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D9 E - Komplex recherchieren und Quellen kritisch bewerten

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D9 E - Komplex recherchieren und Quellen kritisch bewerten




D9 E - Komplex recherchieren und Quellen kritisch bewerten


Einleitung

Wer im Internet recherchiert, findet schnell viele Treffer. Eine komplexe Recherche beginnt aber erst dort, wo Du nicht nur Informationen sammelst, sondern Deinen Weg planst, verschiedene Quellen miteinander vergleichst, Aussagen überprüfst und begründet entscheidest, wie belastbar ein Ergebnis ist. Auf dem E-Niveau der Klasse 9 arbeitest Du deshalb wie eine kleine Recherche-Redaktion: Du formulierst eine präzise Frage, suchst systematisch, prüfst Quellen nach festen Kriterien, führst Gegenchecks durch und dokumentierst jeden wichtigen Schritt.

Die zentrale Frage dieses aiMOOCs lautet: Wie kannst Du zu einer strittigen oder komplexen Frage so recherchieren, dass andere Deinen Weg nachvollziehen und Deine Schlussfolgerung überprüfen können?

Ein einzelner guter Treffer reicht dafür nicht. Auch eine bekannte Website, ein professionelles Layout, viele Likes oder ein selbstbewusst formulierter Text beweisen noch nicht, dass eine Aussage richtig ist. Umgekehrt ist eine Quelle nicht automatisch wertlos, nur weil sie eine erkennbare Perspektive oder ein Interesse hat. Entscheidend ist, dass Du diese Perspektive erkennst, die Belege prüfst und die Quelle passend zu Deiner Fragestellung einordnest.

Beim Video gilt dieselbe Regel wie bei jedem anderen Medium: Nutze es nicht einfach als Wahrheit, sondern untersuche auch dort Urheberschaft, Veröffentlichungsdatum, genannte Belege, Perspektive und mögliche Interessen.


Lernziele auf E-Niveau

Nach diesem aiMOOC kannst Du eine anspruchsvolle Recherchefrage in Teilfragen zerlegen, geeignete Suchstrategien auswählen, unterschiedliche Quellentypen unterscheiden, Quellen kritisch bewerten, widersprüchliche Informationen vergleichen, Belege zurückverfolgen, Interessen und Perspektiven benennen, KI-Ausgaben kontrollieren und Deinen gesamten Rechercheweg transparent dokumentieren.

Kompetenz Das kannst Du am Ende
Informationskompetenz Du findest nicht nur Informationen, sondern wählst sie begründet aus.
Quellenkritik Du prüfst Urheberschaft, Aktualität, Beleglage, Perspektive und Interessen.
Recherche Du arbeitest mit Suchbegriffen, Suchoperatoren, Gegenchecks und verschiedenen Quellentypen.
Argumentation Du trennst Aussage, Beleg und Schlussfolgerung voneinander.
Medienkompetenz Du bewertest Texte, Bilder, Videos, Social-Media-Posts und KI-Ausgaben kritisch.
Dokumentation Du machst Deinen Rechercheweg für andere nachvollziehbar.


Vom Thema zur überprüfbaren Recherchefrage

Ein breites Thema wie „Social Media“, „Klimawandel“ oder „Künstliche Intelligenz in der Schule“ ist noch keine gute Recherchefrage. Eine gute Frage muss so konkret sein, dass Du entscheiden kannst, welche Informationen relevant sind.

Aus „Social Media“ könnte zum Beispiel werden: Welche Chancen und Risiken nennen aktuelle, voneinander unabhängige Quellen für die Social-Media-Nutzung Jugendlicher, und auf welche Belege stützen sie sich?

Aus „KI in der Schule“ könnte werden: Unter welchen Bedingungen kann generative KI das Lernen von Schülerinnen und Schülern unterstützen, und welche Risiken werden in wissenschaftlichen, staatlichen und pädagogischen Quellen genannt?

Eine komplexe Recherchefrage enthält häufig mehrere Teilfragen. Du solltest zum Beispiel klären, welche Begriffe definiert werden müssen, welche Daten benötigt werden, wer zu dem Thema forscht oder Stellung nimmt, welche Interessen beteiligt sind und welche Gegenpositionen existieren.


Rechercheauftrag 1: Eine Frage schärfen

Wähle ein Thema aus Deinem Unterricht und formuliere daraus drei verschieden genaue Fragen. Prüfe anschließend, welche Frage sich am besten mit überprüfbaren Quellen beantworten lässt. Begründe Deine Entscheidung in drei bis fünf Sätzen.


Suchstrategie statt Zufallstreffer

Eine Suchmaschine liefert keine neutrale Rangliste der Wahrheit. Sie hilft Dir, Quellen zu finden. Die Trefferliste selbst ist aber noch kein Beleg. Deshalb musst Du zwischen Suchwerkzeug und Quelle unterscheiden.

Eine gute Suchstrategie arbeitet mit mehreren Suchanfragen. Verwende zunächst zentrale Begriffe aus Deiner Frage. Ergänze danach Synonyme, Fachbegriffe, Jahreszahlen oder Institutionen. Wenn Du eine bestimmte Wortfolge suchst, kannst Du Anführungszeichen verwenden. Mit Suchoperatoren wie site: kannst Du die Suche auf eine bestimmte Domain einschränken. Mit filetype:pdf kannst Du gezielt nach Dokumenten suchen. Ein Minuszeichen kann unerwünschte Begriffe ausschließen.

Beispiel: Statt nur nach „Jugendliche Social Media Risiken“ zu suchen, könntest Du nacheinander „Jugendliche Social Media Studie Deutschland“, „Jugendliche Social Media psychische Gesundheit Studie“, site:bpb.de Jugend Social Media, site:destatis.de Jugendliche Internetnutzung oder filetype:pdf Jugend Social Media Studie verwenden.

Wichtig ist, dass Du Deine Suchbegriffe veränderst. Wer immer dieselbe Formulierung benutzt, findet häufig immer wieder ähnliche Perspektiven.


Rechercheauftrag 2: Suchbegriffe variieren

Formuliere zu einer selbst gewählten Recherchefrage mindestens sechs Suchanfragen. Verwende dabei mindestens einmal einen Fachbegriff, ein Synonym, eine Jahresangabe, eine Domainsuche und eine PDF-Suche. Notiere, welche Suchanfrage die nützlichsten Quellen liefert und warum.


Quellentypen unterscheiden

Nicht jede Quelle beantwortet dieselbe Frage gleich gut. Eine Statistik kann Zahlen liefern, aber nicht automatisch erklären, warum sie entstehen. Ein Kommentar kann eine Perspektive deutlich machen, ist aber kein neutraler Tatsachenbericht. Eine wissenschaftliche Studie kann methodisch stark sein, aber trotzdem nur einen engen Ausschnitt untersuchen. Eine Unternehmensseite kann genaue Informationen über das eigene Produkt liefern, verfolgt jedoch meist auch wirtschaftliche Interessen.

Quellentyp Stärke Typische Prüffrage
Wissenschaftliche Studie Methoden und Belege können detailliert dargestellt sein. Wie wurde untersucht, wie groß ist die Stichprobe und wurde die Studie fachlich geprüft?
Staatliche oder amtliche Quelle Kann offizielle Daten, Gesetze oder Verwaltungsinformationen liefern. Welche Behörde ist zuständig und wie wurden die Daten erhoben?
Qualitätsjournalismus Kann aktuelle Ereignisse einordnen und mehrere Stimmen zusammenführen. Welche Originalquellen nennt der Beitrag und werden Nachricht und Meinung getrennt?
Interessenverband oder NGO Liefert häufig Fachwissen und eine klare Position. Welches Ziel verfolgt die Organisation und wie beeinflusst es die Auswahl der Informationen?
Unternehmen Kann Primärinformationen über eigene Produkte und Entscheidungen liefern. Welche wirtschaftlichen Interessen bestehen?
Wikipedia Eignet sich häufig zur Orientierung, Begriffsklärung und Suche nach weiterführenden Belegen. Welche Einzelnachweise tragen die konkrete Aussage und wie aktuell ist die Version?
Social-Media-Post Kann Augenzeugenmaterial oder unmittelbare Positionen enthalten. Ist die Urheberschaft überprüfbar, ist der Kontext vollständig und gibt es unabhängige Bestätigungen?
KI-Ausgabe Kann Suchbegriffe, Strukturideen und mögliche Recherchewege liefern. Lassen sich alle relevanten Aussagen durch auffindbare Originalquellen bestätigen?


Fünf Prüfkriterien für Quellen

Für diesen aiMOOC verwendest Du fünf Kernkriterien: Urheberschaft, Aktualität, Beleglage, Perspektive und Interessen. Kein einzelnes Kriterium entscheidet allein. Erst das Zusammenspiel ergibt eine begründete Bewertung.


Urheberschaft: Wer steht hinter der Information?

Prüfe zuerst, wer den Inhalt veröffentlicht hat. Suche nach Autorin oder Autor, Redaktion, Organisation, Impressum oder institutioneller Verantwortung. Frage, welche Fachkenntnisse vorhanden sind und ob die Person oder Institution tatsächlich für das Thema zuständig ist.

Eine namentlich bekannte Autorin ist nicht automatisch glaubwürdiger als eine Institution. Umgekehrt ist ein bekannter Name kein Beweis für fachliche Kompetenz. Wichtig ist die Verbindung zwischen Person, Rolle, Fachgebiet und konkreter Aussage.

Prüffragen: Wer hat den Inhalt erstellt? Wer veröffentlicht ihn? Gibt es Kontakt- oder Impressumsangaben? Welche Qualifikation oder Zuständigkeit ist erkennbar? Lässt sich die Person oder Organisation unabhängig überprüfen?


Rechercheauftrag 3: Urheberschaft zurückverfolgen

Suche einen Online-Artikel zu einem aktuellen Thema. Ermittle nicht nur den Namen der Website, sondern auch die Autorin oder den Autor, die Redaktion oder Institution, das Impressum und mindestens eine unabhängige Information über den Herausgeber. Dokumentiere, wo Du jede Angabe gefunden hast.


Aktualität: Wann entstand die Information?

Aktualität ist abhängig von der Frage. Eine zehn Jahre alte Erklärung zur Funktionsweise einer historischen Quelle kann weiterhin brauchbar sein. Eine zehn Jahre alte Zahl zur Nutzung sozialer Netzwerke ist dagegen wahrscheinlich ungeeignet, wenn Du den heutigen Stand untersuchen willst.

Prüfe Veröffentlichungsdatum, Aktualisierungsdatum, Zeitraum der verwendeten Daten und die Frage, ob verlinkte Belege noch dem aktuellen Wissensstand entsprechen. Ein neu aktualisiertes Seitendatum bedeutet nicht automatisch, dass alle Inhalte neu sind.

Prüffragen: Wann wurde die Quelle veröffentlicht? Wann wurde sie zuletzt inhaltlich aktualisiert? Auf welchen Zeitraum beziehen sich Daten und Beispiele? Hat sich die Sachlage seitdem verändert?


Rechercheauftrag 4: Alt gegen neu

Finde zwei seriöse Quellen zum gleichen Thema, die mindestens drei Jahre auseinanderliegen. Vergleiche, welche Aussagen gleich geblieben sind und welche sich verändert haben. Erkläre, ob die ältere Quelle noch verwendbar ist.


Beleglage: Woraus folgt die Behauptung?

Eine Behauptung ist stärker, wenn nachvollziehbare Belege genannt werden. Prüfe deshalb, ob Daten, Studien, Dokumente, Interviews oder Originalquellen verlinkt oder genau angegeben sind. Klicke Dich möglichst bis zur ursprünglichen Quelle zurück.

Achte besonders auf sogenannte Belegketten. Ein Artikel kann sich auf einen zweiten Artikel beziehen, der wiederum auf eine Pressemitteilung verweist, die schließlich eine Studie erwähnt. Für eine anspruchsvolle Recherche solltest Du die Studie selbst prüfen, wenn sie für Deine Schlussfolgerung wichtig ist.

Die Anzahl der Links beweist noch keine gute Beleglage. Entscheidend ist, ob die Belege die konkrete Aussage tatsächlich stützen.


Rechercheauftrag 5: Eine Belegkette verfolgen

Suche einen Beitrag, der sich auf eine Studie oder Statistik beruft. Verfolge die Belegkette so weit wie möglich bis zum Original. Notiere jede Station. Vergleiche anschließend die Formulierung im Ausgangsbeitrag mit der Aussage der Originalquelle. Wurde etwas verkürzt, zugespitzt oder verändert?


Perspektive: Von welchem Standpunkt aus wird dargestellt?

Jede Quelle entsteht in einem Kontext. Themen werden ausgewählt, Begriffe gesetzt und bestimmte Aspekte hervorgehoben. Perspektive bedeutet nicht automatisch Verzerrung. Eine Betroffenenorganisation darf eine Betroffenenperspektive vertreten, eine Wirtschaftsorganisation eine wirtschaftliche Perspektive und eine Behörde eine staatliche Perspektive. Für Deine Recherche musst Du wissen, aus welcher Position gesprochen wird.

Achte auf Wortwahl, Auswahl von Beispielen, zitierte Personen, ausgelassene Gegenargumente und die Frage, welche Gruppen sichtbar oder unsichtbar bleiben.


Rechercheauftrag 6: Perspektiven vergleichen

Suche drei Quellen zu derselben Streitfrage: eine staatliche oder wissenschaftliche Quelle, eine journalistische Quelle und eine Quelle eines Interessenverbandes oder Unternehmens. Vergleiche Überschriften, zentrale Begriffe, verwendete Beispiele und nicht erwähnte Aspekte.


Interessen: Was soll mit der Veröffentlichung erreicht werden?

Quellen können informieren, überzeugen, werben, mobilisieren, unterhalten, verkaufen, politische Unterstützung gewinnen oder das eigene Handeln rechtfertigen. Manchmal werden mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt.

Ein Interesse macht eine Quelle nicht automatisch falsch. Eine Unternehmensquelle kann zum Beispiel sehr genaue Angaben zu einem eigenen Produkt liefern. Für die Frage nach Risiken des Produkts ist aber zusätzlich eine unabhängige Quelle nötig. Eine Umweltorganisation kann relevante Daten liefern, aber ihre Auswahl kann darauf ausgerichtet sein, für ein politisches Ziel zu mobilisieren.

Prüffragen: Wer profitiert von einer bestimmten Darstellung? Welche Zielgruppe wird angesprochen? Wird etwas verkauft, verteidigt oder gefordert? Welche Informationen könnten dem Ziel der Quelle widersprechen?


Rechercheauftrag 7: Interessen sichtbar machen

Wähle eine umstrittene Frage und finde zwei Akteure mit erkennbar unterschiedlichen Interessen. Untersuche ihre Veröffentlichungen. Markiere jeweils eine Tatsachenbehauptung, eine Wertung und eine Forderung. Prüfe die Tatsachenbehauptungen mit einer dritten, möglichst unabhängigen Quelle.


Seitwärts prüfen: Die Quelle verlassen

Eine der wichtigsten Strategien ist, eine unbekannte Seite nicht nur auf der Seite selbst zu bewerten. Öffne neue Tabs und prüfe, was unabhängige Quellen über den Herausgeber, die Autorin, das Projekt oder eine behauptete Studie sagen. Diese Form des seitwärts gerichteten Prüfens verhindert, dass Du Dich allein auf Selbstdarstellungen verlässt.

Ein sinnvoller Ablauf ist:

  1. Recherchefrage: Formuliere genau, was Du herausfinden willst.
  2. Erstsuche: Sammle unterschiedliche Quellentypen, ohne sofort eine Lieblingsquelle festzulegen.
  3. Urheberprüfung: Ermittle, wer hinter wichtigen Quellen steht.
  4. Belegprüfung: Gehe von Behauptungen zu ihren Originalbelegen zurück.
  5. Gegencheck: Suche gezielt nach unabhängigen Bestätigungen oder Widersprüchen.
  6. Perspektivvergleich: Untersuche Sprache, Auswahl und Interessen.
  7. Synthese: Formuliere nur das, was die geprüften Quellen gemeinsam oder nachvollziehbar stützen.
  8. Dokumentation: Halte Suchwege, Fundstellen und Unsicherheiten fest.


Bilder und Videos prüfen

Bilder wirken unmittelbar, können aber aus einem anderen Zusammenhang stammen, zugeschnitten, gespiegelt, nachbearbeitet oder mit einer falschen Bildunterschrift versehen sein. Prüfe deshalb, ob das Bild bereits früher veröffentlicht wurde, woher es stammt und ob Ort und Zeitpunkt zum behaupteten Kontext passen. Eine Rückwärtsbildsuche kann dabei helfen.

Bei Videos solltest Du zusätzlich nach der vollständigen Aufnahme, dem Upload-Kanal, möglichen Schnitten, eingeblendeten Untertiteln und unabhängigen Aufnahmen desselben Ereignisses suchen.


Rechercheauftrag 8: Mediencheck

Finde ein Bild oder Video, das in einem Online-Beitrag als Beleg verwendet wird. Suche nach der frühesten auffindbaren Veröffentlichung, überprüfe den Kontext und dokumentiere, ob die Medienbeschreibung mit dem ursprünglichen Zusammenhang übereinstimmt. Verwende nur schulgeeignete Inhalte.


Künstliche Intelligenz in der Recherche

Generative KI kann Dir beim Formulieren von Suchbegriffen, beim Strukturieren einer Frage oder beim Finden möglicher Gegenpositionen helfen. Eine KI-Antwort ist jedoch nicht automatisch eine überprüfte Quelle. Entscheidend ist, ob Du die zugrunde liegenden Belege selbst finden und kontrollieren kannst.

Die Bundeszentrale für politische Bildung weist in ihrem Unterrichtsmaterial „Quelle: Künstliche Intelligenz?“ darauf hin, dass KI die Recherche unterstützen kann, dass Antworten aber problematisch werden, wenn sie unhinterfragt übernommen oder die Nutzung nicht transparent gemacht wird. Deshalb gilt für diesen aiMOOC: KI kann ein Recherchewerkzeug sein, aber nicht der Ersatz für überprüfbare Belege.

Wenn Du KI nutzt, dokumentiere, wofür Du sie eingesetzt hast. Prüfe wichtige Behauptungen anschließend in Originalquellen. Übernimm niemals erfundene oder nicht auffindbare Literaturangaben.


Das Rechercheprotokoll

Eine komplexe Recherche ist nur dann überzeugend, wenn der Weg nachvollziehbar ist. Ein Rechercheprotokoll zeigt, dass Du nicht nur ein passendes Ergebnis gesucht hast, sondern systematisch geprüft hast.

Schritt Was Du dokumentierst Beispiel
1 Recherchefrage Welche Auswirkungen hat ein bestimmtes digitales Angebot auf Jugendliche?
2 Suchdatum Datum und möglichst Uhrzeit bei stark aktuellen Themen
3 Suchwerkzeug Suchmaschine, Bibliothekskatalog, Datenbank, Website einer Institution
4 Suchanfrage Exakte Suchbegriffe und verwendete Operatoren
5 Fundstelle Titel, Autor oder Institution, Veröffentlichungsdatum, URL
6 Kernaussage Welche konkrete Aussage ist für Deine Frage relevant?
7 Beleg Studie, Statistik, Dokument, Interview oder andere Grundlage
8 Gegencheck Welche unabhängige Quelle bestätigt oder widerspricht?
9 Perspektive und Interessen Welche Position und welches Ziel sind erkennbar?
10 Bewertung belastbar, eingeschränkt belastbar, ungeklärt oder ungeeignet – jeweils mit Begründung


Vorlage für Deinen Quellencheck

Kriterium Leitfrage Deine Notiz
Urheberschaft Wer hat veröffentlicht und welche Kompetenz oder Zuständigkeit ist erkennbar?
Aktualität Wann wurde veröffentlicht, aktualisiert und auf welchen Zeitraum beziehen sich die Daten?
Beleglage Welche Originalbelege tragen die wichtigste Behauptung?
Perspektive Welche Sichtweise wird besonders sichtbar und welche weniger?
Interessen Welche politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder persönlichen Ziele sind erkennbar?
Gegencheck Welche unabhängige Quelle bestätigt, ergänzt oder widerspricht?
Gesamturteil Wie gut eignet sich die Quelle für genau Deine Recherchefrage?


Quellenbasis dieses aiMOOCs kritisch geprüft

Dieser aiMOOC verwendet bewusst mehrere Quellenarten. Auch diese Quellen werden nicht einfach übernommen, sondern selbst kritisch eingeordnet. Abruf und Prüfung erfolgten am 10.09.2026.

Quelle Urheberschaft und Aktualität Beleglage Perspektive und Interessen Bewertung für diesen aiMOOC
bpb: Vertrauen prüfen – Trust-Checking als Methode gegen Desinformation Autorin Anna Lensen; veröffentlicht am 09.09.2025. Der Beitrag erläutert konkrete Prüfkriterien und verweist auf den Trust-Checking-Ansatz. Politisch-bildnerische Perspektive; Ziel ist die Stärkung kritischer Informationsbewertung. Aktuell und für schulische Quellenprüfung sehr geeignet; die Methode sollte trotzdem nicht als alleiniger Wahrheitscheck verstanden werden.
bpb: Quelle: Künstliche Intelligenz? Autoren Sören Torrau und Florian Köhler; erschienen am 23.09.2024. Das Material verbindet Quellenarbeit mit dokumentierten Hinweisen zu KI und nennt Autoren, Herausgeberin und Lizenz. Unterrichts- und Demokratiebildung; Ziel ist reflektierte Quellenarbeit. Gut geeignet, um KI als Recherchewerkzeug kritisch einzuordnen.
klicksafe: Fakt oder Fake? Institutionelle Herausgeberschaft durch klicksafe; das Material ist älter als die neuesten bpb-Beiträge. Enthält ein strukturiertes Vier-Schritte-Modell mit Quelle, Fakten, Bildern und Aktualität. Präventions- und Medienbildungsperspektive; Ziel ist sicherer und kritischer Medienumgang. Die Grundkriterien sind weiterhin nützlich; bei aktuellen Plattformfragen sind neuere Quellen zusätzlich nötig.
Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Internet-Recherche Institutionelle Bildungsquelle; auf der aufgerufenen Seite ist kein klar hervorgehobenes aktuelles Veröffentlichungsdatum erkennbar. Beschreibt Suchziele, Suchmaschinen, Suchstrategien, Suchoperatoren und Dokumentation. Unterrichtspraktische Perspektive. Methodisch brauchbar, aber gerade das unklare Veröffentlichungsdatum zeigt, warum Aktualität immer geprüft werden muss.
Wikipedia: Quellenkritik Gemeinschaftlich bearbeiteter, veränderlicher Artikel; Urheberschaft ist über die Versionsgeschichte nachvollziehbar. Enthält Literatur und Einzelnachweise, die einzeln geprüft werden müssen. Enzyklopädische Zusammenfassung unter Wikipedia-Regeln; keine einzelne Autorenperspektive. Gut zur Orientierung und Begriffsklärung, für zentrale strittige Aussagen aber nicht als alleiniger Beleg verwenden.
IFLA: How to Spot Fake News IFLA als Urheberin der Infografik; Datei von 2017. Basiert auf einem FactCheck.org-Beitrag und nennt typische Prüfschritte. Informations- und Bibliothekskompetenz; Ziel ist Aufklärung. Anschaulich und frei lizenziert, aber zeitlich älter; für stabile Grundprinzipien brauchbar, nicht für aktuelle Plattformdetails.

Die Tabelle zeigt einen wichtigen Grundsatz: Quellenqualität ist keine feste Eigenschaft einer Website, sondern hängt von der konkreten Aussage, dem Zweck der Quelle, der Beleglage und Deiner Recherchefrage ab.


Modell: So wird aus Treffern ein begründetes Ergebnis

Angenommen, Du recherchierst die Frage: Sollte eine Schule generative KI für Hausaufgaben erlauben?

Eine schwache Recherche würde zwei Treffer lesen und daraus sofort eine Meinung bilden. Eine starke Recherche trennt mehrere Ebenen: rechtliche oder schulische Regeln, Forschung zum Lernen, pädagogische Empfehlungen, Perspektiven von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Anbietern sowie Risiken wie falsche Angaben, Datenschutz oder Abhängigkeit.

Du würdest zuerst Begriffe klären, dann unterschiedliche Quellentypen suchen. Bei jeder wichtigen Behauptung würdest Du prüfen, ob die Quelle selbst Belege nennt. Aussagen eines KI-Anbieters über die Leistungsfähigkeit seines Produkts würdest Du nicht verwerfen, aber mit unabhängigen Untersuchungen vergleichen. Aussagen über schulische Regeln würdest Du möglichst in offiziellen Dokumenten überprüfen. Behauptungen über Lernwirkungen würdest Du nach Möglichkeit in wissenschaftlichen Untersuchungen suchen.

Am Ende darf Dein Ergebnis auch lauten: Die Quellenlage reicht für eine eindeutige Antwort nicht aus. Das ist wissenschaftlich stärker als eine scheinbar sichere Behauptung ohne ausreichende Belege.


Typische Recherchefehler

Fehler Warum problematisch? Bessere Strategie
Nur den ersten Treffer verwenden Rangfolge und Wahrheit sind nicht dasselbe. Mehrere Quellen und Quellentypen vergleichen.
Nur Quellen suchen, die zur eigenen Meinung passen Es entsteht Bestätigungsfehler. Aktiv nach Gegenargumenten und Gegenbelegen suchen.
Suchmaschine als Quelle angeben Die Suchmaschine hat die Information oft nicht selbst erzeugt. Die tatsächlich verwendete Ursprungsquelle zitieren.
Nur auf das Design einer Seite achten Professionelles Aussehen beweist keine inhaltliche Qualität. Urheberschaft und Beleglage prüfen.
Ein Veröffentlichungsdatum mit Datenaktualität verwechseln Ein neuer Artikel kann alte Daten verwenden. Erhebungszeitraum der Daten kontrollieren.
Eine Studie nur aus einer Pressemitteilung kennen Ergebnisse können verkürzt dargestellt sein. Originalstudie oder Originalbericht öffnen.
KI-Antwort ungeprüft übernehmen Quellen können fehlen, falsch wiedergegeben oder erfunden sein. Aussagen in auffindbaren Originalquellen gegenprüfen.
Perspektive mit Falschheit gleichsetzen Auch interessengebundene Quellen können richtige Informationen enthalten. Perspektive offenlegen und mit unabhängigen Quellen vergleichen.


Qualitätsstufen eines Rechercheergebnisses

Stufe Kennzeichen
Unzureichend Wenige Treffer, keine nachvollziehbare Quellenprüfung, keine Gegenposition und kaum Belege.
Solide Mehrere Quellen, grundlegende Prüfung von Autor, Datum und Belegen sowie korrekte Quellenangaben.
E-Niveau Systematische Suchstrategie, verschiedene Quellentypen, Gegenchecks, Rückverfolgung wichtiger Belege, Perspektiven- und Interessenanalyse, dokumentierter Rechercheweg und begründeter Umgang mit Unsicherheit.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen einem Suchtreffer und einer Quelle? (Ein Suchtreffer führt zu einer möglichen Quelle, deren Inhalt erst geprüft werden muss) (!Ein Suchtreffer ist immer bereits ein geprüfter Beleg) (!Eine Quelle steht grundsätzlich an erster Stelle der Trefferliste) (!Suchtreffer dürfen nie für schulische Recherchen genutzt werden)




Welche Frage gehört zur Prüfung der Urheberschaft? (Wer hat den Inhalt erstellt oder veröffentlicht und welche Zuständigkeit ist erkennbar) (!Wie viele Bilder befinden sich auf der Seite) (!Welche Schriftart verwendet die Website) (!Wie lang ist der Text in Wörtern)




Was bedeutet Aktualitätsprüfung bei einer Statistik besonders? (Den Zeitraum der Datenerhebung und mögliche neuere Daten prüfen) (!Nur das heutige Datum notieren) (!Nur kontrollieren, ob die Website erreichbar ist) (!Immer die älteste verfügbare Zahl bevorzugen)




Was stärkt die Beleglage einer Tatsachenbehauptung am meisten? (Ein nachvollziehbarer Originalbeleg, der die konkrete Aussage tatsächlich stützt) (!Viele Wiederholungen derselben Behauptung ohne Quellen) (!Eine besonders emotionale Überschrift) (!Eine hohe Zahl an Likes)




Warum sollte man bei einer unbekannten Website seitwärts prüfen? (Um unabhängige Informationen über Herausgeber, Autor und Behauptungen zu finden) (!Um nur weitere Seiten desselben Anbieters zu lesen) (!Um die Schriftgröße der Website zu vergleichen) (!Um möglichst schnell die erste Meinung zu bestätigen)




Welche Aussage über Interessen einer Quelle ist richtig? (Ein erkennbares Interesse macht eine Quelle nicht automatisch falsch, muss aber berücksichtigt werden) (!Eine Quelle mit Interesse ist immer falsch) (!Nur Unternehmen können Interessen haben) (!Interessen spielen bei Quellenbewertung keine Rolle)




Was ist ein sinnvoller Gegencheck? (Eine wichtige Behauptung mit einer unabhängigen Quelle überprüfen) (!Dieselbe Behauptung auf derselben Website erneut lesen) (!Nur Kommentare unter einem Beitrag zählen) (!Die eigene Erinnerung als einzigen Beleg verwenden)




Wie solltest Du mit einer KI-Antwort in einer komplexen Recherche umgehen? (Wichtige Aussagen in auffindbaren und geeigneten Originalquellen überprüfen) (!Die Antwort direkt als wissenschaftlichen Beleg zitieren) (!Alle genannten Quellen ohne Öffnen übernehmen) (!Auf weitere Recherche vollständig verzichten)




Welche Aussage beschreibt Perspektive am besten? (Perspektive bezeichnet den Standpunkt und die Auswahl, aus denen ein Thema dargestellt wird) (!Perspektive bedeutet automatisch absichtliche Täuschung) (!Perspektive gibt nur das Veröffentlichungsdatum an) (!Perspektive beschreibt ausschließlich die Länge eines Textes)




Was gehört zu einem guten Rechercheprotokoll? (Suchanfragen, Fundstellen, Prüfschritte, Gegenchecks und begründete Bewertungen dokumentieren) (!Nur das Endergebnis ohne Zwischenschritte notieren) (!Nur die Namen der Suchmaschinen auflisten) (!Nur Quellen festhalten, die die eigene Meinung bestätigen)





Memory

Urheberschaft Wer hinter einer Veröffentlichung steht
Aktualität Zeitpunkt und Gültigkeitszeitraum prüfen
Beleglage Grundlage einer Behauptung nachvollziehen
Perspektive Standpunkt einer Darstellung erkennen
Interessen Ziele und mögliche Vorteile eines Akteurs untersuchen
Gegencheck Aussage mit unabhängiger Quelle vergleichen
Rechercheprotokoll Suchweg nachvollziehbar dokumentieren





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Urheberschaft Wer hat den Inhalt erstellt?
Aktualität Wann entstand die Information und wie aktuell sind ihre Daten?
Beleglage Welche Nachweise tragen die Behauptung?
Perspektive Aus welchem Standpunkt wird das Thema dargestellt?
Interessen Welche Ziele oder Vorteile können mit der Veröffentlichung verbunden sein?






Kreuzworträtsel

Urheber Wer steht hinter der Veröffentlichung?
Aktualität Welches Kriterium prüft Zeitpunkt und Gültigkeitszeitraum?
Beleglage Wie heißt das Kriterium für die Qualität und Nachvollziehbarkeit von Nachweisen?
Perspektive Welcher Begriff beschreibt den Standpunkt einer Darstellung?
Interessen Was untersuchst Du, wenn Du nach Zielen und möglichen Vorteilen eines Akteurs fragst?
Rechercheweg Was dokumentierst Du mit Suchanfragen, Fundstellen und Prüfschritten?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine komplexe Recherche beginnt mit einer präzisen

.
Bei der Prüfung der

untersuchst Du, wer hinter einem Inhalt steht.
Das Kriterium

fragt nach Veröffentlichungszeitpunkt und Gültigkeit der verwendeten Daten.
Die

zeigt, worauf eine Behauptung gestützt wird.
Mit der

untersuchst Du den Standpunkt einer Darstellung.
Mögliche Ziele und Vorteile eines Akteurs gehören zum Kriterium

.
Ein unabhängiger

kann eine wichtige Aussage bestätigen, ergänzen oder widerlegen.
Ein

macht Suchbegriffe, Fundstellen und Prüfschritte nachvollziehbar.
Eine KI-Ausgabe sollte bei wichtigen Aussagen durch eine überprüfbare

kontrolliert werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Suchbegriffe entwickeln: Wähle eine aktuelle schulische Streitfrage und entwickle sechs unterschiedliche Suchanfragen. Erkläre bei jeder Suchanfrage, welchen neuen Quellentyp oder Aspekt Du finden möchtest.
  2. Impressum prüfen: Untersuche drei Websites zum selben Thema. Notiere Herausgeber, Kontaktmöglichkeit, mögliche Autorenschaft und eine erste Einschätzung der Zuständigkeit.
  3. Aktualitätscheck: Suche zu einer Zahl oder Statistik zwei Veröffentlichungen aus unterschiedlichen Jahren und erkläre, welche Zahl für eine heutige Aussage geeigneter ist.
  4. Quellentypen sortieren: Sammle fünf Quellen zu einer Frage und ordne sie Quellentypen zu. Begründe für jede Quelle, welche Art von Aussage sie besonders gut oder schlecht belegen kann.


Standard

  1. Belegkette verfolgen: Wähle einen journalistischen Artikel mit einer Studienbehauptung und verfolge die Belegkette bis zur Originalstudie oder zum Originalbericht. Dokumentiere jede Station.
  2. Perspektivenvergleich: Vergleiche eine staatliche Quelle, eine journalistische Quelle und die Quelle eines Interessenverbandes zum selben Thema. Analysiere Wortwahl, Auswahl von Beispielen und fehlende Aspekte.
  3. Faktencheck durchführen: Wähle eine überprüfbare Behauptung aus einem Social-Media-Post und prüfe sie mit mindestens zwei voneinander unabhängigen Quellen. Dokumentiere auch, was ungeklärt bleibt.
  4. Bildkontext prüfen: Suche die früheste auffindbare Verwendung eines schulgeeigneten Bildes aus einem aktuellen Beitrag. Prüfe, ob Ort, Zeitpunkt und Bildunterschrift zum ursprünglichen Kontext passen.


Schwer

  1. Kontroverse recherchieren: Bearbeite eine gesellschaftliche Streitfrage mit mindestens sechs Quellen aus mindestens vier Quellentypen. Erstelle eine Quellenmatrix zu Urheberschaft, Aktualität, Beleglage, Perspektive und Interessen.
  2. Widerspruch auflösen: Finde zwei Quellen, die zu derselben Frage scheinbar unterschiedliche Ergebnisse nennen. Untersuche Definitionen, Erhebungszeiträume, Methoden und Zielgruppen und erkläre, ob wirklich ein Widerspruch vorliegt.
  3. KI-Recherche auditieren: Lass Dir von einer generativen KI eine kurze Sachauskunft mit Quellenhinweisen erstellen. Prüfe jede zentrale Aussage und jede genannte Quelle. Dokumentiere Fehler, Auslassungen, korrekte Angaben und Deinen eigenen Gegencheck.
  4. Recherche-Dossier erstellen: Erstelle ein vollständiges Dossier mit Recherchefrage, Suchprotokoll, Quellenmatrix, mindestens zwei Gegenchecks, einer begründeten Synthese und einem Abschnitt über verbleibende Unsicherheiten. Präsentiere anschließend Deinen Rechercheweg statt nur das Ergebnis.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Quellenurteil begründen: Du erhältst vier Quellen zur gleichen Streitfrage. Entwickle ein begründetes Ranking ihrer Eignung für eine konkrete Recherchefrage. Ein bloßes „seriös“ oder „unseriös“ reicht nicht; nutze alle fünf Prüfkriterien.
  2. Belegketten analysieren: Ein Online-Beitrag beruft sich auf eine Pressemitteilung, die eine Studie zusammenfasst. Erkläre, an welchen Stellen sich Bedeutung verändern kann und wie Du die zentrale Behauptung absichern würdest.
  3. Perspektiven rekonstruieren: Vergleiche zwei Texte mit unterschiedlichen Interessen. Zeige, wie Auswahl, Wortwahl und ausgelassene Informationen die Wahrnehmung desselben Sachverhalts beeinflussen können.
  4. Aktualität abwägen: Begründe an zwei Beispielen, warum eine ältere Quelle einmal noch sehr gut geeignet und in einem anderen Fall ungeeignet sein kann.
  5. Rechercheplan entwerfen: Entwickle für eine vorgegebene komplexe Frage einen vollständigen Rechercheplan mit Teilfragen, Suchbegriffen, erwarteten Quellentypen, Gegenchecks und Dokumentationsform.
  6. Unsicherheit darstellen: Formuliere ein Rechercheergebnis, bei dem die Quellenlage widersprüchlich ist. Zeige, welche Aussagen gesichert, wahrscheinlich, umstritten oder offen sind, ohne die Unsicherheit zu verstecken.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis auf E-Niveau ist wichtig, dass Du nicht nur ein Ergebnis präsentierst, sondern die Qualität Deines Rechercheprozesses sichtbar machst.

  1. Recherchefrage: Die Frage ist präzise, überprüfbar und in sinnvolle Teilfragen zerlegt.
  2. Suchstrategie: Mehrere Suchanfragen und unterschiedliche Suchwege sind dokumentiert.
  3. Quellenvielfalt: Verschiedene Quellentypen werden genutzt und ihre Eignung wird begründet.
  4. Quellenkritik: Urheberschaft, Aktualität, Beleglage, Perspektive und Interessen werden nachvollziehbar geprüft.
  5. Gegencheck: Zentrale Behauptungen werden mit unabhängigen Quellen verglichen.
  6. Originalbelege: Wichtige Studien, Statistiken oder Dokumente werden möglichst bis zur Originalquelle zurückverfolgt.
  7. Transparenz: KI-Nutzung, Suchwege, Unsicherheiten und verworfene Quellen werden offengelegt.
  8. Synthese: Das Ergebnis unterscheidet zwischen gesicherten Aussagen, begründeten Deutungen und offenen Fragen.
  9. Quellenangaben: Alle verwendeten Materialien werden so angegeben, dass andere sie wiederfinden können.




OERs zum Thema

Zusätzliche frei zugängliche Materialien für die Vertiefung sind unter anderem das bpb-Themenblatt „Quelle: Künstliche Intelligenz?“, der bpb-Beitrag „Vertrauen prüfen – Trust-Checking als Methode gegen Desinformation“ sowie Materialien von klicksafe.

Auch bei OERs und Bildungsmedien gilt: Prüfe, wer das Material erstellt hat, wann es veröffentlicht oder aktualisiert wurde, welche Zielgruppe angesprochen wird und auf welche Belege es sich stützt.


Verknüpfte Lernbereiche


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