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Buch - Othello - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Othello

Shakespeare, William

Othello von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Othello
Historische Illustration zu „Othello“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · W.Blake · Public domain Bildquelle ↗

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Deutsche Übersetzung: Wolf Heinrich von Baudissin

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 390
2
Venedig. Eine Straße.
Vorlage S. 390
3
Es treten auf Rodrigo und Jago.
Vorlage S. 390
4
RODRIGO.
Vorlage S. 390
5
Sag mir nur nichts, – denn damit kränkst du mich,
Vorlage S. 390
6
Dass, Jago, du, der meine Börse führte,
Vorlage S. 390
7
Als wär' sie dein –, die Sache schon gewusst.
Vorlage S. 390
8
JAGO.
Vorlage S. 390
9
Ihr hört ja nicht! –
Vorlage S. 390
10
Hab' ich mir je davon was träumen lassen,
Vorlage S. 390
11
Verabscheut mich!
Vorlage S. 390
12
RODRIGO.
Vorlage S. 390
13
Du hast mir stets gesagt, du hassest ihn!
Vorlage S. 390
14
JAGO.
Vorlage S. 390
15
Verachte mich, wenn's nicht so ist!
Vorlage S. 390
16
Drei Mächtige aus dieser Stadt, persönlich
Vorlage S. 390
17
Bemüht, zu seinem Leutnant mich zu machen,
Vorlage S. 390
18
Hofierten ihm: und, auf Soldatenwort,
Vorlage S. 390
19
Ich kenne meinen Preis –, das kommt mir zu.
Vorlage S. 390
20
Doch er, verliebt in seinen Stolz und Dünkel,
Vorlage S. 390
21
Weicht ihnen aus, mit Schwulst, weit hergeholt,
Vorlage S. 390
22
Den er staffiert mit grausen Kriegssentenzen,
Vorlage S. 390
23
Und, kurz und gut,
Vorlage S. 390
24
Schlägt's meinen Gönnern ab: denn »traun«, – so spricht er –
Vorlage S. 390
25
»Ernannt schon hab' ich meinen Offizier.«
Vorlage S. 390
26
Und wer ist dieser?
Vorlage S. 390
27
Seht mir! ein gar ausbünd'ger Rechenmeister,
Vorlage S. 390
28
Ein Michael Cassio, ein Florentiner,
Vorlage S. 390
29
Ein Wicht, zum schmucken Weibe fast versündigt,
Vorlage S. 390
30
Der niemals eine Schar ins Feld geführt,
Vorlage S. 390
31
Noch von der Heeresordnung mehr versteht
Vorlage S. 390
32
Als Jüngferchen; nur Büchertheorie,
Vorlage S. 390
33
Von der in seiner Toga wohl ein Ratsherr
Vorlage S. 390
34
So weislich spricht, als er – all seine Kriegskunst
Vorlage S. 391
35
Geschwätz, nicht Praxis –, der nun wird erwählt;
Vorlage S. 391
36
Und ich, von dem sein Auge Proben sah
Vorlage S. 391
37
Zu Rhodus, Cypern und auf anderm Boden,
Vorlage S. 391
38
Christlich und heidnisch, komm' um Wind und Flut
Vorlage S. 391
39
Durch solchen Rechenknecht, solch Einmaleins;
Vorlage S. 391
40
Der, wohl bekomm's ihm, muss sein Leutnant sein,
Vorlage S. 391
41
Und ich – Gott besser's! – seiner Mohrschaft Fähndrich.
Vorlage S. 391
42
RODRIGO.
Vorlage S. 391
43
Bei Gott! sein Henker würd' ich lieber sein! –
Vorlage S. 391
44
JAGO.
Vorlage S. 391
45
Da hilft nichts für; das ist der Fluch des Dienstes.
Vorlage S. 391
46
Beförd'rung geht Euch nach Empfehl' und Gunst,
Vorlage S. 391
47
Nicht nach eh'mal'gem Rang, wo jeder zweite
Vorlage S. 391
48
Den Platz des Vormanns erbt. Urteilt nun selbst,
Vorlage S. 391
49
Ob mich wohl irgend Recht und Dank verpflichtet,
Vorlage S. 391
50
Zu lieben diesen Mohren.
Vorlage S. 391
51
RODRIGO.
Vorlage S. 391
52
So dient' ich ihm auch nicht.
Vorlage S. 391
53
JAGO.
Vorlage S. 391
54
Oh, seid ganz ruhig!
Vorlage S. 391
55
Ich dien' ihm, um mir's einzubringen; ei, wir können
Vorlage S. 391
56
Nicht alle Herrn sein, nicht kann jeder Herr
Vorlage S. 391
57
Getreue Diener haben. Seht Ihr doch
Vorlage S. 391
58
So manchen pflicht'gen, kniegebeugten Schuft,
Vorlage S. 391
59
Der, ganz verliebt in seine Sklavenfessel,
Vorlage S. 391
60
Ausharrt, recht wie die Esel seines Herrn,
Vorlage S. 391
61
Ums Heu, und wird im Alter fortgejagt. –
Vorlage S. 391
62
Peitscht mir solch redlich Volk! Dann gibt es andre,
Vorlage S. 391
63
Die, ausstaffiert mit Blick und Form der Demut,
Vorlage S. 391
64
Ein Herz bewahren, das nur sich bedenkt;
Vorlage S. 391
65
Die nur Scheindienste liefern ihren Obern,
Vorlage S. 391
66
Durch sie gedeihn und, wann ihr Pelz gefüttert,
Vorlage S. 391
67
Sich selbst Gebieter sind. Die Burschen haben Witz,
Vorlage S. 391
68
Und dieser Zunft zu folgen ist mein Stolz.
Vorlage S. 391
69
Denn, Freund,
Vorlage S. 391
70
's ist so gewiss, als Ihr Rodrigo heißt,
Vorlage S. 391
71
Wär' ich der Mohr, nicht möcht' ich Jago sein.
Vorlage S. 391
72
Wenn ich ihm diene, dien' ich nur mir selbst;
Vorlage S. 391
73
Der Himmel weiß es! nicht aus Lieb' und Pflicht,
Vorlage S. 391
74
Nein, nur zum Schein, für meinen eignen Zweck:
Vorlage S. 391
75
Denn wenn mein äußres Tun je offenbart
Vorlage S. 391
76
Des Herzens angeborne Art und Neigung
Vorlage S. 392
77
In Haltung und Gebärde, dann alsbald
Vorlage S. 392
78
Will ich mein Herz an meinem Ärmel tragen
Vorlage S. 392
79
Als Fraß für Kräh'n. Ich bin nicht, was ich bin! –
Vorlage S. 392
80
RODRIGO.
Vorlage S. 392
81
Welch reiches Glück fällt dem Dickmäul'gen zu,
Vorlage S. 392
82
Wenn ihm der Streich gelingt! –
Vorlage S. 392
83
JAGO.
Vorlage S. 392
84
Ruft auf den Vater,
Vorlage S. 392
85
Hetzt den ihm nach; vergiftet seine Lust,
Vorlage S. 392
86
Schreit's durch die Stadt, macht ihre Vettern wild,
Vorlage S. 392
87
Und ob er unter mildem Himmel wohnt,
Vorlage S. 392
88
Plagt ihn mit Fliegen; ist die Freud' ihm Freude,
Vorlage S. 392
89
Versetzt sie dennoch ihm mit so viel Pein,
Vorlage S. 392
90
Dass sie etwas erbleiche!
Vorlage S. 392
91
RODRIGO.
Vorlage S. 392
92
Hier ist des Vaters Haus; ich ruf' ihn laut.
Vorlage S. 392
93
JAGO.
Vorlage S. 392
94
Das tut, mit gleichem Angstruf und Geheul,
Vorlage S. 392
95
Als wenn bei Nacht und Lässigkeit ein Feuer
Vorlage S. 392
96
Erspäht wird in volkreichen Städten.
Vorlage S. 392
97
RODRIGO.
Vorlage S. 392
98
Hallo, Brabantio! Signor Brabantio, ho! –
Vorlage S. 392
99
JAGO.
Vorlage S. 392
100
Erwacht; hallo! Brabantio! Diebe! Diebe! –
Vorlage S. 392
101
Nehmt Euer Haus in acht, Eu'r Kind, Eu'r Geld! –
Vorlage S. 392
102
He, Diebe! Diebe! –
Vorlage S. 392
103
Brabantio oben am Fenster.
Vorlage S. 392
104
BRABANTIO.
Vorlage S. 392
105
Was ist die Ursach' dieses wilden Lärms?
Vorlage S. 392
106
Was gibt es hier? –
Vorlage S. 392
107
RODRIGO.
Vorlage S. 392
108
Ist alles, was Euch angehört, im Hause?
Vorlage S. 392
109
JAGO.
Vorlage S. 392
110
Die Türen zu?
Vorlage S. 392
111
BRABANTIO.
Vorlage S. 392
112
Nun, warum fragt ihr das? –
Vorlage S. 392
113
JAGO.
Vorlage S. 392
114
Ihr seid beraubt, zum Teufel! Nehmt den Mantel!
Vorlage S. 392
115
Eu'r Herz zerbrach, halb Eure Seel' ist hin.
Vorlage S. 392
116
Jetzt, eben jetzt, bezwingt ein alter schwarzer
Vorlage S. 392
117
Schafbock Eu'r weißes Lämmchen. – Auf! heraus!
Vorlage S. 392
118
Weckt die schlaftrunknen Bürger mit der Glocke,
Vorlage S. 392
119
Sonst macht der Teufel Euch zum Großpapa.
Vorlage S. 392
120
Auf, sag' ich, auf! –
Vorlage S. 392
121
BRABANTIO.
Vorlage S. 392
122
Was! seid ihr bei Verstand?
Vorlage S. 392
123
RODRIGO.
Vorlage S. 392
124
Ehrwürd'ger Herr, kennt Ihr mich an der Stimme?
Vorlage S. 392
125
BRABANTIO.
Vorlage S. 392
126
Ich nicht! Wer bist du?
Vorlage S. 392
127
RODRIGO.
Vorlage S. 392
128
Rodrigo heiß' ich.
Vorlage S. 393
129
BRABANTIO.
Vorlage S. 393
130
Mir um so verhaßter!
Vorlage S. 393
131
Befohlen hab' ich dir, mein Haus zu meiden;
Vorlage S. 393
132
Ganz unverhohlen hörtest du mich sagen,
Vorlage S. 393
133
Mein Kind sei nicht für dich, – und nun, wie rasend,
Vorlage S. 393
134
Vom Mahle voll und törendem Getränk,
Vorlage S. 393
135
In böslich trotz'gem Übermute kommst du,
Vorlage S. 393
136
Mich in der Ruh' zu stören?
Vorlage S. 393
137
RODRIGO.
Vorlage S. 393
138
Herr, Herr, Herr!
Vorlage S. 393
139
BRABANTIO.
Vorlage S. 393
140
Doch, wissen sollst du dies:
Vorlage S. 393
141
Durch meine Kraft und Stellung hab' ich Macht,
Vorlage S. 393
142
Dir's zu vergällen.
Vorlage S. 393
143
RODRIGO.
Vorlage S. 393
144
Ruhig, werter Herr!
Vorlage S. 393
145
BRABANTIO.
Vorlage S. 393
146
Was sprichst du mir von Raub? Dies ist Venedig,
Vorlage S. 393
147
Mein Palast keine Scheune.
Vorlage S. 393
148
RODRIGO.
Vorlage S. 393
149
Sehr würd'ger Herr,
Vorlage S. 393
150
In arglos reiner Absicht komm' ich her.
Vorlage S. 393
151
JAGO.
Vorlage S. 393
152
Wetter, Herr, Ihr seid einer von denen, die Gott nicht dienen wollen, wenn's ihnen der Teufel befiehlt. Weil wir kommen, Euch einen Dienst zu tun, denkt Ihr, wir sind Raufbolde? Ihr wollt einen Barberhengst über Eure Tochter kommen lassen; Ihr wollt Enkel, die Euch anwiehern, wollt Rennpferde zu Vettern und Zelter zu Neffen haben?
Vorlage S. 393
153
BRABANTIO.
Vorlage S. 393
154
Wer bist du, frecher Läst'rer?
Vorlage S. 393
155
JAGO.
Vorlage S. 393
156
Ich bin einer, Herr, der Euch zu melden kommt, dass Eure Tochter und der Mohr jetzt dabei sind, das Tier mit zwei Rücken zu machen.
Vorlage S. 393
157
BRABANTIO.
Vorlage S. 393
158
Du bist ein Schurke!
Vorlage S. 393
159
JAGO.
Vorlage S. 393
160
Ihr seid – ein Senator.
Vorlage S. 393
161
BRABANTIO.
Vorlage S. 393
162
Du sollst dies büßen; ich kenne dich, Rodrigo.
Vorlage S. 393
163
RODRIGO.
Vorlage S. 393
164
Ich will für alles einstehn, doch ich bitt' Euch,
Vorlage S. 393
165
Ist's Euer Wunsch und wohlbedächt'ge Weisheit
Vorlage S. 393
166
(Wie's fast mir scheint), dass Eure schöne Tochter
Vorlage S. 393
167
In dieser späten Stunde dumpfer Nacht
Vorlage S. 393
168
Wird ausgeliefert – besser nicht noch schlechter
Vorlage S. 393
169
Bewacht, als durch 'nen feilen Gondolier –
Vorlage S. 393
170
Den rohen Küssen eines üpp'gen Mohren? –
Vorlage S. 393
171
Wenn Ihr das wisst und einverstanden seid, –
Vorlage S. 393
172
So taten wir Euch groben, frechen Schimpf.
Vorlage S. 394
173
Doch wisst Ihr's nicht, dann sagt mir Sitt' und Anstand,
Vorlage S. 394
174
Ihr scheltet uns mit Unrecht. Nimmer glaubt,
Vorlage S. 394
175
Dass, allem Sinn für Höflichkeit entfremdet,
Vorlage S. 394
176
Ich so zum Scherz mit Eurer Würde spielte.
Vorlage S. 394
177
Eu'r Kind, wenn Ihr ihm nicht Erlaubnis gabt –
Vorlage S. 394
178
Ich sag's noch einmal –, hat sich schwer vergangen,
Vorlage S. 394
179
So Schönheit, Geist, Vermögen auszuliefern
Vorlage S. 394
180
Dem heimatlos unsteten Abenteurer
Vorlage S. 394
181
Von hier und überall. Gleich überzeugt Euch, Herr:
Vorlage S. 394
182
Ist sie im Schlafgemach, ja nur zu Hause,
Vorlage S. 394
183
Lasst auf mich los der Republik Gesetze,
Vorlage S. 394
184
Weil ich Euch so betrog!
Vorlage S. 394
185
BRABANTIO.
Vorlage S. 394
186
Schlagt Feuer! ho!
Vorlage S. 394
187
Gebt mir 'ne Kerze! – Weckt all meine Leute! –
Vorlage S. 394
188
Der Vorfall sieht nicht ungleich einem Traum:
Vorlage S. 394
189
Der Glaube dran droht schon mich zu vernichten.
Vorlage S. 394
190
Licht, sag' ich, Licht! –
Vorlage S. 394
191
Geht ab.
Vorlage S. 394
192
JAGO.
Vorlage S. 394
193
Lebt wohl! Ich muss Euch lassen,
Vorlage S. 394
194
Es scheint nicht gut, noch heilsam meiner Stelle,
Vorlage S. 394
195
Stellt man als Zeugen mich – und bleib' ich, so geschieht's –
Vorlage S. 394
196
Dem Mohren vor: – denn unser Staat, ich weiß es,
Vorlage S. 394
197
Wenn ihn dies gleich etwas verdunkeln wird,
Vorlage S. 394
198
Kann ihn nicht fallen lassen –; denn es fordert
Vorlage S. 394
199
So trift'ger Grund ihn für den Cyperkrieg,
Vorlage S. 394
200
Der jetzt bevorsteht, dass um keinen Preis
Vorlage S. 394
201
Ein andrer von der Fähigkeit sich fände,
Vorlage S. 394
202
Als Führer dieses Zugs; in welcher Rücksicht,
Vorlage S. 394
203
Obgleich ich ihn wie Höllenqualen hasse,
Vorlage S. 394
204
Weil mich die gegenwärt'ge Lage zwingt,
Vorlage S. 394
205
Ich aufziehn muss der Liebe Flagg' und Zeichen,
Vorlage S. 394
206
Freilich als Zeichen nur. Dass Ihr ihn sicher findet,
Vorlage S. 394
207
Führt jene Suchenden zum »Schützen« hin:
Vorlage S. 394
208
Dort werd' ich bei ihm sein; und so lebt wohl!
Vorlage S. 394
209
Jago geht ab.
Vorlage S. 394
210
Brabantio tritt auf mit Dienern und Fackeln.
Vorlage S. 394
211
BRABANTIO.
Vorlage S. 394
212
Zu wahr nur ist dies Unglück! Sie ist fort,
Vorlage S. 394
213
Und was mir nachbleibt vom verhaßten Leben,
Vorlage S. 394
214
Ist nichts als Bitterkeit. – Nun sag, Rodrigo,
Vorlage S. 395
215
Wo hast du sie gesehn? – Oh, töricht Kind! –
Vorlage S. 395
216
Der Mohr, sagst du! – Wer möchte Vater sein? –
Vorlage S. 395
217
Wie weißt du, dass sie's war? – Oh, unerhört
Vorlage S. 395
218
Betrogst du mich! Was sprach sie? – Holt noch Fackeln!
Vorlage S. 395
219
Ruft alle meine Vettern! – Sind sie wohl
Vorlage S. 395
220
Vermählt, was glaubst du? –
Vorlage S. 395
221
RODRIGO.
Vorlage S. 395
222
Nun, ich glaube, ja.
Vorlage S. 395
223
BRABANTIO.
Vorlage S. 395
224
O Gott! Wie kam sie fort? O Blutsverrat! –
Vorlage S. 395
225
Väter, hinfort traut euern Töchtern nie
Vorlage S. 395
226
Nach äußerlichem Tun! Gibt's keinen Zauber,
Vorlage S. 395
227
Der Jugend Unschuld und des Mädchentums
Vorlage S. 395
228
Zu tören? Last Ihr nie von solchen Dingen,
Vorlage S. 395
229
Rodrigo?
Vorlage S. 395
230
RODRIGO.
Vorlage S. 395
231
Ja, Signor, ich las es wohl.
Vorlage S. 395
232
BRABANTIO.
Vorlage S. 395
233
Ruft meinen Bruder! – Wär' sie Euer doch!
Vorlage S. 395
234
Auf welche Art auch immer! Habt Ihr Kundschaft,
Vorlage S. 395
235
Wo wir sie finden mögen mit dem Mohren?
Vorlage S. 395
236
RODRIGO.
Vorlage S. 395
237
Ich hoff' ihn auszuspähn, wenn's Euch gefällt,
Vorlage S. 395
238
Mit tüchtiger Bedeckung mir zu folgen.
Vorlage S. 395
239
BRABANTIO.
Vorlage S. 395
240
Wohl, führt den Zug! Vor jedem Hause ruf' ich;
Vorlage S. 395
241
Wenn's gilt, kann ich befehlen. Waffen her!
Vorlage S. 395
242
Und holt ein paar Hauptleute von der Wache!
Vorlage S. 395
243
Voran, Rodrigo! Eure Müh' vergelt' ich.
Vorlage S. 395
244
Sie gehen ab.
Vorlage S. 395
245
Zweite Szene
Vorlage S. 395
246
Straße.
Vorlage S. 395
247
Es treten auf Othello, Jago und Gefolge.
Vorlage S. 395
248
JAGO.
Vorlage S. 395
249
Im Kriegeshandwerk schlug ich manchen tot;
Vorlage S. 395
250
Doch halt' ich's für Gewissenssach' und Sünde,
Vorlage S. 395
251
Mit Absicht morden; traun, mir fehlt's an Bosheit,
Vorlage S. 395
252
Und oft zu meinem Schaden, Zwanzigmal
Vorlage S. 395
253
Dacht' ich, ihm mit 'nem Rippenstoß zu dienen!
Vorlage S. 395
254
OTHELLO.
Vorlage S. 395
255
's ist besser so.
Vorlage S. 395
256
JAGO.
Vorlage S. 395
257
Doch schwatzt' er solches Zeug,
Vorlage S. 396
258
Und sprach so schnöd', und gegen Eure Ehre
Vorlage S. 396
259
So lästerlich,
Vorlage S. 396
260
Dass all mein bisschen Frömmigkeit mich kaum
Vorlage S. 396
261
Im Zügel hielt. Doch sagt mir, werter Herr,
Vorlage S. 396
262
Seid Ihr auch recht vermählt? Denn glaubt mir nur,
Vorlage S. 396
263
Gar sehr beliebt ist der Magnifico,
Vorlage S. 396
264
Und hat was durchzusetzen kräft'ge Stimme,
Vorlage S. 396
265
Vollwichtig wie der Fürst. Er wird Euch scheiden,
Vorlage S. 396
266
Zum mind'sten häuft er Hemmung und Verdruss,
Vorlage S. 396
267
Wie nur das Recht, durch seine Macht geschärft,
Vorlage S. 396
268
Ihm Spielraum gibt.
Vorlage S. 396
269
OTHELLO.
Vorlage S. 396
270
Er mag sein Ärgstes tun:
Vorlage S. 396
271
Der Dienst, den ich geleistet dem Senat,
Vorlage S. 396
272
Schreit seine Klage nieder. Kund soll werden
Vorlage S. 396
273
– Was, wenn mir kund, dass Prahlen Ehre bringt,
Vorlage S. 396
274
Ich offenbaren will –, dass ich entsproß
Vorlage S. 396
275
Aus königlichem Stamm, und mein Gestirn
Vorlage S. 396
276
Darf ohne Scheu so stolzes Glück ansprechen
Vorlage S. 396
277
Als dies, das ich erreicht. Denn wisse, Jago,
Vorlage S. 396
278
Liebt' ich die holde Desdemona nicht,
Vorlage S. 396
279
Nie zwäng' ich meinen sorglos freien Stand
Vorlage S. 396
280
In Band' und Schranken ein, nicht um die Schätze
Vorlage S. 396
281
Der tiefen See. Doch sieh! Was dort für Lichter?
Vorlage S. 396
282
Cassio kommt mit Gefolge.
Vorlage S. 396
283
JAGO.
Vorlage S. 396
284
Der zorn'ge Vater ist es mit den Freunden –
Vorlage S. 396
285
Geht doch hinein!
Vorlage S. 396
286
OTHELLO.
Vorlage S. 396
287
Ich nicht! man soll mich finden:
Vorlage S. 396
288
Mein Stand und Rang und meine feste Seele,
Vorlage S. 396
289
Laut soll'n sie für mich zeugen! Sind es jene?
Vorlage S. 396
290
JAGO.
Vorlage S. 396
291
Beim Janus, nein! –
Vorlage S. 396
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
292
OTHELLO.
Vorlage S. 396
293
Des Herzogs Diener sind es und mein Leutnant. –
Vorlage S. 396
294
– Sei euch die Nacht gedeihlich, meine Freunde!
Vorlage S. 396
295
Was gibt's? –
Vorlage S. 396
296
CASSIO.
Vorlage S. 396
297
Der Herzog grüßt Euch, General,
Vorlage S. 396
298
Und fordert, dass Ihr schnell, blitzschnell erscheint
Vorlage S. 396
299
Im Augenblick.
Vorlage S. 396
300
OTHELLO.
Vorlage S. 396
301
Was, meint Ihr, ist im Werk? –
Vorlage S. 397
302
CASSIO.
Vorlage S. 397
303
Etwas aus Cypern, wenn ich recht vermute;
Vorlage S. 397
304
's ist ein Geschäft von heißer Eil': die Flotte
Vorlage S. 397
305
Verschickt' ein Dutzend Boten nach einander
Vorlage S. 397
306
Noch diesen Abend, die gedrängt sich folgten.
Vorlage S. 397
307
Viel Herrn vom Rat, geweckt und schon versammelt,
Vorlage S. 397
308
Sind jetzt beim Herzog; eifrig sucht man Euch,
Vorlage S. 397
309
Und da man Euch verfehlt in Eurer Wohnung,
Vorlage S. 397
310
Hat der Senat drei Haufen ausgesandt,
Vorlage S. 397
311
Euch zu erspähn.
Vorlage S. 397
312
OTHELLO.
Vorlage S. 397
313
's ist gut, dass Ihr mich fandet.
Vorlage S. 397
314
Ein Wort nur lass' ich hier zurück im Hause,
Vorlage S. 397
315
Und folg' Euch nach.
Vorlage S. 397
316
Geht ab
Vorlage S. 397
317
CASSIO.
Vorlage S. 397
318
Fähndrich, was schafft' er hier? –
Vorlage S. 397
319
JAGO.
Vorlage S. 397
320
Nun, eine Landgaleere nahm er heut:
Vorlage S. 397
321
Er macht sein Glück, wenn's gute Prise wird.
Vorlage S. 397
322
CASSIO.
Vorlage S. 397
323
Wie meint Ihr das? –
Vorlage S. 397
324
JAGO.
Vorlage S. 397
325
Er ist vermählt.
Vorlage S. 397
326
CASSIO.
Vorlage S. 397
327
Mit wem? –
Vorlage S. 397
328
Othello kommt zurück.
Vorlage S. 397
329
JAGO.
Vorlage S. 397
330
Ei nun, mit – kommt Ihr, mein General? –
Vorlage S. 397
331
OTHELLO.
Vorlage S. 397
332
Ich bin bereit.
Vorlage S. 397
333
CASSIO.
Vorlage S. 397
334
Hier naht ein andrer Trupp, Euch aufzusuchen.
Vorlage S. 397
335
Brabantio, Rodrigo und Bewaffnete treten auf.
Vorlage S. 397
336
JAGO.
Vorlage S. 397
337
Es ist Brabantio – fasst Euch, General! –
Vorlage S. 397
338
Er sinnt auf Böses!
Vorlage S. 397
339
OTHELLO.
Vorlage S. 397
340
Holla! Stellt Euch hier! –
Vorlage S. 397
341
RODRIGO.
Vorlage S. 397
342
Signor, es ist der Mohr!
Vorlage S. 397
343
BRABANTIO.
Vorlage S. 397
344
Dieb! Schlagt ihn nieder! –
Vorlage S. 397
345
Von beiden Seiten werden die Schwerter gezogen.
Vorlage S. 397
346
JAGO.
Vorlage S. 397
347
Rodrigo, Ihr? Kommt, Herr! Ich bin für Euch.
Vorlage S. 397
348
OTHELLO.
Vorlage S. 397
349
Die blanken Schwerter fort! Sie möchten rosten. –
Vorlage S. 397
350
Das Alter hilft Euch besser, guter Herr,
Vorlage S. 397
351
Als Euer Degen.
Vorlage S. 397
352
BRABANTIO.
Vorlage S. 397
353
O schnöder Dieb! Was ward aus meiner Tochter?
Vorlage S. 397
354
Du hast, verdammter Frevler, sie bezaubert;
Vorlage S. 397
355
Denn alles, was Vernunft hegt, will ich fragen,
Vorlage S. 398
356
Wenn nicht ein magisch Band sie hält gefangen,
Vorlage S. 398
357
Ob eine Jungfrau, zart und schön und glücklich,
Vorlage S. 398
358
So abhold der Vermählung, dass sie floh
Vorlage S. 398
359
Den reichen Jünglingsadel unsrer Stadt –
Vorlage S. 398
360
Ob sie, ein allgemein Gespött zu werden,
Vorlage S. 398
361
Häuslichem Glück entfloh an solches Unholds
Vorlage S. 398
362
Pechschwarze Brust, die Grau'n, nicht Lust erregt?
Vorlage S. 398
363
Die Welt soll richten, ob's nicht sonnenklar,
Vorlage S. 398
364
Dass du mit Höllenkunst auf sie gewirkt,
Vorlage S. 398
365
Mit Gift und Trank verlockt ihr zartes Alter,
Vorlage S. 398
366
Den Sinn zu schwächen: – untersuchen soll man's;
Vorlage S. 398
367
Denn glaubhaft ist's, handgreiflich dem Gedanken.
Vorlage S. 398
368
Drum nehm' ich dich in Haft und zeihe dich
Vorlage S. 398
369
Als einen Volksbetörer, einen Zaubrer,
Vorlage S. 398
370
Der unerlaubte, böse Künste treibt. –
Vorlage S. 398
371
Legt Hand an ihn, und setzt er sich zur Wehr,
Vorlage S. 398
372
Zwingt ihn, und gölt's sein Leben!
Vorlage S. 398
373
OTHELLO.
Vorlage S. 398
374
Steht zurück,
Vorlage S. 398
375
Ihr, die für mich Partei nehmt, und ihr andern! –
Vorlage S. 398
376
War Fechten meine Rolle, nun, die wußt' ich
Vorlage S. 398
377
Auch ohne Stichwort. – Wohin soll ich folgen
Vorlage S. 398
378
Und Eurer Klage stehn?
Vorlage S. 398
379
BRABANTIO.
Vorlage S. 398
380
In Haft; bis Zeit und Form
Vorlage S. 398
381
Im Lauf des graden Rechtsverhörs dich ruft
Vorlage S. 398
382
Zur Antwort.
Vorlage S. 398
383
OTHELLO.
Vorlage S. 398
384
Wie denn nun, wenn ich gehorchte? –
Vorlage S. 398
385
Wie käme das dem Herzog wohl erwünscht,
Vorlage S. 398
386
Des Boten hier an meiner Seite stehn,
Vorlage S. 398
387
Mich wegen dringenden Geschäfts im Staat
Vorlage S. 398
388
Vor ihn zu führen?
Vorlage S. 398
389
GERICHTSDIENER.
Vorlage S. 398
390
So ist's, ehrwürd'ger Herr:
Vorlage S. 398
391
Der Herzog sitzt zu Rat, und Euer Gnaden
Vorlage S. 398
392
Ward sicher auch bestellt.
Vorlage S. 398
393
BRABANTIO.
Vorlage S. 398
394
Im Rat der Herzog?
Vorlage S. 398
395
Jetzt um die Mitternacht? – Führt ihn dahin;
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396
Nicht schlecht ist mein Gesuch. Der Herzog selbst,
Vorlage S. 398
397
Und jeglicher von meinen Amtsgenossen,
Vorlage S. 398
398
Muss fühlen meine Kränkung wie sein eigen:
Vorlage S. 399
399
Denn lässt man solche Untat straflos schalten,
Vorlage S. 399
400
Wird Heid' und Sklav' bei uns als Herrscher walten.
Vorlage S. 399
401
Sie gehen ab.
Vorlage S. 399
402
Dritte Szene
Vorlage S. 399
403
Saal im herzoglichen Palast.
Vorlage S. 399
404
Der Herzog und die Senatoren an einer Tafel sitzend.
Vorlage S. 399
405
HERZOG.
Vorlage S. 399
406
In diesen Briefen fehlt Zusammenhang,
Vorlage S. 399
407
Der sie beglaubigt.
Vorlage S. 399
408
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 399
409
Jawohl, sie weichen von einander ab;
Vorlage S. 399
410
Mein Schreiben nennt mir hundertsechs Galeeren.
Vorlage S. 399
411
HERZOG.
Vorlage S. 399
412
Und meines hundertvierzig.
Vorlage S. 399
413
ZWEITER SENATOR.
Vorlage S. 399
414
Meins, zweihundert.
Vorlage S. 399
415
Doch stimmt die Zahl auch nicht genau zusammen –
Vorlage S. 399
416
Wie insgemein, wenn sie Gerüchte melden,
Vorlage S. 399
417
Der Inhalt abweicht –, doch erwähnen alle
Vorlage S. 399
418
Der türk'schen Flotte, die gen Cypern segelt.
Vorlage S. 399
419
HERZOG.
Vorlage S. 399
420
Gewiss, erwägen wir's, so scheint es glaublich;
Vorlage S. 399
421
Ich will mich nicht im Irrtum sicher schätzen,
Vorlage S. 399
422
Vielmehr den Hauptartikel halt' ich wahr,
Vorlage S. 399
423
Und Furcht ergreift mich.
Vorlage S. 399
424
MATROSE
Vorlage S. 399
425
draußen.
Vorlage S. 399
426
Ho! hallo! hallo! –
Vorlage S. 399
427
Ein Beamter tritt auf, dem ein Matrose folgt.
Vorlage S. 399
428
BEAMTER.
Vorlage S. 399
429
Botschaft von den Galeeren!
Vorlage S. 399
430
HERZOG.
Vorlage S. 399
431
Nun? Was gibt's?
Vorlage S. 399
432
MATROSE.
Vorlage S. 399
433
Der Türken Kriegsbewegung geht auf Rhodus;
Vorlage S. 399
434
So ward mir Auftrag, dem Senat zu melden,
Vorlage S. 399
435
Vom Signor Angelo.
Vorlage S. 399
436
HERZOG.
Vorlage S. 399
437
Wie dünkt der Wechsel euch? –
Vorlage S. 399
438
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 399
439
So kann's nicht sein,
Vorlage S. 399
440
Nach keinem Grund und Fug; es ist 'ne Maske,
Vorlage S. 399
441
Den Blick uns fehl zu leiten. Denken wir,
Vorlage S. 399
442
Wie wichtig Cypern für den Türken sei,
Vorlage S. 399
443
Und wiederum, gestehn wir selber ein,
Vorlage S. 399
444
Dass, wie's dem Türken mehr verlohnt als Rhodus,
Vorlage S. 400
445
Er auch mit leichterm Aufwand sich's erobert,
Vorlage S. 400
446
Dieweil es nicht so kriegsgerüstet steht
Vorlage S. 400
447
Und aller Wehr und Festigkeit entbehrt,
Vorlage S. 400
448
Mit der sich Rhodus schirmt: wer dies erwägt,
Vorlage S. 400
449
Der wird den Türken nicht so töricht achten,
Vorlage S. 400
450
Das Nächstgelegne bis zuletzt zu sparen
Vorlage S. 400
451
Und, leichten Vorteil und Gewinn versäumend,
Vorlage S. 400
452
Nutzlos Gefahr zum Kampfe sich zu wecken.
Vorlage S. 400
453
HERZOG.
Vorlage S. 400
454
Ja, seid gewiss, er denkt an Rhodus nicht.
Vorlage S. 400
455
BEAMTER.
Vorlage S. 400
456
Seht! Neue Botschaft!
Vorlage S. 400
457
Ein Bote tritt auf.
Vorlage S. 400
458
BOTE.
Vorlage S. 400
459
Die Ottomanen, weise, gnäd'ge Herrn,
Vorlage S. 400
460
In gradem Lauf zur Insel Rhodus steuernd,
Vorlage S. 400
461
Vereinten dort sich mit der Nebenflotte.
Vorlage S. 400
462
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 400
463
Nun ja, so dacht' ich mir's; – wie stark an Zahl?
Vorlage S. 400
464
BOTE.
Vorlage S. 400
465
An dreißig Segel; und jetzt wenden sie
Vorlage S. 400
466
Rücklaufend ihren Lauf, und ohne Hehl
Vorlage S. 400
467
Gilt ihre Absicht Cypern. Herr Montano,
Vorlage S. 400
468
Eu'r sehr getreuer und beherzter Diener,
Vorlage S. 400
469
Entbeut, mit seiner Pflicht, Euch diese Nachricht,
Vorlage S. 400
470
Und hofft, Ihr schenkt ihm Glauben.
Vorlage S. 400
471
HERZOG.
Vorlage S. 400
472
Nach Cypern dann gewiss. –
Vorlage S. 400
473
Marcus Lucchese, ist er in Venedig? –
Vorlage S. 400
474
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 400
475
Er reiste nach Florenz.
Vorlage S. 400
476
HERZOG.
Vorlage S. 400
477
Schreibt ihm von uns; schnell, windschnell komm' er; eilt!
Vorlage S. 400
478
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 400
479
Hier kommt Brabantio und der tapfre Mohr.
Vorlage S. 400
480
Brabantio, Othello, Jago, Rodrigo und Gerichtsdiener treten auf.
Vorlage S. 400
481
HERZOG.
Vorlage S. 400
482
Tapfrer Othello, Ihr müsst gleich ins Feld
Vorlage S. 400
483
Wider den allgemeinen Feind, den Türken. –
Vorlage S. 400
484
Zu Brabantio.
Vorlage S. 400
485
Ich sah Euch nicht; willkommen, edler Herr!
Vorlage S. 400
486
Uns fehlt' Eu'r Rat und Beistand diese Nacht.
Vorlage S. 400
487
BRABANTIO.
Vorlage S. 400
488
Und Eurer mir, mein güt'ger Fürst, verzeiht mir!
Vorlage S. 400
489
Nicht Amtsberuf noch Nachricht von Geschäften
Vorlage S. 400
490
Trieb mich vom Bett; nicht allgemeine Sorge
Vorlage S. 400
491
Erfüllt mich jetzt: denn mein besondrer Gram
Vorlage S. 401
492
Gleich einer Springflut strömt so wild dahin,
Vorlage S. 401
493
Dass er verschluckt und einschlingt jede Sorge,
Vorlage S. 401
494
Nur seiner sich bewusst.
Vorlage S. 401
495
HERZOG.
Vorlage S. 401
496
Nun, was geschah? –
Vorlage S. 401
497
BRABANTIO.
Vorlage S. 401
498
O Tochter! Tochter!
Vorlage S. 401
499
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 401
500
Starb sie? –
Vorlage S. 401
501
BRABANTIO.
Vorlage S. 401
502
Ja, für mich.
Vorlage S. 401
503
Sie ist beschimpft, entführt mir und verderbt
Vorlage S. 401
504
Durch Hexenkünste und Quacksalbertränke;
Vorlage S. 401
505
Denn dass Natur so widersinnig irre,
Vorlage S. 401
506
Da sie nicht stumpf, noch blind, noch blöden Sinns,
Vorlage S. 401
507
Geschah nicht ohne Zauberkraft. –
Vorlage S. 401
508
HERZOG.
Vorlage S. 401
509
Wer es auch sei, der auf so schnödem Wege
Vorlage S. 401
510
So Eure Tochter um sich selbst betrog,
Vorlage S. 401
511
Und Euch um sie, – das blut'ge Buch des Rechts,
Vorlage S. 401
512
Ihr sollt es selbst in herbster Strenge deuten,
Vorlage S. 401
513
Nach eignem Sinn, und wär' es unser Sohn,
Vorlage S. 401
514
Den Eure Klage trifft.
Vorlage S. 401
515
BRABANTIO.
Vorlage S. 401
516
Ich dank' in Demut!
Vorlage S. 401
517
Hier dieser ist's, der Mohr, den jetzt, so scheint's,
Vorlage S. 401
518
Eu'r dringendes Gebot im Dienst des Staats
Vorlage S. 401
519
Hieher berief.
Vorlage S. 401
520
ALLE.
Vorlage S. 401
521
Das tut uns herzlich leid.
Vorlage S. 401
522
HERZOG
Vorlage S. 401
523
zu Othello.
Vorlage S. 401
524
Was, Eurerseits, vermögt Ihr zu erwidern? –
Vorlage S. 401
525
BRABANTIO.
Vorlage S. 401
526
Nichts, als dass dies die Wahrheit.
Vorlage S. 401
527
OTHELLO.
Vorlage S. 401
528
Ehrwürd'ger, mächt'ger und erlauchter Rat,
Vorlage S. 401
529
Sehr edle, wohlerprobte, gute Herrn, –
Vorlage S. 401
530
Dass ich dem alten Mann die Tochter nahm,
Vorlage S. 401
531
Ist völlig wahr; wahr, sie ist mir vermählt.
Vorlage S. 401
532
Der Tatbestand und Umfang meiner Schuld
Vorlage S. 401
533
Reicht so weit, weiter nicht. Ich bin von rauhem Wort,
Vorlage S. 401
534
Und schlecht begabt mit milder Friedensrede.
Vorlage S. 401
535
Seit siebenjähr'ge Kraft mein Arm gewann,
Vorlage S. 401
536
Bis vor neun Monden etwa, übt' er stets
Vorlage S. 401
537
Nur Kriegestat im Felde wie im Lager;
Vorlage S. 401
538
Und wenig lernt' ich von dem Lauf der Welt,
Vorlage S. 401
539
Als was zum Streit gehört und Werk der Schlacht;
Vorlage S. 401
540
Drum wenig Schmuck wohl leih' ich meiner Sache,
Vorlage S. 402
541
Red' ich für mich. Dennoch, mit eurer Gunst,
Vorlage S. 402
542
Erzähl' ich schlicht und ungefärbt den Hergang
Vorlage S. 402
543
Von meiner Liebe; was für Tränk' und Künste,
Vorlage S. 402
544
Was für Beschwörung, welches Zaubers Kraft
Vorlage S. 402
545
– Denn solcher Mittel steh' ich angeklagt –
Vorlage S. 402
546
Die Jungfrau mir gewann.
Vorlage S. 402
547
BRABANTIO.
Vorlage S. 402
548
Ein Mädchen, schüchtern,
Vorlage S. 402
549
Von Geist so still und sanft, dass jede Regung
Vorlage S. 402
550
Errötend schwieg, – die sollte, trotz Natur
Vorlage S. 402
551
Und Jugend, Vaterland und Stand, und allem,
Vorlage S. 402
552
Das lieben, was ihr Grauen schuf zu sehn? –
Vorlage S. 402
553
Ein krankes Urteil wär's, ein unvollkommnes,
Vorlage S. 402
554
Das wähnt', es irre so Vollkommenheit,
Vorlage S. 402
555
Ganz der Natur entgegen: schwören muss man,
Vorlage S. 402
556
Dass nur des Teufels Kunst und List dies alles
Vorlage S. 402
557
Zu tun vermocht. Noch einmal denn behaupt' ich,
Vorlage S. 402
558
Dass er mit Tränken, ihrem Blut verderblich,
Vorlage S. 402
559
Und Zauberkraft, geweiht zu solchem Bann,
Vorlage S. 402
560
Auf sie gewirkt.
Vorlage S. 402
561
HERZOG.
Vorlage S. 402
562
Behauptung, nicht Beweis:
Vorlage S. 402
563
Steht Euch kein klarer Zeugnis zu Gebot,
Vorlage S. 402
564
Als solch unhaltbar Meinen, solch armsel'ger
Vorlage S. 402
565
Scheingrund ihn zu beschuldigen vermag?
Vorlage S. 402
566
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 402
567
Doch sagt, Othello:
Vorlage S. 402
568
Habt Ihr durch Nebenweg' und künstlich zwingend
Vorlage S. 402
569
Der Jungfrau Sinn erobert und vergiftet?
Vorlage S. 402
570
Oder durch Antrag und erlaubtes Werben,
Vorlage S. 402
571
Wie Herz an Herz sich wendet? –
Vorlage S. 402
572
OTHELLO.
Vorlage S. 402
573
Ich ersuch' euch,
Vorlage S. 402
574
Zum »Schützen« sendet, ruft das Fräulein her,
Vorlage S. 402
575
Und vor dem Vater mag sie von mir zeugen!
Vorlage S. 402
576
Und werd' ich falsch erfunden durch ihr Wort:
Vorlage S. 402
577
Nicht nur Vertraun und Amt, das ihr mir gabt,
Vorlage S. 402
578
Mögt ihr mir nehmen, ja es treff' eu'r Spruch
Vorlage S. 402
579
Mein Leben selbst.
Vorlage S. 402
580
HERZOG.
Vorlage S. 402
581
Holt Desdemona her!
Vorlage S. 402
Historische Illustration zu Othello
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Othello“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · W.Blake · Public domain Bildquelle ↗
582
Einige vom Gefolge gehen hinaus.
Vorlage S. 402
583
OTHELLO.
Vorlage S. 402
584
Fähndrich, geht mit, Ihr wisst den Ort am besten.
Vorlage S. 403
585
Jago ab.
Vorlage S. 403
586
Und bis sie kommt, so wahr, wie ich dem Himmel
Vorlage S. 403
587
Bekenne meines Blutes sünd'ge Fehle,
Vorlage S. 403
588
So treulich meld' ich euerm ernsten Ohr,
Vorlage S. 403
589
Wie ich gewann der schönen Jungfrau Herz,
Vorlage S. 403
590
Und sie das meine.
Vorlage S. 403
591
HERZOG.
Vorlage S. 403
592
Sprecht, Othello!
Vorlage S. 403
593
OTHELLO.
Vorlage S. 403
594
Ihr Vater liebte mich, lud oft mich ein,
Vorlage S. 403
595
Erforschte meines Lebens Lauf von Jahr
Vorlage S. 403
596
Zu Jahr: die Schlachten, Stürme, Schicksalswechsel,
Vorlage S. 403
597
So ich bestand.
Vorlage S. 403
598
Ich ging es durch, vom Knabenalter her,
Vorlage S. 403
599
Bis auf den Augenblick, wo er gefragt.
Vorlage S. 403
600
So sprach ich denn von manchem harten Fall,
Vorlage S. 403
601
Von schreckender Gefahr zu See und Land;
Vorlage S. 403
602
Wie ich ums Haar dem droh'nden Tod entrann;
Vorlage S. 403
603
Wie mich der stolze Feind gefangen nahm,
Vorlage S. 403
604
Und mich als Sklav' verkauft; wie ich erlöst
Vorlage S. 403
605
Und meiner Reisen wundervolle Fahrt:
Vorlage S. 403
606
Wobei von weiten Höhlen, wüsten Steppen,
Vorlage S. 403
607
Steinbrüchen, Felsen, himmelhohen Bergen
Vorlage S. 403
608
Zu melden war im Fortgang der Geschichte;
Vorlage S. 403
609
Von Kannibalen, die einander schlachten,
Vorlage S. 403
610
Anthropophagen, Völkern, deren Kopf
Vorlage S. 403
611
Wächst unter ihrer Schulter: das zu hören
Vorlage S. 403
612
War Desdemona eifrig stets geneigt.
Vorlage S. 403
613
Oft aber rief ein Hausgeschäft sie ab;
Vorlage S. 403
614
Und immer, wenn sie eilig dies vollbracht,
Vorlage S. 403
615
Gleich kam sie wieder, und mit durst'gem Ohr
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616
Verschlang sie meine Rede. Dies bemerkend,
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617
Ersah ich einst die günst'ge Stund' und gab
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618
Ihr Anlass, dass sie mich recht herzlich bat,
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619
Die ganze Pilgerschaft ihr zu erzählen,
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620
Von der sie stückweis einzelnes gehört,
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621
Doch nicht in strenger Folge. Ich begann,
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622
Und oftmals hatt' ich Tränen ihr entlockt,
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623
Wenn ich ein leidvoll Abenteu'r berichtet
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624
Aus meiner Jugend. Als ich nun geendigt,
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625
Gab sie zum Lohn mir eine Welt von Seufzern:
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626
Sie schwur – in Wahrheit, seltsam! Wunderseltsam!
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Und rührend war's! unendlich rührend war's! –
Vorlage S. 404
628
Sie wünschte, dass sie's nicht gehört; doch wünschte sie,
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629
Der Himmel habe sie als solchen Mann
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630
Geschaffen, und sie dankte mir, und bat mich,
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631
Wenn je ein Freund von mir sie lieben sollte,
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632
Ich mög' ihn die Geschicht' erzählen lehren,
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633
Das würde sie gewinnen. Auf den Wink
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634
Erklärt' ich mich:
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635
Sie liebte mich, weil ich Gefahr bestand;
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636
Ich liebte sie um ihres Mitleids willen:
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637
Das ist der ganze Zauber, den ich brauchte;
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638
Hier kommt das Fräulein, lasst sie dies bezeugen!
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639
Desdemona, Jago und Gefolge treten auf.
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640
HERZOG.
Vorlage S. 404
641
Nun, die Geschichte hätt' auch meine Tochter
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642
Gewonnen. Würdiger Brabantio,
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643
Nehmt, was versehn ward, von der besten Seite:
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644
Man ficht doch lieber mit zerbrochnem Schwert,
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645
Als mit der bloßen Hand.
Vorlage S. 404
646
BRABANTIO.
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647
Hört sie, ich bitt' Euch:
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648
Bekennt sie, dass sie halb ihm kam entgegen,
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649
Fluch auf mein Haupt, wenn meine bittre Klage
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650
Den Mann verunglimpft! – Komm her, junge Dame:
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651
Wen siehst du hier in diesem edlen Kreis,
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652
Dem du zumeist Gehorsam schuldig bist?
Vorlage S. 404
653
DESDEMONA.
Vorlage S. 404
654
Mein edler Vater,
Vorlage S. 404
655
Ich sehe hier zwiefach geteilte Pflicht:
Vorlage S. 404
656
Euch muss ich Leben danken und Erziehung,
Vorlage S. 404
657
Und Leben und Erziehung lehren mich
Vorlage S. 404
658
Euch ehren; Ihr seid Herrscher meiner Pflicht,
Vorlage S. 404
659
Wie ich Euch Tochter. Doch hier steht mein Gatte,
Vorlage S. 404
660
Und so viel Pflicht, als meine Mutter Euch
Vorlage S. 404
661
Gezeigt, da sie Euch vorzog ihrem Vater,
Vorlage S. 404
662
So viel muss ich auch meinem Gatten widmen,
Vorlage S. 405
663
Dem Mohren, meinem Herrn.
Vorlage S. 405
664
BRABANTIO.
Vorlage S. 405
665
Gott sei mit dir!
Vorlage S. 405
666
Ich bin zu Ende –
Vorlage S. 405
667
Geliebt's Eu'r Hoheit, jetzt zu Staatsgeschäften –
Vorlage S. 405
668
O zeugt' ich nie ein Kind, und wählt' ein fremdes! –
Vorlage S. 405
669
Tritt näher, Mohr! –
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670
Hier geb' ich dir von ganzem Herzen hin,
Vorlage S. 405
671
Was, hätt'st du's nicht, ich dir von ganzem Herzen
Vorlage S. 405
672
Verweigerte. – Um deinetwillen, Kleinod,
Vorlage S. 405
673
Erfreut's mich, dass kein zweites Kind mir ward;
Vorlage S. 405
674
Durch deine Flucht wär' ich tyrannisch worden,
Vorlage S. 405
675
Und legt' ihr Ketten an. – Ich bin zu Ende.
Vorlage S. 405
676
HERZOG.
Vorlage S. 405
677
Ich red' an Eurer Statt und fäll' ein Urteil,
Vorlage S. 405
678
Das einer Staffel gleich den Liebenden
Vorlage S. 405
679
Behülflich sei.
Vorlage S. 405
680
Wem nichts mehr hilft, der muss nicht Gram verschwenden,
Vorlage S. 405
681
Und wer das Schlimmste sah, die Hoffnung enden;
Vorlage S. 405
682
Unheil beklagen, das nicht mehr zu bessern,
Vorlage S. 405
683
Heißt um so mehr das Unheil nur vergrößern.
Vorlage S. 405
684
Was nicht zu retten, lass dem falschen Glück,
Vorlage S. 405
685
Und gib Geduld für Kränkung ihm zurück!
Vorlage S. 405
686
Zum Raube lächeln, heißt den Dieb bestehlen,
Vorlage S. 405
687
Doch selbst beraubst du dich durch nutzlos Quälen.
Vorlage S. 405
688
BRABANTIO.
Vorlage S. 405
689
So mögt Ihr Cypern nur den Türken gönnen;
Vorlage S. 405
690
Wir haben's noch, solang' wir lächeln können.
Vorlage S. 405
691
Leicht trägt den Spruch, wen andre Last nicht drückt,
Vorlage S. 405
692
Und wen der selbstgefundne Trost erquickt;
Vorlage S. 405
693
Doch fühlt er sein Gewicht bei wahren Sorgen,
Vorlage S. 405
694
Wenn's gilt, von der Geduld die Zahlung borgen.
Vorlage S. 405
695
Bitter und süß sind all derlei Sentenzen,
Vorlage S. 405
696
Die, so gebraucht, an Recht und Unrecht grenzen;
Vorlage S. 405
697
Doch Wort bleibt Wort – noch hab' ich nie gelesen,
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698
Dass durch das Ohr ein krankes Herz genesen.
Vorlage S. 405
699
– Ich bitt' Euch inständig, gehn wir an die Staatsgeschäfte!
Vorlage S. 405
700
HERZOG.
Vorlage S. 405
701
Der Türke segelt mit gewaltiger Kriegsrüstung gegen Cypern. Othello, Euch ist die Festigkeit des Orts am besten bekannt, und obgleich wir dort einen Statthalter von unbestrittner Fähigkeit besitzen, so hegt doch die öffentliche Meinung, jene unbeschränkte Gebieterin des Erfolgs, eine größere Zuversicht zu Euch. Ihr müsst Euch deshalb gefallen lassen, den Glanz Eures neuen Glücks durch diese rauhe und stürmische Unternehmung zu verdunkeln.
Vorlage S. 405
702
OTHELLO.
Vorlage S. 406
703
Die eiserne Gewohnheit, edle Herrn,
Vorlage S. 406
704
Schuf mir des Krieges Stahl- und Felsenbett
Vorlage S. 406
705
Zum allerweichsten Flaum; ich rühme mich
Vorlage S. 406
706
Natürlicher und rascher Munterkeit
Vorlage S. 406
707
Im schwersten Ungemach, und bin bereit
Vorlage S. 406
708
Zum jetz'gen Feldzug mit dem Muselmann.
Vorlage S. 406
709
In Demut drum mich neigend dem Senat,
Vorlage S. 406
710
Verlang' ich Sorg' und Schutz für mein Gemahl,
Vorlage S. 406
711
Anständ'ge Rücksicht ihrem Rang und Aufwand,
Vorlage S. 406
712
Und solche Wohnung, solche Dienerschaft,
Vorlage S. 406
713
Als ihrem Stand geziemt.
Vorlage S. 406
714
HERZOG.
Vorlage S. 406
715
Wenn's Euch genehm,
Vorlage S. 406
716
Bei ihrem Vater.
Vorlage S. 406
717
BRABANTIO.
Vorlage S. 406
718
Nimmer geb' ich's zu.
Vorlage S. 406
719
OTHELLO.
Vorlage S. 406
720
Noch ich.
Vorlage S. 406
721
DESDEMONA.
Vorlage S. 406
722
Noch ich; nicht gern verweilt' ich dort
Vorlage S. 406
723
Und reizte meines Vaters Ungeduld,
Vorlage S. 406
724
Wär' ich ihm stets vor Augen. – Güt'ger Fürst,
Vorlage S. 406
725
Leiht meinem Vortrag ein geneigtes Ohr,
Vorlage S. 406
726
Und lasst mir Eure Gunst als Freibrief gelten,
Vorlage S. 406
727
Mein schüchtern Wort zu kräft'gen!
Vorlage S. 406
728
HERZOG.
Vorlage S. 406
729
Was wünscht Ihr, Desdemona?
Vorlage S. 406
730
DESDEMONA.
Vorlage S. 406
731
Dass ich den Mohren liebt', um ihm zu leben,
Vorlage S. 406
732
Mag meines Glücks gewaltsam jäher Sturm
Vorlage S. 406
733
Der Welt zurufen: ja, mein Herz ergab sich
Vorlage S. 406
734
Ganz unbedingt an meines Herrn Beruf.
Vorlage S. 406
735
Mir war Othellos Antlitz sein Gemüt,
Vorlage S. 406
736
Und seinem Ruhm, und seinem Heldensinn
Vorlage S. 406
737
Hab' ich die Seel' und irdisch Glück geweiht.
Vorlage S. 406
738
Drum, würd'ge Herrn, lässt man mich hier zurück,
Vorlage S. 406
739
Als Friedensmotte, weil er zieht ins Feld,
Vorlage S. 406
740
So raubt man meiner Liebe teures Recht,
Vorlage S. 406
741
Und lässt mir eine schwere Zwischenzeit,
Vorlage S. 407
742
Dem Liebsten fern: drum lasst mich mit ihm ziehn!
Vorlage S. 407
743
OTHELLO.
Vorlage S. 407
744
Stimmt bei, ihr Herrn: ich bitt' euch drum; gewährt
Vorlage S. 407
745
Ihr freie Willkür!
Vorlage S. 407
746
Der Himmel zeuge mir's, dies bitt' ich nicht,
Vorlage S. 407
747
Den Gaum zu reizen meiner Sinnenlust,
Vorlage S. 407
748
Noch heißem Blut zu Liebe (jungen Trieben
Vorlage S. 407
749
Selbstsücht'ger Lüste, die jetzt schweigen müssen), –
Vorlage S. 407
750
Nur ihrem Wunsch willfährig hold zu sein;
Vorlage S. 407
751
Und Gott verhüt', eu'r Edeln möchten wähnen,
Vorlage S. 407
752
Ich werd' eu'r ernst und groß Geschäft versäumen,
Vorlage S. 407
753
Weil sie mir folgt – Nein, wenn der leere Tand
Vorlage S. 407
754
Des flücht'gen Amor mir mit üpp'ger Trägheit
Vorlage S. 407
755
Des Geistes und der Tatkraft Schärfe stumpft,
Vorlage S. 407
756
Und mich Genuss entnervt und schwächt mein Wirken,
Vorlage S. 407
757
Mach' eine Hausfrau meinen Helm zum Kessel,
Vorlage S. 407
758
Und jedes niedre und unwürd'ge Zeugnis
Vorlage S. 407
759
Erstehe wider mich und meinen Ruhm! –
Vorlage S. 407
760
HERZOG.
Vorlage S. 407
761
Es sei, wie ihr's mitsammen festgesetzt:
Vorlage S. 407
762
Sie folg' Euch, oder bleibe; das Geschäft
Vorlage S. 407
763
Heischt dringend Eil' – zu Nacht noch müsst Ihr fort.
Vorlage S. 407
764
DESDEMONA.
Vorlage S. 407
765
Heut nacht, mein Fürst?
Vorlage S. 407
766
HERZOG.
Vorlage S. 407
767
Heut nacht.
Vorlage S. 407
768
OTHELLO.
Vorlage S. 407
769
Von ganzem Herzen.
Vorlage S. 407
770
HERZOG.
Vorlage S. 407
771
Um neun Uhr früh versammeln wir uns wieder.
Vorlage S. 407
772
Othello, lasst 'nen Offizier zurück,
Vorlage S. 407
773
Der Eure Vollmacht Euch kann überbringen,
Vorlage S. 407
774
Und was noch sonst Eu'r Amt und Dienstverhältnis
Vorlage S. 407
775
Betrifft.
Vorlage S. 407
776
OTHELLO.
Vorlage S. 407
777
Gefällt's Eu'r Hoheit, hier mein Fähndrich;
Vorlage S. 407
778
Er ist ein Mann von Ehr' und Redlichkeit.
Vorlage S. 407
779
Und seiner Führung lass' ich meine Frau,
Vorlage S. 407
780
Und was Eu'r Hoheit sonst für nötig achtet,
Vorlage S. 407
781
Mir nachzusenden.
Vorlage S. 407
782
HERZOG.
Vorlage S. 407
783
So mag es sein. – Gut' Nacht jetzt insgesamt!
Vorlage S. 407
784
Zu Brabantio.
Vorlage S. 407
785
Und, würd'ger Herr,
Vorlage S. 407
786
Wenn man die Tugend muss als schön erkennen,
Vorlage S. 407
787
Dürft Ihr nicht hässlich Euern Eidam nennen.
Vorlage S. 407
788
ERSTER SENATOR.
Vorlage S. 407
789
Lebt wohl, Mohr! Liebt und ehret Desdemona!
Vorlage S. 408
790
BRABANTIO.
Vorlage S. 408
791
Sei wachsam, Mohr! Hast Augen du zu sehn:
Vorlage S. 408
792
Den Vater trog sie, so mag dir's geschehn!
Vorlage S. 408
793
Herzog und Senatoren ab.
Vorlage S. 408
794
OTHELLO.
Vorlage S. 408
795
Mein Kopf für ihre Treu'! Hör', wackrer Jago,
Vorlage S. 408
796
Ich muss dir meine Desdemona lassen;
Vorlage S. 408
797
Ich bitt' dich, gib dein Weib ihr zu Gesellschaft,
Vorlage S. 408
798
Und bringe sie mir nach, sobald du kannst. –
Vorlage S. 408
799
Komm, Desdemona: nur ein Stündchen bleibt,
Vorlage S. 408
800
Der Lieb' und unserm häuslichen Geschäft
Vorlage S. 408
801
Zu widmen uns: lass uns der Zeit gehorchen!
Vorlage S. 408
802
Othello und Desdemona ab.
Vorlage S. 408
803
RODRIGO.
Vorlage S. 408
804
Jago. –
Vorlage S. 408
805
JAGO.
Vorlage S. 408
806
Was sagst du, edles Herz? –
Vorlage S. 408
807
RODRIGO.
Vorlage S. 408
808
Was werd' ich jetzt tun, meinst du?
Vorlage S. 408
809
JAGO.
Vorlage S. 408
810
Nun, zu Bette gehn und schlafen.
Vorlage S. 408
811
RODRIGO.
Vorlage S. 408
812
Auf der Stelle ersäufen werd' ich mich.
Vorlage S. 408
813
JAGO.
Vorlage S. 408
814
Nun, wenn du das tust, so ist's mit meiner Freundschaft auf ewig aus. Ei, du alberner, junger Herr!
Vorlage S. 408
815
RODRIGO.
Vorlage S. 408
816
Es ist Albernheit, zu leben, wenn das Leben eine Qual wird, und wir haben die Vorschrift, zu sterben, wenn Tod unser Arzt ist.
Vorlage S. 408
817
JAGO.
Vorlage S. 408
818
O über die Erbärmlichkeit! Ich habe der Welt an die viermal sieben Jahre zugesehn, und seit ich einen Unterschied zu finden wusste zwischen Wohltat und Beleidigung, bin ich noch keinem begegnet, der's verstanden hätte, sich selbst zu lieben. Eh' ich sagte, ich wollte mich einem Puthühnchen zu Liebe ersäufen, eh' tauscht' ich meine Menschheit mit einem Pavian.
Vorlage S. 408
819
RODRIGO.
Vorlage S. 408
820
Was soll ich tun? Ich gestehe, es macht mir Schande, so sehr verliebt zu sein; aber meine Tugend reicht nicht hin, dem abzuhelfen.
Vorlage S. 408
821
JAGO.
Vorlage S. 408
822
Tugend! Abgeschmackt! – In uns selber liegt's, ob wir so sind, oder anders. Unser Körper ist ein Garten, und unser Wille der Gärtner, so dass, ob wir Nesseln drin pflanzen wollen oder Salat bauen, Ysop aufziehn oder Thymian ausjäten, ihn dürftig mit einerlei Kraut besetzen oder mit mancherlei Gewächs aussaugen, ihn müßig verwildern lassen oder fleißig in Zucht halten, – ei, das Vermögen dazu und die bessernde Macht liegt durchaus in unserm freien Willen. Hätte der Waagbalken unsres Lebens nicht eine Schale von Vernunft, um eine andre von Sinnlichkeit aufzuwiegen, so würde unser Blut und die Bösartigkeit unsrer Triebe uns zu den ausschweifendsten Verkehrtheiten führen; aber wir haben die Vernunft, um die tobenden Leidenschaften, die fleischlichen Triebe, die zügellosen Lüste zu kühlen, und daraus schließe ich: was du Liebe nennst, sei ein Pfropfreis, ein Ableger.
Vorlage S. 408
823
RODRIGO.
Vorlage S. 409
824
Das kann nicht sein.
Vorlage S. 409
825
JAGO.
Vorlage S. 409
826
Es ist nur ein Gelüst des Bluts, eine Nachgiebigkeit des Willens. Auf! Sei ein Mann! Dich ersäufen? Ersäufe Katzen und junge Hunde! Ich nenne mich deinen Freund und erkläre mich an dein Verdienst geknüpft mit dem Ankertau der ausdauerndsten Festigkeit; nie konnte ich dir besser beistehn als jetzt. Tu' Geld in deinen Beutel, zieh' mit in diesen Krieg, verstelle dein Gesicht durch einen falschen Bart; ich sage dir: tu' Geld in deinen Beutel! Es ist undenkbar, dass Desdemona den Mohren auf die Dauer lieben sollte, – tu' Geld in deinen Beutel! – noch der Mohr sie – es war ein gewaltsames Beginnen, und du wirst sehn, die Katastrophe wird eine ähnliche sein. Tu' nur Geld in deinen Beutel: – so ein Mohr ist veränderlich in seinen Neigungen; fülle deinen Beutel mit Geld; – die Speise, die ihm jetzt so würzig schmeckt als Süßholz, wird ihn bald bittrer dünken als Koloquinthen. Sie muss sich ändern, denn sie ist jung, und hat sie ihn erst satt, so wird sie den Irrtum ihrer Wahl einsehn. Sie muss Abwechslung haben, das muss sie; darum tu' Geld in deinen Beutel! Wenn du durchaus zum Teufel fahren willst, so tu' es auf angenehmerem Wege als durch Ersäufen! Schaff' dir Geld, so viel du kannst! Wenn des Priesters Segen und ein hohles Gelübde zwischen einem abenteuernden Afrikaner und einer überlistigen Venetianerin für meinen Witz und die ganze Sippschaft der Hölle nicht zu hart sind, so sollst du sie besitzen; darum schaff' dir Geld! Zum Henker mit dem Ersäufen! Das liegt weit ab von deinem Wege. Denke du lieber drauf zu hängen, indem du deine Lust büßest, als dich zu ersäufen und sie fahren zu lassen!
Vorlage S. 409
827
RODRIGO.
Vorlage S. 410
828
Soll ich meine Hoffnung auf dich bauen, wenn ich's drauf wage? –
Vorlage S. 410
829
JAGO.
Vorlage S. 410
830
Auf mich kannst du zählen; – geh, schaffe dir Geld; – ich habe dir's oft gesagt, und wiederhole es aber und abermals, ich hasse den Mohren; mein Grund kommt von Herzen, der deinige liegt ebenso tief: lass uns fest in unsrer Rache zusammen halten! Kannst du ihm Hörner aufsetzen, so machst du dir eine Lust, und mir einen Spaß. Es ruht noch manches im Schoß der Zeit, das zur Geburt will. Grade durch! – Fort! Treib' dir Geld auf! Wir wollen es morgen weiter verhandeln. Leb wohl! –
Vorlage S. 410
831
RODRIGO.
Vorlage S. 410
832
Wo treffen wir uns morgen früh?
Vorlage S. 410
833
JAGO.
Vorlage S. 410
834
In meiner Wohnung.
Vorlage S. 410
835
RODRIGO.
Vorlage S. 410
836
Ich werde zeitig dort sein.
Vorlage S. 410
837
JAGO.
Vorlage S. 410
838
Gut, leb wohl! – Höre doch, Rodrigo!
Vorlage S. 410
839
RODRIGO.
Vorlage S. 410
840
Was sagst du? –
Vorlage S. 410
841
JAGO.
Vorlage S. 410
842
Nichts von Ersäufen! Hörst du? –
Vorlage S. 410
843
RODRIGO.
Vorlage S. 410
844
Ich denke jetzt anders. Ich will alle meine Güter verkaufen.
Vorlage S. 410
845
JAGO.
Vorlage S. 410
846
Nur zu; tu' nur Geld genug in deinen Beutel!
Vorlage S. 410
847
Rodrigo ab.
Vorlage S. 410
848
So muss mein Narr mir stets zum Seckel werden:
Vorlage S. 410
849
Mein reifes Urteil würd' ich ja entweihn,
Vorlage S. 410
850
Vertändelt' ich den Tag mit solchem Gimpel,
Vorlage S. 410
851
Mir ohne Nutz und Spaß. – Den Mohren hass' ich;
Vorlage S. 410
852
Die Rede geht, er hab' in meinem Bett
Vorlage S. 410
853
Mein Amt verwaltet – möglich, dass es falsch:
Vorlage S. 410
854
Doch ich, auf bloßen Argwohn in dem Fall,
Vorlage S. 410
855
Will tun, als wär's gewiss. Er hat mich gern:
Vorlage S. 410
856
Um so viel besser wird mein Plan gedeihn.
Vorlage S. 410
857
Der Cassio ist ein hübscher Mann – lasst sehn!
Vorlage S. 410
858
Sein Amt erhaschen, mein Gelüste büßen, –
Vorlage S. 410
859
Ein doppelt Schelmstück! Wie nur? Lasst mich sehn: –
Vorlage S. 410
860
Nach ein'ger Zeit Othellos Ohr betören,
Vorlage S. 410
861
Er sei mit seinem Weibe zu vertraut –
Vorlage S. 411
862
Der Bursch ist wohlgebaut, von schmeid'ger Art,
Vorlage S. 411
863
Recht für den Argwohn, recht den Frau'n gefährlich.
Vorlage S. 411
864
Der Mohr nun hat ein grad' und frei Gemüt,
Vorlage S. 411
865
Das ehrlich jeden hält, scheint er nur so;
Vorlage S. 411
866
Und lässt sich sänftlich an der Nase führen,
Vorlage S. 411
867
Wie Esel tun.
Vorlage S. 411
868
Ich hab's, es ist erzeugt; aus Höll' und Nacht
Vorlage S. 411
869
Sei diese Untat an das Licht gebracht!
Vorlage S. 411
870
Er geht ab.
Vorlage S. 411

Nach dem Lesen

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10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil wir kommen, Euch einen Dienst zu tun, denkt Ihr, wir sind Raufbolde?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Und aller Wehr und Festigkeit entbehrt,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Ich will mich nicht im Irrtum sicher schätzen,« B: »Schreit's durch die Stadt, macht ihre Vettern wild,« C: »Leicht trägt den Spruch, wen andre Last nicht drückt, Und wen der selbstgefundne Trost erquickt;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Hört sie, ich bitt' Euch: Bekennt sie, dass sie halb ihm kam …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Obgleich« in diesem Textausschnitt? »Obgleich ich ihn wie Höllenqualen hasse,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Es ist undenkbar, dass Desdemona den Mohren auf die Dauer lieben sollte, – …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Schein, für meinen eignen Zweck:«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Schein, für meinen eignen Zweck:« und »tu' Geld in deinen Beutel! – noch der Mohr sie – es war ein«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Von der sie stückweis einzelnes gehört,«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
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Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Sag mir nur nichts, – denn damit kränkst du mich,«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
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Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Uns fehlt' Eu'r Rat und Beistand diese Nacht.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Sei diese Untat an das Licht gebracht!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Othello

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 4, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 390- Berlin

Das Werk Othello von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: Othello. Project Gutenberg eBook 1531. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.