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D10 M - Verbale und nonverbale Kommunikation analysieren

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D10 M - Verbale und nonverbale Kommunikation analysieren




D10 M - Verbale und nonverbale Kommunikation analysieren

Mini-Beschreibung: Untersuche, wie Sprache, Stimme, Mimik, Gestik und Körperhaltung zusammenwirken. Du analysierst kurze Videoszenen, Standbilder und Audios, belegst Beobachtungen und gestaltest eigene Kommunikationssituationen. Niveau: Klasse 10, M-Niveau, Baden-Württemberg.


Einleitung

Kommunikation wirkt nie nur über Wörter. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Wortlaut, Stimme und sichtbarem Verhalten. Für eine gute Analyse gilt:

Beobachten → benennen → belegen → im Kontext deuten → Zusammenspiel erklären.

Einstiegsauftrag zum Standbild:

  1. Beobachtung: Notiere drei Dinge, die Du direkt sehen kannst.
  2. Deutung: Formuliere eine mögliche Wirkung als vorsichtige Hypothese.
  3. Beleg: Verweise jeweils auf ein sichtbares Detail.

Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, Cashinondt, CC BY 4.0.


Einstieg: Szene zweimal sehen

Sieh den offenen Forschungsclip zuerst ohne Ton, dann mit Ton. Notiere jeweils:

  1. Welche Bewegungen fallen auf?
  2. Wo scheinen Bewegung und Stimme zeitlich zusammenzupassen?
  3. Was verändert sich in Deiner Deutung durch den Ton?

Wichtig: Eine einzelne Geste beweist keine Absicht und kein Gefühl. Du formulierst Wirkungen als begründete Hypothesen.

Quelle/Lizenz: Guellai, Langus & Nespor, CC BY 3.0.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Verbale Kommunikation von paraverbalen und nonverbalen Signalen unterscheiden.
  2. Stimme, Mimik, Gestik, Blick und Körperhaltung präzise beschreiben.
  3. Inhalt, Appell und Beziehung in einer Kommunikationssituation erkennen und auf M-Niveau reflektieren.
  4. Beobachtung und Interpretation sauber trennen und Aussagen mit Standbild, Detail oder Zeitcode belegen.
  5. Kongruentes und widersprüchliches Zusammenspiel mehrerer Signale untersuchen.
  6. Eigene kurze Kommunikationsszenen adressatengerecht gestalten, überarbeiten und begründen.


Vorwissen-Check

Kreuze für Dich an: sicher – teilweise – noch üben.

  1. Ich kann Beobachtung und Interpretation unterscheiden.
  2. Ich kenne Merkmale von Stimme wie Lautstärke, Tempo, Pausen und Sprechmelodie.
  3. Ich kann Mimik und Gestik beschreiben, ohne sofort Gefühle zu behaupten.
  4. Ich kann einen Beleg mit Bilddetail oder Zeitcode angeben.
  5. Ich kann erklären, wie Kontext die Wirkung einer Äußerung verändert.

Starttipp: Wenn Dir mehrere Punkte unsicher sind, arbeite zuerst die Abschnitte „Kurz erklärt“ und „Analysewerkzeug“ durch.


Baden-Württemberg: Kompetenz- und Prüfungsbezug

Stand der Recherche: 23.09.2026. Der aktuelle Bildungsplan Sekundarstufe I Deutsch, Klasse 10, nennt auf M-Niveau unter anderem das Erkennen und Reflektieren von Inhalts-, Appell- und Beziehungsebene, die Wirkung verschiedener Sprechweisen, den planvollen Einsatz von Wortwahl, Sprachebene und Tonfall sowie die reflektierte Anwendung von Vortrags- und Präsentationstechniken.

Bildungsplan Baden-Württemberg: Klasse 10 – Funktion von Äußerungen

Prüfungshinweis: Prüfungsjahr und angestrebter Schulabschluss sind nicht dasselbe. Verbindliche Vorgaben können sich nach Prüfungsjahr und Abschluss unterscheiden. Prüfe deshalb aktuelle Hinweise immer zusätzlich bei Deiner Schule und beim Kultusministerium Baden-Württemberg. Termine und zentrale Erhebungen veröffentlicht außerdem das IBBW. Dieser Kurs trainiert Kompetenzen, ersetzt aber keine aktuelle Prüfungsbekanntmachung.


Kurz erklärt: fünf Beobachtungsbereiche

Bereich Das untersuchst Du Beispiel für einen Beleg
Verbal Wortwahl, Satzbau, Formulierungen, Inhalt „Bitte setz dich.“ – höfliche Aufforderung
Paraverbal Lautstärke, Tempo, Pausen, Betonung, Sprechmelodie lange Pause vor „gut“
Mimik sichtbare Veränderungen im Gesicht zusammengezogene Augenbrauen
Gestik Bewegungen von Händen, Armen und Kopf offene Handfläche beim Sprechen
Körperhaltung, Blick, Distanz Haltung, Orientierung, Blickrichtung, Nähe und Abstand Oberkörper dreht sich vom Gegenüber weg

Merke: Die gesprochenen Wörter sind verbal. Eigenschaften der Stimme sind paraverbal. Mimik, Gestik, Blick und Körperhaltung sind nonverbal. Eine Gebärdensprache ist dagegen eine vollwertige Sprache und deshalb nicht einfach „nonverbal“.


Visualisierung: vom Signal zur begründeten Aussage

1 2 3 4 5
Beobachtung Kanal Beleg Kontext Wirkungshypothese
Was sehe/höre ich? verbal, paraverbal, nonverbal Detail oder Zeitcode Wer spricht wann zu wem? Welche Wirkung ist plausibel?

Eine starke Analyse überspringt keinen Schritt.


Inhalt, Appell und Beziehung

Nimm den Satz: „Das Fenster ist noch offen.“

Ebene Leitfrage Mögliche Analyse
Inhalt Welche Information wird genannt? Das Fenster ist geöffnet.
Appell Wozu soll das Gegenüber möglicherweise veranlasst werden? Das Fenster soll vielleicht geschlossen werden.
Beziehung Wie wird das Verhältnis im Sprechen mitgestaltet? Tonfall, Blick und Situation können Nähe, Erwartung oder Distanz signalisieren.

M-Niveau: Nicht nur benennen, sondern Zusammenspiel und Wirkung begründen.


Beobachtung ist nicht Deutung

Das historische Bild zeigt stark vereinfachte Gesichtsausdrücke. Nutze es für eine wichtige Regel:

Schwach: „Die Person ist wütend.“ Stärker: „Die Augenbrauen sind zusammengezogen und der Mund wirkt angespannt; im gezeigten Kontext kann das einen angespannten Eindruck unterstützen.“

Das zweite Beispiel trennt Beobachtung und Deutung. Mimik ist kontextabhängig; einzelne Gesichtszüge erlauben keine sichere Aussage über Gedanken, Persönlichkeit oder Wahrheit.

Quelle/Lizenz: J. Campbell Cory, 1912, gemeinfrei.


Stimme untersuchen

Eine Stimme hat messbare akustische Eigenschaften. Für die Kommunikationsanalyse sind vor allem Lautstärke, Sprechtempo, Pausen, Betonung und Tonhöhenverlauf wichtig.

Quelle/Lizenz: Wikimedia Commons, Bob K, gemeinfrei.


Hörvergleich: gleiche Sprache, veränderte Tonhöhe

Original:

Stärker ausgeweiteter Tonhöhenverlauf:

Auftrag:

  1. Beschreibe nur hörbare Unterschiede.
  2. Erkläre, wie Tonhöhenverlauf die Wahrnehmung einer Äußerung verändern kann.
  3. Trenne dabei akustischen Befund und Wirkungsdeutung.

Quelle/Lizenz: Zatorre & Baum, CC BY 2.5 und Vergleichsdatei, CC BY 2.5.


Gestik und Körperhaltung untersuchen

Standbild-Auftrag:

  1. Wähle zwei Körperbereiche aus.
  2. Beschreibe Haltung oder Bewegung ohne Wertung.
  3. Formuliere zwei verschiedene mögliche Deutungen.
  4. Entscheide, welche Zusatzinformation Du bräuchtest, um besser zu urteilen.

Quelle/Lizenz: Paloma.chollet, CC BY-SA 4.0.


Analysewerkzeug: 6 Schritte

  1. Situation klären: Wer spricht zu wem, wo und mit welchem Anlass?
  2. Wortlaut sichern: Was wird tatsächlich gesagt?
  3. Stimme beschreiben: Wie wird es gesagt?
  4. Körpersignale beschreiben: Was ist sichtbar?
  5. Zusammenspiel prüfen: Unterstützen, verändern oder widersprechen sich die Signale?
  6. Wirkung begründen: Formuliere eine Hypothese und belege sie mit Detail oder Zeitcode.

Satzstarter: „Bei 0:24 senkt die Sprecherin die Stimme und blickt weg. Zusammen mit der kurzen Antwort kann dies im Kontext distanzierend wirken, weil …“


Kongruenz und Inkongruenz

Kongruent heißt: Mehrere Signale unterstützen eine ähnliche Wirkung. Inkongruent heißt: Signale passen nicht eindeutig zusammen oder widersprechen sich.

Beispiel: Jemand sagt „Alles gut“, spricht leise, macht eine lange Pause und wendet den Blick ab. Die Wörter allein reichen nicht. Du analysierst das Zusammenspiel und vermeidest absolute Aussagen über innere Gefühle.


Mythos-Check

Es gibt keine allgemein gültige Prozentformel, nach der Wörter nur einen festen kleinen Anteil und Körpersprache immer den größten Anteil jeder Kommunikation ausmachen. Solche vereinfachten Prozentangaben werden häufig aus speziellen Versuchssituationen verallgemeinert. Entscheidend sind Aufgabe, Kontext, Medium und Zusammenspiel.

Weiterlesen: Körpersprache und Wikipedia: Körpersprache.


Medienatelier


Video 1: Körpersprache beobachten, nicht erraten

Wähle einen kurzen Abschnitt von etwa 30 bis 60 Sekunden.

  1. Protokolliere drei beobachtbare Signale.
  2. Ergänze je einen Zeitcode.
  3. Formuliere eine Wirkungshypothese.
  4. Prüfe, ob Wortlaut, Stimme und Körperverhalten zusammenpassen.

Rechtehinweis: Das YouTube-Video wird nur eingebettet. Verwende für eigene Produkte keine Kopie des vollständigen Videos, sondern arbeite mit kurzer Analyse, Zeitcodes und Quellenangabe.


Video 2: Stimme, Mimik und Gestik gezielt vergleichen

Nutze besonders die Abschnitte zu Stimme, Mimik, Körpersprache und Gestik.

  1. Stoppe an einer geeigneten Stelle.
  2. Erstelle ein Standbildprotokoll in Worten.
  3. Vergleiche die Aussage des Videos mit Deinen eigenen Beobachtungen.
  4. Markiere klar: Beobachtung – Aussage des Videos – eigene Schlussfolgerung.


Mini-Szene: eigenes offenes Material

Spielt zu zweit denselben Satz dreimal: „Das ist ja interessant.“

  1. neutral
  2. freundlich-interessiert
  3. skeptisch-distanziert

Verändert nur Stimme, Mimik, Gestik und Körperhaltung. Filmt höchstens 20 Sekunden pro Variante.

Datenschutz: Nutzt möglichst schuleigene Geräte, filmt nur mit Einwilligung und veröffentlicht keine Klarnamen, privaten Kontaktdaten oder unnötigen personenbezogenen Informationen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Ebene gehört eindeutig zur verbalen Kommunikation? (Wortwahl) (!Blickrichtung) (!Körperhaltung) (!Handbewegung)




Welches Merkmal ist paraverbal? (Tonfall) (!Mimik) (!Gestik) (!Blickkontakt)




Was ist ein nonverbaler Beleg? (Die Sprecherin verschränkt die Hände vor dem Körper) (!Die Sprecherin verwendet ein Fremdwort) (!Der Satz enthält ein Verb) (!Die Aussage besteht aus zwei Sätzen)




Was sollte am Anfang einer Kommunikationsanalyse stehen? (Eine genaue Beobachtung) (!Eine Diagnose der Persönlichkeit) (!Eine sichere Aussage über Gefühle) (!Eine Bewertung der Person)




Wann spricht man von kongruentem Zusammenspiel? (Wenn mehrere Signale eine ähnliche Wirkung unterstützen) (!Wenn nur die Wortzahl gezählt wird) (!Wenn Körpersprache immer wichtiger ist als Sprache) (!Wenn jede Geste eindeutig ist)




Was ist bei einer mehrdeutigen Geste besonders wichtig? (Der Kontext) (!Eine feste Gestenliste) (!Die Haarfarbe) (!Die Satzlänge allein)




Welche Frage passt zur Beziehungsebene? (Wie wird das Verhältnis zwischen den Beteiligten mitgestaltet) (!Wie viele Buchstaben hat der Satz) (!Welche Zeitform steht im zweiten Verb) (!Wie viele Personen sind im Raum)




Welche Formulierung beschreibt einen möglichen Appell? (Die angesprochene Person soll vermutlich handeln) (!Die Stimme ist immer eindeutig) (!Die Mimik beweist eine Lüge) (!Die Körperhaltung ersetzt jeden Kontext)




Welche Aussage zur Stimme ist fachlich sinnvoll? (Pausen und Betonung können die Wirkung einer Äußerung verändern) (!Lautes Sprechen bedeutet immer Ärger) (!Leises Sprechen beweist Unsicherheit) (!Hohe Stimme zeigt immer Freude)




Was gehört zur verantwortlichen Nutzung von KI bei einer Analyse? (KI-Vorschläge unabhängig am Material prüfen) (!Die erste KI-Deutung ungeprüft übernehmen) (!Zeitcodes von der KI erfinden lassen) (!Die eigene Materialarbeit überspringen)





Memory

Verbale Kommunikation Wortlaut
Paraverbale Kommunikation Tonfall
Mimik Gesichtsausdruck
Gestik Handbewegung
Körperhaltung Haltungssignal
Inkongruenz Widerspruch
Kontext Deutungsrahmen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Beobachtung direkt wahrnehmbares Detail
Deutung begründete Wirkungshypothese
Beleg Zeitcode oder Bilddetail
Paraverbal Sprechtempo und Betonung
Nonverbal Mimik und Körperhaltung
Verbal Wörter und Formulierungen





Kreuzworträtsel

Mimik Wie heißt der sichtbare Ausdruck des Gesichts?
Gestik Wie heißt kommunikative Bewegung vor allem von Händen und Armen?
Tonfall Wie heißt die hörbare Art, in der etwas gesagt wird?
Kontext Wie heißt der situative Zusammenhang einer Äußerung?
Kongruenz Wie heißt ein stimmiges Zusammenspiel mehrerer Signale?
Blickkontakt Wie heißt die wechselseitige visuelle Orientierung der Augen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Wörter einer Äußerung gehören zur

. Merkmale wie Lautstärke und Betonung sind

. Gesichtsausdrücke nennt man

. Bewegungen der Hände und Arme gehören zur

. Eine genaue Analyse beginnt mit einer

. Ein Zeitcode kann als

dienen. Widersprüchliche Signale können als

beschrieben werden. Jede Wirkungsdeutung muss den

berücksichtigen.




Feedback, Hilfestufen und Lösung


Trainingsszene

Eigene Übungsszene: Eine Person sagt: „Schon gut.“ Danach folgt eine kurze Pause; die Stimme ist leise, der Blick geht zur Seite, der Oberkörper dreht sich etwas weg.

Aufgabe: Analysiere verbal, paraverbal und nonverbal. Formuliere eine begründete Wirkungshypothese.


Hilfestufe 1

Markiere nur Beobachtungen: Wortlaut, Lautstärke, Pause, Blick, Körperdrehung.


Hilfestufe 2

Ordne die Beobachtungen den drei Bereichen verbal – paraverbal – nonverbal zu.


Hilfestufe 3

Nutze den Satzstarter: „Obwohl der Wortlaut …, wirken … und … im Kontext möglicherweise …, weil …“


Lösungshinweis

Eine tragfähige Lösung könnte zeigen: Der Wortlaut signalisiert zunächst Zustimmung oder Abschluss. Die leise Stimme, die Pause, der seitliche Blick und das Wegdrehen können diese Wirkung relativieren. Im Kontext könnte dadurch Distanz oder Zurückhaltung entstehen. Entscheidend ist die Formulierung als Hypothese, nicht als sichere Aussage über den inneren Zustand der Person.


Feedback-Raster

Prüffrage Ja Noch verbessern
Habe ich Beobachtung und Deutung getrennt?
Habe ich mindestens zwei Kommunikationsbereiche verknüpft?
Habe ich einen konkreten Beleg genannt?
Habe ich den Kontext berücksichtigt?
Habe ich vorsichtig und fachlich formuliert?

Peer-Feedback-Satz: „Dein stärkster Beleg ist …; noch klarer würde die Analyse, wenn Du …“


KI-Spirale

KI ersetzt keine eigene Text- oder Materialarbeit. Arbeite in dieser Reihenfolge:

  1. Aufgabe verstehen: Kläre Operator, Material und Ziel.
  2. Selbst erschließen: Sieh, höre, markiere und protokolliere zuerst selbst.
  3. Eigenen Ansatz entwickeln: Formuliere eine erste Analyse mit Belegen.
  4. KI gezielt befragen: Bitte zum Beispiel um Gegenhypothesen oder um Prüfung der Fachbegriffe.
  5. Unabhängig prüfen: Kontrolliere Texttreue, Fakten, Logik, Zeitcodes und Quellen selbst.
  6. Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Vorschläge.
  7. KI-Hilfe transparent machen: Notiere kurz, wofür Du KI genutzt hast.

Geeignete KI-Frage: „Nenne zwei alternative Wirkungsdeutungen zu meinen Beobachtungen, ohne neue Details zu erfinden.“

Nicht geeignet: „Analysiere das Video für mich“, wenn Du das Material selbst noch nicht erschlossen hast.


Selbstkontrolle

Beantworte ohne Nachschlagen:

  1. Kann ich verbal, paraverbal und nonverbal an einem Beispiel unterscheiden?
  2. Kann ich einen Satz formulieren, der Beobachtung und Wirkungshypothese trennt?
  3. Kann ich Inhalt, Appell und Beziehung in einer kurzen Szene untersuchen?
  4. Kann ich erklären, warum eine Geste ohne Kontext mehrdeutig bleibt?
  5. Kann ich einen Zeitcode oder ein Bilddetail als Beleg einsetzen?

Wenn Du vier oder fünf Punkte sicher kannst, gehe zum Transfer. Bei weniger sicheren Punkten wiederhole gezielt das Analysewerkzeug.


Transfer

Analysiere dieselbe kurze Kommunikationshandlung in zwei Medien:

  1. Präsenzszene: Person A sagt „Okay“ im Raum.
  2. Videocall: Person A sagt „Okay“ vor der Kamera.

Vergleiche, welche Signale sichtbar oder hörbar bleiben, welche verloren gehen und welche durch Kameraausschnitt, Mikrofon oder Verzögerung verändert werden. Formuliere anschließend eine begründete Aussage darüber, wie das Medium die Interpretation beeinflusst.


Kompetenzcheck

Du bist auf M-Niveau sicher, wenn Du:

  1. mehrere Kommunikationskanäle selbstständig untersuchst,
  2. Beobachtungen präzise belegst,
  3. Inhalt, Appell und Beziehung reflektierst,
  4. alternative Deutungen am Kontext prüfst,
  5. das Zusammenspiel von Wortlaut, Stimme und Körpersignalen begründet erklärst,
  6. eigenes Material adressatengerecht gestaltest und überarbeitest.


Reflexion

Schreibe fünf bis sieben Sätze:

  1. Welche Signale hast Du bisher am häufigsten übersehen?
  2. Wo warst Du zu schnell mit einer Deutung?
  3. Welcher Belegtyp hilft Dir am meisten: Wortlaut, Zeitcode, Standbild oder Hörmerkmal?
  4. Was wirst Du bei Deiner nächsten Analyse anders machen?
  5. Wo hat KI geholfen – und was musstest Du selbst überprüfen?


Folgekurs-Empfehlung

Als nächster Schritt eignen sich Gesprächsanalyse, Argumentation, Medienanalyse und Präsentationstechniken. Besonders sinnvoll ist ein Kurs, in dem Du Gesprächsverläufe, Sprecherwechsel, Konfliktsignale und adressatengerechte Reaktionen untersuchst.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Standbildprotokoll: Wähle ein frei lizenziertes Standbild aus diesem Kurs und notiere fünf rein beobachtbare Details.
  2. Stimmprobe: Sprich denselben neutralen Satz dreimal mit unterschiedlicher Betonung ein und beschreibe die hörbaren Unterschiede.
  3. Gestenvergleich: Spiele eine kurze Begrüßung mit zwei unterschiedlichen Gesten und erkläre, wie sich die Wirkung verändert.
  4. Beobachtung oder Deutung: Sammle zehn Aussagen zu einer Szene und sortiere sie in Beobachtung und Deutung.


Standard

  1. Szenenanalyse: Analysiere 30 bis 60 Sekunden eines eingebetteten Videos mit mindestens vier Zeitcodes.
  2. Standbild und Ton: Vergleiche zuerst nur das Bild, dann nur den Ton und zuletzt beides zusammen. Protokolliere, welche Deutungen sich verändern.
  3. Eigene Szene: Produziere drei kurze Varianten des Satzes „Das passt schon“ und steuere gezielt Stimme, Mimik, Gestik und Haltung.
  4. Kontextwechsel: Spiele dieselbe Äußerung einmal unter Freunden und einmal in einer formellen Situation. Begründe sprachliche und körpersprachliche Anpassungen.


Schwer

  1. Mehrdeutigkeit: Entwickle zwei plausible, aber unterschiedliche Deutungen derselben Szene und belege beide am Material.
  2. Medienvergleich: Vergleiche eine Präsenzszene mit einem Videocall und untersuche, wie Technik Wahrnehmung von Stimme und Körpersprache verändert.
  3. Kriterienraster: Entwirf ein eigenes Analyse-Raster mit mindestens sechs Kriterien, teste es an einer Szene und verbessere es nach Peer-Feedback.
  4. KI-Revision: Schreibe zuerst eine eigene Analyse, hole dann gezielt KI-Gegenargumente ein, prüfe sie am Material und dokumentiere transparent, welche Änderungen Du übernommen oder verworfen hast.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zusammenspiel erklären: Eine Person sagt „Kein Problem“, spricht aber sehr leise und dreht sich weg. Entwickle zwei kontextabhängige Deutungen und begründe sie.
  2. Materialvergleich: Vergleiche ein Standbild und die zugehörige Videoszene. Erkläre, welche Informationen erst durch Bewegung und Stimme verfügbar werden.
  3. Fehlinterpretation prüfen: Widerlege die Aussage „Verschränkte Arme bedeuten immer Ablehnung“ mit einer kontextbezogenen Argumentation.
  4. Adressatenbezug: Überarbeite eine zu lockere Bitte für ein formelles Gespräch und begründe Änderungen an Wortwahl, Tonfall und Körperhaltung.
  5. Medienwirkung: Erkläre, wie Kamerawinkel, Bildausschnitt oder Mikrofonqualität die Wahrnehmung einer Kommunikationssituation beeinflussen können.
  6. KI-Prüfung: Eine KI behauptet eine Emotion ohne Beleg. Formuliere eine fachlich bessere Analyse und nenne die fehlenden Prüfschritte.




Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis ist wichtig:

  1. klare Trennung von Beobachtung und Deutung,
  2. korrekte Fachbegriffe für verbale, paraverbale und nonverbale Signale,
  3. konkrete Belege aus Wortlaut, Bild, Ton oder Zeitcode,
  4. Analyse von Inhalt, Appell und Beziehung,
  5. begründete Verknüpfung mehrerer Kommunikationskanäle,
  6. Berücksichtigung von Situation, Adressaten und Medium,
  7. reflektierter Umgang mit Mehrdeutigkeit,
  8. transparente Dokumentation eingesetzter KI-Hilfe,
  9. eigenständige Überarbeitung der Analyse.




OERs zum Thema


Quellen und Medienrechte

  1. Bildungsplan Baden-Württemberg, Sekundarstufe I Deutsch V2, Klasse 10
  2. Wikipedia: Nonverbale Kommunikation
  3. Casual conversation.jpg – CC BY 4.0
  4. Body language in communication.webp – CC BY-SA 4.0
  5. Facial expressions – gemeinfrei
  6. Voice waveform and spectrum.png – gemeinfrei
  7. Prosody in the hands of the speaker – CC BY 3.0
  8. Speech intonation, Original – CC BY 2.5
  9. Speech intonation, Pitch-expanded – CC BY 2.5

Urheberrechtspraxis: Bevorzuge gemeinfreie, offen lizenzierte oder selbst erstellte Materialien. Bei geschützten Werken nutze nur kurze funktionale Ausschnitte im rechtlich zulässigen Rahmen, nenne die Quelle und gib keine geschützte Ganzschrift oder vollständige Filmsequenz wieder.


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