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Buch - Tod und Teufel (Totentanz) - Wedekind, Frank

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Originalwerk · Lesefassung

Tod und Teufel (Totentanz)

Wedekind, Frank · 1905

Tod und Teufel (Totentanz) von Wedekind, Frank. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–133 Abschnitte
Porträt von Wedekind, Frank; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Wedekind, Frank · Urheber auf der Commons-Dateiseite nicht angegeben · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 3

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2
Elfriede von Malchus sitzt in einem der Polstersessel. Man sieht ihr an, daß sie sich unbehaglich fühlt. Sie trägt ein modernes Reformkleid, dazu Hut, Mantel und Handschuhe.
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3
ELFRIEDE.
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Wie lange will man mich hier noch warten lassen! Lange Pause, in der sie unbeweglich sitzen bleibt. Wie lange will man mich hier noch warten lassen! Lange Pause wie vorher. – Wie lange will man mich hier noch warten lassen! Nach einer Pause erhebt sie sich, zieht den Mantel aus und legt ihn über den Polstersessel, nimmt den Hut ab und legt ihn auf den Mantel. Darauf geht sie in sichtlicher innerer Erregung zweimal auf und ab. – Stehenbleibend. – Wie lange will man mich hier noch warten lassen!
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5
Auf ihr letztes Wort tritt der Marquis Casti Piani durch die Mitteltür ein. Er ist ein Mann von hoher Statur, mit kahlem Schädel, hoher Stirn, großen, melancholischen, schwarzen Augen, starker Adlernase und starkem, herabhängendem schwarzen Schnurrbart. Er trägt schwarzen Gehrock, dunkle Phantasieweste, tiefgraue Beinkleider, Lackstiefel und schwarze Krawatte mit Brillantnadel.
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CASTI PIANI
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mit Verbeugung.
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Sie wünschen, gnädige Frau?
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ELFRIEDE
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erregt.
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Das habe ich vorhin der – Dame schon so klar wie nur irgendwie menschenmöglich auseinandergesetzt, weshalb ich hier bin.
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CASTI PIANI.
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Die – Dame hat mir gesagt, weshalb Sie hier sind. Die Dame sagte mir auch, Sie seien Mitglied des Internationalen Vereins zur Bekämpfung des Mädchenhandels.
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ELFRIEDE.
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Das bin ich allerdings! Ich bin Mitglied des Internationalen Vereins zur Bekämpfung des Mädchenhandels. Aber wenn ich es auch nicht wäre, hätte ich mir diesen Weg doch um keinen noch so hohen Preis ersparen können. Seit dreiviertel Jahren bin ich auf der Spur dieses unglücklichen Geschöpfes. Überall, wohin ich bis jetzt gekommen bin, hatte man das Mädchen immer kurz zuvor wieder in eine andere Stadt verschleppt. Aber in diesem Hause ist sie! Sie ist jetzt noch hier! Das hat mir die – Dame, die eben hier war, auch ohne Umschweife zugestanden. Die Dame gab mir die Versicherung, sie werde das Mädchen hierher in dieses Zimmer schicken, damit ich hier ungestört unter vier Augen mit ihm sprechen könne. Ich warte hier jetzt nur auf das Mädchen. Ich habe keine Lust und keine Veranlassung dazu, hier noch ein zweites Verhör über mich ergehen zu lassen.
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CASTI PIANI.
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Ich bitte Sie, gnädiges Fräulein, sich nicht noch mehr zu erregen. Das Mädchen möchte Ihnen – anständig gekleidet vor Augen treten. Die Dame bat mich, aus Furcht, Sie könnten sich in Ihrer Aufregung zu irgendeiner überflüssigen Gewaltmaßregel hinreißen lassen, Ihnen das zu sagen und Ihnen über die Beklommenheit, die Ihnen das Warten in diesen Räumlichkeiten verursachen muss, möglichst hinwegzuhelfen.
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ELFRIEDE
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aufgeregt auf und ab gehend.
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Ich bitte Sie, sich Ihre liebenswürdige Unterhaltung zu ersparen. Die Atmosphäre, die hier herrscht, hat für mich nichts Neues mehr. Als ich solch ein Haus zum ersten Male betrat, hatte ich mit physischer Übelkeit zu kämpfen. An jenem Tage wurde mir erst klar, welch einen unerschwinglichen Aufwand von Selbstüberwindung ich durch meinen Eintritt in den Verein zur Bekämpfung des Mädchenhandels auf mich genommen hatte. Vorher waren mir unsere Bestrebungen ein eitler Zeitvertreib gewesen, den ich mitmachte, nur um nicht als nutzloses Geschöpf alt und grau zu werden.
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CASTI PIANI.
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Diese Äußerung erweckt so viel Teilnahme in mir, dass ich mich versucht fühle, Sie um die Ehre zu bitten, sich in Ihrer Eigenschaft als Mitglied des Internationalen Vereins zur Bekämpfung des Mädchenhandels mir gegenüber legitimieren zu wollen. Erfahrungsgemäß drängen sich eine Menge Personen zu diesem Beruf, die ganz andere Ziele als die Rettung gefallener Mädchen verfolgen. Wenn es Ihnen um die Erreichung Ihrer hohen Ziele ernst ist, muss Ihnen die strenge Kontrolle, die wir auszuüben genötigt sind, im höchsten Maße willkommen sein.
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ELFRIEDE.
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Ich bin seit nun schon bald drei Jahren Mitglied unseres Vereins. Mein Name ist – Fräulein von Malchus.
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CASTI PIANI.
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Elfriede von Malchus?
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ELFRIEDE.
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Ja. Elfriede von Malchus. – Woher wissen Sie meinen Vornamen?
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CASTI PIANI.
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Wir lesen doch die Jahresberichte des Vereins. Wenn ich mich recht erinnere, haben Sie sich auf der vorjährigen Jahresversammlung in Köln auch als Rednerin hervorgetan?
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ELFRIEDE.
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Gott sei's geklagt, habe ich volle zwei Jahre lang immer nur geschrieben und geredet und geredet und geschrieben, ohne mir den Mut zu einer direkten Bekämpfung des Mädchenhandels zu finden, bis der Mädchenhandel schließlich sein Opfer unter meinem eigenen Dach, in meiner eigenen Familie fand!
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CASTI PIANI.
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An diesem Unglück waren aber doch, wenn ich recht unterrichtet bin, nur Ihre eigenen Papiere, Bücher und Zeitschriften schuld, die Sie allem Anschein nach vor dem jungen Geschöpf, um dessen Rettung willen Sie augenblicklich hier sind, nicht sorgfältig genug verwahrt hielten?
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ELFRIEDE.
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Darin haben Sie vollkommen recht! Leider Gottes kann ich Ihnen darin nicht widersprechen! Nacht für Nacht, wenn ich mich mit mir selbst und der Welt zufrieden zu einem zehnstündigen, durch keine menschliche Regung gestörten Schlaf unter meine Bettdecken gestreckt hatte, schlich sich das siebzehnjährige Geschöpf, ohne dass ich mir das geringste davon träumen ließ, in mein Arbeitszimmer und tränkte seine liebesdurstige Einbildungskraft aus meinen aufgestapelten Büchern über die Bekämpfung des Mädchenhandels mit den verführerischsten Bildern des Sinnengenusses und der furchtbarsten Laster. Aber ich dumme Gans sah es trotz meiner achtundzwanzig Jahre dem Mädchen am nächsten Morgen gar nicht an, dass es übernächtig war! Ich hatte in meinem Leben keine schlaflosen Nächte gekannt! Wenn ich morgens wieder zu meinen Arbeiten kam, fragte ich mich nicht einmal, wodurch denn die haarsträubende Verwirrung unter meinen Papieren entstanden sein könnte!
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CASTI PIANI.
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Das Mädchen, mein gnädiges Fräulein, war, wenn ich nicht irre, von Ihren Eltern zur Verrichtung der leichteren Hausarbeit in Dienst genommen?
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ELFRIEDE.
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Zu ihrem Verderben! Ja! Mama sowohl wie Papa waren von ihrem bescheidenen, sittsamen Wesen bezaubert. Papa, der doch Ministerialbeamter und Bürokrat vom reinsten Wasser ist, empfand ihre Anwesenheit in unserem Hause wie einen Lichtblick. Nach ihrem plötzlichen Verschwinden nannten Papa sowohl wie Mama meine Vereinstätigkeit nicht mehr altjüngferliche Überspanntheit, sondern sie nannten sie geradeheraus ein strafwürdiges Verbrechen!
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CASTI PIANI.
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Das Mädchen ist das uneheliche Kind einer Waschfrau? – Wissen Sie vielleicht, wer ihr Vater war?
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ELFRIEDE.
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Nein, danach hatte ich sie nie gefragt. Aber wer sind Sie denn eigentlich? Woher wissen Sie das alles?
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CASTI PIANI.
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Hm – das Mädchen hatte in einem Ihrer Vereinsberichte gelesen, dass in den Tageszeitungen gewisse Inserate veröffentlicht würden, durch die die Mädchenhändler junge Mädchen unter den und den bestimmten falschen Vorspiegelungen an sich lockten, um sie dem Liebesmarkt zuzuführen. Das Mädchen suchte daraufhin in der ersten besten Zeitung nach einem derartigen Inserat und schrieb, nachdem sie eins gefunden hatte, einen sehr korrekten Brief, in dem sie sich erbot, in die Stellung, die in dem Inserat fälschlich vorgespiegelt war, einzutreten. Auf diese Weise wurde ich mit ihr bekannt.
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ELFRIEDE.
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Und das wagen Sie mit solchem Zynismus auszusprechen?!
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CASTI PIANI.
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Das, mein gnädiges Fräulein, wage ich mit solcher Sachlichkeit auszusprechen!
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ELFRIEDE
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in höchster Erregung, mit geballten Fäusten.
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Das Ungeheuer, das dieses Mädchen der Schande überantwortet hat, sind also Sie!!
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CASTI PIANI
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wehmütig lächelnd.
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Wenn Sie ahnten, mein gnädiges Fräulein, woraus die Ursachen Ihrer höllischen Aufgeregtheit eigentlich bestehen, dann wären Sie vielleicht gerade klug genug dazu, gegenüber einem solchen Ungeheuer, wie ich es Ihnen zu sein scheine, vollkommen ruhig zu bleiben.
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ELFRIEDE
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kurz.
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Das verstehe ich nicht. Ich weiß nicht, was Sie damit sagen wollen!
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CASTI PIANI.
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Sie – sind noch – – Jungfrau?
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ELFRIEDE
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keuchend.
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Wer erlaubt Ihnen, eine solche Frage an mich zu richten!
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CASTI PIANI.
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Wer auf Gottes weiter Welt will mir das verbieten! – Aber lassen wir das. Jedenfalls haben Sie sich nicht verheiratet. Sie sind, wie Sie mir eben selber mitteilten, achtundzwanzig Jahre alt. Diese Tatsachen beweisen Ihnen zur Genüge, dass Sie im Vergleich zu anderen Frauen – um von dem Menschenkinde, zu dessen Rettung Sie hergekommen sind, ganz zu schweigen – nur ein sehr geringes Maß von sinnlichem Empfinden haben.
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ELFRIEDE.
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Darin mögen Sie recht haben.
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CASTI PIANI.
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Ich sage das natürlich nur unter der Voraussetzung, dass ich Ihnen mit dieser Erörterung nicht lästig falle. Ich bin auch weit davon entfernt, Sie für krankhaft oder unnatürlich veranlagt zu halten. Aber wissen Sie, mein Fräulein, wodurch Sie Ihre, wie Sie zugeben, allerdings sehr schwachen sinnlichen Empfindungen befriedigt haben?
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ELFRIEDE.
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Nun?
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CASTI PIANI.
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Durch Ihren Eintritt in den Internationalen Verein zur Bekämpfung des Mädchenhandels.
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ELFRIEDE
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mit verhaltenem Ingrimm.
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Wer sind Sie, mein Herr?! – Ich komme hierher, um ein unglückliches Geschöpf aus den Krallen des Lasters zu befreien! Ich komme nicht hierher, um Ihre geschmacklosen Vorlesungen anzuhören.
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CASTI PIANI.
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Das habe ich auch nicht vorausgesetzt. Aber sehen Sie, von diesem Standpunkt aus betrachtet, stehen wir beide einander näher, als Sie es sich in Ihrem kleinbürgerlichen Tugendstolz jemals träumen ließen. Ihnen hat die Natur nur eine äußerst kärgliche Sinnlichkeit verliehen. Mich haben die Stürme des Lebens längst zu einer schauerlichen Einöde gemacht. Aber was für Ihre Sinnlichkeit die Bekämpfung des Mädchenhandels ist, das ist für meine Sinnlichkeit, falls Sie mir etwas der Art noch zugestehen wollen, der Mädchenhandel selbst.
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ELFRIEDE
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empört.
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Heucheln Sie doch nicht so schamlos, Sie nichtswürdiger Mensch! Glauben Sie, Sie könnten mich, die ich wie eine gehetzte Hündin von Lasterhöhle zu Lasterhöhle hinter dem Geschöpf her bin, durch Ihren abenteuerlichen Gefühlshokuspokus einschläfern?! Ich bin jetzt nicht Mitglied des Vereins zur Bekämpfung des Mädchenhandels! Ich bin als eine unselige Verbrecherin hier, die, ohne etwas zu ahnen, ein blutjunges Leben in Elend und Verzweiflung gebracht hat! Ich lasse mir, solang ich atme, keinen Bissen mehr schmecken, wenn ich das Kind seinem Verderben nicht entreißen kann! Sie wollen mich glauben machen, dass mich unlautere Neugier in dieses Haus treibt! Sie sind ein Lügner! Sie glauben an Ihre eigenen Worte nicht! Sie haben das Mädchen nicht aus unbefriedigter Sinnlichkeit verhandelt, sondern aus Geldgier! Sie haben das Mädchen verhandelt, um ein gutes Geschäft dabei zu machen!
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Ein gutes Geschäft! Selbstverständlich! Aber gute Geschäfte beruhen auf beider seitigem Vorteil! Andere Geschäfte als gute mache ich überhaupt nicht. Jedes andere Geschäft ist unmoralisch! – Oder glauben Sie vielleicht, der Liebesmarkt sei für das Weib ein schlechtes Geschäft?
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ELFRIEDE.
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Wie meinen Sie das?
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CASTI PIANI.
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Das meine ich einfach so: – Ich weiß nicht, ob Sie in diesem Augenblick gerade in der Stimmung sind, mir mit einiger Aufmerksamkeit zuzuhören?
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Ersparen Sie sich nur um Gottes willen die Einleitung!
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CASTI PIANI.
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Ich meine das also so: Wenn sich ein Mann in Not befindet, dann bleibt ihm oft keine andere Wahl mehr übrig, als zu stehlen oder zu verhungern. Wenn sich dagegen ein Weib in Not befindet, dann bleibt ihm außer dieser Wahl noch die Möglichkeit, seine Liebesgunst zu verkaufen. Dieser Ausweg bleibt dem Weibe nur deshalb noch übrig, weil das Weib bei der Gewährung seiner Liebesgunst nichts zu empfinden braucht. Seit Erschaffung der Welt hat das Weib von diesem Vorzug Gebrauch gemacht. Von allem übrigen zu schweigen, ist der Mann von Natur aus dem Weibe schon aus dem einen Grunde himmelweit überlegen, weil das Weib unter Schmerzen Kinder gebiert ...
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ELFRIEDE.
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Das ist ja gerade der himmelschreiende Widerspruch! Das sage ich ja immer! Kinder zur Welt bringen ist Qual und Sorge; Kinder in die Welt setzen gilt als Zeitvertreib. Und trotzdem hat die gütige Schöpfung, die auch sonst vielfach an Verrücktheit leidet, den Schmerz und die Sorgen dem schwächeren Geschlecht aufgebürdet!
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CASTI PIANI.
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Darin, mein Fräulein, sind wir vollkommen einer Ansicht! – Und nun wollen Sie Ihren unglücklichen Schwestern den geringen Vorzug, den ihnen die – verrückte Schöpfung vor dem Manne gewährt hat, den Vorzug, in äußerster Not ihre Liebesgunst verkaufen zu können, rauben, indem Sie diesen Verkauf als eine unauslöschliche Schande hinstellen?! Sie sind mir eine schöne Frauenrechtlerin!
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ELFRIEDE
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fast unter Tränen.
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Als ein unaussprechliches Unglück, als ein ewiger Fluch lastet die Möglichkeit, sich verkaufen zu können, auf unserem bedrückten Geschlecht!
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CASTI PIANI.
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Unsere Schuld ist es aber – das weiß Gott im Himmel! – nicht, dass der Liebesmarkt als ein ewiger Fluch auf dem weiblichen Geschlecht lastet! Wir Händler haben gar kein idealeres Ziel, als dass sich der Liebesmarkt so offenkundig, so unbehelligt abspielt wie jeder andere ehrliche Markt! Wir Händler haben gar kein idealeres Ziel, als dass die Preise auf dem Liebesmarkt so hoch wie nur irgend möglich sind! Schleudern Sie Ihre Vorwürfe, wenn Sie die Bedrückung Ihres unglücklichen Geschlechts bekämpfen wollen, der bürgerlichen Gesellschaft ins Gesicht! Bekämpfen Sie, wenn Sie die Naturrechte Ihrer Schwestern verteidigen wollen, zuerst den Internationalen Verein zur Bekämpfung des Mädchenhandels!
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ELFRIEDE
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aufbrausend.
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Ich lasse mir hier von Ihnen nicht länger blauen Dunst vormachen! Ich bin fest überzeugt, dass Sie im Ernste gar nicht daran denken, dem Mädchen die Freiheit zu geben! Während ich albernes Geschöpf mir hier soziale Vorträge von Ihnen halten lasse, wird die Unglückliche womöglich in eine Droschke gepackt, nach dem Bahnhof gebracht und irgendwohin transportiert, wo sie vor den Mitgliedern des Vereins zur Bekämpfung des Mädchenhandels zeit ihres Lebens sicher ist! – Nun gut, ich weiß, was ich zu tun habe! Sie nimmt Hut und Mantel.
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CASTI PIANI
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lächelnd.
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Wenn Sie ahnten, mein Fräulein, wie Ihr Wutausbruch Ihre hausbackene Erscheinung verschönert, dann hätten Sie es nicht so eilig, sich zu entfernen.
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ELFRIEDE.
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Lassen Sie mich hinaus! Es ist die höchste Zeit!
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CASTI PIANI.
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Wohin gedachten Sie denn jetzt zu gehen?
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ELFRIEDE.
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Das wissen Sie geradesogut wie ich, wohin ich jetzt gehe!
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CASTI PIANI
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packt Elfriede bei der Gurgel, drückt ihr die Kehle zu und nötigt sie in einen der Polstersessel.
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Sie bleiben hier! Ich habe noch ein Wort mit Ihnen zu sprechen! Versuchen Sie doch bitte, zu schreien! Hier ist man an alles nur irgendwie mögliche menschliche Geschrei gewöhnt! Schreien Sie bitte, so laut Sie schreien können! Sie freilassend. Nimmt mich wunder, ob ich Sie nicht noch zu Verstand bringe, bevor Sie aus diesem Hause direkt auf die Polizei laufen!
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keuchend, tonlos.
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– Es ist das erstemal in meinem Leben, dass ich eine derartige Vergewaltigung erfahre!
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Sie haben in Ihrem Leben so unendlich viel Unnützes zur sittlichen Hebung der Freudenmädchen getan! Tun Sie doch endlich einmal etwas Nützliches zur sittlichen Hebung der Freude! Dann brauchen Ihnen die armen Geschöpfe nicht mehr leid zu tun! Weil der Freudenmarkt als der gemeinste, schandbarste aller Berufe gebrandmarkt ist, geben sich die Mädchen und Frauen der guten Gesellschaft einem Manne lieber umsonst hin, als dass sie sich ihre Gunst bezahlen lassen! Dadurch entwürdigen diese Mädchen und Frauen ihr eigenes Geschlecht in der gleichen Weise, wie ein Schneider sein Gewerbe entwürdigt, der seinen Kunden die Kleider umsonst liefert!
Vorlage S. 673
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ELFRIEDE
Vorlage S. 673
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noch wie betäubt.
Vorlage S. 673
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Ich begreife von alledem kein Sterbenswort. – Ich bin mit meinem sechsten Jahr in die Schule gekommen und bin bis zu meinem fünfzehnten Jahre in der Schule geblieben. Später habe ich noch einmal drei Jahre auf der Schulbank gesessen, um mein Lehrerinnenexamen zu machen. Solange ich jung war, verkehrten in meinem Elternhause Herren aus den besten Gesellschaftskreisen. Ich erhielt einen Heiratsantrag von einem Manne, der ein Rittergut von zwanzig Quadratmeilen geerbt hatte und der mir, wenn ich es von ihm verlangt hätte, bis ans Ende der Welt gefolgt wäre. Aber ich fühlte, dass ich ihn nicht lieben konnte. Vielleicht war es nicht richtig von mir. Vielleicht fehlte mir nur das kleine bisschen Leidenschaftlichkeit, das zum Heiraten unter allen Umständen nötig ist.
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CASTI PIANI.
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Sind Sie jetzt endlich zahm?
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Erklären Sie mir jetzt nur noch eines: Wenn das Mädchen nun bei diesem Leben, das sie hier führt, ein Kind zur Welt bringt, wer sorgt dann für das Kind?
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Sorgen doch Sie dafür! Oder haben Sie als Frauenrechtlerin vielleicht etwas Wichtigeres in dieser Welt zu tun? Solange ein Weib unter Gottes Sonne noch fürchten muss, Mutter zu werden, bleibt die ganze Frauenemanzipation leeres Geschwätz! Mutterwerden ist für das Weib eine Naturnotwendigkeit wie Atem und Schlaf. Dieses angeborene Recht hat die bürgerliche Gesellschaft dem Weibe in barbarischer Weise verkürzt. Ein uneheliches Kind ist schon beinahe ebenso große Schmach wie der Liebesmarkt! Dirne hin, Dirne her! Der Name Dirne bleibt der Mutter eines unehelichen Kindes sowenig erspart wie einem Mädchen in diesem Hause! Wenn mir etwas an Ihrer Frauenbewegung von jeher zum Ekel war, dann war es die Sittlichkeit, die Sie Ihren Zöglingen auf den Lebensweg einimpfen! Glauben Sie denn, der Liebesmarkt wäre je in der Weltgeschichte als Schande verschrien worden, wenn der Mann auf diesem Markte mit dem Weibe konkurrieren könnte?! Brotneid! Nichts als Brotneid! Dem Weibe gewährte die Natur den Vorzug, mit seiner Liebe handeln zu können, deshalb möchte die bürgerliche Gesellschaft, die vom Manne regiert wird, diesen Handel immer und immer wieder gern als das schmachvollste aller Verbrechen hinstellen!
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ELFRIEDE
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steht auf und entledigt sich ihres Mantels, den sie über den Stuhl legt; auf und ab gehend.
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Ich bin in diesem Augenblicke, offen gesagt, ganz außerstande, Ihre Behauptungen daraufhin zu untersuchen, ob sie richtig oder unrichtig sind. – Aber wie in aller Welt ist es denn möglich, dass ein Mann von Ihrer Bildung, von Ihren sozialen Anschauungen, von Ihrer geistigen Überlegenheit sein Leben unter den würdelosesten Elementen der menschlichen Gesellschaft verbringt! – Gott weiß, vielleicht hat mich nur Ihre viehische Brutalität dazu gezwungen, Ihre Auseinandersetzungen ernst zu nehmen! Aber ich fühle ganz deutlich, dass Sie mir auf lange Zeit hin allerhand zu denken gegeben haben, worauf ich selber in meinem Leben nie gekommen wäre. Seit Jahren höre ich Winter für Winter zwölf bis zwanzig Vorträge von allen weiblichen und männlichen Autoritäten über Frauenbewegung. Ich kann mich nicht erinnern, je ein Wort gehört zu haben, das so wie Ihre Behauptungen der Sache auf den Grund ging!
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skandierend.
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Seien wir uns im Leben immer sonnenklar darüber, mein gnädiges Fräulein, dass wir auf einem Dachfirst nachtwandeln und dass uns jede unvorhergesehene Erleuchtung das Genick brechen kann.
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ihn anstarrend.
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Wie meinen Sie das wieder? – Sie denken sich etwas Ungeheuerliches dabei?!
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CASTI PIANI
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sehr ruhig.
Vorlage S. 675
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Ich sage das nur in bezug auf Ihre Ansichten, bei denen Sie sich bis jetzt so unbedingt sicher fühlten, dass Sie Urteile wie »anständig« und »würdelos« freigebig austeilten, als wären Sie ganz allein von Gott dazu beauftragt, über Ihre Mitmenschen zu Gericht zu sitzen.
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ihn anstarrend.
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Sie sind ein großer Mensch! – Sie sind ein edler Mensch!
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Ihre Worte treffen die Todeswunde, die ich mit auf die Welt gebracht habe und an der ich voraussichtlich einmal sterben werde. Er wirft sich, in einen Sessel. – – Ich bin – – – Moralist!
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Und darüber wollen Sie sich bei Ihrem Schicksal. beklagen?! Darüber, dass Ihnen die Macht verliehen wurde, andere Menschen glücklich zu machen?! Sich ihm nach, kurzem inneren Kampf zu Füßen werfend. Heiraten Sie mich doch um Gottes Barmherzigkeit willen! Ich habe mir, bevor ich Sie sah, die Möglichkeit niemals denken können, dass ich mich einem Manne hingebe! Ich bin noch vollkommen unerfahren; das kann ich Ihnen mit den heiligsten Eiden schwören. Ich habe bis zu dieser Stunde nicht geahnt, was das Wort Liebe bedeutet. Bei Ihnen hier fühle ich es zum erstenmal! Die Liebe hebt den Menschen über sein unseliges Selbst empor. Ich bin ein alltägliches Durchschnittsweib, aber meine Liebe zu Ihnen macht mich so frei und kühn, dass es nichts Unmögliches für mich gibt! Schreiten Sie in Gottes Namen von Verbrechen zu Verbrechen; ich gehe Ihnen voran! Gehen Sie aus dem Zuchthaus; ich gehe Ihnen voran! Lassen Sie sich – ich beschwöre Sie! – die günstige Gelegenheit nicht entgehen! Heiraten Sie mich! Heiraten Sie mich! Heiraten Sie mich! – so ist uns beiden armseligen Menschenkindern geholfen!
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CASTI PIANI
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streichelt ihr, ohne sie anzusehen, den Kopf.
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Ob Sie braves Tier mich lieben oder ob Sie mich nicht lieben, das ist mir vollkommen gleichgültig. – Sie können ja allerdings nicht wissen, wieviel tausendmal ich schon die gleichen Gefühlsausbrüche über mich habe ergehen lassen müssen! Ich unterschätze die Liebe gewiss nicht. Leider aber muss die Liebe auch all den unzähligen Weibern als Rechtfertigung herhalten, die nur ihre Sinnlichkeit befriedigen, ohne den geringsten Entgelt dafür zu fordern, und die uns durch ihre würdelose Preisgabe nur den Markt verderben.
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ELFRIEDE.
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Heiraten Sie mich! Es ist für Sie immer noch Zeit, ein neues Leben zu beginnen! Die Ehe macht einen geordneten Menschen aus Ihnen. Sie können sozialistischer Zeitungsredakteur, Sie können Reichstagsabgeordneter werden! Heiraten Sie mich, dann erfahren doch auch Sie einmal in Ihrem Leben, welch übermenschlicher Opfer ein Weib in seiner grenzenlosen Liebe fähig ist!
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Porträt von Wedekind, Frank; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Wedekind, Frank · Urheber auf der Commons-Dateiseite nicht angegeben · Public domain Bildquelle ↗
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CASTI PIANI
Vorlage S. 676
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ihr das Haar streichelnd, ohne sie anzusehen.
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Ihre übermenschlichen Opfer würden mir im besten Falle die Eingeweide umkehren. Zeit meines Lebens liebte ich Tigerinnen. Bei Hündinnen war ich immer ein Stück Holz. Mein Trost ist nur der, dass die Ehe, die Sie so begeistert preisen und für die die Hündinnen gezüchtet werden, eine Kultureinrichtung ist. Kultureinrichtungen entstehen, um überwunden zu werden. Die Menschheit wird die Ehe so gut überwinden, wie sie die Sklaverei überwunden hat. Der freie Liebesmarkt, auf dem die Tigerin ihre Triumphe feiert, gründet sich auf ein urewiges Naturgesetz der unabänderlichen Schöpfung. Und wie stolz steht das Weib in der Welt, sobald es das Recht erkämpft hat, sich, ohne gebrandmarkt zu werden, zum höchsten Preis, den der Mann ihm bietet, verkaufen zu können! Uneheliche Kinder sind bei der Mutter dann besser versorgt als die ehelichen beim Vater. Stolz und Ehrgeiz des Weibes sind dann nicht mehr der Mann, der ihm seine Stellung anweist, sondern die Welt, in der es sich den höchsten Platz erkämpft, den sein Wert ihm ermöglicht. Welch herrlichen, lebensfrischen Klang dann das Wort Freudenmädchen erhält! In der Geschichte des Paradieses steht, dass der Himmel dem Weib die Macht der Verführung verlieh. Das Weib verführt, wen es will. Das Weib verführt, wann es will. Es wartet nicht auf Liebe. Diese höllische Gefahr für unsere heilige Kultur bekämpft die bürgerliche Gesellschaft damit, dass sie das Weib in künstlicher Geistesumnachtung erzieht. Das heranwachsende Weib darf nicht wissen, was ein Weib zu sein bedeutet. Alle Staatsverfassungen könnten darüber den Hals brechen! Kein Henkerskniff ist der bürgerlichen Gesellschaft zu ihrer Verteidigung zu gemein! Mit jedem Kulturfortschritt dehnt sich der Liebesmarkt aus. Je klüger die Welt wird, um so größer der Liebesmarkt. Und diese Millionen von Freudenmädchen weist unsere gefeierte Kultur im Namen der Sittlichkeit auf den Hungertod hin oder raubt ihnen im Namen der Sittlichkeit Ehre und Lebensberechtigung, stößt sie im Namen der Sittlichkeit ins Tierreich hinab! Wie manches Jahrhundert lang soll noch himmelschreiende Unsittlichkeit die Welt mit dem Henkerbeile der Sittlichkeit verwüsten!
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ELFRIEDE
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tonlos wimmernd.
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Heiraten Sie mich! Sie stehen außerhalb der Welt! Ich trage meine Hand heute zum erstenmal einem Manne an.
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CASTI PIANI
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ihr das Haar streichelnd, ohne sie anzusehen.
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Brotkorbkultur! Brotkorbkultur! – Was wüsste die Welt von der ganzen Sittlichkeit, wenn der Mann die Liebe kommandieren könnte, wie er die Politik kommandiert!
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ELFRIEDE.
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165
Ich erhoffe von unserer Ehe gar kein höheres Glück, als zeit meines Lebens so vor Ihnen auf den Knien liegend, Ihren Worten lauschen zu dürfen!
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CASTI PIANI
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ohne sie anzusehen.
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Haben Sie sich denn je gefragt, was die Ehe ist?
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ELFRIEDE.
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170
Ich hatte bis zu dieser Stunde keine Ursache, danach zu fragen. Sich erhebend. Sagen Sie es mir! Ich werde alles tun, um Ihren Anforderungen gerecht zu werden.
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CASTI PIANI
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zieht sie auf seine Knie.
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Kommen Sie, mein Kind. Ich werde es Ihnen erklären. Da sich Elfriede einen Augenblick ziert. Halten Sie bitte still!
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ELFRIEDE.
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175
Ich habe nie auf dem Knie eines Mannes gesessen.
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CASTI PIANI.
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Geben Sie mir einen Kuß!
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Elfriede küßt ihn.
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CASTI PIANI.
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Danke. Sie zurückdrängend. Sie möchten wissen, was die Ehe ist? – Sagen Sie mir, wer stärker ist: ein Mensch, der einen Hund hat, oder ein Mensch, der keinen Hund hat?
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181
ELFRIEDE.
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Der Mensch, der einen Hund hat, ist stärker.
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CASTI PIANI.
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184
Und nun sagen Sie mir noch, wer stärker ist: ein Mensch, der einen Hund hat, oder ein Mensch, der zwei Hunde hat?
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ELFRIEDE.
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Ich glaube, dass der Mensch, der einen Hund hat, stärker ist, denn zwei Hunde müssen eigentlich notwendig schon eifersüchtig aufeinander werden.
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CASTI PIANI.
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Das wäre das wenigste. Aber zwei Hunden muss er zu fressen geben, sonst laufen sie davon, während der eine Hund für sich selber sorgt und seinen Herrn, wenn's not tut, auch noch bei Raubanfällen verteidigt.
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ELFRIEDE.
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190
Und mit diesem abscheulichen Gleichnis wollen Sie das selbstlose untrennbare Zusammenhalten von Mann und Weib erklären?! Du barmherziger Gott, was müssen Sie für Erfahrungen gemacht haben!
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191
CASTI PIANI.
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192
Der Mann mit einer Frau ist wirtschaftlich stärker, als wenn er keine hat. Er ist aber auch wirtschaftlich stärker, als wenn er für zwei oder mehr Frauen sorgen muss. Das ist der Grundstein der Ehe. Das Weib wäre nie im Traum auf diese geistreiche Erfindung verfallen!
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ELFRIEDE.
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Sie armer bedauernswürdiger Mensch! Haben Sie denn je ein väterliches Haus gekannt? Haben Sie eine Mutter gehabt, die Sie pflegte, wenn Sie krank waren, die Ihnen während Ihrer Genesung Märchen vorlas, der Sie sich anvertrauen konnten, wenn Ihnen irgend etwas das Herz bedrückte, und die Ihnen immer, immer, immer geholfen hat, auch wenn Sie längst glaubten, dass es auf Gottes Welt gar keine Hilfe mehr für Sie gäbe?
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195
CASTI PIANI.
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196
Was ich als Kind erlebt habe, das erlebt kein menschliches Geschöpf, ohne dass seine Tatkraft bis zum Grabe gebrochen ist. Können Sie sich in einen jungen Menschen hineindenken, der mit sechzehn Jahren noch geprügelt wird, weil ihm der Logarithmus von Pi nicht in den Kopf will?! Und der mich prügelte, war mein Vater! Und ich prügelte wieder! Ich habe meinen Vater totgeprügelt! Er starb, nachdem ich ihn zum erstenmal geprügelt hatte. – Aber das sind Kleinigkeiten. Sie sehen, unter welchen Kreaturen ich hier lebe. Ich habe unter diesen Kreaturen nie die Beschimpfungen mehr gehört, die während meiner ganzen Kindheit meiner Mutter zuteil wurden und um die sie sich täglich mit neuen Unwürdigkeiten bewarb. Aber das sind Kleinigkeiten, Die Ohrfeigen, Faustschläge und Fußtritte, in denen Vater, Mutter und ein Dutzend Lehrer zur Entwürdigung meines wehrlosen Körpers wetteiferten, waren Kleinigkeiten im Vergleich mit den Ohrfeigen, Faustschlägen und Fußtritten, in denen die Schicksale dieses Lebens miteinander wetteiferten, um meine wehrlose Seele zu entwürdigen.
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197
ELFRIEDE
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küßt ihn.
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199
Wenn du ahnen könntest, wie innig ich dich um dieser furchtbaren Erlebnisse willen liebe!
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200
CASTI PIANI.
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Das menschliche Leben ist zehnfacher Tod vor dem Tode! Nicht nur für mich. Für Sie! Für alles, was Atem holt! Für den einfachen Menschen besteht das Leben aus Schmerzen, Leiden und Qualen, die sein Körper erduldet. Und ringt sich der Mensch zu höherem Sein empor, in der Hoffnung, den Qualen des Körpers zu entrinnen, dann besteht das Leben für ihn aus Schmerzen, Leiden und Qualen, die seine Seele erduldet, und gegen die die Qualen des Körpers Wohltaten waren. Wie grauenvoll dieses Leben ist, das zeigt sich schon darin, dass sich die Menschen ein Wesen ausdenken mussten, das aus nichts als Güte, aus nichts als Liebe, aus nichts als Wohltat besteht, und dass die ganze Menschheit, nur um das Leben ertragen zu können, täglich, stündlich zu diesem Wesen beten muss!
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202
ELFRIEDE
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ihn liebkosend.
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Wenn du mich heiratest, dann haben körperliche Qualen und Seelenqualen ein Ende! Du brauchst dich mit all diesen entsetzlichen Fragen nicht mehr zu beschäftigen. Meine Mama hat ein Privatvermögen von sechzigtausend Mark, von dem trotz ihrer fünfundzwanzigjährigen, glücklichen Ehe Papa sich bis heute noch gar nichts träumen lässt. Lockt dich die Aussicht nicht, dass du, wenn du mich heiratest, plötzlich sechzigtausend Mark bar zur Verfügung hast?
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CASTI PIANI
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sie zurückdrängend, nervös.
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Sie verstehen sich nicht auf Liebkosungen, mein Fräulein! Sie benehmen sich wie der Esel, der den Schoßhund spielen will. Ihre Hände tun mir weh! Das kommt nicht etwa daher, dass sie nichts gelernt haben. Das kommt, weil sie dem geknechte ten Liebesleben der bürgerlichen Gesellschaft entstammen! Sie haben keine Rasse im Leib. Es fehlt das nötige Zartgefühl! Das Zartgefühl und das Schamgefühl! Es fehlt Ihnen das Gefühl für die Wirkung Ihrer Liebkosungen; ein Gefühl, das jedes Rassegeschöpf schon als kleines Kind mit auf die Welt bringt!
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ELFRIEDE
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empört aufspringend.
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Und das wagen Sie mir in diesem Hause zu sagen?!
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CASTI PIANI
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hat sich gleichfalls erhoben.
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Das wage ich Ihnen in diesem Hause zu sagen!
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ELFRIEDE.
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In diesem Hause?! Dass es mir an dem nötigen Zartgefühl, an dem nötigen Schamge fühl fehlt?!
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GAST I PIANI.
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Dass es Ihnen an dem nötigen Zartgefühl und Schamgefühl fehlt! In diesem verrufenen Hause sage ich Ihnen das! – Überzeugen Sie sich doch einmal davon, mit welch feinem Takt diese Geschöpfe ihrem verrufenen Handwerk obliegen! Das letzte Mädchen in diesem Haus kennt die menschliche Seele genauer als der berühmteste Psychologieprofessor an der berühmtesten Universität. Sie, mein Fräulein, würden hier allerdings die gleichen Enttäuschungen erfahren, die Ihnen Ihre Vergangenheit bereitet hat. Die Frau, die für den Liebesmarkt geschaffen ist, erkenne ich auf den ersten Blick daran, dass ihre freien, regelmäßigen Gesichtszüge unschuldige Glückselig keit und glückselige Unschuld ausstrahlen. Elfriede musternd. In Ihren Gesichtszügen, mein verehrtes Fräulein, ist weder irgend etwas von Glückseligkeit noch irgend etwas von Unschuld zu lesen.
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ELFRIEDE
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zögernd.
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Glauben Sie denn nicht, Herr Baron, dass ich bei meinem eisernen Fleiß, bei meiner Energie, bei meiner unüberwindlichen Begeisterung für alles Schöne das Zartgefühl und den feinen Takt, von dem Sie sprechen, noch lernen könnte?
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CASTI PIANI.
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Nein, nein, mein Fräulein! Bitte nein! Schlagen Sie sich diese Gedanken nur gleich aus dem Kopf!
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ELFRIEDE.
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Ich bin von der sittlichen Bedeutung alles dessen, was Sie sagen, so tief überzeugt, dass mir das größte Opfer, durch das ich meine kleinbürgerliche Hilflosigkeit überwinden könnte, nicht zu groß wäre!
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CASTI PIANI.
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Nein, nein, dafür bin ich nicht zu haben! Das würde grauenvoll! Das Leben ist grauenvoll genug! Nein, mein Fräulein! Lassen Sie Ihre fürchterliche Hand von dem einzigen gött lichen Lichtstrahl, der die schauerliche Nacht unseres martervollen Erdendaseins durchdringt! Wofür lebe ich denn! Wofür betätige ich mich in unserer Zivilisation! Nein, nein! Die einzige reine Himmelsblume in dem von Schweiß und Blut besudelten Dornendickicht des Lebens soll nicht von plumpen Fußtritten zerstampft werden! Glauben Sie mir bitte, dass ich mir schon vor einem halben Jahrhundert eine Kugel durch den Kopf gejagt hätte, wenn nicht über dem zum Himmel emporgellenden Jammergeheul aus Geburtswehen, Daseinsschmerzen und Todesqualen dieser eine klare Stern leuchtete!
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227
ELFRIEDE.
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228
Die äußerste geistige Anstrengung ermöglicht mir nicht, den Sinn Ihrer Worte zu erraten! Was ist der Lichtstrahl, der die Nacht unseres Daseins durchdringt? Was ist die einzi ge reine Himmelsblume, die nicht zu Schmutz zerstampft werden soll?
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CASTI PIANI
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Elfriede bei der Hand nehmend, geheimnisvoll flüsternd.
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Das ist der Sinnenge nuss, mein gnädiges Fräulein! Der sonnige, lachende Sinnengenuß! Der Sin nengenuß ist der Lichtstrahl, die Him melsblume, weil er das einzige unge trübte Glück, die einzige reine, lautere Freude ist, die das Erden dasein uns bietet. Glauben Sie mir, dass mich seit einem halben Jahrhundert nichts mehr in dieser Welt zurückhält, als die selbstlose Anbetung die ses einzigen aus voller Kehle auflachenden Glückes, das im Sinnengenuß de n Menschen für alle Qualen des Daseins entschä digt!
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232
ELFRIEDE.
Vorlage S. 682
233
Ich glaube, da kommt jemand.
Vorlage S. 682
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CASTI PIANI.
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Das wird Lisiska sein!
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ELFRIEDE.
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Lisiska? – Wer ist denn Li siska?
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CASTI PIANI.
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239
Das ist das Mädchen, das bei Ihnen zu Hause die Bücher über die internationale Bekämpfung des Mädchenhandels studiert hat! Jetzt können Sie sich gleich davon überzeugen, ob ich den Mund zu voll genommen habe! Wir sind hier gottlob für solche Gelegenheiten eingerichtet. Er führt sie ins rechte Proszenium. Nehmen Sie nur hinter dieser Efeuwand Platz! Von hier aus können auch Sie einmal das lautere, ungetrübte Glück zweier Kreaturen beobachten, die der Sinnengenuß zusammenführt!
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240
Elfriede nimmt auf dem Hockerl hinter der Efeuwand im rechten Proszenium Platz. Casti Piani geht zur Mitteltür, wirft einen Blick hinaus und setzt sich darauf hinter der Efeuwand im linken Proszenium nieder. – Herr König und Lisiska treten durch die Mitte ein. Herr König, fünfundzwanzig Jahre alt, in hellem Sportanzug mit Kniehosen. Lisiska in einfachem, bis zur Mitte der Wade reichenden, weißen Gewand, schwarzen Strümpfen, schwarzen Lackschuhen, eine weiße Schleife im offenen schwarzen Haar.
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HERR KÖNIG.
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Ich komme nicht, die Zeit mir zu vertreiben
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Als Wollüstling in deiner Reize Bann,
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Und will dir dankbar und gewogen bleiben,
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Wenn bald ernüchtert ich von hinnen kann.
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LISISKA.
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Reden Sie nicht so freundlich zu mir.
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Hier sind Sie Herr und befehlen hier.
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Färben Sie nur getrost mir das bleiche
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Blutleere Antlitz durch Backenstreiche.
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Für eine Dirne, wie ich es bin,
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Ist das noch unerhörter Gewinn.
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Hilfloses Klagen, Schluchzen und Wimmern
Vorlage S. 683
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Braucht Sie noch nicht im geringsten zu kümmern.
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Solcher Beschimpfung Wonnen sind schal.
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Häufen Sie mitleidlos Qual auf Qual!
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Wenn Ihre Faust mein Gesicht zerschlüge,
Vorlage S. 683
258
War's meiner Sehnsucht noch kein Genüge.
Vorlage S. 683
259
HERR KÖNIG.
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260
Ich bin auf solche Worte nicht gefasst ...
Vorlage S. 683
261
Ist das ein heitrer Willkomm für den Gast? –
Vorlage S. 683
262
Du sprichst, als büßtest du im Fegefeuer
Vorlage S. 683
263
Schon hier die Strafen für genoßne Lust.
Vorlage S. 683
264
LISISKA.
Vorlage S. 683
265
Im Gegenteil! Die Lust, das Ungeheuer,
Vorlage S. 683
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Tobt ewig ungezähmt in dieser Brust!
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267
Meinen Sie, ich Teufelsbraten
Vorlage S. 683
268
Wäre je in dies Haus geraten
Vorlage S. 683
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Wenn von des Herzens gräßlichem Klopfen
Vorlage S. 683
270
Freude mich konnte befrein?
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Freude zerstiebt, ein Tropfen
Vorlage S. 683
272
Auf heißem Stein!
Vorlage S. 683
273
Und die Wollust, ungestillt,
Vorlage S. 683
274
Ein hungerndes Jammerbild
Vorlage S. 683
275
Stürzt sich, dass sie den Tod finde,
Vorlage S. 684
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In alle Abgründe! – –
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Sind Sie nicht grausam, verehrter Herr?
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Ich müsst es beklagen.
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279
Was kümmert Sie hier mein Geplärr,
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280
Wenn Sie mich schlagen!
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281
HERR KÖNIG.
Vorlage S. 684
282
Ist wirklich dir der dunkle Trieb zu eigen,
Vorlage S. 684
283
Aus tiefster Tiefe noch hinabzusteigen,
Vorlage S. 684
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Dann könnt ich weinen, dass ich aus dem Flor
Vorlage S. 684
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Verliebter Mädchen grade dich erkor.
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Aus deinen Augen traf in meine Sinne
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Ein Strahl unschuldiger Glückseligkeit ...
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288
LISISKA.
Vorlage S. 684
289
Wollen Sie, dass uns die Zeit
Vorlage S. 684
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Ungenossen verrinne?!
Vorlage S. 684
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Unten sitzt über unsern Statuten
Vorlage S. 684
292
Mutter Adele, die Uhr in der Hand;
Vorlage S. 684
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Zählt und berechnet unverwandt
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294
Meines Glückes Minuten.
Vorlage S. 684
295
HERR KÖNIG.
Vorlage S. 684
296
Du bist der höchsten Lust nachgrade satt
Vorlage S. 684
297
Und hoffst auf Müdigkeit aus Schmerz und Tränen,
Vorlage S. 684
298
Bis tiefe Ruh dich überwältigt hat,
Vorlage S. 684
299
Die Tag und Nacht umsonst dein heißes Sehnen!
Vorlage S. 684
300
LISISKA.
Vorlage S. 684
301
Schlaf ich, dann bitt ich, mit einem kecken
Vorlage S. 684
302
Kräftigen Rippenstoß mich zu wecken.
Vorlage S. 684
303
HERR KÖNIG.
Vorlage S. 684
304
Der Ton war falsch! Das Glas hat einen Sprung,
Vorlage S. 684
305
Wie sollte das ein Mensch begreifen!
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306
Auf Glück, ja auf dein Leben magst du pfeifen!
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307
Doch auf den Schlaf! – Nein, das war Lästerung!
Vorlage S. 684
Carl Spitzweg – Der Bücherwurm, um 1850. Motivvergleich zu Lesen und Wissen; keine Darstellung einer Figur dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Der Bücherwurm · Carl Spitzweg · Public domain Bildquelle ↗
308
LISISKA.
Vorlage S. 684
309
Ich bin nicht Ihr Eigentum,
Vorlage S. 684
310
Sie sind nicht mein Hüter,
Vorlage S. 684
311
Sparen Sie nicht ängstlich drum
Vorlage S. 684
312
Meine Lebensgüter!
Vorlage S. 684
313
Suchen Sie durch Menschlichkeit
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314
Nicht mein Herz zu trösten!
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Wer mich mitleidlos zerbleut,
Vorlage S. 684
316
Den acht ich am größten.
Vorlage S. 684
317
Sie fragen,
Vorlage S. 684
318
Ob ich noch
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319
Erröten kann?
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320
So schlagen
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321
Sie mich doch,
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322
Dann ist's getan!
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323
HERR KÖNIG.
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324
Mir rieseln Schauer über Brust und Rücken.
Vorlage S. 685
325
Lass mich hinaus! Ich hoffte, halb im Rausch
Vorlage S. 685
326
Der Liebe süße Frucht vom Baum zu pflücken.
Vorlage S. 685
327
Du bietest Dornen mir dafür zum Tausch.
Vorlage S. 685
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Wie war's nur möglich, dass du junges Wild
Vorlage S. 685
329
Vom Blumenpfad dich im Gestrüpp verfangen?!
Vorlage S. 685
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LISISKA.
Vorlage S. 685
331
Lassen Sie mein Verlangen
Vorlage S. 685
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Nicht ungestillt!
Vorlage S. 685
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Wenden Sie sich nicht herzlos ab!
Vorlage S. 685
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Vor mir hab ich mein Grab
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Und hoffe nur noch, aus dieser Welt
Vorlage S. 685
336
Möglichst viel mit hinabzunehmen.
Vorlage S. 685
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Glauben Sie, solche Begierden kämen,
Vorlage S. 685
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Weil dies Haus uns gefangenhält?
Vorlage S. 685
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Nein! Nur der Sinne folternde Gier
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Bannt uns hier!
Vorlage S. 685
341
Aber auch diese Berechnung war
Vorlage S. 685
342
Ohne Vernunft gemacht.
Vorlage S. 685
343
Nacht für Nacht
Vorlage S. 685
344
Seh ich es blendend sonnenklar,
Vorlage S. 685
345
Dass selbst in diesem Hause kein Frieden
Vorlage S. 685
346
Den Sinnen beschieden.
Vorlage S. 685
347
ELFRIEDE
Vorlage S. 685
348
in ihrem Versteck, für sich, mit dem Ausdruck des Erstaunens.
Vorlage S. 685
349
Allmächtiger Himmel! Das ist genau das entgegengesetzte Ge genteil von dem, was ich mir volle zehn Jahre lang darüber gedacht habe!
Vorlage S. 685
350
CASTI PIANI
Vorlage S. 685
351
in seinem Versteck, für sich, mit dem Ausdruck des Entsetzens.
Vorlage S. 685
352
Teufel! Teufel! Teufel! Das ist genau das entgegengesetzte Ge genteil von dem, was ich mir fünfzig Jahre lang über den Sinnengenuß gedacht habe!
Vorlage S. 685
353
LISISKA.
Vorlage S. 685
354
Gehen Sie nicht von mir! Hören Sie mich an!
Vorlage S. 685
355
Ich war ein schuldloses Kind und begann
Vorlage S. 685
356
Mein Leben so ernst, voll Eifer und Pflicht!
Vorlage S. 685
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Sorglos zu lächeln gelang mir nicht.
Vorlage S. 686
358
Von meinen Lehrern, selbst von den Geschwistern,
Vorlage S. 686
359
Hört ich oft ehrfurchtsvoll über mich flüstern
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Und meine Eltern meinten beide:
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Du wirst noch einmal unsers Alters Freude!
Vorlage S. 686
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Plötzlich beim Hahnenschrei
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War das vorbei!
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Und die einmal erweckte Lust
Vorlage S. 686
365
Wuchs über alle Schranken,
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366
Über all meine Gedanken,
Vorlage S. 686
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Über all mein treues Gefühl in der Brust,
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Dass ich nur staunte, wie mir geschah,
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369
Was mich so herrisch betörte,
Vorlage S. 686
370
Dass ich den Blitz mir zur Seite nicht sah
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Und kein Donnern vom Himmel mehr hörte.
Vorlage S. 686
372
Da glaubt ich, da hofft ich, es sei uns das Leben
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Zu nimmer versiegender Freude gegeben!
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374
HERR KÖNIG.
Vorlage S. 686
375
Fandst du die stolze Hoffnung nicht erfüllt? –
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Zwar red ich wie ein Blinder dir von Farben ...
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LISISKA.
Vorlage S. 686
378
Nein, es war nur der höllische Trieb,
Vorlage S. 686
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Aus dem an Freude nichts übrigblieb.
Vorlage S. 686
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HERR KÖNIG.
Vorlage S. 686
381
So viele Mädchen schon durch Liebe starben,
Vorlage S. 686
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Blieb allen denn die Sehnsucht ungestillt?
Vorlage S. 686
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Wie kam es dann, dass Weiber sich in Mengen
Vorlage S. 686
384
Von Tausenden auf deinen Pfaden drängen?
Vorlage S. 686
385
LISISKA.
Vorlage S. 686
386
Wollen Sie sich der Striemen
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387
An meinem Körper nicht rühmen?
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388
Wozu ward er so weich,
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Wozu ward er so zart geschaffen!
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Sprachlose Blicke begaffen
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391
Die Spuren dann Streich um Streich. –
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Um die Begierden neu zu entflammen,
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393
Erzähl ich prahlend, von wem sie stammen.
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394
HERR KÖNIG.
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395
Schweig, sag ich dir! Nur noch ein Wort davon,
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396
Dann bin ich schon zum längsten hier gewesen! –
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In deinen blassen Zügen steht zu lesen,
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398
Wie sturmgeschwind die Jugend dir entflohn.
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Und als du deine Unschuld nun verloren,
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400
Ließ er im Elend dich, der sie dir nahm?
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401
LISISKA.
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402
Nein. – Aber ein andrer kam,
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403
Fand Lust und Gram;
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404
Denn ich hab all den jungen Toren
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405
Immer ewige Treue geschworen.
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406
Immer hofft ich, meine Qual
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407
Müsste doch bei dem andern entschwinden.
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408
Es war nur Bitternis jedes Mal,
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409
War keine Ruhe für mich zu finden,
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410
Denn es war stets nur der höllische Trieb.
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411
Aus dem an Freude nichts übrigblieb!
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412
HERR KÖNIG.
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413
So kamst du schließlich denn in dieses Haus
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414
Und führst ein Dasein hier in Saus und Braus!
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415
Musik erschallt, der Sekt trieft von den Tischen,
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416
Gelächter dröhnt, sooft der Morgen graut.
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Der lange Arbeitstag kennt nur den Laut
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418
Von heißen Zungen, die in Liebe zischen. –
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419
Welch ein gemeiner Bettler ich doch bin
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420
Vor dir, du stolze Freudenkönigin!
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421
Ich kam mit dem, was mein ist, um von dir
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422
Der Freude schlichten Austausch zu erkaufen.
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423
Ich könnte mir vor Zorn die Haare raufen!
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424
Du lebst nur scheußlicher Genußsucht hier!
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425
Der Wüstling ist dein Freund, der keine Grenzen
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426
Der Menschlichkeit für seine Kurzweil kennt.
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427
Beeil dich, ihm die Glieder zu bekränzen!
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428
Mich trägt und labt ein reinres Element.
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429
Erfrischung sucht ich und hab kein Verlangen,
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430
Im tiefsten Erdenschmutz mich zu verfangen.
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431
LISISKA
Vorlage S. 687
432
flehentlich.
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433
O bleiben Sie! – Wenn Sie mich jetzt verlassen,
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434
Ist wieder Nacht um mich! Gehn Sie nicht fort!
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435
Von Ihren Lippen trifft schon jedes Wort
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436
Wie Peitschenhieb und stachelt mein Begehren,
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437
Sie möchten mich mit solcher Inbrunst hassen,
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438
Dass statt der Lippen es die Fäuste wären,
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439
Von denen Hieb auf Hieb den Körper schmerzt.
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440
Hab ich Sie einmal geherzt,
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441
Dann gehn Sie, woher Sie kamen,
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442
Schreiben sich meinen Namen
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443
Lächelnd in Ihr Notizbuch ...
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444
Und mir – mir bleibt der gräßliche Fluch,
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445
Dass es nur wieder der höllische Trieb,
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446
Aus dem an Freude nichts übrigblieb.
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447
HERR KÖNIG
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448
sehr ernst.
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449
Jetzt trau ich meinen Sinnen nicht! Mir scheint,
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450
Du bist in mich verliebt? – O welch ein Grauen! –
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451
Wie manche Schmerzensnacht hab ich, von Frauen
Vorlage S. 688
452
Grausam zurückgewiesen, laut durchweint!
Vorlage S. 688
453
Nun stammelt Liebe mir in diesem Leben
Vorlage S. 688
454
Zum erstenmal die Dirne? – Pflegst du hier
Vorlage S. 688
455
Nicht wahllos dich dem Fremdling hinzugeben?
Vorlage S. 688
456
Und was dich trösten soll, willst du von mir?
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457
Mir deckst du eifrig deine Seele bloß,
Vorlage S. 688
458
Dass mich ihr düstrer Reiz umsponnen hält!
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459
War ich so nah zur Seite dir gestellt,
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460
Dann packt Entsetzen mich vor meinem Los!
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Albert Anker – Die Dorfschule von 1848, gemalt 1896. Historisches Vergleichsbild für Schule und Bildung, keine Illustration der Buchfiguren.
Kontextbild zum Werk. Die Dorfschule von 1848 · Albert Anker · Public domain Bildquelle ↗
461
LISISKA.
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462
Trauen Sie bei Gott meiner Liebe nicht!
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463
Liebe zu heucheln ist hier meine Pflicht.
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464
Denken Sie nur einmal, was das heißt,
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465
Wenn jemand plötzlich die Tür aufreißt:
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466
Jetzt gilt es, die Liebe zusammenzuraffen;
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467
Es ist ein Mann da, Gott hat ihn geschaffen. –
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468
Wünschen Sie, dass ich dies heillose Spiel
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469
Mit Ihnen spiele?
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470
Dass ich bei Ihrem höchsten Gefühl
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471
Nur Ekel fühle?!
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472
Aber wenn Sie mit Ihrer tüchtigen
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473
Bauernfaust meine Glieder züchtigen,
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474
Das kann uns, wenn Sie Lust daran finden,
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475
Bis mich der Tod Ihnen raubt, verbinden.
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476
HERR KÖNIG.
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477
Der Unschuld weißes Kleid trägst du. Dir hat
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478
Selbst dieses Haus die Seele nicht geschändet.
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Von deiner Reinheit ist mein Aug geblendet,
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480
An deinem Bild sieht sich mein Herz nicht satt.
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481
Im Selbstmord schwelgend ohne Unterlaß,
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482
Kämpfst du mit nie erforschten Seelenschmerzen,
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483
Den Tod im Antlitz und den heißen Haß
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484
Auf alles eitle Erdenglück im Herzen!
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485
Er kniet vor ihr.
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Lass deinen Freund mich, deinen Bruder sein.
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487
Ob deinen Körper du mir gibst, das liegt
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488
Tief unter uns. So hast du mich erhoben!
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489
Darf ich den schlanken Knien hier geloben:
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490
Nur wie die Seele sich zur Seele fügt,
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491
Bist du mein eigen! So nur bin ich dein!
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492
Aus Höllenqualen stiegst du himmelan
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493
Und ahnst nicht mehr, wo die Begierden fluten.
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494
In deinen Himmelshöhn musst du verbluten.
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495
Durch mich sei das den Menschen kundgetan.
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In keuscher Dichtung soll durch mich die Welt
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Verkaufter Liebe Leid ermessen lernen.
Vorlage S. 689
498
Ich schwör es bei des Himmels ew'gen Sternen,
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499
Dem klarsten Licht, das unsere Nacht erhellt!
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500
Gib mir ein Pfand, gesteh mir offen ein:
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501
Bist du aus Liebe jemals froh geworden?
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502
LISISKA
Vorlage S. 689
503
ihn emporhebend.
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504
Wenn Sie jetzt gleich mich ermorden,
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505
Könnt meine Rede nicht anders sein.
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506
Immer nur war es der höllische Trieb,
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507
Aus dem an Freude nichts übrigblieb ...
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508
So ist's in diesem Haus nun einmal:
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509
Alle begegnen sich hier,
Vorlage S. 689
510
Denen die Liebe unendliche Qual
Vorlage S. 689
511
Und niegestillte Begier.
Vorlage S. 689
512
Was da noch sonst an Besuchern kommen,
Vorlage S. 689
513
Das wird von uns doch nicht ernst genommen.
Vorlage S. 689
514
Menschen wie Sie sind selten,
Vorlage S. 689
515
Weil sie nichts gelten
Vorlage S. 689
516
Wie wir,
Vorlage S. 689
517
Die man dem unvernünftigen Tier
Vorlage S. 689
518
Vergleicht. –
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519
Aber hab ich denn nun erreicht,
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520
Dass Sie dem wilden Begehren
Vorlage S. 689
521
Trost gewähren?
Vorlage S. 689
522
HERR KÖNIG.
Vorlage S. 690
523
So wirre Pfade deine Hand mich leitet,
Vorlage S. 690
524
Noch blinkt ein Stern herab, der uns begleitet.
Vorlage S. 690
525
LISISKA
Vorlage S. 690
526
umarmt und küßt ihn.
Vorlage S. 690
527
Dann komm, mein Schatz! Jetzt bist du endlich mürbe.
Vorlage S. 690
528
Mir ist als höchste Wollust längst ein Land
Vorlage S. 690
529
Urew'ger niegestörter Ruh bekannt. –
Vorlage S. 690
530
Ach, dass ich unter deinen Fäusten stürbe!
Vorlage S. 690
531
Beide nach rechts ab.
Vorlage S. 690
532
CASTI PIANI
Vorlage S. 690
533
aus seinem Versteck hervor stürzend, vergeistert.
Vorlage S. 690
534
Was war das?!
Vorlage S. 690
535
ELFRIEDE
Vorlage S. 690
536
stürzt aus ihrem Versteck hervor, leidenschaftlich.
Vorlage S. 690
537
Was war das?! Was habe ich nichtswürdige Schmarotzerin mir in meinem vertrockneten Hirn unter Sinnengenuß vorgestellt?! – Selbstaufopferung, glühendes Märtyrertum ist das Leben in diesem Hause. Ich, in verlogener Aufgeblasenheit, in meinem fadenscheinigen Tugendstolz hielt dieses Haus für die Brutstätte der Verworfenheit!
Vorlage S. 690
538
CASTI PIANI.
Vorlage S. 690
539
Ich bin zerschmettert!!
Vorlage S. 690
540
ELFRIEDE.
Vorlage S. 690
541
Meine ganze Jugend, so überreich an Liebesdurst, an Liebesmacht sie mir der gütige Himmel geschenkt hatte, ich habe sie freventlich durch den grauen seelenerstickenden Straßenschmutz geschleift! Die Heiligkeit sinnlicher Leidenschaft galt mir feigen Memme als niedrigste Gemeinheit!
Vorlage S. 690
542
CASTI PIANI
Vorlage S. 690
543
vergeistert.
Vorlage S. 690
544
Das war die tageshelle Erleuchtung, die unversehens dem, der auf dem Dachfirst nachtwandelt, das Genick bricht!
Vorlage S. 690
545
ELFRIEDE
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leidenschaftlich.
Vorlage S. 690
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Das war die tageshelle Erleuchtung!
Vorlage S. 690
548
CASTI PIANI.
Vorlage S. 690
549
Was tu ich noch auf der Welt, wenn auch der Sinnengenuß nichts als höllische Menschenschlächterei, wenn auch der Sinnengenuß nichts als satanische Menschenschläch terei ist, wie das ganze übrige Erdendasein! So also nimmt sich der einzige göttli che Lichtstrahl aus, der die schauerliche Nacht unseres martervollen Lebens durchdringt! Hätte ich mir doch vor einem halben Jahrhundert eine Kugel durch den Kopf gejagt! Dann wäre mir dieser jämmerliche Bankrott meines hochstap lerisch zusammengestohlenen See lenreichtums erspart geblieben!
Vorlage S. 690
550
ELFRIEDE.
Vorlage S. 691
551
Was Sie noch auf dieser Welt zu tun haben? Das kann ich Ihnen sagen! Sie sind Mädchenhändler! Sie rühmen sich, es zu sein! Jedenfalls haben Sie die besten Verbindungen mit allen bedeutenden Plätzen, die für den Mädchenhandel in Betracht kommen. Verkaufen Sie mich! Ich beschwöre Sie, verkaufen Sie mich an solch ein Haus! Sie können ein ganz einträgliches Geschäft mit mir machen! Ich habe noch nie geliebt, das setzt meinen Wert jedenfalls nicht herab! Dafür, dass ich Ihnen keine Schande mache, dass Sie bei Ihren Abnehmern Ehre mit mir einlegen, verbürge ich mich Ihnen mit jedem Schwur, den Sie von mir verlangen!
Vorlage S. 691
552
CASTI PIANI
Vorlage S. 691
553
halb im Wahnsinn.
Vorlage S. 691
554
Was rettet mich vor dem Genickbruch? Welches Mittel hilft mir über die eisigen Todesschauer hinweg?!
Vorlage S. 691
555
ELFRIEDE.
Vorlage S. 691
556
Ich helfe Ihnen darüber hinweg! Ich! Verkaufen Sie mich! Dann sind Sie gerettet!
Vorlage S. 691
557
CASTI PIANI.
Vorlage S. 691
558
Wer sind Sie denn?!
Vorlage S. 691
559
ELFRIEDE.
Vorlage S. 691
560
Ich will im Sinnengenuß meinen Tod finden! Ich will mich auf dem Blutaltar sinnlicher Liebe schlachten lassen!
Vorlage S. 691
561
CASTI PIANI.
Vorlage S. 691
562
Sie – Sie soll ich verkaufen?!
Vorlage S. 691
563
ELFRIEDE.
Vorlage S. 691
564
Ich will den Märtyrertod sterben, den dieses Mädchen, das eben hier war, stirbt! Habe ich denn nicht die gleichen Menschenrechte wie an dere?!
Vorlage S. 691
565
CASTI PIANI.
Vorlage S. 691
566
Behüte mich der Himmel davor!! Mit steigendem Ausdruck. Das – das – das ist das höllische Hohngelächter, das über meinem Todessturz erschallt!
Vorlage S. 691
567
ELFRIEDE
Vorlage S. 691
568
sinkt ihm zu Füßen.
Vorlage S. 691
569
Verkaufen Sie mich! Verkaufen Sie mich!
Vorlage S. 691
570
CASTI PIANI.
Vorlage S. 691
571
Die grauenvollsten Zeiten meines Lebens steigen vor mir auf! Einmal schon habe ich ein Geschöpf, das von der Natur nicht dazu geschaffen war, auf dem Liebesmarkte verschachert! Für dieses Verbrechen gegen die Natur habe ich sechs volle Jahre hinter schwedischen Gardinen zugebracht! Natürlich war es auch eines jener charakterlosen Geschöpfe, denen die großen Füße im Gesicht ge schrieben stehen!
Vorlage S. 691
572
ELFRIEDE
Vorlage S. 692
573
seine Knie umklammernd.
Vorlage S. 692
574
Bei meinem Herzschlag beschwöre ich Sie, verkaufen Sie mich! Sie hatten recht! Meine Betätigung zur Bekämpfung des Mädchenhandels war unbefriedigte Sinnlichkeit! Aber meine Sinnlichkeit ist nicht schwach! Fordern Sie Beweise! Soll ich Sie wie wahnsinnig küssen?!
Vorlage S. 692
575
CASTI PIANI
Vorlage S. 692
576
in höchster Verzweiflung.
Vorlage S. 692
577
Und dieses ohrzerreißende Jammergeheul zu meinen Füßen?! Was ist das?! Dieses gellende Zetergeschrei aus Geburtswehen, Daseinsschmerzen und Todesqualen ertrag ich nicht länger! Ich halte dieses irdische Wehgekreisch nicht mehr aus!
Vorlage S. 692
578
ELFRIEDE
Vorlage S. 692
579
die Hände ringend.
Vorlage S. 692
580
Ihnen selbst, wenn Sie wollen, bringe ich meine Unschuld zum Opfer! Ihnen selbst, wenn Sie wollen, schenke ich meine erste Liebesnacht!
Vorlage S. 692
581
CASTI PIANI
Vorlage S. 692
582
aufschreiend.
Vorlage S. 692
583
Das hatte gefehlt!
Vorlage S. 692
584
Es kracht ein Schuß. Elfriede stößt einen markerschütternden Schrei aus. Casti Piani wankt, in der Rechten den rauchenden Revolver, die Linke krampfhaft auf die Brust gepreßt, zu einem der Polstersessel, in dem er zusammenbricht.
Vorlage S. 692
585
CASTI PIANI.
Vorlage S. 692
586
– Ver-zeihen Sie – Baroneß – ich – ich habe mir – weh getan – das – das war nicht – nicht galant von mir –
Vorlage S. 692
587
ELFRIEDE
Vorlage S. 692
588
ist aufgesprungen und beugt sich über ihn.
Vorlage S. 692
589
Sie werden sich doch um Gottes Barmherzigkeit willen nicht getroffen haben?!
Vorlage S. 692
590
CASTI PIANI.
Vorlage S. 692
591
– schrei-schreien Sie mir die – die Ohren nicht – nicht voll – seien Sie – lieb – lieb – lieb – wenn – wenn Sie können –
Vorlage S. 692
592
ELFRIEDE
Vorlage S. 692
593
entsetzt zurückweichend, beide Hände in ihren Haaren, auf Casti Piani starrend, mit einem Aufschrei.
Vorlage S. 692
594
Nein! Nein! Nein! Ich kann bei diesem Anblick nicht lieb sein! Ich kann nicht lieb sein!
Vorlage S. 692
595
Auf den Schuß hin sind drei schlanke junge Mädchen, ebenso wie Lisiska gekleidet, eine nach der andern neugierig aus den drei Türen des Zimmers getreten. Sie haben sich zögernd Casti Piani genähert und suchen ihm, stumme Gebärden untereinander austauschend, mit äußerster Zurückhaltung den Todeskampf zu erleichtern.
Vorlage S. 692
596
CASTI PIANI
Vorlage S. 693
597
die Mädchen erblickend.
Vorlage S. 693
598
– und das – und das – Ra-Rachegeister? – – Rachegeister?? Nein, nein! – das – das ist – ist Maruschka! – Ich sehe dich genau. – Das ist – Euphemia! – das Theophila! – – Ma-Ma-Ma-ruschka! Küsse mich, Maruschka!
Vorlage S. 693
599
Das schlankste der drei Mädchen beugt sich über Casti Piani und küßt ihn auf den Mund.
Vorlage S. 693
600
CASTI PIANI
Vorlage S. 693
601
angstvoll.
Vorlage S. 693
602
– Nein, nein, nein! Das war nichts! – Küsse – küsse mich anders!
Vorlage S. 693
603
Das Mädchen küßt ihn wieder.
Vorlage S. 693
604
CASTI PIANI.
Vorlage S. 693
605
– So! – So, so, so! – Ich – ich habe euch – betrogen – Sich an Maruschka langsam aufrichtend. – euch alle – betrogen! – Der Sinnengenuß – Menschenquälerei – Menschenschinderei endlich – – – – endlich – Erlösung! Er steht, steif emporgereckt, wie vom Starrkrampf erfasst, die Augen weit aufreißend. Wir – wir müssen – den – den hohen Herrn – doch wohlstehend – – – – – – – – – – – – – – – – – – empfangen ... Er bricht tot zusammen.
Vorlage S. 693
606
ELFRIEDE
Vorlage S. 693
607
in Tränen aufgelöst zu den drei Mädchen.
Vorlage S. 693
608
Nun? – Hat denn keine von euch Mädchen den Mut dazu? Ihr wart diesem Manne doch mehr, als ich ihm sein durfte!
Vorlage S. 693
609
Die drei Mädchen weichen kopfschüttelnd, mit eisigen Mienen, scheu und angstvoll zurück.
Vorlage S. 693
610
ELFRIEDE
Vorlage S. 693
611
schluchzend, zur Leiche Casti Pianis gewandt.
Vorlage S. 693
612
Dann verzeih mir, der Elenden! Du hast mich im Leben aus tiefster Seele verabscheut! Verzeih mir, dass ich mich dir noch nahe! Sie küsst ihn inbrünstig auf den Mund. In einen Strom von Tränen ausbrechend. Diese letzte Enttäuschung hast du dir doch wohl in deinem furchtbarsten Weltschmerz nicht träumen lassen, dass dir eine Jung frau die Augen zudrückt! – Darauf drückt sie ihm die Augen zu und sinkt jammervoll weinend zu seinen Füßen.
Vorlage S. 693

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »siebzehnjährige Geschöpf, ohne dass ich mir das geringste davon träumen ließ, in …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Das ist ja gerade der […] Widerspruch!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »nachdem« in diesem Textausschnitt? »Das Mädchen suchte daraufhin in der ersten besten Zeitung nach einem derartigen Inserat und schrieb, nachdem sie eins gefunden hatte, einen sehr korrekten Brief, in dem sie sich erbot, in die Stellung, die in dem Inserat fälschlich vorgespiegelt war, einzutreten.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Färben Sie nur getrost mir das bleiche«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Sie möchten mich mit solcher Inbrunst hassen,« B: »Ich glaube, dass der Mensch, der einen Hund hat, stärker ist, denn zwei Hunde müssen eigentlich notwendig schon eifersüchtig aufeinander werden.« C: »Mama sowohl wie Papa waren von ihrem bescheidenen, sittsamen Wesen bezaubert.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Dann wäre mir dieser jämmerliche Bankrott meines …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Elfriede von Malchus sitzt in einem der Polstersessel. Man sieht ihr an, daß sie sich unbehaglich fühlt. Sie trägt ein modernes Reformkleid, dazu Hut, Mantel und Handschuhe.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Schöpfung. Und wie stolz steht das Weib in der Welt, sobald es das Recht erkämpft hat, sich, ohne gebrandmarkt zu werden, zum höchsten Preis, den der Mann ihm bietet, verkaufen zu können! Uneheliche Kinder sind bei der Mutter dann besser […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] der Liebesmarkt so offenkundig, so unbehelligt abspielt wie jeder andere ehrliche Markt! Wir Händler haben gar kein idealeres Ziel, als dass die Preise auf dem Liebesmarkt so hoch wie nur irgend möglich sind! Schleudern Sie Ihre Vorwürfe, […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] in dieser Welt zu tun? Solange ein Weib unter Gottes Sonne noch fürchten muss, Mutter zu werden, bleibt die ganze Frauenemanzipation leeres Geschwätz! Mutterwerden ist für das Weib eine Naturnotwendigkeit wie Atem und Schlaf. Dieses […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] drum Meine Lebensgüter! Suchen Sie durch Menschlichkeit Nicht mein Herz zu trösten! Wer mich mitleidlos zerbleut, Den acht ich am größten. Sie fragen, Ob ich noch Erröten kann? So schlagen Sie mich doch, Dann ist's getan!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Seien wir uns im Leben immer sonnenklar darüber, mein gnädiges Fräulein, dass wir auf einem Dachfirst nachtwandeln und dass uns […]« und »Mir rieseln Schauer über Brust und Rücken. Lass mich hinaus! Ich hoffte, halb im Rausch Der Liebe süße Frucht vom Baum zu […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Dann verzeih mir, der Elenden! Du hast mich im Leben aus tiefster Seele verabscheut! Verzeih mir, dass ich mich dir noch nahe! Sie küsst ihn inbrünstig auf den Mund. In einen Strom von Tränen ausbrechend. Diese […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
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8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Elfriede von Malchus sitzt in einem der Polstersessel. Man sieht ihr an, daß sie sich unbehaglich fühlt. Sie […]« / »Dann verzeih mir, der Elenden! Du hast mich im Leben aus tiefster Seele verabscheut! Verzeih mir, daß ich […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Wie lange will man mich hier noch warten lassen!«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
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Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Und die Wollust, ungestillt, Ein hungerndes Jammerbild«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Diese letzte Enttäuschung hast du dir doch wohl in deinem furchtbarsten Weltschmerz nicht träumen lassen, dass dir eine Jung frau die Augen zudrückt! – Darauf drückt sie ihm die Augen zu und sinkt jammervoll weinend zu seinen Füßen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Tod und Teufel (Totentanz) von Wedekind, Frank ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Tod und Teufel (Totentanz)

Frank Wedekind: Werke in drei Bänden. Herausgegeben und eingeleitet von Manfred Hahn, Berlin und Weimar: Aufbau, 1969. Wedekind, Frank 666- Berlin und Weimar

Das Werk Tod und Teufel (Totentanz) von Wedekind, Frank ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.