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Buch - Luise - Huber, Therese

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Originalwerk · Lesefassung

Luise

Huber, Therese · 1764–1796

Luise von Huber, Therese. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

RomanKlasse 9–10 · 11–133 Abschnitte
Porträt von Huber, Therese; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Huber, Therese · Johannes Schreiber, see [1] · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 2 von 3

Vorrede des Herausgebers

1
Vorrede des Herausgebers
Vorlage S. 3
2
Dass Luisens Geschichte wahr, bei aller ihrer Alltäglichkeit schrecklich und traurig wahr ist, darf niemanden, der sie gelesen haben wird, wiederholt oder betheuert werden. Sie wäre ein elender Roman, sie ist eine sehr lehrreiche Geschichte. Es kann indessen dem Leser Noth tun, ehe er weiter geht, von zwei Dingen unterrichtet zu sein: warum sie nämlich geschrieben? und warum sie herausgegeben wurde?
Vorlage S. 3
3
Die Erzählung ist, fast ohne Ausnahme, das Werk der Heldinn selbst, und entstand folgendermaßen. Ein sehr achtungswürdiger Arzt, den sie über den fast hofnungslosen Zustand ihrer Gesundheit um Rath fragte, mochte durch seine lange Erfahrung belehrt worden sein, dass bei gebildeteren empfänglicheren Menschen dem Körper nicht aufzuhelfen ist, wenn der Seele nicht zugleich auch freundlich die Hand geboten wird; und dazu glaubte er das Mittel gefunden zu haben, indem er ihr anrieth, die Geschichte ihrer Leiden und ihres Unglücks aufzuzeichnen. Da es ihrer Fantasie unmöglich war, sich von den schwarzen Bildern ihrer Vergangenheit zu trennen, so glaubte er solche wenigstens in gewisse Schranken bannen zu können, wenn sie mit dem Verstande zugleich angestrengt würde, aus ihren schwankenden Vorstellungen ein wirkliches und zusammenhängendes Ganzes zu bilden. Er glaubte vielleicht, dass Luise ihr Schicksal für erträglicher, ihre Wunden für weniger unheilbar ansehen würde, wenn sie sich selbst eine ungeheuchelte Rechenschaft, von allem was sie betroffen hätte, ablegte. Das Mittel war gut berechnet, aber es schlug bei einem hartnäckigen Übel nicht an; und nachdem sie sich, mit allen Erinnerungen ihres unglücklichen Lebens, so vorschriftsmäßig als es ihrer schon zu tief verwundeten Seele möglich war, beschäftigt hatte, verzweifelte sie mehr als jemals, diesseits des Grabes noch Ruhe zu finden. Diese Arbeit grub vielmehr den Gedanken und die Erwartung des Todes tiefer in ihr Herz, und es ward endlich ihr einziges Ziel, in derselben ein Denkmal zu errichten, das denen, von welchen sie sich verlassen glaubt, sagen sollte, wie sie litt und warum sie starb; das ihren Freunden zurufen sollte: »Hier ruht sie!« und Fremden: »Lasset die nicht einsam und hülflos verschmachten, die jetzt leiden wie sie einst litt!« Über Grabsteinen schwebt Friede und Verzeihung, die Stimme des Todes regt keine Leidenschaft mehr auf: Friede und Verzeihung erwartete also auch Luise, die sich für lebendig todt hielt, indem sie diese Blätter in die Hände eines Mannes lieferte, den sie nicht persönlich kannte, für welchen sie aber Vertrauen und Achtung genug hatte, um ihn zur Herausgabe derselben aufzufordern.
Vorlage S. 3
4
Es schien mir etwas Heiliges zu haben, den Wunsch einer so gränzenlos Unglücklichen nicht unerfüllt zu lassen. Ohne indessen von den in dieser Geschichte auftretenden Personen eine einzige zu kennen, ohne also im Stande zu sein über sie zu urtheilen, habe ich doch die klare Überzeugung, dass man zwar Luisen alles was ihr Unglück betrifft und beweiset, auf ihr Wort glauben, über vieles aber was das ihr gethane Unrecht anbelangt, sie nicht für die kompetenteste Richterinn annehmen kann. So geschah es, nachdem die Arme die schreckliche Epoche ihrer Verstandesverwirrung überstanden hatte, dass man auf die Meinung hin, ihre Vernunft sei nicht wieder hergestellt, manches gegen sie that, das während ihrer schwachen Genesung heftig genug auf sie wirkte, um Entschlüsse in ihr hervorzubringen, welche, so hell auch ihr eignes Bewußtseyn dabei war, die Personen von denen sie umgeben war, wiederum in ihren Vorurtheilen bestärken mussten. In diesem und manchem ähnlichen Fall ist es unläugbar, dass sie Unrecht litt; aber zweifelhaft ist es, ob man ihr Unrecht that? Und in einem solchen Labirinth trieb sie ihr grausames Schicksal mit den Menschen, die sie zunächst angingen, unaufhörlich herum. Welche Scenen von Verzweiflung würden, zum Beispiel, die Geständnisse ihres Gemahls enthüllen, wenn dieser die Gewohnheit gehabt hätte, so über sich zu brüten wie seine unglückliche Frau? Sie brütete, litt, weinte: und er war schwerlich glücklicher, indem er nach seiner Art, nach der Stimmung seines Karakters fühlte, die ihn antrieb zu toben, oder sich auf jede Weise von der Veranlassung seines Unglücks zu zerstreuen, oder gar sich an ihr zu rächen; während Luise mit gleichem, wiewohl noch unvermeidlicherem Egoismus fortfuhr, nur von ihrem Kummer auszugehen, der doch, durch seinen Einfluss auf ihren Karakter, die nächste Ursache des Mißverhältnisses war. So behandelte und dachte sie die Menschen oft besser als sie waren; so erblickte und fühlte sie die nämlichen Menschen eben so oft schlimmer als sie waren; so gab ihre Güte ihr nie diejenige Kraft, welche andre im Zügel gehalten, und sie darüber hinweggesetzt hätte, über ihre und andrer Handlungen und Motive peinlich zu grübeln; so stieß schwärmerische Kleinlichkeit in ihr, unaufhörlich gegen gewöhnlich menschliche und gesellschaftliche Kleinlichkeit in Andern!
Vorlage S. 5
5
Die oberflächlichsten psychologischen Kenntnisse sind hinreichend, um auf alle, von ihren Helden selbst verfassten Biographien, gewisse allgemeine Vorsichtsregeln anzuwenden; und wenn eine Unglückliche, mit der Erzählung ihres Lebens, fast nur eine einzige lange Krankheitsgeschichte vorträgt, muss man allerdings noch eine besondre Rücksicht darauf nehmen: in wiefern ihre Vorstellungen, von Menschen und Dingen, dem Einfluss ihres individuellen Zustandes notwendig unterworfen sein mussten. Wenn aber ein Arzt, der einen Fieberkranken besucht, und ihn mit Heftigkeit versichern hört, dass man ein eisernes Band um seine Schläfe gelegt habe, oder ihm boshafter Weise von Zeit zu Zeit die Kehle zudrücke: – wenn der erfahrne Art auch diese Aussagen nicht für Thatsachen annimmt, so wird er sich doch, eben so wenig, auf die verdrießliche Betheurung der Wärterinn, dass dieses alles Fieberwahn sei, schlechterdings verlassen; er wird vielmehr untersuchen, ob des Kranken Kopfzeug nicht zu fest um die Schläfe gebunden ist, er wird dafür sorgen, dass man ihm einige Kissen unterlege, um ihm den peinigenden Zufluß des Blutes nach dem Kopfe zu lindern. Eben so dürfen wir das wunde Gefühl einer Leidenden, die uns erzählt was sie erduldete, nicht mit müßiger Weisheit verwerfen, indem wir sagen: »Bei diesen traurigen physischen Anlagen, nach diesen unglücklichen Zusällen, bei diesem zerrütteten Körper, bei diesem angegriffenen Geiste, konnte sie von dem, was ihr begegnete, nicht urtheilen!« sondern der Menschenfreund wird die Klagende verstehn, und indem er sie versteht, den vielleicht einzig möglichen Trost ihr gewähren; er wird seine Menschenkenntniß durch sie erweitert fühlen, hier helfen so weit er kann, – denn helfen kann man selbst Kranken, die man nicht zu heilen vermag, – und Keime ähnlichen Unglücks und ähnlicher Schuld, die in so manchem Menschenzirkel verborgen sein mögen, vielleicht noch bei Zeiten auszurotten oder zu verbessern gelernt haben. Luise beklagt sich mit vollem Recht, verkannt, und weil sie verkannt wurde, mißhandelt worden zu sein: freilich verkannte auch sie alles, und so erschien für sie keine Rettung, aus der Verwirrung ihres Schicksals. Aber die sonst ganz gleich aufgehende Rechnung von Fehlern und Vorwürfen, zwischen ihr und den Menschen mit welchen sie lebte, würde deshalb vor einem höheren Richterstuhl nicht für abgeschlossen gelten: weil die Gesunden der Kranken, die Älteren der Jüngern, die Vernünftigen der Schwärmerinn, die Starken der Schwachen, die Männer dem Weibe, mehr schuldig waren, als diese jenen. So lange daher der Tod den unglücklichen Gläubiger nicht hinweggenommen hat, so lange sollte, und so lange kann an der Schuld abgetragen werden, die, trotz aller Umstände welche sie erklären, entschuldigen, rechtfertigen, alsdann doch vielleicht etwas drückend gefühlt werden möchte.
Vorlage S. 8
Porträt von Huber, Therese; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Huber, Therese · Johannes Schreiber, see [1] · Public domain Bildquelle ↗
6
Vielleicht ist es mir mit den bisher gegebnen Winken schon gelungen, den Nutzen vorzubereiten, welchen ich durch die Herausgabe von Luisens Geschichte zu stiften hofte und wünschte. Es sei mir indessen erlaubt, noch einen sehr allgemeinen Gesichtspunkt zu berühren, aus welchem, wie mich dünkt, die folgenden Blätter betrachtet werden können. Dieses ganze traurige, bald matte bald grelle Gemälde, ist nur ein einzelnes Blatt aus der unseligen Geschichte der Konvenienz. »Durchbrecht die Schranken der Konvenienz,« sagt man, »und Ihr seid unter lauter Räubern und Mördern!« Das heißt mit andern Worten: »Reißt die Larve herab, mit welcher wir unsre sittliche Herabwürdigung zu bedecken übereinkamen, und ihr werdet uns sehen wie wir sind.« Das Elend, zu dessen Vertrauten Luise ihre Leser machen wird, rührte nicht von jener großen Naturnothwendigkeit her, aus deren eisernen Banden kein Sterblicher sich oder seine Brüder zu erlösen vermag: die ganze Unvermeidlichkeit desselben lag lediglich, in dem konventionellen Kreise, den die gute Gesellschaft um sich gezogen hat, und an dessen Schranken sich Einzelne den Kopf zerstoßen mögen, als kämpften sie gegen das Schicksal selbst. Wie viele hundert Familien stehen in ähnlichen Verhältnissen, in ähnlichen Verbindungen, haben, für das gleichgültige Publikum, einen ähnlichen Schein von Wohlstand und feinen Sitten, wie Luisens Haus: indessen sie ein ähnliches Gewühl von Schwächen und kämpfenden Leidenschaften verschließen, die, so lange sie nur leise unter sich gähren, nur hie und da eine kleine Schlechtigkeit hervorbringen, das öffentliche Ansehen nicht schmälern, dessen man unter jenen Bedingungen genießt; wenn sie aber einmal, bei lebhafter organisirten oder sittlicheren Menschen, sich bis zur Raserei oder zum Verbrechen entzündet haben, einstimmige Proskription auf die Unglücklichen herabziehen, deren Beispiel aus den Gewohnheiten, in welchen man so sanft ruht, aufschrecken möchte! Denn um zu bessern straft die Konvenienz nie: sie straft unerbittlich, schnell, und ungehört, um die Quellen des Übels unaufgesucht, um das Heiligthum von Verderbniß unangetastet zu erhalten.
Vorlage S. 12
7
Wenn sich solche Verhältnisse, die man alsdann nicht für traurig, nicht für schrecklich, nicht für unsittlich, sondern für ärgerlich ansieht, in einer Familie zu offenbaren anfangen, so erstaunt man, so zischelt man sich solche unter einander zu, und stellt die Sache dem waltenden Schicksal anheim: denn, außerdem dass sie ein Gegenstand der Gespräche am Theetisch ist, hat sie für niemanden Interesse. Ist es dann endlich, durch die diskrete Behandlung, unter das große Publikum gekommen, dass Mademoiselle N. sterblich in Herrn N. N. verliebt ist, dass aber ihre Eltern die Neigung missbilligen, das es sehr lebhafte Auftritte gibt, dass Mademoiselle heute mit rothgeweinten Augen in diese oder jene Gesellschaft gekommen ist, oder dass sie wirklich den Verstand verloren hat, dass der Mann, den sie auf Überredung ihrer Familie genommen, sich nicht um sie bekümmert, dass man sie einer Wärterinn überlässt, die sie mit Ruthen peitscht, verhungern lässt, u.s.w. – so empfindet zwar die Familie, Unschuldige wie Schuldige, eine gewisse nachtheilige Wirkung dieser Gerüchte in der öffentlichen Meinung, die zu versöhnen sie indessen ein unfehlbares, aber einziges Mittel hat, sobald sie das geschehene Übel wieder unter etwas äußeren Anstand zu vergraben weiß, wo es dann rettungslos austoben mag; dahingegen jeder mögliche Schritt, es zu verbessern, das allgemeine Skandal nur vermehren, und auch in der That, durch die Konvenienz, wesentlich unwirksam gemacht würde. Wenn einzelne feinere Seelen sich entsetzen, dass unter solchen Menschen solche Gräuel vorgehn, wenn sie gar dem Schein von Schwärmerei und Bizarrerie, von Don Quixottismus, genug trotzen um helfen zu wollen, so finden sie doch gar bald, dass dieser Schein nicht umsonst auf ihr Bestreben geworfen ist, dass er deswegen da ist, damit es ihnen unmöglich sei, in solchen Dingen etwas gut zu machen. Und die kleinere Anzahl von vertrauten Freunden oder Angehörigen des Hauses, denen selbst das Publikum das Recht zugestehen würde, sich um die Angelegenheiten desselben zu bekümmern: – o wie wenig hätte die Konvenienz ihren Vorteil verstanden, wenn sie nicht auch deren Recht so beschränkt und verklausulirt hätte, dass es ihrer Herrschaft nicht gefährlich würde! Schwerlich wird ein unbefangener Leser der folgenden Geschichte sich entbrechen auszurufen: War denn kein Mensch barmherzig genug, um Luisen aus den Händen ihrer Henker zu erlösen? Hätte man der Mutter, welche mit alrer Zärtlichkeit für ihre Tochter sie ihrem Stolze aufgeopfert hatte, und von den Ruthen fühlloser Miethlinge zerreißen ließ, da ihr Zustand sie der Nachsicht, der Pflege die man keinem Säuglinge versagt, bedürftig machte, hätte man ihr nicht ihre Pflicht mit strengem Ernst vorhalten sollen? Konnte denn kein einfaches vernünftiges Weib schon vorher, zur rechten Zeit, zu Luisen sagen: »Junge Frau, mit dieser romanhaften Zärtlichkeit, dieser Ebbe und Fluth von Gefühlen, fesselt man wohl einen jungen unbärtigen Liebhaber; aber sie beglückt keinen Ehemann, der nicht von Zeit zu Zeit Sonn- und Festtagskost, sondern in seinem Hause täglich seine behagliche physische und moralische Existenz sucht, und fordern darf?« Giebt es für diejenigen, die den platonischen Vertrag zwischen Luisen und ihrem Gemahl kannten, und ein Recht hatten drein zu sprechen, eine Entschuldigung, dass sie ihn jemals zugaben? Dass Blachfeld ihn einging, war so natürlich, dass er ein fühlloser Wilder gewesen wäre, wenn er es nicht getan hätte; aber ein Thor, oder etwas, selbst nach platonischen Begriffen die das Verdienst doch wohl in der Überwindung setzen, höchst verdienstloses wäre er gewesen, wenn er nicht, indem er sein Wort gab, sicher gerechnet hätte, dass Natur Liebe und Pflicht ihn vor Ablauf der Frist davon lossprechen würden. War aber die Veranlassung zu diesem Vertrag unwiderruflich in Luisens Karakter, vielleicht gar in ihren physischen Anlagen gegründet, so war die Ehe ihre Bestimmung nicht, und man musste sie nicht verheirathen: war sie blos die Geburt überspannter Gefühle, verkehrter Begriffe von Liebe und Glück, oder falscher Besorgnisse wegen ihrer Gesundheit, so musste das unerfahrne Mädchen eines Bessern belehrt werden, ehe ihr erlaubt wurde Pflichten zu übernehmen, die für sie um so schwerer und heiliger waren, als weder Neigung noch Vernunft, sondern Eitelkeit und Konvenienzen die Heirath schlossen; und also weder Kopf noch Herz, sondern der kahle dürre Buchstabe bürgerlicher Pflicht, über das Glück dieser Ehe zu wachen hatte. Das Ansehen, welches die gute Luise am meisten ehrte, mischte sich gerade hierin nicht: die Stimme der Freundschaft, – Leidet die Konvenienz denn Freundschaft? Unter Jünglingen trifft man zuweilen noch eine Spur von dem Urbilde der Freundschaft, gegenseitiges Mittheilen, und Beistehen mit Geist Herz und Beutel: aber das reifere Alter, welches uns immer als das Ziel der Weisheit angerühmt wird, und welches die Konvenienz zum Grabe der schönen Menschlichkeit gemacht hat, trennt dieses Band. Ein vernünftiger Mann hat keine Freunde mehr, er hat Kollegen, er hat standesmäßigen Umgang, und wenn die Frau barmherzig ist, so darf er wohl gar Tisch- und Trinkgenossen haben, aber einen Freund? – welch ein Romanenbegriff! Wenn man Weib und Kinder hat, vergeht einem das schon von selbst. Weiberfreundschaften aber tragen nicht einmal eine Jugendblüthe; sie sind die Geburt des elterlichen Drucks, der Eitelkeit, der Gewohnheit, der leeren Empfindelei, öfters der Intriguensucht, und je größer der Ort, je höher der Stand, je reifer das Alter, desto seelen- und herzloser werden sie. Wie würde das Tribunal der guten Gesellschaft sich empört haben, wenn ein wohlmeinendes Weib sich Luisens noch vor ihrer Heirath angenommen, und zu ihr gesagt hätte: »Prüfen Sie sich, und finden Sie sich stark genug, um Ihrer Mutter Missfallen zu ertragen, finden Sie, dass es blos Vorurtheil und Hochmuth ist, was sich der Wahl Ihres Herzens entgegen setzt, so bleiben Sie bei dieser, beweisen Sie durch das Glück Ihrer Ehe, durch Ihre Verdienste als Weib, dass ihre Eltern irrten, zwingen Sie so Ihre gute Mutter, sich Ihres Glückes zu erfreuen; wo nicht, so müssen Sie doch immer mit Ernst und Kraft jedes Mittel erforschen und anwenden, um auch in diesem Verhältnis nicht unglücklich zu sein; so dürfen Sie nicht leiden, und indem Sie sich für Ihre Mutter zu opfern wähnen, sie durch Märtirerthum für den Zwang, den sie Ihnen anthat, strafen!« Wehe der Kühnen, die eine solche Alternative aufgestellt hätte! der Stab ward über sie gebrochen. Als nun aber Luise zu ihrer Heirath beredet war, hätte man ihr nicht auch dann noch richtigere Begriffe von der Autorität ihrer Mutter, von dem Einfluss ihrer übrigen Familie auf ihr eignes Tun, beibringen können? Hätte man sie nicht belehren können, dass sie als Gattin und Mutter ihrem Gemahl, dem Vater ihrer Kinder, aber in nichts, das ihre Ehe beträfe, ihrer Familie mehr angehörte? Hätte man ihr nicht den Muth geben können, das ehrwürdige Vorurtheil ihrer kindlichen Liebe mit der Fackel wahrer Sittlichkeit zu beleuchten? – Können! Als ob der Begrif, was Freunde tun können, nicht schon längst dem verzehrenden Hauche der Konvenienz hätte unterliegen müssen, um auch hier das Wort auf den Trümmern der Sache herrschen zu lassen!
Vorlage S. 14
8
»Aber was wollt Ihr? Es bleibt doch beim Alten! So lasst auch Ihr es dabei!« – Und wie alt ist denn das Alte? Nein, es war nicht von jeher so, und es kann und wird nicht immer so bleiben. Man darf es denen, die das Gegentheil behaupten, kühn überlassen, es zu beweisen.
Vorlage S. 22
9
Zuverlässig giebt es unter den Leiden, welche diese Unglückliche betrafen, nicht ein einziges, das nicht abgewendet worden wäre, wenn der Kreis von Indolenz, von Rücksichten, von Furchtsamkeit, von allen Verneinungen aller Tugenden, den man unter dem Namen Konvenienz der gesellschaftlichen Menschheit als oberstes Gesetz aufgedrungen hat, sie nicht umschlossen hätte. Wenn also Ein Leser von Luisens Geschichte dadurch veranlaßt wird, Ein Mittel zu finden, um sich durch die Verschanzungen der Konvenienz durchzustehlen, und Eines ihrer zahllosen Übel zu verhüten, so ist die Herausgabe dieser Blätter gut gewesen.
Vorlage S. 23

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Das Mittel war gut berechnet, aber es schlug bei einem hartnäckigen Übel …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »man zwar Luisen alles was ihr Unglück betrifft und beweiset, auf ihr Wort glauben, über vieles aber was das ihr gethane Unrecht anbelangt, sie nicht für die […] Richterinn annehmen kann«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Luise beklagt sich mit vollem Recht, verkannt, und weil sie verkannt wurde, mißhandelt worden zu sein: freilich verkannte auch sie alles, und so erschien für sie keine Rettung, aus der Verwirrung ihres Schicksals.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

5. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Körper nicht aufzuhelfen ist, wenn der Seele nicht zugleich auch freundlich die Hand geboten wird; und dazu glaubte er das Mittel gefunden zu haben, indem er ihr anrieth, die Geschichte ihrer Leiden und ihres Unglücks aufzuzeichnen« B: »Das Ansehen, welches die gute Luise am meisten ehrte, mischte sich gerade hierin nicht: die Stimme der Freundschaft, – Leidet die Konvenienz denn Freundschaft?« C: »Vielleicht ist es mir mit den bisher gegebnen Winken schon gelungen, den Nutzen vorzubereiten, welchen ich durch die Herausgabe von Luisens Geschichte zu stiften hofte und wünschte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »die Konvenienz ihren Vorteil verstanden, wenn sie nicht auch deren Recht …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »das Verdienst doch wohl in der Überwindung setzen, höchst […] wäre er gewesen, wenn er nicht, indem er sein Wort gab, sicher gerechnet hätte, dass Natur Liebe und Pflicht ihn vor Ablauf der Frist davon lossprechen würden«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »weil die Gesunden der Kranken, die Älteren der Jüngern, die Vernünftigen der Schwärmerinn, die Starken der Schwachen, die Männer dem Weibe, mehr schuldig waren, als diese jenen«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Hätte man ihr nicht den Muth geben können, das ehrwürdige Vorurtheil …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Dass Luisens Geschichte wahr, bei aller ihrer Alltäglichkeit schrecklich und traurig wahr ist, darf niemanden, der sie gelesen haben wird, wiederholt oder betheuert werden. Sie wäre ein elender Roman, sie ist […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »Es schien mir etwas Heiliges zu haben, den Wunsch einer so gränzenlos Unglücklichen nicht unerfüllt zu lassen. Ohne indessen von den in dieser Geschichte auftretenden Personen eine einzige zu kennen, ohne also […]« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
  • Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Ruthen peitscht, verhungern lässt, u.s.w. – so empfindet zwar die Familie, Unschuldige wie Schuldige, eine gewisse nachtheilige Wirkung dieser Gerüchte in der öffentlichen Meinung, die zu versöhnen sie indessen ein unfehlbares, aber […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] grub vielmehr den Gedanken und die Erwartung des Todes tiefer in ihr Herz, und es ward endlich ihr einziges Ziel, in derselben ein Denkmal zu errichten, das denen, von welchen sie sich verlassen glaubt, sagen sollte, wie sie litt und warum […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] mögen, als kämpften sie gegen das Schicksal selbst. Wie viele hundert Familien stehen in ähnlichen Verhältnissen, in ähnlichen Verbindungen, haben, für das gleichgültige Publikum, einen ähnlichen Schein von Wohlstand und feinen Sitten, wie […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Prüfe, ob es in dieser Passage um Tod oder das Ende des Lebens geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] dem Weibe, mehr schuldig waren, als diese jenen. So lange daher der Tod den unglücklichen Gläubiger nicht hinweggenommen hat, so lange sollte, und so lange kann an der Schuld abgetragen werden, die, trotz aller Umstände welche sie […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

7. Vergleiche diese beiden Stellen: »Es schien mir etwas Heiliges zu haben, den Wunsch einer so gränzenlos Unglücklichen nicht unerfüllt zu lassen. Ohne indessen von […]« und »Wenn sich solche Verhältnisse, die man alsdann nicht für traurig, nicht für schrecklich, nicht für unsittlich, sondern für […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Am Abschnittsende steht: »Zuverlässig giebt es unter den Leiden, welche diese Unglückliche betrafen, nicht ein einziges, das nicht abgewendet worden wäre, wenn der Kreis von Indolenz, von Rücksichten, von Furchtsamkeit, von allen […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Dass Luisens Geschichte wahr, bei aller ihrer Alltäglichkeit schrecklich und traurig wahr ist, darf niemanden, […]« / »Zuverlässig giebt es unter den Leiden, welche diese Unglückliche betrafen, nicht ein einziges, das nicht […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Dass Luisens Geschichte wahr, bei aller ihrer Alltäglichkeit schrecklich und traurig wahr ist, darf niemanden, der sie gelesen haben wird, wiederholt oder betheuert werden.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Wie viele hundert Familien stehen in ähnlichen Verhältnissen, in ähnlichen Verbindungen, haben, für das gleichgültige Publikum, einen ähnlichen Schein von Wohlstand und feinen Sitten, wie Luisens Haus: indessen sie ein ähnliches Gewühl von Schwächen und kämpfenden Leidenschaften verschließen, die, so lange sie nur leise unter«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Wenn also Ein Leser von Luisens Geschichte dadurch veranlaßt wird, Ein Mittel zu finden, um sich durch die Verschanzungen der Konvenienz durchzustehlen, und Eines ihrer zahllosen Übel zu verhüten, so ist die Herausgabe dieser Blätter gut gewesen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Luise von Huber, Therese ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

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Luise

Therese Huber: Luise. Ein Beitrag zur Geschichte der Konvenienz, Leipzig, in der Pet. Phil. Wolfischen Buchhandlung, 1796. Huber, Therese 3- Leipzig

Das Werk Luise von Huber, Therese ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

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