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Buch - Halle - Arnim, Ludwig Achim von

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Originalwerk · Lesefassung

Halle

Arnim, Ludwig Achim von · 1781–1831

Halle von Arnim, Ludwig Achim von. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–135 Abschnitte
Porträt von Arnim, Ludwig Achim von
Porträt: Arnim, Ludwig Achim von · Peter Eduard Ströhling · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erster Auftritt.
Vorlage S. 2
2
Der Marktplatz. Auf der einen Seite stehen drei einsame Pferdeverleiher in der Sonne, auf der andern die beiden Gevaterbuden mit Blumen und Früchten reichlich angefüllt; die Gevatterin zählt Kirschen in Papiertüten. Pamphilio, Dienemann, Suppius, Mayer, Becker, ein Waisenhäuser, ein Kümmeltürke, ein Magister liegen nachlässig auf dem Sopha und auf den Stühlen vor der einen Bude umher und essen so wenig, als sie sprechen. Im Hintergrunde des Theaters erscheint das alte akademische Gebäude, der Thorweg ist geöffnet, es werden von einem Buchhändler Dissertationen und Bildnisse berühmter gelehrten ausgehangen. Ahasverus, ein Reisebündel auf dem Rücken, geht langsam ernst vorüber.
Vorlage S. 2
3
AHASVERUS
Vorlage S. 2
4
leise vor sich.
Vorlage S. 2
5
Sei mir gegrüßt, du Stadt des Segens und des Fluches die alles mir geraubt und alles mir bewahrt. – ich will doch näher schleichen dem Studentenhaufen, Cardenio mag darunter sein. Zur Gevatterin. Was kostet wohl ein Schock von diesen Kirschen, liebe Frau?
Vorlage S. 2
6
GEVATTERIN.
Vorlage S. 2
7
Zwei Groschen.
Vorlage S. 2
8
AHASVERUS.
Vorlage S. 2
9
Ich hab nur einen Groschen, hat sie keine schlechteren?
Vorlage S. 2
10
GEVATTERIN.
Vorlage S. 2
11
Die Judenkirschen sind dies Jahr nicht gut gerathen, Alterchen.
Vorlage S. 2
12
SUPPIUS
Vorlage S. 3
13
lacht.
Vorlage S. 3
14
Den Juden muss ich foppen. Zu Ahasverus. Cur ita visum est plerisque biduum aut triduum commorari Halis Saxonum.
Vorlage S. 3
15
AHASVERUS.
Vorlage S. 3
16
Qui illic locus est, unde non poterant avelli sicii Ulyssis, illic Sirenes.
Vorlage S. 3
17
SUPPIUS.
Vorlage S. 3
18
Was Teufel, der Kerl weiß Latein. Hör Gevatterin, der Jude sagt, du wärst eine Sirene.
Vorlage S. 3
19
GEVATTERIN.
Vorlage S. 3
20
Besser rene als unrene, Alterchen er thäte auch gut, sich einmal die Hände zu waschen, oder darf er das nicht? Dass er mir nur keine Kirschen anrührt.
Vorlage S. 3
21
DIENEMANN.
Vorlage S. 3
22
Er sieht den Schmutz nicht, denn wie Veneroni sagt, Tschaskeduno sa, ke la tschetschita dei Tschiudäi e Schismatitschi.
Vorlage S. 3
23
AHASVERUS.
Vorlage S. 3
24
Blind men must not judge of colours. Meine lieben Herren gehen Sie nur eine Woche so wie ich in der Sonne, Sie werden auch keine weiße Hände behalten. Beso las manos. Ab.
Vorlage S. 3
25
MEYER.
Vorlage S. 3
26
Mein Seel, der Jude könnte einem dienen, wie ein Wörterbuch für vier Sprachen.
Vorlage S. 3
27
WAISENHÄUSER.
Vorlage S. 3
28
Ich glaube, dies ist der ew'ge Jude, der überall gewesen, alle Sprachen reden soll und immer zittert, so ist er überall beschrieben.
Vorlage S. 3
29
DIENEMANN.
Vorlage S. 3
30
Mir kam es vor, als hätt' er in den Augen, in der Stirn so etwas von Cardenio.
Vorlage S. 3
31
MEYER
Vorlage S. 3
32
und alle lachen.
Vorlage S. 3
33
Du findest überall doch Ähnlichkeiten, weil du in der Mitte stehst mit deinem Angesichte zwischen dem Apollo und dem Frosche; viel eher gleicht der Alte einem Ziegenbocke mit seinem weißen Barte, mit der krummen Nase.
Vorlage S. 3
34
DIENEMANN.
Vorlage S. 4
35
Halt still, was schlägt's da? Wahrhaftig schon eilf Uhr und Schlinger ist noch nicht zurück von Reideburg, der Wagner heut zerbeißet und zerstampft sich noch vor Ungeduld. Zur Schlägerei war immer Zeit bis morgen. Gewiss hat ihm Cardenio die Schlenkerprime übers Maul gezogen, dass er nicht reden kann. Verfluchter Streich, warum gab denn Cardenio ihm gestern Abend die Ohrfeige?
Vorlage S. 4
36
PAMPHILIO.
Vorlage S. 4
37
Warum? Weil Schlinger ein Ohrfeigengesicht nun einmal hat, frag Gott darum, er hätt sich lang dem Teufel übergeben, wenn ihm ein Teufel dienen wollte, jetzt dienet er dem Wagner; damit ihn der aus Gnade und Barmherzigkeit zum Teufel schickt.
Vorlage S. 4
38
SUPPIUS.
Vorlage S. 4
39
Was soll das heißen, ich bin auch ein Schüler Wagners.
Vorlage S. 4
40
DIENEMANN.
Vorlage S. 4
41
Jetzt geh, ich bin für deine schlechte Späße heut zu ungeduldig, mach dass du fort kömmst, Schwätzer.
Vorlage S. 4
42
PAMPHILIO.
Vorlage S. 4
43
Langweilt euch nun allein, ich hab mich lang genug mit euch langweilt. Ab.
Vorlage S. 4
44
MEYER.
Vorlage S. 4
45
Was meint ihr, wollen wir den Lümmel koramiren?
Vorlage S. 4
46
DIENEMANN.
Vorlage S. 4
47
Wär nicht Cardenio sein Freund, es juckte mir die Hand, es ist ihm nicht geschenkt.
Vorlage S. 4
48
Zweiter Auftritt.
Vorlage S. 4
49
Cardenio im Kollet, mit Hieber und Burschenhut kömmt auf einem mageren Philistergaule angesprengt, den ihm ein Philister sogleich abnimmt.
Vorlage S. 5
50
PFERDEPHILISTER.
Vorlage S. 5
51
Das ist zu arg Herr Cardenio, es ist mein bestes Pferd, es ist ja wie mit Wasser ganz begossen, es fliegt die Brust ihm wie ein Blasebalg.
Vorlage S. 5
52
CARDENIO.
Vorlage S. 5
53
Du willst noch reden Schurke, mir ein stät'sches Pferd zu geben, das mich eine Stunde länger aufgehalten, als meine Zeit erlaubt. Er haut auf ihn.
Vorlage S. 5
54
PFERDEPHILISTER.
Vorlage S. 5
55
Das leid ich nicht, viel lieber geb ich meine ganze Nahrung auf. Geht mit dem Pferde murrend ab.
Vorlage S. 5
56
DIENEMANN.
Vorlage S. 5
57
Nun sag mir schnell, du kömmst allein, wie stehts mit Schlinger, der Wagner wartet sehr auf ihn, er sollt ihm heute opponiren.
Vorlage S. 5
58
CARDENIO.
Vorlage S. 5
59
Sag Wagnern nur, er komme gleich, er sei gesund und frisch schon wieder in der Stadt, er möcht nur bald zum Promotionssaal gehen, dort wird er ihn finden.
Vorlage S. 5
60
DIENEMANN.
Vorlage S. 5
61
Recht vielen Dank dafür, das wird ihm große Freude machen. Ab.
Vorlage S. 5
62
CARDENIO.
Vorlage S. 5
63
Der Wagner wird sich wundern.
Vorlage S. 5
64
MEYER.
Vorlage S. 5
65
Ei, wie das?
Vorlage S. 5
66
CARDENIO.
Vorlage S. 5
67
Ich werd an Schlingers Stelle opponiren, das wird ein Fest. Dem Schlinger hab ich seine Ehre rasch zurückgegeben, ich habe ihm mit einem Hieb die Backe abgeschält, auf die ich gestern hart geschlagen. Als er da unter des Chirurgen Händen seufzte, bat er mich, weil ich mich seiner Ehre also angenommen, ich möchte seinen Ehrenplatz auch übernehmen, gegen Wagner opponiren; und ich versprach es ihm, da gab er mir so Frag als Antwort, wie er es all mit Wagner abgeredet, da seht! Er zerreißt sie. Ja opponiren will ich, doch darf keiner mir vorschreiben; nach meinem Sinne will ich sprechen. Ich will sehen, wer von uns beiden Wahrheit sagt und Recht behält. He Gevatterin gieb einen Scheffel mir voll Kirschen, geb meinen ganzen Wechsel drum, ach wär nur eine Kirsche dieser ganze Korb, da füllte sie doch noch den Mund, so ist's überall, nichts lohnt der Mühe, nichts den Durst. Gevatterin, war Pamphilio schon hier?
Vorlage S. 5
68
GEVATTERIN.
Vorlage S. 6
69
Er war schon hier, Herzkind, und wartete auf dich, da hat er so was fallen lassen, ich weiß nicht mehr, da haben ihn die Herren weggejagt, ich sagt es gleich, sie solltens lassen, es würde Dich verdrießen. Na ...
Vorlage S. 6
70
CARDENIO.
Vorlage S. 6
71
Hört ihr Herren, das erkläre ich hier öffentlich, heut mag ich nicht mehr Streit, doch wer Pamphilio was tut, der tut es mir, im Guten und im Bösen; der Junge meint ihr, habe nicht Kurage, so wollet ihr Euch gerne an ihm reiben; er hat Verstand, das ärgert euch und er hat mich, ich diene ihm als Kurage, und ich hab ihn, er ist mein froher Witz, der schnell erfüllt was ich erdacht, so stehen wir zusammen fest verbunden, für einen Mann und ihr, wie steht ihr da?
Vorlage S. 6
72
SUPPIUS.
Vorlage S. 7
73
Je Sackerment, wir haben ihm ja nichts getan, du machst es jetzt zu arg, du wirst zu einem nassen Bruder; wie nasses Heu brennst du gleich lichterloh von selbst in Dir.
Vorlage S. 7
74
CARDENIO.
Vorlage S. 7
75
Du bist doch nicht der Esel, der mich fressen wird? Ich habs gesagt und dabei bleibts, Pamphilio ist eins mit mir und meine Freunde sind die Seinen. Was giebts schon wieder Neues, Dienemann, wie schon zurück vom Wagner, wie so fröhlich?
Vorlage S. 7
76
DIENEMANN.
Vorlage S. 7
77
Der Wagner ist bald hier. Doch denkt einmal, wie ich vor seiner Thüre, erblicke ich in einer Seitengasse ein wunderschönes Mädchen, der ich ganz eilig folge, zwar sah sie züchtig aus, doch musst ich wissen, wer sie wäre und ging ihr nach. Da kam der Schimpelschampel her, der weiß von allen in der Stadt Bescheid und sagte mir, das sei Olympie, die Schwester des Viren, sie ist nur wenig Tage hier ein himmlisch Mädchen wie Juno und Minerva; wahrhaft Olympie und Viren, sie können nicht von einem Vater stammen.
Vorlage S. 7
78
CARDENIO.
Vorlage S. 7
79
Wer darf so ungesittet gleich vermuthen, glaubt doch kein Mensch, der uns hier beide so zusammen sieht, dass wir von einem Adam beide stammen.
Vorlage S. 7
80
SUPPIUS.
Vorlage S. 8
81
Hör Brüderchen, so ist er heute gegen alle Welt, es ist nicht auszuhalten.
Vorlage S. 8
82
DIENEMANN.
Vorlage S. 8
83
Du weist Cardenio, von dir lass ich mir alles das gefallen, dir nehm ich gar nichts übel, du hast nun einmal so dein eigen Wesen, man muss dirs lassen. Hätt ich so deine Art, die Sicherheit und das Vertrauen, so wären alle Weiber mein, denn ihre Gunst ist schnell erobert, langsam nur verdient. Wahrhaftig es verwundert mich, dass ich dich nirgends auf dem Strich gesehen.
Vorlage S. 8
84
CARDENIO.
Vorlage S. 8
85
Auf dem Lerchenstrich; was soll ich da, ich bin ein Falkonier, lass meinen Vogel zu der Sonne steigen. Bei Weibern sollt ich schmachten so wie du? Damit ich so ein Lumpenkerl auch würde dem seine Backen so herunter hängen, wie das Zeug am Leibe das mit den weichen Falten die Sehnsucht zeigt nach der romantischen Zeit, die Waden hatte.
Vorlage S. 8
86
GEVATTERIN.
Vorlage S. 8
87
Das war mal schön gesprochen, Herzkind, dafür muss ich dir einen Kuß in deinen Backenbart eindrücken.
Vorlage S. 8
88
CARDENIO.
Vorlage S. 8
89
Bleib mir vom Leibe, du weißt, ich kanns nicht leiden.
Vorlage S. 8
90
GEVATTERIN.
Vorlage S. 8
91
Du Krauskopf, wirst es schon leiden müssen.
Vorlage S. 8
92
CARDENIO.
Vorlage S. 9
93
Fast zweifle ich, ob ich wohl je mich der Vertraulichkeit ergebe, dem, was ihr andern Liebe nennt. Das Ehejoch ist mir verhaßt, es nimmt mir meine Freiheit. Nichts davon, so lange ich noch ein flinker Kerl. Was bleibt mir nun zu meiner Lust? Die schlechten und verdorbnen Mädchen hasse und verachte ich, ich bin zu gut für andrer Leute Rest; unschuldige, die stößen mir zu viele Ehrfurcht ein, so vieles Mitleid, da ich sie nicht mit meinem Leben, mit meiner Freiheit nicht erkaufen mag. Was kann ersetzen, was ich raube?
Vorlage S. 9
94
SUPPIUS.
Vorlage S. 9
95
Das ist gewissenhaft.
Vorlage S. 9
96
DIENEMANN.
Vorlage S. 9
97
Sieh, jeder hat nun seine eigene Kurage, du fürchtest dich vor Weibern, ich vor Männern, vor allen andern fürcht ich mich vor dir. Du hast ein schön System erbaut. Was heißt das Unschuld? Heist das, nichts Schuldges denken oder nichts Schuldges tun? Ich meine, das Erste, denn zum zweiten gehört nur noch Gelegenheit, Entschluss und Muth, um alles wahr zu machen, was in Gedanken lüstet. Beim Teufel, in dem ersten Falle ist kein Mädchen schuldlos, und du magst sagen, was du willst unschuldig bist du auch nicht, nur dein Stolz hat dich bewahrt vor der gemeinen Sünde, der wir uns fröhlich überließen.
Vorlage S. 9
98
CARDENIO.
Vorlage S. 9
99
Bei Gott, du Schlange, du sprichst wahr.
Vorlage S. 9
100
DIENEMANN.
Vorlage S. 10
101
Nun sieh, es kostet nur den ersten Schritt, was du so lang gehegt, das magst du nicht verschwenden; du kannst den Muth nicht finden zu etwas, das beim zweiten Male dir Muth zu unterdrücken kostet.
Vorlage S. 10
102
CARDENIO.
Vorlage S. 10
103
Verführer! Verlasse mich unsaubrer Geist! Muth? Wo hat mir je der Muth gefehlt.
Vorlage S. 10
104
DIENEMANN.
Vorlage S. 10
105
Hast du Kurage, so mach dich an Olympien, da wird der Muth dir sinken, ja hinter der versteck ich mich und schrei dir zu von allen Seiten: Cardenio jetzt zeig, ob du ein Mann. Adies! Lachend ab.
Vorlage S. 10
106
CARDENIO.
Vorlage S. 10
107
Das war dir hohe Zeit. Habt ihr Olympien gesehen?
Vorlage S. 10
108
BECKER.
Vorlage S. 10
109
Freilich sah ich sie. Wahrhaftig, du kennst mich sonst, ich habe eine Stirn von Eisen, der könnt ich keine Sauereien ins Angesicht sagen, vielweniger möcht ichs wagen, sie zu lieben, sie würde mich schön ansehen.
Vorlage S. 10
110
MEYER.
Vorlage S. 10
111
Ja freilich schön, sie ist zu schön für dich und für uns alle, da muss ein Held einziehen, der die gewinnen könnte. Zu züchtig ist sie für die Weiber, und setzt sie in Verlegenheit; die Pik Aß verweigerte mir neulich in ihrer Gegenwart, dass ich ihr nicht wie sonst den Nacken durfte küssen, das war mir ein verdorbner Spas, gewissermaßen auch beschämend.
Vorlage S. 10
112
SUPPIUS.
Vorlage S. 11
113
He Leute kommt doch endlich mit zum Kuchenprofessor, mich hungert mächtig.
Vorlage S. 11
114
MEYER.
Vorlage S. 11
115
Es ist ja jetzt bald Zeit zum Promoviren. Adies!
Vorlage S. 11
116
BECKER.
Vorlage S. 11
117
Adies! Suppius, Meyer, Becker ab.
Vorlage S. 11
118
GEVATTERIN.
Vorlage S. 11
119
Das sind mir liebe Herrn Gevattern, hat wieder keiner hier bezahlt.
Vorlage S. 11
120
CARDENIO.
Vorlage S. 11
121
Nun nun, wir werden sie auch sehen, die fabelhafte Jungfrau, die Dienemann so ganz erfüllt, ich glaube er ist mit wenigem zufrieden.
Vorlage S. 11
122
EIN WAISENHÄUSER.
Vorlage S. 11
123
Solche vornehme Weiber mag ich nicht, mir gefällt eine runde Aufwärterin viel besser.
Vorlage S. 11
124
CARDENIO.
Vorlage S. 11
125
Du übest wohl dein künftiges Geschäft der heidnischen Bekehrung, wenn sie die Zimmer ausgekehrt.
Vorlage S. 11
126
WAISENHÄUSER.
Vorlage S. 11
127
Sie glauben nicht, in keinem Weibe sitzt weniger Falsch, als in denen, die da dienen, sie tun alles für den, welchen sie lieb haben und sind zu allem geschickt. Bleibt der Wechsel, aus so bringen sie irgend ein gutes Stück aus der herrschaftlichen Küche, was die Katze nachher soll getan haben. Und dafür verlangen sie gar keine zusammengesetzte Conversation; geh ich mit meiner Lisbeth Sonntags auf ein Dorf, so scheint ihr das mehr Ehre, als wenn ich mit einem Stiftsfräulein zum Balle Schlitten fahre. Unreinlich ist sie freilich, aber das bin ich auch.
Vorlage S. 11
128
CARDENIO.
Vorlage S. 12
129
Ich müsste mich sehr irren oder wahrlich du bist ein recht gemeiner Kerl, dir ist dabei recht wohl in deiner schmutzigen Haut, wie werden sich die indischen Braminen freuen, wenn du in deiner lieblichen Person, ein Vorbild christlicher Religion und europäischer Cultur da giebst. Du bist ein großer Missionär.
Vorlage S. 12
130
WAISENHÄUSER.
Vorlage S. 12
131
Ich wollte ihnen die Freude gerne schenken, wenn ich nur hier in der Gegend mir eine Versorgung finden könnte, ich würde Jude, kriegt ich nur des reichen Schimpelschampel Tochter. Da schlägts, hols der Teufel, da muss ich einem Paar Juden, die sich taufen lassen, in der Religion Unterricht geben. Ab.
Vorlage S. 12
132
EIN KÜMMELTÜRKE.
Vorlage S. 12
133
Ein gemeiner Hund. Pfui Teufel, eine Magd, die immer Hände hat, wie ein Reibeisen und grobe Hemden, wie die Scheuerlappen. Da lob ich mir mein Kaufmannsweibchen, der Mann wiegt im Laden Schnupftaback ab, mein Kaffee wartet schon da, mein Schlafrock und meine Pfeife, bin da bedient, wie ein Sultan, sie singt mir zu ihrem Klaviere: »Bei Männern welche Liebe fühlen«; dann ließt sie mir einen Roman vor, sie ist so ein Stück von einem schönen Geiste, ich bin da wie Herr und wie Kind vom Hause zugleich.
Vorlage S. 12
134
CARDENIO.
Vorlage S. 12
135
Aufrichtig sag ich dir, dein Vornehmthun in schlechter Sache ist mir noch viel verhaßter als des armen Teufels kleine Lust; du dringst geflügelt ein wie eine Motte in das Pelzwerk und zernagst im Müssiggang, was jenen lange Winter konnt erwärmen; es ist kein Wunder, dass ein junger Mensch, der unbeschäftigt ganz dem Willen und den Launen einer Frau kann leben, den armen Mann verdrängt, der mit des Tages Noth-Erwerb muss ringen und ganz erschöpft am Abend zu ihr flüchtet. Doch sag, was kann daraus am Ende werden, ein Ehescheidung, und dir ist doch die Frau zu alt um sie zu nehmen. Sieh Bruder, das muss auch anders werden, ich sag es dir im Namen unsres Ordens, ich gebe dir acht Tage Zeit; Liebschaften dulden wir, doch gegen Ehestand, wo er noch treu gehalten wird, bewahren wir die Achtung; ich sage in acht Tagen musst du ganz von ihr entfremdet sein, sieh, oder du bist ausgestoßen.
Vorlage S. 12
136
KÜMMELTÜRKE.
Vorlage S. 13
137
Aber lieber Bruder, ich wollte sie recht gern verlassen, aber sie hat mich gar zu lieb, sie lässt mich nicht.
Vorlage S. 13
138
CARDENIO.
Vorlage S. 13
139
So schlimmer denn für dich, wenn sie dich hat und du sie nicht hast.
Vorlage S. 13
140
KÜMMELTÜRKE.
Vorlage S. 13
141
Ich weiß es wohl, ich lerne nichts bei diesem Leben, ich habe so oft mir vorgenommen, wegzubleiben; weil du es willst, ich bleibe heute weg und geh nach Lauchstädt. Ab.
Vorlage S. 13
142
MAGISTER.
Vorlage S. 13
143
Wie kann die erhabene Liebe, die über unser Leben, wie die Sterne ewig hinwandeln sollte, so in den Koth getreten werden; ein Blick ist mir genug.
Vorlage S. 13
144
CARDENIO.
Vorlage S. 14
145
Wie du das treibst, Magister, mit jeder zu liebäugeln, dich mit jeder zum Entzücken aufzureizen, gleich viel, ob sie gemein und ob sie einzig ist eine Art von geistigem Bordell, die Mädchen werden dir zu Gliederpuppen, an denen du mit schlauem Witz der Worte Prachtgewänder hängst, doch fehlet das lebendige Gesicht noch stets und darum sind mir deine Lieder auch verhaßt, so wie dein Händedruck; nicht kräftig warm und stark ergreift er meine Hand, nein glatt bewegt sich deine Hand in meiner, ich kann in jede Form sie drehen, als wäre gar kein Knochen drein.
Vorlage S. 14
146
MAGISTER.
Vorlage S. 14
147
Da haben wir nun jeder unser Theil, Gottlob dass du herum bist, jetzt kehrst du wohl zu dir zurück.
Vorlage S. 14
148
CARDENIO.
Vorlage S. 14
149
Ich bin ein Thor, dass ich mich mühe, euch Mohren all den Kopf zu waschen, es kann euch schaden, mir hilft es nichts. Kennst du denn auch Olympien?
Vorlage S. 14
150
MAGISTER.
Vorlage S. 14
151
Ich sollte sie nicht kennen, ich leb ja nur von ihren beiden Augen, die gleich zwei stillen Seen, in denen sich der Himmel blau bespiegelt, der Ausdruck von was Höherm sind, was sage ich von ihrer Zähne elfenbeinerm Zauberschloße, in dem die Worte sich wie schöne Königinnen zart begrüßen, was – –
Vorlage S. 14
152
CARDENIO.
Vorlage S. 15
153
Zerleg mir nicht die Schönheit so unmenschlich, um sie dann Stück für Stück in Spiritus zu setzen.
Vorlage S. 15
154
MAGISTER.
Vorlage S. 15
155
Du willst mich heute nicht verstehn. Leb wohl. Ab.
Vorlage S. 15
156
CARDENIO.
Vorlage S. 15
157
Ihr Herren Pferdephilister geht nach Hause, es ist zu spät, um Pferde zu bestellen, ihr steht ja dort so fest, wie Stechfliegen auf euren Mähren, ihr steht mir in der Sonne, wie der große Alexander dem Diogenes; seht zu, was die liebwerthe Frau Philisterin heut gekocht, wer weiß, ob nicht indessen ein alter Kunde bei ihr ist.
Vorlage S. 15
158
EIN PHILISTER.
Vorlage S. 15
159
Erlaubs der Herr, wir werden doch so gut hier stehen dürfen, als ein andrer Mensch.
Vorlage S. 15
160
CARDENIO.
Vorlage S. 15
161
Du dummer Teufel, siehst du nicht es steht kein andrer hier, als ihr, drum fort mit euch, oder –
Vorlage S. 15
162
PHILISTER.
Vorlage S. 15
163
Nun wir gehen schon. Ab.
Vorlage S. 15
164
GEVATTERIN.
Vorlage S. 15
165
Da hast du wohl Recht, Herzkind, das Volk will doch nur spioniren und steckt mit allen Juden unter einer Decke und mit dem Prorector.
Vorlage S. 15
166
CARDENIO.
Vorlage S. 15
167
Welch ekelhaftes Volk, mit Juden unter einer Decke schlafen und mit dem alten Prorector. Unter einer Decke, wahrhaftig unter einer Decke schlief ich mit Olympien so gern und kenn sie nicht. – Wunderlich, wie kann ein fremder Mensch, den ich verachte, der elend und verworfen, so mit leerem Schwatzen mir den Busen regen mit unbewusstem Drang, ich kenn sie nicht. – Mir fehlte es an Muth bei Weibern? Wie dumm! Und doch, es liegt was Wahres drein, mir fehlt der Muth mit einer zu beginnen, so wie die meisten sind, wie fänd ich sonst ein Ende meiner Liebeleien, genießen müsst ich auch die meisten, ja eine Sehnsucht fasst ich dann nach allen. Ein Mädchen möcht ich, wie keine andre je gewesen, so wie Olympie scheint, fremd, wunderbar und außerordentlich; die Schwere soll mich nicht zur Erde ziehen, nur der Magnet. Die Altagskost der Liebe mag ich nicht, Steinfresser wollen Steine, Eisenfresser Eisen. Heilig Eisen, magnetisch Eisen, das nach Norden deutet, dich starren Stolz der Jungfräulichkeit, der vor dem eigenen Gefühle flüchtet, dich Stein des Anstoßes und der Weisheit, wilde jungfräuliche Schaam, dich zu besiegen, zu gewinnen, ist allein des Lebens Werth, du reißest mich mit allen Kräften hin zu dir und schließest einzig alle Welt in dir. He Gevatterin gebt mir die Laute her, beim holden Klang wird einem manches klar, was sonst nur dämmernd in dem Nebel graut:
Vorlage S. 15
168
Hohe Lilie, hohe Lilie!
Vorlage S. 16
169
Keine ist so stolz wie du,
Vorlage S. 17
170
In der stillen milden Ruh,
Vorlage S. 17
171
Hohe Lilie, hohe Lilie,
Vorlage S. 17
172
Ach wie gern seh ich dir zu.
Vorlage S. 17
173
Hohe Zeder, hohe Zeder!
Vorlage S. 17
174
Keine steh so einsam da,
Vorlage S. 17
175
Doch der Adler ist dir nah,
Vorlage S. 17
176
Hohe Zeder, hohe Zeder!
Vorlage S. 17
177
Der dein sichres Nest ersah.
Vorlage S. 17
178
Hohe Wolken, hohe Wolken,
Vorlage S. 17
179
Ziehen über beide stolz,
Vorlage S. 17
180
Blitzen in das stolze Holz.
Vorlage S. 17
181
Hohe Wolken, hohe Wolken
Vorlage S. 17
182
Sinken ins entfammte Holz.
Vorlage S. 17
183
Hohe Flamme, hohe Flamme!
Vorlage S. 17
184
Tausend Lilien blühen drauf,
Vorlage S. 17
185
Tausend Zedern zehrst du auf,
Vorlage S. 17
186
Hohe Flamme, hohe Flamme!
Vorlage S. 17
187
Sag, wohin dein stolzer Lauf?
Vorlage S. 17
188
Dritter Auftritt.
Vorlage S. 17
189
Olympie mit Doris, ihrer Magd, die Körbe zum Markteinkaufe trägt.
Vorlage S. 17
190
DORIS.
Vorlage S. 17
191
Hier Fräulein sind viel bessre Kirschen feil, als jene, die wir von der Röse kauften, wir haben so noch nicht genug zum Kuchen, die Hälfte wird vom Herren Bruder in der Küche roh mir wegschnablirt, Sie kennen seine Art, er isst so in Gedanken.
Vorlage S. 17
192
OLYMPIE.
Vorlage S. 18
193
So kauf nur schnell. – Schön Wetter, liebe Frau, die Maikirsch hat ein schönes Blut, ich nehm den ganzen Korb.
Vorlage S. 18
194
CARDENIO
Vorlage S. 18
195
vor sich.
Vorlage S. 18
196
Sie ists, sie muss es sein. Heimlich zu der Gevatterin. Was die hier nimmt, das hab ich alles schon bezahlt.
Vorlage S. 18
197
DORIS.
Vorlage S. 18
198
Ich will nur sehen, ob auch die Kirschen unten sind wie oben in dem Korbe.
Vorlage S. 18
199
GEVATTERIN.
Vorlage S. 18
200
Was macht sie, liebes Kind, sie schüttet ja die Kirschen zu den ihren, die waren schon dem schönen Herrn hier verkauft und ich hab keine andre von der Art für heute.
Vorlage S. 18
201
DORIS.
Vorlage S. 18
202
Mein Jesus, ei, wie soll ich nun die Kirschen von einander lesen.
Vorlage S. 18
203
CARDENIO.
Vorlage S. 18
204
Das ist ein Unglück! Wohl mir, dass ich doch etwas mein genannt, das Sie mein Fräulein hat gereizt, ich nenne Glück, dass ich erstanden hatte, was Ihnen angenehm. Bei Gott, Sie kränkten mich, wenn Sie dies unbedeutende Geschenk verschmähten, ich nehm es sicher nicht zurück.
Vorlage S. 18
205
DORIS.
Vorlage S. 18
206
Ja wenn der Herr nicht anders will.
Vorlage S. 18
207
OLYMPIE.
Vorlage S. 18
208
Mein Herr, es wäre gegen alle Sitte, solche Gabe auszuschlagen, doch setzt es mich in einige Verlegenheit, dass ich sie nicht mit etwas anderm gleich erwiedern kann.
Vorlage S. 18
209
DORIS.
Vorlage S. 18
210
Ei gnädges Fräulein, sehn Sie nur den schlechten Bindfaden an des Herrn Laute, Sie haben heut ein schönres Band gekauft.
Vorlage S. 18
211
OLYMPIE.
Vorlage S. 19
212
Das war ein guter Einfall, Doris. Dies blaue Band mit Silbersternen hell durchwirkt wird, meine ich, nicht übel lassen.
Vorlage S. 19
213
CARDENIO.
Vorlage S. 19
214
Es ist vielmehr der schönste Ritterorden, der mich dem schönsten Fräulein weiht.
Vorlage S. 19
215
OLYMPIE.
Vorlage S. 19
216
So ernsthaft ist es nicht gemeint.
Vorlage S. 19
217
CARDENIO.
Vorlage S. 19
218
So ernsthaft muss ichs nehmen und diese Sterne die mich jetzt umgeben, sie zieren mich nicht blos, sie führen mich hinfort durchs ganze Leben.
Vorlage S. 19
219
OLYMPIE.
Vorlage S. 19
220
Ich fürchte, dass ihr Glanz zu bald erlöschen wird.
Vorlage S. 19
221
CARDENIO.
Vorlage S. 19
222
Doch nimmermehr ihr Segen. Sagen Sie, ist kein geheimer Glanz in dieser Sterne wunderbarer Windung?
Vorlage S. 19
223
OLYMPIE.
Vorlage S. 19
224
Kann sein, ich weiß ihn aber nicht.
Vorlage S. 19
225
CARDENIO.
Vorlage S. 19
226
Es leuchtet mir so deutlich drin: Olympie muss Cardenio lieben, weil ihr Cardenio ewig eigen.
Vorlage S. 19
227
OLYMPIE.
Vorlage S. 19
228
Wie sagen Sie? Sie kennen mich? Ich heiß Olympie, ich kenne nicht Cardenio, doch hab ich viel von ihm gehört durch meinen Bruder.
Vorlage S. 19
229
CARDENIO.
Vorlage S. 19
230
Böses oder Gutes?
Vorlage S. 19
231
OLYMPIE.
Vorlage S. 19
232
Es hält sich so die Wage, dass noch der Liebe Hauch dem Guten schnell ein Übergewicht verleihen mag.
Vorlage S. 19
233
CARDENIO.
Vorlage S. 20
234
Cardenio liebt Sie, wird nimmer eine andere lieben als Sie, Sie können ihn allein beseligen.
Vorlage S. 20
235
OLYMPIE.
Vorlage S. 20
236
Beseligen kann der Himmel nur.
Vorlage S. 20
237
CARDENIO.
Vorlage S. 20
238
Sie sind sein Himmel, ich bin Cardenio, ich habe noch nie gelogen, mein Herz ist mir erwacht, Glück auf! Glück auf! – Wenn Sie nicht wieder lieben ist alles aus, Glück aus und Hoffnung aus! – es kann nicht sein.
Vorlage S. 20
239
OLYMPIE.
Vorlage S. 20
240
Wie kann die Liebe so erschrecken und verwundern wollen?
Vorlage S. 20
241
CARDENIO.
Vorlage S. 20
242
Beim Himmel, ich will gar nichts, ich weiß von nichts, zu heftig schlägt mein Herz; ich seh mich ungeschickt nach einem Ausdruck um, zu ihren Füßen seh ich liegen ein viergeblättert Kleeblatt das deutet Glück, o sei es auch ein Zeichen meines Glückes, wenn Sie es nehmen.
Vorlage S. 20
243
OLYMPIE.
Vorlage S. 20
244
Ich muss es nehmen, ich fürchte Sie – mir wird so schwindelnd vor den Augen, ach Doris, komm, wir stehen all zu lange in der Sonne – dort kommt ein großer Zug Studenten. Wir müssen fort.
Vorlage S. 20
245
DORIS.
Vorlage S. 20
246
Ei gnädges Fräulein, das ist nicht gut für unsern Einkauf, hier war so wohlfeil kaufen. Noch einmal unsern Dank, mein schöner Herr. Olympie verneigt sich und geht mit Doris ab.
Vorlage S. 20
247
Vierter Auftritt.
Vorlage S. 20
248
CARDENIO.
Vorlage S. 21
249
Nach Hause will ich sie begleiten, sie schwankte, schwankte wie die Sonn im Aufgang und meinte, dass es von der Sonne käme; ich muss ihr nach. – –
Vorlage S. 21
250
Wagner mit vielen Studenten, unter denen alle vorhergenannten, zieht nach dem Promotionssaale dem Thorwege zu.
Vorlage S. 21
251
STUDENTEN.
Vorlage S. 21
252
Glück zu! Wagner, hoch, abermals hoch, dreimal hoch!
Vorlage S. 21
253
WAGNER
Vorlage S. 21
254
zu Dienemann.
Vorlage S. 21
255
Sehn Sie Herrn Schlinger noch nicht kommen, ich bin vom Sonnenschein geblendet, nicht länger konnte ich mehr warten.
Vorlage S. 21
256
DIENEMANN.
Vorlage S. 21
257
Hier ist Cardenio, der hat es mir versichert, er komme gleich. Cardenio, ist Schlinger noch nicht hier?
Vorlage S. 21
258
CARDENIO.
Vorlage S. 21
259
Verflucht, es ist, als würde ich mit kaltem Wasser übergossen, ich will ihr nach, da soll ich oben disputiren. – Geht nur hinauf, er ist schon da. Er sieht in die Ferne.
Vorlage S. 21
260
WAGNER.
Vorlage S. 21
261
Wenn mir Cardenio nur keinen Streich gespielt und lässt mich ohne Opponenten oben sitzen. – Mein Herr Cardenio, Sie wissen ganz gewiss, dass mein Herr Opponent sich eingefunden.
Vorlage S. 21
262
CARDENIO.
Vorlage S. 21
263
Er kommt gewiss, er ist gewiss schon da. Er sieht in die Ferne.
Vorlage S. 21
264
DIENEMANN.
Vorlage S. 22
265
Nun dann, so geh ich, die Musik zu holen. Ab.
Vorlage S. 22
266
WAGNER.
Vorlage S. 22
267
So sein Sie für die gute Nachricht schon gegrüßt, befinden sich doch noch recht wohl, so ziemlich wohl, mein Herr Cardenio?
Vorlage S. 22
268
CARDENIO.
Vorlage S. 22
269
Den Teufel mag ich mich recht wohl bestanden, ich weiß nicht, wo der Kopf mir steht.
Vorlage S. 22
270
WAGNER.
Vorlage S. 22
271
Da nehmen Sie doch einige Tropfen Assa-Fötida in Äther aufgelöst, es half mir immer gegen Schwindel treulich.
Vorlage S. 22
272
CARDENIO.
Vorlage S. 22
273
Bleibt mir vom Leib mit eurem Teufelsdreck. Vor sich. Jetzt ists zu spät, ich kann sie nicht erreichen, jetzt ist sie ihrem Hause schon ganz nahe, ich möchte weinen, wenns nicht kindisch wäre die Zunge mir zerbeißen, o die Gelegenheit kommt nimmer wieder, ihr alles zu erklären.
Vorlage S. 22
274
WAGNER.
Vorlage S. 22
275
Mein Herr Cardenio, Sie reden viel vor sich, das ist ein böses Zeichen, hier ist ein Fläschchen Opium, nur wen'ge Tropfen geben Lebenskraft.
Vorlage S. 22
276
CARDENIO.
Vorlage S. 22
277
Wünscht mir nicht zu viel Lebenskraft, denn kurz und gut, ich bin heut Opponent, hier ist der Brief von Schlinger worin er euch den Auftrag kund getan.
Vorlage S. 22
278
WAGNER.
Vorlage S. 22
279
Sie, Herr Cardenio? Sie sind zu gütig. Mir wird so schwach, ich bitte meine Herren, ach leiten Sie mich in den Thorweg, dunkel ists vor meinen Augen und meine Willenskraft versagt, nun ich so nah der höchsten Ehre in der Philosophie.
Vorlage S. 22
280
STUDENTEN.
Vorlage S. 23
281
Wagner hoch, abermals hoch, immerdar hoch!
Vorlage S. 23
282
CARDENIO.
Vorlage S. 23
283
Tief und abermals tief und immerdar tief, dafür, dass er mir heute alle Lust verdorben.
Vorlage S. 23
284
Alle in den Thorweg ab.
Vorlage S. 23
285
Fünfter Auftritt.
Vorlage S. 23
286
GEVATTERIN.
Vorlage S. 23
287
Weiß gar nicht, warum sie mir nicht mal so einen alten Doktorhut verehren, was die all wissen, weiß ich lange schon, habs lange an den Schuhen abgelaufen.
Vorlage S. 23
288
DIENEMANN
Vorlage S. 23
289
kömmt mit Musikanten.
Vorlage S. 23
290
Hier wartet ruhig, werthe Herren Musikanten und schlaft nicht ein und passet auf, ich werde euch mit meinem Hute aus dem Fenster winken, wenn ihm der Doktorhut wird aufgesetzt, dann blaset einen Tusch, dass alle Scheiben zittern. Und wenn wir dann mit ihm ans diesem Thorweg treten im Triumph, dann schwenkt euch, stimmt an den Dessauer Marsch, marschiret drei mal um den Markt, dass er sich allen zeige und wendet euch dann zum Rathskeller, wo ihr zum Schmause musiciren sollt.
Vorlage S. 23
291
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 23
292
Je Herrchen, denkt doch an uns, wir sind so nüchtern, wie wir vom Balle sind gekommen und sollten in der Mittagssonne nun pausiren und musiciren, so wie ihr mit den Händen winkt, wo kommt da Stimmung her?
Vorlage S. 23
293
DIENEMANN
Vorlage S. 24
294
holt aus der Tasche eine Flasche.
Vorlage S. 24
295
Dafür ist auch gesorgt, theilts mit den Fingern ab in sieben Theile, dass keiner trinkt zuviel und jeder doch was kriegt. Gebt Achtung! Geht in den Thorweg ab.
Vorlage S. 24
296
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 24
297
Ein Herrchen von Conduite; ein artig Herrchen, so ein Kluckerfläschen für uns herzutragen. He habt ihr wohl den Feuerwerker Hase noch gekannt, wenn der ein Feuerwerk erdenken wollte mit Brillantenfeuer, so holte er sich solches Kluckerfläschen und setzt es an den Mund und küpte mit dem Kopfe über, dass ihm der Hut zur Erde fiel. Er trinkt.
Vorlage S. 24
298
MUSIKANTEN.
Vorlage S. 24
299
He Domine, lass etwas drein.
Vorlage S. 24
300
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 24
301
Dann klappt er zu den Mund, da stand das ganze Feuerwerk ihm vor den Augen.
Vorlage S. 24
302
MUSIKANTEN.
Vorlage S. 24
303
Wir wollen dir ein Feuerwerk vor deinen Augen schlagen, Domine, die Kluckerflasche ist wahrhaftig leer.
Vorlage S. 24
304
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 24
305
Sagt warum wär ich auch der erste von euch allen, thät ich nichts für euch alle?
Vorlage S. 24
306
MUSIKANTEN.
Vorlage S. 24
307
So musicir auch für uns alle. Domine, wir müssen erst bei Herrmann was pausiren. Gehen nach der Schenke.
Vorlage S. 24
308
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 25
309
Da steh ich nun mit der Posaune ganz allein, was werden doch die Herrchen sagen zu der Musik, ich werd vor ihnen blasen wie der Hirte vor dem Vieh, das wird mal Schläge geben, ich mach voraus schon meinen Rücken krumm.
Vorlage S. 25
310
Er taumelt mit lächerlicher Gebärdung an die Posaune gelehnt, in dem Promotionssaale wird sehr
Vorlage S. 25
311
geschrieen, er antwortet halb wachend einzelne Worte darauf, wie recte bene, ecce quam bonum, gaudeamus igitur, pro salute, Vivallerallera, Meyer und Suppius kommen aus dem Thorwege.
Vorlage S. 25
312
SUPPIUS.
Vorlage S. 25
313
Mich hungert mächtig der Wagner macht kein Ende.
Vorlage S. 25
314
MEYER.
Vorlage S. 25
315
Macht kein Ende? Gern machte er ein Ende, könnt er eins finden, das Streiten hat kein Ende.
Vorlage S. 25
316
SUPPIUS.
Vorlage S. 25
317
Ich hab kein Wort verstanden. Ich weiß nicht, wenn ich disputire, da bin ich euch gleich fertig, entweder – oder sag ich, damit mach ich alles aus.
Vorlage S. 25
318
MEYER.
Vorlage S. 25
319
Cardenio opponirt so wunderlich, wie ich noch nichts gehört, erst ließ er sich in Demuth still von ihm belehren, bat sich bald diese Nachricht aus, bald jenes noch von dem Systeme, wie er jetzt alle Welt aus der Vernunft und den Atomen hat erbaut, und unbemerkt hat er aus alle dem sich eine feste Rüstung und ein scharfes Schwert gebildet, womit er die Atomen-Wirbel all zerhaut, er taucht ihn unter in derselben Urvernunft, worauf er erst so prächtig kam geschwommen.
Vorlage S. 25
320
SUPPIUS.
Vorlage S. 26
321
Ei was er ist ein feiner Kopf der Wagner, kein Wasser, worin was untergehen kann, hat er dir nicht erzählt, wie er des Aberglaubens Vorhang kühn zerrissen, die Offenbarungen vernichtet hat, vor ihm bestehen keine Religionen; ja sollt ich mir die Aufklärung versinnlicht denken, der Wagner wär ihr Bruder. He Bruder, ich möchte auch ein Wort da oben mal mitreden.
Vorlage S. 26
322
MEYER.
Vorlage S. 26
323
Du kannst ja kein Latein verstehn, viel weniger sprechen.
Vorlage S. 26
324
SUPPIUS.
Vorlage S. 26
325
Ja das ist wahr, hab mir so viele Müh damit gegeben und hab es doch vergessen. Was ist der Mensch. Ich sag dir, Wagner hat mirs selbst gesagt, dass sein System, wenn man es recht kapirt, so allumfassend wie der Äther sei. He Bruder, mich hungert.
Vorlage S. 26
326
MEYER.
Vorlage S. 26
327
Horch einmal zu. Bei Gott, man kann sie bis hieher noch hören, das nenn ich disputiren, der Boden bebt auf viele Meilen in der Runde wie bei einer Schlacht. Ich sage dir, Cardenio ist ein Teufelskerl, er ätzt mit Höllenstein dem armen Wagner alles wilde philosophische Fleisch hinweg. Schon hat Cardenio ihm kühn und fest bewiesen das heil'ge Grab sei Mittelpunkt der Welt, darum es allen Geistern heilig müsse sein, und allen Menschen, weil alle Christen werden müssen.
Vorlage S. 26
328
SUPPIUS.
Vorlage S. 27
329
Wie lächerlich, Grab ist Grab und Erde ist Erde, so sagt Wagner, Ubi penis, ibi patria.
Vorlage S. 27
330
MEYER.
Vorlage S. 27
331
Panis.
Vorlage S. 27
332
SUPPIUS.
Vorlage S. 27
333
Panis sagt Cardenio, meinetwegen, ich hasse den Cardenio und den Pamphilio und das Folio dazu, sind lauter Narren in Folio. Der Cardenio will alles sein, der Gelehrteste, der beste Fechter, Ordensvorsteher – trinkt sich gestern auch zum Papste gegen mich! – Wart nur, wir haben einen guten Feger aus Frankfurt uns verschrieben, der soll Bescheid ihm sagen, hier wagt sich keiner mehr an ihn.
Vorlage S. 27
334
MEYER.
Vorlage S. 27
335
Er ist ein gar besonderes Ingenium was er anfängt, das geräth ihm, ich glaube er gewönne das große Loos beim ersten Einsatz gleich. Hör wie sich jetzt das Schreien mehrt, das klingt ja wunderlich, das Fenster öffnet sich, da kuckt ja Dienemann heraus, hält sich das Schnupftuch vor die Augen.
Vorlage S. 27
336
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 27
337
Ei guten Morgen, Herrchen soll ich blasen.
Vorlage S. 27
338
DIENEMANN
Vorlage S. 27
339
am Fenster.
Vorlage S. 27
340
Ich muss Luft schöpfen. Ja blas nur, ausgeblasen ist das Licht und statt des Siegesmarsches blas ein traurend sanft gedämpftes Lied, wie ihr bei Leichenzügen es zu spielen pflegt.
Vorlage S. 27
341
SUPPIUS.
Vorlage S. 28
342
He Bruder, was ist denn los, ich kann das Lied nicht leiden, wer wird denn da zum Thorweg todt herausgetragen.
Vorlage S. 28
343
Die Leiche Wagners wird von seinen Schülern traurig heraus getragen, der Musikant bläst ein ernstes Lied auf der Posaune vor ihm her, doch hält der Zug noch, weil einige versuchen ihn wieder zu
Vorlage S. 28
344
beleben. Schmidt und Becker treten aus dem Haufen heraus.
Vorlage S. 28
Porträt von Arnim, Ludwig Achim von
Kontextbild zum Werk. Porträt: Arnim, Ludwig Achim von · Peter Eduard Ströhling · Public domain Bildquelle ↗
345
SCHMIDT.
Vorlage S. 28
346
O welch ein harter Tag, kaum kann ich glauben, was ich doch selber angeschaut.
Vorlage S. 28
347
SUPPIUS.
Vorlage S. 28
348
He Bruder sag, warum lässt sich der Wagner tragen?
Vorlage S. 28
349
SCHMIDT.
Vorlage S. 28
350
Glaub nicht, wenn sie dir sagen der Teufel habe ihm den Hals dort umgedreht, es wird gewiss gesagt im Volk, es ist nicht wahr, ich sag es laut, an seiner eignen Größe ist er hingestorben, an seiner Schlüsse ungeheurer Folge, an einem Untersatz ist er geblieben, der alles schließen sollte – sein Blut kommt auf dein Haupt, Cardenio. Ab.
Vorlage S. 28
351
Der Zug will sich fortbewegen, da tritt Cardenio sehr verwildert heraus und hält ihn ein, die Leiche Wagners, mit dem Doktormantel und dem Doktorhute bedeckt wird im Vordergrunde nieder gelassen.
Vorlage S. 28
352
CARDENIO.
Vorlage S. 28
353
Bursche, Freunde, Brüder, ihr meine Feinde auch, ihr wisset alle, ich und Wagner waren uneins, wie geschiedne Elemente, – haltet still ihr Träger – keinen Schimpf will ich ihm anthun – nein bei Gott, die letzte Ehre, die einzige, die ich ihm geben kann. Es war ein braver Kerl und was er meinte, ja darin lebte er auch ganz und sagte es auch frei; hat ihn ein Lügengeist geblendet, in ihm war keine Lüge, mit seinem Leben hat er alle Schuld bezahlt, sein Leben hat er ehrlich dran gesetzt, hat für die Sache, der er gläubig angehangen, bis zu dem letzten Hauch gestritten, da fühlte er sich schaudernd überwiesen, sein Streben leer, sein Wirken nichtig, so ging er auf in seines Wesens Öde. Ich hab ihn überwiesen, ich bin sein Sieger, doch schmerzet mich der Sieg, ich schwöre frei vor Gottes Sonne, dass er verdient die Burschenehre, gesellet mit dem Doktorhute, ich leg den eignen Hieber auf den Todten und meinen Burschenhut, mehr kann ich ihm nicht geben. Dies sei ein Zeichen, wie aller Haß aus meinem Herzen ist geschwunden! Er geht mit gerungenen Händen umher.
Vorlage S. 28
354
GEVATTERIN.
Vorlage S. 29
355
Je du mein Jesuschen über das Unglück, ihm gehört doch auch ein Myrthenkranz, da er als Junggeselle ist gestorben – wahrhaftig er hat ja nie was sonst als seine Bücher angesehen; davon war er so schwächlich. Da ist der Kranz. Legt einen Myrthenkranz auf ihn. Seht neulich, wie keusch er war, da brachte ich ihm eine warme Schüssel, als er so sehr im Leib litt, da meinte er, ich hätte gar was Böses vor und wies mich fort, du lieber Gott, das hätte mir gefehlt, solch elend Männchen und ich bin ein altes Weib. Nein sagt ich – –
Vorlage S. 29
356
DIENEMANN
Vorlage S. 30
357
aus dem Thorweg kommend.
Vorlage S. 30
358
Jetzt schweigt sie, denn zu lange schon hat sie den Zug gestört. Wie kommen diese Musikanten hier so einzeln wie auf der Flucht gelaufen, he schweigt ihr Hautboisten wollt ihr das Trommelfell uns zersprengen, wie der posaunt: nun lasset uns den Leib begraben, da blasen jene noch den lustigen Marsch.
Vorlage S. 30
359
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 30
360
Ja Herrchen mit Erlaubnis, die wissen nichts vom ganzen Unglück, die sehn den Himmel an für einen Dudelsack. Ihr Leutchen seht ihr nicht den Todten, spielt das Todtenlied. Die herbei gelaufenen Musikanten blasen endlich zusammen das Leichenlied, Wagners Körper wird vom ganzen Zuge fortgetragen. Cardenio und Becker bleiben zurück.
Vorlage S. 30
361
CARDENIO.
Vorlage S. 30
362
Wahrhaftig sollte ich vor den Gerichten sagen, wie er gestorben ist, ich wüßt es nicht; lebt einer, so lebt er in der Wahrheit und in der Lüge ist kein Leben.
Vorlage S. 30
363
BECKER.
Vorlage S. 30
364
Nicht an der Lüge ist der Mann gestorben, was bildest du dir ein, ich hab es ihm seit langer Zeit gesagt; das Denken ist ein Tanzen auf dem Seile, das zwischen Gott und Menschenleben ist gespannt, er spannte dies von einer Seite nur, sein Menschenleben suchte er mit stark erregenden Potenzen mehr zu stärken und Gott verließ er, so verließ ihn Gott, da stürzt er über. Bei seinem kurzen dicken Hals, bei seinem dicken Blute, da musste draus ein jäher Schlagfluß folgen, was sich in andern zeigt als Nervenschwäche. Heut kam die Anstrengung, der Ärger noch dazu, ich sah es ihm vor einer Stunde an, dass er gewißlich sterben müsse.
Vorlage S. 30
365
CARDENIO.
Vorlage S. 31
366
Und sagtest mir kein Wort.
Vorlage S. 31
367
BECKER.
Vorlage S. 31
368
Wer hätte mir geglaubt. Hätt ich es ihm gesagt, er hätte gleich dran sterben können auf dem Flecke, von der Reflexion.
Vorlage S. 31
369
CARDENIO.
Vorlage S. 31
370
So schick nur deine leere philosophische Betrachtung dem todten Leichnam nach, mich kümmerts nicht. Pamphilio!
Vorlage S. 31
371
PAMPHILIO.
Vorlage S. 31
372
Je grüß dich Gott, mein Simson, du hast den Philosophen mit deinen beiden Kinn backen todt gemacht.
Vorlage S. 31
373
CARDENIO.
Vorlage S. 31
374
Jetzt schweig davon, ich hab was andres zu vertrauen, dir allein, wobei ich deinen Witz gebrauche. Alle ab.
Vorlage S. 31
375
Sechster Auftritt.
Vorlage S. 31
376
DORIS.
Vorlage S. 31
377
Ich wollte noch ein Körbchen Erdbeeren kaufen für Herrn Viren, ja sag sie doch, war wirklich das der Herr Cardenio, der heut mein Fräulein zärtlich angesprochen.
Vorlage S. 31
378
GEVATTERIN.
Vorlage S. 31
379
Du lieber Gott, sie wohnt auch wohl draußen vor der Stadt, da wo die Welt mit Brettern vernagelt ist, den Herrn Cardenio kennt sie noch nicht, der ist ja in der Stadt wie 'n bunter Hund bekannt, das ist mein Sprichwort nur, es ist ein Engelskind.
Vorlage S. 31
380
DORIS.
Vorlage S. 32
381
Ja so ein Engelskind aus der Holzkammer.
Vorlage S. 32
382
GEVATTERIN.
Vorlage S. 32
383
Sie schweig doch still, sie hat auch nicht umsonst die schwarzen Augen, wie ich, wenn er nur zu ihr kommen wollte auf ihre Kammer, sie würde auch von Holz nicht sein.
Vorlage S. 32
384
Lysander kommt.
Vorlage S. 32
385
DORIS.
Vorlage S. 32
386
Je guten Tag, Punschur. – Was machen sie denn mit dem schönen Halstuch in der Hand.
Vorlage S. 32
387
LYSANDER.
Vorlage S. 32
388
Mein Herzensschatz, das hab ich dir gekauft, gefällt es dir?
Vorlage S. 32
389
DORIS.
Vorlage S. 32
390
Es ist ganz prächtig, das Roth fällt in die Augen, das wird mir herrlich stehen, es ist gekiepert, ein schönes Zeug.
Vorlage S. 32
391
LYSANDER.
Vorlage S. 32
392
Hör dafür musst du mir auch heut gefällig sein, komm auf die Seite.
Vorlage S. 32
393
GEVATTERIN
Vorlage S. 32
394
vor sich.
Vorlage S. 32
395
Wie die sich haben, als wenn ich nicht mehr wüsste, was die Glocke geschlagen, wenn so ein junger Mensch ein Halstuch giebt.
Vorlage S. 32
396
LYSANDER
Vorlage S. 32
397
zu Doris.
Vorlage S. 32
398
Hör Doris, heute Abend ist dein Fräulein doch zu Hause.
Vorlage S. 32
399
DORIS.
Vorlage S. 32
400
Von meinem Fräulein will ich gar nichts hören, nur keine Briefchen wieder, die nimmt sie gar nicht an, es kostet endlich mir den Dienst.
Vorlage S. 32
401
LYSANDER.
Vorlage S. 33
402
Nein, liebes Kind, von Briefen nichts, heut wünscht mein Herz viel mehr heut will ich es wagen, um alles zu gewinnen, denn dieses Zögern kann ich länger nicht ertragen. Versteck mich heute Abend spät in dem Schlafzimmer deines Fräuleins, vielleicht erringt ein Sturm, was mir die Güte stets versagt auf rechtem Wege.
Vorlage S. 33
403
DORIS.
Vorlage S. 33
404
Nein nimmermehr, das geht nicht an, das war ja schlecht von mir.
Vorlage S. 33
405
LYSANDER.
Vorlage S. 33
406
Warum nicht gar du Narr, ich mein's wahrhaftig mit ihr ehrlich, ich nehm sie sicher, es ist mein einziger Wunsch, sie zu heirathen, kein Mensch erfährts, dass du mich eingelassen; ich schwör es dir ich lohn es dir mit tausend Thalern und mit tausend Liebkosungen, ich halte Wort. Ich lieb Olympien so unaussprechlich.
Vorlage S. 33
407
DORIS.
Vorlage S. 33
408
So hast du mir auch einmal vorgesagt.
Vorlage S. 33
409
LYSANDER.
Vorlage S. 33
410
Du Narr, warum hab ich dich also leicht gewonnen, doch bin ich dir noch gut du weißt es, zwei so verschiedene Lieben gehn recht gut zusammen, doch musst du jetzt auch deine Liebe zeigen.
Vorlage S. 33
411
DORIS.
Vorlage S. 33
412
Mein Fräulein kann ich nicht verrathen, sie ist so gut.
Vorlage S. 33
413
LYSANDER.
Vorlage S. 33
414
So schwör ich dir, dass wir auf ewig sind geschieden.
Vorlage S. 33
415
DORIS.
Vorlage S. 34
416
Ich kann nicht.
Vorlage S. 34
417
LYSANDER.
Vorlage S. 34
418
Noch diesen Abend will ich mit der Schwester hin nach den Pulverweiden, vor deinem Haus vorübergehen, sie liebt mich doch viel mehr, als du.
Vorlage S. 34
419
DORIS.
Vorlage S. 34
420
Das sollst du nicht, das leid ich nicht, ich kanns nicht überleben.
Vorlage S. 34
421
LYSANDER.
Vorlage S. 34
422
Zeig mir, dass du mich liebst, bring mich zu deinem Fräulein.
Vorlage S. 34
423
DORIS.
Vorlage S. 34
424
Es muss geschehen, doch hält es schwer.
Vorlage S. 34
425
LYSANDER.
Vorlage S. 34
426
Und wenns gelingt, so ist dein Glück gemacht.
Vorlage S. 34
427
DORIS.
Vorlage S. 34
428
Mein Glück und auch mein Unglück. Wir müssens heimlich überlegen. Beide ab.
Vorlage S. 34
429
Siebenter Auftritt.
Vorlage S. 34
430
Der Schauplatz verwandelt sich in eine Straße vor dem Hause des Viren und der Olympie, beide treten auf den Balkon.
Vorlage S. 34
431
VIREN.
Vorlage S. 34
432
Nach so viel Leiden, verseufzten Tagen und verwachten Nächten, da fühlt ich im Gedeihen eines lustigen Lebens, dass Liebe gar nichts sei, ein leerer blendend heller Spiegel in muthwilliger Hand der unerwartet wirft der Sonne Bild in unsre Augen erschreckend glauben wir, sie strahle plötzlich aus einer andern Region zu uns – da ist es fort. Hätt ich die bang verlorne Zeit zurück!
Vorlage S. 34
433
OLYMPIE.
Vorlage S. 34
434
Du quälest mich, wie einen Kranken dem seines Lebens Ausgang vorerzählt wird, dem ein gewisser Tod wird vorgerechnet, das Leben quälet ihn, doch hat ers lieb. Ach lieber Bruder, wie du mir so durchdringend dies Gefühl beschriebst, so wie du es erfahren, an das wir glauben müssen gegen alle Überlegung, das in uns lebt und außer uns in ewgem Zwiespalt mit uns selber, so etwas fühlt ich auch, als sich Cardenio mir ganz zu eigen gab. Mir zu eigen? Mir selber hat er mich entführt und schweift mit mir ich weiß nicht wo, herum, ich will in meinen Büchern lesen und gähne, will gern an meine alten Freunde schreiben und kann nicht aus den ersten Worten kommen, mir ists, als müsst ich ihm weit über Hügel folgen; bin ich im dunklen Thal, so steht er auf der Höh in Abendsonne schön beglänzt und steig ich zu der Höh so ist er fort – wie wird mir doch ums Herz so weh.
Vorlage S. 34
435
VIREN.
Vorlage S. 35
436
Ei wie verändert, stolzes Schwesterchen du stolze Frucht an einem Tag gereift am höchsten Gipfel und schon gefallen in des Mannes Schoos. Gedenk ich noch an gestern, der hochgefeierten Selbstständigkeit, des treuen Bunds mit allen edlen Mädchen vom Ehejoche frei zu bleiben.
Vorlage S. 35
437
OLYMPIE.
Vorlage S. 35
438
Ich habe nie davon gesprochen, dass jede Ehe eine Bürde sei, nur die gezwungne wär mir unerträglich.
Vorlage S. 35
439
VIREN.
Vorlage S. 35
440
Ihr Mädchen werft die Worte aus wie Kupfermünzen, der Mühe überdrüßig, sie zu zählen; wie sprachst du allgemein von Männertyrannei. Je liebes Kind, ist je ein Mensch auf Erden zum Tyrannen ganz geschaffen, so ists Cardenio.
Vorlage S. 35
441
OLYMPIE.
Vorlage S. 36
442
Ich muss gehorsam sein, ich bin dazu geschaffen, du hättest früher warnen sollen, oder nie; gehörst du auch zu denen, die den Brunnen decken, wenn erst das Kind hineingefallen ist?
Vorlage S. 36
443
VIREN.
Vorlage S. 36
444
Ich glaubte dich Lysandern längst verlobt, er ist ein hübscher Mann, ein Mann von Ehre, hat Ansehn und Vermögen, er liebt dich treulich nun so lange.
Vorlage S. 36
445
OLYMPIE.
Vorlage S. 36
446
Du glaubtest es, weil du es wünschtest, ich hab dir nie davon geschrieben, ich hab ihm jede Gunst, selbst die gewöhnlichen, die dem Verliebten leicht ein Zeichen der Geneigtheit werden, so streng versagt, dass er wohl glauben mag, ich hasse ihn, wie ich doch nie getan. Er ist ein werther Freund; Aufmerksamkeit, bescheidne Schmeichelei in allem, was mir lieb, so viele kleine Dienste, die er uns geleistet, verpflichten mich zur Dankbarkeit, ja fast wie eine Angewohnheit ist mir seine Nähe, die ich nicht gerne misse, Cardenio ist mir Bedürfnis, Speise, Trank und Luft des höheren Lebens, nichts bin ich ohne ihn.
Vorlage S. 36
447
VIREN.
Vorlage S. 36
448
Cardenio, ich läugne nicht, ist ausgezeichnet unter Tausenden, erhöht von der Natur, geschmückt mit Kunst, doch löscht ein Fehler alles Gute aus. Er ist ein zorn'ger Wüthrich, ein ew'ger Streiter gegen tausend Kleinigkeiten, die der gewohnte Lauf der Welt als harmlos duldet, und was er meint das sagt er aus, und was er will, das setzt er durch, ihn fürchtet jeder, keinen fürchtet er. Nur sein gelehrter Ruf hat gegen die Verbannung ihn beschützt, er wär von den Studenten längst schon ausgeschlossen, wär nicht in ihm der Kern von allen, eine ganze Akademie. Beim Trinken drückt er erst die Menschen an sich, als wollt er sich für eine Ewigkeit verbrüdern nun sieht er sie in hellster Nähe an, bemerkt die feinen mikroscopschen Züge und stößt sie mit Verachtung fort – mir selbst ists so begegnet, ich rettete mich nur von einem großen Streit durch einen witzig leichten Seitensprung. Solch Uebel wächst mit jedem Streite, was erst unleidlich ist, die widerhaar'ge Spannung wird bald ein angenehmer Reiz, es juckt da immer, wo man oft gekratzt und seine Ehre ist ihm gar ein kitzlich Fleckchen, doch findet er noch sicher seinen Meister, denn jeder Händelmacher findet den, er stirbt ganz sicher nicht natürlich, oder er muss flüchten in die weite Welt, was hast du dann?
Vorlage S. 36
449
OLYMPIE.
Vorlage S. 37
450
Mein lieber Bruder, wer auf den sicheren Besitz von etwas herrlichem nur eine Stunde rechnet, nein der besitzt es nie, der hat es nie besessen sich nie dem Augenblicke hingegeben, der Jahre aufwägt. Und sind nicht Augenblicke muth'gen Glücks und seliger Erhebung mehr, als ungenoss'ne achtzigjähr'ge Dauer des stets verkümmerten Daseins. Hab ich mit ihm die Freudenzeit genossen, so leid ich auch mit ihm so kann ich mit ihm sterben.
Vorlage S. 37
451
VIREN.
Vorlage S. 38
452
Ei liebe Schwester, spricht Natur aus dir? So fremd und so beredt hab ich dich nie gefunden, es ist ein neuer Stolz, der dich ergreift, den alten Stolz der scheuen Jungfrau hast du schon vergessen.
Vorlage S. 38
453
OLYMPIE.
Vorlage S. 38
454
Sprich nicht von meinem Stolz, ich fühl ihn heute nicht, ich fühle nichts als milde Güte, ein Wohlthun möcht ich üben gegen alle Welt, mir an das Herz sie drücken, damit es eine Haltung fände, – denn es ist schwach. O sieh mich an, kann seine Wildheit mir wohl widerstehn, wenn ich ihn also bittend blicke an, der Blick muss ihn entwaffnen, der muss das lose Schwert fest in der Scheide halten, ich will ihm decken seiner Augen Glanz mit meiner Hand, wie mit dem Schilde der Vernunft, wenn er in Zorn ausstürmen möchte.
Vorlage S. 38
455
VIREN.
Vorlage S. 38
456
Das ist doch lustig, das lässt sich alles anders auch verstehen, es ist mir lieb, dass Niemand gegenwärtig! O Schwester, das klingt ja ganz erschrecklich sinnlich.
Vorlage S. 38
457
OLYMPIE.
Vorlage S. 38
458
Aus meinen Augen fort, du Ungeheuer, du stellst dich ernsthaft, machst mich ganz treuherzig, ich weiß von nichts, du hast mit aller Thorheit dich besudelt, die du Erfahrung nennst, und nun ich offen mit dir rede, als wolltest du mich freundlich gern verstehen, mir gütig beistehn, da lachest du mit fremdem Scherz herein, ich schäme mich meines offnen Sinns, bei Gott, wär ich kein Weib ich könnte dich ausfodern darum, und umbringen, und dann machst du Cardenio daraus noch eine Sünde, wenn er so oft in Händel sich verwickelt. So wie du schlecht von mir gesprochen, gehts auch ihm, die anderen verderben seine Worte eben so.
Vorlage S. 38
459
VIEREN.
Vorlage S. 39
460
Ja Schwester, wie du wieder alles mißverstehst; dass ich dich nicht für eine Göttin halte, das kränket dich? Ich bin kein Gott und weiß doch noch aus früheren Jahren, stolze Schwester, wo wir vertraulich stets beisammen waren.
Vorlage S. 39
461
OLYMPIE.
Vorlage S. 39
462
Da warst du gar ein andrer Mensch.
Vorlage S. 39
463
VIREN.
Vorlage S. 39
464
Du warst wie andre Mädchen hattest auch die Nase in die Länge.
Vorlage S. 39
465
OLYMPIE.
Vorlage S. 39
466
Fort, fort, ich kratz dir sonst die Augen aus.
Vorlage S. 39
467
VIREN
Vorlage S. 39
468
lachend.
Vorlage S. 39
469
Damit ich niemals sehen soll, was du mit Cardenio unter vier Augen thust. Ab.
Vorlage S. 39
470
OLYMPIE.
Vorlage S. 39
471
Wahrhaftig ich geh noch heute fort von dir, wenn du mir so begegnest. – Ein sonderbares Recht, dass sich die Herren Brüder meist anmaßen, uns alle Unanständigkeiten her zu sagen, die sie von andern niemals um uns leiden mögen, sie möchten uns allein damit versorgen. Es hat mich doch verstimmt, ich lebte ganz in dem Gedanken an ihn und bei Cardenio da fällt mir lauter Schönes ein, du weißt o Himmel, meine Lieb zu ihm ist rein, entlade mich den heftigen Gedanken, womit der Zorn das Herz mir tief erregte, ich bin zu heftig, ich habe so viel anderes zu denken, da mir der Abendstern entgegenblickt.
Vorlage S. 39
472
Aus der heitern freien Bläue
Vorlage S. 40
473
Tritt ein Stern so heimlich vor,
Vorlage S. 40
474
Ach, wo war er doch zuvor?
Vorlage S. 40
475
Und nun seh ich gar schon zweie,
Vorlage S. 40
476
Die so fest verbunden scheinen,
Vorlage S. 40
477
Als wenn Gottes Hand sie band,
Vorlage S. 40
478
Und nun gehn sie Hand in Hand,
Vorlage S. 40
479
Und ich muss hier einsam weinen.
Vorlage S. 40
480
Immer muss ich beider denken,
Vorlage S. 40
481
In die Augen eingebrannt,
Vorlage S. 40
482
Blicken sie so unverwandt
Vorlage S. 40
483
Und ich muss die Blicke senken,
Vorlage S. 40
484
Seh nicht mehr die keuschen Sterne,
Vorlage S. 40
485
Alle ziehn so fern vorbei;
Vorlage S. 40
486
Sah sie gestern noch so frei,
Vorlage S. 40
487
Gestern sah ich sie so gerne.
Vorlage S. 40
488
Und nun ich wieder aufzublicken wage. Die armen beiden kleinen Sterne, kaum sind sie zu erblicken, so schämen sie sich vor der Sonne, die sie noch mit durchdringenden hellem Aug bestrahlt. Sie bleibt in sich verloren nach den Sternen aufblickend stehen.
Vorlage S. 40
489
Achter Auftritt.
Vorlage S. 40
490
Lysander und Doris schleichen unter den Häusern an ein Seitenpförtchen des Hauses, wo sie von Olympien nicht gesehen werden können.
Vorlage S. 41
491
DORIS
Vorlage S. 41
492
mit bittender Bewegung.
Vorlage S. 41
493
Still – still – sacht – leise, die Sonne ist noch sichtbar und mir ist so bange.
Vorlage S. 41
494
LYSANDER.
Vorlage S. 41
495
Mir gar nicht, die Katzen zischen sich schon an auf ihren Liebeswegen.
Vorlage S. 41
496
DORIS.
Vorlage S. 41
497
Ich dächt, wir ließens?
Vorlage S. 41
498
LYSANDER.
Vorlage S. 41
499
Recht gern, wenn du nicht schon die Thüre aufgemacht.
Vorlage S. 41
500
DORIS.
Vorlage S. 41
501
Ich wollt, ihr wäret schon heraus.
Vorlage S. 41
502
LYSANDER.
Vorlage S. 41
503
Für jetzt nur schnell herein.
Vorlage S. 41
504
Sie treten ab in die Seitenpforte.
Vorlage S. 41
505
Neunter Auftritt.
Vorlage S. 41
506
OLYMPIE.
Vorlage S. 41
507
Unsre Nachbaute schließen
Vorlage S. 41
508
Schon die kleine Fenster zu,
Vorlage S. 41
509
Wünschen eine gute Ruh,
Vorlage S. 41
510
Mit zur guten Nacht begrüßen;
Vorlage S. 41
511
Viele fromme Kinder singen
Vorlage S. 41
512
Müde ihren Abendsang,
Vorlage S. 41
513
Ach wie ist mein Herz so bang,
Vorlage S. 41
514
Nacht will mir nicht Ruhe bringen.
Vorlage S. 41
515
Cardenio und Pamphilio kommen mit Musikanten und Masken.
Vorlage S. 41
516
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 41
517
Ja Herrchen, es ist so duster mir vor meinen Augen, was wird mir das bedeuten.
Vorlage S. 41
518
PAMPHILIO.
Vorlage S. 42
519
Dass du nun um so heller singen kannst, wie Nachtigallen, die geblendet sind.
Vorlage S. 42
520
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 42
521
Je Herchen, ich kann den Steg nicht finden über diese Gosse.
Vorlage S. 42
522
PAMPHILIO.
Vorlage S. 42
523
Find nur den Steg auf deiner Violine so ist mirs einerlei, wo du dich bettest, ich will euch überdies nie Heimchen hier verstecken, dass alle Leute die Augen nach euch aussehen mögen, woher wohl das Gesinge und Gedudle komme. – Du stehst tiefsinnig da Cardenio vor deiner Liebsten, als wärs dein Stehpult, ja sag, verwundert es dich nie dass jener strahlenhelle Phöbus, der eben seine Rosse hin zur Schwemme reitet, die schönsten Gaben seiner Töne solchem lausigen Volk verleiht, wie unsre Musikanten sind, ich glaube er gehört zum Bürger-Rettungs-Institut und macht aus seiner Huld Almosen für die Armen. He Bruder, du hörst kein Wort.
Vorlage S. 42
524
CARDENIO.
Vorlage S. 42
525
Lass mich, ich weiß es nicht, was hier das Beste sei, doch du verstehst am besten, so etwas anzuordnen und dazu hab ich dich, nimm alle die Gedanken jetzt zusammen. Wahrhaftig mir vergehen die Gedanken, ein tiefer Ernst durchdringet mich bei dieser Himmelskonjunktur, die Sonne noch nicht unter, der Mond noch nicht herauf und jene beide Strahlen des Springbrunnens, der wie aus meinem Herzen steigt, erscheinen mir gleich Schwanenhälsen die Luna froh auf dem bestrahlten Wasserspiegel zu mir ziehen. Auch sie soll Liebchen sehen, ich sehe Liebchen schon in ihrem Schein. Ich wollte etwas singen und ich zittre, als würd ich selbst zur Zitter, die lebend ihrer Hand gehorcht.
Vorlage S. 42
526
PAMPHILIO.
Vorlage S. 43
527
Schäm dich der Furcht, du Simson, noch schläfst du nicht in ihrem Schooße, denn deine Locken fliegen noch so frei im Abendwind und kitzelten mich eben in der Nase, könnt ich nur singen, so wie du, ich wollte alles abgelebte Echo in den Straßenecken ausfordern, dass die Hähne drüber krähten.
Vorlage S. 43
528
CARDENIO
Vorlage S. 43
529
erst leise, dann lauter.
Vorlage S. 43
530
Hinunter, hinunter
Vorlage S. 43
531
Du rollende Sonne,
Vorlage S. 43
532
Nun werd ich erst munter,
Vorlage S. 43
533
Nun steige du Sonne
Vorlage S. 43
534
Des Herzens im Thale,
Vorlage S. 43
535
Mein Liebchen bestrahle.
Vorlage S. 43
536
Mein Flehn ist erfüllet,
Vorlage S. 43
537
In weißen Gewändern
Vorlage S. 43
538
Mit goldenen Rändern
Vorlage S. 43
539
Kömmt Luna verhüllet,
Vorlage S. 43
540
Die Sternelein spießen,
Vorlage S. 43
541
Die Göttin zu grüßen.
Vorlage S. 43
542
Wie blinken die Wellen,
Vorlage S. 43
543
Wie glänzen die Gassen,
Vorlage S. 43
544
Die alten Gesellen,
Vorlage S. 43
545
Die Sterne erblassen,
Vorlage S. 43
546
Denn Luna nur blicket
Vorlage S. 43
547
Auf Liebchen entzücket.
Vorlage S. 43
548
OLYMPIE
Vorlage S. 44
549
wird aufmerksam.
Vorlage S. 44
550
Die Studenten singend ziehen,
Vorlage S. 44
551
Kühle Luft vorüber streicht,
Vorlage S. 44
552
Dass der Mond davon erbleicht,
Vorlage S. 44
553
Meine Wangen müssen glühen,
Vorlage S. 44
554
Weil ich eine Stimme höre,
Vorlage S. 44
555
Die ich einmal nur gehört,
Vorlage S. 44
556
Und mein töricht Herz mich lehrt,
Vorlage S. 44
557
Da sie singe mir zur Ehre.
Vorlage S. 44
558
CARDENIO
Vorlage S. 44
559
zu den Musikanten heimlich.
Vorlage S. 44
560
Nun frisch ihr Herren Musiker, tut jetzt das Beste, so etwas düster Lockendes, dass man dabei verhimmeln möchte, ein Waldhorn erst, das in sich selber wiederhallt, dazwischen rasch ein lust'ger Harfenschlag, dass sich ein Jeder aufrafft, als seis verrathen, was er meine.
Vorlage S. 44
561
PAMPHILIO.
Vorlage S. 44
562
Ich hoff du sollst zufrieden sein, wie ich es angegeben, es spielet alles mit, der Mond der Himmel und der Brunnen vor dem Hause.
Vorlage S. 44
563
Olympie spricht oben, doch ohne daß sie es unten hören können.
Vorlage S. 44
564
OLYMPIE.
Vorlage S. 44
565
Stille Nacht, trink dein Vergnügen,
Vorlage S. 44
566
Trink das Licht in vollen tiefen Zügen.
Vorlage S. 44
567
Ist die goldne Schaale ausgetrunken,
Vorlage S. 44
568
Scheibenglanz ins Dunkel eingesunken.
Vorlage S. 44
569
Haben alle Blumen sich geschlossen,
Vorlage S. 44
570
Alle Kräuter ihren Thau genossen,
Vorlage S. 44
571
Andre Vögel nur nach Schlaf verlangen,
Vorlage S. 44
572
Nachtigallen ihren Sang anfangen.
Vorlage S. 44
573
Die Musik, welche das Maskenspiel einleiten soll, beginnt.
Vorlage S. 44
574
OLYMPIE.
Vorlage S. 44
575
Ach wie viel hab ich mir selbst verschwiegen,
Vorlage S. 44
576
In den Tönen seh ich alles offen liegen.
Vorlage S. 44
577
Was die Sonne zu dem Fluss getrieben
Vorlage S. 44
578
Ist in meinen Adern heiß geblieben,
Vorlage S. 45
579
Was sie in den goldnen Strom versenket,
Vorlage S. 45
580
Mich zu diesen süßen Tönen lenket,
Vorlage S. 45
581
Fühle alle Sinne drin erfrischet,
Vorlage S. 45
582
Meine Stimme sich mit ihnen mischet.
Vorlage S. 45
583
Flötensolo.
Vorlage S. 45
584
OLYMPIE.
Vorlage S. 45
585
Schweige, sagt der Bäume fern Erregen,
Vorlage S. 45
586
Auf den Mund will den Finger legen,
Vorlage S. 45
587
Und nun hör ich nur ein fernes Herze schlagen,
Vorlage S. 45
588
Hör den fernen silbern Mondenwagen
Vorlage S. 45
589
Und ich lese in den letzten Sternenzügen:
Vorlage S. 45
590
Stille Nacht, trink dein Vergnügen.
Vorlage S. 45
591
Die Musik schweigt.
Vorlage S. 45
592
CARDENIO.
Vorlage S. 45
593
Recht brav, ihr Musiker, ihr habt so recht mein Herz entflammt, ich wünsche Händel und ich träum sie schon, jetzt schnell das Maskenspiel.
Vorlage S. 45
594
Maskenspiel vor dem Altane.
Vorlage S. 45
595
DIE JUNGFRAU
Vorlage S. 45
596
in ländlicher Tracht geht zum Brunnen.
Vorlage S. 45
597
Kommt der Mond zum Quell gegangen,
Vorlage S. 45
598
Badet seine weiße Brust,
Vorlage S. 45
599
Zu ihm hin die Arme langen,
Vorlage S. 45
600
Und ich wasche sie mit Lust;
Vorlage S. 45
601
Wasche meine heißen Wangen,
Vorlage S. 45
602
Kühle ab mein junges Blut,
Vorlage S. 45
603
Schwere Arbeit ist vergangen,
Vorlage S. 45
604
Wie er mir so schöne tut.
Vorlage S. 45
605
In den Wiesen ist ein Klingen,
Vorlage S. 45
606
Ists des Mondes Sichelklang,
Vorlage S. 45
607
Vor ihm her viel Lichter springen,
Vorlage S. 45
608
Leuchten bei der Ernte Drang.
Vorlage S. 45
609
DIE FRAU
Vorlage S. 46
610
in ländlicher Tracht mit einer Spindel.
Vorlage S. 46
611
Wenn der Mond ist aufgegangen
Vorlage S. 46
612
In der Hand die Arbeit ruht,
Vorlage S. 46
613
Ist im Finstern dann ein Bangen,
Vorlage S. 46
614
Tut ein Gang ins Freie gut;
Vorlage S. 46
615
Meine Schwester seh ich träumend
Vorlage S. 46
616
An des Brunnens weißem Rand,
Vorlage S. 46
617
Und der Brunnen springet schäumend,
Vorlage S. 46
618
Winket weit mit weißer Hand,
Vorlage S. 46
619
Wie ein Geist, so möcht michs schrecken,
Vorlage S. 46
620
Glaubte ich an Geisterschein,
Vorlage S. 46
621
Will doch meine Schwester necken,
Vorlage S. 46
622
Denn sie sitzt so ganz allein.
Vorlage S. 46
623
Sie umfaßt die Jungfrau.
Vorlage S. 46
624
JUNGFRAU.
Vorlage S. 46
625
Ach wie ist mir doch geschehen,
Vorlage S. 46
626
Wie umfasst mich frech fein Arm,
Vorlage S. 46
627
Lindor, dich will ich nicht sehen,
Vorlage S. 46
628
Mich umzieht es kalt und warm.
Vorlage S. 46
629
FRAU.
Vorlage S. 46
630
Ich bins Schwester, welches Bangen
Vorlage S. 46
631
Vor dem Amor, vor dem Dieb,
Vorlage S. 46
632
Leicht ist mir die Zeit vergangen,
Vorlage S. 46
633
Amors Zeit war mir so lieb,
Vorlage S. 46
634
War auch Jungfrau, bin nun Fraue,
Vorlage S. 46
635
Und der Mond mich noch berückt,
Vorlage S. 46
636
Wenn ich jetzt mit Sorge schaue,
Vorlage S. 46
637
Ob kein Licht im Hause blickt.
Vorlage S. 46
638
Dass die Glocke zehn geschlagen,
Vorlage S. 46
639
Sagt der Wächter nur dem Herrn,
Vorlage S. 46
640
Mir die Nachtigallen schlagen,
Vorlage S. 46
641
Mag zu Bette noch nicht gern.
Vorlage S. 46
642
JUNGFRAU.
Vorlage S. 46
643
Wie der Mond im Brunnen spielet!
Vorlage S. 46
644
Ei wie kommt er da hinein?
Vorlage S. 46
645
FRAU.
Vorlage S. 47
646
So die Lieb zum Herzen zielet,
Vorlage S. 47
647
Und so strahlt sie frei herein.
Vorlage S. 47
648
Kühler Trank, du scheinest Feuer,
Vorlage S. 47
649
Also scheint die Liebe auch
Vorlage S. 47
650
Und mein Busen athmet freier,
Vorlage S. 47
651
Seit ich kenne ihren Brauch.
Vorlage S. 47
652
JUNGFRAU.
Vorlage S. 47
653
Ist die Liebe wie die Quelle?
Vorlage S. 47
654
Immer ist ihr Strom so voll,
Vorlage S. 47
655
Und zerfließet doch so schelle,
Vorlage S. 47
656
Und ihr Rauschen weit erscholl.
Vorlage S. 47
657
BEIDE.
Vorlage S. 47
658
Labung ist sie allen Sinnen,
Vorlage S. 47
659
Tropfen fallen mir vom Kinn,
Vorlage S. 47
660
Tausend neue Tropfen rinnen,
Vorlage S. 47
661
Und besinnen sich darin.
Vorlage S. 47
662
FRAU.
Vorlage S. 47
663
Siehe, Lindor dort erscheinet,
Vorlage S. 47
664
Ringt die Hände überm Haupt,
Vorlage S. 47
665
Ach der arme Knabe weinet,
Vorlage S. 47
666
Und der Wald ist grün belaubt.
Vorlage S. 47
667
LINDOR.
Vorlage S. 47
668
Hinter meiner Sense bindend,
Vorlage S. 47
669
Hast du wohl auf mich gesehn,
Vorlage S. 47
670
Nach der Arbeit schnell verschwindend,
Vorlage S. 47
671
Lässt du mich alleine gehn;
Vorlage S. 47
672
Sind das wohl die guten Sitten,
Vorlage S. 47
673
Die du in der Stadt gelernt,
Vorlage S. 47
674
Hörtest du auf andrer Bitten,
Vorlage S. 47
675
Hast du dich von mir entfernt!
Vorlage S. 47
676
JUNGFRAU.
Vorlage S. 47
677
Lerne du nur gute Sitten,
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678
Bleib nicht bei der alten Art,
Vorlage S. 47
679
Lerne erstlich höflich bitten,
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680
Und dann bin ich auch nicht hart.
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681
LINDOR.
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682
Weil ich dich so gern umgebe,
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683
Scheidet mich dein hartes Herz!
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684
FRAU.
Vorlage S. 48
685
Ei sie will sich nichts vergeben,
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686
Darum scheint sie bös Scherz.
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687
JUNGFRAU.
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Carl Spitzweg – Der Bücherwurm, um 1850. Motivvergleich zu Lesen und Wissen; keine Darstellung einer Figur dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Der Bücherwurm · Carl Spitzweg · Public domain Bildquelle ↗
688
Könntest du dich mir ergeben,
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689
Ach ich habe auch ein Herz.
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690
LINDOR.
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691
Sag, wie soll ich mich ergeben,
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692
Da ich lang dir eigen bin.
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693
FRAU.
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694
Ei du sollst den Kuß ihr geben,
Vorlage S. 48
695
Denn das will der Eigensinn.
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696
JUNGFRAU.
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697
Ach so war es nicht gemeint!
Vorlage S. 48
698
FRAU.
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699
Doch nun ist es schon geschehen.
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700
LINDOR.
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701
Ach warum hab ich geweint?
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702
FRAU.
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703
Dass du nun kannst klarer sehen.
Vorlage S. 48
704
JUNGFRAU.
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705
Ach was hör ich, welches Klingen,
Vorlage S. 48
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Welchen Klang in meinem Ohr?
Vorlage S. 48
707
LINDOR.
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708
Meine Lieder zu dir dringen,
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709
Da gesprenget ist das Thor.
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710
Hörst du nun den Lenz erklingen,
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711
Da du ruhst am Busen mir,
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Und mein Herz will mir zerspringen,
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Da es fühlt ein Herz in dir.
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714
Siehst du nicht die Blitze dringen
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715
Aug in Auge hin zu dir,
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716
Meine Arme sich beschwingen
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717
Und ich schwebe über dir.
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718
JUNGFRAU.
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719
Süß Erkennen erster Liebe,
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720
Abschied von der weiten Welt,
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721
Aus dem Felsen schlägt sie trübe
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722
Einen Funken, der erhellt.
Vorlage S. 48
723
LINDOR.
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724
Luna kann nun immer scheiden,
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Sterne nehmt mein Lebewohl,
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726
Alle Trauer will ich meiden,
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727
Denn die Freude tut mir wohl.
Vorlage S. 49
728
JUNGFRAU.
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729
Süße Schwermuth, dich zu leiden,
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Tut in Freuden mir so wohl,
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731
Alle Menschen will ich meiden,
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732
Denn du bist mein Weh und Wohl.
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733
BEIDE.
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734
Süß Erkennen schließt die Wunde,
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735
Alles mir so wohl gefällt,
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Und ich fühl an deinem Munde
Vorlage S. 49
737
Aufgang, Untergang der Welt.
Vorlage S. 49
738
FRAU.
Vorlage S. 49
739
Seht, das ist der Lohn der Zarten,
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Dieser süßen Tränen Glanz,
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Seht die Myrthen in dem Garten,
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742
Winden sich im Thau zum Kranz.
Vorlage S. 49
743
Sie bekränzt die Jungfrau mit einem Myrthenkranz und giebt ihr einen Strauß von Rosen.
Vorlage S. 49
744
Und die Rose lehrt euch beiden,
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Ihre Dornen fühltet ihr,
Vorlage S. 49
746
Doch in Dörfern, wie in Sädten
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Bleibt sie stets die höchste Zier.
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Heute sind es sieben Jahre,
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Dass ich ruht in gleichem Glück,
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750
Und die Flügel neuer Jahre
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Decken nicht dies erste Glück!
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752
Olympie verneigt sich und geht schweigend ins Haus.
Vorlage S. 49
753
ZUSCHAUER
Vorlage S. 49
754
die sich allmählig eingefunden haben.
Vorlage S. 49
755
Der Spaß ist aus, ich wollt, er wär noch einmal so lang gewesen. Zweiter. Mir ist mein Lebtag kein solch Vivat vorgekommen. Dritter. War es denn die kleine Ach-Herr-je, die gesungen hat mit ihrer kleinen Schwester, der Bursche war Lungenfeld. Vierter. Mir ists dabei im Magen kalt geworden, ich geh zu Dost, er ist noch stets mein Trost. Fünfter. Gut Nacht, ich will noch Veilchen pflücken. Die Zuschauer ab.
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CARDENIO.
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757
Sie hat gedankt, sie hat es angenommen.
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PAMPHILIO.
Vorlage S. 50
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Ich hab es selbst gesehn, sie neigte sich.
Vorlage S. 50
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CARDENIO.
Vorlage S. 50
761
Pamphilio, ich muss dich küssen und doch beneid ich dich um die Erfindung, was wusste sie von mir dabei, ach dir gehört der Gruß, der Dank, bei Gott ich bring dich um, wenn du's ihr je verräthst. Jetzt ist sie sicher schon in ihrem Zimmer, jetzt kleidet sie sich aus, ach immer schöner, schöner. Wie wag ich doch, so was zu denken, verzeih mir Geist der reinen Liebe, nein trag ihn nicht in ihren Traum hinüber, den frevelhaften Blüthenstaub. Schlaf ruhig ein Olympie.
Vorlage S. 50
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Wie Mimosa schließt die Blätter,
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Also schließ die Augenlieder,
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Morgen weckt ein keusches Wetter
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Deine hellen Augen wieder,
Vorlage S. 50
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Und du öffnest dann die Laden
Vorlage S. 50
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Und es steigt so schöne Luft,
Vorlage S. 50
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Alle Blumen sind geladen,
Vorlage S. 50
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Und sie opfern ihren Duft.
Vorlage S. 50
770
PAMPHILIO.
Vorlage S. 50
771
Ihr Musikanten jetzt ganz leise eine Nachtmusik, bis das Nachtlicht in dem Zimmer löschet.
Vorlage S. 50
772
Zehnter Auftritt.
Vorlage S. 50
773
Olympiens Zimmer. Die Musik vor der Thür schallt leise, aber vernehmlich. Doris führt Lysander herein.
Vorlage S. 51
774
DORIS.
Vorlage S. 51
775
Mir ist so bang ums Herz, ich thu gewiss nicht recht.
Vorlage S. 51
776
LYSANDER.
Vorlage S. 51
777
Das glaub mir nur, zum Guten ist uns bang und auch zum Bösen, wenn es viel Muth und Arbeit kostet.
Vorlage S. 51
778
DORIS.
Vorlage S. 51
779
In diesem Schrank, er ist gerad so groß wie Sie, ich weiß es, denn wenn ich davor gestanden, so musst ich immer an Sie denken, da müssen Sie sich drin verstecken, da ist ein Schlüssel der ihn aufschließt, ich weiß nicht, wo ich ihn gefunden, er passt recht gut.
Vorlage S. 51
780
LYSANDER.
Vorlage S. 51
781
Wie bist du denn darauf gekommen, ihn zu probiren, du stiehlst doch nicht.
Vorlage S. 51
782
DORIS.
Vorlage S. 51
783
Ei pfui, wer wird so schlecht von Leuten denken, die Neugier trieb mich und ich dachte in dem Schrank des Fräuleins Liebesbriefe zu entdecken, ich wollte lernen, wie man die Briefe vornehm schrieb.
Vorlage S. 51
784
LYSANDER.
Vorlage S. 51
785
Und hast du sie gelesen?
Vorlage S. 51
786
DORIS.
Vorlage S. 51
787
Du liebe Zeit, das waren schöne Liebesbriefe, Gebete, Versche waren es, ganz dumme Kindermährchen, erbauliche Betrachtungen, wie sie ihr Herz verbessern wollte, das lernt sie alles aus den Büchern. Nun gieb mir einen Kuß, ich lasse dich allein.
Vorlage S. 51
788
LYSANDER.
Vorlage S. 52
789
Wenn alles gut geht, sollst du deinen Kuß erst kriegen, sei nur recht wachsam, giebt es Lärmen, mich durch die Seitenpforte auszulassen. Wer macht denn das Gedudele da unten in der Straße?
Vorlage S. 52
790
DORIS.
Vorlage S. 52
791
Recht weiß ichs nicht, an mich hat er sich nicht gewendet, wie alle andre, vielleicht ist's der Cardenio, der heut am Markte meinem Fräulein zärtlich zugesprochen, es ist ein schöner Herr, es lacht das Herz ihm gleich entgegen.
Vorlage S. 52
792
LYSANDER.
Vorlage S. 52
793
Das war ein schlimmer Handel, wenn ich mit dem zusammen träfe. Wo bleibt denn noch Olympie?
Vorlage S. 52
794
DORIS.
Vorlage S. 52
795
Sie sucht sich Abends meist ein Buch in ihres Bruders Sammlung und sucht so lange, bis sie nichts mehr lesen mag.
Vorlage S. 52
796
LYSANDER.
Vorlage S. 52
797
Nun gut, jetzt lasse mich allein, wir überhören sonst die zärtlich leisen Tritte, denn wie ein Sternbild wandelt sie am Rand der Erde, regiert sie strenge und berühret sie doch nicht. Sei wachsam und bereit.
Vorlage S. 52
798
DORIS.
Vorlage S. 52
799
Ich will den Kuß mir treu verdienen du harter grimmiger, kalter, lieber, lieber Bösewicht. Sie küsst ihn und geht zögernd ab.
Vorlage S. 52
800
Eilfter Auftritt.
Vorlage S. 52
801
LYSANDER
Vorlage S. 53
802
allein.
Vorlage S. 53
803
O dieser Kuß, ich wollt, ich wär ihn los von meinen Lippen, die ganz in Himmelswonne träumend sich erquicken, hier in Olympiens Nähe wird mir Gemeines ganz verhaßt, wie wünschte ich mein voriges Leben zu vergessen. Gemeine Sünden könnt ich hier nicht tun, so tröstet's mich, dass ich erschrecklich freveln will. Was thue ich? Es ist der Sprung des ganz Verzweifelten hin über einen Abgrund, schon hinter mir versinkt die Welt, ich kann nicht mehr zurück. – Ich möchte mit dem Himmel den Vertrag hier schließen, für diese eine Schuld wollt ich mein Leben seinem Dienste weihn; o heil'ger Gott schließ den Vertrag, schlag ein. – Wie sprech ich so von Gott und hab den Teufel in dem Herzen, doch hier in ihrer Nähe verliert, wie in dem Kelch des Abendmahls die Schlange all ihr Gift, der enge Raum wird hier zum weiten Himmel. – Wie die Musik mich quält, wohl mir, da hier ein Licht, es ist genug in dieser kleinen Welt die trüben Nachtgedanken zu zerstreuen. – Wie friedlich steht das kleine Bett, die weiße Decke ist so straff darauf gezogen, es ist nicht weichlich, ach ich muss doch einen Augenblick darauf mich setzen – und nun ich sitze, fühl ich erst, wie's mir so weich, in diesem Augenblicke möchte ich für eine Ewigkeit erstarren, zum Denkmal werden meiner eignen Ruhe. – Wie quälen mich die sanften Flöten wieder; sind ich denn nichts, was mich auf andere Gedanken bringen kann. – Da liegt ein aufgeschlagnes Schreibebuch, wie liegt es ordentlich in gleicher Linie mit dem Rand des Tisches, mit dem Stuhle, das Dintfaß steht in richtiger Entfernung recht davor, die Feder liegt so reinlich ausgewischt daneben, o schöne Ordnung, Spiegel ihres Geistes. – Was hat das liebe Kind geschrieben? Er liest. »Führ mich nicht in Versuchung Herr und Gott, schenk mir die Wahrheit und bewahr mein Herz.« Nur wenig Worte, aber inhaltschwer, sie drücken meinen bösen Willen nieder, der schwarze Vorsatz weicht mir wie in Fieberwahn, kaum glaub ich, dass ich ihn geheget. Führ mich nicht in Versuchung, liebes Kind, so will ich nun zu dir auch beten: Es wird mir leicht, ich eile fort noch eh die Liebliche gekommen, dass nicht mein Aug die Heimlichkeit erblickt, der es nicht widerstehen kann. Er springt zur Thüre, in dem Augenblick ruft Olympie draußen.
Vorlage S. 53
804
OLYMPIE.
Vorlage S. 54
805
Doris bring Licht, ich will zu Bette gehen.
Vorlage S. 54
806
LYSANDER
Vorlage S. 54
807
springt zurück.
Vorlage S. 54
808
O Himmel, als ich mich bessern wollte, war's zu spät; fort in den Schrank, fort in die dunkle Hölle. Er springt in den Schrank, den er hinter sich zudrückt.
Vorlage S. 54
809
Zwölfter Auftritt.
Vorlage S. 54
810
DORIS
Vorlage S. 55
811
sieht sich erst scheu um.
Vorlage S. 55
812
Es brennt schon Licht mein gnäd'ges Fräulein.
Vorlage S. 55
813
OLYMPIE.
Vorlage S. 55
814
Wie unvorsichtig, Doris, hast du den Wächter nicht gehört, bewahr das Feuer und das Licht, das Zimmer ist so voll von Dampf, das Licht ist weit herabgebrannt, geh putz es, mach das Fenster auf, die Luft ist noch so angenehm.
Vorlage S. 55
815
DORIS.
Vorlage S. 55
816
Auch die Musik klingt jetzt viel heller.
Vorlage S. 55
817
OLYMPIE.
Vorlage S. 55
818
Ich höre sie recht gern, sie scheint bestimmt zu meiner Ehre.
Vorlage S. 55
819
DORIS.
Vorlage S. 55
820
Ich möchte wissen, wer sie bringt; ganz sicher der Lysander, ich sah ihn heute sehr beschäftigt laufen.
Vorlage S. 55
821
OLYMPIE.
Vorlage S. 55
822
Ich bitte dich, mach nur die Fenster wieder zu; es tut mir leid, dass er sich Müh und Kosten macht.
Vorlage S. 55
823
DORIS.
Vorlage S. 55
824
Es ist doch gar ein schöner artger Herr.
Vorlage S. 55
825
OLYMPIE.
Vorlage S. 55
826
Wen meinst du?
Vorlage S. 55
827
DORIS.
Vorlage S. 55
828
Wen anders, als Lysander, Ihren treuesten Verehrer.
Vorlage S. 55
829
OLYMPIE.
Vorlage S. 55
830
Ich halte ihn für einen zuverlässigen Freund, doch muss sein unaufhörlich Werben und Hofmachen mich ermüden, ich gab ihm nie die kleinste Hoffnung; er hindert mich dadurch, wohlwollend ihm die Freundschaft, jene Achtung auszudrücken, die er mir eingeflößt, er würde stets viel mehr daraus sich schließen, als ich gemeint.
Vorlage S. 55
831
DORIS.
Vorlage S. 56
832
Die Leute sagen doch, wenn Sie mit ihm spazieren gehen, ja das ist noch ein Paar, das recht zusammen passt, verständig sind sie beide und wie schön!
Vorlage S. 56
833
OLYMPIE.
Vorlage S. 56
834
Die Leute sagen viel, geh nur zu Bette, ich hab bei meinem Bruder gar ein schönes Buch gefunden, das will ich ruhig lesen, es handelt von der Nachahmung des Herren Christus, ich bin noch gar nicht müde.
Vorlage S. 56
835
DORIS.
Vorlage S. 56
836
Mein Gott bei solchem Buch, da schliefe ich gleich ein. Nun gute Nacht, mein liebes gnäd'ges Fräulein. Doris ab.
Vorlage S. 56
837
Dreizehnter Auftritt.
Vorlage S. 56
838
OLYMPIE.
Vorlage S. 56
839
Zuweilen mein ich, Doris sei Mann, ich kann mich nicht vor ihr entkleiden, blickt so frech, ich fühl mich so beschämt, es ist mir lieb, dass ihre Zeit bald um und dass sie selber mir hat aufgesagt, es wird mir gar zu schwer, wenn den Mädchen muss den Abschied geben ich beschämter dann als sie. – Wie lieblich reget die Musik mir Herz und Pulse an, es war gewiss Cardenio, ich gehört, der tiefe ernste Ton der Stimme hat mir sein Bild in einem dunklen Spiegel dargestellt, der Umriß ähnlich, aber finster farbelos, als ständ ein großes Unglück drauf gezeichnet, das dieses Waldhorn jetzt so rührend klagt. – Gern möchte ich ihm etwas schenken für die Freude und die Schmerzen, die er mir in das Herz gesungen. – Da fällt mir eine Locke unbequem ins rechte Auge, dass es in Tränen sich ergießt, – ein rascher Schnitt und sie gehört nicht mehr zu mir, – fort aus dem Fenster flieg hinaus, und will das Glück dir und auch ihm recht wohl, so führ der Abendwind dich schnell in seine Hand. – Fort ist sie, wars auch recht, was ich getan? Ich schäme mich, ich werd ganz roth, ich will im Bette mich verstecken, das steht ganz sicher nicht in der Nachfolge unsres Herrn. – Was find ich hier auf meinem Bett, es ist doch unbescheiden von der Doris, dass sie aus Langeweile sich darauf gesetzt; doch freilich, das arme Mädchen hat gar lange warten müssen, bei der Musik ist mir die Zeit so schnell vergangen, das Dienen ist ein hartes Leben, macht gegen feineren Genuss so stumpf, ihr schallte doch Musik so gut wie mir. – Und jetzt erschreckt mich dieser Eindruck auf dem Bette. – Warum? – Nun fällt mirs ein, es ist ein altes Geistermährchen das ich in einem Kinderbuch gelesen, von einer Mutter, die im Wochenbett gestorben und dann als Geist bei ihrem Kinde nächtlich wachend saß, als seine Amme sorglos es verlassen hatte, am andern Morgen sah die Amme noch den Eindruck, wo sie gesessen, das Kind war satt und froh. – Ich muss das Buch noch haben, es war voll wunderbarlicher Geschichten es liegt wohl in dem Schranke. Sie geht zum Schranke, Lysander springt hinaus, löscht mit seiner Hand das Licht und küsst sie.
Vorlage S. 56
840
OLYMPIE.
Vorlage S. 58
841
Cardenio, das ist Verrath, zu Hülfe, Hülfe.
Vorlage S. 58
842
LYSANDER.
Vorlage S. 58
843
Cardenio.
Vorlage S. 58
844
Er springt durch die Seitenthüre fort, Olympie sinkt in Ohnmacht.
Vorlage S. 58
845
Vor der Thüre ein Rufen von Cardenio, Pamphilio und Musikanten: – Brecht ein, rasch, drein! – Die Thür wird erbrochen, viel Rufen erschallt im Hause, wobei Olympie in der Ohnmacht liegen bleibt.
Vorlage S. 58
846
Vierzehnter Auftritt.
Vorlage S. 58
847
CARDENIO
Vorlage S. 58
848
mit bloßem Degen tritt ungewiß zur Thüre ein.
Vorlage S. 58
849
Aus diesem Fenster, das erhellt noch eben, aus dem die Locke mir gefallen, schien mir ihr Angstgeschrei zu kommen, ganz finster wurde es auf einmal, sie rief mich und es war ein unterdrückter Schrei, Gott, wenn die Decke auf sie nieder wär gestürzt, hier ist kein Stein, dass ich mit meinem Schwert könnt Funken hauen, ihr Augen leuchtet mir, o zöge doch ein fliegender Drache übern Himmel, verbrennte er auch eine Welt, dass ich nur einen Augenblick hier sehen könnte. – Was auch geschehen, ich kam zu spät zur Hülfe. – Was rührt hier meine Hand, wie weich, wie voll, ists eine Todte? Nein, noch fühl ich Lebenswärme. Atem. He Hülfe, Hülfe, Licht; o wär sie es, wär sie todt, und weit von hier, du guter Degen solltest mir den Weg schon bahnen, dass ich ihr nach, mit ihr zugleich die dunkle Todesstraße wandelte.
Vorlage S. 58
850
Funfzehnter Auftritt.
Vorlage S. 59
851
DORIS
Vorlage S. 59
852
mit einem Lichte, vor sich redend.
Vorlage S. 59
853
Dem Himmel sei's gedankt, Lysander ist hinaus, die Thür verschlossen, ein Augenblick, so war's zu spät, schon hört ich unsern Herrn rufen, laufen. Laut. Ach gnädiges Fräulein, was für ein Unglück ist denn hier geschehen, ich lag im ersten Schlaf, als ich sie schreien hörte, mein Gott, da liegt ja das liebe Fräulein ausgestreckt ganz bleich. – Ei Herr Cardenio, wo sind Sie hergekommen, hier ist des Fräuleins Schlafgemach, was haben Sie mit ihr gemacht, Sie haben noch den bloßen Degen in der Hand. – Sie läuft nach der Thüre. He Hülfe, Mörder!
Vorlage S. 59
854
CARDENIO.
Vorlage S. 59
855
Dass dies dein letzter Atem wär. Schaff Hülfe, statt zu schreien, Riechwasser her, es scheint nur Ohnmacht.
Vorlage S. 59
856
Viren in Pantoffeln, einen Schanzläufer übergehängt mit dem Degen.
Vorlage S. 59
857
VIREN.
Vorlage S. 59
858
He, welch Geschrei in stiller Nacht was giebt es Doris, sicher eine Spukgeschichte.
Vorlage S. 59
859
DORIS.
Vorlage S. 60
860
Da sehen Sie nur Herr den Spuk, der Herr Cardenio mit bloßem Degen, das gnäd'ge Fräulein liegt in Ohnmacht.
Vorlage S. 60
861
CARDENIO.
Vorlage S. 60
862
Gebt Wasser her, sie scheinet zu sich selbst zu kommen.
Vorlage S. 60
863
VIREN.
Vorlage S. 60
864
Cardenio! Von meiner Schwester fort! Mir steigt das Blut zu Kopfe – verruchter Schänder der jungfräulichen Ehre, der du das heil'ge Recht des eignen Hauses nicht gescheuet, den Bann der friedlichen Nacht gebrochen, was hält mich, dass ich dich nicht niederstoße?
Vorlage S. 60
865
CARDENIO.
Vorlage S. 60
866
Mein Degen. Jetzt sorge nur für deine Schwester, die ist was mehr werth, als wir beide. Sie schlägt die Augen auf, o welch ein liebevoller Anblick.
Vorlage S. 60
867
VIREN
Vorlage S. 60
868
nimmt Olympien in die Arme.
Vorlage S. 60
869
Wie ist dir liebe Schwester, was ist dir geschehen?
Vorlage S. 60
870
OLYMPIE.
Vorlage S. 60
871
Ach mir geschah so schmerzliche Beleidigung.
Vorlage S. 60
872
VIREN.
Vorlage S. 60
873
Sprich nur schneller.
Vorlage S. 60
874
OLYMPIE
Vorlage S. 60
875
schwach.
Vorlage S. 60
876
Ich hatte mich schon halb entkleidet, geh zu diesem Schrank, da springt Cardenio heraus, erstickt mich fast mit seiner Küsse Wuth ich find in seinem Arm mich wieder, er ist wohl fort; ach frag ihn Bruder, ob ich je freche Blicke ihm gegeben, so schnöde Worte ihm gesagt, die solche Frechheit reifen ließen.
Vorlage S. 60
877
Einige Bediente Virens kommen mit Waffen.
Vorlage S. 60
878
BEDIENTE.
Vorlage S. 61
879
Ist hier der Dieb, schlagt zu.
Vorlage S. 61
880
VIREN.
Vorlage S. 61
881
Ha Bube, so ehrlos wie du ehrbegierig, hier auf der Stelle musst du bluten.
Vorlage S. 61
882
CARDENIO.
Vorlage S. 61
883
Du wärst der erste Prahlhans nicht, den ich schon auf die Kniee hab gesetzt, euch andren hätt ich auch noch Lust zur Ader hier zu lassen, doch hier hält mich ein Blick zurück, den ich noch ehre, selbst da, wo er mich hat so ganz verkannt.
Vorlage S. 61
884
Pamphilio und einige Musikanten dringen ein.
Vorlage S. 61
885
PAMPHILIO.
Vorlage S. 61
886
Halt, was geschieht hier, blanke Degen, Olympie erblassend, ich wollt ich wäre weit davon.
Vorlage S. 61
887
MUSIKER.
Vorlage S. 61
888
Haltet ein, ihr Herren, hört doch die Vernunft mit kaltem Blute an.
Vorlage S. 61
889
CARDENIO.
Vorlage S. 61
890
Bei Gott, ich bin ein Gletscher, kann euch alles sagen, wie vor den Gerichten. Ihr Herren sagt, wann bin ich in dies Haus gedrungen?
Vorlage S. 61
891
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 61
892
Je Herrchen, das müssen Sie am besten wissen, es sind nicht fünf Minuten, dass wir Sie auf der Straße hingestreckt erblickten, seufzend nach den Sternen, so sagt der Poet.
Vorlage S. 61
893
CARDENIO.
Vorlage S. 61
894
Wie kam ich dann darauf, die Ruhe dieses Hauses so zu stören?
Vorlage S. 61
895
EIN ANDERER MUSIKANT.
Vorlage S. 61
896
Da war nichts mehr zu stören, Domine, als sie mit uns hineingedrungen, da war ein Schreien drin von einer Weiberstimme, ein Lichtauslöschen, als wäre Mord geschehen, es fuhr mir eiskalt übern Rücken, dass mir die Flöte an die Erde fiel.
Vorlage S. 61
897
VIREN.
Vorlage S. 62
898
Es ist nicht wahr.
Vorlage S. 62
899
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 62
900
Mein Herr Viren, wir kennen uns ja länger, ich gab ja schon Ihrem Herrn Vater Unterricht auf Geige und auf Flöte, er lernte erst nicht viel, dann aber kriegte er einen guten Ansatz, als er ward verliebt.
Vorlage S. 62
901
PAMPHILIO.
Vorlage S. 62
902
Was soll das hier.
Vorlage S. 62
903
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 62
904
Das Herrchen ist so böse, es erkennt mich nicht, ob ich ihm gleich zwei Stunden alle Woche gebe auf der Geige. Ja Herr Viren ich schwör es ihnen bei meiner Ehre, hab ich gleich nur wenig Ehre, Sie tun dem Herrn Cardenio ein großes Unrecht, wenn Sie meinen. –
Vorlage S. 62
905
OLYMPIE.
Vorlage S. 62
906
Er nannte sich Cardenio, als er mich küsste, als er mich schändete, ich schwörs zu Gott.
Vorlage S. 62
907
VIREN.
Vorlage S. 62
908
So schweig doch Schwester vor den Leuten. – Nun weiter.
Vorlage S. 62
909
ERSTER MUSIKANT.
Vorlage S. 62
910
– – – wenn Sie meinen, dass er das Haus hat aufgestört, er sprengte erst nach vielem Hülfe-Schreien, das drin erscholl, die große Thüre, wir drangen mit ihm ein, und er kam früher hier herein, weil – – –
Vorlage S. 62
911
PAMPHILIO.
Vorlage S. 62
912
Weil er der Muthigste von uns und der Verliebteste. Armer Cardenio, ein andrer hat in deinem Namen die Ernte mit Gewalt entrissen, und draußen standest du als Wächter.
Vorlage S. 62
913
OLYMPIE.
Vorlage S. 63
914
Ich vergeh, ich bin verrathen.
Vorlage S. 63
915
CARDENIO.
Vorlage S. 63
916
Darf solche Schönheit solche Schmach erfahren, darf meine Liebe so verrathen werden, die Welt erscheint mir anders auf einmal – wie wird mir doch, es dreht sich alles rings umher, die Streifen an der Wand, sie ringeln sich zu Schlangen.
Vorlage S. 63
917
PAMPHILIO.
Vorlage S. 63
918
Du schwindelst Freund, halt dich an mir.
Vorlage S. 63
919
VIREN.
Vorlage S. 63
920
Ich muss verstummen, an niemand kann ich meine Wuth auslassen, ein gräßlich Räthsel quält uns alle. Verzeihe mir Cardenio, nur dir hätt ich des Unternehmens Kühnheit zugetraut, die Trauer und die unterdrückte Rache zerrissen mir das Herz ich ahne schlimme Folgen. Ihr Leute, ihr Herren Musiker erfrischt euch draußen nach dem Schrecken, geh Doris, sorg für sie, ich habe noch zu sprechen mit Cardenio.
Vorlage S. 63
921
DORIS
Vorlage S. 63
922
vor sich.
Vorlage S. 63
923
Hätt ich wohl je geglaubt, dass das so enden könnte, ich hätt es nimmermehr getan.
Vorlage S. 63
924
Sechzehnter Auftritt.
Vorlage S. 63
925
CARDENIO.
Vorlage S. 63
926
Nicht lange mehr ertrag ich dies Gewühl in meinem Busen, in wilden Rasereien möcht ich mich selbst entladen von dieser Wahrheit, diesem schrecklichen Bewusstsein, dass alles wahr.
Vorlage S. 63
927
VIREN.
Vorlage S. 64
928
So sprech ich kurz, ich höre, dass du meine Schwester liebst, sag Schwester, liebst du auch Cardenio, da du ihn schuldlos weißt. – Du schweigst, das nehm ich für dein Jawort an. Auf denn, lass uns den Zwist in einem festen Bündniß unter uns vernichten.
Vorlage S. 64
929
CARDENIO.
Vorlage S. 64
930
O meine Ehre, wär ich deiner nur so leicht entladen, wie diese Jungfrau der Jungfräulichkeit, könnt ich nur erst ertragen lernen, dass mich einer schlüg auf öffentlichem Markte, und dass ich blos den Buckel riebe, knurrend wegging, ja dann wär ich ein guter Ehemann.
Vorlage S. 64
931
VIREN.
Vorlage S. 64
932
Ich darf dich nicht verstehen, wohl weiß ich, dass der Schwester Ruf durch diese Nacht kann leiden, doch ihre Zucht hat nicht gelitten, sprich Schwester, dir ist nichts geschehen?
Vorlage S. 64
933
OLYMPIE.
Vorlage S. 64
934
Gott, ich vergeh vor Scham!
Vorlage S. 64
935
CARDENIO.
Vorlage S. 64
936
O Jungfrau, darf ich an dich glauben? Es ist doch ein gefährlich Spiel um Jungfraunehre.
Vorlage S. 64
937
VIREN.
Vorlage S. 64
938
Sie schweigt, das will bei zücht'gen Mädchen nicht viel sagen, gebt euch die Hände und verlobet euch, die ganze Stadt denkt dann, dass es Cardenio gewesen, der sich mit einem Scherz in diesem Haus versteckt, erkennt es dann für einen der genialen Streiche, wofür Cardenio bekannt.
Vorlage S. 64
939
CARDENIO.
Vorlage S. 65
940
Doch was sagt dann der eben hier verschwundene? Ein Wort, Olympie? Was that der Fremdling. Er flüchtete im Augenblick, da er Sie küsste, er hätte Ihren hohen Blick nicht tragen können, darum hat er die Lichter ausgelöscht.
Vorlage S. 65
941
OLYMPIE.
Vorlage S. 65
942
Und wer giebt Ihnen dieses stolze Recht, mich wie ein Richter auszufragen, wir sind uns fremd und bleiben fremd für immer; wer gab dir Bruder dieses Recht, so meine Hand zu schenken, als wärs ein weggeworfnes Gut, aus Mitleid soll mich jetzt Cardenio nehmen, viel lieber nehm ich den, der eben war bei mir versteckt, so hassenswerth sein Frevel dir erscheint.
Vorlage S. 65
943
VIREN.
Vorlage S. 65
944
Ich staune, Schwester, über dich.
Vorlage S. 65
945
OLYMPIE.
Vorlage S. 65
946
Aus Erden war kein Mädchen je so tief gekränkt.
Vorlage S. 65
947
CARDENIO.
Vorlage S. 65
948
Weil denn die Welt dem Teufel ganz gehört, nimm mich du Teufel hier und ewiglich nichts kost ich dir, frei geb ich mich dir zum Geschenk. Fluch aller Liebe, die mich zähmte und bezwang, Haß, Zorn, ihr macht mich reich, ihr füllet mir das Herz, so fließt denn über in die öde Welt, auf die kein göttlich Auge blickt, im Feuer soll sie untergehen. Ab.
Vorlage S. 65
949
Siebzehnter Auftritt.
Vorlage S. 65
950
DORIS
Vorlage S. 66
951
vor sich.
Vorlage S. 66
952
Der stürmte wüthend fort.
Vorlage S. 66
953
VIREN.
Vorlage S. 66
954
Und ich kann gar nichts tun, du alter Ruhm des Hauses, du hohe Ehre meiner Schwester, vom Giftthau einer Nacht sollst du verzehret sein. Entehrt, geschändet, meine Schwester, sprich im Augenblick, wer wars? Du schweigst. – Unselige, – so stirb, nimm meinen letzten Segen! Er will sie durchbohren, Doris hält ihn.
Vorlage S. 66
955
DORIS.
Vorlage S. 66
956
Beim Himmel, sie ist so rein und schuldlos, ich hatte sie im Augenblick verlassen, als sie um Hülfe schrie.
Vorlage S. 66
957
VIREN.
Vorlage S. 66
958
Doch schweiget sie.
Vorlage S. 66
959
DORIS.
Vorlage S. 66
960
Mein Fräulein sprechen Sie, es ist nur Stolz, der ihr den Mund verschließt.
Vorlage S. 66
961
OLYMPIE.
Vorlage S. 66
962
Wer konnt es wagen, je mich zu entheiligen, was schadet mir ein Kuß, von dem die Lippen nichts gewusst.
Vorlage S. 66
963
VIREN.
Vorlage S. 66
964
So lass dich von des treuen Bruders Lippen küssen.
Vorlage S. 66
965
OLYMPIE.
Vorlage S. 66
966
Jetzt kann ich dich nicht küssen, mir ist zu weh und ernst, du hast gewagt mich einem Fremden ohne meine Zustimmung zu übergeben, das hat mich sehr gekränkt, doch ich vergeb es dir. Wer hat gewagt, mich zu verschmähn? – Cardenio! – Vergebs ihm Gott, nein ich vergebs ihm nie!
Vorlage S. 66
967
Achtzehnter Auftritt.
Vorlage S. 66
968
Großer Kommerschsaal auf dem Keller. Die Musik auf einer Gallerie, von Tabakswolken verhüllt, viele Studenten an Tischen, die Chorführer mit gezogenen Hiebern, Halloren schleichen an den Tischen umher.
Vorlage S. 67
969
PRÄSES DER STUDENTEN.
Vorlage S. 67
970
Alles schweige,
Vorlage S. 67
971
Jeder neige
Vorlage S. 67
972
Ernsten Tönen nun sein Ohr,
Vorlage S. 67
973
Hört ich sing das Lied der Lieder,
Vorlage S. 67
974
Hört es meine deutschen Brüder,
Vorlage S. 67
975
Hall es wieder frohes Chor.
Vorlage S. 67
976
ALLE.
Vorlage S. 67
977
Hört, er singt das Lied der Lieder,
Vorlage S. 67
978
Hört es wackre deutsche Brüder,
Vorlage S. 67
979
Hall es nieder frohes Chor!
Vorlage S. 67
980
CARDENIO
Vorlage S. 67
981
tritt verstört ein.
Vorlage S. 67
982
Schlafen mag ich nicht und Alleinsein ist mir schrecklich, was ich von den Wachenden höre, ärgert mich. Guten Abend.
Vorlage S. 67
983
VIELE.
Vorlage S. 67
984
Guten Abend, Cardenio, woher so spät? Du musst hier präsidiren.
Vorlage S. 67
985
CARDENIO.
Vorlage S. 67
986
Recht so, das will ich auch, Wein her!
Vorlage S. 67
987
VIELE.
Vorlage S. 67
988
Nun wirds erst lustig und recht wild hergehn, wir wählen einen Papst.
Vorlage S. 67
989
CARDENIO
Vorlage S. 67
990
trinkt.
Vorlage S. 67
991
Still!
Vorlage S. 67
992
Mein Halle lebe wohl,
Vorlage S. 67
993
Der Abschiedstag ist da,
Vorlage S. 67
994
Ich glaube, ich bin toll,
Vorlage S. 67
995
Ihr seid der Tollheit nah,
Vorlage S. 68
996
Gefährten meiner Freuden,
Vorlage S. 68
997
Die Träne fließt für Euch,
Vorlage S. 68
998
Ich soll nun von mir scheiden,
Vorlage S. 68
999
Kein Schmerz ist diesem gleich.
Vorlage S. 68
1000
Er weint und läuft fort.
Vorlage S. 68
1001
BECKER.
Vorlage S. 68
1002
Ich glaube wirklich, der ist toll geworden, der Schmerz über die unselige Promotion wirkt nach, die Haare stehen mir vor ihm zu Berge und der Wein gerinnt.
Vorlage S. 68
1003
SUPPIUS.
Vorlage S. 68
1004
Er ist doch sonst kein sentimentaler Hund, aber er sah so wehmüthig aus, als hätte er an Meerrettig gerochen.
Vorlage S. 68
1005
DIENEMANN.
Vorlage S. 68
1006
Ich werde euch gleich Nachricht bringen, was ihm fehlt.
Vorlage S. 68
1007
WAISENHÄUSER.
Vorlage S. 68
1008
Ich hab ihn lauge beobachtet, er war immer sehr überspannt, das endet immer so in Melancholie.
Vorlage S. 68
1009
VIELE.
Vorlage S. 68
1010
Wein her!
Vorlage S. 68
1011
EINER.
Vorlage S. 68
1012
Das Gähnen ist mir näher.
Vorlage S. 68
1013
BECKER.
Vorlage S. 68
1014
Es ist mir grade, als hatte ich ein Haar darin gefunden. Der ganze Spaß ist uns verdorben, als wär ein Geist erschienen unter uns. Es war wohl nur sein Geist, er ist vielleicht erstochen worden.
Vorlage S. 68
1015
SUPPIUS.
Vorlage S. 68
1016
Hol dich der Teufel!
Vorlage S. 68
1017
VIELE.
Vorlage S. 68
1018
Wo ist ein Geist?
Vorlage S. 68
1019
SUPPIUS.
Vorlage S. 69
1020
Einen Geist muss ich sehen, heraus ihr Geister aus allen Grüften, zeigt euch, denn ich rufe, es giebt keine.
Vorlage S. 69
1021
AHASVERUS
Vorlage S. 69
1022
tritt langsam ein, vor sich.
Vorlage S. 69
1023
Ich muss doch zusehn, ob Cardenio hier nicht zu finden, ich fürcht, ein Unglück ist ihm geschehen.
Vorlage S. 69
1024
SUPPIUS.
Vorlage S. 69
1025
Ha der Geist. Läuft fort.
Vorlage S. 69
1026
VIELE.
Vorlage S. 69
1027
Der Geist, es schlägt zwölfe, fort, Platz! Alle in unordentlicher Flucht zur andern Thür hinaus.
Vorlage S. 69
1028
AHASVERUS.
Vorlage S. 69
1029
Tags zum Spotte, Nachts zum Schrecken, geh ich durch die weite Welt.
Vorlage S. 69
1030
Ende des ersten Aufzuges.
Vorlage S. 69

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Was giebts schon wieder Neues, Dienemann, wie …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Da schlägts, hols der Teufel, da muss ich einem Paar Juden, die sich taufen lassen, in der Religion […] geben.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Als er da unter des Chirurgen Händen seufzte, bat er mich, weil ich mich seiner Ehre also angenommen, ich möchte seinen Ehrenplatz auch übernehmen, gegen Wagner opponiren; und ich versprach es ihm, da gab er mir so Frag als Antwort, wie er es all mit Wagner abgeredet, da seht!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »So schwör ich dir, dass wir auf ewig sind geschieden.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Nun sieh, es kostet nur den ersten Schritt, was du so lang gehegt, das magst du nicht verschwenden; du kannst den Muth nicht finden zu etwas, das beim zweiten Male dir Muth zu unterdrücken kostet.« B: »Hätt ich es ihm gesagt, er hätte gleich dran sterben können auf dem Flecke, von der Reflexion.« C: »Er springt zur Thüre, in dem Augenblick ruft Olympie draußen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wie wag ich doch, so was zu denken, verzeih mir Geist der reinen Liebe, nein trag ihn nicht in ihren Traum hinüber, den […] Blüthenstaub.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »– – – wenn Sie meinen, dass er das Haus hat aufgestört, er sprengte erst nach vielem Hülfe-Schreien, das drin erscholl, die große Thüre, wir drangen mit ihm ein, und er kam früher hier herein, weil – – –«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Er flüchtete im Augenblick, da er Sie küsste, er hätte Ihren …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Der Marktplatz. Auf der einen Seite stehen drei einsame Pferdeverleiher in der Sonne, auf der andern die beiden Gevaterbuden mit Blumen und Früchten reichlich angefüllt; die Gevatterin zählt Kirschen in […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Recht gern, wenn du nicht schon die Thüre aufgemacht.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Nicht an der Lüge ist der Mann gestorben, was bildest du dir ein, ich hab es ihm seit langer Zeit gesagt; das Denken ist ein Tanzen auf dem Seile, das zwischen Gott und Menschenleben ist gespannt, er spannte dies von einer Seite nur, sein […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Unsre Nachbaute schließen Schon die kleine Fenster zu, Wünschen eine gute Ruh, Mit zur guten Nacht begrüßen; Viele fromme Kinder singen Müde ihren Abendsang, Ach wie ist mein Herz so bang, Nacht will mir nicht Ruhe bringen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] als milde Güte, ein Wohlthun möcht ich üben gegen alle Welt, mir an das Herz sie drücken, damit es eine Haltung fände, – denn es ist schwach. O sieh mich an, kann seine Wildheit mir wohl widerstehn, wenn ich ihn also bittend blicke an, der […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Wünscht mir nicht zu viel Lebenskraft, denn kurz und gut, ich bin heut Opponent, hier ist der Brief von Schlinger worin er euch […]« und »Wie der Mond im Brunnen spielet! Ei wie kommt er da hinein?«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Tags zum Spotte, Nachts zum Schrecken, geh ich durch die weite Welt.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Der Marktplatz. Auf der einen Seite stehen drei einsame Pferdeverleiher in der Sonne, auf der andern die […]« / »Tags zum Spotte, Nachts zum Schrecken, geh ich durch die weite Welt.«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Sei mir gegrüßt, du Stadt des Segens und des Fluches die alles mir geraubt und alles mir bewahrt. – ich will doch näher schleichen dem Studentenhaufen, Cardenio mag darunter sein.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Er ist ein zorn'ger Wüthrich, ein ew'ger Streiter gegen tausend Kleinigkeiten, die der gewohnte Lauf der Welt als harmlos duldet, und was er meint das sagt er aus, und was er will, das setzt er durch, ihn fürchtet jeder, keinen fürchtet er.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Tags zum Spotte, Nachts zum Schrecken, geh ich durch die weite Welt.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Halle von Arnim, Ludwig Achim von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Halle

Achim von Arnim: Sämmtliche Werke. Berlin: Expedition des Arnimschen Verlags, 1846. Arnim, Ludwig Achim von 4- Berlin

Das Werk Halle von Arnim, Ludwig Achim von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.