Der Prophet Jeremias warnt vor dem Krieg, während politische und religiöse Wortführer auf Macht und Sieg vertrauen. Nach der Zerstörung Jerusalems richtet sich das Drama auf die Möglichkeit geistigen Widerstands und gemeinsamer Hoffnung im Exil.
DramaKlasse 9–10 · 11–1310 Abschnitte
Historisches Bildnis von Stefan Zweig — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Franz Xaver Setzer (1886-1939) · Public domainBildquelle ↗
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Das flache Dach auf dem Hause des Jeremias, weißgequadert und blinkend im matten Mond. In der Tiefe mit Türmen und Zinnen, mit Schlaf und Stille Jerusalem. Alles ist reglos ringsum, nur der Wind der ersten Frühe fährt manchmal tönend durch das Schweigen.
Die Tore rammelt zu ... die Riegel vor ... zum Wall ... zum Walle!... Oh Wächter, schlimme Wächter ... sie kommen ... sie sind da ... Brand über uns ... im Tempel Brand ... Hilfe ... zu Hilfe!... Die Mauer fällt, die Mauer ...
JEREMIAS (ist bis zum Rande des Daches vorgestürmt und hält plötzlich inne. Sein Schrei prallt gell gegen die weiße Stille. Er schrickt zusammen, ein Erwachen kommt über ihn. Sein Blick tastet wie der eines Trunkenen über die Stadt hin, seine Arme, die schreckhaft gespreizten, brechen langsam nieder, müde streift die Hand über die offenen Lider):
Friedlich die Stadt, friedlich das Land, in mir nur dieser Brand, nur meine Brust ein Feuer! Oh, wie sie selig ruht in Gottes Arm, von Schlaf bebrütet, überdacht von Frieden, ein Tau von Mond auf jedem Haus und Schlummer, sachter Schlummer auf jedes Hauses Stirn. Nur ich, ich brenne Nacht um Nacht, stürz hin mit allen Türmen, fliehe Flucht, vergeh in Flammen, nur ich, nur ich, zerwühlt die Eingeweide, fahr taumelnd hoch vom heißen Bett zum Mond, dass er mich kühle! Nur mir sprengt Traum den Schlaf, nur mir frisst feurig Graun das Schwarze von den Lidern! Oh Marter dieses Bilds, oh Irrwitz von Gesichten, die trügerisch im Blut sich ballen und matt schmelzen dann im wachen Mond!
Und immer gleich der Traum, gleich dieser Wahn, Nacht, Nacht und Nacht, der gleiche Schrecken sich im Fleische bäumend, der gleiche Traum zu gleicher Qual entbrennend! Wer tat dies in mein Blut, dies Gift der Träume, wer, wer jagt mich so mit Schrecknis? Wer hungert meines Schlafs, dass er ihn wegfrißt mir vom Leibe, wer quält, wer quälet mich? Mond, Nacht, Gestirn, ihr kalten Zeugen, wer, wer plaget mich, und wem, wem wache ich? Oh Antwort, Antwort! Wer bist du, Unsichtbares, das vom Dunkel zielt auf mich mit Pfeilen des Entsetzens, wer bist du, Schrecknis, die mich nachts beschläft, dass ich dein schwanger ward und mich hinkrümme in den Wehen? Warum dies Grauen mir, nur mir in dieser Stadt voll Schlummer und Entsinkens!
Oh Schweigen, Schweigen, immer Schweigen und innen Aufruhr noch und aufgewühlte Nacht. Mit heißen Fängen krallt sichs ein in mich und kann sie doch nicht fassen, mit Bildern geißelts mich und weiß nicht, wer mich treibet, in leere Luft hinfallen meine Schreie! Wohin, wohin entfliehn? Oh wirr Geheimnis dieser Jagd, der ich erliege, und weiß nicht, wessen Ziel und wem zur Beute! Tu auf dich, Netz und Wirrnis, den Sinn sag dieser Qual, du Unsichtbarer, oder lass von mir, ich kann, ich kann nicht mehr. Lass ab, du Jäger, oder fasse mich, in Wachen ruf mich, nicht im Traum, in Worten sprich und nicht in Bildern brenne, – tu auf dich, der du mich verschließest, den Sinn sag dieser Qual, den Sinn, den Sinn!
Bist du es, Unsichtbarer, der mich jagt und plaget ... bin ich es selbst, tönt mein hinstürmend Blut ... noch einmal sprich, dass ich dich kenne, Stimme ... noch einmal ruf mich an ... noch einmal, einmal sprich ...
Sprich, Herr, zu deinem Knecht! Du riefest meinen Namen, so gib die Botschaft auch, auf dass mein Sinn sie fasse. Wach bin ich deinem Wort und offen deiner Rede! (Er lauscht wieder angespannt. Tiefes Schweigen.)
Ist es vermessen, dass ich dein begehre? Ein Unbelehrter bin ich und geringer Knecht, ein Staubkorn deiner Erde, doch dein ist alle Wahl! Der du Könige kiesest aus den Hirten und oft entsiegelst eines Knaben Mund, dass er dann glühet deiner Rede, – du wählst nach andern Zeichen. Wen du berührest, Herr, der ist erwählet, wen du erwählest, Herr, der ist berufen. War schon dein Ruf dies, der an mich ergangen, oh sieh, ich habe ihn vernommen; bist du es, Herr, der mich gejagt, so sieh, ich flieh dir nicht. Faß deine Beute, Herr, greife dein Wild oder jag weiter mich zum Ziele! Nur mach mich wissend, dass ich dich nicht fehle, tu auf die Himmel deines Wortes, dass ich dich erschau, dein Knecht!
Ich höre, Herr, ich höre! Mit meiner ganzen Seele horche ich dir zu! Aufgetan sind die Quellen meines Bluts und strömen, ausgereckt jede Faser meines Leibs, dich zu fassen, offen bin ich, unwürdig Gefäß, deiner Verkündung. Rede mir deine Rede, befiehl deine Befehle, dein bin ich mit dem Fleisch und dem Inwendigen meiner Seele! Ich will werden in deinem Willen und vergehen in deinem Geheiß. Ich will verlassen, die ich liebte, um deinetwillen und abseits werden meinen Freuden, ich will lassen die Süße des Weibes und die Hausung der Menschen, in dir allein will ich wohnen und wandern deine Wege. Keinen Ruf will ich hören, da ich deinen erhörte, und ertauben der Rede von Menschen. Dir allein gelobe ich mich, Herr, dir allein, denn durstig ist meine Seele deines Dienstes – offen bin ich deinem Wort und gewärtig deiner Zeichen!
Brich ein in mich, Herr, mein Herz birst vom Schauer deiner Nähe schon! Schütte dich aus, selig Gewitter; wühl mich auf, dass ich deinen Samen trage, mache fruchtend meine Erde, mache trächtig meine Lippe – einbrenn mir das Brandmal deiner Hörigkeit! Wirf dein Joch über mich, siehe, gebeuget schon ist mein Nacken, – dein bin ich, dein für immerdar. Nur erkenne mich, Herr, wie ich dich erkenne, nur lass mich deine Herrlichkeit schauen, wie du erschautest im Dunkel meine Niedrigkeit, den Weg nur weise deines Willens, Herr, weise ihn, weise ihn deinem ewigen Knecht!
Eine Stimme hört ich vom Dache und tastete, dass ich dich weckte. Doch kalt war das Linnen, leer lag dein Bett. Da fiel Angst über mich, und ich rief deinen Namen ...
Nein, Jeremias, ich achte ihrer, doch sie verschließen sich mir. Jeremias, ein fremder Geist ist über dich kommen, fremd ward und feindlich dein Sinn. Was ist dir geschehen, mein Kind, was quälet, was sorget dich?
Nein, du verschließt dich, du Harter, vor mir und bist doch offen meiner Seele. Meinst du, ich wisse nicht, wie du umgehst seit Monden Nacht um Nacht; meinest du, ich hörte nicht das Stöhnen deines Schlafs und den Angstschrei deines Schlummers? Oh, offenen Auges hör ich dich im Dunkel, wie du umwanderst ruhlos im Haus, Schritt für Schritt hör ich dich schreiten, und Schritt für Schritt mitwandert mein Herz. Was ists, das dich quälet? Tu dich auf, du Verschlossener, nicht birg meiner Sorge die Qual!
Wie soll ich deiner nicht sorgen? Bist du denn meiner Tage Tag nicht und meiner Nächte Gebet? Aus den Händen bist du mir gewachsen, darin ich dich trug, doch meine Seele, noch hält sie dich inne, dass sie wache deines Lebens. Oh, ich wusste es vordem, eh du es wusstest, ich sah es, eh du es schautest, seit Monden schon: es ist ein Schatten auf dein Antlitz gefallen und eine Sorge in deine Seele. Du bist fremd worden deinen Freunden und abseits der Fröhlichen, den Markt meidest du und der Menschen Haus. In Gedanken vergräbst du und des Lebens versäumest du dich. Jeremias, besinne dich, zum Priester bist du gezogen, dein harret des Vaters Gewand, dass du lobpreisest den Herrn mit Psalter und Gesang. Heb auf dein Antlitz vom Dunkel in den Tag, es ist Zeit, dass du bauest dein Leben, dass du beginnest dein Werk!
Soll ich bauen ein Haus in den Abgrund und mein Leben in den Tod? Soll ich säen der Fäulnis und lobpreisen die Vernichtung? Ich sage dir, Mutter, wohl dem, der sein Herz nicht hängt jetzt ans Lebendige, denn wer atmet diesen Tag, trinkt schon von seinem Tod.
Nein, Mutter, sie sagen Friede und Friede, die Toren, aber es ist darob kein Friede noch, und sie legen sich nieder und vermeinen Schlaf, die Arglosen, und schlafen schon in ihren Tod. Mutter, eine Zeit ist nahe wie keine gewesen je in Israel, und ein Krieg, wie noch keiner über Erden gefahren! Eine Zeit, dass neiden werden die Lebendigen die Toten in der Grube um ihren Frieden und die Schauenden die Blinden um ihr Dunkel. Noch ist es nicht sichtig den Toren, noch ist es nicht offenbar den Träumern, doch ich, ich hab es geschauet Nacht um Nacht. Immer höher brennet der Brand, immer näher nahet der Feind, er ist da, der Tag des Getümmels und der Zertretung, schon steiget des Krieges rot Gestirn aus der Nacht.
Ein Wort, ein heimlich Wort ist über mich kommen, Da ich Gesichte beschaute des Nachts Und irrging in Träumen. Furcht und Bangnis fiel über mich, Meine Gebeine erbebten wie eine Klapper, Und gleich rissiger Mauer Einstürzte mein Herz. – Mutter, Ich habe Dinge gesehen, Wenn die stünden geschrieben, Würde starren der Menschen Haar Und der Schlaf fallen wie Asche Von ihrem Gesicht.
Das Ende nahet, das Ende, Es fahret aus Dräuend von Mitternacht, Feuer sein Wagen, Würgung sein Flug! Schon rauschen Schrecknis die heiligen Himmel, Schon bebt die Erde von Donner und Huf.
Kontextbild zum Werk. Historisches Bildnis von Stefan Zweig — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Franz Xaver Setzer (1886-1939) · Public domainBildquelle ↗
Ein klein Wind? Wehe, wehe! Gewaltigen Rauschens Wächst er empor, Sturmwind von Gott. Aus dem Geklüfte Der Mitternacht Kommt er gefahren, Schrecknis schwingt er Über die Stadt. Mutter! Mutter! Hörst du es nicht: Schwert klirrt im Wind, Räder rollt die rauschende Welle, Lanze blinkt und Harnisch die Nacht, Krieger und Krieger, unendliche Scharen Schüttet der Sturmwind über das Land.
Es nahet, es nahet, Fremd Volk, Mächtig und alt Aus dem Osten der Erde, Unendliche Fülle Rauschen sie an, Wie Blitz fliegen weit ihre windigen Pfeile, Ihre Rosse sind alle mit Eile behufet, Ihre Wagen starr wie die Felsen geschient. Und inmitten ausfähret Mit blutiger Krone Der Stürzer der Städte, Der Zünder der Brände, Der Zwingherr der Völker, Der König, der König von Mitternacht.
Den Er erweckte, Den Er erwählte, Als harten Vollstrecker Härtesten Spruchs, Dass er strieme das Volk um all seiner Fehle, Dass er mahle die Mauer und berste die Türme, Dass er lösche das Licht und das Lachen der Häuser, Dass er tilge die Stadt und den Tempel von Erden Und pflüge die Straßen Jerusalems.
Es fällt! Was Gott berennet, Hat nicht Bestand! Von untenher Werden dorren seine Wurzeln, Und von obenher Geschnitten seine Frucht! Mit der Axt und dem Brande Wird der Reisige roden Israels Forst und Zions Gefild.
Es ist nicht wahr! Du lügst! Du lügst! Nie wird ein Feind diese Stadt umwallen, Nie Zion zittern, nie Davids Burg fallen! Und wenn der Feind von den Enden der Erde käm, Ewig werden die ragenden Mauern, Ewig die Herzen Israels dauern, Ewig währet Jerusalem!
Frevler, wer so träumet, und Frevler siebenfach, wer glaubt solchen Träumen! Wehe, wehe, dass ichs erlebe, mein eigen Blut zaget an Zion und zweifelt des Herrn! Jeremias, Jeremias, willst du, dass mir zum Abscheu werde mein Schoß?
Halte dich wach im Gebet wider sie, und an dem Namen des Herrn zerschellet ihr Trug. Jeremias, besinne dich: eines Gesalbten Sohn bist du und geweiht, dass deine Stimme lobsinge dem Herrn, dass sie erhebe die Herzen der Zagenden und mit Mut fülle der Verstöreten Sinn!
Ich lasse nicht dein und nicht deine Seele dem Zweifel. Jeremias, mein einzig Kind, höre mich an! Geheimes künde ich dir zum erstenmal, dass erwache dein Herz. Höre mich, die ich zu dir rede aus meiner Not. Auch ich war eine Verzagete einst, denn zehen Jahre verschloss der Herr meinen Schoß. Spott ward ich den Gefährtinnen und der Kebsen Gelächter. Zehen Jahre trug ich es duldend und zagete schon, aber im elften entbrannte mein Herz, und ich ging in Gottes Haus, dass Er Frucht schenke meinem Schoß.
Und ich warf mich zur Erde und tränkte sie mit meinen Tränen und gelobete: so ein Sohn mir geschenkt sei, ihn zu weihen dem Herrn. Ich gelobete zu schweigen und kein Wort zu tun vom Munde in meiner schweren Zeit, dass ihm dereinst der Rede Fülle sei, zu lobpreisen den Gott.
Selbigen Tages erkannte dein Vater mich, und ich ward dein gesegnet. Jeremias, höre, Jeremias, neun Monde begrub ich getreu die Stimme in meinem Leibe, dass dir alle Fülle des Wortes sei, dass du Lobkünder werdest des ewigen Gottes! So lösete ich mein Wort, und wir zogen dich auf, dass du lerntest die Schrift, und lieblich klang deine Stimme zum Psalter. Jeremias, nun weißt du: zum Priester bist du geweiht von Anbeginn und zum Lobkünder des Herrn. Zerreiß deiner Träume Netz und tritt in den Tag.
Oh, zwiefach Gelöbnis, Mutter, oh, zwiefach Zeugnis dieser Nacht. Zum andern Male hast du mich erwecket dem Leben, ein Wissender bin ich worden an deinem Wort, denn wundersam: ich schrie auf meine Frage zu Gott, und er entsandte dich mir zur Rede! Oh Geheimnis dieses Wegs, oh Stachel der Träume, der mich aufstieß, oh Lockung der Bilder, die mich weckten, oh trefflicher Jäger, der nicht fehlet! Nun weiß ich, wer geschlagen an meines Schlafes Wand, bis ich aufstund von meines Lebens Schlummer, nun weiß ich, wer drängete meine Säumnis, nun weiß ich, wer mich gefordert ...
Ja, trunken bin ich nun der Gewissheit seines Willens und so voll der Rede, dass mich der Odem in meinem Innern ängstet. Die Siegel sind gebrochen meines Mundes, und mir brennet die Lippe der Verkündung ...
Dein Sohn, Mutter? Oh, wie sehr bin ich dein Sohn, wie dir gleich im Geschehen! Wisse, auch ich bin ein Unfruchtbarer gewesen, und Er hat mir ein Wort gezeuget und ein Geheimnis. Erneut habe ich, Mutter, dein Wort, auch ich habe mich ihm gelobet ...
Nein, Mutter, nicht Opferers Dienst hab ich genommen – selbst will ich das Opfer sein. Ihm bluten entgegen meine Adern, ihm brennet mein Fleisch, ihm flammet meine Seele. Ich will ihm dienen, wie keiner gedient, seine Wege sind meine Wege nunab. Oh, siehe, schon morgents im Tale, und auch in mir war es Tag aus den Dunkelheiten! Sein Himmel brennet in Feuer, und auch mir entbrannte das Herz. Oh, Wagen Elias, auffahrend im Feuer, reiß mit meine Rede, dass sie niederstürze wie Donner in der Menschen Tag! Wehe, mir brennet die Lippe schon, fort, ich muss fort ...
So weichest du? Aber höre vordem noch, Jeremias, höre, eh du auftust die Lippe vor dem Volke: Ich fluche aus meiner Seele Kraft dem, der Schrecknis wirft über Israel, ich fluche ...
Ich fluche dem, der Sturz sagt den Mauern und Wüstung den Gassen, ich fluche dem, der Tod schreit über Israel. Möge sein Leib in Feuer fallen und seine Seele in des lebendigen Gottes Faust.
Ich fluche dem Zweifler, der mehr vertrauet den Träumen denn Gottes Barmherzigkeit! Ich verfluche, ich verfluche den Leugner Gottes und wäre es mein Kind! Zum letztenmal, Jeremias ... wähle!
Ich weiß die Straße nicht, die ich schreite ... ich fühl die Steine nicht, die ich trete ... ich fühl einen Ruf nur ... einen Ruf, der mich rufet ... und ich folge dem Ruf ...
(Keine Antwort. Der Schrei verhallt zur Klage und schwingt allmählich ganz ins Schweigen zurück. Einsam steht die einstürzende Gestalt der Mutter vor dem hohen Himmel, über den sich tragische Morgenröte wie ein Schein von Feuer und Blut mählich zu verbreiten beginnt.)
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Tu auf dich, Netz und Wirrnis, den Sinn sag dieser Qual, du […], oder lass von mir, ich kann, ich kann nicht mehr.«
4. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Eine Stimme hört ich vom Dache und […], dass ich dich weckte.«
5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Oh, ich wusste es vordem, eh du es wusstest, ich sah es, eh du es […], seit Monden schon: es ist ein Schatten auf dein Antlitz gefallen und eine Sorge in deine Seele.«
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »Oh, wie sie selig ruht in Gottes Arm, von Schlaf bebrütet, überdacht von Frieden, ein Tau von Mond auf jedem Haus und Schlummer, sachter Schlummer auf jedes Hauses Stirn.«
B: »Spott ward ich den Gefährtinnen und der Kebsen Gelächter.«
C: »Nein, Jeremias, ich achte ihrer, doch sie verschließen sich mir.«
9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »„Rufe mir, so will ich dir […] und dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt.“«
10. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Sein […] prallt gell gegen die weiße Stille.«
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »„Rufe mir, so will ich dir antworten und dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt.“«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.
Impulse zur Selbstprüfung
Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.
2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »„Rufe mir, so will ich dir antworten und dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt.“« und »Möge sein Leib in Feuer fallen und seine Seele in des lebendigen Gottes Faust.«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.
Impulse zur Selbstprüfung
Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.
Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Nein, Jeremias, ich achte ihrer, doch sie verschließen sich mir.«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.
Impulse zur Selbstprüfung
Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.
Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
Wirkung als begründete Deutung formuliert
Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »„Rufe mir, so will ich dir antworten und dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt.“«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Wahrlich, nicht bräutlich nahet die Stunde!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Ich weiß die Straße nicht, die ich schreite ... ich fühl die Steine nicht, die ich trete ... ich fühl einen Ruf nur ... einen Ruf, der mich rufet ... und ich folge dem Ruf ...«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Deutschsprachiger Originaltext. Der urheberrechtliche Zeitraum des namentlich belegten Autors ist nach dokumentierten GND-Lebensdaten für Deutschland abgelaufen. Abbildungen und moderne Begleittexte der Ausgangsausgabe werden nicht übernommen.
Jeremias: Eine dramatische Dichtung in neun Bildern
Zweig, Stefan: Jeremias: Eine dramatische Dichtung in neun Bildern, Project Gutenberg eBook 40564.
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Originalsprache · Deutsch
Unveränderte deutsche Quellfassung; die andere Spalte bietet eine gesonderte Lesefassung. Beide Ansichten gehören zu demselben Werk.
Zweig, Stefan: Jeremias: Eine dramatische Dichtung in neun Bildern, Project Gutenberg eBook 40564.
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Welche Änderungen enthält die Lesefassung?
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