei-Fragen-Prüfung
Prüfe jede Information mit drei einfachen Fragen: Ist sie richtig? Ist sie wichtig? Ist sie für meine Zielgruppe verständlich und nützlich? Wenn eine Information nicht überprüft ist, solltest Du sie nicht als sichere Tatsache darstellen. Wenn sie zwar stimmt, aber für das Schreibziel keine Rolle spielt, kann sie meist weg.
| Notiz | Entscheidung | Begründung |
|---|---|---|
| „Der Projekttag beginnt um 8:00 Uhr.“ | aufnehmen | Die Uhrzeit ist für alle Teilnehmenden notwendig. |
| „Frau Keller trägt wahrscheinlich ihre blaue Jacke.“ | weglassen | Die Information ist unsicher und für den Ablauf unwichtig. |
| „Treffpunkt ist vor der Sporthalle.“ | aufnehmen | Ohne Treffpunkt könnten Schülerinnen und Schüler zu spät kommen. |
| „Das letzte Schulfest war meiner Meinung nach langweilig.“ | weglassen | Das ist eine persönliche Wertung und hilft beim neuen Projekttag nicht weiter. |
| „Bei Regen findet das Programm in der Aula statt.“ | aufnehmen | Die Information ist für die Planung wichtig. |
Quellen prüfen und Informationen sichern
Wenn Du Informationen aus mehreren Quellen erhältst, zum Beispiel aus einem Aushang, einer Chatnachricht, einer E-Mail und einem Gespräch, können Angaben voneinander abweichen. Übernimm dann nicht einfach die erste Aussage. Vergleiche die Angaben und nutze möglichst die verlässlichste Quelle. Bei wichtigen Daten wie Uhrzeit, Ort oder Abgabefrist lohnt sich eine zweite Kontrolle.
Für einen Bericht gilt besonders: Schreibe nur, was Du selbst beobachtet hast oder was aus einer klar benannten Aussage hervorgeht. Vermutungen wie „Er war bestimmt unaufmerksam“ gehören nicht als Tatsache in einen sachlichen Bericht.
Informationen sinnvoll ordnen
Ein verständlicher Text entsteht nicht nur durch richtige Informationen. Die Informationen müssen auch in einer nachvollziehbaren Reihenfolge stehen.
Vier nützliche Ordnungsprinzipien
| Ordnungsprinzip | Geeignet für | Beispiel |
|---|---|---|
| zeitlich | Berichte und Abläufe | zuerst – danach – anschließend – schließlich |
| räumlich | Orts-, Bild- und Gegenstandsbeschreibungen | von links nach rechts, von oben nach unten, vom Eingang bis zum Ziel |
| vom Allgemeinen zum Besonderen | Gegenstands- und Personenbeschreibungen | zuerst Gesamteindruck, dann einzelne Merkmale |
| nach Wichtigkeit oder Teilthemen | informierende Texte | zuerst Termin und Treffpunkt, danach Material, Regeln und Zusatzhinweise |
Ein häufiger Fehler besteht darin, zwischen Ordnungen hin und her zu springen. Wenn Du einen Raum von links nach rechts beschreibst, solltest Du nicht plötzlich zur Tür zurückspringen, dann zur Decke und anschließend wieder zum Fenster. Plane die Reihenfolge vorher mit Stichwörtern.
Informieren
Beim Informieren geht es darum, einer bestimmten Zielgruppe die Informationen zu geben, die sie für eine Entscheidung, eine Vorbereitung oder ein Verständnis braucht. Ein guter Informationstext ist deshalb zielgerichtet und nicht einfach eine Sammlung aller Fakten.
Aufbau eines informierenden Textes
In der Einleitung benennst Du Thema und Anlass. Im Hauptteil ordnest Du die wichtigsten Informationen nach Teilthemen oder Wichtigkeit. Im Schluss kann ein nächster Schritt stehen, zum Beispiel eine Kontaktmöglichkeit, eine Frist oder ein kurzer Hinweis.
Beispiel: Nachricht an die Klasse
„Am Dienstag findet unser Projekttag zum Thema Nachhaltigkeit statt. Wir treffen uns um 8:00 Uhr vor der Sporthalle. Bitte bringt eine Trinkflasche, wetterfeste Kleidung und einen Stift mit. Bei starkem Regen findet das Programm in der Aula statt. Fragen könnt ihr bis Montag an die Klassenleitung schicken.“
Der Text nennt genau die Informationen, die für die Vorbereitung wichtig sind. Er enthält keine lange Vorgeschichte und keine persönliche Bewertung des Projekttags.
Adressatengerecht informieren
Adressatengerecht bedeutet: Du schreibst so, dass genau diese Leserinnen und Leser Deinen Text verstehen und nutzen können. Eine Nachricht an Freundinnen und Freunde darf lockerer klingen als eine E-Mail an einen Praktikumsbetrieb. Sachlichkeit bleibt trotzdem wichtig.
| Situation | Weniger passend | Passender |
|---|---|---|
| E-Mail an einen Betrieb | „Hi, ich wollte mal fragen, wann ich morgen antanzen soll.“ | „Guten Tag Frau Özdemir, könnten Sie mir bitte mitteilen, wann mein Praktikumstag morgen beginnt?“ |
| Info an die Klasse | „Die organisatorischen Modalitäten hinsichtlich der Exkursion werden nachfolgend spezifiziert.“ | „Für die Exkursion brauchst Du feste Schuhe, eine Trinkflasche und Dein Schülerticket.“ |
| Mitteilung an das Fundbüro | „Ich habe so ein mega auffälliges Teil verloren.“ | „Ich habe einen schwarzen Rucksack mit einem roten Reißverschluss und einem weißen Anhänger verloren.“ |
Beschreiben
Beim Beschreiben beobachtest Du genau und ordnest Merkmale so, dass andere sich den Gegenstand, Ort oder Ablauf vorstellen können. Eine Beschreibung soll präzise, sachlich und vollständig genug für ihren Zweck sein. Nicht jede Einzelheit ist gleich wichtig.
Gegenstände beschreiben
Eine Gegenstandsbeschreibung beginnt häufig mit der Art des Gegenstands und dem Gesamteindruck. Danach folgen Merkmale wie Größe, Form, Farbe, Material, Zustand und besondere Kennzeichen. Besonders wichtig sind Merkmale, durch die ein Gegenstand eindeutig erkannt werden kann.
Lebensnaher Schreibanlass: Fundbüro
Statt „Mein Rucksack ist schön und ziemlich groß“ ist genauer: „Der Rucksack ist etwa 45 Zentimeter hoch, schwarz und aus wasserabweisendem Stoff. Auf der Vorderseite befindet sich ein rotes Reißverschlussfach. Am rechten Träger hängt ein weißer Schlüsselanhänger in Form eines Fußballs.“
Vorgänge beschreiben
Eine Vorgangsbeschreibung erklärt, wie etwas gemacht wird. Die Schritte stehen in der tatsächlichen Reihenfolge und werden meist im Präsens formuliert. Signale wie „zuerst“, „danach“, „anschließend“ und „zum Schluss“ machen den Ablauf deutlich. Die Sprache sollte so genau sein, dass eine andere Person den Vorgang nachmachen kann.
Lebensnahe Beispiele sind das Einrichten eines Präsentationsgeräts, das Ausleihen eines Schul-Tablets, das Wechseln eines Fahrradschlauchs, das Erstellen eines sicheren Passworts oder das Hochladen einer Datei in eine Lernplattform.
Orte und Wege beschreiben
Bei einer Wegbeschreibung ist die Perspektive entscheidend. Nenne klare Orientierungspunkte und halte die Richtung ein. Formulierungen wie „danach gehst Du am Kiosk vorbei“ sind nur hilfreich, wenn eindeutig ist, welcher Kiosk gemeint ist. Besser sind konkrete Angaben wie „Nach etwa 100 Metern liegt auf der rechten Seite die Stadtbibliothek. Direkt dahinter biegst Du links in die Gartenstraße ein.“
Berichten
Ein Bericht informiert sachlich über ein Ereignis oder einen Sachverhalt. Im Mittelpunkt stehen überprüfbare Fakten. Typische W-Fragen sind: Wer war beteiligt? Was geschah? Wann? Wo? Wie? Warum? Welche Folgen hatte das Ereignis? Je nach Schreibanlass können noch weitere Fragen wichtig werden.

Aufbau eines Berichts
Für schulische Berichte ist eine klare Dreiteilung hilfreich. Die Einleitung nennt knapp Anlass, Ort, Zeit und Beteiligte. Der Hauptteil stellt den Ablauf und die Ursachen nachvollziehbar dar. Der Schluss nennt Folgen, Ergebnisse oder weitere Maßnahmen.
Bei einem Bericht über ein vergangenes Ereignis verwendest Du überwiegend das Präteritum. Wenn Du auf etwas zurückblickst, das schon vor dem Hauptereignis passiert war, kann das Plusquamperfekt sinnvoll sein. Allgemein gültige oder noch bestehende Tatsachen können im Präsens stehen.
Beispiel für Zeitebenen: „Um 10:15 Uhr begann das Turnier. Die Mannschaft hatte sich bereits um 9:30 Uhr in der Halle getroffen. Die Sporthalle verfügt über zwei Spielfelder.“
Sachlich statt spannend
Ein Bericht ist keine Erlebniserzählung. Wörter wie „plötzlich“, „wahnsinnig“, „mega“ oder „zum Glück“ können eine dramatische oder wertende Wirkung haben und sind oft unnötig. Schreibe lieber konkret: „Um 11:05 Uhr rutschte ein Spieler auf dem nassen Hallenboden aus.“ Statt „Alle waren total geschockt“ kannst Du nur dann eine Reaktion nennen, wenn sie beobachtbar oder belegt ist: „Das Spiel wurde für fünf Minuten unterbrochen.“
Bericht aus Notizen entwickeln
Angenommen, Du erhältst diese Notizen zu einem Vorfall auf dem Schulhof: Mittwoch, 10:35 Uhr; große Pause; Fahrradständer; Ball rollt gegen abgestelltes Fahrrad; Fahrrad kippt um; Vorderlicht beschädigt; niemand verletzt; Aufsicht informiert; Besitzer meldet Schaden.
Ein möglicher sachlicher Bericht beginnt so: „Am Mittwoch kam es gegen 10:35 Uhr während der großen Pause am Fahrradständer zu einem kleinen Sachschaden. Ein Ball rollte gegen ein abgestelltes Fahrrad, das daraufhin umkippte. Dabei wurde das Vorderlicht beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Die Pausenaufsicht wurde informiert, anschließend meldete der Besitzer den Schaden.“
Der Bericht enthält die relevanten Fakten, hält die zeitliche Reihenfolge ein und verzichtet auf Schuldzuweisungen, solange keine gesicherten Informationen dazu vorliegen.

Passende Zeitformen verwenden
Die Zeitform richtet sich nach der Schreibhandlung und nach der zeitlichen Bedeutung eines Satzes. Deshalb ist es genauer, von einer passenden Hauptzeitform zu sprechen als von einer starren Regel.
| Textsituation | Häufig passende Zeitform | Beispiel |
|---|---|---|
| Beschreibung eines Gegenstands | Präsens | „Die Tasche besitzt zwei Außentaschen.“ |
| Vorgangsbeschreibung | Präsens | „Anschließend öffnest Du das Menü Einstellungen.“ |
| Information über einen aktuellen Termin | Präsens oder Futur | „Der Elternabend beginnt um 19 Uhr.“ / „Der Kurs wird am Freitag enden.“ |
| Bericht über ein abgeschlossenes Ereignis | Präteritum | „Die Gruppe erreichte das Museum um 10:20 Uhr.“ |
| Ereignis, das vor einem vergangenen Ereignis lag | Plusquamperfekt | „Die Lehrkraft hatte die Gruppe vorher eingeteilt.“ |
Ein häufiger Fehler ist ein unbegründeter Wechsel zwischen Präsens und Präteritum. Markiere beim Überarbeiten alle Verbformen und prüfe, ob die Zeitebenen logisch zusammenpassen.
Klar gliedern und verständlich formulieren
Gute Sachtexte helfen den Lesenden beim Orientieren. Dafür brauchst Du eine klare Gliederung. Absätze zeigen, wo ein neuer Gedanke, ein neuer Abschnitt des Ablaufs oder ein neues Teilthema beginnt.
Satzanfänge als Ordnungshilfe
Zeitliche Verknüpfungen wie „zuerst“, „danach“, „anschließend“, „währenddessen“ und „schließlich“ zeigen den Ablauf. Räumliche Verknüpfungen wie „links daneben“, „oberhalb“, „gegenüber“ und „hinter“ helfen bei Beschreibungen. Thematische Verknüpfungen wie „außerdem“, „ein weiterer Punkt“ oder „für die Anreise“ strukturieren Informationstexte.
Nutze solche Wörter gezielt. Wenn fast jeder Satz mit „Dann“ beginnt, wirkt der Text eintönig und die Beziehungen zwischen den Informationen bleiben ungenau.
Präzise Wörter statt vager Wörter
| Vage Formulierung | Präzisere Formulierung |
|---|---|
| „Da war so ein Ding kaputt.“ | „Das Vorderlicht des Fahrrads war beschädigt.“ |
| „Später kam jemand.“ | „Um 10:42 Uhr kam die Pausenaufsicht zum Fahrradständer.“ |
| „Der Rucksack ist groß.“ | „Der Rucksack ist etwa 45 Zentimeter hoch.“ |
| „Man macht das Kabel dran.“ | „Du steckst das HDMI-Kabel in den Anschluss auf der linken Geräteseite.“ |
Lebensnahe Schreibanlässe
In der Schule und im Alltag begegnen Dir viele Situationen, in denen sachliches Schreiben wichtiger ist als besonders originelles Schreiben.
| Situation | Aufgabe | Geeignete Schreibhandlung | Besonders wichtig |
|---|---|---|---|
| Du hast Deine Sporttasche verloren. | Verfasse eine Fundanzeige. | beschreiben | eindeutige Merkmale, Kontaktmöglichkeit, Präsens |
| Eure Klasse besucht einen Betrieb. | Schreibe eine Info für fehlende Mitschülerinnen und Mitschüler. | informieren | Datum, Treffpunkt, Material, Regeln, Ansprechpartner |
| Beim Schulfest ging ein Fenster zu Bruch. | Verfasse einen sachlichen Vorfallsbericht. | berichten | W-Fragen, Reihenfolge, keine Vermutungen |
| Ein neuer Schüler kennt den Weg zur Turnhalle nicht. | Schreibe eine Wegbeschreibung. | beschreiben | klare Orientierungspunkte und räumliche Ordnung |
| Du erklärst Deiner Lerngruppe das Hochladen einer Datei. | Verfasse eine kurze Anleitung. | beschreiben | vollständige Schritte, Präsens, eindeutige Verben |
| Nach dem Praktikum soll der Betrieb erfahren, was Du gemacht hast. | Schreibe einen Tagesbericht. | berichten | Tätigkeiten, Zeiten, Reihenfolge, sachliche Sprache |
| Eure AG plant einen Kleidertausch. | Erstelle einen Informationstext für die Schulhomepage. | informieren | Zielgruppe, Termin, Regeln, Teilnahmebedingungen |
| Ein Paket wurde beschädigt geliefert. | Beschreibe den Schaden für den Kundenservice. | beschreiben und informieren | genaue Lage, Ausmaß und sichtbare Merkmale |
| Ein Bus fiel auf dem Heimweg aus. | Berichte der Schule über den Ablauf. | berichten | genaue Zeiten, Haltestelle, Folgen, gesicherte Fakten |
| Ihr testet drei Lern-Apps. | Informiere die Klasse über die wichtigsten Funktionen. | informieren | Kriterien auswählen, Ergebnisse übersichtlich ordnen |
Schreibprozess: Planen – Schreiben – Überarbeiten
Gute Texte entstehen meist in mehreren Schritten. Besonders auf G-Niveau hilft Dir ein fester Ablauf.
| Schritt | Leitfrage | Hilfsmittel |
|---|---|---|
| 1. Auftrag klären | Was soll ich schreiben und für wen? | Textsorte und Zielgruppe markieren |
| 2. Informationen sammeln | Welche Fakten liegen vor? | Stichwortliste, W-Fragen, Bild oder Quelle |
| 3. Informationen auswählen | Was ist wichtig und gesichert? | Wichtiges markieren, Unsicheres streichen |
| 4. Informationen ordnen | Welche Reihenfolge ist sinnvoll? | Nummern, Tabelle oder Schreibplan |
| 5. Rohfassung schreiben | Ist jeder Abschnitt klar? | Einleitung, Hauptteil, Schluss |
| 6. Überarbeiten | Ist der Text sachlich, verständlich und sprachlich richtig? | Checkliste und Partnerfeedback |
Überarbeitungscheck
Prüfe zuerst den Inhalt: Sind alle wichtigen Informationen enthalten? Danach prüfst Du die Ordnung: Ist die Reihenfolge logisch? Anschließend kontrollierst Du Sprache und Zeitformen. Erst zum Schluss konzentrierst Du Dich auf Rechtschreibung und Zeichensetzung. So versuchst Du nicht, alle Fehler gleichzeitig zu finden.
| Prüffrage | Ja / noch ändern |
|---|---|
| Passt mein Text genau zum Schreibauftrag? | |
| Kann die Zielgruppe alle wichtigen Informationen verstehen? | |
| Sind unwichtige oder unsichere Angaben gestrichen? | |
| Ist die Reihenfolge klar? | |
| Verwende ich die passende Hauptzeitform? | |
| Bleibe ich sachlich und vermeide unbelegte Wertungen? | |
| Sind Nomen und Verben möglichst genau? | |
| Gliedern Absätze meinen Text sinnvoll? | |
| Habe ich Rechtschreibung und Zeichensetzung geprüft? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Information gehört sicher in eine Nachricht an die Klasse über einen Ausflug? (Treffpunkt und Uhrzeit) (!Die Lieblingsfarbe der Lehrkraft) (!Ein Gerücht über das Wetter) (!Eine private Meinung zum letzten Ausflug)
Welche Zeitform passt meistens zu einer Gegenstandsbeschreibung? (Präsens) (!Plusquamperfekt) (!Futur II) (!Konjunktiv II)
Welche Zeitform ist bei einem Bericht über ein abgeschlossenes Ereignis meist die Hauptzeitform? (Präteritum) (!Präsens) (!Futur I) (!Imperativ)
Welche Reihenfolge eignet sich besonders für eine Wegbeschreibung? (Eine räumlich nachvollziehbare Reihenfolge) (!Eine zufällige Reihenfolge) (!Eine Reihenfolge nach Wortlänge) (!Eine Reihenfolge nach persönlicher Vorliebe)
Welche Formulierung ist am sachlichsten? (Das Fahrradlicht wurde beim Umkippen beschädigt) (!Das arme Fahrrad wurde total zerstört) (!Zum Glück war das nur halb so wild) (!Jemand hat bestimmt nicht aufgepasst)
Was prüfst Du bei der Auswahl von Informationen zuerst? (Ob die Information richtig und für den Schreibzweck wichtig ist) (!Ob die Information besonders lustig klingt) (!Ob die Information möglichst lang ist) (!Ob die Information Deine Meinung unterstützt)
Welche Frage gehört zu den typischen W-Fragen eines Berichts? (Wann geschah das Ereignis) (!Wie spannend war das Ereignis) (!Welche Figur gefiel Dir am besten) (!Welche Überschrift reimt sich)
Was bedeutet adressatengerecht schreiben? (Sprache und Informationen an die Zielgruppe anpassen) (!Immer möglichst viele Fremdwörter verwenden) (!Jeden Text gleich formulieren) (!Nur die eigene Meinung nennen)
Welche Formulierung ordnet einen Ablauf eindeutig? (Anschließend öffnest Du die Datei) (!Vielleicht passiert danach irgendetwas) (!Das war übrigens ziemlich cool) (!Man könnte auch ganz woanders anfangen)
Was ist beim Überarbeiten eines sachlichen Textes besonders sinnvoll? (Inhalt Aufbau Sprache und Rechtschreibung nacheinander prüfen) (!Nur die Überschrift lesen) (!Alle Sätze länger machen) (!Möglichst viele Adjektive ergänzen)
Memory
| Präteritum | vergangenes Ereignis |
| Präsens | aktuelle Beschreibung |
| W-Fragen | Bericht planen |
| Zielgruppe | Sprache anpassen |
| Chronologie | zeitliche Reihenfolge |
| Präzision | genaue Wortwahl |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Präsens | Gegenstandsbeschreibung |
| Präteritum | vergangener Vorfallsbericht |
| räumliche Ordnung | Wegbeschreibung |
| W-Fragen | Ereignis erfassen |
| Zielgruppenbezug | adressatengerechte Sprache |
Kreuzworträtsel
| Präteritum | Welche Zeitform wird häufig als Hauptzeitform für Berichte über abgeschlossene Ereignisse verwendet? |
| Adressat | Wie nennt man eine Person, an die ein Text gerichtet ist? |
| Chronologie | Wie heißt die zeitlich geordnete Abfolge von Ereignissen? |
| Sachlichkeit | Welches Merkmal verlangt, dass persönliche Wertungen vermieden werden? |
| Einleitung | Wie heißt der erste Hauptabschnitt eines gegliederten Textes? |
| Relevanz | Wie heißt die Bedeutung einer Information für den Schreibzweck? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fundanzeige: Wähle einen Alltagsgegenstand aus Deiner Schultasche und verfasse eine Fundanzeige mit mindestens fünf eindeutigen Merkmalen. Streiche danach zwei Angaben, die für das Wiedererkennen unwichtig sind.
- Info-Nachricht: Schreibe eine kurze Nachricht an Deine Klasse über einen fiktiven Wandertag. Nenne Treffpunkt, Zeit, notwendige Dinge, Rückkehr und eine Kontaktmöglichkeit.
- Wegbeschreibung: Beschreibe den Weg vom Schuleingang zu einem Raum Deiner Wahl so, dass eine neue Schülerin oder ein neuer Schüler ihn ohne Rückfrage finden kann.
- Anleitung: Erkläre in sechs bis acht Sätzen, wie man eine Datei sinnvoll benennt und in einen gemeinsamen Kursordner hochlädt. Verwende klare Reihenfolgewörter.
Standard
- Vorfallsbericht: Nutze die Stichwörter „Pause – Ball – Fahrradständer – Fahrrad kippt – Licht beschädigt – niemand verletzt – Aufsicht informiert“ und verfasse einen sachlichen Bericht mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
- Adressatengerechtes Schreiben: Formuliere dieselbe Information zweimal: einmal als kurze Nachricht an einen Freund und einmal als höfliche E-Mail an einen Praktikumsbetrieb. Markiere anschließend drei sprachliche Unterschiede.
- Gegenstandsbeschreibung: Fotografiere oder zeichne einen neutralen Gegenstand und lasse eine andere Person nur anhand Deiner Beschreibung entscheiden, welcher Gegenstand gemeint ist. Überarbeite unklare Stellen.
- Informationen auswählen: Sammle zehn Informationen zu einer Schulveranstaltung. Ordne sie in „unbedingt nötig“, „hilfreich“ und „unwichtig“ ein und verfasse anschließend einen Informationstext mit höchstens 120 Wörtern.
Schwer
- Interview und Bericht: Führe ein kurzes Interview mit einer Person über ein schulisches Ereignis. Trenne beobachtete Fakten von Aussagen der interviewten Person und schreibe daraus einen neutralen Bericht.
- Praktikumsbericht: Simuliere einen Praktikumstag oder nutze einen echten, nicht vertraulichen Tagesablauf. Erstelle zuerst eine Zeitleiste und verfasse danach einen Tagesbericht mit passenden Zeitformen.
- Medienvergleich: Vergleiche zwei seriöse Meldungen zum selben lokalen oder schulischen Thema. Notiere, welche Informationen beide nennen und welche nur eine Quelle nennt. Erstelle daraus eine eigene sachliche Kurzinfo und kennzeichne Unsicherheiten.
- Schreibwerkstatt: Erstelle ein kleines Portfolio aus einem Informationstext, einer Beschreibung und einem Bericht zum gemeinsamen Thema „Unser Schulalltag“. Lass zwei Texte von Mitschülerinnen oder Mitschülern mit der Überarbeitungscheckliste prüfen und verbessere sie.


Lernkontrolle
- Informationsauswahl: Du erhältst zwölf gemischte Notizen zu einem Schulausflug, darunter wichtige Fakten, Meinungen und Gerüchte. Begründe bei jeder Notiz, ob sie in eine offizielle Klasseninformation gehört.
- Textsortenwahl: Entscheide für die Situationen „verlorenes Fahrradschloss“, „Stromausfall während einer Veranstaltung“ und „neue Regel für den Computerraum“, ob Informieren, Beschreiben oder Berichten im Mittelpunkt steht. Begründe Deine Auswahl.
- Zeitformen im Zusammenhang: Überarbeite einen kurzen Text, der unbegründet zwischen Präsens, Präteritum und Plusquamperfekt wechselt. Erkläre anschließend zwei Deiner Änderungen.
- Adressatenwechsel: Formuliere eine sachliche Mitteilung zuerst für Mitschülerinnen und Mitschüler und danach für die Leitung eines Praktikumsbetriebs. Zeige, welche Informationen und Formulierungen Du angepasst hast.
- Ordnungsprinzip: Bringe ungeordnete Angaben zu einem Vorfall in eine sinnvolle Reihenfolge und erläutere, warum Deine Gliederung für einen Bericht verständlicher ist.
- Sachlichkeit prüfen: Untersuche einen kurzen Bericht auf Vermutungen, Übertreibungen und Bewertungen. Formuliere mindestens drei problematische Stellen sachlich um.
- Transferaufgabe: Plane einen Informationstext für einen realistischen schulischen Anlass Deiner Wahl. Lege Zielgruppe, Zweck, fünf notwendige Informationen, Reihenfolge und passende Sprache fest und begründe Deine Entscheidungen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln nennen kannst, sondern sie beim Schreiben anwendest.
- Schreibauftrag verstehen: Du erkennst Schreibzweck, Textsorte und Zielgruppe.
- Informationen auswählen: Du übernimmst wichtige und gesicherte Angaben und lässt Unwichtiges oder Unklares weg.
- Informationen ordnen: Du nutzt eine passende zeitliche, räumliche, thematische oder hierarchische Ordnung.
- Text gliedern: Dein Text besitzt sinnvolle Absätze und einen erkennbaren Aufbau.
- Zeitformen: Du verwendest Präsens, Präteritum und bei Bedarf Plusquamperfekt passend zur Zeitebene.
- Sachlichkeit: Du trennst Fakten von Meinung und vermeidest unbelegte Vermutungen.
- Adressatenbezug: Wortwahl, Anrede, Erklärungen und Umfang passen zur Zielgruppe.
- Sprachliche Präzision: Du verwendest möglichst genaue Nomen und Verben sowie nur sinnvolle Adjektive.
- Überarbeitung: Du kannst Deinen Text mithilfe einer Checkliste verbessern und Änderungen begründen.
OERs zum Thema
Zum Vertiefen eignen sich die Wikipedia-Artikel zu Sachtext und Bericht. Sie zeigen, wie informationsorientierte Texte Fakten vermitteln und wie Berichte Sachverhalte ohne persönliche Wertung darstellen.
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