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D9 G - Brief zur Ganzschrift

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D9 G - Brief zur Ganzschrift




D9 G - Brief zur Ganzschrift


Einleitung

In diesem aiMOOC lernst Du, einen Brief zu einer Ganzschrift zu verfassen. Eine Ganzschrift ist ein literarisches Werk, das vollständig gelesen wird, zum Beispiel ein Roman, ein Jugendroman oder eine längere Erzählung. Beim Brief zur Ganzschrift schreibst Du nicht einfach irgendeinen Brief. Du versetzt Dich in eine Figur des gelesenen Werkes und schreibst so, wie diese Figur in einer bestimmten Situation glaubwürdig schreiben könnte.

Dabei kommt es auf fünf Fragen besonders an:

  1. Absender: Wer schreibt den Brief?
  2. Adressat: An wen richtet sich der Brief?
  3. Situation: Was ist unmittelbar vor dem Schreiben passiert?
  4. Beziehung: Wie stehen Absender und Adressat zueinander?
  5. Figurenperspektive: Was weiß, denkt, fühlt und will die schreibende Figur?

Zusätzlich muss Dein Brief sprachlich und formal angemessen sein. Ein Brief an eine enge Freundin klingt anders als ein Brief an eine Lehrkraft, eine Mutter, einen Vorgesetzten, einen Gegner oder eine unbekannte Person.

Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende der Klasse 9 auf G-Niveau. Du erhältst klare Schritte, Satzanfänge, Planungsraster, Checklisten und viele Schreibanlässe. Die Aufgaben lassen sich auf fast jede im Unterricht gelesene Ganzschrift übertragen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du

  1. die fünf Schreibbedingungen Absender, Adressat, Situation, Beziehung und Figurenperspektive bestimmen,
  2. Informationen aus einer Ganzschrift für einen Brief auswählen,
  3. aus der Sicht einer literarischen Figur in der Ich-Perspektive schreiben,
  4. zwischen Wissen der Figur und Wissen der Lesenden unterscheiden,
  5. Gefühle, Gedanken, Motive und Ziele einer Figur glaubwürdig ausdrücken,
  6. Sprache und Ton an den Adressaten und die Beziehung anpassen,
  7. einen persönlichen oder eher formellen Brief passend aufbauen,
  8. Absätze sinnvoll gliedern,
  9. einen Brief mit einer Checkliste überarbeiten,
  10. einen eigenen Brief anhand von Textstellen aus der Ganzschrift begründen.


Der Brief als Schreibaufgabe zur Ganzschrift

Ein Brief ist eine Nachricht, die sich an einen bestimmten Empfänger richtet. Typische Bestandteile sind Ort und Datum, Anrede, Brieftext, Schlussformel und Name oder Unterschrift. Bei einer literarischen Schreibaufgabe kommt noch etwas Entscheidendes hinzu: Du schreibst aus einer Rolle heraus.

Das bedeutet: Du bist beim Schreiben für eine bestimmte Zeit nicht Du selbst, sondern eine Figur aus der Ganzschrift. Du musst deshalb überlegen, welche Wörter, Gedanken und Gefühle zu dieser Figur passen.

Ein guter Brief zur Ganzschrift verbindet zwei Leistungen:

  1. Textverständnis: Du zeigst, dass Du Handlung, Figuren und Beziehungen verstanden hast.
  2. Gestaltendes Schreiben: Du machst daraus einen glaubwürdigen Brief in einer passenden Sprache.

Du darfst Gedanken oder Formulierungen ergänzen, die nicht wörtlich in der Ganzschrift stehen. Sie müssen aber zum Text passen. Erfinde nichts, was der Handlung oder der Figur widerspricht.


Die fünf Leitfragen vor dem Schreiben

Bevor Du den ersten Satz schreibst, beantworte fünf Fragen. Diese fünf Fragen sind Dein Schreibkompass.

Leitfrage Das klärst Du Beispiel für Deine Planung
Absender Welche Figur schreibt? Eine Figur, die gerade eine wichtige Entscheidung getroffen hat
Adressat Wer soll den Brief lesen? Eine Freundin, ein Vater, eine Lehrkraft, ein Gegner oder eine andere Figur
Situation Wann und warum wird geschrieben? Direkt nach einem Streit, vor einer Flucht oder nach einer überraschenden Nachricht
Beziehung Wie stehen beide Personen zueinander? vertraut, angespannt, respektvoll, abhängig, verliebt, misstrauisch oder feindselig
Figurenperspektive Was weiß, denkt, fühlt und beabsichtigt die schreibende Figur? Sie kennt nur das, was sie bis zu diesem Zeitpunkt erlebt oder erfahren hat


Absender: Wer schreibt?

Der Absender ist die Figur, aus deren Sicht Du schreibst. Deshalb reicht es nicht, nur den Namen der Figur zu kennen. Du musst Dir ein kleines inneres Profil dieser Figur machen.

Frage Dich:

  1. Was hat die Figur bis zu diesem Zeitpunkt erlebt?
  2. Welche Ziele verfolgt sie?
  3. Wovor hat sie Angst?
  4. Was hofft sie?
  5. Worüber ärgert sie sich?
  6. Was würde sie niemals offen aussprechen?
  7. Welche Wörter passen zu ihr?
  8. Schreibt sie eher direkt, vorsichtig, höflich, wütend, sachlich oder emotional?

Eine selbstbewusste Figur kann zum Beispiel schreiben: „Ich habe mich entschieden und werde meinen Weg gehen.“ Eine unsichere Figur formuliert vielleicht vorsichtiger: „Ich weiß noch nicht, ob meine Entscheidung richtig war, aber ich konnte nicht anders.“

Merke: Der Brief muss so wirken, als hätte die Figur selbst ihn geschrieben.


Adressat: An wen wird geschrieben?

Der Adressat beeinflusst fast jeden Satz des Briefes. Die gleiche Nachricht klingt unterschiedlich, je nachdem, wer sie liest.

Adressat Möglicher Ton Passende Wirkung
enger Freund oder enge Freundin persönlich, offen, vertraut Gefühle und Zweifel können direkt ausgesprochen werden
Elternteil vertraut, vielleicht vorsichtig oder konfliktgeladen Nähe und mögliche Abhängigkeit werden sichtbar
Lehrkraft oder Autoritätsperson höflich, klar, eher zurückhaltend Respekt und Distanz werden sprachlich erkennbar
Gegner oder Gegnerin kühl, herausfordernd, misstrauisch oder kontrolliert Konflikt wird deutlich
unbekannte Person sachlich und höflich Informationen stehen stärker im Vordergrund

Frage Dich beim Schreiben immer: Was kann ich dieser Person sagen – und was würde ich ihr eher verschweigen?


Situation: Warum wird gerade jetzt geschrieben?

Ein überzeugender Brief entsteht aus einer konkreten Situation. Schreibe nicht allgemein über die ganze Handlung. Wähle einen klaren Zeitpunkt.

Mögliche Situationen sind:

  1. nach einem Streit,
  2. vor einer wichtigen Entscheidung,
  3. nach einer Trennung,
  4. nach einer überraschenden Entdeckung,
  5. nach einem Erfolg oder einer Niederlage,
  6. vor einer Reise oder Flucht,
  7. nach einem Verrat,
  8. nach einer Versöhnung,
  9. kurz vor dem Höhepunkt der Handlung,
  10. nach dem Ende der Ganzschrift.

Die Situation bestimmt, worüber die Figur schreibt und welche Gefühle gerade stark sind.

Beispiel: Wenn eine Figur unmittelbar nach einem heftigen Streit schreibt, kann sie noch wütend, verletzt oder aufgewühlt sein. Mehrere Monate später würde sie denselben Streit möglicherweise ruhiger beurteilen.


Beziehung: Wie stehen Absender und Adressat zueinander?

Die Beziehung zwischen zwei Figuren bestimmt Nähe, Distanz und Ton.

Stelle Dir eine Linie vor:

sehr vertraut – vertraut – neutral – angespannt – feindselig

Je weiter sich die Beziehung verändert, desto stärker verändert sich häufig die Sprache.

Eine Figur könnte zu einer engen Freundin schreiben: „Du bist die Einzige, der ich das erzählen kann.“

An eine Respektsperson könnte dieselbe Figur schreiben: „Ich möchte Ihnen erklären, warum ich so gehandelt habe.“

An einen Gegner könnte sie schreiben: „Du glaubst vielleicht, dass Du gewonnen hast. Aber Du kennst nicht die ganze Wahrheit.“

Du zeigst die Beziehung also nicht nur durch Aussagen über sie, sondern vor allem durch Anrede, Wortwahl, Satzbau, Höflichkeit und Offenheit.


Figurenperspektive: Durch wessen Augen siehst Du die Handlung?

Die Figurenperspektive ist besonders wichtig. Die schreibende Figur kennt nicht automatisch alles, was die Lesenden wissen.

Wenn Du aus Sicht einer Figur schreibst, musst Du unterscheiden:

  1. Figurenwissen: Was weiß die Figur zu diesem Zeitpunkt wirklich?
  2. Leserwissen: Was weißt Du, weil Du die ganze Ganzschrift gelesen hast?

Ein häufiger Fehler besteht darin, der Figur Wissen zu geben, das sie noch gar nicht haben kann.

Beispiel: Du weißt als Leser vielleicht, dass eine andere Figur gelogen hat. Wenn Dein Absender diese Lüge noch nicht erkannt hat, darf er im Brief nicht plötzlich sicher darüber sprechen.

Die Figurenperspektive zeigt sich auch durch Wertungen. Zwei Figuren können dasselbe Ereignis völlig unterschiedlich sehen.

Figur A erlebt eine Entscheidung als mutig.

Figur B erlebt dieselbe Entscheidung als rücksichtslos.

Beide Perspektiven können innerhalb der Handlung glaubwürdig sein.


Perspektiv-Check

Prüfe vor dem Schreiben:

Frage Ja Noch prüfen
Weiß meine Figur dieses Ereignis schon?
Hat meine Figur diesen Ort selbst erlebt oder davon gehört?
Kennt meine Figur die Gedanken anderer Personen wirklich?
Passt meine Bewertung des Geschehens zur Figur?
Passt mein Wortschatz zur Figur?
Bleibe ich durchgehend in derselben Figurenperspektive?


Formale Angemessenheit eines Briefes

Ein persönlicher Brief ist freier als ein Geschäftsbrief. Trotzdem sollte er klar aufgebaut sein.

Ein möglicher Aufbau ist:

  1. Ort und Datum: Sie zeigen, wann und gegebenenfalls wo der Brief geschrieben wird.
  2. Anrede: Sie muss zur Beziehung passen.
  3. Einleitung: Der Anlass des Briefes wird deutlich.
  4. Hauptteil: Gedanken, Gefühle, Erklärungen, Bitten oder Vorwürfe werden geordnet dargestellt.
  5. Schluss: Der Brief führt zu einem Wunsch, einer Hoffnung, einer Frage, einer Forderung oder einem Ausblick.
  6. Grußformel: Sie passt zur Beziehung.
  7. Name oder Unterschrift: Die schreibende Figur beendet den Brief.


Anrede und Grußformel

Beziehung Mögliche Anrede Mögliche Grußformel
sehr vertraut Liebe … / Lieber … Alles Liebe / Deine … / Dein …
freundschaftlich Hallo … / Liebe … Viele Grüße / Bis bald
distanziert Guten Tag … / Sehr geehrte … Mit freundlichen Grüßen
angespannt … / Hallo … Grüße / Auf Wiedersehen
emotionaler Konflikt Name der Person eine bewusst knappe oder persönlich gefärbte Schlussformel

Nicht jede Figur verwendet dieselben Formeln. Entscheidend ist, dass Deine Wahl zur Situation und Beziehung passt.


Sprachliche Angemessenheit

Ein guter Brief klingt weder wie eine Inhaltsangabe noch wie ein Lexikonartikel. Die Sprache soll zur Figur und zum Adressaten passen.

Achte besonders auf:

  1. Ich-Form: „Ich habe …“, „Ich glaube …“, „Ich fürchte …“
  2. Adressatenbezug: „Du weißt …“, „Vielleicht erinnerst Du Dich …“, „Ich möchte Dich bitten …“
  3. Gefühle: „Ich bin enttäuscht …“, „Ich habe Angst …“, „Ich bin erleichtert …“
  4. Begründungen: „weil“, „denn“, „deshalb“, „darum“
  5. Verknüpfungen: „zuerst“, „danach“, „trotzdem“, „außerdem“, „schließlich“
  6. passende Höflichkeit: je nach Beziehung eher direkt oder zurückhaltend
  7. Absätze: ein neuer Gedanke erhält möglichst einen neuen Absatz.


Satzstarter für das G-Niveau

Funktion Satzstarter
Anlass nennen Ich schreibe Dir, weil …
auf ein Ereignis zurückblicken Seit … passiert ist, denke ich oft darüber nach, …
Gefühle ausdrücken Ich fühle mich …, weil …
eine Entscheidung erklären Ich habe mich so entschieden, weil …
einen Vorwurf formulieren Ich kann nicht verstehen, warum Du …
Verständnis zeigen Ich kann nachvollziehen, dass Du …
sich entschuldigen Es tut mir leid, dass …
um Hilfe bitten Ich brauche Deine Hilfe, weil …
Hoffnung ausdrücken Ich hoffe, dass …
Frage an den Adressaten stellen Glaubst Du, dass …?
Zukunft ansprechen Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht, aber …
Brief abschließen Bitte antworte mir, wenn …


Von der Ganzschrift zum Brief

Ein guter Brief beginnt nicht mit dem Schreiben, sondern mit dem Lesen und Planen.


Schritt 1: Schreibauftrag genau lesen

Markiere im Schreibauftrag:

  1. Wer schreibt?
  2. An wen wird geschrieben?
  3. Zu welchem Zeitpunkt?
  4. Aus welchem Anlass?
  5. Was soll im Brief vorkommen?

Wenn eine dieser Angaben fehlt, musst Du eine sinnvolle Entscheidung treffen und sie konsequent durchhalten.


Schritt 2: Textstellen sammeln

Suche in der Ganzschrift mindestens drei Stellen, die Dir beim Schreiben helfen.

Textstelle oder Kapitel Was erfahre ich? Wofür brauche ich es im Brief?
Stelle 1 Handlung oder Konflikt Anlass
Stelle 2 Gefühl oder Gedanke der Figur Figurenperspektive
Stelle 3 Beziehung zu einer anderen Figur Ton und Anrede

Du musst die Textstellen im fertigen Brief nicht immer wörtlich zitieren. Sie helfen Dir, textnah zu schreiben.


Schritt 3: Die Figur vorbereiten

Fülle vor dem Schreiben diese fünf Sätze aus:

Satz Deine Notiz
Ich bin …
Ich schreibe an …
Ich schreibe jetzt, weil …
Unsere Beziehung ist …
Ich möchte mit dem Brief erreichen, dass …


Schritt 4: Drei Kerninhalte festlegen

Schreibe nicht alles, was Du über die Ganzschrift weißt. Entscheide Dich für drei wichtige Inhalte.

Abschnitt Kerninhalt
Anfang Warum schreibe ich?
Mitte Was möchte ich erklären, erzählen oder klären?
Ende Was soll nach dem Brief passieren?


Schritt 5: Schreiben

Schreibe zuerst eine Rohfassung. Konzentriere Dich darauf, dass die Perspektive stimmt und Deine Gedanken verständlich geordnet sind.

Danach überarbeitest Du.


Ein Brief ist mehr als eine Nacherzählung

Ein häufiger Fehler ist, die Handlung nur nachzuerzählen.

Zu stark nacherzählt:

„Dann gingen wir zum Bahnhof. Danach kam der Zug. Dann trafen wir die anderen. Später gingen wir nach Hause.“

Besser als Figurenbrief:

„Als ich am Bahnhof stand, konnte ich kaum stillhalten. Ich wusste nicht, ob Du wirklich kommen würdest. Als ich Dich dann zwischen den anderen gesehen habe, war ich zuerst erleichtert – und gleichzeitig wieder wütend.“

Im zweiten Beispiel wird ein Ereignis nicht nur genannt. Es wird aus der Sicht der Figur gedeutet.


Gefühle glaubwürdig zeigen

Du solltest Gefühle nicht nur benennen, sondern mit Gedanken, Reaktionen und Erinnerungen verbinden.

Nur benannt Anschaulicher
Ich war traurig. Seit unserem Streit geht mir unser letztes Gespräch nicht aus dem Kopf.
Ich war wütend. Als Du einfach gegangen bist, hätte ich am liebsten alles hinausgeschrien.
Ich hatte Angst. Ich wusste nicht, was mich hinter der Tür erwarten würde.
Ich war erleichtert. Erst als ich Deine Nachricht gelesen hatte, konnte ich wieder ruhig denken.


Beziehungen durch Sprache zeigen

Die Beziehung sollte nicht nur erklärt werden. Sie kann im Ton hörbar werden.

Vertraut:

„Du kennst mich. Normalerweise gebe ich nicht so schnell auf.“

Höflich-distanziert:

„Ich möchte Ihnen erklären, weshalb ich diese Entscheidung getroffen habe.“

Konflikthaft:

„Du erwartest wahrscheinlich, dass ich mich entschuldige. Aber so einfach ist es nicht.“

Unsicher:

„Vielleicht verstehst Du mich falsch, wenn Du das liest. Trotzdem muss ich Dir endlich sagen, was passiert ist.“


Der gleiche Inhalt – unterschiedliche Adressaten

Stell Dir vor, eine Figur hat eine Regel gebrochen, weil sie einer anderen Person helfen wollte.

An einen Freund könnte sie schreiben:

„Ich wusste, dass ich Ärger bekommen könnte. Trotzdem konnte ich ihn nicht einfach alleinlassen.“

An eine Autoritätsperson könnte dieselbe Figur schreiben:

„Mir ist bewusst, dass ich gegen die Regel verstoßen habe. Ich möchte Ihnen jedoch erklären, warum ich in diesem Moment so gehandelt habe.“

An einen Gegner könnte sie schreiben:

„Du kannst mir vorwerfen, was Du willst. Ich würde mich wieder genauso entscheiden.“

Der Sachverhalt ist ähnlich, aber Adressat und Beziehung verändern die Sprache.


Direkte und indirekte Charakterisierung im Brief

Beim Schreiben zeigst Du Eigenschaften einer Figur auf zwei Arten.

Direkt: Die Figur sagt etwas über sich selbst.

„Ich war schon immer zu stolz, um um Hilfe zu bitten.“

Indirekt: Die Wortwahl oder Handlung zeigt eine Eigenschaft.

„Mach Dir keine Sorgen um mich. Ich komme allein zurecht.“

Im zweiten Beispiel kann man Selbstständigkeit, Stolz oder Abwehr erkennen, ohne dass diese Wörter genannt werden.


Schreibwerkstatt: Viele Schreibanlässe zur Ganzschrift

Die folgenden Schreibanlässe kannst Du auf Deine Ganzschrift übertragen. Setze für „Figur A“ und „Figur B“ Figuren aus Eurem Werk ein.

Nr. Schreibanlass Schwerpunkt
1 Figur A schreibt direkt nach einem Streit einen Brief an Figur B und erklärt, warum sie so heftig reagiert hat. Gefühle und Beziehung
2 Figur A entschuldigt sich bei Figur B für eine Handlung, die Folgen hatte. Verantwortung und angemessener Ton
3 Figur A schreibt an eine Vertrauensperson und erzählt ein Geheimnis, das sie bisher verschwiegen hat. Nähe und Figurenwissen
4 Figur A bittet eine Autoritätsperson um Hilfe. Höflichkeit und Begründung
5 Figur A warnt Figur B vor einer Gefahr. Situation und Dringlichkeit
6 Figur A versucht, Figur B von einer wichtigen Entscheidung zu überzeugen. Argumente und Beziehung
7 Figur A schreibt nach einer Enttäuschung an eine enge Freundin oder einen engen Freund. emotionale Sprache
8 Figur A erklärt einem Elternteil, warum sie eine Regel gebrochen hat. Rechtfertigung und Respekt
9 Figur A schreibt an einen Gegner und setzt eine Grenze. Konfliktsprache
10 Figur A schreibt unmittelbar vor einer riskanten Handlung einen Abschiedsbrief. Vorausdeutung und Gefühle
11 Figur A schreibt nach dem Höhepunkt der Handlung an Figur B und bewertet die Ereignisse. Rückblick und Perspektive
12 Figur A antwortet auf einen erfundenen Brief von Figur B. Adressatenbezug
13 Figur A versucht, ein Missverständnis aufzuklären. Erklärung und Beziehung
14 Figur A schreibt an eine Person, die sie im Verlauf der Handlung verloren hat. Erinnerung und innere Entwicklung
15 Figur A bittet Figur B um Verzeihung, obwohl sie nicht sicher ist, ob die Entschuldigung angenommen wird. Unsicherheit und Hoffnung
16 Figur A schreibt nach dem Ende der Ganzschrift einen Brief an ihr früheres Ich. Rückblick und Entwicklung
17 Zwei Figuren schreiben getrennt voneinander über dasselbe Ereignis. Perspektivwechsel
18 Figur A schreibt einen Brief, den sie niemals abschicken wird. verborgene Gedanken
19 Figur A schreibt einer unbekannten Person und erklärt knapp, was geschehen ist. sachlichere Sprache
20 Figur A schreibt an Figur B und fordert eine klare Entscheidung. Ziel des Briefes


Schreibanlass mit fünf Pflichtangaben

Für jeden Schreibanlass kannst Du vor dem Schreiben dieses Raster ausfüllen:

Bereich Eintrag
Absender
Adressat
Situation
Beziehung
Figurenperspektive
Ziel des Briefes
Drei wichtige Textbezüge


Schreibtraining in kleinen Schritten

Wenn Dir ein ganzer Brief noch schwerfällt, kannst Du ihn in Teilen trainieren.


Training 1: Nur die Anrede und ersten drei Sätze

Wähle eine Figur und drei verschiedene Adressaten. Schreibe für jeden Adressaten nur Anrede und die ersten drei Sätze.

Vergleiche anschließend:

  1. Welche Wörter ändern sich?
  2. Wie verändert sich die Höflichkeit?
  3. Wie verändert sich die Offenheit?
  4. Bei wem sagt die Figur am meisten?
  5. Bei wem verschweigt sie etwas?


Training 2: Nur ein Gefühlsabsatz

Schreibe einen Absatz, in dem Deine Figur ein wichtiges Ereignis verarbeitet. Verwende mindestens

  1. ein Gefühl,
  2. einen Grund für dieses Gefühl,
  3. einen Gedanken über den Adressaten,
  4. eine Hoffnung oder Befürchtung.


Training 3: Perspektivwechsel

Wähle ein Ereignis der Ganzschrift. Schreibe zwei kurze Absätze:

Absatz A: Figur A berichtet darüber.

Absatz B: Figur B berichtet über dasselbe Ereignis.

Markiere anschließend drei Stellen, an denen der Unterschied der Perspektive sichtbar wird.


Training 4: Beziehung verändern

Schreibe dieselbe Botschaft zweimal.

Version 1: Die Figuren sind eng befreundet.

Version 2: Die Figuren misstrauen einander.

Verändere Anrede, Wortwahl, Offenheit und Schluss.


Training 5: Wissen begrenzen

Wähle eine Stelle aus der Mitte der Ganzschrift. Schreibe einen Brief, als hättest Du nur bis zu dieser Stelle gelesen.

Prüfe danach besonders, ob Du versehentlich Wissen aus späteren Kapiteln verwendet hast.


Hilfekarte: Aufbau eines vollständigen Briefes

Teil Leitfrage Satzhilfe
Ort und Datum Wann wird geschrieben? Ort, Datum
Anrede Wie spricht die Figur den Adressaten an? Liebe … / Lieber … / Sehr geehrte …
Einstieg Warum schreibe ich? Ich schreibe Dir, weil …
Hauptteil 1 Was ist passiert? Seit … passiert ist, …
Hauptteil 2 Wie bewerte ich es? Ich kann noch immer nicht verstehen, …
Hauptteil 3 Was möchte ich erreichen? Deshalb möchte ich Dich bitten, …
Schluss Was wünsche oder hoffe ich? Ich hoffe, dass …
Gruß Wie endet der Brief passend? Viele Grüße / Alles Liebe / Mit freundlichen Grüßen


Hilfekarte: Wörter für Gefühle und Beziehungen

Bereich Wörter
Freude froh, erleichtert, stolz, dankbar, hoffnungsvoll
Angst unsicher, besorgt, nervös, ängstlich, hilflos
Wut verärgert, wütend, enttäuscht, verletzt, empört
Trauer traurig, einsam, bedrückt, verzweifelt
Nähe vertraut, verbunden, dankbar, offen
Distanz höflich, zurückhaltend, kühl, vorsichtig
Konflikt misstrauisch, vorwurfsvoll, abweisend, herausfordernd


Überarbeiten: Aus einer Rohfassung wird ein guter Brief

Überarbeiten bedeutet nicht nur Rechtschreibung zu verbessern. Prüfe zuerst den Inhalt und danach die Sprache.


Runde 1: Inhalt

  1. Ist der Anlass klar?
  2. Passt alles zur Handlung?
  3. Bleibe ich im Wissen meiner Figur?
  4. Werden Gefühle und Motive verständlich?
  5. Wird die Beziehung zum Adressaten sichtbar?
  6. Verfolgt der Brief ein klares Ziel?


Runde 2: Aufbau

  1. Habe ich eine passende Anrede?
  2. Ist der Brief in sinnvolle Absätze gegliedert?
  3. Gibt es einen erkennbaren Einstieg?
  4. Entwickelt sich der Hauptteil nachvollziehbar?
  5. Gibt es einen passenden Schluss?
  6. Habe ich eine Grußformel und einen Namen?


Runde 3: Sprache

  1. Schreibe ich verständliche Sätze?
  2. Verwende ich passende Verknüpfungswörter?
  3. Wiederhole ich nicht ständig „dann“?
  4. Passt meine Wortwahl zur Figur?
  5. Passt mein Ton zum Adressaten?
  6. Habe ich Rechtschreibung und Zeichensetzung geprüft?


Häufige Fehler

Fehler Warum problematisch? Verbesserung
Die Handlung wird nur nacherzählt. Die Figurenperspektive bleibt schwach. Gedanken, Gefühle und Bewertungen ergänzen.
Die Figur weiß zu viel. Die Perspektive wird unglaubwürdig. Nur Wissen bis zum gewählten Zeitpunkt verwenden.
Der Ton passt nicht zum Adressaten. Die Beziehung wird nicht sichtbar. Anrede, Wortwahl und Höflichkeit anpassen.
Der Brief springt zwischen Themen. Der Text wirkt ungeordnet. Absätze planen und drei Kerninhalte festlegen.
Alle Figuren sprechen gleich. Die Rolle bleibt blass. Typische Haltung und Ausdrucksweise der Figur berücksichtigen.
Die Form fehlt. Der Text wirkt nicht wie ein Brief. Anrede, Schlussformel und Name ergänzen.
Es gibt nur Gefühle ohne Bezug zur Handlung. Der Text wirkt erfunden. Gefühle an konkrete Ereignisse aus der Ganzschrift knüpfen.


Beispiel einer kurzen Planungsphase

Angenommen, in einer Ganzschrift hat eine Figur nach einem Streit eine wichtige Entscheidung allein getroffen.

Punkt Beispielplanung
Absender die Figur, die die Entscheidung getroffen hat
Adressat eine enge Freundin
Situation am Abend nach der Entscheidung
Beziehung vertraut, aber durch den Streit belastet
Figurenperspektive verletzt, unsicher, will verstanden werden
Ziel erklären, warum die Entscheidung nötig erschien
Schluss Hoffnung auf ein Gespräch

Ein passender Einstieg könnte lauten:

„Liebe …, ich weiß nicht, ob Du überhaupt von mir hören willst. Seit unserem Streit denke ich ständig darüber nach, ob ich alles noch schlimmer gemacht habe. Trotzdem möchte ich Dir erklären, warum ich mich heute so entschieden habe.“

Dieser Einstieg nennt nicht die komplette Handlung. Er macht aber Situation, Beziehung, Gefühl und Schreibziel erkennbar.


Partnerfeedback

Tauscht Eure Briefe aus. Die Person, die den Brief liest, beantwortet nur fünf Fragen:

Frage Rückmeldung
Wer ist der Absender?
Wer ist der Adressat?
Welche Situation löst den Brief aus?
Wie ist die Beziehung?
Welche Gefühle und Ziele der Figur werden erkennbar?

Wenn eine Antwort schwerfällt, weißt Du, wo Du Deinen Brief genauer machen kannst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Frage klärst Du beim Absender? (Welche Figur schreibt den Brief) (!Welche Figur liest den Brief später laut vor) (!Welche Person hat das Buch veröffentlicht) (!Welche Person bewertet den Brief)




Was bestimmt der Adressat besonders stark? (Anrede Ton und Wortwahl) (!Die Seitenzahl der Ganzschrift) (!Den Namen des Autors) (!Die Länge des Buchtitels)




Was gehört zur Situation eines Figurenbriefes? (Der konkrete Anlass und Zeitpunkt des Schreibens) (!Nur der Erscheinungsort des Buches) (!Nur die Anzahl der Kapitel) (!Nur der Name der Hauptfigur)




Wie zeigt sich eine Beziehung im Brief besonders? (Durch Nähe Distanz Ton und Offenheit) (!Durch die Seitenränder des Buches) (!Durch die Schriftgröße der Ganzschrift) (!Durch die Kapitelnummer)




Was musst Du bei der Figurenperspektive beachten? (Die Figur darf nur ihr eigenes Wissen verwenden) (!Die Figur kennt automatisch alle Gedanken anderer) (!Die Figur weiß immer wie die Geschichte endet) (!Die Figur muss alles sachlich erzählen)




Welche Formulierung passt zu einem Brief aus Figurenperspektive? (Ich konnte in diesem Moment nicht anders handeln) (!Der Roman wurde in mehrere Kapitel eingeteilt) (!Die Textsorte nennt man Ganzschrift) (!Auf Seite hundert beginnt ein neuer Abschnitt)




Was macht einen Brief zur Ganzschrift textnah? (Seine Gedanken passen zu Handlung Figur und Beziehungen) (!Er erfindet möglichst viele neue Ereignisse) (!Er vermeidet jeden Bezug zur Handlung) (!Er verwendet nur sehr lange Sätze)




Was ist eine sinnvolle Überarbeitungsfrage? (Passt mein Ton zum Adressaten) (!Habe ich möglichst viele Fremdwörter benutzt) (!Ist jeder Absatz gleich lang) (!Habe ich jede Figur erwähnt)




Was ist bei einem persönlichen Brief meist angemessen? (Eine zur Beziehung passende Anrede und Grußformel) (!Eine Überschrift nach jedem Satz) (!Eine Inhaltsangabe vor der Anrede) (!Eine Quellenliste im Hauptteil)




Wie vermeidest Du eine reine Nacherzählung? (Du ergänzt passende Gedanken Gefühle und Bewertungen der Figur) (!Du lässt alle Gefühle weg) (!Du schreibst nur Stichwörter) (!Du wechselst nach jedem Satz die Perspektive)





Memory

Absender schreibende Figur
Adressat empfangende Person
Situation konkreter Schreibanlass
Beziehung Nähe oder Distanz zwischen Figuren
Figurenperspektive Wissen Denken und Fühlen einer Figur
Grußformel Abschluss vor dem Namen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Absender Wer schreibt?
Adressat Wer soll den Brief lesen?
Situation Warum wird gerade jetzt geschrieben?
Beziehung Wie stehen die Figuren zueinander?
Figurenperspektive Was weiß denkt fühlt und will die Figur?





Kreuzworträtsel

Absender Wie nennt man die Figur, die den Brief schreibt?
Adressat Wie heißt die Person, an die der Brief gerichtet ist?
Situation Welcher Begriff bezeichnet den konkreten Anlass des Schreibens?
Beziehung Welcher Begriff beschreibt Nähe Distanz oder Konflikt zwischen zwei Figuren?
Perspektive Wie nennt man den Blickwinkel einer Figur auf das Geschehen?
Grußformel Wie heißt der typische Abschluss eines Briefes vor dem Namen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Figur, die einen Brief schreibt, nennt man

. Die Person, an die der Brief gerichtet ist, ist der

. Der konkrete Anlass des Schreibens gehört zur

. Nähe oder Distanz zwischen den Figuren beschreibt ihre

. Beim Schreiben aus der Sicht einer Figur achtest Du auf ihre

. Eine Figur darf nur das verwenden, was zu ihrem

passt. Ein persönlicher Brief beginnt mit einer passenden

. Gedanken und Inhalte werden im Brief sinnvoll in

gegliedert. Das Ende des Briefes enthält häufig eine passende

. Vor der Abgabe solltest Du Deinen Text gründlich

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Briefanfang: Wähle eine Figur aus Eurer Ganzschrift und einen passenden Adressaten. Schreibe Anrede und fünf Einstiegssätze. In den Sätzen müssen Anlass und Beziehung erkennbar werden.
  2. Gefühle ausdrücken: Wähle ein wichtiges Ereignis der Ganzschrift. Schreibe aus Sicht einer Figur einen Absatz mit mindestens drei Gefühlen und jeweils einer Begründung.
  3. Adressatenwechsel: Schreibe dieselbe kurze Nachricht einmal an einen engen Freund und einmal an eine Autoritätsperson. Markiere anschließend fünf sprachliche Unterschiede.
  4. Schluss eines Briefes: Formuliere zu einer Konfliktsituation drei verschiedene Briefschlüsse: versöhnlich, unsicher und wütend.


Standard

  1. Entschuldigungsbrief: Eine Figur entschuldigt sich bei einer anderen Figur für eine wichtige Handlung. Verfasse einen vollständigen Brief und beziehe Dich auf mindestens drei Ereignisse der Ganzschrift.
  2. Perspektivwechsel: Zwei Figuren schreiben über dasselbe Ereignis. Verfasse zwei kurze Briefe und zeige, wie unterschiedlich beide das Geschehen bewerten.
  3. Brief vor einer Entscheidung: Schreibe aus Sicht einer Figur unmittelbar vor einer wichtigen Entscheidung. Zeige Angst, Hoffnung, Gründe und mögliche Folgen.
  4. Antwortbrief: Erfinde zuerst einen kurzen Brief von Figur B an Figur A. Schreibe danach die ausführliche Antwort von Figur A und gehe sichtbar auf mindestens drei Aussagen des ersten Briefes ein.


Schwer

  1. Ungesendeter Brief: Schreibe einen Brief, den eine Figur zwar verfasst, aber niemals abschickt. Zeige darin Gedanken, die sie im direkten Gespräch wahrscheinlich verschweigen würde. Begründe anschließend mit Textstellen, warum diese Gedanken zur Figur passen.
  2. Brief nach dem Ende: Schreibe einen Brief, den eine Figur sechs Monate nach dem Ende der Ganzschrift verfasst. Entwickle glaubwürdig weiter, was sich verändert haben könnte, ohne der ursprünglichen Handlung zu widersprechen.
  3. Konflikt und Beziehung: Verfasse einen Brief an eine Figur, zu der der Absender gleichzeitig Nähe und Misstrauen empfindet. Mache dieses Spannungsverhältnis durch Wortwahl, Fragen und Satzbau sichtbar.
  4. Schreibprojekt Figurenpost: Erstellt in einer Gruppe eine Briefkette aus mindestens vier Briefen zwischen verschiedenen Figuren. Jeder Brief muss auf den vorherigen reagieren und trotzdem das Wissen und die Perspektive der jeweiligen Figur einhalten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Schreibplanung übertragen: Wähle einen Wendepunkt der Ganzschrift. Bestimme Absender, Adressat, Situation, Beziehung, Figurenperspektive und Schreibziel. Begründe jede Entscheidung mit der Handlung.
  2. Adressat und Sprache: Eine Figur muss dieselbe Entscheidung zwei Personen erklären, zu denen sie sehr unterschiedliche Beziehungen hat. Schreibe zwei kurze Fassungen und erläutere danach mindestens vier sprachliche Unterschiede.
  3. Figurenwissen prüfen: Suche eine Stelle, an der Leserwissen und Figurenwissen auseinandergehen. Erkläre, welche Informationen in einem Brief dieser Figur vorkommen dürfen und welche nicht.
  4. Perspektive beurteilen: Nimm einen eigenen oder fremden Figurenbrief. Markiere drei besonders glaubwürdige Stellen und eine Stelle, an der die Perspektive noch genauer werden könnte. Begründe Deine Auswahl.
  5. Beziehung erschließen: Schreibe einen Briefabschnitt ohne die Beziehung ausdrücklich zu benennen. Tausche den Text mit einer anderen Person. Diese soll erschließen, ob die Beziehung vertraut, distanziert oder konflikthaft ist, und ihre Entscheidung an sprachlichen Signalen belegen.
  6. Brief überarbeiten: Überarbeite einen ersten Entwurf in zwei Runden. Ändere zuerst Inhalt und Perspektive, danach Sprache und Form. Dokumentiere mindestens fünf Änderungen und erkläre, warum der Brief dadurch angemessener geworden ist.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu D9 G - Brief zur Ganzschrift ist wichtig, dass Du zeigen kannst:

  1. Du verstehst die zentrale Situation der Ganzschrift.
  2. Du bestimmst den Absender eindeutig.
  3. Du berücksichtigst den Adressaten durch passende Anrede und Wortwahl.
  4. Du machst den konkreten Schreibanlass deutlich.
  5. Du gestaltest die Beziehung zwischen den Figuren sprachlich erkennbar.
  6. Du bleibst glaubwürdig in der Figurenperspektive.
  7. Du verwendest kein Wissen, das die Figur zu diesem Zeitpunkt noch nicht haben kann.
  8. Du beziehst Dich auf passende Ereignisse aus der Ganzschrift.
  9. Du erzählst nicht nur nach, sondern zeigst Gedanken, Gefühle, Motive und Bewertungen.
  10. Du gliederst Deinen Brief nachvollziehbar.
  11. Du verwendest eine passende Anrede und Grußformel.
  12. Du schreibst verständlich und sprachlich angemessen.
  13. Du überarbeitest Rechtschreibung, Zeichensetzung und Satzbau.
  14. Du kannst Deine wichtigsten Schreibentscheidungen mit der Ganzschrift begründen.




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