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Buch - Walther und Nanny - Wolzogen, Caroline von

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Originalwerk · Lesefassung

Walther und Nanny

Wolzogen, Caroline von · 1763–1826

Walther und Nanny von Wolzogen, Caroline von. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

ErzählungKlasse 9–10 · 11–1321 Abschnitte
Porträt von Wolzogen, Caroline von
Porträt: Wolzogen, Caroline von · Carl von Ambère · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 2 von 21

Bildung der Natur

1
Bildung der Natur
Vorlage S. 245
2
In einem stillen Thale der Schweiz lebten zwei Familien durch die engste Freundschaft verbunden. Nie hatten sie sich um irgend eine Ehrenstelle in ihrer kleinen Staatsverfassung entzweit, nie über irgend einen Vorteil gestritten. Manche Sagen von der Eintracht der Väter, von glücklich bestandener Gefahr auf den stürmischen Seen, auf der Gemsenjagd, in den Eisgebirgen, gingen von Munde zu Munde, ja sogar wie sie vor den Thronen der Könige vereint in unverbrüchlicher Treue gestanden. Innig verwebt sich die Verbindung der Väter ins ganze Wesen und Leben der Geschlechter.
Vorlage S. 247
3
An zwei schroffen Felsen, gleich wie durch einen Waldstrom, der sich aus den höhern Gebirgen ergoß, aus einander gerissen, lagen die einfachen, doch bequemen Wohnungen gegen einander über. Die Väter konnten sich am Morgen die politischen Neuigkeiten aus den Fenstern zurufen, die Mütterchen die Begebenheiten der Wirthschaft, und die Jugend ihre Plane zu kleinen Freuden und Lustparthien.
Vorlage S. 247
4
Wollten sie zu einander kommen, so mussten sie tiefer ins Thal über die hölzerne Brücke, von der sich die herrlichste Landschaft vor ihrem Auge enthüllte. Die klare Fluth des Sees von lieblichen grünen Gebirgen umgeben, die sich in blauen Fernen verloren, aus denen die große Felsenkette emporstieg mit ihren Kronen von ewigem Eise, welche diese glücklichen Thäler so lange der Eroberungssucht verschloss.
Vorlage S. 247
5
Die Kinder beider Familien erwuchsen in holder Vertraulichkeit. Unbekannt mit allen feinern Künsten des Lebens, die dem jungen Verstand Resultate früher als Erfahrungen, Begierden früher als Empfindungen geben, bildeten diese Kinder in stiller Verschlossenheit ihre ganze eigne Kraft in gerader Richtung aus. In ahnungsvoller Dunkelheit lag das Leben vor ihren energischen Seelen, die in schöner angeborner Dichtungskrast eine geheimnißvolle Hoheit hineinlegten, der Widerschein ihres eignen kräftigen Wesens.
Vorlage S. 247
6
Walther, der älteste Sohn des einen Hauses, träumte nur von den Taten Tells, Winkelrieds und den andern Helden seines Landes. Wenn er zwischen den Felsentrümern unter den stürmenden Tannen ging, wenn die Wälder und die Bergströme um ihn her braußten; dann hörte er das Getöse der Schlacht, das Klirren der Waffen.
Vorlage S. 248
7
Mit nicht minder Treue stand er den Sorgen für die Heerde und dem kleinen Feldbau vor. Alles wurde ihm zum Gegenstand der Liebe, was nur eine gefällige Form und Seite hatte, und seine Liebe war zart, feurig, und belebend. Was er umfasst hatte, pflegte er mit inniger Sorge, und bewahrte mit Treue, mit einer Art von edlem Stolz, beinah mehr als geschehe es um der Treue gegen sich selbst, als um des Gegenstandes willen, alles am Herzen, was er einmal sein genannt. Er bedürfe nichts als der schönen Anwendung seiner Kräfte, er sei in voller Stärke sich selbst genug, so schien es; aber heimlich und still weidete sich seine Seele an den leisesten Zeichen des Wohlwollens und der Ergebenheit, und litt eben so von Kränkungen, die auf einen Mangel der Liebe deuteten. Er hatte keine Worte für diese Gefühle, beinah keine Zeichen, um sie seinem Gedächtnis anzuvertrauen. Nur ein ernsterer Rückblick auf sich selbst war ihre Frucht, die Sehnsucht nach einer reineren Liebe, die zu tragen vermochte ohne zu begehren.
Vorlage S. 248
Porträt von Wolzogen, Caroline von
Kontextbild zum Werk. Porträt: Wolzogen, Caroline von · Carl von Ambère · Public domain Bildquelle ↗
8
Walther trug einen berühmten Namen, der sich von jeher im Dienst ausgezeichnet hatte. Sein Vater verwaltete die kleinen Güter der Familie. Anfangs hatte er sich diesem Geschäft aus Liebe und Ehrfurcht gegen seinen ältern Bruder unterzogen, der im ***schen Dienst eine bedeutende Rolle spielte, und einem schnellen Glück entgegen ging; später band ihn die Liebe einer treflichen Frau, und hoffnungsvolle Kinder an den väterlichen Heerd.
Vorlage S. 249
9
Walther sollte die Bahn des Oheims betreten, so wünschte sein Vater, und so heischte sein hochstrebender Muth.
Vorlage S. 250
10
Nanny war die älteste Tochter des andern Hauses. Das Vertrauen der Eltern und die Sorge für ihre jüngeren Geschwister bildeten ihren Verstand zum frühen Nachdenken. Eine reiche Natur, fähig sich nach allen Seiten auszubreiten, und in holder Einheit auf sich selbst zu ruhen, zeigte sich jedem forschenden Auge in dem Mädchen; aber auch der ungeübtere Blick fand in ihr ein liebenswürdiges, sanftes Kind.
Vorlage S. 250
11
Nanny's Liebe war unaussprechlich zart und gewaltig, ihre Gedult war Stärke, und der sanfte weibliche Reiz, die holdeste Schüchternheit war wie von einer allbelebenden Flamme des Geistes umleuchtet, die eine Welt schlafender Kräfte und Fähigkeiten ahnen ließ.
Vorlage S. 250
12
Sie war die Freude des Städtchens, und wenn Nanny mit ihren zwei jüngern Schwestern sittsam gekleidet zur Kirche gieng, harr'ten die ältesten Bürger mit Vergnügen auf einen Strahl dieser hellen Augen, auf ein freundliches Beugen dieses schönen Hauptes, das einen Marmor-Nacken entfaltete.
Vorlage S. 251
13
Mehrere Männer, die sich aus der großen Welt wieder in die heilige Freistaat ihrer Gebirge geflüchtet hatten, bewunderten die Grazien dieser einfachen Natur, und fanden, dass Nanny alles vereine, wonach oft die Kunst der Weltfrauen vergebens strebt.
Vorlage S. 251
Iwan Schischkin und Konstantin Sawizki – Waldlandschaft mit Bären, 1889. Motivvergleich; keine Darstellung der Figuren dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Morgen im Kiefernwald · Ivan Shishkin / Konstantin Savitsky · Public domain Bildquelle ↗
14
Eine Fülle des Wohlseyns und der Liebe lebte und webte um das Mädchen her. Ein geheimnißvoller Schauer des neuen frischen Lebens, gleich wie beim ersten Hauche der Frühlingsluft, ergriff selbst jeden kalten erstorbenen Busen.
Vorlage S. 251
15
Bei allen ländlichen Arbeiten, die jenen einfachen Menschen zum Fest werden, beim Tanz und frohen Spiel, waren Walther und Nanny vereint. Bescheiden traten alle Gespielen zurück, wenn sie einher kamen, beide wurden von allen verehrt und geliebt, und nur eins des andern würdig gefunden.
Vorlage S. 251
16
Die innige tiefe Anneigung ihrer Naturen blieb ihnen selbst verborgen, da keine Sehnsucht ihnen die Gewalt des Verlangens zeigte.
Vorlage S. 252
17
Wenn Nanny mit Walthern in den Reihen der raschen Tänzer hinflog, und ihr Auge in das seine blickte, dann fühlte sie wohl eine unerkannte Tiefe ihres eignen Seyns, eine Fülle der Kraft und der Klarheit über ihr Wesen und seine Bestimmung. Zitternd flog sie beim Ende des Tanzes aus seinen Armen und ihr gesenkter Blick wagte kaum sich nach dem seinen zu erheben, der offen und gefällig auf ihrer blühenden Schönheit ruhte.
Vorlage S. 252
18
Im reinen Wohlgefallen, im innigen Wohlwollen gegen das liebe Geschöpf, fühlte Walther alle noch schlafende Kraft seines Wesens mächtig erweckt. Er fasste ihre Hand und schwieg, und nahm endlich die Bilder seiner Helden aus der grauen Vorzeit zu Hülfe, um den Flammen seines Busens Luft zu machen. Er erzählte von gewonnenen Schlachten, und von der Kraft, mit der die Urväter um die goldne Freiheit gerungen.
Vorlage S. 252
19
Mit glühendem Blick, mit bebender Brust hörte Nanny die einfachen heiligen Sagen und Geschichten aus Walthers Munde. Er selbst erschien ihr stark und gewaltig wie eine der mächtigen Gestalten der Vorwelt.
Vorlage S. 253

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Innig verwebt sich die Verbindung der Väter …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Die klare Fluth des Sees von lieblichen grünen Gebirgen umgeben, die sich in blauen Fernen verloren, aus denen die große Felsenkette emporstieg mit ihren Kronen von ewigem Eise, welche diese glücklichen Thäler so lange der […] verschloss.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

4. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Er bedürfe nichts als der schönen Anwendung seiner Kräfte, er sei in voller Stärke sich selbst genug, so schien es; aber heimlich und still weidete sich seine Seele an den leisesten Zeichen des […] und der Ergebenheit, und litt eben so von Kränkungen, die auf einen Mangel der Liebe deuteten.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Sein Vater […] die kleinen Güter der Familie.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Walther trug einen berühmten Namen, der sich von jeher im Dienst ausgezeichnet hatte.« B: »Die Väter konnten sich am Morgen die politischen Neuigkeiten aus den Fenstern zurufen, die Mütterchen die Begebenheiten der Wirthschaft, und die Jugend ihre Plane zu kleinen Freuden und Lustparthien.« C: »Wenn Nanny mit Walthern in den Reihen der raschen Tänzer hinflog, und ihr Auge in das seine blickte, dann fühlte sie wohl eine unerkannte Tiefe ihres eignen Seyns, eine Fülle der Kraft und der Klarheit über ihr Wesen und seine Bestimmung.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Mehrere Männer, die sich aus der großen Welt wieder in die heilige …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

8. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Bei allen ländlichen Arbeiten, die jenen einfachen Menschen zum Fest …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »In einem stillen Thale der Schweiz lebten zwei Familien durch die engste […] verbunden.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wollten sie zu einander kommen, so mussten sie tiefer ins Thal über die hölzerne Brücke, von der sich die […] Landschaft vor ihrem Auge enthüllte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »In einem stillen Thale der Schweiz lebten zwei Familien durch die engste Freundschaft verbunden. Nie hatten sie sich um irgend eine Ehrenstelle in ihrer kleinen Staatsverfassung entzweit, nie über irgend einen […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »Walther trug einen berühmten Namen, der sich von jeher im Dienst ausgezeichnet hatte. Sein Vater verwaltete die kleinen Güter der Familie. Anfangs hatte er sich diesem Geschäft aus Liebe und Ehrfurcht gegen […]« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
  • Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Fülle der Kraft und der Klarheit über ihr Wesen und seine Bestimmung. Zitternd flog sie beim Ende des Tanzes aus seinen Armen und ihr gesenkter Blick wagte kaum sich nach dem seinen zu erheben, der offen und gefällig auf ihrer blühenden […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Eine Fülle des Wohlseyns und der Liebe lebte und webte um das Mädchen her. Ein geheimnißvoller Schauer des neuen frischen Lebens, gleich wie beim ersten Hauche der Frühlingsluft, ergriff selbst jeden kalten erstorbenen Busen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Walther sollte die Bahn des Oheims betreten, so wünschte sein Vater, und so heischte sein hochstrebender Muth.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Prüfe, ob es in dieser Passage um Schlaf, Traum oder Erwachen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Walther, der älteste Sohn des einen Hauses, träumte nur von den Taten Tells, Winkelrieds und den andern Helden seines Landes. Wenn er zwischen den Felsentrümern unter den stürmenden Tannen ging, wenn die Wälder und die Bergströme um ihn […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

7. Vergleiche diese beiden Stellen: »Walther trug einen berühmten Namen, der sich von jeher im Dienst ausgezeichnet hatte. Sein Vater verwaltete die kleinen Güter der […]« und »Eine Fülle des Wohlseyns und der Liebe lebte und webte um das Mädchen her. Ein geheimnißvoller Schauer des neuen frischen Lebens, […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Am Abschnittsende steht: »Mit glühendem Blick, mit bebender Brust hörte Nanny die einfachen heiligen Sagen und Geschichten aus Walthers Munde. Er selbst erschien ihr stark und gewaltig wie eine der mächtigen Gestalten der Vorwelt.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »In einem stillen Thale der Schweiz lebten zwei Familien durch die engste Freundschaft verbunden. Nie hatten […]« / »Mit glühendem Blick, mit bebender Brust hörte Nanny die einfachen heiligen Sagen und Geschichten aus Walthers […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »In einem stillen Thale der Schweiz lebten zwei Familien durch die engste Freundschaft verbunden.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
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Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Sein Vater verwaltete die kleinen Güter der Familie.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Er selbst erschien ihr stark und gewaltig wie eine der mächtigen Gestalten der Vorwelt.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Walther und Nanny von Wolzogen, Caroline von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Walther und Nanny

Caroline von Wolzogen: Erzählungen. 2 Bände, Band 1, Stuttgart und Tübingen: J. G. Cotta’sche Buchhandlung, 1826. Wolzogen, Caroline von 245- Stuttgart und Tübingen

Das Werk Walther und Nanny von Wolzogen, Caroline von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.