D9 G - Information, Meinung und Argument unterscheiden

D9 G - Information, Meinung und Argument unterscheiden
D9 G - Information, Meinung und Argument unterscheiden
Einleitung
Im Alltag begegnen Dir ständig Aussagen: im Unterricht, in Chats, auf Social Media, in Nachrichten, in Werbung, beim Sport oder zu Hause. Manche Aussagen kann man überprüfen. Andere drücken eine persönliche Sicht oder Bewertung aus. Wieder andere sollen Dich von etwas überzeugen.
In diesem aiMOOC lernst Du, Informationen, Tatsachenbehauptungen, Wertungen, Meinungen, Behauptungen, Begründungen und Argumente zu erkennen und sinnvoll voneinander zu unterscheiden. Das hilft Dir beim Lesen, Zuhören, Diskutieren und Schreiben. Besonders wichtig ist diese Fähigkeit, wenn Du beurteilen willst, ob eine Aussage nur behauptet wird oder ob sie nachvollziehbar begründet ist.

Wichtig: Die Begriffe können sich teilweise überschneiden. Eine Tatsachenbehauptung kann zum Beispiel als Begründung in einem Argument verwendet werden. Eine Meinung kann zugleich eine Wertung enthalten. Deshalb hilft es, immer zwei Fragen zu stellen: Was für eine Art Aussage ist das? und Welche Aufgabe hat die Aussage im Zusammenhang?
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du einfache Aussagen aus Deinem Alltag untersuchen und einordnen. Du kannst erklären, woran Du eine überprüfbare Tatsachenbehauptung erkennst, wie sich eine Wertung oder Meinung davon unterscheidet und wann aus einer bloßen Behauptung ein einfaches Argument wird. Außerdem kannst Du selbst einfache Argumente aus Behauptung und Begründung formulieren.
Grundbegriffe
Information
Eine Information ist eine Mitteilung, die Dir etwas über einen Sachverhalt mitteilt. Eine Information kann richtig, falsch, vollständig, unvollständig, sicher oder unsicher sein. Deshalb solltest Du nicht jede Information sofort für wahr halten.
Beispiel aus dem Schulalltag: Jemand schreibt in den Klassenchat: „Die erste Stunde fällt morgen aus.“ Das ist zunächst eine Information. Ob sie stimmt, kannst Du zum Beispiel im Vertretungsplan oder bei einer verlässlichen schulischen Quelle prüfen.
Beispiel aus dem Alltag: Eine App zeigt an: „Der nächste Bus fährt in acht Minuten.“ Auch das ist eine Information. Sie kann aufgrund einer Verspätung später nicht mehr aktuell sein.
Merksatz: Eine Information teilt Dir etwas mit. Ob sie stimmt, musst Du manchmal erst prüfen.
Tatsachenbehauptung
Eine Tatsachenbehauptung ist eine Aussage über etwas, das grundsätzlich überprüft werden kann. Man kann also nach Belegen suchen und feststellen, ob die Aussage zutrifft oder nicht.
Beispiele:
- Fahrplan: „Auf dem Fahrplan steht die Abfahrt um 7:42 Uhr.“ Das lässt sich am Fahrplan überprüfen.
- Schulordnung: „In der Schulordnung steht ein Abschnitt zur Handynutzung.“ Das lässt sich im Text der Schulordnung prüfen.
- Kassenbon: „Der Saft hat 1,49 Euro gekostet.“ Das lässt sich auf dem Bon kontrollieren.
Eine Tatsachenbehauptung muss nicht automatisch wahr sein. Der Satz „Der Schulkiosk schließt heute um 12 Uhr“ bleibt eine Tatsachenbehauptung, auch wenn der Kiosk tatsächlich bis 13 Uhr geöffnet ist. Entscheidend ist: Die Aussage ist überprüfbar.

Prüffrage: Kann ich mit einer zuverlässigen Quelle, einer Beobachtung, einem Dokument, einer Messung oder einem Beleg herausfinden, ob die Aussage stimmt?
Meinung
Eine Meinung ist eine persönliche Ansicht oder Haltung. Sie zeigt, was jemand über etwas denkt. Meinungen können begründet oder unbegründet sein.
Beispiele:
- Schulhof: „Ich finde unseren Schulhof zu langweilig.“
- Musik: „Meiner Meinung nach ist dieses Lied besser als das andere.“
- Sport: „Ich finde Teamsport motivierender als Training allein.“
Bei einer Meinung geht es nicht einfach um „wahr“ oder „falsch“. Verschiedene Menschen können unterschiedliche Meinungen haben. Trotzdem kann eine Meinung gut oder schlecht begründet sein.
Typische Formulierungen sind: „Ich finde …“, „Meiner Meinung nach …“, „Ich denke …“, „Für mich …“.
Merksatz: Eine Meinung zeigt eine persönliche Sicht.
Wertung
Eine Wertung beurteilt etwas. Dabei wird etwas zum Beispiel als gut, schlecht, fair, unfair, schön, langweilig, sinnvoll oder unnötig eingeschätzt.
Beispiele:
- Mensa: „Das Essen in der Mensa ist lecker.“
- Unterricht: „Die Aufgabe ist viel zu schwer.“
- Freizeit: „Der neue Skatepark ist richtig gut.“
- Regel: „Die neue Pausenregel ist unfair.“
Wertungen sind häufig Teil einer Meinung. Der Satz „Ich finde die neue Pausenregel unfair“ enthält sowohl eine persönliche Meinung als auch eine klare Wertung.
Prüffrage: Wird hier etwas bewertet oder beurteilt?
Behauptung
Eine Behauptung ist eine Aussage, die jemand aufstellt, ohne in diesem Satz schon eine Begründung zu geben. In einer Diskussion kann eine Behauptung auch eine These sein, die anschließend begründet werden soll.
Beispiel: „Handys sollten während einer Klassenarbeit ausgeschaltet und weggelegt sein.“
Dieser Satz stellt eine Forderung beziehungsweise Position auf. Er sagt aber noch nicht, warum das sinnvoll sein soll.
Weitere Beispiele:
- Schulbeginn: „Die Schule sollte später beginnen.“
- Hausaufgaben: „Es sollte weniger Hausaufgaben geben.“
- Pausenhof: „Auf dem Schulhof braucht es mehr Sitzplätze.“
- Smartphone: „In jeder Pause sollten Smartphones erlaubt sein.“
Merksatz: Eine Behauptung sagt, was jemand meint oder fordert. Die Begründung erklärt, warum.
Begründung
Eine Begründung erklärt, warum eine Behauptung gelten soll oder warum jemand eine bestimmte Meinung vertritt. Sie beantwortet die Frage: Warum?
Beispiel:
Behauptung: „Auf dem Schulhof braucht es mehr Sitzplätze.“
Begründung: „Weil in den Pausen viele Schülerinnen und Schüler keinen Sitzplatz finden.“
Typische Signalwörter sind weil, denn, da, deshalb und daher. Signalwörter helfen, aber entscheidend ist der Zusammenhang.
Noch ein Beispiel:
Behauptung: „Ich bin für einen Wasserspender in der Schule.“
Begründung: „Denn Schülerinnen und Schüler könnten dort ihre Trinkflaschen auffüllen.“
Argument
Ein einfaches Argument besteht mindestens aus einer Behauptung und einer passenden Begründung. Ein Beispiel oder ein überprüfbarer Beleg kann das Argument zusätzlich stärken.
Beispiel:
Behauptung: „Die Klasse sollte einen festen Ordnungsdienst haben.“
Begründung: „Denn dann ist klar geregelt, wer am Ende des Unterrichts auf Ordnung achtet.“
Beispiel oder Beleg: „Zum Beispiel könnten jede Woche zwei andere Personen zuständig sein.“
Damit ist mehr vorhanden als eine bloße Behauptung. Es wird erklärt, warum die Position nachvollziehbar sein soll.

Das Video von Planet Schule zeigt einen ausführlicheren Aufbau eines Arguments. Für Dein Niveau reicht zunächst die Grundform: Behauptung + Begründung. Später können Beleg, Beispiel, Folgerung und Rückbezug dazukommen.
Die wichtigsten Unterschiede
Vergleichstabelle
| Begriff | Woran erkennst Du ihn? | Lebensnahes Beispiel |
|---|---|---|
| Information | Jemand teilt Dir etwas mit. | „Morgen findet die AG in Raum 12 statt.“ |
| Tatsachenbehauptung | Die Aussage ist grundsätzlich überprüfbar. | „Auf dem Vertretungsplan steht Raum 12.“ |
| Meinung | Eine Person äußert ihre persönliche Sicht. | „Ich finde den Raum 12 zu klein.“ |
| Wertung | Etwas wird beurteilt. | „Der Raum ist ungemütlich.“ |
| Behauptung | Eine Position oder Aussage wird aufgestellt. | „Die AG sollte einen anderen Raum bekommen.“ |
| Begründung | Sie beantwortet die Frage „Warum?“. | „Weil dort mehr Platz für Gruppenarbeit wäre.“ |
| Argument | Behauptung und Begründung gehören sinnvoll zusammen. | „Die AG sollte einen anderen Raum bekommen, weil dort mehr Platz für Gruppenarbeit wäre.“ |
Nicht alles passt nur in eine Schublade
Manche Aussagen können mehrere Eigenschaften haben. Das ist kein Fehler.
Beispiel: „Die neue Schulhofregel ist unfair.“
Der Satz ist eine Wertung, weil die Regel als „unfair“ bewertet wird. Gleichzeitig kann er eine Meinung ausdrücken.
Beispiel: „Im letzten Monat gab es laut Ausleihsystem 320 Buchausleihen.“
Der Satz ist eine Tatsachenbehauptung, weil die Zahl überprüft werden kann. In einem Argument kann diese Tatsachenbehauptung zugleich als Beleg oder Teil einer Begründung verwendet werden.
Deshalb ist es hilfreich, nicht nur nach einem Etikett zu suchen, sondern zu überlegen, welche Funktion ein Satz im Zusammenhang hat.
Schritt für Schritt unterscheiden
Die Fünf-Fragen-Methode
Wenn Du eine Aussage untersuchen willst, kannst Du nacheinander diese Fragen stellen:
- Überprüfbarkeit: Kann man die Aussage mit einer Quelle, Beobachtung, Messung oder einem Dokument überprüfen? Dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Tatsachenbehauptung.
- Persönliche Sicht: Zeigt die Aussage, was jemand denkt oder bevorzugt? Dann handelt es sich wahrscheinlich um eine Meinung.
- Bewertung: Wird etwas als gut, schlecht, fair, schön, langweilig oder ähnlich beurteilt? Dann steckt eine Wertung darin.
- Behauptung: Wird eine Position aufgestellt, aber noch kein Warum genannt? Dann liegt eine Behauptung vor.
- Begründung: Wird erklärt, warum eine Position gelten soll? Dann liegt eine Begründung vor. Behauptung und passende Begründung bilden zusammen ein einfaches Argument.

Lebensnahe Beispiele
Beispiel 1: Klassenchat
Im Klassenchat steht:
„Morgen schreiben wir den Test in der dritten Stunde.“
Das ist eine Tatsachenbehauptung, weil Du die Aussage zum Beispiel über den Stundenplan oder die Lehrkraft überprüfen kannst.
Danach schreibt jemand:
„Der Termin ist echt schlecht.“
Das ist eine Wertung und zugleich eine Meinung.
Eine weitere Person schreibt:
„Der Test sollte verschoben werden, weil wir am selben Tag schon eine Präsentation halten.“
„Der Test sollte verschoben werden“ ist die Behauptung. „Weil wir am selben Tag schon eine Präsentation halten“ ist die Begründung. Zusammen entsteht ein einfaches Argument.
Beispiel 2: Smartphone in der Pause
Aussage A: „Unsere große Pause dauert laut Stundenplan 20 Minuten.“
Das ist eine Tatsachenbehauptung.
Aussage B: „20 Minuten sind viel zu kurz.“
Das ist eine Wertung.
Aussage C: „Ich finde, Smartphones sollten in der großen Pause erlaubt sein.“
Das ist eine Meinung und zugleich eine Behauptung in einer Diskussion.
Aussage D: „Smartphones sollten in der großen Pause erlaubt sein, weil man dann wichtige Nachrichten an die Familie beantworten kann.“
Das ist ein einfaches Argument aus Behauptung und Begründung.
Beispiel 3: Einkauf
Du siehst im Laden ein Schild: „Diese Trinkflasche kostet 8,99 Euro.“
Das ist eine überprüfbare Tatsachenbehauptung.
Eine Freundin sagt: „Die Flasche sieht richtig gut aus.“
Das ist eine Wertung.
Du sagst: „Ich würde lieber die andere Flasche kaufen.“
Das ist Deine Meinung beziehungsweise persönliche Entscheidung.
Du ergänzt: „Ich würde lieber die andere Flasche kaufen, weil sie in meinen Rucksack passt.“
Jetzt hast Du Deine Position begründet und damit ein einfaches Argument formuliert.
Beispiel 4: Gaming
Aussage: „Das Spiel hat einen Mehrspielermodus.“
Das ist eine Tatsachenbehauptung, wenn sich diese Eigenschaft des Spiels überprüfen lässt.
Aussage: „Das Spiel ist langweilig.“
Das ist eine Wertung.
Aussage: „Ich spiele lieber mit Freunden.“
Das ist eine Meinung.
Aussage: „Ich spiele lieber mit Freunden, weil wir dabei gemeinsam Strategien planen können.“
Das ist eine Meinung mit Begründung und damit ein einfaches Argument für die eigene Position.
Beispiel 5: Öffentliche Verkehrsmittel
Aussage: „Auf der Anzeige steht eine Verspätung von zehn Minuten.“
Das ist eine Tatsachenbehauptung über die Anzeige.
Aussage: „Diese Verspätung ist nervig.“
Das ist eine Wertung.
Aussage: „Die Verkehrsbetriebe sollten bei längeren Verspätungen schneller informieren.“
Das ist eine Behauptung.
Aussage: „Die Verkehrsbetriebe sollten schneller informieren, weil Fahrgäste dann ihre weitere Fahrt besser planen können.“
Das ist ein Argument.
Beispiel 6: Schulmensa
Aussage: „Heute gibt es laut Speiseplan Nudeln.“
Das ist eine Tatsachenbehauptung.
Aussage: „Nudeln sind das beste Mensaessen.“
Das ist eine Wertung und Meinung.
Aussage: „Die Mensa sollte jeden Tag ein vegetarisches Gericht anbieten.“
Das ist eine Behauptung.
Aussage: „Die Mensa sollte jeden Tag ein vegetarisches Gericht anbieten, weil dann mehr Schülerinnen und Schüler eine passende Auswahl haben.“
Das ist ein einfaches Argument.
Aussagen im Internet prüfen
In sozialen Netzwerken, Videos, Kommentaren und Messengern werden Tatsachenbehauptungen, Meinungen und Wertungen oft vermischt. Ein selbstbewusst formulierter Satz ist noch kein Beweis.
Wenn jemand schreibt „Alle Jugendlichen nutzen diese App jeden Tag“, solltest Du prüfen, ob es dafür eine verlässliche Quelle gibt. Wörter wie „alle“, „niemand“, „immer“ oder „jeder“ können ein Hinweis darauf sein, dass eine Aussage sehr weit geht.
Wenn jemand schreibt „Diese App ist die beste App überhaupt“, handelt es sich vor allem um eine Wertung.
Wenn jemand schreibt „Diese App sollte im Unterricht genutzt werden, weil man damit gemeinsam an Aufgaben arbeiten kann“, liegt eine Behauptung mit Begründung vor.
Merksatz: Erst erkennen, dann prüfen, dann beurteilen.
Quellen und Belege
Eine überprüfbare Aussage wird stärker, wenn Du eine passende Quelle findest. Nicht jede Quelle ist gleich zuverlässig.
Für schulische Aufgaben können zum Beispiel offizielle Webseiten, Schulunterlagen, Originaldokumente, seriöse Nachrichtenangebote, Fachbücher oder nachvollziehbare Statistiken geeignet sein. Bei einem Screenshot oder einzelnen Social-Media-Post solltest Du genauer prüfen, woher die Information ursprünglich stammt.
Eine Quelle macht aus einer Meinung keine Tatsache. Der Satz „Ich finde den Film langweilig“ bleibt eine Meinung, auch wenn viele andere Personen genauso denken.
Vom Satz zum Argument
Eine einfache Möglichkeit ist die Warum-Probe.
Behauptung: „Unsere Klasse sollte einmal pro Monat eine Klassenratssitzung haben.“
Frage: Warum?
Begründung: „Weil Probleme und Vorschläge dann regelmäßig gemeinsam besprochen werden können.“
Fertiges Argument: „Unsere Klasse sollte einmal pro Monat eine Klassenratssitzung haben, weil Probleme und Vorschläge dann regelmäßig gemeinsam besprochen werden können.“
Noch ein Beispiel:
Behauptung: „In der Bibliothek sollte es mehr Gruppenarbeitsplätze geben.“
Warum?
Begründung: „Weil Lerngruppen sonst nur schwer gemeinsam arbeiten können.“
Argument: „In der Bibliothek sollte es mehr Gruppenarbeitsplätze geben, weil Lerngruppen sonst nur schwer gemeinsam arbeiten können.“
Das Video zeigt, wie eine einfache Behauptung Schritt für Schritt zu einem überzeugenderen Argument ausgebaut werden kann.
Typische Fehler
Meinung als Tatsache ausgeben
„Der neue Stundenplan ist schlecht.“
Das klingt bestimmt, ist aber eine Wertung. Der Satz wird nicht dadurch zur Tatsache, dass er ohne „Ich finde“ formuliert ist.
Besser ist es, die persönliche Sicht kenntlich zu machen und zu begründen:
„Ich finde den neuen Stundenplan ungünstig, weil wir an drei Tagen sehr lange Unterricht haben.“
Behauptung ohne Begründung
„Wir brauchen längere Pausen.“
Das ist zunächst nur eine Behauptung.
Mit Begründung:
„Wir brauchen längere Pausen, weil zwischen zwei langen Unterrichtsblöcken mehr Zeit zum Essen und Erholen bleibt.“
Begründung passt nicht zur Behauptung
Behauptung: „Die Schule sollte mehr Fahrradständer aufstellen.“
Unpassende Begründung: „Weil Mathematik wichtig ist.“
Die Begründung hat keinen erkennbaren Zusammenhang mit der Behauptung.
Passende Begründung: „Weil morgens regelmäßig mehr Fahrräder ankommen, als sichere Stellplätze vorhanden sind.“
Eine häufige Meinung ist keine Tatsache
Auch wenn viele Menschen etwas gut, schlecht, schön oder langweilig finden, bleibt die Aussage eine Bewertung. Mehrheit und Wahrheit sind nicht dasselbe.
Beispiel: „Fast alle in meiner Klasse finden das Spiel gut“ kann überprüfbar sein, wenn tatsächlich alle befragt wurden. „Das Spiel ist deshalb objektiv gut“ folgt daraus aber nicht automatisch.
Mini-Training
Ordne die Aussagen zunächst selbst ein. Überlege danach, warum Deine Einordnung passt.
„Im Aushang steht, dass das Schulfest am Freitag beginnt.“ – Tatsachenbehauptung.
„Das Schulfest ist immer das beste Ereignis des Jahres.“ – Wertung.
„Ich mag das Schulfest.“ – Meinung.
„Beim Schulfest sollte es mehr Sitzplätze geben.“ – Behauptung.
„Beim Schulfest sollte es mehr Sitzplätze geben, weil viele Gäste auch beim Essen sitzen möchten.“ – Argument aus Behauptung und Begründung.

Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage ist eine Tatsachenbehauptung? (Auf dem Aushang steht Beginn um 18 Uhr) (!Das Fest wird bestimmt großartig) (!Ich finde das Fest spannend) (!Der Saal ist viel zu hässlich)
Welche Aussage ist eine Meinung? (Ich finde den neuen Stundenplan unpraktisch) (!Der Stundenplan hängt neben dem Sekretariat) (!Die erste Stunde beginnt laut Plan um acht Uhr) (!Auf dem Plan stehen sechs Fächer)
Welche Aussage enthält eine Wertung? (Der Film ist langweilig) (!Der Film dauert laut Anzeige 95 Minuten) (!Der Film beginnt um 20 Uhr) (!Die Eintrittskarte kostet acht Euro)
Was ist eine Behauptung in einer Argumentation? (Eine aufgestellte Position ohne Begründung) (!Eine Frage nach einer Uhrzeit) (!Eine überprüfte Quellenangabe) (!Eine zufällige Wortliste)
Welche Formulierung ist eine Begründung? (Weil dort mehr Platz zum Lernen wäre) (!Die Bibliothek sollte größer sein) (!Wie groß ist die Bibliothek) (!Die Bibliothek ist im Erdgeschoss)
Woraus besteht ein einfaches Argument mindestens? (Behauptung und Begründung) (!Meinung und Überschrift) (!Frage und Ausruf) (!Wertung und Bild)
Woran erkennst Du eine Tatsachenbehauptung besonders gut? (Sie ist grundsätzlich überprüfbar) (!Sie enthält immer das Wort gut) (!Sie beginnt immer mit ich) (!Sie muss allen gefallen)
Welche Aussage ist ein einfaches Argument? (Die Pause sollte länger sein weil dann mehr Zeit zum Essen bleibt) (!Die Pause sollte länger sein) (!Die Pause ist super) (!Ich mag die Pause)
Welche Aussage über Meinungen stimmt? (Meinungen können unterschiedlich sein und begründet werden) (!Meinungen sind immer messbar) (!Meinungen sind automatisch Tatsachen) (!Meinungen brauchen immer eine Zahl)
Was solltest Du bei einer überprüfbaren Aussage im Internet tun? (Nach einer verlässlichen Quelle oder einem Beleg suchen) (!Die Aussage sofort weiterleiten) (!Nur auf die Anzahl der Likes achten) (!Jede starke Formulierung für wahr halten)
Memory
| Tatsachenbehauptung | grundsätzlich überprüfbare Aussage |
| Meinung | persönliche Sicht |
| Wertung | Beurteilung als gut schlecht fair oder ähnlich |
| Behauptung | aufgestellte Position |
| Begründung | Antwort auf die Warum-Frage |
| Argument | Verbindung aus Position und passendem Warum |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Tatsachenbehauptung | Auf dem Vertretungsplan steht Raum 204 |
| Meinung | Ich finde Gruppenarbeit hilfreich |
| Wertung | Der neue Schulhof ist langweilig |
| Behauptung | Die Pause sollte länger sein |
| Begründung | Weil dann mehr Zeit zum Essen bleibt |
Kreuzworträtsel
| Tatsache | Wie heißt etwas, das nach einer Prüfung wirklich zutrifft? |
| Meinung | Wie heißt eine persönliche Sicht auf ein Thema? |
| Argument | Wie heißt die Verbindung aus Behauptung und Begründung? |
| Begründung | Wie heißt der Teil, der die Warum-Frage beantwortet? |
| Wertung | Wie heißt eine Aussage, die etwas beurteilt? |
| Behauptung | Wie heißt eine aufgestellte Position ohne bereits genannte Begründung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Aussagen-Sammlung: Sammle zehn Aussagen aus Deinem Schulalltag und ordne sie den Begriffen Tatsachenbehauptung, Meinung, Wertung oder Behauptung zu. Begründe mindestens drei Einordnungen.
- Klassenchat-Check: Erfinde einen kurzen Klassenchat mit fünf Nachrichten. Baue mindestens eine Tatsachenbehauptung, eine Meinung, eine Wertung und ein einfaches Argument ein.
- Warum-Probe: Formuliere vier Behauptungen zu Schule oder Freizeit. Ergänze zu jeder Behauptung eine passende Begründung.
- Werbung untersuchen: Suche eine Werbeaussage aus Deinem Alltag. Erkläre, ob sie eher eine überprüfbare Behauptung oder eine Wertung enthält.
Standard
- Social-Media-Analyse: Wähle einen ungefährlichen öffentlichen Post oder erfinde einen Beispielpost. Markiere Information, Meinung, Wertung, Behauptung und Begründung mit unterschiedlichen Symbolen.
- Schulhof-Interview: Befrage drei Personen zu einer einfachen Schulfrage, zum Beispiel längere Pausen. Trenne in Deinen Notizen Tatsachenbehauptungen von Meinungen und Wertungen.
- Argumente verbessern: Schreibe fünf unbegründete Behauptungen auf. Ergänze zu jeder eine nachvollziehbare Begründung und, wenn möglich, ein Beispiel.
- Mini-Podcast: Nimm einen ein- bis zweiminütigen Audiobeitrag zu einer Alltagssituation auf. Verwende darin mindestens zwei Tatsachenbehauptungen und zwei klar begründete Meinungen.
Schwer
- Kommentar prüfen: Analysiere einen kurzen Kommentar aus Zeitung, Schulzeitung oder einem selbst erstellten Beispiel. Zeige, welche Aussagen überprüfbar sind und welche Wertungen oder Meinungen enthalten.
- Faktencheck-Projekt: Wähle drei überprüfbare Aussagen aus einem öffentlichen Beitrag. Suche geeignete Quellen und dokumentiere, ob die Aussagen bestätigt, widerlegt oder nicht sicher geklärt werden können.
- Streitgespräch gestalten: Produziere mit einer Partnerin oder einem Partner ein kurzes Video zu einer Schulfrage. Jede Seite soll zwei Behauptungen mit passenden Begründungen formulieren.
- Argumentationsplakat: Gestalte ein Lernplakat oder eine digitale Infografik, die mit eigenen Beispielen den Weg von Information über Prüfung bis zum einfachen Argument erklärt.


Lernkontrolle
- Aussagen vergleichen: Erkläre an einem eigenen Beispiel, wie derselbe Sachverhalt einmal als Tatsachenbehauptung und einmal als Wertung formuliert werden kann.
- Argument ergänzen: Du hörst den Satz „Die Schule sollte mehr Fahrradständer haben.“ Formuliere zwei unterschiedliche passende Begründungen und erkläre, welche davon überzeugender ist.
- Quelle auswählen: Jemand behauptet im Klassenchat, am nächsten Tag falle der Nachmittagsunterricht aus. Beschreibe, wie Du diese Information sinnvoll prüfen würdest und welche Quelle besonders geeignet wäre.
- Wertung erkennen: Eine Person sagt „Diese Regel ist völlig unsinnig.“ Erkläre, warum der Satz noch keine ausreichende Begründung enthält, und formuliere daraus ein einfaches Argument.
- Überlappung erklären: Zeige an einem Beispiel, wie eine Tatsachenbehauptung gleichzeitig als Begründung in einem Argument eingesetzt werden kann.
- Transfer in Social Media: Formuliere einen kurzen Social-Media-Post mit einer Meinung, einer Tatsachenbehauptung und einem Argument. Kennzeichne anschließend selbst die drei Teile und begründe Deine Zuordnung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Aussagen sicher anwenden und erklären kannst.
- Begriffe unterscheiden: Du kannst Information, Tatsachenbehauptung, Meinung, Wertung, Behauptung, Begründung und Argument mit eigenen Worten erklären.
- Überprüfbarkeit erkennen: Du kannst entscheiden, welche Aussagen grundsätzlich überprüfbar sind.
- Meinungen erkennen: Du kannst persönliche Ansichten und Wertungen auch dann erkennen, wenn kein „Ich finde“ davorsteht.
- Argumente zerlegen: Du kannst in einem einfachen Argument Behauptung und Begründung markieren.
- Argumente formulieren: Du kannst zu einer eigenen Behauptung eine passende Begründung schreiben.
- Quellen prüfen: Du kannst erklären, wie Du eine Tatsachenbehauptung mit einer passenden Quelle kontrollierst.
- Zusammenhänge erklären: Du kannst zeigen, dass eine Aussage je nach Zusammenhang mehrere Funktionen haben kann.
OERs zum Thema
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