CNC-Grundlagen und Programmaufbau – Kreisbewegungen im Simulator programmieren
CNC-Grundlagen und Programmaufbau – Kreisbewegungen im Simulator programmieren
Einleitung
Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende in der Ausbildung, besonders in Zerspanungsmechanik, Industriemechanik und Fertigungstechnik. Du lernst Kreisbewegungen im CNC-Programm zu lesen, zu planen und zuerst ausschließlich im Simulator zu prüfen.
Kurzbeschreibung: Im Mittelpunkt stehen Drehsinn, Mittelpunkt und Endpunkt. Du arbeitest mit kurzen Lerneinheiten, freien Werkzeugbildern, Ablaufanimationen, einem konkreten Ausbildungsfall und sicheren Simulationsaufträgen.
Sicherheitsregel: Alle CNC-Beispiele dieses Kurses sind Lern- und Simulationsprogramme. Sie dürfen nicht automatisch an eine reale Maschine übertragen oder zur Live-Ansteuerung verwendet werden. Schutzeinrichtungen werden niemals umgangen. Reale Arbeiten erfolgen nur nach betrieblicher Freigabe, mit passender Maschineneinweisung und unter geeigneter Fachaufsicht.

Lernziele
| Du kannst ... | Nachweis |
|---|---|
| G02 und G03 unterscheiden | Drehsinn im Simulator begründen |
| Startpunkt, Mittelpunkt und Endpunkt zuordnen | Geometrie in einer Skizze markieren |
| I- und J-Werte für einen Kreisbogen bestimmen | Mittelpunktversatz berechnen |
| einen kurzen CNC-Programmabschnitt strukturieren | Programmzeilen erklären |
| einen Werkzeugweg sicher simulieren | Backplot prüfen und Fehler begründen |
Medienstart: Maschine, Bedienfeld und Werkzeug

Beobachtungsauftrag: Benenne am Bild nur die Bereiche, die Du für Eingabe, Anzeige und Kontrolle eines Programms erwartest. Eine reale Bedienhandlung ist hier nicht vorgesehen.


Werkzeugfokus: Beim Programmieren beschreibst Du zunächst den geplanten Werkzeugweg. Ob dieser Weg später real gefertigt werden darf, hängt zusätzlich von Werkzeug, Werkstück, Spannung, Maschine, Korrekturen und betrieblichen Vorgaben ab.
Ausbildungsfall: Viertelkreis auf einer Übungsplatte
Du erhältst im Ausbildungsbetrieb eine einfache 2D-Kontur als reinen Simulationsauftrag. Ein Viertelkreis soll in der XY-Ebene visualisiert werden.
| Merkmal | Vorgabe |
|---|---|
| Startpunkt S | X10 Y20 |
| Mittelpunkt M | X20 Y20 |
| Endpunkt E | X20 Y30 |
| Ebene | XY-Ebene |
| Betrachtungsrichtung | von der positiven Z-Achse auf die XY-Ebene |
Arbeitsziel: Bestimme Drehsinn, Mittelpunktversatz und Endpunkt. Erzeuge anschließend einen Backplot im Simulator.
Ablauf in sieben kurzen Schritten
- Startpunkt: Lies zuerst die aktuelle Werkzeugposition als Start des Kreisbogens.
- Arbeitsebene: Für die XY-Ebene wird in vielen DIN/ISO-orientierten Steuerungen G17 verwendet.
- Drehsinn: G02 beschreibt üblicherweise den Uhrzeigersinn, G03 den Gegenuhrzeigersinn.
- Mittelpunkt: Bestimme die Lage des Kreismittelpunkts relativ zum Startpunkt.
- Endpunkt: X und Y beschreiben im Lernfall die Zielkoordinaten des Bogens.
- Simulation: Prüfe den Werkzeugweg zunächst nur im Backplot.
- Plausibilitätsprüfung: Vergleiche Start- und Endradius zum Mittelpunkt.

Ablaufanimation: Die Animation zeigt einen CNC-Werkzeugweg. Beobachte, wie eine programmierte Bahn Schritt für Schritt abgefahren wird.
Lerneinheit 1: Drehsinn verstehen
Für die hier verwendete G17-XY-Ebene gilt die Blickrichtung von der positiven Z-Achse auf die Ebene.
| Code | Bedeutung im Lernfall |
|---|---|
| G02 | Kreisbewegung im Uhrzeigersinn |
| G03 | Kreisbewegung gegen den Uhrzeigersinn |
Im Ausbildungsfall liegt S links vom Mittelpunkt und E oberhalb des Mittelpunkts. Der kurze Weg von S nach E läuft im Uhrzeigersinn. Deshalb ist G02 passend.
Medienauftrag: Notiere aus dem Video nur die Aussagen zu G00, G01, G02 und G03. Übertrage keine gezeigten Fertigungsparameter auf eine reale Maschine.
Mini-Check 1
Frage: Du schaust in G17 von +Z auf die XY-Ebene. Welcher Code kennzeichnet im üblichen G-Code eine Kreisbewegung im Uhrzeigersinn?
Lösungskontrolle: G02.
Begründetes Feedback: Wenn Du G02 gewählt hast, hast Du Drehsinn und Blickrichtung gemeinsam betrachtet. Wenn Du G03 gewählt hast, prüfe zuerst die Blickrichtung; genau hier entsteht ein häufiger Denkfehler.
Lerneinheit 2: Mittelpunkt mit I und J beschreiben
Für diesen Lernfall werden I und J als relative Abstände vom Startpunkt zum Mittelpunkt verwendet. Diese Konvention ist verbreitet, muss aber bei jeder konkreten Steuerung oder jedem Simulator im Handbuch geprüft werden.
Merksatz:
I = X des Mittelpunkts − X des Startpunkts
J = Y des Mittelpunkts − Y des Startpunkts
Für den Ausbildungsfall:
I = 20 − 10 = 10
J = 20 − 20 = 0
Damit liegt der Mittelpunkt vom Startpunkt aus 10 mm in positiver X-Richtung und ohne Y-Versatz.

Animationsauftrag: Beobachte, warum Koordinatensystem und Bezugspunkte vor jeder geometrischen Interpretation eindeutig sein müssen.
Gestufte Hilfen zum Mittelpunkt
Hilfe 1 – Orientierung: Zeichne S und M in ein XY-Koordinatensystem und ziehe einen Pfeil von S nach M.
Hilfe 2 – Rechenweg: Berechne zuerst nur die X-Differenz für I, danach die Y-Differenz für J.
Hilfe 3 – Kontrolle: Für S X10 Y20 und M X20 Y20 muss der Mittelpunkt rechts vom Startpunkt liegen. Ein negatives I wäre deshalb unplausibel.
Feedback: Die Hilfen werden schrittweise konkreter. Nutze möglichst zuerst nur Hilfe 1. So trainierst Du die räumliche Vorstellung statt nur eine fertige Lösung zu übernehmen.
Lerneinheit 3: Endpunkt und Radius prüfen
Der Endpunkt steht im Kreissatz mit X und Y. Im Ausbildungsfall ist er:
E = X20 Y30
Der Start- und Endradius müssen zum selben Mittelpunkt passen.
Start-Radius: Abstand von S X10 Y20 zu M X20 Y20 = 10 mm
End-Radius: Abstand von E X20 Y30 zu M X20 Y20 = 10 mm
Plausibilitätsregel: Sind beide Radien nicht gleich, ist die Kreisgeometrie fehlerhaft oder die Eingabe wird anders interpretiert als erwartet.
Transferblick: Ein real gefertigtes Teil entsteht nicht allein aus geometrischem G-Code. Werkzeug, Aufspannung, Korrekturen, Prozessdaten und Freigaben gehören ebenfalls zum Fertigungsprozess.
Lerneinheit 4: Programmaufbau für die Simulation
Ein reduzierter Lerncode für den Backplot kann so aussehen:
G21 G17 G90 G00 X10 Y20 G02 X20 Y30 I10 J0 F200 M30
| Zeile | Lernbedeutung |
|---|---|
| G21 | Maßeinheit Millimeter |
| G17 | XY-Ebene |
| G90 | Endpunktkoordinaten absolut interpretieren |
| G00 X10 Y20 | Startpunkt der Übung anfahren |
| G02 X20 Y30 I10 J0 F200 | Kreisbogen bis zum Endpunkt mit Mittelpunktversatz |
| M30 | Programmende in vielen Steuerungen und Simulatoren |
Wichtig: Der Wert F200 dient hier nur der Lernvisualisierung im Simulator und ist keine Fertigungsempfehlung. Auch G90 legt nicht bei jeder Steuerung automatisch fest, wie I und J interpretiert werden. Die Zielsteuerung und der verwendete Simulator sind deshalb immer anhand der jeweiligen Dokumentation zu prüfen.
Gegenprobe mit G03
Starte am oberen Punkt X20 Y30 und fahre zum linken Punkt X10 Y20. Der Mittelpunkt bleibt X20 Y20.
G21 G17 G90 G00 X20 Y30 G03 X10 Y20 I0 J-10 F200 M30
Kontrolle: Vom oberen Punkt zum linken Punkt läuft der kurze Bogen gegen den Uhrzeigersinn. Der Mittelpunkt liegt vom Startpunkt aus 10 mm in negativer Y-Richtung.
Lerneinheit 5: Sicher simulieren und prüfen
Für die Ausbildung eignet sich ein Backplotter oder CNC-Simulator, weil Du Werkzeugwege sichtbar machen kannst, ohne eine reale Maschine zu bewegen.
Mögliche Lernwerkzeuge: NC Viewer oder ein im Ausbildungsbetrieb freigegebener CNC-Simulator.
Arbeitsauftrag Simulation:
- Vorhersage: Skizziere zuerst den erwarteten Viertelkreis auf Papier.
- Codeprüfung: Kontrolliere G17, G02 oder G03, Endpunkt sowie I und J.
- Backplot: Führe den Lerncode ausschließlich im Simulator aus.
- Vergleich: Prüfe, ob Startpunkt, Endpunkt, Mittelpunkt und Drehsinn mit Deiner Skizze übereinstimmen.
- Dokumentation: Speichere einen Screenshot und markiere S, M und E.
- Freigabegrenze: Übertrage den Code nicht automatisch auf eine reale Maschine.
Sicherheitsfeedback: Ein plausibler Backplot ist ein Lernnachweis, aber keine Maschinenfreigabe. Ein Simulator kann steuerungsspezifische Besonderheiten, reale Spannmittel, Werkzeugdaten oder alle möglichen Kollisions- und Eingabefehler nicht automatisch abdecken.
Typische Fehlerbilder
| Fehler | Warum problematisch? | Korrektur |
|---|---|---|
| G02 und G03 verwechselt | Der Bogen läuft auf der falschen Seite | Blickrichtung und Drehsinn erneut prüfen |
| I und J als absolute Mittelpunktkoordinaten eingegeben | Der Mittelpunkt liegt an einer anderen Stelle | Interpretationsmodus des Simulators prüfen |
| Mittelpunkt mit Endpunkt verwechselt | Kreisgeometrie wird unplausibel | S, M und E getrennt markieren |
| G17 vergessen oder falsche Ebene aktiv | Kreis wird in einer anderen Ebene interpretiert | aktive Ebene vor dem Kreissatz prüfen |
| Nur dem Bild vertraut | Ein schöner Backplot kann trotzdem fachlich falsch sein | Radius und Koordinaten zusätzlich rechnerisch prüfen |
Lernpfad mit Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgabe
Arbeitsauftrag: Erkläre in der Zeile G02 X20 Y30 I10 J0 die Bedeutung von G02, X20 Y30, I10 und J0.
Erwartung: G02 = Uhrzeigersinn, X20 Y30 = Endpunkt, I10 J0 = Mittelpunkt liegt relativ zum Startpunkt 10 mm in +X und 0 mm in Y.
Begründetes Feedback: Richtig ist Deine Lösung erst dann, wenn Du Endpunkt und Mittelpunkt klar trennst. Genau diese Trennung ist die Grundlage für sichere Kreisprogrammierung.
Anwendungsaufgabe
Arbeitsauftrag: Nutze den Ausbildungsfall S X10 Y20, M X20 Y20, E X20 Y30. Erstelle den passenden Kreissatz und prüfe ihn im Simulator.
Gestufte Hilfe 1: Der Bogen liegt in G17.
Gestufte Hilfe 2: Der kurze Weg von links nach oben ist im Uhrzeigersinn.
Gestufte Hilfe 3: I = 10 und J = 0.
Musterlösung: G02 X20 Y30 I10 J0
Begründetes Feedback: Wenn Dein Backplot denselben Endpunkt erreicht, aber auf der falschen Kreisseite verläuft, ist meist nicht der Endpunkt falsch, sondern der Drehsinn.
Transferaufgabe
Arbeitsauftrag: Neuer Bogen: S X30 Y10, M X30 Y20, E X20 Y20. Bestimme Code, I und J und begründe den Drehsinn. Simuliere erst danach.
Hilfe 1: Der Mittelpunkt liegt direkt oberhalb des Startpunkts.
Hilfe 2: Daraus folgt I = 0 und J = 10.
Hilfe 3: Vom unteren Punkt zum linken Punkt verläuft der kurze Weg im Uhrzeigersinn.
Musterlösung: G02 X20 Y20 I0 J10
Begründetes Feedback: Eine übertragbare Lösung erkennst Du daran, dass Du nicht nur den Code nennst, sondern Drehsinn und Mittelpunktversatz aus der Geometrie herleitest.
Fachliche Quellen und Medienrechte
Die fachlichen Kernaussagen wurden mit mehreren Quellen gegengeprüft.
- G-Code: Die LinuxCNC-Dokumentation beschreibt G2 als Uhrzeigersinn und G3 als Gegenuhrzeigersinn und ordnet G17 der XY-Ebene zu: LinuxCNC G-Codes.
- Kreisinterpolation: Das Haas-Handbuch beschreibt G02/G03 sowie Endpunktangaben und I/J/K-Abstände zum Kreismittelpunkt: Haas Fräs-G-Codes.
- CNC-Simulation: CNC Simulator Pro dokumentiert G02 als kreisförmige Bewegung im Uhrzeigersinn und G03 als Gegenrichtung: CNC Simulator Pro G-Codes.
- Backplot: NC Viewer ist ein browserbasierter G-Code-Viewer und Simulator: NC Viewer.
Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien im Kurs:
: vom Urheber als gemeinfrei veröffentlicht.
: Creative Commons BY-SA 2.0.
: Creative Commons BY 4.0.
: Creative Commons BY-SA 3.0.
: Creative Commons BY-SA 3.0 beziehungsweise GFDL laut Dateiseite.
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Hinweis zu YouTube: Die eingebetteten Videos werden als ergänzende Lernmedien über die YouTube-Einbettung genutzt. Es wird keine freie OER-Lizenz dieser Videos behauptet; Rechte und Verfügbarkeit bleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern und der Plattform. Sofatutor wird nicht verwendet.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Code steht im üblichen DIN-ISO-orientierten G-Code für eine Kreisbewegung im Uhrzeigersinn? (G02) (!G01) (!G03) (!G17)
Welcher Code steht für eine Kreisbewegung gegen den Uhrzeigersinn? (G03) (!G00) (!G02) (!G21)
Welche Ebene wird mit G17 ausgewählt? (XY-Ebene) (!XZ-Ebene) (!YZ-Ebene) (!Werkzeugebene)
Wofür steht I im Mittelpunktformat des Ausbildungsfalls? (X-Abstand vom Startpunkt zum Mittelpunkt) (!X-Koordinate des Endpunkts) (!Y-Abstand vom Startpunkt zum Mittelpunkt) (!Werkzeugdurchmesser)
Wofür steht J im Mittelpunktformat des Ausbildungsfalls? (Y-Abstand vom Startpunkt zum Mittelpunkt) (!Y-Koordinate des Startpunkts) (!X-Abstand vom Startpunkt zum Mittelpunkt) (!Programmlänge)
Welche Angaben beschreiben im Kreissatz den Endpunkt in der XY-Ebene? (X und Y) (!I und J) (!G und F) (!M und T)
Was sollte bei einer Plausibilitätsprüfung eines Kreisbogens übereinstimmen? (Start- und Endradius zum Mittelpunkt) (!Start- und Endpunkt) (!I- und X-Wert) (!J- und Y-Wert)
Was ist vor einer realen Maschinenbewegung in diesem Kurs vorgesehen? (Simulation und fachliche Prüfung) (!Automatische Live-Übertragung) (!Umgehung der Schutztür) (!Direkter Produktionsstart)
Was muss bei einer anderen CNC-Steuerung zusätzlich geprüft werden? (Steuerungsspezifische Interpretation und Herstellerdokumentation) (!Nur die Bildschirmfarbe) (!Nur der Programmname) (!Nur die Dateiendung)
Welche Mittelpunktwerte passen zu S X10 Y20 und M X20 Y20? (I10 J0) (!I20 J20) (!I0 J10) (!I10 J20)
Memory
| G02 | Uhrzeigersinn |
| G03 | Gegenuhrzeigersinn |
| G17 | XY-Ebene |
| I | X-Mittelpunktversatz |
| J | Y-Mittelpunktversatz |
| X und Y | Endpunkt |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| G02 | Uhrzeigersinn |
| G03 | Gegenuhrzeigersinn |
| I | X-Richtung zum Mittelpunkt |
| J | Y-Richtung zum Mittelpunkt |
| X und Y | Endpunkt |
Kreuzworträtsel
| Drehsinn | Welche Eigenschaft unterscheidet G02 und G03 besonders? |
| Mittelpunkt | Welcher Punkt bestimmt zusammen mit dem Radius die Lage des Kreisbogens? |
| Endpunkt | Welcher Punkt wird im Kreissatz mit Zielkoordinaten beschrieben? |
| Vorschub | Welche Bewegungsgröße wird häufig mit F adressiert? |
| Simulator | Wo soll der Lerncode zuerst ausgeführt werden? |
| Koordinate | Wie nennt man einen Zahlenwert zur Lage eines Punktes im Achsensystem? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Drehsinn erkennen: Zeichne vier Viertelkreise und markiere jeweils, welcher kurze Weg G02 und welcher G03 entspricht.
- Punkte markieren: Markiere in einer eigenen Skizze Startpunkt, Mittelpunkt und Endpunkt mit drei unterschiedlichen Symbolen.
- Werkzeugbild analysieren: Beschreibe anhand der freien Werkzeugbilder drei sichtbare Merkmale eines Schaftfräsers, ohne daraus Fertigungsparameter abzuleiten.
- Programmzeile erklären: Erstelle eine Karteikarte zur Zeile G02 X20 Y30 I10 J0 und erkläre jedes Adresselement in einem kurzen Satz.
Standard
- Simulatorvergleich: Simuliere denselben Viertelkreis einmal als G02- und einmal als G03-Variante und dokumentiere den Unterschied mit zwei Screenshots.
- Mittelpunkt berechnen: Erfinde drei Start- und Mittelpunktpaare und berechne jeweils I und J. Lass die Ergebnisse von einer anderen Person prüfen.
- Fehlerdiagnose: Verändere in einer Kopie des Lerncodes genau einen Wert und beschreibe vor dem Backplot, welchen Fehler Du erwartest.
- Erklärvideo planen: Erstelle ein 60-sekündiges Storyboard, das Drehsinn, Mittelpunkt und Endpunkt ohne reale Maschinenbewegung erklärt.
Schwer
- Transferkontur: Entwirf eine 2D-Kontur aus zwei Geraden und zwei Kreisbögen und schreibe dafür einen simulatorgeeigneten Lerncode.
- Plausibilitätsprüfung entwickeln: Formuliere eine Prüfroutine, mit der eine zweite Person Startpunkt, Endpunkt, Mittelpunkt und Radien kontrollieren kann.
- Steuerungsvergleich: Vergleiche die Dokumentation zweier CNC-Steuerungen oder Simulatoren hinsichtlich G02, G03 und I/J-Interpretation und dokumentiere Unterschiede.
- Ausbildungsauftrag gestalten: Entwickle selbst einen sicheren Simulationsauftrag mit Ausgangslage, Zeichnung, gestuften Hilfen, Lösung und begründetem Feedback.


Lernkontrolle
- Geometrie begründen: Ein Kreisbogen sieht im Backplot richtig aus. Erkläre, welche zusätzlichen geometrischen Prüfungen Du trotzdem durchführen musst und warum.
- Fehler übertragen: Ein Lernender verwendet die absoluten Mittelpunktkoordinaten als I- und J-Werte. Erkläre, wie sich dieser Fehler auf die Kreisbahn auswirken kann.
- Drehsinn übertragen: Beschreibe, warum G02 und G03 nur zusammen mit der gewählten Ebene und Blickrichtung sicher interpretiert werden können.
- Simulator bewerten: Begründe, welche Aussagen ein Backplot zuverlässig unterstützen kann und welche Aussagen über eine reale Fertigung er nicht allein liefern kann.
- Programmstruktur erklären: Ordne G17, G90, Startposition, Kreissatz und Programmende zu einem sinnvollen Lernablauf und begründe Deine Reihenfolge.
- Freigabeprozess: Entwirf für einen Ausbildungsbetrieb einen kurzen Prüfschritt vom eigenen Simulationscode bis zu einer möglichen realen Erprobung unter Fachaufsicht, ohne eine automatische Live-Ansteuerung vorzusehen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:
- Drehsinn fachlich richtig mit G02 und G03 zuordnen und begründen kannst.
- Kreismittelpunkt aus Startpunkt und I/J-Versatz bestimmen kannst.
- Endpunkt und Mittelpunkt eindeutig auseinanderhältst.
- Kreisradius von Start- und Endpunkt zum Mittelpunkt plausibilisieren kannst.
- Programmaufbau eines kurzen Simulationsprogramms erklären kannst.
- Simulation mit einer vorherigen Skizze vergleichen und Abweichungen begründen kannst.
- Steuerungsvarianten erkennst und bei Unsicherheit die passende Dokumentation heranziehst.
- Arbeitssicherheit einhältst: Simulation zuerst, keine automatische Live-Ansteuerung, keine Umgehung von Schutzeinrichtungen und reale Arbeit nur mit Freigabe und Fachaufsicht.
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