D6 Fö - Körpersprache im Gespräch
Einleitung
Auf dem Pausenhof: Ein Kind sagt: „Ist schon gut.“ Es schaut zur Seite. Es spricht leise.
Was bedeutet das? Vielleicht ist das Kind müde. Vielleicht möchte es gerade nicht reden. Wir wissen es nicht sicher.
Das hilft: Erst schauen. Dann hören. Dann freundlich fragen.

In diesem aiMOOC lernst du: Ein Gesicht zeigt Mimik. Hände zeigen Gestik. Die Stimme kann laut, leise, freundlich oder streng klingen. Gemeinsam sind das wichtige Signale in einem Gespräch.
Du lernst in fünf kurzen Einheiten. Jede Einheit dauert etwa 5 bis 7 Minuten. Du darfst jederzeit stoppen und wiederholen. Du kannst antworten, indem du etwas auswählst, zeigst, sagst oder schreibst.
Start: Gemeinsam üben
1. Sehen: Was weißt du sicher? Das Kind schaut zur Seite.
2. Hören: Was weißt du sicher? Das Kind spricht leise.
3. Fragen: „Möchtest du gerade Ruhe haben?“
Gut gemacht, wenn du zuerst beschreibst und dann fragst. Denn „leise sprechen“ ist eine Beobachtung. „Traurig sein“ wäre erst eine Vermutung.
Jetzt du: Stell dir vor, ein anderes Kind sagt „Danke“ und lächelt. Ergänze: „Ich sehe ...“. Frage dann freundlich: „...?“ Du kannst sprechen oder einen Satz aufschreiben.
Beispiel: „Ich sehe ein Lächeln. Freust du dich?“
Einfache Wörter und bunte Karten
Die Farben helfen dir. Die Wörter stehen immer dabei. Du musst die Farben nicht unterscheiden können.
| Wortkarte | Das bedeutet es |
|---|---|
| BLAU: Mimik | Das Gesicht bewegt sich. Zum Beispiel: Ein Mund lächelt. |
| BLAU: Gestik | Hände und Arme bewegen sich. Zum Beispiel: Eine Hand winkt. |
| GELB: Stimme | Du hörst, wie jemand spricht: leise, laut, langsam oder schnell. |
| GRÜN: Nachfragen | Du fragst freundlich, statt etwas einfach zu behaupten. |

Satzkarten: Baue einen Satz
Schneide die Karten aus oder schreibe sie auf kleine Zettel. Verschiebe die Zettel auf dem Tisch. Setze einen Satz zusammen.
| Ich sehe ... | ein Lächeln. |
| Ich höre ... | eine leise Stimme. |
| Ich frage ... | Brauchst du Hilfe? |
Bewegliche Satzbausteine: Nimm erst eine Startkarte, dann eine passende Endkarte. Probiere auch: „Ich sehe ... eine Handbewegung.“ Oder: „Ich höre ... eine laute Stimme.“
Hilfen: Wähle, was du brauchst
Du kannst bei jeder Aufgabe mit der ersten Hilfe beginnen. Wenn du mehr Hilfe brauchst, nimm die nächste.
Lerneinheit 1: Mimik sehen
Mimik ist das Spiel im Gesicht. Achte auf Mund und Augenbrauen.
| Bildkarte | Mögliches Wort |
|---|---|
| lächelnd | |
| traurig | |
| überrascht | |
| ärgerlich |
Übung – auswählen: Zeige auf das Bild mit dem Lächeln. Sage oder schreibe: „Der Mund ...“.
Hilfe: Mund – lächelt – Ich sehe ...
Beispielantwort: „Ich sehe einen lächelnden Mund.“
Feedback: Wenn du den Mund beschrieben hast, hast du gut hingesehen. Wenn du gleich ein Gefühl erraten hast, probiere zuerst: „Ich sehe ...“. Ein Gesicht zeigt nur einen Hinweis, kein sicheres Wissen über Gefühle.
Kurzes Erklärvideo: Schau den Anfang an. Stoppe nach etwa einer Minute. Welche Mimik kannst du sehen?
Wiederholen: Schau noch einmal auf die vier Bildkarten. Benenne zwei.
Lerneinheit 2: Gestik sehen
Gestik sind Zeichen mit Händen und Armen. Auch ein Nicken mit dem Kopf kann etwas mitteilen.

Ein Nicken bedeutet in vielen Situationen: „Ja.“ Aber nicht bei allen Menschen und nicht immer.
Ein Daumen nach oben kann heißen: „Gut!“ Die Bedeutung eines Zeichens kann sich je nach Situation und Kultur ändern.
Übung – zeigen: Zeige ein Winken. Zeige ein Nicken. Eine andere Person nennt das passende Wort. Oder du wählst aus: winken – nicken – lächeln.
Hilfe: Hände bewegen sich = Gestik. Gesicht verändert sich = Mimik.
Feedback: „Winken“ passt zu einer Handbewegung. Falls du „lächeln“ gewählt hast: Ein Lächeln gehört zur Mimik. Schau nochmals auf die Hände.
Wichtig: Niemand muss andere berühren oder lange in die Augen schauen. Frage, welcher Abstand angenehm ist. Gebärdensprachen sind eigene Sprachen, nicht nur einzelne Gesten.
Lerneinheit 3: Die Stimme hören
Die Stimme verrät uns nicht sicher ein Gefühl. Aber wir können hören: Spricht jemand laut oder leise? Schnell oder langsam? Welche Silbe wird betont?

Hörbeispiel A: Höre das Wort „Hallo“.
Hörbeispiel B: Höre noch einmal „Hallo“. Die Betonung ist anders.
Übung – hören und auswählen: Höre beide Aufnahmen zweimal. Klingt die Betonung gleich oder anders? Du kannst auf ein Wort zeigen oder „anders“ sagen.
Beispielantwort: „Die Betonung ist anders.“
Feedback: Richtig beobachtet: In A und B wird „Hallo“ unterschiedlich betont. Die Aufnahmen sind Aussprachebeispiele. Sie beweisen nicht, ob jemand froh oder wütend ist.
Hörspiel zu zweit: Eine Person sagt „Komm bitte.“ einmal freundlich und einmal streng. Die andere Person hört nur zu und beschreibt die Stimme. Tauscht die Rollen. Ihr müsst nichts aufnehmen oder hochladen.
Wortliste: freundlich – streng – leise – laut – langsam.
Satzstarter: „Die Stimme klingt ...“.
Kurzes Video in Teilen: Höre ab 2:08 auf die Stimme. Ab 2:40 geht es um Mimik. Schaue jeweils nur einen kurzen Teil.
Wiederholen: Spiele A und B noch einmal ab. Sage: „Ich höre ...“.
Lerneinheit 4: Signale zusammen ansehen

Ein Kind sagt: „Na toll.“ Es lächelt. Das kann Freude sein. Es kann auch ein Scherz sein. Nur aus dem Satz und dem Gesicht weißt du es nicht sicher.
Drei Schritte helfen:
- Beobachten: Was sehe oder höre ich genau?
- Vermuten: Was könnte es bedeuten? Sage „vielleicht“.
- Prüfen: Frage freundlich nach.
Begleitete Übung: Jemand sagt „Ich bin fertig“ mit leiser Stimme.
Auswahl: Was ist sicher? Die Stimme ist leise oder Die Person ist traurig?
Lösung mit Grund: Die Stimme ist leise. Das können wir hören. Traurig zu sein ist nur eine mögliche Vermutung.
Hilfen:
Bild: Ohr = hören. Wörter: Stimme, leise, vielleicht. Satzstarter: „Ich höre ...“. Beispiel: „Ich höre eine leise Stimme. Brauchst du Zeit?“
Feedback: Wenn du „leise“ gewählt hast, hast du eine Beobachtung gefunden. Bei „traurig“ gilt: Vielleicht stimmt es, vielleicht nicht. Frage nach.
Lerneinheit 5: Transfer – jetzt alleine
Alltagsszene: Im Gruppenraum fragt ein Kind: „Willst du mitspielen?“ Das andere Kind zuckt mit den Schultern und sagt leise: „Weiß nicht.“
Deine Aufgabe: Wähle eine Antwort: sprechen, schreiben, zeigen oder zwei Satzkarten legen.
- Beobachte: Beschreibe eine Bewegung oder die Stimme.
- Vermute: Beginne mit „Vielleicht ...“.
- Frage: Finde eine freundliche Nachfrage.
Wortkarten: Schulterzucken – leise – unsicher – Pause – fragen.
Satzkarten: „Ich sehe ...“ / „Ich höre ...“ / „Vielleicht ...“ / „Möchtest du ...?“
Mögliche Lösung: „Ich sehe ein Schulterzucken. Vielleicht ist das Kind noch unentschlossen. Möchtest du später mitspielen?“
Feedback: Das passt gut, weil du erst ein sichtbares Zeichen benennst und dann freundlich fragst. Auch „Brauchst du noch Zeit?“ ist eine gute Lösung. Es gibt mehrere gute Fragen.
Dein Mini-Check: Kannst du ein Zeichen sehen, einen Ton hören und freundlich fragen? Übe einen Schritt noch einmal, wenn du magst.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Womit zeigst du Mimik? (Mit dem Gesicht) (!Mit den Schuhen) (!Mit dem Rucksack) (!Mit dem Tisch)
Was bedeutet Gestik? (Bewegungen von Händen und Armen) (!Die Farbe der Jacke) (!Die Länge eines Satzes) (!Die Größe eines Raums)
Was kannst du an einer Stimme hören? (Ob jemand laut oder leise spricht) (!Welche Schuhe jemand trägt) (!Welche Farbe ein Tisch hat) (!Wie schwer eine Tasche ist)
Was kann ein Nicken oft bedeuten? (Zustimmung) (!Immer Angst) (!Immer Hunger) (!Immer Müdigkeit)
Was machst du bei einem unklaren Zeichen? (Ich frage freundlich nach) (!Ich behaupte etwas) (!Ich lache die Person aus) (!Ich gehe immer sofort weg)
Welcher Satz ist eine vorsichtige Vermutung? (Vielleicht ist die Person traurig) (!Die Person ist sicher traurig) (!Ich weiß alles über die Person) (!Das Gesicht beweist alles)
Was hilft bei einem guten Gespräch? (Die andere Person ausreden lassen) (!Andere immer unterbrechen) (!Sehr nah an alle herantreten) (!Andere zum Anschauen zwingen)
Jemand spricht leise. Was hast du wahrgenommen? (Die Stimme) (!Die Haarfarbe) (!Die Schuhgröße) (!Die Augenfarbe)
Beweist ein Lächeln immer Freude? (Nein das ist nicht sicher) (!Ja immer) (!Ja bei allen Menschen gleich) (!Ja ohne jede Ausnahme)
Welcher Satz hilft beim Beobachten? (Ich sehe eine Handbewegung) (!Du bist immer böse) (!Ich kann Gedanken lesen) (!Alle Gesten sind gleich)
Memory
Finde sechs Paare. Lies die Wörter laut oder lass sie dir vorlesen.
| Mimik | Gesichtsausdruck |
| Gestik | Handbewegung |
| Stimme | Lautstärke |
| Nicken | Kopfbewegung |
| Vermutung | Vielleicht |
| Nachfragen | Klärung |
Drag and Drop
Ordne die passenden Wörter zu. Du darfst die Tabelle mehrmals üben.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Mimik | Gesicht |
| Gestik | Handbewegung |
| Stimme | Tonfall |
| Vermutung | Vielleicht |
| Nachfrage | Freundlich fragen |
Kreuzworträtsel
Löse die sechs Fragen. Jedes Lösungswort besteht aus einem Wort.
| Mimik | Wie heißt das Spiel des Gesichts? |
| Gestik | Wie heißen Zeichen mit Händen und Armen? |
| Stimme | Was hörst du beim Sprechen? |
| Nicken | Wie heißt die Bewegung des Kopfes auf und ab? |
| Fragen | Was hilft dir bei einem unklaren Zeichen? |
| Tonfall | Wie heißt die Art, wie eine Stimme klingt? |
LearningApps
Suche weitere kleine Lernspiele. Wähle eines aus und wiederhole es.
Lückentext
Ergänze immer nur ein Wort pro Satz. Nutze bei Bedarf die Wortkarten.
Offene Aufgaben
Du kannst alleine, zu zweit oder mit einer Lernbegleitung arbeiten. Gib deine Antwort als Bild, gesprochenen Satz, gelegte Karten oder kurzen Text ab. Keine echten Namen, Fotos oder Stimmen aufnehmen und veröffentlichen.
Leicht
- Gesichter malen: Zeichne zwei Fantasie-Gesichter. Zeige Mund und Augen. Sage zu jedem Gesicht ein Wort.
- Hände zeigen: Spiele Winken und Nicken vor. Eine zweite Person nennt die Bewegung. Wechselt die Rollen.
- Wortkarten sortieren: Lege die Karten Gesicht, Hände, Stimme in drei Gruppen. Ergänze je ein Beispiel.
- Zuhörspiel: Höre die beiden „Hallo“-Aufnahmen noch einmal. Zeige auf „gleich“ oder „anders“. Sage einen kurzen Satz dazu.
Standard
- Mini-Comic: Male zwei Bilder zu „Ist schon gut“. Schreibe eine freundliche Frage in eine Sprechblase.
- Rollenspiel: Spiele mit einer anderen Person einen kurzen Gruß. Verändere nur die Stimme. Sprecht über den Unterschied.
- Satzkarten bauen: Lege aus farbigen Karten drei Sätze: eine Beobachtung, eine Vermutung und eine Frage.
- Bilder beschreiben: Wähle zwei Gesichter aus dem Kurs. Sage erst, was du siehst. Nenne dann eine mögliche Bedeutung.
Schwer
- Streit ohne Raten: Denke dir einen kleinen Streit aus. Spiele ihn mit Figuren nach. Finde zwei freundliche Nachfragen.
- Mini-Interview: Frage freiwillig eine Lernperson, welche freundliche Nachfrage sie gut findet. Schreibe nur die Frage auf, keinen Namen.
- Erklärfilm ohne Personen: Gestalte mit gemalten Figuren ein kurzes Erklärvideo oder Daumenkino: sehen, vermuten, nachfragen. Nutze keine Aufnahmen echter Personen.
- Klassenplakat: Gestalte ein Plakat mit drei Tipps für freundliche Gespräche. Begründe einen Tipp mit einem Beispiel.


Lernkontrolle
Hier geht es nicht nur um richtige Wörter. Zeige, wie du dein Wissen im Alltag nutzt. Eine mündliche, gezeigte oder schriftliche Antwort ist möglich.
- Beobachten und vermuten: Ein Kind verschränkt die Arme. Beschreibe nur das Sichtbare. Erkläre, warum du das Gefühl nicht sicher kennst.
- Zwei Stimmen vergleichen: Sprich „Komm bitte“ freundlich und streng. Erkläre, was die Stimme verändert und was gleich bleibt.
- Eine Frage finden: Jemand sagt „Weiß nicht“ und zuckt die Schultern. Finde zwei passende, freundliche Fragen und erkläre deine Wahl.
- Bild und Wort trennen: Ein Gesicht lächelt. Nenne eine Beobachtung und zwei mögliche Erklärungen. Warum könnten beide passen?
- Ein Zeichen prüfen: Jemand nickt. Erkläre, warum ein Nicken oft hilft, aber manchmal nicht ausreicht.
- Eine Szene verbessern: Schreibe oder spiele einen unfreundlichen Dialog. Ersetze einen Vorwurf durch eine Beobachtung und eine Nachfrage.
Lernnachweis
Für deinen Lernnachweis kannst du ein kleines Blatt, ein Kartenbild oder ein Gespräch zeigen.
- Du erkennst Beispiele für Mimik, Gestik und Stimme.
- Du beschreibst etwas Sichtbares oder Hörbares mit einfachen Wörtern.
- Du unterscheidest zwischen einer Beobachtung und einer Vermutung.
- Du bildest einen Satz mit „Ich sehe ...“ oder „Ich höre ...“.
- Du fragst bei unklaren Signalen freundlich nach.
- Du erklärst an einem Alltagsbeispiel, warum ein Zeichen mehrere Bedeutungen haben kann.
Wichtig: Du darfst Hilfekarten nutzen und Aufgaben wiederholen. Der Kurs stellt keine Diagnose und entscheidet nicht über eine schulische Einstufung. Deine Lernbegleitung bespricht mit dir deinen Fortschritt.
OERs zum Thema
Der Wikipedia-Artikel erklärt das Thema ausführlicher. Für manche Sätze brauchst du vielleicht Hilfe beim Lesen.
Weitere geprüfte Lernangebote: GRIPS Deutsch: Körpersprache – Film (für Klassen ab 5, wähle nur einen kurzen Abschnitt); Vortragendes Lesen: Der Ton macht die Musik (Beispiele für Stimme und Tonfall).
Quellen und Medienrechte
Wissen: Wikipedia: Körpersprache, Wikipedia: Gestik, Wikipedia: Nonverbale Kommunikation und Material zu Mimik, Gestik, Stimme und Tonfall. Körpersignale werden bewusst nicht als sichere Beweise für Gefühle dargestellt.
Bildquellen: Die Bilder werden direkt aus Wikimedia Commons eingebunden. Die einzelnen Dateiseiten nennen die Urheber und die Lizenz.
- Gemeinfrei: Icon talk.svg und Icon sound loudspeaker.svg von Orion 8; Face-smile.svg, Face-sad.svg, Face-surprise.svg und Face-wink.svg vom Tango Desktop Project; Face-angry.svg von SyntaxTerror.
- CC0/gemeinfrei: Nodding gesture.gif von johnny_automatic und Derfel73; Thumbs Up.JPG von faceofwiki; Ear Pinhead icon.svg von Temaki contributors.
- CC BY 3.0: Facial expression and emotion.png von Mara22; Lizenz.
- Hördateien CC BY-SA 4.0: De-Hallo.ogg und De-hallo.ogg von Jeuwre; Lizenz. Die Betonung der beiden Aufnahmen wird verglichen; es sind keine Aufnahmen bestimmter Gefühle.
Videos: Nonverbale Kommunikation leicht erklärt und So sprichst du mit den Augen sind Angebote auf YouTube. Ihre Einbettung macht sie nicht zu frei lizenzierten OER. Nicht ohne Erlaubnis kopieren oder weiterverbreiten. Beim Abspielen können Daten an den Anbieter übertragen werden. Du kannst die Aufgaben auch ohne Videos mit Bild- und Wortkarten bearbeiten.
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