D10 M - Verbale und nonverbale Kommunikation analysieren

D10 M - Verbale und nonverbale Kommunikation analysieren
D10 M - Verbale und nonverbale Kommunikation analysieren
Mini-Beschreibung: Untersuche, wie Sprache, Stimme, Mimik, Gestik und Körperhaltung zusammenwirken. Du analysierst kurze Videoszenen, Standbilder und Audios, belegst Beobachtungen und gestaltest eigene Kommunikationssituationen. Niveau: Klasse 10, M-Niveau, Baden-Württemberg.
Einleitung
Kommunikation wirkt nie nur über Wörter. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Wortlaut, Stimme und sichtbarem Verhalten. Für eine gute Analyse gilt:
Beobachten → benennen → belegen → im Kontext deuten → Zusammenspiel erklären.

Einstiegsauftrag zum Standbild:
- Beobachtung: Notiere drei Dinge, die Du direkt sehen kannst.
- Deutung: Formuliere eine mögliche Wirkung als vorsichtige Hypothese.
- Beleg: Verweise jeweils auf ein sichtbares Detail.
Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, Cashinondt, CC BY 4.0.
Einstieg: Szene zweimal sehen
Sieh den offenen Forschungsclip zuerst ohne Ton, dann mit Ton. Notiere jeweils:
- Welche Bewegungen fallen auf?
- Wo scheinen Bewegung und Stimme zeitlich zusammenzupassen?
- Was verändert sich in Deiner Deutung durch den Ton?
Wichtig: Eine einzelne Geste beweist keine Absicht und kein Gefühl. Du formulierst Wirkungen als begründete Hypothesen.
Quelle/Lizenz: Guellai, Langus & Nespor, CC BY 3.0.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Verbale Kommunikation von paraverbalen und nonverbalen Signalen unterscheiden.
- Stimme, Mimik, Gestik, Blick und Körperhaltung präzise beschreiben.
- Inhalt, Appell und Beziehung in einer Kommunikationssituation erkennen und auf M-Niveau reflektieren.
- Beobachtung und Interpretation sauber trennen und Aussagen mit Standbild, Detail oder Zeitcode belegen.
- Kongruentes und widersprüchliches Zusammenspiel mehrerer Signale untersuchen.
- Eigene kurze Kommunikationsszenen adressatengerecht gestalten, überarbeiten und begründen.
Vorwissen-Check
Kreuze für Dich an: sicher – teilweise – noch üben.
- Ich kann Beobachtung und Interpretation unterscheiden.
- Ich kenne Merkmale von Stimme wie Lautstärke, Tempo, Pausen und Sprechmelodie.
- Ich kann Mimik und Gestik beschreiben, ohne sofort Gefühle zu behaupten.
- Ich kann einen Beleg mit Bilddetail oder Zeitcode angeben.
- Ich kann erklären, wie Kontext die Wirkung einer Äußerung verändert.
Starttipp: Wenn Dir mehrere Punkte unsicher sind, arbeite zuerst die Abschnitte „Kurz erklärt“ und „Analysewerkzeug“ durch.
Baden-Württemberg: Kompetenz- und Prüfungsbezug
Stand der Recherche: 23.09.2026. Der aktuelle Bildungsplan Sekundarstufe I Deutsch, Klasse 10, nennt auf M-Niveau unter anderem das Erkennen und Reflektieren von Inhalts-, Appell- und Beziehungsebene, die Wirkung verschiedener Sprechweisen, den planvollen Einsatz von Wortwahl, Sprachebene und Tonfall sowie die reflektierte Anwendung von Vortrags- und Präsentationstechniken.
Bildungsplan Baden-Württemberg: Klasse 10 – Funktion von Äußerungen
Prüfungshinweis: Prüfungsjahr und angestrebter Schulabschluss sind nicht dasselbe. Verbindliche Vorgaben können sich nach Prüfungsjahr und Abschluss unterscheiden. Prüfe deshalb aktuelle Hinweise immer zusätzlich bei Deiner Schule und beim Kultusministerium Baden-Württemberg. Termine und zentrale Erhebungen veröffentlicht außerdem das IBBW. Dieser Kurs trainiert Kompetenzen, ersetzt aber keine aktuelle Prüfungsbekanntmachung.
Kurz erklärt: fünf Beobachtungsbereiche
| Bereich | Das untersuchst Du | Beispiel für einen Beleg |
|---|---|---|
| Verbal | Wortwahl, Satzbau, Formulierungen, Inhalt | „Bitte setz dich.“ – höfliche Aufforderung |
| Paraverbal | Lautstärke, Tempo, Pausen, Betonung, Sprechmelodie | lange Pause vor „gut“ |
| Mimik | sichtbare Veränderungen im Gesicht | zusammengezogene Augenbrauen |
| Gestik | Bewegungen von Händen, Armen und Kopf | offene Handfläche beim Sprechen |
| Körperhaltung, Blick, Distanz | Haltung, Orientierung, Blickrichtung, Nähe und Abstand | Oberkörper dreht sich vom Gegenüber weg |
Merke: Die gesprochenen Wörter sind verbal. Eigenschaften der Stimme sind paraverbal. Mimik, Gestik, Blick und Körperhaltung sind nonverbal. Eine Gebärdensprache ist dagegen eine vollwertige Sprache und deshalb nicht einfach „nonverbal“.
Visualisierung: vom Signal zur begründeten Aussage
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
|---|---|---|---|---|
| Beobachtung | Kanal | Beleg | Kontext | Wirkungshypothese |
| Was sehe/höre ich? | verbal, paraverbal, nonverbal | Detail oder Zeitcode | Wer spricht wann zu wem? | Welche Wirkung ist plausibel? |
Eine starke Analyse überspringt keinen Schritt.
Inhalt, Appell und Beziehung
Nimm den Satz: „Das Fenster ist noch offen.“
| Ebene | Leitfrage | Mögliche Analyse |
|---|---|---|
| Inhalt | Welche Information wird genannt? | Das Fenster ist geöffnet. |
| Appell | Wozu soll das Gegenüber möglicherweise veranlasst werden? | Das Fenster soll vielleicht geschlossen werden. |
| Beziehung | Wie wird das Verhältnis im Sprechen mitgestaltet? | Tonfall, Blick und Situation können Nähe, Erwartung oder Distanz signalisieren. |
M-Niveau: Nicht nur benennen, sondern Zusammenspiel und Wirkung begründen.
Beobachtung ist nicht Deutung

Das historische Bild zeigt stark vereinfachte Gesichtsausdrücke. Nutze es für eine wichtige Regel:
Schwach: „Die Person ist wütend.“ Stärker: „Die Augenbrauen sind zusammengezogen und der Mund wirkt angespannt; im gezeigten Kontext kann das einen angespannten Eindruck unterstützen.“
Das zweite Beispiel trennt Beobachtung und Deutung. Mimik ist kontextabhängig; einzelne Gesichtszüge erlauben keine sichere Aussage über Gedanken, Persönlichkeit oder Wahrheit.
Quelle/Lizenz: J. Campbell Cory, 1912, gemeinfrei.
Stimme untersuchen

Eine Stimme hat messbare akustische Eigenschaften. Für die Kommunikationsanalyse sind vor allem Lautstärke, Sprechtempo, Pausen, Betonung und Tonhöhenverlauf wichtig.
Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, Bob K, gemeinfrei.
Hörvergleich: gleiche Sprache, veränderte Tonhöhe
Original:
Stärker ausgeweiteter Tonhöhenverlauf:
Auftrag:
- Beschreibe nur hörbare Unterschiede.
- Erkläre, wie Tonhöhenverlauf die Wahrnehmung einer Äußerung verändern kann.
- Trenne dabei akustischen Befund und Wirkungsdeutung.
Quelle/Lizenz: Zatorre & Baum, CC BY 2.5 und Vergleichsdatei, CC BY 2.5.
Gestik und Körperhaltung untersuchen

Standbild-Auftrag:
- Wähle zwei Körperbereiche aus.
- Beschreibe Haltung oder Bewegung ohne Wertung.
- Formuliere zwei verschiedene mögliche Deutungen.
- Entscheide, welche Zusatzinformation Du bräuchtest, um besser zu urteilen.
Quelle/Lizenz: Paloma.chollet, CC BY-SA 4.0.
Analysewerkzeug: 6 Schritte
- Situation klären: Wer spricht zu wem, wo und mit welchem Anlass?
- Wortlaut sichern: Was wird tatsächlich gesagt?
- Stimme beschreiben: Wie wird es gesagt?
- Körpersignale beschreiben: Was ist sichtbar?
- Zusammenspiel prüfen: Unterstützen, verändern oder widersprechen sich die Signale?
- Wirkung begründen: Formuliere eine Hypothese und belege sie mit Detail oder Zeitcode.
Satzstarter: „Bei 0:24 senkt die Sprecherin die Stimme und blickt weg. Zusammen mit der kurzen Antwort kann dies im Kontext distanzierend wirken, weil …“
Kongruenz und Inkongruenz
Kongruent heißt: Mehrere Signale unterstützen eine ähnliche Wirkung. Inkongruent heißt: Signale passen nicht eindeutig zusammen oder widersprechen sich.
Beispiel: Jemand sagt „Alles gut“, spricht leise, macht eine lange Pause und wendet den Blick ab. Die Wörter allein reichen nicht. Du analysierst das Zusammenspiel und vermeidest absolute Aussagen über innere Gefühle.
Mythos-Check
Es gibt keine allgemein gültige Prozentformel, nach der Wörter nur einen festen kleinen Anteil und Körpersprache immer den größten Anteil jeder Kommunikation ausmachen. Solche vereinfachten Prozentangaben werden häufig aus speziellen Versuchssituationen verallgemeinert. Entscheidend sind Aufgabe, Kontext, Medium und Zusammenspiel.
Weiterlesen: Körpersprache und Wikipedia: Körpersprache.
Medienatelier
Video 1: Körpersprache beobachten, nicht erraten
Wähle einen kurzen Abschnitt von etwa 30 bis 60 Sekunden.
- Protokolliere drei beobachtbare Signale.
- Ergänze je einen Zeitcode.
- Formuliere eine Wirkungshypothese.
- Prüfe, ob Wortlaut, Stimme und Körperverhalten zusammenpassen.
Rechtehinweis: Das YouTube-Video wird nur eingebettet. Verwende für eigene Produkte keine Kopie des vollständigen Videos, sondern arbeite mit kurzer Analyse, Zeitcodes und Quellenangabe.
Video 2: Stimme, Mimik und Gestik gezielt vergleichen
Nutze besonders die Abschnitte zu Stimme, Mimik, Körpersprache und Gestik.
- Stoppe an einer geeigneten Stelle.
- Erstelle ein Standbildprotokoll in Worten.
- Vergleiche die Aussage des Videos mit Deinen eigenen Beobachtungen.
- Markiere klar: Beobachtung – Aussage des Videos – eigene Schlussfolgerung.
Mini-Szene: eigenes offenes Material
Spielt zu zweit denselben Satz dreimal: „Das ist ja interessant.“
- neutral
- freundlich-interessiert
- skeptisch-distanziert
Verändert nur Stimme, Mimik, Gestik und Körperhaltung. Filmt höchstens 20 Sekunden pro Variante.
Datenschutz: Nutzt möglichst schuleigene Geräte, filmt nur mit Einwilligung und veröffentlicht keine Klarnamen, privaten Kontaktdaten oder unnötigen personenbezogenen Informationen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Ebene gehört eindeutig zur verbalen Kommunikation? (Wortwahl) (!Blickrichtung) (!Körperhaltung) (!Handbewegung)
Welches Merkmal ist paraverbal? (Tonfall) (!Mimik) (!Gestik) (!Blickkontakt)
Was ist ein nonverbaler Beleg? (Die Sprecherin verschränkt die Hände vor dem Körper) (!Die Sprecherin verwendet ein Fremdwort) (!Der Satz enthält ein Verb) (!Die Aussage besteht aus zwei Sätzen)
Was sollte am Anfang einer Kommunikationsanalyse stehen? (Eine genaue Beobachtung) (!Eine Diagnose der Persönlichkeit) (!Eine sichere Aussage über Gefühle) (!Eine Bewertung der Person)
Wann spricht man von kongruentem Zusammenspiel? (Wenn mehrere Signale eine ähnliche Wirkung unterstützen) (!Wenn nur die Wortzahl gezählt wird) (!Wenn Körpersprache immer wichtiger ist als Sprache) (!Wenn jede Geste eindeutig ist)
Was ist bei einer mehrdeutigen Geste besonders wichtig? (Der Kontext) (!Eine feste Gestenliste) (!Die Haarfarbe) (!Die Satzlänge allein)
Welche Frage passt zur Beziehungsebene? (Wie wird das Verhältnis zwischen den Beteiligten mitgestaltet) (!Wie viele Buchstaben hat der Satz) (!Welche Zeitform steht im zweiten Verb) (!Wie viele Personen sind im Raum)
Welche Formulierung beschreibt einen möglichen Appell? (Die angesprochene Person soll vermutlich handeln) (!Die Stimme ist immer eindeutig) (!Die Mimik beweist eine Lüge) (!Die Körperhaltung ersetzt jeden Kontext)
Welche Aussage zur Stimme ist fachlich sinnvoll? (Pausen und Betonung können die Wirkung einer Äußerung verändern) (!Lautes Sprechen bedeutet immer Ärger) (!Leises Sprechen beweist Unsicherheit) (!Hohe Stimme zeigt immer Freude)
Was gehört zur verantwortlichen Nutzung von KI bei einer Analyse? (KI-Vorschläge unabhängig am Material prüfen) (!Die erste KI-Deutung ungeprüft übernehmen) (!Zeitcodes von der KI erfinden lassen) (!Die eigene Materialarbeit überspringen)
Memory
| Verbale Kommunikation | Wortlaut |
| Paraverbale Kommunikation | Tonfall |
| Mimik | Gesichtsausdruck |
| Gestik | Handbewegung |
| Körperhaltung | Haltungssignal |
| Inkongruenz | Widerspruch |
| Kontext | Deutungsrahmen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Beobachtung | direkt wahrnehmbares Detail |
| Deutung | begründete Wirkungshypothese |
| Beleg | Zeitcode oder Bilddetail |
| Paraverbal | Sprechtempo und Betonung |
| Nonverbal | Mimik und Körperhaltung |
| Verbal | Wörter und Formulierungen |
Kreuzworträtsel
| Mimik | Wie heißt der sichtbare Ausdruck des Gesichts? |
| Gestik | Wie heißt kommunikative Bewegung vor allem von Händen und Armen? |
| Tonfall | Wie heißt die hörbare Art, in der etwas gesagt wird? |
| Kontext | Wie heißt der situative Zusammenhang einer Äußerung? |
| Kongruenz | Wie heißt ein stimmiges Zusammenspiel mehrerer Signale? |
| Blickkontakt | Wie heißt die wechselseitige visuelle Orientierung der Augen? |
LearningApps
Lückentext
Feedback, Hilfestufen und Lösung
Trainingsszene
Eigene Übungsszene: Eine Person sagt: „Schon gut.“ Danach folgt eine kurze Pause; die Stimme ist leise, der Blick geht zur Seite, der Oberkörper dreht sich etwas weg.
Aufgabe: Analysiere verbal, paraverbal und nonverbal. Formuliere eine begründete Wirkungshypothese.
Hilfestufe 1
Markiere nur Beobachtungen: Wortlaut, Lautstärke, Pause, Blick, Körperdrehung.
Hilfestufe 2
Ordne die Beobachtungen den drei Bereichen verbal – paraverbal – nonverbal zu.
Hilfestufe 3
Nutze den Satzstarter: „Obwohl der Wortlaut …, wirken … und … im Kontext möglicherweise …, weil …“
Lösungshinweis
Eine tragfähige Lösung könnte zeigen: Der Wortlaut signalisiert zunächst Zustimmung oder Abschluss. Die leise Stimme, die Pause, der seitliche Blick und das Wegdrehen können diese Wirkung relativieren. Im Kontext könnte dadurch Distanz oder Zurückhaltung entstehen. Entscheidend ist die Formulierung als Hypothese, nicht als sichere Aussage über den inneren Zustand der Person.
Feedback-Raster
| Prüffrage | Ja | Noch verbessern |
|---|---|---|
| Habe ich Beobachtung und Deutung getrennt? | □ | □ |
| Habe ich mindestens zwei Kommunikationsbereiche verknüpft? | □ | □ |
| Habe ich einen konkreten Beleg genannt? | □ | □ |
| Habe ich den Kontext berücksichtigt? | □ | □ |
| Habe ich vorsichtig und fachlich formuliert? | □ | □ |
Peer-Feedback-Satz: „Dein stärkster Beleg ist …; noch klarer würde die Analyse, wenn Du …“
KI-Spirale
KI ersetzt keine eigene Text- oder Materialarbeit. Arbeite in dieser Reihenfolge:
- Aufgabe verstehen: Kläre Operator, Material und Ziel.
- Selbst erschließen: Sieh, höre, markiere und protokolliere zuerst selbst.
- Eigenen Ansatz entwickeln: Formuliere eine erste Analyse mit Belegen.
- KI gezielt befragen: Bitte zum Beispiel um Gegenhypothesen oder um Prüfung der Fachbegriffe.
- Unabhängig prüfen: Kontrolliere Texttreue, Fakten, Logik, Zeitcodes und Quellen selbst.
- Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Vorschläge.
- KI-Hilfe transparent machen: Notiere kurz, wofür Du KI genutzt hast.
Geeignete KI-Frage: „Nenne zwei alternative Wirkungsdeutungen zu meinen Beobachtungen, ohne neue Details zu erfinden.“
Nicht geeignet: „Analysiere das Video für mich“, wenn Du das Material selbst noch nicht erschlossen hast.
Selbstkontrolle
Beantworte ohne Nachschlagen:
- Kann ich verbal, paraverbal und nonverbal an einem Beispiel unterscheiden?
- Kann ich einen Satz formulieren, der Beobachtung und Wirkungshypothese trennt?
- Kann ich Inhalt, Appell und Beziehung in einer kurzen Szene untersuchen?
- Kann ich erklären, warum eine Geste ohne Kontext mehrdeutig bleibt?
- Kann ich einen Zeitcode oder ein Bilddetail als Beleg einsetzen?
Wenn Du vier oder fünf Punkte sicher kannst, gehe zum Transfer. Bei weniger sicheren Punkten wiederhole gezielt das Analysewerkzeug.
Transfer
Analysiere dieselbe kurze Kommunikationshandlung in zwei Medien:
- Präsenzszene: Person A sagt „Okay“ im Raum.
- Videocall: Person A sagt „Okay“ vor der Kamera.
Vergleiche, welche Signale sichtbar oder hörbar bleiben, welche verloren gehen und welche durch Kameraausschnitt, Mikrofon oder Verzögerung verändert werden. Formuliere anschließend eine begründete Aussage darüber, wie das Medium die Interpretation beeinflusst.
Kompetenzcheck
Du bist auf M-Niveau sicher, wenn Du:
- mehrere Kommunikationskanäle selbstständig untersuchst,
- Beobachtungen präzise belegst,
- Inhalt, Appell und Beziehung reflektierst,
- alternative Deutungen am Kontext prüfst,
- das Zusammenspiel von Wortlaut, Stimme und Körpersignalen begründet erklärst,
- eigenes Material adressatengerecht gestaltest und überarbeitest.
Reflexion
Schreibe fünf bis sieben Sätze:
- Welche Signale hast Du bisher am häufigsten übersehen?
- Wo warst Du zu schnell mit einer Deutung?
- Welcher Belegtyp hilft Dir am meisten: Wortlaut, Zeitcode, Standbild oder Hörmerkmal?
- Was wirst Du bei Deiner nächsten Analyse anders machen?
- Wo hat KI geholfen – und was musstest Du selbst überprüfen?
Folgekurs-Empfehlung
Als nächster Schritt eignen sich Gesprächsanalyse, Argumentation, Medienanalyse und Präsentationstechniken. Besonders sinnvoll ist ein Kurs, in dem Du Gesprächsverläufe, Sprecherwechsel, Konfliktsignale und adressatengerechte Reaktionen untersuchst.
Offene Aufgaben
Leicht
- Standbildprotokoll: Wähle ein frei lizenziertes Standbild aus diesem Kurs und notiere fünf rein beobachtbare Details.
- Stimmprobe: Sprich denselben neutralen Satz dreimal mit unterschiedlicher Betonung ein und beschreibe die hörbaren Unterschiede.
- Gestenvergleich: Spiele eine kurze Begrüßung mit zwei unterschiedlichen Gesten und erkläre, wie sich die Wirkung verändert.
- Beobachtung oder Deutung: Sammle zehn Aussagen zu einer Szene und sortiere sie in Beobachtung und Deutung.
Standard
- Szenenanalyse: Analysiere 30 bis 60 Sekunden eines eingebetteten Videos mit mindestens vier Zeitcodes.
- Standbild und Ton: Vergleiche zuerst nur das Bild, dann nur den Ton und zuletzt beides zusammen. Protokolliere, welche Deutungen sich verändern.
- Eigene Szene: Produziere drei kurze Varianten des Satzes „Das passt schon“ und steuere gezielt Stimme, Mimik, Gestik und Haltung.
- Kontextwechsel: Spiele dieselbe Äußerung einmal unter Freunden und einmal in einer formellen Situation. Begründe sprachliche und körpersprachliche Anpassungen.
Schwer
- Mehrdeutigkeit: Entwickle zwei plausible, aber unterschiedliche Deutungen derselben Szene und belege beide am Material.
- Medienvergleich: Vergleiche eine Präsenzszene mit einem Videocall und untersuche, wie Technik Wahrnehmung von Stimme und Körpersprache verändert.
- Kriterienraster: Entwirf ein eigenes Analyse-Raster mit mindestens sechs Kriterien, teste es an einer Szene und verbessere es nach Peer-Feedback.
- KI-Revision: Schreibe zuerst eine eigene Analyse, hole dann gezielt KI-Gegenargumente ein, prüfe sie am Material und dokumentiere transparent, welche Änderungen Du übernommen oder verworfen hast.


Lernkontrolle
- Zusammenspiel erklären: Eine Person sagt „Kein Problem“, spricht aber sehr leise und dreht sich weg. Entwickle zwei kontextabhängige Deutungen und begründe sie.
- Materialvergleich: Vergleiche ein Standbild und die zugehörige Videoszene. Erkläre, welche Informationen erst durch Bewegung und Stimme verfügbar werden.
- Fehlinterpretation prüfen: Widerlege die Aussage „Verschränkte Arme bedeuten immer Ablehnung“ mit einer kontextbezogenen Argumentation.
- Adressatenbezug: Überarbeite eine zu lockere Bitte für ein formelles Gespräch und begründe Änderungen an Wortwahl, Tonfall und Körperhaltung.
- Medienwirkung: Erkläre, wie Kamerawinkel, Bildausschnitt oder Mikrofonqualität die Wahrnehmung einer Kommunikationssituation beeinflussen können.
- KI-Prüfung: Eine KI behauptet eine Emotion ohne Beleg. Formuliere eine fachlich bessere Analyse und nenne die fehlenden Prüfschritte.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis ist wichtig:
- klare Trennung von Beobachtung und Deutung,
- korrekte Fachbegriffe für verbale, paraverbale und nonverbale Signale,
- konkrete Belege aus Wortlaut, Bild, Ton oder Zeitcode,
- Analyse von Inhalt, Appell und Beziehung,
- begründete Verknüpfung mehrerer Kommunikationskanäle,
- Berücksichtigung von Situation, Adressaten und Medium,
- reflektierter Umgang mit Mehrdeutigkeit,
- transparente Dokumentation eingesetzter KI-Hilfe,
- eigenständige Überarbeitung der Analyse.
OERs zum Thema
Quellen und Medienrechte
- Bildungsplan Baden-Württemberg, Sekundarstufe I Deutsch V2, Klasse 10
- Wikipedia: Nonverbale Kommunikation
- Casual conversation.jpg – CC BY 4.0
- Body language in communication.webp – CC BY-SA 4.0
- Facial expressions – gemeinfrei
- Voice waveform and spectrum.png – gemeinfrei
- Prosody in the hands of the speaker – CC BY 3.0
- Speech intonation, Original – CC BY 2.5
- Speech intonation, Pitch-expanded – CC BY 2.5
Urheberrechtspraxis: Bevorzuge gemeinfreie, offen lizenzierte oder selbst erstellte Materialien. Bei geschützten Werken nutze nur kurze funktionale Ausschnitte im rechtlich zulässigen Rahmen, nenne die Quelle und gib keine geschützte Ganzschrift oder vollständige Filmsequenz wieder.
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