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D6 E - Komplexere Vorgänge beschreiben

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D6 E - Komplexere Vorgänge beschreiben




D6 E - Komplexere Vorgänge beschreiben


Einleitung

Eine gute Vorgangsbeschreibung macht einen Ablauf so klar, dass eine andere Person ihn verstehen, prüfen und – wenn es sich um eine Anleitung handelt – möglichst sicher ausführen kann. Bei einfachen Vorgängen reicht oft eine kurze Reihenfolge. Komplexere Vorgänge bestehen dagegen aus mehreren voneinander abhängigen Teilprozessen: Es gibt Voraussetzungen, Vorbereitungen, Entscheidungen, Bedingungen, Zwischenergebnisse und Kontrollen.

Im E-Niveau der Klasse 6 trainierst Du deshalb nicht nur die Frage Was passiert zuerst, danach und zuletzt?, sondern auch: Was muss vorher erfüllt sein? Warum ist ein Schritt nötig? Was geschieht nur unter einer bestimmten Bedingung? Welche Fachwörter und Verben machen die Beschreibung eindeutig? Welche Informationen braucht genau diese Zielgruppe?

Ein Prozessdiagramm zeigt besonders gut, dass ein komplexer Vorgang aus mehreren Schritten und Übergängen besteht. Beim Schreiben musst Du diese Beziehungen in verständliche Sprache übersetzen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du komplexere Vorgänge planen, beschreiben, erklären und überarbeiten. Du kannst

  1. Voraussetzungen und Ausgangsbedingungen eines Vorgangs erkennen.
  2. einen Gesamtvorgang in sinnvolle Teilprozesse gliedern.
  3. passende Fachwörter und genaue Verben auswählen.
  4. zeitliche und logische Beziehungen mit geeigneten Verknüpfungswörtern ausdrücken.
  5. Bedingungen, Entscheidungen und Kontrollen in eine Beschreibung einbauen.
  6. Deine Erklärung an Vorwissen, Alter und Zweck der Adressatinnen und Adressaten anpassen.
  7. eine Beschreibung auf Vollständigkeit, Eindeutigkeit, Reihenfolge und Verständlichkeit prüfen.
  8. eine KI als Prüfwerkzeug nutzen und ihre Rückmeldungen kritisch kontrollieren.


Was ist ein komplexerer Vorgang?

Ein Vorgang ist eine Abfolge von Handlungen oder Veränderungen. Komplexer wird er, wenn mehrere Aspekte zusammenkommen. Dazu gehören zum Beispiel voneinander abhängige Schritte, mehrere benötigte Materialien, eine Entscheidung zwischen verschiedenen Möglichkeiten, Sicherheitsbedingungen, Wartezeiten oder eine abschließende Kontrolle.

Beispiele sind das Aufpumpen eines Fahrradreifens, das Starten eines Waschprogramms, das Zubereiten von Tee, das Durchführen eines einfachen Experiments, das Aufbauen eines Spiels, das Speichern und Freigeben einer Datei oder das Erklären eines technischen Mechanismus.

Merksatz: Je komplexer ein Vorgang ist, desto wichtiger sind eine klare Gliederung, genaue Wörter und sichtbare Beziehungen zwischen den Schritten.


Beschreiben oder anleiten?

Nicht jede Vorgangsbeschreibung hat denselben Zweck. Eine erklärende Vorgangsbeschreibung informiert darüber, wie ein Prozess abläuft. Eine Handlungsanleitung soll eine Person dazu befähigen, den Vorgang selbst auszuführen. Deshalb muss eine Anleitung besonders deutlich sagen, was zu tun ist, welche Voraussetzungen gelten und woran man erkennt, dass ein Schritt gelungen ist.

Bei einer Anleitung kannst Du die Lesenden direkt ansprechen: „Setze den Pumpenkopf gerade auf das Ventil.“ In einer sachlich erklärenden Beschreibung passt häufig eine unpersönliche Form: „Der Pumpenkopf wird gerade auf das Ventil gesetzt.“ Wichtig ist vor allem, dass Du die gewählte Form konsequent und adressatengerecht verwendest.


Aufbau einer komplexen Vorgangsbeschreibung

Eine übersichtliche Beschreibung folgt einem erkennbaren Bauplan.

Baustein Leitfrage Typische Inhalte
Ziel und Zweck Was soll erklärt oder erreicht werden? Ergebnis, Nutzen, Zielgruppe
Voraussetzungen Was muss vorher vorhanden oder geklärt sein? Material, Werkzeug, Startzustand, Sicherheit, Vorwissen
Vorbereitung Was wird bereitgelegt oder eingestellt? Anordnen, prüfen, auswählen, vorbereiten
Durchführung Welche Teilprozesse folgen in welcher Reihenfolge? genaue Handlungen, Zeitangaben, Ortsangaben, Bedingungen
Entscheidungen Gibt es verschiedene Wege? wenn, falls, sonst, nur wenn
Kontrolle Woran erkennt man ein korrektes Zwischenergebnis? prüfen, vergleichen, ablesen, testen
Abschluss Wann ist der Vorgang beendet? Endzustand, Aufräumen, Sichern, Ergebnis


Voraussetzungen sichtbar machen

Eine Beschreibung beginnt gedanklich vor dem ersten Handlungsschritt. Frage Dich:

  1. Welche Gegenstände, Materialien oder Informationen werden benötigt?
  2. Welcher Ausgangszustand muss vorliegen?
  3. Welche Einstellungen müssen geprüft werden?
  4. Gibt es Regeln oder Sicherheitsbedingungen?
  5. Welche Begriffe muss die Zielgruppe kennen?

Wenn diese Informationen fehlen, kann eine Beschreibung zwar grammatisch richtig sein und trotzdem nicht funktionieren.

Beispiel: „Pumpe den Reifen auf.“ ist unvollständig, wenn nicht klar ist, welches Ventil vorliegt, ob der Pumpenkopf passt und welcher Reifendruck vorgesehen ist. Eine genauere Beschreibung nennt diese Voraussetzungen oder verweist darauf, wo die passende Angabe zu finden ist.


Teilprozesse erkennen und ordnen

Bei einem komplexen Ablauf solltest Du nicht sofort ganze Sätze schreiben. Zerlege den Vorgang zuerst in Teilprozesse. Beim Aufpumpen eines Fahrradreifens könnten das sein:

  1. Vorbereiten: Fahrrad standsicher abstellen und Ventil zugänglich machen.
  2. Prüfen: Ventilart und empfohlenen Reifendruck feststellen.
  3. Verbinden: Pumpenkopf passend und dicht befestigen.
  4. Pumpen: Luft zuführen und Druck beobachten.
  5. Kontrollieren: Zielwert prüfen.
  6. Abschließen: Pumpenkopf lösen und Ventil wieder verschließen.

Die Teilprozesse helfen Dir, nichts auszulassen. Innerhalb jedes Teilprozesses können wiederum mehrere Einzelschritte liegen.


Technische Abläufe verstehen: Zustand, Handlung, Wirkung

Bei technischen Vorgängen ist es hilfreich, jeden Schritt als Dreierkette zu denken:

Zustand davor Handlung Wirkung oder neuer Zustand
Ventil ist zugänglich Pumpenkopf wird befestigt Pumpe und Reifen sind verbunden
Verbindung ist dicht Pumpbewegung wird ausgeführt Luft gelangt in den Reifen
Reifendruck steigt Druck wird kontrolliert Zielwert kann mit der Vorgabe verglichen werden

Eine technische Zeichnung oder Animation kann Dir helfen, verborgene Teilprozesse zu erkennen.


Fachwörter gezielt verwenden

Fachwörter sind nützlich, wenn sie eine Sache genauer benennen als Alltagssprache. Du solltest sie aber erklären, wenn Deine Zielgruppe sie noch nicht kennt.

Ungenau Genauer Warum besser?
das Ding Ventilkappe Gegenstand eindeutig benannt
das Teil Pumpenkopf Bauteil eindeutig benannt
Anzeige Druckanzeige Funktion wird deutlich
Knopf Starttaste Handlung und Zweck werden klarer
Zeug Waschmittel Material eindeutig benannt

Regel: Fachsprache soll die Verständlichkeit erhöhen, nicht die Lesenden beeindrucken.


Genaue Verben statt „machen“ und „tun“

Verben tragen die Handlung. Je genauer das Verb, desto eindeutiger die Beschreibung.

Ungenaues Verb Präzise Verben
machen befestigen, einsetzen, einstellen, verriegeln, mischen, ablesen
tun legen, schieben, drücken, gießen, drehen, schließen
nehmen entnehmen, greifen, auswählen, abmessen
gucken prüfen, beobachten, vergleichen, kontrollieren
wegmachen lösen, entfernen, ausschalten, entsorgen

Vergleiche: „Dann machst Du den Deckel zu.“ – „Anschließend schließt Du den Deckel, bis er hörbar einrastet.“ Der zweite Satz nennt Handlung und Kontrollmerkmal.


Zeitform und Satzgestaltung

Vorgangsbeschreibungen werden meistens im Präsens formuliert, weil sie allgemeine oder aktuell ausführbare Abläufe erklären. Entscheide Dich für eine passende Darstellungsweise und halte sie möglichst konsequent durch.

Direkte Anleitung: „Du befestigst den Pumpenkopf am Ventil.“

Sachlich-unpersönlich: „Der Pumpenkopf wird am Ventil befestigt.“

Allgemein mit man: „Man befestigt den Pumpenkopf am Ventil.“

Auf E-Niveau ist nicht eine einzige Form immer richtig. Entscheidend ist, ob Satzbau und Anrede zur Textsorte, zum Zweck und zur Zielgruppe passen.


Zeitliche Verknüpfungen

Zeitliche Verknüpfungen zeigen, wann etwas geschieht und wie Schritte zueinander stehen.

  1. Reihenfolge: zunächst, zuerst, danach, anschließend, nun, zuletzt
  2. Vorzeitigkeit: bevor, nachdem
  3. Gleichzeitigkeit: während, gleichzeitig
  4. Zeitpunkt: sobald, wenn
  5. Dauer: solange, bis

Beispiel: „Bevor Du das Programm startest, prüfst Du, ob die Tür vollständig geschlossen ist. Sobald die Maschine verriegelt ist, beginnt der Waschvorgang.“


Logische Verknüpfungen

Komplexe Vorgänge bestehen nicht nur aus einer Zeitfolge. Oft musst Du Gründe, Ziele, Bedingungen und Folgen erklären.

  1. Grund: weil, da
  2. Ziel: damit, um … zu
  3. Bedingung: wenn, falls, sofern
  4. Folge: deshalb, dadurch, sodass
  5. Gegensatz oder Ausnahme: jedoch, andernfalls, sonst

Beispiel: „Falls der Pumpenkopf nicht dicht sitzt, befestigst Du ihn erneut, damit beim Pumpen keine Luft entweicht.“


Prozessmodell: Vom Start bis zur Kontrolle

Ein Prozessmodell hilft Dir, lineare und verzweigte Abläufe zu planen.

Prozessstelle Frage Beispiel
Start Ist die Voraussetzung erfüllt? Benötigtes Material liegt bereit.
Vorbereitung Was muss eingerichtet werden? Gerät, Werkzeug oder Arbeitsplatz wird vorbereitet.
Teilprozess Welche genaue Handlung folgt? Ein Bauteil wird befestigt.
Entscheidung Gilt eine Bedingung? Falls die Verbindung undicht ist, wird sie erneut befestigt.
Kontrolle Ist das Zwischenergebnis korrekt? Anzeige oder sichtbares Ergebnis wird geprüft.
Abschluss Ist das Ziel erreicht? Endzustand wird gesichert und der Arbeitsplatz aufgeräumt.

Schreibtipp: Markiere in Deinem Plan Entscheidungen mit einer Frage. So erkennst Du, wo Wörter wie „falls“, „wenn“, „sonst“ oder „andernfalls“ nötig sind.


Beispiel aus dem Alltag: Tee zubereiten

Eine Bildfolge zeigt, wie ein Vorgang in Einzelschritte zerlegt werden kann. Die folgenden Wikimedia-Commons-Fotos bilden verschiedene Momente einer Teezubereitung ab.

1 2 3 4
Wasser ist erhitzt. Heißes Wasser wird in die Kanne gegossen. Nach der Ziehzeit wird der Einsatz entfernt. Der Tee wird in eine Tasse gegossen.

Eine gute Beschreibung würde zusätzlich klären, welche Teesorte verwendet wird, welche Menge benötigt wird, wie lange der Tee ziehen soll und für wen die Anleitung bestimmt ist. Genau daran erkennst Du den Unterschied zwischen einer Bildfolge und einer vollständigen Vorgangsbeschreibung.


Beispiel aus dem Alltag: Händewaschen als Bildprozess

Bei einer Bildanleitung solltest Du nicht nur aufzählen, was Du siehst. Beschreibe auch die Beziehungen: Welche Handlung muss vor einer anderen erfolgen? Welche Bereiche dürfen nicht ausgelassen werden? Woran erkennt man den Abschluss? Eine Bildfolge kann Informationen enthalten, die im Text ausdrücklich benannt werden müssen.


Beispiel für einen Herstellungsprozess

Ein Herstellungsprozess ist oft komplexer als eine Alltagshandlung, weil mehrere Bearbeitungsstufen ineinandergreifen. Beim Beschreiben eines Diagramms solltest Du Fachbegriffe nicht einfach übernehmen, sondern ihre Rolle im Ablauf erklären. Achte besonders auf Pfeile, Verzweigungen, Zwischenprodukte und das Endprodukt.


Adressatengerecht erklären

Adressatengerecht bedeutet: Du schreibst so, dass die vorgesehene Zielgruppe Deinen Text verstehen und sinnvoll nutzen kann.

Zielgruppe Was ist besonders wichtig?
Mitschülerinnen und Mitschüler bekannte Fachwörter nutzen, neue Begriffe kurz erklären
jüngere Kinder kurze Sätze, direkte Verben, wenige Fachwörter, sichtbare Zwischenschritte
erfahrene Nutzerinnen und Nutzer unnötige Selbstverständlichkeiten kürzen, präzise Fachbegriffe verwenden
Personen ohne Vorwissen Voraussetzungen, Material, Bedeutung von Anzeigen und Kontrollschritten erklären

Stelle Dir beim Überarbeiten die Frage: Welche Information ist für mich selbstverständlich, aber für meine Zielgruppe vielleicht nicht?


Eindeutigkeit: Bezüge müssen klar sein

Unklare Wörter können eine Anleitung unbrauchbar machen.

Unklar: „Setze es dort ein und drücke dann darauf.“

Eindeutiger: „Setze den Filtereinsatz in die runde Halterung. Drücke anschließend die Verriegelung nach unten.“

Achte besonders auf Pronomen wie „es“, „sie“, „das“ und Ortsangaben wie „da“, „dort“, „hier“. Sie sind nur dann gut, wenn eindeutig ist, worauf sie sich beziehen.


Vollständigkeit: Was darf nicht fehlen?

Nutze beim Überarbeiten diese Prüfreihenfolge:

  1. Ziel: Ist klar, was am Ende erreicht sein soll?
  2. Voraussetzungen: Sind Material, Startzustand und notwendige Bedingungen genannt?
  3. Reihenfolge: Ist jeder Schritt an der richtigen Stelle?
  4. Teilprozesse: Fehlt ein Übergang zwischen zwei Handlungen?
  5. Bedingungen: Sind Abzweigungen mit „wenn“ oder „falls“ erklärt?
  6. Kontrollen: Wird gesagt, woran ein korrektes Ergebnis erkennbar ist?
  7. Sprache: Sind Verben, Fachwörter und Bezüge eindeutig?
  8. Adressaten: Passt die Erklärung zum Vorwissen der Zielgruppe?


Typische Fehler und Verbesserungen

Problem Schwache Formulierung Verbesserung
Schritt fehlt „Dann startest Du.“ Vor dem Start die nötige Einstellung nennen.
Verb ist ungenau „Mach das Teil dran.“ „Befestige den Pumpenkopf am Ventil.“
Bezug ist unklar „Drücke es dort hinein.“ Gegenstand und Stelle ausdrücklich nennen.
Bedingung fehlt „Nimm den Adapter.“ „Falls der Pumpenkopf nicht zum Ventil passt, verwendest Du den passenden Adapter.“
Kontrolle fehlt „Jetzt bist Du fertig.“ „Prüfe abschließend, ob der gewünschte Zustand erreicht ist.“
Zielgruppe wird überfordert Fachwort ohne Erklärung Fachwort beim ersten Auftreten kurz erklären.


KI als Prüfpartner: Vollständigkeit und Eindeutigkeit

Eine KI kann Dir helfen, mögliche Lücken oder unklare Stellen zu finden. Sie entscheidet aber nicht automatisch richtig. Du bleibst für Deinen Text verantwortlich.

Ausgangstext zum Prüfen:

„Dann machst Du das Gerät an. Wenn es okay ist, drückst Du da drauf. Danach wartest Du ein bisschen und nimmst es wieder heraus.“

Arbeitsauftrag: Gib der KI den Text und fordere sie auf, nur zu prüfen, nicht sofort alles neu zu schreiben. Ein sinnvoller Prüfauftrag lautet:

„Prüfe diese Vorgangsbeschreibung für eine Schülerin oder einen Schüler ohne Vorwissen. Nenne getrennt: fehlende Voraussetzungen, unklare Bezüge, ungenaue Verben, fehlende Zeitangaben, fehlende Bedingungen und fehlende Kontrollmerkmale. Erfinde keine Gerätedaten. Stelle Rückfragen, wenn Informationen fehlen.“

Vergleiche die Rückmeldung anschließend mit Deiner eigenen Prüfung. Übernimm nur Hinweise, die Du begründen kannst. Gib keine persönlichen Daten, Namen, privaten Fotos oder vertraulichen Informationen in ein KI-System ein.


Schreibstrategie auf E-Niveau

Eine wirkungsvolle Strategie besteht aus fünf Phasen:

  1. Analysieren: Ziel, Zielgruppe und Ausgangssituation bestimmen.
  2. Modellieren: Gesamtvorgang in Teilprozesse, Bedingungen und Kontrollen zerlegen.
  3. Formulieren: präzise Verben, Fachwörter und passende Verknüpfungen verwenden.
  4. Testen: Eine andere Person prüft, ob der Text ohne zusätzliche Erklärungen verständlich ist.
  5. Überarbeiten: Lücken schließen, Mehrdeutigkeiten beseitigen und unnötige Wiederholungen kürzen.

So entsteht ein Text, der nicht nur „richtig klingt“, sondern als Erklärung tatsächlich funktioniert.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Woran erkennst Du eine gute Beschreibung eines komplexeren Vorgangs? (Sie nennt Voraussetzungen Teilprozesse Bedingungen und Kontrollen) (!Sie besteht nur aus möglichst langen Sätzen) (!Sie verwendet möglichst viele Fremdwörter) (!Sie nennt nur Anfang und Ende)




Welches Verb ist für eine genaue Anleitung am passendsten? (befestigen) (!machen) (!tun) (!irgendwie nehmen)




Welches Wort zeigt eine Bedingung an? (falls) (!danach) (!zuerst) (!zuletzt)




Was gehört zu den Voraussetzungen eines Vorgangs? (benötigtes Material und Ausgangszustand) (!nur das Endergebnis) (!nur die Überschrift) (!nur die Meinung des Schreibenden)




Warum sind Kontrollschritte wichtig? (Sie zeigen ob ein Zwischenziel oder Endziel erreicht ist) (!Sie machen jeden Text automatisch länger) (!Sie ersetzen genaue Verben) (!Sie machen Voraussetzungen überflüssig)




Welche Formulierung ist am eindeutigsten? (Befestige den Pumpenkopf gerade am Ventil) (!Mach das da dran) (!Tu es dort hin) (!Nimm das Ding)




Welche Verknüpfung drückt ein Ziel aus? (damit) (!danach) (!während) (!zuerst)




Was bedeutet adressatengerecht schreiben? (Die Erklärung an Vorwissen und Bedürfnisse der Zielgruppe anpassen) (!Alle Fachwörter ohne Erklärung verwenden) (!Immer nur sehr kurze Texte schreiben) (!Jede Handlung dreimal wiederholen)




Wie nutzt Du eine KI sinnvoll zum Überarbeiten? (Du prüfst ihre Hinweise und begründest was Du übernimmst) (!Du übernimmst jede Antwort ungeprüft) (!Du gibst persönliche Daten ein damit die Antwort genauer wird) (!Du lässt fehlende Fakten von der KI erfinden)




Wozu dient ein Prozessmodell vor dem Schreiben? (Es macht Schritte Abhängigkeiten und Entscheidungen sichtbar) (!Es ersetzt den fertigen Text vollständig) (!Es verhindert jede Überarbeitung) (!Es macht Fachwörter unnötig)





Memory

Voraussetzung muss vor dem Start erfüllt sein
Teilprozess abgegrenzter Abschnitt eines Gesamtvorgangs
Kontrollschritt prüft ein Zwischenziel oder Endergebnis
Fachwort benennt einen Gegenstand oder Vorgang präzise
Konnektor verbindet Schritte zeitlich oder logisch
Bedingung entscheidet ob ein bestimmter Weg gilt
Adressatenbezug richtet die Erklärung auf eine Zielgruppe aus





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Voraussetzung prüfen Vor dem Start klären ob Material und Ausgangszustand passen
Arbeitsplatz vorbereiten Benötigte Dinge anordnen und störende Hindernisse entfernen
Teilprozess durchführen Eine klar benannte Handlung mit einem genauen Verb ausführen
Bedingung beachten Bei einer Abzweigung zwischen möglichen nächsten Schritten unterscheiden
Zwischenergebnis kontrollieren Prüfen ob der bisherige Zustand korrekt ist
Vorgang abschließen Endzustand sichern und Ergebnis prüfen




Prozessmodell zum Nachdenken: Wenn beim Kontrollschritt ein Fehler auffällt, führt der Weg nicht sofort zum Abschluss zurück, sondern zu dem Teilprozess, der korrigiert werden muss. Genau solche Schleifen machen einen Vorgang komplexer.


Kreuzworträtsel

Voraussetzung Was muss vor Beginn eines Vorgangs erfüllt sein?
Teilprozess Wie heißt ein abgegrenzter Abschnitt eines Gesamtvorgangs?
Konnektor Wie nennt man ein Wort das zeitliche oder logische Beziehungen herstellt?
Kontrolle Wie heißt die Prüfung eines Zwischen- oder Endergebnisses?
Fachwort Wie heißt ein genauer Begriff aus einem Sachgebiet?
Zielgruppe Für wen muss eine Erklärung verständlich formuliert sein?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine komplexe Vorgangsbeschreibung nennt zuerst wichtige

.
Der Gesamtvorgang wird in sinnvolle

gegliedert.
Präzise

zeigen genau, welche Handlung ausgeführt wird.
Wörter wie „zunächst“ oder „anschließend“ machen die zeitliche

sichtbar.
Mit „falls“ kann eine

formuliert werden.
Ein

zeigt, ob ein Zwischenziel erreicht wurde.
Fachbegriffe müssen zur

passen oder verständlich erklärt werden.
Unklare Pronomen können die

eines Textes beeinträchtigen.
Vor der Abgabe sollte die Beschreibung auf

geprüft werden.
Eine KI kann Hinweise geben, ihre Vorschläge müssen aber

geprüft werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildfolge beschreiben: Wähle vier Bilder aus der Tee-Bildfolge. Formuliere zu jedem Bild einen präzisen Satz mit einem passenden Verb und verbinde die Sätze mit unterschiedlichen Zeitwörtern.
  2. Verben verbessern: Sammle zehn ungenaue Formulierungen mit „machen“, „tun“ oder „Ding“ aus erfundenen Anleitungen und ersetze sie durch genaue Verben und Nomen.
  3. Voraussetzungen finden: Wähle einen alltäglichen Vorgang, zum Beispiel ein Gesellschaftsspiel vorbereiten oder eine Trinkflasche reinigen. Notiere Ziel, Material, Ausgangszustand und zwei mögliche Stolperstellen.
  4. Adressatenwechsel: Erkläre denselben einfachen Vorgang einmal für ein jüngeres Kind und einmal für eine gleichaltrige Person. Markiere anschließend drei Unterschiede in Deiner Wortwahl.


Standard

  1. Prozessdiagramm erstellen: Zeichne für einen Vorgang aus Schule oder Alltag ein Diagramm mit Start, mindestens vier Teilprozessen, einer Entscheidung und einer Kontrolle. Schreibe danach die passende Vorgangsbeschreibung.
  2. Technischen Vorgang erklären: Nutze die Abbildung oder Animation einer Pumpe. Beschreibe, wie eine Handlung einen neuen Zustand bewirkt, und verwende mindestens fünf genaue Fachwörter oder Verben.
  3. KI-Prüfung: Schreibe eine absichtlich lückenhafte Beschreibung mit mindestens sechs Sätzen. Lass eine KI getrennt auf Vollständigkeit und Eindeutigkeit prüfen. Erstelle danach eine Tabelle mit „KI-Hinweis“, „stimmt“, „stimmt nicht“ und „Begründung“. Gib keine persönlichen Daten ein.
  4. Peer-Test: Tausche eine selbst geschriebene Anleitung mit einer Partnerin oder einem Partner. Die andere Person darf nur den Text verwenden und markiert jede Stelle, an der eine Rückfrage nötig wäre. Überarbeite anschließend Deinen Text.


Schwer

  1. Verzweigter Vorgang: Beschreibe einen Ablauf mit mindestens zwei Bedingungen und einer Rückschleife, zum Beispiel die Fehlersuche bei einer nicht funktionierenden Verbindung. Formuliere eindeutig, wann welcher Weg gilt.
  2. Multimediale Anleitung: Produziere eine eigene Bildfolge oder ein kurzes Erklärvideo zu einem ungefährlichen Vorgang. Ergänze Untertitel oder Bildtexte und begründe, warum Text und Bild an den gewählten Stellen zusammengehören.
  3. Qualitätsvergleich: Suche zwei öffentlich zugängliche Anleitungen zu ähnlichen Vorgängen. Vergleiche sie hinsichtlich Voraussetzungen, Teilprozessen, Fachwörtern, Verknüpfungen, Zielgruppenbezug und Kontrollschritten. Zitiere nur kurze Ausschnitte und nenne die Quellen.
  4. Prozessredaktion: Überarbeite eine komplexe Beschreibung so, dass sie zugleich kürzer und eindeutiger wird. Dokumentiere mindestens fünf Änderungen und erkläre, warum dadurch die Verständlichkeit steigt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer: Unvollständige Anleitung: Du erhältst eine Anleitung, in der zwei Voraussetzungen und ein Kontrollschritt fehlen. Erkläre, welche Folgen diese Lücken für eine Person ohne Vorwissen haben können, und ergänze die fehlenden Informationen.
  2. Transfer: Verzweigung: Ein Vorgang kann auf zwei verschiedene Arten weitergehen. Entwickle eine Formulierung mit „falls“, „sonst“ und einem abschließenden Kontrollschritt, sodass beide Wege eindeutig beschrieben sind.
  3. Transfer: Zielgruppenwechsel: Überarbeite einen fachsprachlichen Absatz für eine jüngere Zielgruppe. Begründe drei sprachliche Entscheidungen, ohne die sachliche Genauigkeit zu verlieren.
  4. Transfer: Bild zu Text: Wähle eine Prozessgrafik aus diesem aiMOOC. Formuliere daraus einen zusammenhängenden Text und erkläre anschließend, welche Informationen aus der Grafik im Text ausdrücklich gemacht werden mussten.
  5. Transfer: Fehlerdiagnose: Analysiere einen Text mit unklaren Pronomen, ungenauen Verben und fehlenden Zeitbezügen. Ordne jeden Fehler einer Kategorie zu und verbessere ihn.
  6. Transfer: KI-Rückmeldung bewerten: Eine KI behauptet, Deine Beschreibung sei vollständig. Entwickle eine eigene Prüfliste und zeige an mindestens vier Kriterien, warum eine menschliche Kontrolle trotzdem nötig ist.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe nennen kannst, sondern an einem eigenen komplexeren Vorgang zeigst, wie Du planst, formulierst, prüfst und überarbeitest.

  1. Du bestimmst Ziel, Zielgruppe und Zweck der Beschreibung.
  2. Du nennst Voraussetzungen und gliederst den Ablauf in nachvollziehbare Teilprozesse.
  3. Du verwendest genaue Verben und passende Fachwörter.
  4. Du stellst zeitliche und logische Beziehungen eindeutig her.
  5. Du formulierst Bedingungen und Kontrollschritte dort, wo sie für den Ablauf nötig sind.
  6. Du erklärst neue oder schwierige Begriffe adressatengerecht.
  7. Du testest Deine Beschreibung mit einer anderen Person oder anhand einer Prüfliste.
  8. Du dokumentierst mindestens drei begründete Überarbeitungen.
  9. Wenn Du KI verwendest, kennzeichnest Du ihren Einsatz und prüfst die Vorschläge eigenständig.




OERs zum Thema

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Als ergänzender Überblick eignet sich der Wikipedia-Artikel zur Gebrauchsanleitung, weil dort Zweck, Zielgruppenbezug und Formen von Anleitungen erläutert werden.


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