D9 E - Infinitiv- und Partizipialgruppen in komplexen Sätzen

D9 E - Infinitiv- und Partizipialgruppen in komplexen Sätzen
Einleitung
Der aiMOOC D9 E - Infinitiv- und Partizipialgruppen in komplexen Sätzen richtet sich an Lernende der Klasse 9 auf E-Niveau. Du untersuchst, wie Infinitivgruppen und Partizipialgruppen komplexe Sätze verdichten. Dabei geht es nicht nur darum, Konstruktionen zu erkennen und korrekt zu bilden. Du sollst sie gezielt verwenden, ihre Wirkung auf Stil, Verständlichkeit und Zeichensetzung beurteilen und entscheiden, wann eine verdichtete Form wirklich besser ist als ein ausformulierter Neben- oder Hauptsatz.
Verdichtende Konstruktionen können Texte präzise, abwechslungsreich und knapp machen. Sie können einen Satz aber auch schwer verständlich werden lassen, wenn zu viele Informationen zusammengedrängt werden oder wenn unklar ist, auf welches Satzglied sich die Gruppe bezieht. Deshalb verbindest Du in diesem aiMOOC Grammatik, Rechtschreibung und Stilreflexion.
Beispiel:
Aus zwei Teilsätzen kann eine verdichtete Konstruktion entstehen:
„Mira möchte die Prüfung sicher bestehen. Deshalb wiederholt sie jeden Abend die wichtigsten Regeln.“
Verdichtet mit einer Infinitivgruppe:
„Mira wiederholt jeden Abend die wichtigsten Regeln, um die Prüfung sicher zu bestehen.“
Noch stärker verdichtet mit einer Partizipialgruppe:
„Gut vorbereitet, geht Mira ruhig in die Prüfung.“
Die kürzere Form ist nicht automatisch die bessere. Entscheidend ist, ob der Zusammenhang eindeutig bleibt.

Das Komma ist bei vielen verdichtenden Konstruktionen ein wichtiges Gliederungszeichen. Seit der Neufassung der amtlichen Rechtschreibregeln, die seit dem 1. Juli 2024 gilt, werden satzwertige Infinitivgruppen grundsätzlich durch Komma vom übergeordneten Satz abgetrennt. Bei nicht erweiterten Infinitiven und bei bestimmten eng mit dem Prädikat verbundenen Konstruktionen gelten besondere Regeln. Bei Partizipialgruppen hängt die Kommasetzung stärker von ihrer Stellung und ihrer Funktion als Zusatz oder freie Angabe ab.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du Infinitiv- und Partizipialgruppen in komplexen Sätzen nicht nur bestimmen, sondern auch funktional beurteilen. Du kannst erklären, welche Informationen verdichtet werden, welche Beziehungen zwischen Handlungen bestehen und welche Wirkung eine Konstruktion auf den Text hat.
- Infinitivgruppen erkennen: Du bestimmst Infinitiv, Erweiterungen, Bezugswort und Funktion.
- Partizipialgruppen erkennen: Du unterscheidest Partizip I und Partizip II und ordnest ihre Bedeutung ein.
- Sätze verdichten: Du wandelst geeignete Neben- und Hauptsätze in verdichtete Konstruktionen um.
- Zeichensetzung anwenden: Du setzt Kommas regelgerecht und nutzt sie zur verständlichen Gliederung.
- Stil reflektieren: Du entscheidest, ob eine verdichtete Form prägnant, überladen, missverständlich oder angemessen ist.
- Texte überarbeiten: Du löst misslungene Verdichtungen auf und formulierst unklare Sätze verständlicher.
Grundlagen: Was bedeutet sprachliche Verdichtung?
Sprachliche Verdichtung bedeutet, dass mehrere Informationen in weniger syntaktischen Einheiten ausgedrückt werden. Statt für jede Information einen eigenen Haupt- oder Nebensatz zu bilden, werden Inhalte beispielsweise durch Infinitivgruppen, Partizipialgruppen, Attribute oder Nominalisierungen zusammengefasst.
Vergleiche:
„Jonas hatte den Text gelesen. Danach markierte er die wichtigsten Argumente.“
„Nachdem Jonas den Text gelesen hatte, markierte er die wichtigsten Argumente.“
„Den Text gelesen habend“ wäre grammatisch bildbar, wirkt im heutigen Deutschen aber ausgesprochen schwerfällig und unnatürlich.
Natürlicher ist:
„Nach der Lektüre des Textes markierte Jonas die wichtigsten Argumente.“
Oder mit einer passenden Partizipialkonstruktion:
„Durch die Beispiele überzeugt, überarbeitete Jonas seine Argumentation.“
Verdichtung ist also kein Selbstzweck. Eine gute Formulierung verbindet Kürze mit Klarheit.
Verdichtung und Informationshierarchie
Durch verdichtende Konstruktionen kann eine Information in den Hintergrund treten. Der Hauptsatz trägt meist die zentrale Aussage, während eine Infinitiv- oder Partizipialgruppe einen Zweck, eine Begleitumstand, einen Grund, eine Voraussetzung oder eine Zusatzinformation ausdrückt.
„Die Klasse sammelt Daten, um die Entwicklung des Schulhofs zu dokumentieren.“
Die Hauptinformation lautet: Die Klasse sammelt Daten. Der Zweck wird in der Infinitivgruppe verdichtet.
„Von den Ergebnissen überrascht, überprüfte die Gruppe ihre Hypothese erneut.“
Die Hauptinformation lautet: Die Gruppe überprüfte ihre Hypothese erneut. Der vorausgehende Zustand oder Anlass wird in der Partizipialgruppe verdichtet.
Wenn die eigentlich wichtigste Information in einer stark verdichteten Gruppe versteckt wird, kann ein Text schwerer verständlich werden.
Infinitivgruppen
Eine Infinitivgruppe enthält einen Infinitiv mit zu und gegebenenfalls weitere Wörter, die zu diesem Infinitiv gehören. Im Unterschied zu einem gewöhnlichen Nebensatz enthält eine Infinitivgruppe kein finites Verb.
Beispiele:
„zu lesen“
„den Bericht zu lesen“
„den Bericht vor der nächsten Stunde sorgfältig zu lesen“
„ohne den Bericht vorher vollständig gelesen zu haben“
Bei trennbaren Verben steht „zu“ innerhalb des Wortes:
„mitzuschreiben“, „vorzubereiten“, „nachzudenken“, „auszuwerten“.
Beispiel:
„Die Gruppe versucht, alle Ergebnisse übersichtlich zusammenzufassen.“
Kern der Infinitivgruppe ist „zusammenzufassen“. Dazu gehören „alle Ergebnisse“ und „übersichtlich“.
Satzwertige Infinitivgruppen
Eine Infinitivgruppe ist satzwertig, wenn sie ähnlich wie ein Nebensatz eine relativ selbstständige Aussageeinheit bildet.
„Lea hofft, die Aufgabe ohne Hilfe lösen zu können.“
Die Gruppe „die Aufgabe ohne Hilfe lösen zu können“ kann inhaltlich als eigene Aussage verstanden werden. Ein finites Verb und ein ausdrücklich genanntes Subjekt fehlen jedoch.
Vergleich:
„Lea hofft, dass sie die Aufgabe ohne Hilfe lösen kann.“
Die Bedeutung ist sehr ähnlich. Die Infinitivkonstruktion ist knapper.
Weitere Beispiele:
„Die Redaktion beschloss, den Artikel noch einmal vollständig zu überarbeiten.“
„Der Trainer forderte die Mannschaft auf, bis zum Ende konzentriert zu bleiben.“
„Es gelang der Gruppe, die widersprüchlichen Ergebnisse nachvollziehbar zu erklären.“
„Die Ursache eindeutig zu bestimmen, erwies sich als schwierig.“
Wer handelt in der Infinitivgruppe?
Infinitivgruppen nennen ihr Subjekt meistens nicht ausdrücklich. Wer die Handlung ausführt, ergibt sich aus dem übergeordneten Satz und aus der Bedeutung.
„Nora versprach, pünktlich zu kommen.“
Nora kommt.
„Der Lehrer bat Nora, die Ergebnisse vorzustellen.“
Nora stellt die Ergebnisse vor, obwohl „Nora“ im Hauptsatz Objekt ist.
„Es ist wichtig, Quellen sorgfältig zu prüfen.“
Hier ist kein einzelner Handelnder festgelegt. Die Aussage gilt allgemein.
Gerade in komplexen Sätzen musst Du deshalb prüfen, ob der Bezug eindeutig ist.
Unklar oder unbeabsichtigt komisch:
„Tim erinnerte Ben daran, seine Datei zu sichern.“
Wessen Datei ist gemeint? Tims oder Bens Datei? Der Satz lässt mehrere Deutungen zu.
Eindeutiger:
„Tim erinnerte Ben daran, Bens Datei zu sichern.“
Oder:
„Tim sagte zu Ben: ‚Sichere bitte deine Datei.‘“
Bedeutungsbeziehungen von Infinitivgruppen
Infinitivgruppen können unterschiedliche Beziehungen zum übergeordneten Satz ausdrücken.
„Die Klasse erstellt ein Diagramm, um die Ergebnisse zu vergleichen.“
Die Gruppe bezeichnet einen Zweck.
„Mia ging an der Gruppe vorbei, ohne jemanden zu grüßen.“
Die Gruppe bezeichnet einen fehlenden oder nicht eingetretenen Begleitumstand.
„Noah überarbeitete seinen Text, statt die erste Fassung sofort abzugeben.“
Die Gruppe bezeichnet eine Alternative.
„Es blieb ihm nichts anderes übrig, als den Fehler offen zu erklären.“
Die Gruppe bezeichnet eine Vergleichs- oder Ersatzkonstruktion.
„Die Gruppe hatte den Plan, eine Umfrage durchzuführen.“
Die Gruppe erläutert das Nomen „Plan“.
„Sie freute sich darauf, die Ergebnisse vorzustellen.“
Das Verweiswort „darauf“ kündigt die Infinitivgruppe an.
Infinitivgruppen als Mittel der Verdichtung
Ein Nebensatz kann häufig durch eine Infinitivgruppe verkürzt werden, wenn die handelnde Person oder Instanz eindeutig erschließbar bleibt.
Ausführlich:
„Lina liest den Artikel zweimal, damit sie die Argumentation genau versteht.“
Verdichtet:
„Lina liest den Artikel zweimal, um die Argumentation genau zu verstehen.“
Ausführlich:
„Die Gruppe verließ den Raum, ohne dass sie die Stühle zurückstellte.“
Verdichtet:
„Die Gruppe verließ den Raum, ohne die Stühle zurückzustellen.“
Ausführlich:
„Amir beschloss, dass er die Einleitung neu formulieren würde.“
Verdichtet:
„Amir beschloss, die Einleitung neu zu formulieren.“
Die Verdichtung funktioniert besonders gut, wenn der Bezug klar ist und keine wichtige Information verloren geht.
Nicht jede Umformung ist sinnvoll:
„Während die Lehrerin die Aufgaben erklärte, notierte die Klasse Beispiele.“
Die Lehrerin erklärt, die Klasse notiert. Da zwei verschiedene Subjekte beteiligt sind, wäre eine Umformung mit „um zu“ oder einer einfachen Infinitivgruppe irreführend.
Kommasetzung bei Infinitivgruppen
Für aktuelle Texte ist wichtig: Satzwertige Infinitivgruppen werden nach den geltenden Regeln grundsätzlich mit Komma vom übergeordneten Satz abgetrennt.
„Die Klasse entschied, die Ergebnisse digital zu präsentieren.“
„Die Ergebnisse digital zu präsentieren, war die Idee der Gruppe.“
„Wir haben versucht, die komplizierte Regel an mehreren Beispielen zu erklären, und hoffen, damit die Anwendung erleichtert zu haben.“
Steht eine Infinitivgruppe eingeschoben im Satz, braucht sie bei satzwertigem Gebrauch ein öffnendes und ein schließendes Komma.
„Der Vorschlag, die Ausstellung gemeinsam zu planen, wurde angenommen.“

Typische Fälle mit Pflichtkomma
Besonders leicht erkennst Du satzwertige Infinitivgruppen an bestimmten Einleitungswörtern:
„um“, „ohne“, „statt“, „anstatt“, „außer“, „als“.
„Die Klasse probt zweimal, um sicher aufzutreten.“
„Nora ging, ohne sich zu verabschieden.“
„Ben diskutierte weiter, statt den Vorschlag sofort abzulehnen.“
Auch von einem Nomen abhängige Infinitivgruppen werden abgetrennt:
„Der Wunsch, die Ergebnisse zu verbessern, motivierte die Gruppe.“
„Sie entwickelte den Plan, die Daten neu auszuwerten.“
Auch Verweiswörter weisen oft auf eine Infinitivgruppe hin:
„Er dachte daran, die Quelle noch einmal zu prüfen.“
„Sie schaffte es, den Vortrag frei zu halten.“
„Darauf, die Aufgabe besonders schnell zu lösen, kam es gar nicht an.“
Nicht erweiterte Infinitive und Grenzfälle
Ein nicht erweiterter Infinitiv besteht im Wesentlichen nur aus „zu“ und dem Infinitiv. In bestimmten Fällen kann das Komma entfallen.
„Sie begann[,] zu lesen.“
„Er hoffte[,] zu gewinnen.“
Für das E-Niveau ist die wichtigere Strategie jedoch: Prüfe zuerst, ob wirklich eine satzwertige Infinitivgruppe vorliegt und ob das Komma die Gliederung deutlich macht.
Es gibt außerdem Konstruktionen, in denen der Infinitiv eng zum mehrteiligen Prädikat gehört. Dann steht kein Komma.
„Die Lösung scheint richtig zu sein.“
„Du brauchst dich nicht zu entschuldigen.“
„Sie pflegt morgens früh aufzustehen.“
„Das Wetter droht schlechter zu werden.“
Anders ist die Bedeutung in:
„Der Schüler drohte, den Raum zu verlassen.“
Hier bedeutet „drohte“ nicht „es besteht die Gefahr“, sondern „kündigte etwas als Drohung an“. Die Infinitivgruppe ist satzwertig und wird abgetrennt.
Auch die Satzklammer kann zeigen, dass eine Konstruktion eng zusammengehört:
„Sie hat den Text zu überarbeiten versucht.“
Hier steht normalerweise kein Komma innerhalb des mehrteiligen Prädikats.
Dagegen:
„Sie hat versucht, den Text zu überarbeiten.“
Hier steht die satzwertige Infinitivgruppe im Nachfeld und wird durch Komma abgetrennt.
Solche Unterschiede zeigen: Zeichensetzung hängt nicht nur von einzelnen Signalwörtern ab, sondern auch vom Satzbau.
Kommas können Bedeutung klären
Vergleiche:
„Wir empfehlen, dem Gast zu folgen.“
Die Empfehlung lautet: Man soll dem Gast folgen.
„Wir empfehlen dem Gast, zu folgen.“
Die Empfehlung wird dem Gast gegeben. Er soll folgen.
Schon die Position des Kommas verändert die syntaktische Gliederung und damit die Bedeutung.
Noch ein Beispiel:
„Die Lehrerin versprach, den Schülern zu helfen.“
Die Lehrerin hilft.
„Die Lehrerin versprach den Schülern, zu helfen.“
Auch hier hilft die Lehrerin; „den Schülern“ gehört als Adressat zum Verb „versprechen“. Der Satz ist zwar verständlich, aber die Gliederung kann beim ersten Lesen kurz irritieren. In anspruchsvollen Texten lohnt es sich deshalb, nicht nur nach grammatischer Korrektheit, sondern auch nach Lesbarkeit zu fragen.
Partizipialgruppen
Eine Partizipialgruppe enthält ein Partizip und weitere Wörter, die zu ihm gehören.
Das Partizip I wird meist mit „-d“ an den Infinitiv gebildet:
„lachen → lachend“
„lesen → lesend“
„diskutieren → diskutierend“
Das Partizip II hat unterschiedliche Formen:
„lesen → gelesen“
„überraschen → überrascht“
„vorbereiten → vorbereitet“
„überzeugen → überzeugt“
Beispiele für Partizipialgruppen:
„leise vor sich hin pfeifend“
„von den Ergebnissen völlig überrascht“
„mit großer Sorgfalt vorbereitet“
„mehrfach auf mögliche Fehler hingewiesen“
Partizip I: Gleichzeitigkeit und aktive Bedeutung
Das Partizip I beschreibt häufig eine gleichzeitig ablaufende Handlung oder einen aktiven Vorgang.
„Leise pfeifend, ging Malik über den Schulhof.“
Malik pfeift und geht gleichzeitig.
„Die Ergebnisse vergleichend, bemerkte die Gruppe einen Widerspruch.“
Die Gruppe vergleicht und bemerkt dabei etwas.
„Die Schülerin saß am Fenster, aufmerksam den Vortrag verfolgend.“
Die Form ist grammatisch möglich, wirkt aber schriftsprachlich und etwas gehoben. Oft wäre eine finite Form natürlicher:
„Die Schülerin saß am Fenster und verfolgte aufmerksam den Vortrag.“
Gerade beim E-Niveau sollst Du deshalb nicht nur erkennen, dass eine Form möglich ist, sondern beurteilen, ob sie stilistisch passt.
Partizip II: Vorzeitigkeit, Ergebnis oder passive Bedeutung
Das Partizip II kann einen abgeschlossenen Vorgang, ein Ergebnis oder eine passive Bedeutung ausdrücken.
„Von der Nachricht überrascht, las Nora die E-Mail noch einmal.“
Nora ist überrascht worden.
„Gut vorbereitet, begann die Gruppe ihre Präsentation.“
Die Vorbereitung ist abgeschlossen; ihr Ergebnis wirkt beim Beginn der Präsentation weiter.
„Durch mehrere Quellen bestätigt, wirkte die Behauptung überzeugender.“
Hier bezieht sich die Partizipialgruppe auf „die Behauptung“. Sie wurde durch mehrere Quellen bestätigt.
Partizipialgruppen als verkürzte Nebensätze
Partizipialgruppen können inhaltlich Nebensätzen entsprechen.
Nebensatz:
„Weil die Mannschaft vom Rückstand enttäuscht war, spielte sie zunächst unsicher.“
Verdichtet:
„Vom Rückstand enttäuscht, spielte die Mannschaft zunächst unsicher.“
Nebensatz:
„Während Ben leise vor sich hin summte, ordnete er seine Notizen.“
Verdichtet:
„Leise vor sich hin summend, ordnete Ben seine Notizen.“
Relativsatz:
„Die Ergebnisse, die sorgfältig dokumentiert worden waren, konnten später überprüft werden.“
Partizipiales Attribut:
„Die sorgfältig dokumentierten Ergebnisse konnten später überprüft werden.“
Die letzte Konstruktion ist zwar ebenfalls partizipial, aber enger mit dem Nomen verbunden. Sie wird nicht wie eine freie Partizipialgruppe vom Satz abgetrennt.
Kommasetzung bei Partizipialgruppen
Bei Partizipialgruppen ist die Lage anders als bei satzwertigen Infinitivgruppen. Partizip- und Adjektivgruppen können Nebensätzen nahekommen. In vielen Fällen kann ein Komma gesetzt werden, um den Satz zu gliedern oder ein Missverständnis zu verhindern.
„Von der langen Diskussion erschöpft[,] verließ die Gruppe den Raum.“
Beide Schreibungen können möglich sein. Für die Lesbarkeit ist das Komma hier oft sinnvoll:
„Von der langen Diskussion erschöpft, verließ die Gruppe den Raum.“
Steht die Gruppe eingeschoben, werden entweder beide Kommas gesetzt oder beide weggelassen, sofern keine Pflichtregel greift:
„Die Gruppe arbeitete[,] von der Aufgabe völlig überrascht[,] zunächst langsamer weiter.“
In anspruchsvollen Schulsätzen ist die Variante mit Kommas oft leichter zu erfassen.
Wann das Komma bei Partizipialgruppen Pflicht ist
Ein Komma ist unter anderem nötig, wenn die Gruppe durch ein hinweisendes Wort angekündigt oder wieder aufgenommen wird.
„Aus vollem Halse lachend, so kam sie auf uns zu.“
„Genau so, von allen Seiten gut sichtbar, sollte das Plakat hängen.“
Ein Komma ist auch nötig, wenn die Partizipialgruppe einem Nomen oder Pronomen als nachgestellter Zusatz folgt.
„Die Sprecherin, sichtlich erleichtert, beantwortete die letzte Frage.“
„Er, von der Entscheidung überrascht, sagte zunächst nichts.“
Auch ein Zusatz am Satzende wird abgetrennt:
„Die Gruppe verließ den Raum, vom Ergebnis enttäuscht.“
„Sie betrachtete die Grafik, über die starke Veränderung erstaunt.“
Wann kein abtrennendes Komma steht
Eine eng mit einem Nomen verbundene partizipiale Attributgruppe wird nicht wie ein freier Zusatz abgetrennt.
„Die sorgfältig vorbereitete Präsentation überzeugte die Klasse.“
„Der auf dem Tisch liegende Bericht gehört zur Projektgruppe.“
„Die seit Wochen erwarteten Ergebnisse wurden endlich veröffentlicht.“
Hier gehört die partizipiale Information direkt zum Nomen und grenzt die gemeinte Sache oder Person näher ein.
Der wichtigste Stiltest: Ist der Bezug eindeutig?
Eine Partizipialgruppe braucht einen klaren Bezugsträger. Meist bezieht sie sich auf das Subjekt des übergeordneten Satzes.
Gut:
„In der Schule angekommen, ging Lea direkt in den Fachraum.“
Lea ist angekommen.
Problematisch:
„In der Schule angekommen, begann der Unterricht.“
Grammatisch scheint sich „angekommen“ auf „der Unterricht“ zu beziehen. Ein Unterricht kann aber nicht ankommen. Gemeint ist vermutlich, dass eine Person oder Gruppe angekommen ist.
Besser:
„In der Schule angekommen, gingen wir direkt in den Fachraum.“
Oder:
„Als wir in der Schule angekommen waren, begann der Unterricht.“
Noch ein Problemfall:
„Auf dem Tisch liegend, entdeckte Ben den Schlüssel.“
Wer oder was liegt auf dem Tisch? Durch die Stellung wirkt es, als liege Ben dort.
Besser:
„Ben entdeckte den auf dem Tisch liegenden Schlüssel.“
Oder:
„Der Schlüssel lag auf dem Tisch, und Ben entdeckte ihn sofort.“
Diese sogenannten schiefen oder falsch bezogenen Verdichtungen solltest Du beim Überarbeiten gezielt suchen.
Verständlichkeit und Stil
Verdichtende Konstruktionen wirken häufig schriftsprachlicher als einfache Hauptsatzfolgen. Sie können besonders in Berichten, Analysen, Erörterungen und sachlichen Darstellungen sinnvoll sein. In einem Text für jüngere Leserinnen und Leser oder in einer mündlichen Erklärung können dagegen finite Sätze verständlicher sein.
Vergleiche:
„Die Gegenargumente sorgfältig prüfend und mehrere Quellen miteinander vergleichend, kam die Gruppe zu dem Ergebnis, die ursprüngliche Behauptung teilweise zurückweisen zu müssen.“
Der Satz ist grammatisch möglich, aber stark verdichtet.
Entzerrt:
„Die Gruppe prüfte die Gegenargumente sorgfältig und verglich mehrere Quellen miteinander. Danach kam sie zu dem Ergebnis, dass sie die ursprüngliche Behauptung teilweise zurückweisen musste.“
Mittelweg:
„Nach sorgfältiger Prüfung der Gegenargumente, kam die Gruppe zu dem Ergebnis, die ursprüngliche Behauptung teilweise zurückweisen zu müssen.“
Auch hier kann weiter überarbeitet werden:
„Nach sorgfältiger Prüfung der Gegenargumente kam die Gruppe zu dem Ergebnis, die ursprüngliche Behauptung teilweise zurückweisen zu müssen.“
Die Präpositionalgruppe „Nach sorgfältiger Prüfung der Gegenargumente“ verlangt an dieser Stelle kein Komma. Das Beispiel zeigt, dass beim Umformulieren immer der neue Satzbau geprüft werden muss.
Wann Verdichtung besonders gut funktioniert
Verdichtung ist oft gelungen, wenn der Bezug eindeutig ist, die Gruppe nicht zu lang wird und die Hauptaussage schnell erkennbar bleibt.
Gelungen:
„Die Redaktion ergänzte zwei Belege, um ihre These besser zu stützen.“
Gelungen:
„Von den neuen Daten überzeugt, änderte die Gruppe ihre Einschätzung.“
Gelungen:
„Die Klasse beschloss, die Ergebnisse in einem Podcast zu erklären.“
Weniger gelungen:
„Die Klasse beschloss, die nach mehreren Diskussionen in verschiedenen Gruppen mit zahlreichen Änderungen versehene und anschließend noch einmal überprüfte Ergebnisdarstellung vollständig neu zu gestalten.“
Hier sind zu viele Informationen in eine einzige Struktur gepackt. Mehrere Sätze wären verständlicher.
Satzlänge ist nicht dasselbe wie Schwierigkeit
Ein langer Satz kann verständlich sein, wenn er klar gegliedert ist. Ein kurzer Satz kann dagegen unklar sein, wenn Bezüge fehlen.
„Um die Ergebnisse, die während der Projektwoche von drei Gruppen unabhängig voneinander erhoben worden waren, miteinander vergleichen zu können, entwickelte die Klasse eine gemeinsame Tabelle.“
Der Satz ist lang, aber die Beziehungen sind erkennbar.
Kürzer, aber mehrdeutig:
„Zur Auswertung bereit, begann die Tabelle.“
Die Form ist unsinnig, weil eine Tabelle nicht „bereit“ sein kann.
Beim E-Niveau zählt deshalb nicht nur die Zahl der Wörter, sondern die syntaktische und semantische Klarheit.
Infinitivgruppe oder Partizipialgruppe?
Beide Konstruktionen können Sätze verdichten, erfüllen aber häufig unterschiedliche Aufgaben.
„Die Gruppe liest mehrere Quellen, um unterschiedliche Positionen zu vergleichen.“
Die Infinitivgruppe bezeichnet einen Zweck.
„Mehrere Quellen vergleichend, entdeckte die Gruppe einen Widerspruch.“
Die Partizipialgruppe beschreibt einen gleichzeitig ablaufenden Vorgang.
„Von dem Widerspruch überrascht, überprüfte die Gruppe die Daten erneut.“
Die Partizipialgruppe beschreibt einen Zustand oder Anlass.
„Die Gruppe beschloss, die Daten erneut zu überprüfen.“
Die Infinitivgruppe ergänzt das Verb „beschloss“.
Du solltest also nicht nur fragen: „Kann ich den Satz verkürzen?“, sondern: „Welche Beziehung will ich ausdrücken?“
Komplexe Sätze analysieren
Bei einer Analyse auf E-Niveau gehst Du schrittweise vor.
- Finites Verb bestimmen: Suche zuerst die finiten Verbformen des Satzes.
- Infinite Verbformen markieren: Achte auf Infinitive mit „zu“ sowie auf Partizip I und Partizip II.
- Grenzen der Gruppe bestimmen: Welche Ergänzungen gehören zur infiniten Verbform?
- Bezug prüfen: Auf welches Satzglied oder welche Person bezieht sich die Gruppe?
- Bedeutungsbeziehung benennen: Drückt die Gruppe Zweck, Gleichzeitigkeit, Vorzeitigkeit, Grund, Alternative oder Zusatzinformation aus?
- Zeichensetzung prüfen: Ist das Komma Pflicht, möglich oder ausgeschlossen?
- Wirkung beurteilen: Macht die Verdichtung den Satz präziser oder schwerer lesbar?
Analysebeispiel 1
Satz:
„Die Schülerin beschloss, ihre Argumentation mit einem zusätzlichen Beispiel zu stützen.“
„beschloss“ ist die finite Verbform. „zu stützen“ ist der Kern der Infinitivgruppe. „ihre Argumentation“, „mit einem zusätzlichen Beispiel“ gehören zur Gruppe. Die Infinitivgruppe ergänzt inhaltlich das Verb „beschloss“. Sie ist satzwertig und wird durch Komma abgetrennt. Die Konstruktion ist klar und knapp.
Ausführlicher:
„Die Schülerin beschloss, dass sie ihre Argumentation mit einem zusätzlichen Beispiel stützen würde.“
Die Infinitivgruppe ist stilistisch meist eleganter.
Analysebeispiel 2
Satz:
„Von der unerwarteten Kritik verunsichert, begann der Sprecher seine Erklärung noch einmal von vorn.“
Kern der Partizipialgruppe ist „verunsichert“, ein Partizip II. Die Gruppe bezieht sich auf „der Sprecher“. Inhaltlich nennt sie einen Zustand beziehungsweise einen Grund für die folgende Handlung. Das Komma gliedert den Satz deutlich. Die Verdichtung ist gut verständlich.
Ausführlicher:
„Weil der Sprecher von der unerwarteten Kritik verunsichert war, begann er seine Erklärung noch einmal von vorn.“
Beide Formen sind möglich. Die Partizipialgruppe wirkt knapper und schriftsprachlicher.
Analysebeispiel 3
Satz:
„Die Gruppe versuchte, ohne die widersprüchlichen Messwerte einfach auszublenden, eine gemeinsame Erklärung zu finden.“
Die Infinitivgruppe ist hier ungeschickt platziert. Beim ersten Lesen bleibt unklar, welche Wörter zusammengehören.
Besser:
„Die Gruppe versuchte, eine gemeinsame Erklärung zu finden, ohne die widersprüchlichen Messwerte einfach auszublenden.“
Noch klarer:
„Die Gruppe wollte eine gemeinsame Erklärung finden. Dabei wollte sie die widersprüchlichen Messwerte nicht einfach ausblenden.“
Die Überarbeitung zeigt: Grammatische Verdichtung darf die lineare Verständlichkeit nicht zerstören.
Transformationen: Vom Nebensatz zur Verdichtung
Zweck:
„Die Klasse führt Interviews, damit sie unterschiedliche Perspektiven kennenlernt.“
→ „Die Klasse führt Interviews, um unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.“
Fehlender Begleitumstand:
„Er gab die Behauptung weiter, ohne dass er die Quelle überprüfte.“
→ „Er gab die Behauptung weiter, ohne die Quelle zu überprüfen.“
Alternative:
„Sie überarbeitete die Grafik, anstatt dass sie die Daten unverändert übernahm.“
→ „Sie überarbeitete die Grafik, anstatt die Daten unverändert zu übernehmen.“
Gleichzeitigkeit:
„Während Malik die Notizen ordnete, hörte er die Aufnahme noch einmal an.“
→ „Die Notizen ordnend, hörte Malik die Aufnahme noch einmal an.“
Die verdichtete Fassung ist grammatisch möglich, wirkt aber leicht künstlich.
Natürlicher:
„Malik ordnete die Notizen und hörte dabei die Aufnahme noch einmal an.“
Grund oder Zustand:
„Weil die Gruppe von der deutlichen Abweichung überrascht war, kontrollierte sie die Messung.“
→ „Von der deutlichen Abweichung überrascht, kontrollierte die Gruppe die Messung.“
Hier ist die Verdichtung stilistisch überzeugend.
Transformationen: Wann Auflösen besser ist
Verdichtete Form:
„Von der langen Diskussion erschöpft und zugleich von den neuen Argumenten zum Weiterdenken angeregt, beschloss die Gruppe, die Ergebnisse erst am folgenden Tag endgültig bewerten zu wollen.“
Der Satz enthält zwei starke Verdichtungen. Die Informationsdichte ist hoch.
Verständlicher:
„Die lange Diskussion hatte die Gruppe erschöpft. Gleichzeitig hatten die neuen Argumente weitere Fragen ausgelöst. Deshalb beschloss die Gruppe, die Ergebnisse erst am folgenden Tag endgültig zu bewerten.“
Eine gute Textüberarbeitung kann also genau in die andere Richtung gehen: Entdichten statt verdichten.
Typische Fehler
Fehler 1: Falscher Bezug
Problematisch:
„Am Bahnhof angekommen, fuhr der Zug gerade ab.“
Der Zug ist grammatisch der Bezugsträger von „angekommen“. Gemeint sind aber vermutlich Reisende.
Besser:
„Am Bahnhof angekommen, sahen wir den Zug gerade abfahren.“
Fehler 2: Zu viele Verdichtungen hintereinander
Problematisch:
„Von der Aufgabe überrascht, unter Zeitdruck geraten und nach einer Lösung suchend, versuchte Mia, die Ergebnisse noch rechtzeitig neu berechnen zu können.“
Besser:
„Mia war von der Aufgabe überrascht und geriet unter Zeitdruck. Sie suchte nach einer Lösung und versuchte, die Ergebnisse noch rechtzeitig neu zu berechnen.“
Fehler 3: Unklare Person in der Infinitivgruppe
Problematisch:
„Lena bat Sara, ihre Ergebnisse zu erklären.“
„ihre“ kann sich auf Lena oder Sara beziehen.
Besser:
„Lena bat Sara, Saras Ergebnisse zu erklären.“
Oder:
„Lena bat Sara: ‚Erkläre bitte deine Ergebnisse.‘“
Fehler 4: Komma nach bloßem Signalwortdenken
Nicht jedes „zu“ eröffnet eine abtrennbare Infinitivgruppe.
Richtig ohne Komma:
„Die Lösung scheint zu stimmen.“
„Er braucht nicht zu warten.“
Dagegen:
„Er versprach, pünktlich zu kommen.“
Du musst also den Satzbau untersuchen, nicht nur einzelne Wörter markieren.
Fehler 5: Pflichtkomma bei einem Zusatz vergessen
Falsch:
„Die Sprecherin sichtlich erleichtert beantwortete die letzte Frage.“
Als eingeschobener Zusatz braucht die Gruppe eine klare Abtrennung:
„Die Sprecherin, sichtlich erleichtert, beantwortete die letzte Frage.“
Alternativ als enges Attribut:
„Die sichtlich erleichterte Sprecherin beantwortete die letzte Frage.“
Die beiden Formen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Stilwerkstatt: Drei Fassungen vergleichen
Ausgangsinformation:
Die Projektgruppe hatte neue Daten erhalten. Sie war von der Abweichung überrascht. Sie wollte keinen vorschnellen Schluss ziehen. Deshalb überprüfte sie die Messmethode.
Fassung A – mehrere Hauptsätze:
„Die Projektgruppe erhielt neue Daten. Die Abweichung überraschte sie. Sie wollte keinen vorschnellen Schluss ziehen. Deshalb überprüfte sie die Messmethode.“
Die Fassung ist sehr klar, wirkt aber etwas abgehackt.
Fassung B – ausgewogene Verdichtung:
„Von der Abweichung in den neuen Daten überrascht, überprüfte die Projektgruppe die Messmethode, um keinen vorschnellen Schluss zu ziehen.“
Die beiden verdichteten Konstruktionen haben klare Bezüge und unterschiedliche Funktionen. Die Fassung ist kompakt und gut lesbar.
Fassung C – Überverdichtung:
„Von der Abweichung der neu erhaltenen Daten überrascht und einen vorschnellen Schluss vermeiden wollend, begann die Projektgruppe, die zuvor eingesetzte Messmethode noch einmal vollständig überprüfen zu wollen.“
Die grammatischen Möglichkeiten werden überbeansprucht. Die Form wirkt schwerfällig.
Für gute Texte ist Fassung B meist am überzeugendsten.
Entscheidungsfragen für Deine Textüberarbeitung
Wenn Du eine Infinitiv- oder Partizipialgruppe verwenden willst, prüfe diese Fragen:
- Bezug: Ist eindeutig, wer handelt oder wer beschrieben wird?
- Bedeutung: Wird die logische Beziehung klar?
- Informationsdichte: Enthält die Gruppe nur so viele Angaben, wie beim ersten Lesen verarbeitet werden können?
- Satzrhythmus: Wechseln kurze und komplexere Strukturen sinnvoll?
- Zeichensetzung: Sind Pflichtkommas gesetzt und optionale Kommas sinnvoll gewählt?
- Adressatenbezug: Passt die sprachliche Dichte zur Zielgruppe und Textsorte?
- Stil: Klingt die Konstruktion natürlich oder unnötig bürokratisch und künstlich?
Medien zur Vertiefung
Das folgende Video vertieft Infinitivgruppen und typische Zweifelsfälle bei der Kommasetzung:
Das folgende Video behandelt Partizipialkonstruktionen ausdrücklich als Mittel, Nebensätze zu verkürzen und Texte präziser zu formulieren. Es liegt sprachlich teilweise über dem Niveau der Klasse 9 und eignet sich deshalb gut zur Erweiterung:
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Wortgruppe ist eine satzwertige Infinitivgruppe? (die Ergebnisse sorgfältig zu vergleichen) (!die sorgfältig verglichenen Ergebnisse) (!weil die Ergebnisse verglichen wurden) (!der sorgfältige Vergleich)
Welche Funktion hat die Infinitivgruppe im Satz Die Klasse übt, um sicher aufzutreten? (Sie nennt den Zweck des Übens.) (!Sie nennt den Ort des Übens.) (!Sie nennt die Person, die beobachtet.) (!Sie ersetzt das Subjekt des Hauptsatzes.)
Welche Aussage zur Kommasetzung bei satzwertigen Infinitivgruppen trifft nach den geltenden Regeln zu? (Sie werden grundsätzlich durch Komma vom übergeordneten Satz abgetrennt.) (!Sie dürfen grundsätzlich nie mit Komma abgetrennt werden.) (!Ein Komma ist nur nach einem Doppelpunkt erlaubt.) (!Ein Komma steht nur bei Infinitiven ohne zu.)
Welcher Satz enthält eine Partizipialgruppe mit Partizip I? (Leise summend, ordnete Ben seine Notizen.) (!Von der Aufgabe überrascht, las Ben weiter.) (!Ben versucht, seine Notizen zu ordnen.) (!Weil Ben summte, arbeitete er weiter.)
Welche Bedeutung hat die Gruppe Von den Ergebnissen überrascht im Satz Von den Ergebnissen überrascht, prüfte die Gruppe ihre Hypothese erneut? (Sie beschreibt einen Zustand oder Anlass der Gruppe.) (!Sie nennt das Ziel der erneuten Prüfung.) (!Sie nennt einen zukünftigen Plan.) (!Sie bildet das finite Prädikat des Satzes.)
Welcher Satz enthält einen problematischen Bezug der Partizipialgruppe? (Am Bahnhof angekommen, fuhr der Zug gerade ab.) (!Am Bahnhof angekommen, suchten wir nach Gleis drei.) (!Von der Kritik überrascht, überarbeitete Lea ihren Text.) (!Leise pfeifend, ging Malik nach Hause.)
Welche Fassung ist am klarsten verdichtet? (Von der Abweichung überrascht, überprüfte die Gruppe die Messung.) (!Von der Abweichung der Messung im Rahmen der zuvor mehrfach überarbeiteten Versuchsanordnung überrascht worden seiend, überprüfte die Gruppe.) (!Die Abweichung überrascht die Gruppe überprüfte die Messung.) (!Überprüfend überrascht die Abweichung die Gruppe.)
Warum kann ein Komma bei einer freien Partizipialgruppe sinnvoll sein? (Es kann die Gliederung verdeutlichen und Missverständnisse vermeiden.) (!Es verwandelt jedes Partizip in ein finites Verb.) (!Es zeigt immer eine direkte Rede an.) (!Es ersetzt grundsätzlich einen Punkt.)
Welcher Satz zeigt eine Infinitivkonstruktion, die eng zum Prädikat gehört und deshalb nicht durch Komma abgetrennt wird? (Die Lösung scheint richtig zu sein.) (!Die Gruppe beschloss, die Lösung zu prüfen.) (!Sie ging, ohne sich zu verabschieden.) (!Er dachte daran, die Lösung zu prüfen.)
Was ist bei stilistischer Verdichtung am wichtigsten? (Bezug, Bedeutung und Verständlichkeit müssen trotz Kürze eindeutig bleiben.) (!Jeder Satz muss möglichst viele Partizipialgruppen enthalten.) (!Je länger die Wortgruppe ist, desto besser ist der Stil.) (!Nebensätze sind in anspruchsvollen Texten grundsätzlich falsch.)
Memory
| Infinitivgruppe | Wortgruppe mit einem Infinitiv mit zu |
| Partizip I | häufig gleichzeitige oder aktive Bedeutung |
| Partizip II | häufig abgeschlossene, resultative oder passive Bedeutung |
| um zu | Ausdruck eines Zwecks |
| ohne zu | Ausdruck eines fehlenden Begleitumstands |
| Bezugswort | Wort, das auf eine folgende oder vorausgehende Gruppe verweist |
| Verdichtung | Zusammenfassung mehrerer Informationen in kompakter Form |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion oder Merkmal |
|---|---|
| Infinitivgruppe | enthält einen Infinitiv mit zu |
| Partizip-I-Gruppe | beschreibt häufig einen gleichzeitigen aktiven Vorgang |
| Partizip-II-Gruppe | beschreibt häufig einen Zustand oder ein Ergebnis |
| Pflichtkomma | trennt eine satzwertige Infinitivgruppe vom übergeordneten Satz |
| Stilprüfung | untersucht Bezug, Informationsdichte und Verständlichkeit |
Kreuzworträtsel
| Infinitiv | Wie heißt die Grundform eines Verbs? |
| Partizip | Wie heißt eine infinite Verbform wie lachend oder überrascht? |
| Verdichtung | Wie nennt man das sprachliche Zusammenfassen mehrerer Informationen in kompakter Form? |
| Bezugswort | Wie heißt ein Wort wie daran oder es, das auf eine Infinitivgruppe verweisen kann? |
| Gleichzeitigkeit | Welche zeitliche Beziehung drückt ein Partizip I häufig aus? |
| Nachtrag | Wie nennt man eine nachgestellte Zusatzinformation, die durch Komma abgetrennt wird? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Infinitivgruppe erkennen: Suche in einem aktuellen Zeitungs- oder Schulbuchtext fünf Infinitivgruppen. Markiere jeweils den Infinitiv mit „zu“ und die Wörter, die zur Gruppe gehören.
- Partizipialgruppe erkennen: Formuliere zu fünf Partizipialgruppen jeweils einen vollständigen Nebensatz, der ungefähr dieselbe Information ausdrückt.
- Kommasetzung üben: Schreibe acht eigene Sätze mit Infinitivgruppen und erkläre bei jedem Satz in einem kurzen Kommentar, warum das Komma steht oder warum keines stehen darf.
- Satzvarianten vergleichen: Formuliere dieselbe Information einmal als zwei Hauptsätze, einmal mit Nebensatz und einmal mit einer verdichteten Konstruktion. Entscheide, welche Fassung Du am klarsten findest.
Standard
- Textüberarbeitung: Überarbeite einen Absatz aus einem eigenen Schultext. Ersetze mindestens zwei passende Nebensätze durch Infinitiv- oder Partizipialgruppen, ohne die Verständlichkeit zu verschlechtern.
- Fehleranalyse: Erfinde fünf fehlerhafte Sätze mit unklarem Bezug einer Partizipialgruppe. Tausche sie mit einer Partnerin oder einem Partner und verbessert die Sätze gegenseitig.
- Stilvergleich: Untersuche einen sachlichen Text und einen erzählenden Text darauf, wie häufig verdichtende Konstruktionen vorkommen. Formuliere eine begründete Vermutung über die Unterschiede.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo, in dem Du an mindestens vier selbst erfundenen Beispielen zeigst, wie Infinitiv- und Partizipialgruppen Sätze verdichten können.
Schwer
- Sprachkritik: Sammle sechs besonders dichte Sätze aus Zeitungen, Informationsbroschüren oder Sachtexten. Analysiere, welche Konstruktionen verwendet werden, und entscheide, ob eine Entdichtung den Text verbessern würde.
- Stilwerkstatt: Schreibe einen Absatz mit absichtlich übertriebener Verdichtung. Überarbeite ihn anschließend zu einer gut lesbaren Fassung und kommentiere mindestens fünf Änderungen.
- Grammatikvergleich: Vergleiche Infinitivgruppen, Partizipialgruppen und finite Nebensätze hinsichtlich Satzbau, Informationsgewicht, Zeichensetzung und Stilwirkung. Präsentiere Dein Ergebnis in einer übersichtlichen Tabelle.
- Redaktionskonferenz: Arbeitet in Gruppen als Redaktion. Jede Gruppe erhält denselben komplexen Ausgangstext und erstellt eine knappe sowie eine besonders verständliche Version. Diskutiert anschließend, welche Verdichtungen Ihr beibehalten oder aufgelöst habt und warum.


Lernkontrolle
- Analyse eines komplexen Satzes: Analysiere den Satz „Von den widersprüchlichen Ergebnissen überrascht, beschloss die Gruppe, die Messung zu wiederholen, um einen Fehler auszuschließen.“ Bestimme alle verdichtenden Konstruktionen, ihre Bezüge, Bedeutungsfunktionen und die Kommas.
- Transformation mit Begründung: Formuliere einen Nebensatz mit „damit“ in eine Konstruktion mit „um zu“ um. Erkläre anschließend, unter welcher Voraussetzung die Umformung inhaltlich eindeutig ist.
- Stilentscheidung: Vergleiche eine stark verdichtete und eine entzerrte Version desselben Sachverhalts. Beurteile, welche für einen Bericht an eine neunte Klasse geeigneter ist, und begründe Deine Entscheidung anhand von mindestens drei Kriterien.
- Fehlerdiagnose: Erkläre, warum der Satz „Auf dem Schulhof angekommen, begann der Regen“ problematisch ist. Formuliere zwei unterschiedliche Verbesserungen und erläutere deren Wirkung.
- Zeichensetzung im Kontext: Erkläre den Unterschied zwischen „Die Lösung scheint richtig zu sein“ und „Die Gruppe scheint zu hoffen, die Lösung richtig erklärt zu haben“. Untersuche dabei besonders, welche infiniten Formen Teil des Prädikats sind und wo eine satzwertige Gruppe beginnt.
- Transfer in einen eigenen Text: Schreibe einen kurzen sachlichen Absatz mit mindestens einer Infinitivgruppe und einer Partizipialgruppe. Kommentiere anschließend, warum Du an diesen Stellen verdichtet hast und wie Du die Verständlichkeit gesichert hast.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Regeln auswendig wiedergibst, sondern sie in komplexen Sätzen anwenden und begründen kannst.
- Grammatische Analyse: Du erkennst Infinitiv- und Partizipialgruppen und bestimmst ihre Bestandteile.
- Syntaktischer Bezug: Du kannst eindeutig erklären, auf welches Satzglied sich eine verdichtete Konstruktion bezieht.
- Bedeutungsbeziehungen: Du unterscheidest unter anderem Zweck, Gleichzeitigkeit, Zustand, Grund, Alternative und Zusatzinformation.
- Kommaregeln: Du setzt Pflichtkommas sicher und kannst bei Partizipialgruppen die Funktion eines gliedernden Kommas erklären.
- Stilkompetenz: Du beurteilst, ob eine Verdichtung prägnant oder überladen wirkt.
- Überarbeitungskompetenz: Du kannst unklare oder fehlerhafte Verdichtungen auflösen und durch verständlichere Konstruktionen ersetzen.
- Transfer: Du verwendest Infinitiv- und Partizipialgruppen gezielt in eigenen sachlichen und argumentierenden Texten.
OERs zum Thema
Weiterführende verlässliche Regelübersichten:
Duden: Komma bei Partizipialgruppen
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen