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D6 M - Aussagen mit Textstellen belegen

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D6 M - Aussagen mit Textstellen belegen



D6 M - Aussagen mit Textstellen belegen

Klasse 6 · M-Niveau · Deutsch · Lesen, Schreiben und Medienbildung

In diesem aiMOOC trainierst Du eine Fähigkeit, die Du in fast allen Fächern brauchst: Du sollst Aussagen über einen Text nicht nur aufstellen, sondern mit einer passenden Textstelle belegen. Dabei lernst Du, drei Dinge sicher auseinanderzuhalten: eine Behauptung, eine Textinformation und einen Beleg. Außerdem übst Du, Belegstellen schnell zu finden, sinnvoll zu markieren und in eigene Antworten einzubauen.

Ein guter Beleg funktioniert wie eine Lupe: Er zeigt genau die Stelle, an der man prüfen kann, ob Deine Aussage wirklich zum Text passt.

Bereich Das trainierst Du
Lesen wichtige Informationen finden, Schlüsselwörter erkennen, Textstellen eingrenzen
Schreiben Behauptungen mit direkten oder sinngemäßen Belegen absichern
Denken zwischen sicher belegt, nur teilweise belegt und nicht belegt unterscheiden
Medienbildung Aussagen einer KI oder anderer Quellen an einem Ausgangstext überprüfen


Einleitung

Wenn Du schreibst: „Der neue Pausenhof kommt gut an.“, kann die Leserin oder der Leser fragen: „Woher weißt Du das?“ Genau dann brauchst Du einen Beleg. Ein Beleg ist nicht einfach irgendein Satz aus dem Text. Er muss genau zu Deiner Aussage passen.

Diese Fähigkeit ist wichtig beim Leseverstehen, bei Sachtexten, bei Erzählungen, bei Textanalysen, beim Argumentieren und später auch beim wissenschaftlichen Arbeiten.

Das Video zu Lesestrategien hilft Dir besonders beim Erkennen von Schlüsselbegriffen, Kernaussagen und Belegstellen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Behauptungen als Aussagen erkennen, die überprüft werden müssen.
  2. Textinformationen in eigenen Worten wiedergeben.
  3. eine konkrete Textstelle auswählen, die eine Aussage stützt, einschränkt oder widerlegt.
  4. einen kurzen wörtlichen Beleg korrekt in eine Antwort einbauen.
  5. einen sinngemäßen Beleg mit Zeilenangabe formulieren.
  6. zwischen vollständig belegt, teilweise belegt und nicht belegt unterscheiden.
  7. zu einer Frage gezielt Schlüsselwörter und passende Textstellen suchen.
  8. Aussagen einer KI an einem vorgegebenen Text überprüfen.
  9. begründen, warum ein Beleg gut, zu allgemein oder unpassend ist.


Behauptung, Textinformation und Beleg

Diese drei Begriffe gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.

Begriff Bedeutung Beispiel
Behauptung Eine Aussage, die geprüft werden soll. Sie kann richtig, teilweise richtig oder falsch sein. „Die Klasse nutzt den Schulgarten gern.“
Textinformation Ein Inhalt, der ausdrücklich im Text steht und in eigenen Worten wiedergegeben werden kann. Viele Kinder beteiligen sich regelmäßig an der Gartenarbeit.
Beleg Eine möglichst genaue Textstelle, mit der Du die Behauptung überprüfst. „An jedem Gartendienst nehmen zwischen 18 und 22 Kinder teil.“ (Z. 5–6)

Merksatz: Eine Textstelle wird erst dann zu einem guten Beleg, wenn klar ist, welche Behauptung sie stützen, einschränken oder widerlegen soll.


Der Unterschied an einem Mini-Text

Mini-Text: Das Pausenhofbeet

Zeile Text
1 Seit März pflegt die Klasse 6b ein Beet neben dem Pausenhof.
2 Dort wachsen Minze, Salbei, Ringelblumen und Erdbeeren.
3 Jeden Mittwoch übernimmt eine andere Tischgruppe das Gießen.
4 Im Mai beobachteten die Schülerinnen und Schüler an drei Tagen mehrere Hummeln und Schmetterlinge an den Blüten.
5 Einige Kinder bringen inzwischen freiwillig Küchenkräuter-Samen von zu Hause mit.
6 Über die Sommerferien übernimmt der Hausmeister das Gießen.

Behauptung: „Das Beet lockt Insekten an.“

Textinformation: Im Mai wurden Hummeln und Schmetterlinge an den Blüten beobachtet.

Beleg: „Im Mai beobachteten die Schülerinnen und Schüler an drei Tagen mehrere Hummeln und Schmetterlinge an den Blüten.“ (Z. 4)

Bewertung: Die Behauptung ist gut belegt. Die Textstelle nennt konkrete beobachtete Insekten.


Belegkarten

Belegkarten helfen Dir, die drei Ebenen nicht zu vermischen.

Karte Inhalt Prüffrage
A – Behauptung Das Beet wird von der Klasse regelmäßig gepflegt. Was soll geprüft werden?
B – Textinformation Verschiedene Tischgruppen sind mittwochs mit dem Gießen dran. Was sagt der Text inhaltlich?
C – Beleg „Jeden Mittwoch übernimmt eine andere Tischgruppe das Gießen.“ (Z. 3) Wo genau steht etwas Passendes?

Mini-Auftrag: Formuliere zu Zeile 6 eine neue Behauptung und schreibe darunter die passende Textinformation sowie den genauen Beleg.

Mögliches Feedback: Eine passende Behauptung wäre: „In den Sommerferien kümmert sich nicht die Klasse selbst um das Gießen.“ Textinformation: Der Hausmeister übernimmt das Gießen. Beleg: „Über die Sommerferien übernimmt der Hausmeister das Gießen.“ (Z. 6)


Die Belegampel

Nicht jeder Beleg ist gleich stark. Verwende gedanklich eine Belegampel.

Ampel Bedeutung Frage
Grün – bestätigt Die Textstelle passt direkt zur Behauptung. Steht genau das oder sinngemäß dasselbe im Text?
Gelb – eingeschränkt Ein Teil stimmt, aber die Behauptung ist zu stark oder zu allgemein. Wörter wie „alle“, „immer“, „nie“, „nur“ oder „am besten“ wirklich belegt?
Rot – widerlegt oder unbelegt Der Text sagt etwas anderes oder liefert keine passende Information. Gibt es eine Gegenstelle oder fehlt der Nachweis?

Achtung bei Verstärkerwörtern: Aus „einige Kinder“ darfst Du nicht „alle Kinder“ machen. Aus „an drei Tagen“ wird nicht automatisch „jeden Tag“.


So findest Du passende Textstellen

Arbeite wie ein Belegdetektiv:

  1. Frage klären: Was genau sollst Du herausfinden?
  2. Behauptung zerlegen: Markiere die wichtigsten Wörter der Aussage.
  3. Suchwörter bilden: Suche im Text nach denselben Wörtern oder passenden Synonymen.
  4. Fundstelle lesen: Lies nicht nur ein einzelnes Wort, sondern mindestens den ganzen Satz und bei Bedarf den Satz davor oder danach.
  5. Passung prüfen: Stützt die Stelle wirklich die gesamte Behauptung?
  6. Beleg eingrenzen: Nimm nur so viel Text wie nötig.
  7. Zeile angeben: Notiere die genaue Zeile oder den Zeilenbereich.
  8. Einbauen: Erkläre in Deinem eigenen Satz, was der Beleg zeigt.

Suchwort-Brücke:

Behauptung enthält Im Text könnte stehen
„beliebt“ gern, häufig gewählt, viele nutzen, große Nachfrage
„Problem“ Schwierigkeit, Nachteil, Störung, Beschwerde
„verbessert“ steigt, gelingt besser, nimmt zu, wird schneller
„selten“ nur wenige, kaum, vereinzelt, nicht häufig


Markieren mit System

Eine Markierung soll Dir beim Denken helfen. Wenn alles bunt ist, hilft sie nicht mehr.

Beispiel:

Behauptung: Die neue Ausleihe wird von vielen Kindern genutzt.

Textinformation: 19 von 26 Kindern liehen in der ersten Pause mindestens einen Gegenstand aus.

Beleg: „Von 26 Kindern liehen 19 mindestens einen Gegenstand aus.“

Du kannst beim Lesen einen einfachen Farbcode verwenden:

  1. Gelb: Schlüsselwort in der Frage oder Behauptung.
  2. Blau: wichtige Textinformation.
  3. Grün: endgültige Belegstelle.
  4. Rot am Rand: Stelle, die einer Behauptung widerspricht.

Tipp: Markiere zuerst sparsam. Entscheide erst danach, welche Stelle wirklich als Beleg taugt.


Einen Beleg in eine eigene Antwort einbauen

Ein guter Antwortsatz besteht meist aus eigener Aussage + Beleg + kurzer Erklärung.

Direkter Beleg:

„Die Gartenarbeit ist fest organisiert. Das erkennt man daran, dass im Text steht: ‚Jeden Mittwoch übernimmt eine andere Tischgruppe das Gießen.‘ (Z. 3)“

Sinngemäßer Beleg:

„Die Gartenarbeit ist fest organisiert, weil laut Zeile 3 jede Woche eine andere Tischgruppe für das Gießen zuständig ist.“

Beleg mit Auswertung:

„Das Beet lockt verschiedene Insekten an. In Zeile 4 werden Hummeln und Schmetterlinge genannt. Dadurch wird die Behauptung konkret gestützt.“


Satzstarter für eigene Antworten

Funktion Satzstarter
Behauptung nennen „Die Aussage trifft zu, weil …“
Textinformation wiedergeben „Im Text wird erklärt, dass …“
direkten Beleg einbauen „Das erkennt man an der Stelle: ‚…‘ (Z. …).“
sinngemäß belegen „In den Zeilen … wird beschrieben, dass …“
einschränken „Die Aussage stimmt nur teilweise, denn …“
widersprechen „Die Aussage wird durch den Text widerlegt, weil …“
Beleg auswerten „Diese Stelle zeigt, dass …“


Typische Belegfehler

Fehler Problem Verbesserung
Zu langer Beleg Ein ganzer Absatz wird abgeschrieben. Nur die entscheidende Stelle auswählen.
Nur Zeilennummer „Siehe Z. 4“ erklärt noch nichts. Textinformation nennen und die Zeile einbauen.
Beleg passt nur teilweise Ein Detail stützt nicht die ganze Aussage. Behauptung abschwächen oder eine bessere Stelle suchen.
Wort verändert Ein direktes Zitat wird ungenau wiedergegeben. Wörtlich zitieren oder bewusst sinngemäß formulieren.
Übertreibung Aus „manche“ wird „alle“. Mengenwörter genau beachten.
Beleg ohne Erklärung Die Textstelle steht allein. Danach erklären, was sie für die Behauptung bedeutet.


Trainingstext 1: Die Pausenspiel-Ausleihe

Alle folgenden Übungstexte sind für diesen Kurs neu verfasst.

Zeile Text
1 Seit zwei Wochen können die Sechstklässler in der großen Pause Spielgeräte ausleihen.
2 Zur Auswahl stehen Tischtennisschläger, Springseile, Softbälle und zwei Wurfringe.
3 Am ersten Montag wurden 31 Gegenstände ausgeliehen, am zweiten Montag waren es 38.
4 Besonders häufig wurden Tischtennisschläger verlangt.
5 Für die Ausgabe sind jeweils zwei Kinder aus der Klasse 6a zuständig.
6 Dreimal kamen Spielgeräte erst nach dem Pausenende zurück.
7 Verloren ging bisher kein Gegenstand.
8 Der Klassenrat möchte die Ausleihe zunächst noch zwei Wochen testen.

Auftrag A: Prüfe die Behauptung „Die Ausleihe wird immer beliebter.“

Auftrag B: Prüfe die Behauptung „Bei der Ausleihe geht häufig etwas verloren.“

Auftrag C: Prüfe die Behauptung „Tischtennis ist bei der Ausleihe besonders gefragt.“

Auftrag D: Formuliere selbst eine Behauptung, die durch Zeile 8 belegt werden kann.

Feedback: A ist nur eingeschränkt belegbar. Die Zahl steigt von 31 auf 38, aber zwei Montage reichen nicht sicher für „immer beliebter“. B wird widerlegt: In Zeile 7 steht, dass bisher kein Gegenstand verloren ging. C wird durch Zeile 4 direkt gestützt. Zu D passt zum Beispiel: „Der Klassenrat hat noch nicht endgültig über die dauerhafte Ausleihe entschieden.“


Trainingstext 2: Eine ruhigere Pause?

Zeile Text
1 Die Klasse 6c testete an drei Schultagen eine handyfreie Mittagspause.
2 Vor dem Test durften die Schülerinnen und Schüler ihre Handys in diesem Zeitraum benutzen.
3 Nach jedem Testtag kreuzten 25 Kinder an, wie sie die Pause erlebt hatten.
4 16 Kinder fanden, dass sie mehr miteinander gesprochen hätten.
5 6 Kinder bemerkten keinen Unterschied.
6 3 Kinder gaben an, sich ohne Handy eher gelangweilt zu haben.
7 Die Klasse beschloss noch keine feste Regel.
8 In zwei Wochen soll über einen längeren Versuch abgestimmt werden.

Behauptung 1: „Alle Kinder fanden die handyfreie Pause besser.“

Behauptung 2: „Mehr als die Hälfte der befragten Kinder sagte, sie habe mehr miteinander gesprochen.“

Behauptung 3: „Die Klasse hat Handys in der Mittagspause dauerhaft verboten.“

Feedback: Behauptung 1 ist falsch, weil Zeilen 5 und 6 andere Reaktionen zeigen. Behauptung 2 ist belegt: 16 von 25 sind mehr als die Hälfte; die passende Textstelle steht in Zeile 4. Behauptung 3 wird durch Zeilen 7 und 8 widerlegt, denn es gibt noch keine feste Regel.


Belegqualität vergleichen

Behauptung: „Die Klasse 6c ist sich bei der handyfreien Pause nicht einig.“

Beleg A: „Die Klasse 6c testete an drei Schultagen eine handyfreie Mittagspause.“ (Z. 1)

Beleg B: „16 Kinder fanden, dass sie mehr miteinander gesprochen hätten. 6 Kinder bemerkten keinen Unterschied. 3 Kinder gaben an, sich ohne Handy eher gelangweilt zu haben.“ (Z. 4–6)

Beleg C: „In zwei Wochen soll über einen längeren Versuch abgestimmt werden.“ (Z. 8)

Auftrag: Welcher Beleg passt am besten? Begründe.

Feedback: Beleg B passt am besten. Die drei verschiedenen Rückmeldungen zeigen direkt, dass die Gruppe unterschiedliche Erfahrungen gemacht hat. A beschreibt nur den Versuch. C beschreibt nur den nächsten Schritt.


Hör-Beleg: Informationen aus einem Audio prüfen

Du kannst Aussagen nicht nur an gedruckten Texten prüfen. Auch bei einem Hörtext musst Du genau unterscheiden: Was höre ich wirklich? Was schließe ich nur daraus?

Die Aufnahme enthält das gemeinfreie Gedicht „Der Abend ist mein Buch“ von Rainer Maria Rilke, gesprochen für das deutschsprachige Wikisource-Projekt.

Hörauftrag:

  1. Prüfe die Aussage: „Der Abend wird mit einem Buch verglichen.“
  2. Prüfe die Aussage: „Die sprechende Person sitzt sicher in einer Bibliothek.“
  3. Prüfe die Aussage: „Das Lesen wird als ruhige, langsame Tätigkeit dargestellt.“

Feedback: Aussage 1 lässt sich direkt belegen. Aussage 2 ist nicht belegt: Ein konkreter Ort wie eine Bibliothek wird nicht genannt. Aussage 3 lässt sich durch die Beschreibung des Lesens und die ruhige Handlung gut stützen. Bei Hörtexten musst Du besonders darauf achten, nichts hinzuzuerfinden.


KI-Faktencheck: Bestätigen, einschränken oder widerlegen

Eine KI kann einen Text schnell zusammenfassen. Sie kann aber auch übertreiben, Informationen vermischen oder etwas behaupten, das im Ausgangstext gar nicht steht. Deshalb gilt: Nicht die KI entscheidet, ob eine Aussage stimmt – der Ausgangstext ist die Prüfgrundlage.

Ausgangstext: Test der Pausenausleihe

Zeile Text
1 Am Dienstag testete die Klasse 6a in der ersten großen Pause eine Ausleihe für Spielgeräte.
2 Die Geräte sollten bis zum Ende der Pause zurückgegeben werden.
3 Von 26 Kindern liehen 19 mindestens einen Gegenstand aus.
4 Am häufigsten wurden Tischtennisschläger ausgeliehen; sie wurden elfmal ausgegeben.
5 Drei Softbälle wurden erst in der zweiten großen Pause zurückgebracht.
6 Kein Spielgerät ging verloren.
7 Im Klassenrat wurde beschlossen, den Test zwei weitere Wochen fortzusetzen.
8 Erst danach soll über ein dauerhaftes Angebot entschieden werden.

Eine KI behauptet:

  1. „Die Mehrheit der Klasse nutzte die Ausleihe.“
  2. „Fast alle Kinder wollten Tischtennis spielen.“
  3. „Einige Spielgeräte kamen zu spät zurück.“
  4. „Beim Test ging Material verloren.“
  5. „Der Klassenrat hat die Ausleihe dauerhaft beschlossen.“

Deine Aufgabe: Ordne jede KI-Aussage einem Urteil zu: bestätigen, einschränken oder widerlegen. Nenne danach mindestens eine genaue Textstelle.

KI-Aussage Passendes Urteil
Die Mehrheit der Klasse nutzte die Ausleihe. bestätigen
Fast alle Kinder wollten Tischtennis spielen. einschränken
Einige Spielgeräte kamen zu spät zurück. bestätigen
Beim Test ging Material verloren. widerlegen
Die Ausleihe wurde dauerhaft beschlossen. widerlegen



Ausführliches Feedback: Aussage 1 ist bestätigt, denn 19 von 26 Kindern sind mehr als die Hälfte (Z. 3). Aussage 2 muss eingeschränkt werden: Tischtennisschläger waren zwar am häufigsten ausgeliehen, aber elf Ausleihen bedeuten nicht „fast alle Kinder“ (Z. 4). Aussage 3 ist bestätigt, weil drei Softbälle erst in der zweiten Pause zurückkamen, obwohl die Rückgabe bis zum Ende der ersten Pause vorgesehen war (Z. 2 und 5). Aussage 4 wird durch Zeile 6 widerlegt. Aussage 5 wird durch Zeilen 7 und 8 widerlegt: Zuerst läuft nur ein weiterer Test.

Transferfrage: Warum wäre die Aussage „Tischtennis ist eindeutig die Lieblingssportart der Klasse“ noch stärker als die KI-Aussage aus Nummer 2?

Feedback: Die Ausleihzahlen zeigen nur, welches Gerät in dieser Pause am häufigsten ausgeliehen wurde. Daraus folgt nicht sicher, welche Sportart insgesamt die Lieblingssportart der Klasse ist.

Beim Faktencheck im Internet gilt dasselbe Grundprinzip wie bei einem Schultext: Eine Aussage wird nicht dadurch wahr, dass sie überzeugend klingt. Du brauchst überprüfbare Informationen und passende Belege.


Belegstärke: Was ist wirklich bewiesen?

Lies wieder den Text zur Pausenausleihe.

Aussage Bewertung Warum?
„Viele Kinder nutzten die Ausleihe.“ gut belegbar 19 von 26 Kindern liehen etwas aus.
„Die Ausleihe war ein großer Erfolg.“ nur teilweise belegbar Nutzung ist erkennbar, aber „großer Erfolg“ braucht weitere Kriterien.
„Alle wollten Tischtennis spielen.“ nicht belegbar Es gab elf Ausleihen von Tischtennisschlägern, nicht 26.
„Es gab Probleme bei der Rückgabe.“ belegbar Drei Bälle kamen später zurück als vorgesehen.

M-Niveau-Tipp: Achte nicht nur darauf, ob es irgendeine passende Stelle gibt. Prüfe auch, wie stark die Textstelle die Formulierung wirklich trägt.


Vom Fundort zur vollständigen Antwort

Eine vollständige Antwort kann nach diesem Muster entstehen:

Schritt Beispiel
1. Behauptung Die Ausleihe wurde von der Mehrheit genutzt.
2. Textinformation 19 von 26 Kindern liehen etwas aus.
3. Beleg „Von 26 Kindern liehen 19 mindestens einen Gegenstand aus.“ (Z. 3)
4. Auswertung 19 sind mehr als die Hälfte; deshalb ist die Behauptung bestätigt.

Kurzformel: Aussage – Beleg – Erklärung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist eine Behauptung? (Eine Aussage, die überprüft werden kann) (!Eine Zeilennummer am Rand) (!Jedes einzelne Wort eines Textes) (!Nur ein wörtliches Zitat)




Was macht eine Textstelle zu einem guten Beleg? (Sie passt genau zu der Behauptung, die geprüft wird) (!Sie ist möglichst lang) (!Sie steht immer am Anfang des Textes) (!Sie enthält besonders schwierige Wörter)




Welche Formulierung ist bei einem direkten Beleg wichtig? (Der zitierte Wortlaut muss genau wiedergegeben werden) (!Der Wortlaut darf beliebig verändert werden) (!Die Zeilenangabe ist immer verboten) (!Nur einzelne Buchstaben dürfen zitiert werden)




Was bedeutet es, eine Behauptung einzuschränken? (Ein Teil stimmt, aber die Aussage ist zu stark formuliert) (!Die Aussage ist vollständig bewiesen) (!Der Text wurde nicht gelesen) (!Es gibt grundsätzlich keine Textinformation)




Welche Wörter solltest Du besonders kritisch prüfen? (alle immer nie nur) (!Tisch Stuhl Heft Buch) (!und oder aber denn) (!heute gestern morgen später)




Was ist ein sinngemäßer Beleg? (Eine Textinformation wird in eigenen Worten mit Fundstelle wiedergegeben) (!Der Text wird vollständig abgeschrieben) (!Eine eigene Meinung ersetzt die Textstelle) (!Die Zeilennummer wird ohne Inhalt genannt)




Warum reicht die Angabe siehe Zeile fünf oft nicht aus? (Weil erklärt werden muss, was die Stelle für die Aussage zeigt) (!Weil Zeilenangaben grundsätzlich falsch sind) (!Weil nur Überschriften als Beleg zählen) (!Weil man immer den ganzen Text abschreiben muss)




Was solltest Du tun, wenn eine KI etwas über einen Text behauptet? (Die Aussage am Ausgangstext und an passenden Belegstellen prüfen) (!Die Aussage automatisch übernehmen) (!Nur prüfen, ob der Satz gut klingt) (!Die Textgrundlage nicht mehr lesen)




Welcher Beleg ist meistens am besten? (Die kürzeste Stelle, die die Behauptung vollständig stützt) (!Der längste Absatz des Textes) (!Eine Stelle ohne Bezug zur Frage) (!Immer der letzte Satz des Textes)




Was gehört zu einer starken belegten Antwort? (Eigene Aussage passende Textstelle und kurze Erklärung) (!Nur ein Zitat ohne Zusammenhang) (!Nur eine persönliche Meinung) (!Nur die Überschrift des Textes)





Memory

Behauptung zu prüfende Aussage
Textinformation Inhalt des Textes in eigenen Worten
Beleg passende konkrete Fundstelle
direktes Zitat wortgetreue Übernahme
Paraphrase sinngemäße Wiedergabe
Zeilenangabe genauer Fundort
Einschränkung Aussage stimmt nur teilweise
Widerlegung Text zeigt das Gegenteil





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Behauptung Aussage die überprüft werden soll
Textinformation Inhalt der im Text ausdrücklich enthalten ist
Belegstelle genaue Stelle die eine Aussage stützt oder widerlegt
Direktzitat wortgetreue Übernahme aus dem Text
Paraphrase Wiedergabe einer Textinformation in eigenen Worten





Interaktive Belegampel

Urteil Beschreibung
Bestätigung Der Text stützt die ganze Aussage
Einschränkung Der Text stützt nur einen Teil der Aussage
Widerlegung Der Text sagt etwas Gegenteiliges
Unbelegt Der Text enthält dazu keine ausreichende Information
Übertreibung Eine vorsichtige Textinformation wird zu stark formuliert





Kreuzworträtsel

Behauptung Wie heißt eine Aussage, die durch den Text geprüft werden soll?
Textstelle Wie heißt ein genauer Fundort innerhalb eines Textes?
Beleg Wie nennt man eine passende Textstelle, die eine Aussage stützt?
Zitat Wie heißt eine wortgetreue Übernahme aus einem Text?
Markieren Was kannst Du mit Schlüsselstellen tun, um sie schneller wiederzufinden?
Faktencheck Wie nennt man die systematische Überprüfung einer Aussage anhand von Quellen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine Aussage, die überprüft werden soll, heißt

.
Ein Inhalt, der ausdrücklich im Text steht, ist eine

.
Eine passende konkrete Fundstelle wird zum

.
Bei einem wörtlichen Beleg muss der Wortlaut

übernommen werden.
Eine sinngemäße Wiedergabe formulierst Du in

Worten.
Mit einer

zeigst Du den Fundort im Text.
Die Wörter alle oder immer können eine Aussage zu stark

.
Wenn nur ein Teil einer Aussage stimmt, musst Du sie

.
Sagt der Text das Gegenteil, kannst Du die Behauptung

.
Auch Aussagen einer KI müssen am

geprüft werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Belegdetektiv: Nimm einen kurzen Sachtext aus Deinem Deutschbuch. Formuliere drei einfache Behauptungen und markiere jeweils eine passende Textstelle.
  2. Belegkarte: Gestalte drei Karten in den Kategorien Behauptung, Textinformation und Beleg. Tausche sie mit einer Partnerin oder einem Partner und lass die Zuordnung prüfen.
  3. Markiercode: Entwickle einen eigenen Farbcode für Schlüsselwort, Textinformation, Beleg und Gegenbeleg. Erprobe ihn an einem Absatz.
  4. Hörbeleg: Höre einen kurzen altersgerechten Hörtext. Notiere zwei Aussagen, die sich direkt belegen lassen, und eine Aussage, für die es keinen sicheren Beleg gibt.


Standard

  1. Belegvergleich: Finde zu einer Behauptung zwei mögliche Textstellen. Begründe, welche davon der stärkere Beleg ist.
  2. Antwortwerkstatt: Schreibe fünf vollständige Antworten nach dem Muster Aussage – Beleg – Erklärung. Verwende mindestens zweimal einen sinngemäßen Beleg.
  3. Partnercheck: Tauscht Eure Antworten aus. Unterstreicht Behauptung, Beleg und Erklärung jeweils unterschiedlich und gebt Euch begründetes Feedback.
  4. Mini-Faktencheck: Schreibe zu einem kurzen Text vier Behauptungen, von denen zwei stimmen, eine nur teilweise stimmt und eine widerlegt wird. Lass eine andere Person die Belege finden.


Schwer

  1. KI-Faktencheck: Gib einer KI einen selbst verfassten kurzen Sachtext und bitte sie um fünf Aussagen dazu. Prüfe jede Aussage ausschließlich am Ausgangstext und dokumentiere Dein Urteil mit Belegstelle.
  2. Belegstärke: Formuliere zu demselben Text eine vorsichtige, eine angemessen starke und eine übertriebene Behauptung. Zeige, welche davon der Text tatsächlich trägt.
  3. Interview und Textbeleg: Führe ein kurzes Interview zu einem Schulthema, schreibe daraus einen eigenen Informationstext und lasse Mitschülerinnen und Mitschüler Aussagen mit Textstellen überprüfen.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo, in dem Du an einem selbst geschriebenen Beispiel den Unterschied zwischen Behauptung, Textinformation und Beleg erklärst.




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Lernkontrolle

  1. Belegentscheidung: Du erhältst einen unbekannten kurzen Text und vier Aussagen. Entscheide jeweils zwischen bestätigt, eingeschränkt und widerlegt. Begründe jedes Urteil mit einer konkreten Textstelle.
  2. Belegreparatur: In fünf Beispielantworten sind Belegfehler eingebaut. Finde die Fehler und überarbeite die Antworten so, dass Aussage, Beleg und Erklärung zusammenpassen.
  3. Transfer auf eine Grafik: Nutze einen kurzen Text mit Tabelle oder Diagramm. Formuliere eine Aussage, die nur mit dem Text belegt werden kann, und eine Aussage, für die Text und Grafik gemeinsam nötig sind.
  4. Perspektivwechsel: Formuliere zu derselben Textstelle zwei unterschiedlich starke Behauptungen. Erkläre, welche Formulierung genauer durch den Text abgesichert ist.
  5. KI-Prüfung: Prüfe eine KI-Zusammenfassung eines unbekannten Textes. Kennzeichne mindestens eine korrekte, eine zu starke und eine falsche Aussage und belege Deine Entscheidung.
  6. Belegkette: Erstelle aus einer vorgegebenen Frage selbstständig eine vollständige Kette aus Suchwort, Textinformation, Belegstelle und ausformulierter Antwort.
  7. Übertragungsaufgabe: Wende die Methode auf einen Text aus einem anderen Fach wie Biologie, Geschichte oder Geografie an und erkläre, was beim Belegen gleich bleibt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. Behauptung, Textinformation und Beleg sicher unterscheiden kannst.
  2. eine Fragestellung in passende Suchwörter übersetzen kannst.
  3. relevante Textstellen schnell und gezielt findest.
  4. zwischen starkem, teilweisem und fehlendem Beleg unterscheiden kannst.
  5. direkte Zitate wortgetreu und knapp verwendest.
  6. sinngemäße Belege in eigenen Worten formulierst.
  7. Zeilenangaben sinnvoll einbaust.
  8. übertriebene Wörter wie alle, immer, nie oder nur kritisch prüfst.
  9. eine belegte Antwort aus Aussage, Beleg und Erklärung aufbauen kannst.
  10. KI-Aussagen nicht ungeprüft übernimmst, sondern am Ausgangstext überprüfst.
  11. Deine Belegentscheidung verständlich begründen kannst.




OERs zum Thema

Der Themenbereich Lesekompetenz umfasst Fähigkeiten, die Du beim Verstehen, Prüfen und Nutzen von Textinformationen brauchst.



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