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Buch - Sappho - Grillparzer, Franz

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Originalwerk · Lesefassung

Sappho

Grillparzer, Franz · 1817

Sappho von Grillparzer, Franz. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–138 Abschnitte
Porträt von Grillparzer, Franz; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Grillparzer, Franz · Josef Kriehuber · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 4 von 8

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 716
2
Zimbeln und Flöten und verworrener Volkszuruf in der Ferne Rhamnes stürzt herein.
Vorlage S. 716
3
RHAMNES.
Vorlage S. 716
4
Auf, auf vom weichen Schlaf! Sie kommt, sie naht!
Vorlage S. 716
5
O dass doch nur die Wünsche Flügel haben,
Vorlage S. 716
6
Und träg der Fuß, indes das Herz lebendig.
Vorlage S. 716
7
Heraus ihr faulen Mädchen! Zögert ihr?
Vorlage S. 716
8
Der trifft euch nicht, der Jugend vorschnell nennt.
Vorlage S. 716
9
Eucharis, Melitta und Dienerinnen aus dem Säulengange.
Vorlage S. 716
10
MELITTA.
Vorlage S. 716
11
Was schiltst du uns, da sind wir ja!
Vorlage S. 716
12
RHAMNES.
Vorlage S. 716
13
Sie naht.
Vorlage S. 716
14
MELITTA.
Vorlage S. 716
15
Wer? – Götter!
Vorlage S. 716
16
RHAMNES.
Vorlage S. 716
17
Sappho naht!
Vorlage S. 716
18
GESCHREI
Vorlage S. 716
19
hinter der Bühne.
Vorlage S. 716
20
Heil, Sappho, Heil!
Vorlage S. 716
21
RHAMNES.
Vorlage S. 716
22
Ja wohl, Heil, Sappho, Heil! Du braves Volk!
Vorlage S. 716
23
MELITTA.
Vorlage S. 716
24
Doch was bedeutet –
Vorlage S. 716
25
RHAMNES.
Vorlage S. 716
26
Nun, bei allen Göttern,
Vorlage S. 716
27
Was frägt das Mädchen auch so wunderlich.
Vorlage S. 716
28
Sie kehret von Olympia, hat den Kranz,
Vorlage S. 716
29
Den Kranz des Sieges hat sie sich errungen;
Vorlage S. 716
30
Im Angesicht des ganzen Griechenlands,
Vorlage S. 716
31
Als Zeugen edlen Wettkampfs dort versammelt,
Vorlage S. 716
32
Ward ihr der Dichtkunst, des Gesanges Preis.
Vorlage S. 716
33
Drum eilt das Volk ihr jauchzend nun entgegen,
Vorlage S. 716
34
Schickt auf des Jubels breiten Fittigen
Vorlage S. 716
35
Den Namen der Beglückten zu den Wolken.
Vorlage S. 716
36
Und diese Hand wars, ach, und dieser Mund,
Vorlage S. 716
37
Der sie zuerst der Leier Sprach entlocken
Vorlage S. 716
38
Und des Gesanges regellose Freiheit
Vorlage S. 716
39
Mit süßem Band des Wohllauts binden lehrte.
Vorlage S. 716
40
VOLK
Vorlage S. 717
41
hinter der Bühne.
Vorlage S. 717
42
Heil Sappho, Sappho Heil!
Vorlage S. 717
43
RHAMNES
Vorlage S. 717
44
zu den Mädchen.
Vorlage S. 717
45
So freut euch doch!
Vorlage S. 717
46
Seht ihr den Kranz?
Vorlage S. 717
47
MELITTA.
Vorlage S. 717
48
Ich sehe Sappho nur!
Vorlage S. 717
49
Wir wollen ihr entgegen!
Vorlage S. 717
50
RHAMNES.
Vorlage S. 717
51
Bleibt nur, bleibt!
Vorlage S. 717
52
Was soll ihr eurer Freude schlechter Zoll?
Vorlage S. 717
53
Sie ist an andern Beifall nun gewohnt!
Vorlage S. 717
54
Bereitet lieber alles drin im Hause,
Vorlage S. 717
55
Nur dienend ehrt der Diener seinen Herrn.
Vorlage S. 717
56
MELITTA.
Vorlage S. 717
57
Siehst du an ihrer Seite –
Vorlage S. 717
58
RHAMNES.
Vorlage S. 717
59
Was?
Vorlage S. 717
60
MELITTA.
Vorlage S. 717
61
Siehst du?
Vorlage S. 717
62
Hoch eine andre, glänzende Gestalt,
Vorlage S. 717
63
Wie man der Leier und des Bogens Gott
Vorlage S. 717
64
Zu bilden pflegt!
Vorlage S. 717
65
RHAMNES.
Vorlage S. 717
66
Ich sehe! Doch ihr geht!
Vorlage S. 717
67
MELITTA.
Vorlage S. 717
68
Und erst nur riefst du uns!
Vorlage S. 717
69
RHAMNES.
Vorlage S. 717
70
Ich rief euch, ja!
Vorlage S. 717
71
Ihr solltet wissen, dass die Herrin naht,
Vorlage S. 717
72
Ihr solltet wissen, dass euch Freude Pflicht,
Vorlage S. 717
73
Doch freuen mögt ihr euch nur drin im Haus.
Vorlage S. 717
74
Der Mann mag das Geliebte laut begrüßen,
Vorlage S. 717
75
Geschäftig für sein Wohl liebt still das Weib.
Vorlage S. 717
76
MELITTA.
Vorlage S. 717
77
So lass uns nur –
Vorlage S. 717
78
RHAMNES.
Vorlage S. 717
79
Nicht doch! Nur fort, nur fort!
Vorlage S. 717
80
Er treibt die Mädchen fort.
Vorlage S. 717
81
Nun mag sie kommen, nun wird Albernheit
Vorlage S. 717
82
Ihr vorlaut nicht die schöne Feier stören.
Vorlage S. 717
83
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 717
84
Sappho, köstlich gekleidet, auf einem mit weißen Pferden bespannten Wagen, eine goldne Leier in der Hand, auf dem Haupte den Siegeskranz. Ihr zur Seite steht Phaon in einfacher Kleidung. Volk umgibt laut jubelnd den Zug.
Vorlage S. 717
85
VOLK
Vorlage S. 717
86
auftretend.
Vorlage S. 717
87
Heil Sappho, Heil!
Vorlage S. 717
88
RHAMNES
Vorlage S. 717
89
sich unter sie mischend.
Vorlage S. 717
90
Heil Sappho, teure Frau!
Vorlage S. 717
91
SAPPHO.
Vorlage S. 718
92
Dank Freunde, Landsgenossen Dank.
Vorlage S. 718
93
Um euretwillen freut mich dieser Kranz,
Vorlage S. 718
94
Der nur den Bürger ziert, den Dichter drückt,
Vorlage S. 718
95
In eurer Mitte nenn ich ihn erst mein.
Vorlage S. 718
96
Hier, wo der Jugend träumende Entwürfe,
Vorlage S. 718
97
Wo des Beginnens schwankendes Bestreben,
Vorlage S. 718
98
Wo des Vollbringens wahnsinnglühnde Lust
Vorlage S. 718
99
Mit eins vor meine trunkne Seele treten,
Vorlage S. 718
100
Hier, wo Zypressen von der Eltern Grab
Vorlage S. 718
101
Mir leisen Geistergruß herüberlispeln,
Vorlage S. 718
102
Hier, wo so mancher Frühverblichne ruht,
Vorlage S. 718
103
Der meines Strebens, meines Wirkens sich erfreut,
Vorlage S. 718
104
In eurem Kreis, in meiner Lieben Mitte,
Vorlage S. 718
105
Hier dünkt mir dieser Kranz erst kein Verbrechen,
Vorlage S. 718
106
Hier wird die frevle Zier mir erst zum Schmuck.
Vorlage S. 718
107
EINER AUS DEM VOLKE.
Vorlage S. 718
108
Wohl uns, dass wir dich, Hohe, unser nennen!
Vorlage S. 718
109
Habt die bescheidne Rede ihr vernommen,
Vorlage S. 718
110
Mehr als ganz Griechenland hat sie ihr Wort geschmückt!
Vorlage S. 718
111
RHAMNES
Vorlage S. 718
112
sich hinzudrängend.
Vorlage S. 718
113
Sei mir gegrüßt, gegrüßt, du Herrliche!
Vorlage S. 718
114
SAPPHO
Vorlage S. 718
115
vom Wagen herabsteigend und die Umstehenden freundlich begrüßend.
Vorlage S. 718
116
Mein treuer Rhamnes sei gegrüßt! – Artander,
Vorlage S. 718
117
Du auch hier, trotzend deines Alters Schwäche?
Vorlage S. 718
118
Kallisto – Rhodope – Ihr weinet, Liebe! –
Vorlage S. 718
119
Das Auge zahlt so richtig als das Herz –
Vorlage S. 718
120
Für Tränen Tränen, seht! – O schonet mein!
Vorlage S. 718
121
EINER AUS DEM VOLKE.
Vorlage S. 718
122
Willkommen auf der Heimat altem Boden,
Vorlage S. 718
123
Willkommen in der Deinen frohem Kreis!
Vorlage S. 718
124
SAPPHO.
Vorlage S. 718
125
Umsonst sollt ihr die Bürgerin nicht grüßen,
Vorlage S. 718
126
Sie führt zum Dank euch einen Bürger zu.
Vorlage S. 718
127
Hier Phaon. Von den Besten stammet er
Vorlage S. 718
128
Und mag auch kühn sich stellen zu den Besten!
Vorlage S. 718
129
Obschon die Jahre ihn noch Jüngling nennen,
Vorlage S. 718
130
Hat ihn als Mann so Wort als Tat erwiesen.
Vorlage S. 718
131
Wo ihr des Kriegers Schwert bedürft,
Vorlage S. 718
132
Des Redners Lippe und des Dichters Mund,
Vorlage S. 718
133
Des Freundes Rat, des Helfers starken Arm,
Vorlage S. 718
134
Dann ruft nach ihm und suchet länger nicht.
Vorlage S. 719
135
PHAON.
Vorlage S. 719
136
Du spottest, Sappho, eines armen Jünglings!
Vorlage S. 719
137
Wodurch hätt ich so reiches Lob verdient?
Vorlage S. 719
138
Wer glaubt so Hohes von dem Unversuchten?
Vorlage S. 719
139
SAPPHO.
Vorlage S. 719
140
Wer sieht, dass du errötest, da ichs sage.
Vorlage S. 719
141
PHAON.
Vorlage S. 719
142
Ich kann, beschämt, nur staunen und verstummen.
Vorlage S. 719
143
SAPPHO.
Vorlage S. 719
144
Du sicherst dir, was du von dir entfernst,
Vorlage S. 719
145
Geschwister sind ja Schweigen und Verdienst.
Vorlage S. 719
146
Ja, meine Freunde, mögt ihrs immer wissen,
Vorlage S. 719
147
Ich liebe ihn, auf ihn fiel meine Wahl.
Vorlage S. 719
148
Er war bestimmt, in seiner Gaben Fülle,
Vorlage S. 719
149
Mich von der Dichtkunst wolkennahen Gipfeln
Vorlage S. 719
150
In dieses Lebens heitre Blütentäler
Vorlage S. 719
Porträt von Grillparzer, Franz; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Grillparzer, Franz · Josef Kriehuber · Public domain Bildquelle ↗
151
Mit sanft bezwingender Gewalt herabzuziehn.
Vorlage S. 719
152
An seiner Seite werd ich unter euch
Vorlage S. 719
153
Ein einfach stilles Hirtenleben führen;
Vorlage S. 719
154
Den Lorbeer mit der Myrte gern vertauschend
Vorlage S. 719
155
Zum Preise nur von häuslich stillen Freuden
Vorlage S. 719
156
Die Töne wecken dieses Saitenspiels.
Vorlage S. 719
157
Die ihr bisher bewundert und verehrt,
Vorlage S. 719
158
Ihr sollt sie lieben lernen, lieben, Freunde.
Vorlage S. 719
159
VOLK.
Vorlage S. 719
160
Preis dir, du Herrliche! Heil, Sappho, Heil!
Vorlage S. 719
161
SAPPHO.
Vorlage S. 719
162
Es ist genug! Ich dank euch, meine Freunde!
Vorlage S. 719
163
Folgt meinem Diener, er wird euch geleiten,
Vorlage S. 719
164
Dass ihr bei Speis und Trank und frohen Tänzen
Vorlage S. 719
165
Die Feier unsers Wiedersehns vollendet,
Vorlage S. 719
166
Der Wiederkehr der Schwester zu den Ihren!
Vorlage S. 719
167
Zu den Landleuten, die sie begrüßen.
Vorlage S. 719
168
Lebt wohl – auch du – und du – ihr alle – alle!
Vorlage S. 719
169
Rhamnes mit den Landleuten ab.
Vorlage S. 719
170
Dritter Auftritt
Vorlage S. 719
171
Sappho. Phaon.
Vorlage S. 719
172
SAPPHO.
Vorlage S. 719
173
Siehst du, mein Freund, so lebt nun deine Sappho!
Vorlage S. 719
174
Für Wohltat Dank, für Liebe – Freundlichkeit.
Vorlage S. 719
175
So ward mirs stets im Wechseltausch des Lebens;
Vorlage S. 719
176
Ich war zufrieden und bin hoch beglückt,
Vorlage S. 719
177
Gibst du auch halb nur wieder das Empfangne,
Vorlage S. 720
178
Wenn du dich nicht für übervorteilt hältst.
Vorlage S. 720
179
Ich hab gelernt verlieren und entbehren;
Vorlage S. 720
180
Die beiden Eltern sanken früh ins Grab,
Vorlage S. 720
181
Und die Geschwister, nach so mancher Wunde,
Vorlage S. 720
182
Die sie dem treuen Schwesterherzen schlugen,
Vorlage S. 720
183
Teils Schicksals Laune und teils eigne Schuld
Vorlage S. 720
184
Stieß früh sie schon zum Acheron hinunter.
Vorlage S. 720
185
Ich weiß wie Undank brennt, wie Falschheit martert,
Vorlage S. 720
186
Der Freundschaft und der – Liebe Täuschungen
Vorlage S. 720
187
Hab ich in diesem Busen schon empfunden,
Vorlage S. 720
188
Ich hab gelernt verlieren und entbehren!
Vorlage S. 720
189
Nur eins verlieren könnt ich wahrlich nicht,
Vorlage S. 720
190
Dich, Phaon, deine Freundschaft, deine Liebe!
Vorlage S. 720
191
Drum, mein Geliebter, prüfe dich!
Vorlage S. 720
192
Du kennst noch nicht die Unermeßlichkeit,
Vorlage S. 720
193
Die auf und nieder wogt in dieser Brust.
Vorlage S. 720
194
O lass michs nie, Geliebter, nie erfahren,
Vorlage S. 720
195
Dass ich den vollen Busen legte an den deinen
Vorlage S. 720
196
Und fänd ihn leer!
Vorlage S. 720
197
PHAON.
Vorlage S. 720
198
Erhabne Frau!
Vorlage S. 720
199
SAPPHO.
Vorlage S. 720
200
Nicht so!
Vorlage S. 720
201
Sagt dir dein Herz denn keinen süßern Namen?
Vorlage S. 720
202
PHAON.
Vorlage S. 720
203
Weiß ich doch kaum, was ich beginne, was ich sage.
Vorlage S. 720
204
Aus meines Lebens stiller Niedrigkeit
Vorlage S. 720
205
Hervorgezogen – an den Strahl des Lichts,
Vorlage S. 720
206
Auf einen luftgen Gipfel hingestellt,
Vorlage S. 720
207
Nach dem der Besten Wünsche fruchtlos zielen,
Vorlage S. 720
208
Erliege ich der unverhofften Wonne,
Vorlage S. 720
209
Kann ich mich selbst in all dem Glück nicht finden.
Vorlage S. 720
210
Die Wälder und die Ufer seh ich fliehn,
Vorlage S. 720
211
Die blauen Höhn, die niedern Hütten schwinden,
Vorlage S. 720
212
Und kaum vermag ichs, mich zu überzeugen,
Vorlage S. 720
213
Dass alles fest steht und nur ich es bin,
Vorlage S. 720
214
Der auf des Glückes Wogen taumelnd wird getragen.
Vorlage S. 720
215
SAPPHO.
Vorlage S. 720
216
Du schmeichelst süß, doch, Lieber, schmeichelst du!
Vorlage S. 720
217
PHAON.
Vorlage S. 721
218
Und bist du wirklich denn die hohe Frau,
Vorlage S. 721
219
Die von der Pelops-Insel fernstem Strand
Vorlage S. 721
220
Bis dahin, wo des rauhen Thrakers Berge
Vorlage S. 721
221
Sich an die lebensfrohe Hellas knüpfen,
Vorlage S. 721
222
Auf jedem Punkt, den, Land und Menschen fern,
Vorlage S. 721
223
Ins Griechenmeer Kronions Hand geschleudert,
Vorlage S. 721
224
An Asiens reicher, sonnenheller Küste,
Vorlage S. 721
225
Allüberall, wo nur ein griechscher Mund
Vorlage S. 721
226
Die heitre Göttersprache singend spricht,
Vorlage S. 721
227
Der Ruf mit Jubel zu den Sternen hebt?
Vorlage S. 721
228
Und bist du wirklich jene hohe Frau,
Vorlage S. 721
229
Wie fiel dein Auge denn auf einen Jüngling,
Vorlage S. 721
230
Der dunkel, ohne Namen, ohne Ruf,
Vorlage S. 721
231
Sich höhern Werts nicht rühmt als – diese Leier,
Vorlage S. 721
232
Die man verehrt, weil du sie hast berührt.
Vorlage S. 721
233
SAPPHO.
Vorlage S. 721
234
Pfui doch, der argen, schlechtgestimmten Leier!
Vorlage S. 721
235
Tönt sie, berührt, der eignen Herrin Lob?
Vorlage S. 721
236
PHAON.
Vorlage S. 721
237
O, seit ich denke, seit die schwache Hand
Vorlage S. 721
238
Der Leier Saiten selber schwankend prüfte,
Vorlage S. 721
239
Stand auch dein hohes Götterbild vor mir!
Vorlage S. 721
240
Wenn ich in der Geschwister frohem Kreise
Vorlage S. 721
241
An meiner Eltern niederm Herde saß,
Vorlage S. 721
242
Und nun Theano, meine gute Schwester,
Vorlage S. 721
243
Die Rolle von dem schwarzen Simse holte,
Vorlage S. 721
244
Ein Lied von dir, von Sappho uns zu sagen,
Vorlage S. 721
245
Wie schwiegen da die lauten Jünglinge,
Vorlage S. 721
246
Wie rückten da die Mädchen knapp zusammen,
Vorlage S. 721
247
Um ja kein Korn des Goldes zu verlieren;
Vorlage S. 721
248
Und wenn sie nun begann, vom schönen Jüngling,
Vorlage S. 721
249
Der Liebesgöttin liebeglühnden Sang,
Vorlage S. 721
250
Die Klage einsam hingewachter Nacht,
Vorlage S. 721
251
Von Andromedens und von Atthis Spielen,
Vorlage S. 721
252
Wie lauschte jedes, seinen Atemzug,
Vorlage S. 721
253
Der lusterfüllt den Busen höher schwellte,
Vorlage S. 721
254
Ob allzulauter Störung still verklagend.
Vorlage S. 721
255
Dann legte wohl die sinnige Theano
Vorlage S. 721
256
Das Haupt zurück an ihres Stuhles Lehne
Vorlage S. 721
257
Und in der Hütte räumig Dunkel blickend,
Vorlage S. 721
258
Sprach sie, wie mag sie aussehn wohl, die Hohe?
Vorlage S. 721
259
Mir dünkt, ich sehe sie! Bei allen Göttern,
Vorlage S. 722
260
Aus tausend Frauen wollt ich sie erkennen.
Vorlage S. 722
261
Da war der Zunge Fessel schnell gelöst
Vorlage S. 722
262
Und jedes quälte seine Phantasie,
Vorlage S. 722
263
Mit einem neuen Reize dich zu schmücken,
Vorlage S. 722
264
Der gab dir Pallas Aug, der Heres Arm,
Vorlage S. 722
265
Der Aphroditens reizdurchwirkten Gürtel;
Vorlage S. 722
266
Nur ich stand schweigend auf und ging hinaus
Vorlage S. 722
267
Ins einsam stille Reich der heilgen Nacht.
Vorlage S. 722
268
Dort an den Pulsen der süß schlummernden Natur,
Vorlage S. 722
269
In ihres Zaubers magisch-mächtgen Kreisen,
Vorlage S. 722
270
Da breitet ich die Arme nach dir aus;
Vorlage S. 722
271
Und wenn mir dann der Wolken Flockenschnee,
Vorlage S. 722
272
Des Zephyrs lauer Hauch, der Berge Duft,
Vorlage S. 722
273
Des bleichen Mondes silberweißes Licht
Vorlage S. 722
274
In eins verschmolzen um die Stirne floss,
Vorlage S. 722
275
Dann warst du mein, dann fühlt ich deine Nähe,
Vorlage S. 722
276
Und Sapphos Bild schwamm in den lichten Wolken!
Vorlage S. 722
277
SAPPHO.
Vorlage S. 722
278
Du schmückest mich von deinem eignen Reichtum,
Vorlage S. 722
279
Weh, nähmst du das Geliehne je zurück!
Vorlage S. 722
280
PHAON.
Vorlage S. 722
281
Und als der Vater nach Olympia
Vorlage S. 722
282
Mich zu des Wagenlaufes Streit nun sandte,
Vorlage S. 722
283
Und auf dem ganzen Wege mirs erscholl,
Vorlage S. 722
284
Dass Sapphos Leier um der Dichtkunst Krone
Vorlage S. 722
285
In diesem Kampfe streiten, siegen werde;
Vorlage S. 722
286
Da schwoll das Herz von sehnendem Verlangen
Vorlage S. 722
287
Und meine Renner sanken tot am Wege,
Vorlage S. 722
288
Eh ich Olympias Türme noch erschaut.
Vorlage S. 722
289
Ich langte an, der Wagen flüchtger Lauf,
Vorlage S. 722
290
Der Ringer Kunst, des Diskus frohes Spiel
Vorlage S. 722
291
Berührten nicht den ahnungsvollen Sinn;
Vorlage S. 722
292
Ich fragte nicht, wer sich den Preis errungen,
Vorlage S. 722
293
Hatt ich den schönsten, höchsten doch erreicht,
Vorlage S. 722
294
Ich sollte sie sehn, sie, der Frauen Krone.
Vorlage S. 722
295
Jetzt kam der Tag für des Gesanges Kämpfe.
Vorlage S. 722
296
Alkäos sang, Anakreon, umsonst,
Vorlage S. 722
297
Sie konnten meiner Sinne Band nicht lösen.
Vorlage S. 722
298
Da, horch! Da tönt Gemurmel durch das Volk,
Vorlage S. 723
299
Da teilt die Menge sich, jetzt wars geschehn. –
Vorlage S. 723
300
Mit einer goldnen Leier in der Hand
Vorlage S. 723
Caspar David Friedrich – Wanderer über dem Nebelmeer, um 1818. Künstlerische Landschaft als Vergleichsmotiv, keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Der Wanderer über dem Nebelmeer · Caspar David Friedrich · Public domain Bildquelle ↗
301
Trat eine Frau durchs staunende Gewühl.
Vorlage S. 723
302
Das Kleid, von weißer Unschuldfarbe, floss
Vorlage S. 723
303
Hernieder zu den lichtversagten Knöcheln,
Vorlage S. 723
304
Ein Bach, der über Blumenhügel strömt.
Vorlage S. 723
305
Der Saum, von grünen Palm- und Lorbeerzweigen,
Vorlage S. 723
306
Sprach, Ruhm und Frieden sinnig zart bezeichnend,
Vorlage S. 723
307
Aus, was der Dichter braucht und was ihn lohnt.
Vorlage S. 723
308
Wie rote Morgenwolken um die Sonne
Vorlage S. 723
309
Floß rings ein Purpurmantel um sie her
Vorlage S. 723
310
Und durch der Locken rabenschwarze Nacht
Vorlage S. 723
311
Erglänzt', ein Mond, das helle Diadem,
Vorlage S. 723
312
Der Herrschaft weithinleuchtend, hohes Zeichen –
Vorlage S. 723
313
Da riefs in mir: Die ist es; und du warsts.
Vorlage S. 723
314
Eh die Vermutung ich noch ausgesprochen,
Vorlage S. 723
315
Rief tausendstimmig mir des Volkes Jubel
Vorlage S. 723
316
Bestätigung der süßen Ahnung zu.
Vorlage S. 723
317
Wie du nun sangst, wie du nun siegtest, wie,
Vorlage S. 723
318
Geschmückt mit der Vollendung hoher Krone,
Vorlage S. 723
319
Nun in des Siegs Begeisterung die Leier
Vorlage S. 723
320
Der Hand entfällt, ich durch das Volk mich stürze
Vorlage S. 723
321
Und, von dem Blick der Siegerin getroffen,
Vorlage S. 723
322
Der blöde Jüngling schamentgeistert steht;
Vorlage S. 723
323
Das weißt du, Hohe, besser ja als ich,
Vorlage S. 723
324
Der ich, kaum halb erwacht, noch sinnend forsche,
Vorlage S. 723
325
Wieviel davon geschehn, wieviel ich nur geträumt.
Vorlage S. 723
326
SAPPHO.
Vorlage S. 723
327
Wohl weiß ichs, wie du stumm und schüchtern standst.
Vorlage S. 723
328
Das ganze Leben schien im Auge nur zu wohnen,
Vorlage S. 723
329
Das sparsam aufgehoben von dem Grund,
Vorlage S. 723
330
Den nicht verlöschten Funken laut genug bezeugte.
Vorlage S. 723
331
Ich hieß dich folgen und du folgtest mir
Vorlage S. 723
332
In ungewisses Staunen tief versenkt.
Vorlage S. 723
333
PHAON.
Vorlage S. 723
334
Wer glaubte auch, dass Hellas erste Frau
Vorlage S. 723
335
Auf Hellas letzten Jüngling würde schauen!
Vorlage S. 723
336
SAPPHO.
Vorlage S. 723
337
Dem Schicksal tust du Unrecht und dir selbst!
Vorlage S. 723
338
Verachte nicht der Götter goldne Gaben,
Vorlage S. 723
339
Die sie bei der Geburt dem Kinde, das
Vorlage S. 723
340
Zum Vollgenuß des Lebens sie bestimmt,
Vorlage S. 724
341
Auf Wang und Stirn, in Herz und Busen gießen!
Vorlage S. 724
342
Gar sichre Stützen sinds, an die das Dasein
Vorlage S. 724
343
Die leichtzerrißnen Fäden knüpfen mag.
Vorlage S. 724
344
Des Leibes Schönheit ist ein schönes Gut
Vorlage S. 724
345
Und Lebenslust ein köstlicher Gewinn,
Vorlage S. 724
346
Der kühne Mut, der Weltgebieter Stärke,
Vorlage S. 724
347
Entschlossenheit und Lust an dem was ist,
Vorlage S. 724
348
Und Phantasie, hold dienend, wie sie soll,
Vorlage S. 724
349
Sie schmücken dieses Lebens rauhe Pfade,
Vorlage S. 724
350
Und leben ist ja doch des Lebens höchstes Ziel!
Vorlage S. 724
351
Umsonst nicht hat zum Schmuck der Musen Chor
Vorlage S. 724
352
Den unfruchtbaren Lorbeer sich erwählt,
Vorlage S. 724
353
Kalt, frucht- und duftlos drücket er das Haupt,
Vorlage S. 724
354
Dem er Ersatz versprach für manches Opfer.
Vorlage S. 724
355
Gar ängstlich steht sichs auf der Menschheit Höhn
Vorlage S. 724
356
Und ewig ist die arme Kunst gezwungen,
Vorlage S. 724
357
Mit ausgebreiteten Armen gegen Phaon.
Vorlage S. 724
358
Zu betteln von des Lebens Überfluss.
Vorlage S. 724
359
PHAON.
Vorlage S. 724
360
Was kannst du sagen, holde Zauberin,
Vorlage S. 724
361
Das man für wahr nicht hielte, da dus sagst?
Vorlage S. 724
362
SAPPHO.
Vorlage S. 724
363
Lass uns denn trachten, mein geliebter Freund,
Vorlage S. 724
364
Uns beider Kränze um die Stirn zu flechten,
Vorlage S. 724
365
Das Leben aus der Künste Taumelkelch,
Vorlage S. 724
366
Die Kunst zu schlürfen aus der Hand des Lebens.
Vorlage S. 724
367
Sieh diese Gegend, die der Erde halb
Vorlage S. 724
368
Und halb den Fluren, die die Lethe küsst,
Vorlage S. 724
369
An einfach stillem Reiz scheint zu gehören;
Vorlage S. 724
370
In diesen Grotten, diesen Rosenbüschen,
Vorlage S. 724
371
In dieser Säulen freundlichen Umgebung,
Vorlage S. 724
372
Hier wollen wir, gleich den Unsterblichen,
Vorlage S. 724
373
Für die kein Hunger ist und keine Sättigung,
Vorlage S. 724
374
Nur des Genusses ewig gleiche Lust,
Vorlage S. 724
375
Des schönen Daseins uns vereint erfreun.
Vorlage S. 724
376
Was mein ist, ist auch dein. Wenn dus gebrauchst,
Vorlage S. 724
377
So machst du erst, dass der Besitz mich freut.
Vorlage S. 724
378
Sieh um dich her, du stehst in deinem Hause.
Vorlage S. 724
379
Den Dienern zeig ich dich als ihren Herrn,
Vorlage S. 724
380
Der Herrin Beispiel wird sie dienen lehren.
Vorlage S. 725
381
Heraus, ihr Mädchen! Sklaven! Hierher!
Vorlage S. 725
382
PHAON.
Vorlage S. 725
383
Sappho!
Vorlage S. 725
384
Wie kann ich so viel Güte je bezahlen?
Vorlage S. 725
385
Stets wachsend fast erdrückt mich meine Schuld!
Vorlage S. 725
386
Vierter Auftritt
Vorlage S. 725
387
Eucharis. Melitta. Rhamnes. Diener und Dienerinnen. Vorige.
Vorlage S. 725
388
RHAMNES.
Vorlage S. 725
389
Du riefst, Gebieterin!
Vorlage S. 725
390
SAPPHO.
Vorlage S. 725
391
Ja, tretet näher!
Vorlage S. 725
392
Hier sehet euern Herrn!
Vorlage S. 725
393
RHAMNES
Vorlage S. 725
394
verwundert, halblaut.
Vorlage S. 725
395
Herrn?
Vorlage S. 725
396
SAPPHO.
Vorlage S. 725
397
Wer spricht hier?
Vorlage S. 725
398
Gespannt.
Vorlage S. 725
399
Was willst du sagen?
Vorlage S. 725
400
RHAMNES
Vorlage S. 725
401
zurücktretend.
Vorlage S. 725
402
Nichts.
Vorlage S. 725
403
SAPPHO.
Vorlage S. 725
404
So sprich auch nicht!
Vorlage S. 725
405
Ihr seht hier euern Herrn. Was er begehrt,
Vorlage S. 725
406
Ist euch Befehl, nicht minder als mein eigner.
Vorlage S. 725
407
Weh dem, der ungehorsam sich erzeigt,
Vorlage S. 725
408
Den eine Wolke nur auf dieser Stirn
Vorlage S. 725
409
Als Übertreter des Gebots verklagt!
Vorlage S. 725
410
Vergehen gegen mich kann ich vergessen,
Vorlage S. 725
411
Wer ihn beleidigt, wecket meinen Zorn! –
Vorlage S. 725
412
Und nun, mein Freund, vertrau dich ihrer Sorgfalt,
Vorlage S. 725
413
Schwer liegt, ich sehs, der Reise Last auf dir.
Vorlage S. 725
414
Lass sie des Gastrechts heilig Amt versehen,
Vorlage S. 725
415
Genieße freundlich Sapphos erste Gabe!
Vorlage S. 725
416
PHAON.
Vorlage S. 725
417
O, könnt ich doch mein ganzes frühres Leben
Vorlage S. 725
418
Umtauschend, wie die Kleider, von mir werfen,
Vorlage S. 725
419
Besinnung mir und Klarheit mir gewinnen,
Vorlage S. 725
420
Um ganz zu sein, was ich zu sein begehre!
Vorlage S. 725
421
So lebe wohl! Auf lange, denk ich, nicht!
Vorlage S. 725
422
SAPPHO.
Vorlage S. 725
423
Ich harre dein. Leb wohl. – Du bleib, Melitta!
Vorlage S. 725
424
Phaon und Diener ab.
Vorlage S. 725
425
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 726
426
Sappho. Melitta
Vorlage S. 726
427
SAPPHO
Vorlage S. 726
428
nachdem sie ihm lange nachgesehen.
Vorlage S. 726
429
Melitta, nun?
Vorlage S. 726
430
MELITTA.
Vorlage S. 726
431
Was, o Gebieterin,
Vorlage S. 726
432
SAPPHO.
Vorlage S. 726
433
So wallt denn nur in diesen Adern Blut,
Vorlage S. 726
434
Und rinnend Eis stockt in der andern Herzen?
Vorlage S. 726
435
Sie sahen ihn, sie hörten seine Stimme,
Vorlage S. 726
436
Dieselbe Luft, die seine Stirn gefächelt,
Vorlage S. 726
437
Hat ihre lebenleere Brust umwallt,
Vorlage S. 726
438
Und dumpf ist ein: was, o Gebieterin?
Vorlage S. 726
439
Der erste Laut, der ihnen sich entpreßt.
Vorlage S. 726
440
Fürwahr, dich hassen könnt ich! – Geh!
Vorlage S. 726
441
Melitta geht schweigend.
Vorlage S. 726
442
SAPPHO
Vorlage S. 726
443
die sich unterdessen auf die Rasenbank geworfen.
Vorlage S. 726
444
Melitta!
Vorlage S. 726
445
Und weißt du mir so gar nichts denn zu sagen,
Vorlage S. 726
446
Was mich erfreuen könnte, liebes Kind?
Vorlage S. 726
447
Du sahst ihn doch, bemerktest du denn nichts,
Vorlage S. 726
448
Was wert gesehn, erzählt zu werden wäre?
Vorlage S. 726
449
Wo waren deine Augen, Mädchen?
Vorlage S. 726
450
Sie bei der Hand ergreifend und an ihre Kniee ziehend.
Vorlage S. 726
William Turner – Schneesturm vor einer Hafeneinfahrt, 1842. Vergleichsbild für Stimmung und Naturdarstellung; keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Schneesturm auf See · J. M. W. Turner · Public domain Bildquelle ↗
451
MELITTA.
Vorlage S. 726
452
Du weißt wohl noch, was du uns öfters sagtest;
Vorlage S. 726
453
Dass Jungfraun es in Fremder Gegenwart
Vorlage S. 726
454
Nicht zieme, frei die Blicke zu versenden.
Vorlage S. 726
455
SAPPHO.
Vorlage S. 726
456
Und armes Ding, du schlugst die Augen nieder?
Vorlage S. 726
457
Küßt sie.
Vorlage S. 726
458
Das also wars? Mein Kind, die Lehre galt
Vorlage S. 726
459
Nicht dir, den Ältern nur, den minder Stillen!
Vorlage S. 726
460
Dem Mädchen ziemt noch, was der Jungfrau nicht.
Vorlage S. 726
461
Sie mit den Augen messend.
Vorlage S. 726
462
Doch sieh einmal; wie hast du dich verändert,
Vorlage S. 726
463
Seit ich dich hier verließ. Ich kenne dich nicht mehr.
Vorlage S. 726
464
Um so viel größer und –
Vorlage S. 726
465
Küßt sie wieder.
Vorlage S. 726
466
Du süßes Wesen!
Vorlage S. 726
467
Du hattest recht, die Lehre galt auch dir!
Vorlage S. 726
468
Aufstehend.
Vorlage S. 727
469
Warum so stumm noch immer und so schüchtern?
Vorlage S. 727
470
Du warst doch sonst nicht so. Was macht dich zagen?
Vorlage S. 727
471
Nicht Sappho, die Gebietrin, steht vor dir,
Vorlage S. 727
472
Die Freundin Sappho spricht mit dir, Melitta.
Vorlage S. 727
473
Der Stolz, die Ehrbegier, des Zornes Stachel
Vorlage S. 727
474
Und was sonst schlimm an deiner Freundin war,
Vorlage S. 727
475
Es ist mit ihr nach Hause nicht gekehret;
Vorlage S. 727
476
Im Schoß der Fluten hab ich es versenkt,
Vorlage S. 727
477
Als ich an seiner Seite sie durchschiffte.
Vorlage S. 727
478
Das eben ist der Liebe Zaubermacht,
Vorlage S. 727
479
Dass sie veredelt, was ihr Hauch berührt,
Vorlage S. 727
480
Der Sonne ähnlich, deren goldner Strahl
Vorlage S. 727
481
Gewitterwolken selbst in Gold verwandelt.
Vorlage S. 727
482
Hab ich dich je mit rascher Rede, je
Vorlage S. 727
483
Mit bitterm Wort gekränkt, o so verzeih!
Vorlage S. 727
484
In Zukunft wollen wir als traute Schwestern
Vorlage S. 727
485
In seiner Nähe leben, gleichgepaart,
Vorlage S. 727
486
Allein durch seine Liebe unterschieden.
Vorlage S. 727
487
O, ich will gut noch werden, fromm und gut!
Vorlage S. 727
488
MELITTA.
Vorlage S. 727
489
Bist dus nicht jetzt, und warst du es nicht immer?
Vorlage S. 727
490
SAPPHO.
Vorlage S. 727
491
Ja, gut, wie man so gut nennt, was nicht schlimm!
Vorlage S. 727
492
Doch gnügt so wenig für so hohen Lohn?
Vorlage S. 727
493
Glaubst du, er wird sich glücklich fühlen, Mädchen?
Vorlage S. 727
494
MELITTA.
Vorlage S. 727
495
Wer wär es denn in deiner Nähe nicht?
Vorlage S. 727
496
SAPPHO.
Vorlage S. 727
497
Was kann ich Arme denn dem Teuern bieten?
Vorlage S. 727
498
In seiner Jugend Fülle steht er da,
Vorlage S. 727
499
Geschmückt mit dieses Lebens schönsten Blüten.
Vorlage S. 727
500
Der erst erwachte Sinn, mit frohem Staunen
Vorlage S. 727
501
Die Zahl der eignen Kräfte überblickend,
Vorlage S. 727
502
Spannt kühn die Flügel aus, und nach dem Höchsten
Vorlage S. 727
503
Schießt gierig er den scharfen Adlerblick.
Vorlage S. 727
504
Was schön nur ist und groß und hoch und würdig,
Vorlage S. 727
505
Sein ists! Dem Kräftigen gehört die Welt!
Vorlage S. 727
506
Und ich! – O ihr des Himmels Götter alle!
Vorlage S. 727
507
O gebt mir wieder die entschwundne Zeit.
Vorlage S. 727
508
Löscht aus in dieser Brust vergangner Leiden,
Vorlage S. 727
509
Vergangner Freuden tiefgetretne Spur.
Vorlage S. 727
510
Was ich gefühlt, gesagt, getan, gelitten,
Vorlage S. 728
511
Es sei nicht, selbst in der Erinnrung nicht.
Vorlage S. 728
512
Lasst mich zurückekehren in die Zeit,
Vorlage S. 728
513
Da ich noch scheu mit runden Kinderwangen,
Vorlage S. 728
514
Ein unbestimmt Gefühl im schweren Busen,
Vorlage S. 728
515
Die neue Welt mit neuem Sinn betrat.
Vorlage S. 728
516
Da Ahnung noch, kein quälendes Erkennen
Vorlage S. 728
517
In meiner Leier goldnen Saiten spielte,
Vorlage S. 728
518
Da noch ein Zauberland mir Liebe war,
Vorlage S. 728
519
Ein unbekanntes, fremdes Zauberland!
Vorlage S. 728
520
Sich an Melittens Busen lehnend.
Vorlage S. 728
521
MELITTA.
Vorlage S. 728
522
Was fehlt dir? Bist du krank, Gebieterin?
Vorlage S. 728
523
SAPPHO.
Vorlage S. 728
524
Da steh ich an dem Rand der weiten Kluft,
Vorlage S. 728
525
Die zwischen ihm und mir verschlingend gähnt;
Vorlage S. 728
526
Ich seh das goldne Land herüberwinken.
Vorlage S. 728
527
Mein Aug erreicht es, aber nicht mein Fuß. –
Vorlage S. 728
528
Weh dem, den aus der Seinen stillem Kreise
Vorlage S. 728
529
Des Ruhms, der Ehrsucht eitler Schatten lockt.
Vorlage S. 728
530
Ein wildbewegtes Meer durchschiffet er
Vorlage S. 728
531
Auf leichtgefügtem Kahn. Da grünt kein Baum,
Vorlage S. 728
532
Da sprosset keine Saat und keine Blume,
Vorlage S. 728
533
Ringsum die graue Unermeßlichkeit.
Vorlage S. 728
534
Von ferne nur sieht er die heitre Küste,
Vorlage S. 728
535
Und mit der Wogen Brandung dumpf vermengt,
Vorlage S. 728
536
Tönt ihm die Stimme seiner Lieben zu.
Vorlage S. 728
537
Besinnt er endlich sich und kehrt zurück
Vorlage S. 728
538
Und sucht der Heimat leichtverlaßne Fluren,
Vorlage S. 728
539
Da ist kein Lenz mehr, ach, und keine Blume,
Vorlage S. 728
540
Den Kranz abnehmend und wehmütig betrachtend.
Vorlage S. 728
541
Nur dürre Blätter rauschen um ihn her!
Vorlage S. 728
542
MELITTA.
Vorlage S. 728
543
Der schöne Kranz! Wie lohnt so hohe Zier,
Vorlage S. 728
544
Von Tausenden gesucht und nicht errungen!
Vorlage S. 728
545
SAPPHO.
Vorlage S. 728
546
Von Tausenden gesucht und nicht errungen!
Vorlage S. 728
547
Nicht wahr, Melitta? Nicht wahr, liebes Mädchen?
Vorlage S. 728
548
Von Tausenden gesucht und nicht errungen!
Vorlage S. 728
549
Den Kranz wieder aufsetzend.
Vorlage S. 728
550
Es schmähe nicht den Ruhm, wer ihn besitzt,
Vorlage S. 728
551
Er ist kein leer-bedeutungsloser Schall,
Vorlage S. 729
552
Mit Götterkraft erfüllet sein Berühren!
Vorlage S. 729
553
Wohl mir, ich bin so arm nicht. Seinem Reichtum
Vorlage S. 729
554
Kann gleichen Reichtum ich entgegensetzen,
Vorlage S. 729
555
Der Gegenwart mir dargebotnem Kranz
Vorlage S. 729
556
Die Blüten der Vergangenheit und Zukunft!
Vorlage S. 729
557
Du staunst, Melitta, und verstehst mich nicht.
Vorlage S. 729
558
Wohl dir! O lerne nimmer mich verstehen!
Vorlage S. 729
559
MELITTA.
Vorlage S. 729
560
Zürnst du?
Vorlage S. 729
561
SAPPHO.
Vorlage S. 729
562
Nicht doch, nicht doch, mein liebes Kind!
Vorlage S. 729
563
Geh zu den andern jetzt und sag mirs an,
Vorlage S. 729
564
Wenn dein Gebieter wünscht, mich zu empfangen.
Vorlage S. 729
565
Melitta ab.
Vorlage S. 729
566
Sechster Auftritt
Vorlage S. 729
567
SAPPHO
Vorlage S. 729
568
allein.
Vorlage S. 729
569
Sie legt, in Gedanken versunken, die Stirn in die Hand, dann setzt sie sich auf die Rasenbank und nimmt die Leier in den Arm, das Folgende mit einzelnen Akkorden begleitend.
Vorlage S. 729
570
Golden thronende Aphrodite,
Vorlage S. 729
571
Listenersinnende Tochter des Zeus,
Vorlage S. 729
572
Nicht mit Angst und Sorgen belaste,
Vorlage S. 729
573
Hocherhabne, dies pochende Herz!
Vorlage S. 729
574
Sondern komm, wenn jemals dir lieblich
Vorlage S. 729
575
Meiner Leier Saiten getönt,
Vorlage S. 729
576
Deren Klängen du öfters lauschtest,
Vorlage S. 729
577
Verlassend des Vaters goldenes Haus.
Vorlage S. 729
578
Du bespanntest den schimmernden Wagen,
Vorlage S. 729
579
Und deiner Sperlinge fröhliches Paar,
Vorlage S. 729
580
Munter schwingend die schwärzlichen Flügel,
Vorlage S. 729
581
Trug dich vom Himmel zur Erde herab.
Vorlage S. 729
582
Und du kamst; mit lieblichem Lächeln,
Vorlage S. 729
583
Göttliche! auf der unsterblichen Stirn,
Vorlage S. 729
584
Fragtest du, was die Klagende quäle?
Vorlage S. 729
585
Warum erschalle der Flehenden Ruf?
Vorlage S. 729
586
Was das schwärmende Herz begehre?
Vorlage S. 730
587
Wen sich sehne die klopfende Brust
Vorlage S. 730
588
Sanft zu bestricken im Netz der Liebe?
Vorlage S. 730
589
Wer ists, Sappho, der dich verletzt?
Vorlage S. 730
590
Flieht er dich jetzt, bald wird er dir folgen,
Vorlage S. 730
591
Verschmäht er Geschenke, er gibt sie noch selbst,
Vorlage S. 730
592
Liebt er dich nicht, gar bald wird er lieben,
Vorlage S. 730
593
Folgsam gehorchend jeglichem Wink.
Vorlage S. 730
594
Komm auch jetzt und löse den Kummer,
Vorlage S. 730
595
Der mir lastend den Busen beengt,
Vorlage S. 730
596
Hilf mir erringen, nach was ich ringe,
Vorlage S. 730
597
Sei mir Gefährtin im lieblichen Streit.
Vorlage S. 730
598
Sie lehnt matt das Haupt zurück.
Vorlage S. 730
599
Der Vorhang fällt.
Vorlage S. 730

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10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

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1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ihr solltet wissen, dass die Herrin naht, Ihr solltet wissen, dass …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

3. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Die Töne wecken dieses Saitenspiels.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Und nun Theano, meine gute Schwester,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Hier dünkt mir dieser Kranz erst kein Verbrechen,« B: »Dass Jungfraun es in Fremder Gegenwart Nicht zieme, frei die Blicke zu versenden.« C: »Ich langte an, der Wagen flüchtger Lauf, Der Ringer Kunst, des Diskus frohes Spiel Berührten nicht den ahnungsvollen Sinn;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Sieh um dich her, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Du hattest recht, die …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Zimbeln und Flöten und verworrener Volkszuruf in der Ferne Rhamnes stürzt herein.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Sappho! Wie kann ich so viel Güte je bezahlen? Stets wachsend fast erdrückt mich meine Schuld!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Golden thronende Aphrodite, Listenersinnende Tochter des Zeus, Nicht mit Angst und Sorgen belaste, Hocherhabne, dies pochende Herz! Sondern komm, wenn jemals dir lieblich Meiner Leier Saiten getönt, Deren Klängen du öfters lauschtest, […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗ Textstelle 18 ↗ Textstelle 19 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Dichtkunst Krone In diesem Kampfe streiten, siegen werde; Da schwoll das Herz von sehnendem Verlangen Und meine Renner sanken tot am Wege, Eh ich Olympias Türme noch erschaut. Ich langte an, der Wagen flüchtger Lauf, Der Ringer Kunst, des […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] berührt, Der Sonne ähnlich, deren goldner Strahl Gewitterwolken selbst in Gold verwandelt. Hab ich dich je mit rascher Rede, je Mit bitterm Wort gekränkt, o so verzeih! In Zukunft wollen wir als traute Schwestern«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Nicht so! Sagt dir dein Herz denn keinen süßern Namen?« und »So wallt denn nur in diesen Adern Blut, Und rinnend Eis stockt in der andern Herzen? Sie sahen ihn, sie hörten seine Stimme, […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Wer ists, Sappho, der dich verletzt? Flieht er dich jetzt, bald wird er dir folgen, Verschmäht er Geschenke, er gibt sie noch selbst, Liebt er dich nicht, gar bald wird er lieben, Folgsam gehorchend jeglichem […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Zimbeln und Flöten und verworrener Volkszuruf in der Ferne Rhamnes stürzt herein.« / »Wer ists, Sappho, der dich verletzt? Flieht er dich jetzt, bald wird er dir folgen, Verschmäht er Geschenke, […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »O dass doch nur die Wünsche Flügel haben, Und träg der Fuß, indes das Herz lebendig.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Aus, was der Dichter braucht und was ihn lohnt.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Sei mir Gefährtin im lieblichen Streit.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Sappho von Grillparzer, Franz ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Sappho

Franz Grillparzer: Sämtliche Werke. Ausgewählte Briefe, Gespräche, Berichte. Herausgegeben von Peter Frank und Karl Pörnbacher, München: Hanser, [1960–1965]. Grillparzer, Franz 715- München

Das Werk Sappho von Grillparzer, Franz ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.