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Buch - Eugen Onegin - Puškin, Aleksander Sergeevič

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Eugen Onegin

Puškin, Aleksander Sergeevič

Eugen Onegin von Puškin, Aleksander Sergeevič. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

ErzählprosaKlasse 9–10 · 11–1310 Abschnitte
Historische Illustration zu Eugen Onegin
Historische Illustration zu „Eugen Onegin“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Ilya Repin · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Theodor Commichau

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 10

Erstes Buch

1
Er stürmt durchs Leben hin, beschleunigt sein Gefühl.
Vorlage S. 254
2
Fürst Wjasemski
Vorlage S. 254
3
I
Vorlage S. 254
4
»Mein Onkel tut sehr brav und bieder,
Vorlage S. 254
5
Jetzt plötzlich sterbenskrank zu sein:
Vorlage S. 254
6
So schätzt man ihn doch einmal wieder;
Vorlage S. 254
7
Gescheitres fiel ihm selten ein.
Vorlage S. 254
8
Sein Beispiel – andern eine Lehre!
Vorlage S. 254
9
Wenn nur, o Gott, die Qual nicht wäre,
Vorlage S. 254
10
Vom siechen Greis bei steter Wacht
Vorlage S. 254
11
Nicht loszukommen Tag und Nacht!
Vorlage S. 254
12
Und diese Last gemeinster Pflichten:
Vorlage S. 254
13
Solch halbem Leichnam beizustehn,
Vorlage S. 254
14
Mit Arzenei zur Hand zu gehn,
Vorlage S. 254
15
Wehleidig ihm sein Pfühl zu richten –
Vorlage S. 254
16
Da seufzt man wohl und denkt für sich:
Vorlage S. 254
17
Wann endlich holt der Teufel dich!«
Vorlage S. 254
18
II
Vorlage S. 255
19
So machte seine bittren Glossen
Vorlage S. 255
20
In Extrapost ein junger Fant,
Vorlage S. 255
21
Dem als der Sippe letztem Sprossen
Vorlage S. 255
22
Das Glück der Erbschaft vorbestand.
Vorlage S. 255
23
Euch, die ihr Ruslan und Ludmillen
Vorlage S. 255
24
So warm empfingt mit Freundeswillen,
Vorlage S. 255
25
Sei meines Versromanes Held
Vorlage S. 255
26
Hier mit Verlaub gleich vorgestellt:
Vorlage S. 255
27
Mein Freund Onegin ward geboren
Vorlage S. 255
28
Am Newastrand, der auch wohl gar,
Vorlage S. 255
29
O Leser, deine Wiege war,
Vorlage S. 255
30
Zu deines Namens Glanz erkoren!
Vorlage S. 255
31
Einst kam auch ich dort gut zurecht –
Vorlage S. 255
32
Doch mir bekommt der Norden schlecht.
Vorlage S. 255
33
III
Vorlage S. 255
34
Sein Vater lebte bloß vom Borgen,
Vorlage S. 255
35
Seit der den Dienst mit Fug quittiert,
Vorlage S. 255
36
Vergaß bei Tanz und Schmaus die Sorgen –
Vorlage S. 255
37
Und war dann schließlich ruiniert.
Vorlage S. 255
38
Das Schicksal blieb Eugen gewogen:
Vorlage S. 255
39
Nachdem Madame es süß verzogen,
Vorlage S. 255
40
Gab man, weil trotzig, wenn auch gut,
Vorlage S. 255
41
Das Kind Monsieur l'abbé in Hut.
Vorlage S. 255
42
Der zage Franzmann hielt in Sachen
Vorlage S. 255
43
Des Unterrichts von Sanftmut viel,
Vorlage S. 255
44
Von Strenge wenig, mit dem Ziel,
Vorlage S. 255
45
Dem kleinen Schalk es leicht zu machen;
Vorlage S. 255
46
Ließ gehn, was irgend Zucht noch litt,
Vorlage S. 255
47
Und nahm ihn hübsch zum Stadtpark mit.
Vorlage S. 255
48
IV
Vorlage S. 256
49
Doch als die Zeit der bangen Wonnen,
Vorlage S. 256
50
Wo junge Sehnsucht schwärmt und klagt,
Vorlage S. 256
51
Auch für des Zöglings Herz begonnen,
Vorlage S. 256
52
Da ward Monsieur davongejagt.
Vorlage S. 256
53
Jetzt trat Eugen als freies Herrchen,
Vorlage S. 256
54
Geschniegelt wie ein Dandy-Närrchen,
Vorlage S. 256
55
Modern frisiert und angetan
Vorlage S. 256
56
Erstmalig auf den Weltenplan.
Vorlage S. 256
57
Französisch war ihm ganz zu eigen,
Vorlage S. 256
58
Er sprach und schrieb es tadellos,
Vorlage S. 256
59
War als Masurkatänzer groß
Vorlage S. 256
60
Und konnte sich scharmant verbeugen:
Vorlage S. 256
61
Braucht's mehr, damit die liebe Welt
Vorlage S. 256
62
Uns für gescheit und reizend hält?
Vorlage S. 256
63
V
Vorlage S. 256
64
Gelernt hat jeder von uns allen
Vorlage S. 256
65
Sein Pröbchen, minder oder mehr:
Vorlage S. 256
66
Drum ist, durch Bildung aufzufallen,
Vorlage S. 256
67
Bei uns, gottlob, nicht eben schwer.
Vorlage S. 256
68
Onegin war nach Ansicht vieler
Vorlage S. 256
69
(Berufner Kenner, streng subtiler)
Vorlage S. 256
70
Ein kluger Kopf, wenn auch Pedant:
Vorlage S. 256
71
Er pflegte nämlich höchst gewandt
Vorlage S. 256
72
Unaufgefordert dreinzuschwätzen,
Vorlage S. 256
73
Wo irgend nur geredet ward,
Vorlage S. 256
74
Sich zu Disputen ernstrer Art
Vorlage S. 256
75
Stumm würdevoll dazuzusetzen,
Vorlage S. 256
76
Und gab sie dann dem Damenkreis
Vorlage S. 256
77
Mit raschem Witz zum Lachen preis.
Vorlage S. 256
78
VI
Vorlage S. 257
79
Latein ist heut nicht mehr so wichtig.
Vorlage S. 257
80
Drum, frei herausgesagt, Eugen
Vorlage S. 257
81
War da so weit, um leidlich richtig
Vorlage S. 257
82
Widmungsinschriften zu verstehn,
Vorlage S. 257
83
Von Juvenal was vorzulügen
Vorlage S. 257
84
Und Briefen vale beizufügen,
Vorlage S. 257
85
Auch stand ihm aus Virgil zur Not
Vorlage S. 257
86
Ein magres Verschen zu Gebot.
Vorlage S. 257
87
Sich mit Historie abzuplagen
Vorlage S. 257
88
War nicht sein Fall, er wühlte nie
Vorlage S. 257
89
Im Staub der Weltchronologie;
Vorlage S. 257
90
Doch Anekdoten seit den Tagen
Vorlage S. 257
91
Des Remus bis auf unsre Zeit
Vorlage S. 257
92
Hatt' er im Kopfe stets bereit.
Vorlage S. 257
93
VII
Vorlage S. 257
94
Den Reiz, für Poesie zu leben,
Vorlage S. 257
95
Begriff er nicht, auch nimmerdar,
Vorlage S. 257
96
Soviel ich mir auch Müh' gegeben,
Vorlage S. 257
97
Was Iambus, was Trochäus war,
Vorlage S. 257
98
Und schalt Homer und andre Geister.
Vorlage S. 257
99
Doch Adam Smith war recht sein Meister,
Vorlage S. 257
100
Drum unterhielt er spät und früh
Vorlage S. 257
101
Papa mit Staatsökonomie,
Vorlage S. 257
102
Zum Beispiel: wie Kredit sich wandelt,
Vorlage S. 257
103
Wenn Wohlstand zunimmt, Arbeit nährt,
Vorlage S. 257
104
Und wie ein Land kein Gold entbehrt,
Vorlage S. 257
105
Sofern es Rohprodukte handelt.
Vorlage S. 257
106
Papa, der nichts vom Kram verstand,
Vorlage S. 257
107
Nahm Hypotheken auf sein Land.
Vorlage S. 257
108
VIII
Vorlage S. 258
109
Noch Weitres dieser Art zu melden,
Vorlage S. 258
110
Erübrigt sich und führt zu weit.
Vorlage S. 258
111
Doch was den Genius meines Helden
Vorlage S. 258
112
Mehr dartat als Gelehrsamkeit,
Vorlage S. 258
113
Was ihm seit frühen Jugendtagen
Vorlage S. 258
114
Zur Quelle ward von Lust und Plagen,
Vorlage S. 258
115
Wodurch er sich zur Leidenschaft
Vorlage S. 258
116
Aus leerem Nichtstun aufgerafft –
Vorlage S. 258
117
War – dass er um die Triebe wusste,
Vorlage S. 258
118
Die einst Ovid so reich besang,
Vorlage S. 258
119
Wofür der Dichter lebenslang
Vorlage S. 258
120
Fern von Italien büßen musste,
Vorlage S. 258
121
Aus jungem Ruhm und Glück verbannt
Vorlage S. 258
122
Ins öde Moldausteppenland.
Vorlage S. 258
123
IX
Vorlage S. 258
124
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 258
125
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 258
126
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 258
127
X
Vorlage S. 258
128
Wie früh verstand er schon die Künste
Vorlage S. 258
129
Der Eifersucht und Heuchelei,
Vorlage S. 258
130
Der Überredung Truggespinste,
Vorlage S. 258
131
Des Launenspiels, der Ziererei,
Vorlage S. 258
132
Die Kunst, bald sanft, bald stolz und eigen,
Vorlage S. 258
133
Bald dienstbar sich, bald kühl zu zeigen!
Vorlage S. 258
134
Wie karg und stumm war hier sein Mund,
Vorlage S. 259
135
Dort wie gesprächig kunterbunt,
Vorlage S. 259
136
Im Liebesbrief wie überschwenglich!
Vorlage S. 259
137
Wie selbstlos schien sein Herz allein
Vorlage S. 259
138
Von einem Trieb erfüllt zu sein!
Vorlage S. 259
139
Und dieser Blick, bald dreist-verfänglich,
Vorlage S. 259
140
Bald schamhaft-zärtlich, der sogar
Vorlage S. 259
141
Erlogner Tränen fähig war!
Vorlage S. 259
142
XI
Vorlage S. 259
143
Wie täuschend er den Neuling spielte,
Vorlage S. 259
144
Sich harmlos stellte, schüchtern tat,
Vorlage S. 259
145
Verzweifelt schien, nach Rührung schielte,
Vorlage S. 259
146
So schmeichelsüß um Neigung bat,
Vorlage S. 259
147
Dann, lauernd auf das kleinste Schwanken,
Vorlage S. 259
148
Der Unschuldsjahre keusche Schranken
Vorlage S. 259
149
Mit List und Feuer überwand;
Vorlage S. 259
150
Auf scheue Zärtlichkeit gespannt.
Vorlage S. 259
151
Zum Austausch drang von Liebesschwüren,
Vorlage S. 259
152
Um schnell beim ersten Herzenslaut,
Vorlage S. 259
153
Schon immer mehr und mehr vertraut,
Vorlage S. 259
154
Ein Stelldichein herbeizuführen,
Vorlage S. 259
155
Wo schleunigst nach Verführerart
Vorlage S. 259
156
Der Unterricht vollendet ward.
Vorlage S. 259
157
XII
Vorlage S. 259
158
Wie früh verfing in seinen Netzen
Vorlage S. 259
159
Sich selbst die erzkokette Frau!
Vorlage S. 259
160
Und wie verstand er still zu hetzen,
Vorlage S. 259
161
Verdacht zu streun und boshaft schlau
Vorlage S. 259
162
Des Leumunds Gift herumzutragen,
Vorlage S. 259
163
Um Nebenbuhler abzuschlagen!
Vorlage S. 260
164
Nur ihr glücksel'gen Eheherrn
Vorlage S. 260
165
Saht ihn als Hausfreund immer gern:
Vorlage S. 260
166
Der Schelm sowohl, der selbst hienieden
Vorlage S. 260
167
Faublas' galante Wege lief,
Vorlage S. 260
168
Der Greis, der ohne Argwohn schlief,
Vorlage S. 260
169
Wie auch der Hahnrei, stets zufrieden
Vorlage S. 260
170
Mit seinem Wanst, so satt und dick,
Vorlage S. 260
171
Sich selbst und seinem Eheglück.
Vorlage S. 260
172
XIII/XIV
Vorlage S. 260
173
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 260
174
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 260
175
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 260
176
XV
Vorlage S. 260
177
Meist, eh er aufsteht, sind beizeiten
Vorlage S. 260
178
Schon Kärtchen da. Was gibt's, lass sehn;
Vorlage S. 260
179
Man lädt ihn richtig von drei Seiten
Vorlage S. 260
180
Zum Abend ein und bittet schön
Vorlage S. 260
181
Hier zum Geburtstag, dort zu Bällen.
Vorlage S. 260
182
Wie soll mein Schelm sich dazu stellen?
Vorlage S. 260
183
Wohin zuerst? Ach, einerlei,
Vorlage S. 260
184
Er schafft es schon für alle drei.
Vorlage S. 260
185
Einstweilen lässt er sich frisieren,
Vorlage S. 260
186
Stülpt auf den Kopf den Bolivar,
Vorlage S. 260
187
Fährt aus, stellt fein den Weltmann dar
Vorlage S. 260
188
Und geht geruhsam promenieren,
Vorlage S. 260
189
Bis allgemach die Stunde schlägt,
Vorlage S. 260
190
Da unser Freund zu speisen pflegt.
Vorlage S. 260
191
XVI
Vorlage S. 261
192
Schon dunkelt's. Schlitten her: geschwinde
Vorlage S. 261
193
Geht's »Platz da!« sausend übers Eis;
Vorlage S. 261
194
Zu Frost bereift bei scharfem Winde
Vorlage S. 261
195
Sein Biberkragen silberweiß.
Vorlage S. 261
196
Dort bei Talon zu guter Stunde
Vorlage S. 261
197
Harrt seiner schon die Tafelrunde,
Vorlage S. 261
198
Er tritt herein, der Pfropfen knallt,
Vorlage S. 261
199
Es strömt des Elfers Vollgehalt;
Vorlage S. 261
200
Zum blut'gen Roastbeef gibt's die Blüte
Vorlage S. 261
201
Von Frankreichs Küche, Trüffeln just,
Vorlage S. 261
202
Für junge Gaumen höchste Lust,
Vorlage S. 261
203
Straßburgs Pasteten erster Güte,
Vorlage S. 261
204
Limburger Käse unter Glas
Vorlage S. 261
205
Und schließlich goldne Ananas.
Vorlage S. 261
206
XVII
Vorlage S. 261
207
Man würde gern noch weiterzechen,
Vorlage S. 261
208
War das Menü doch reichlich fett,
Vorlage S. 261
209
Allein, die Uhr mahnt aufzubrechen:
Vorlage S. 261
210
Schon läutet's drüben zum Ballett.
Vorlage S. 261
211
Nun eilt Onegin ins Theater,
Vorlage S. 261
212
Allwo er sich als Kunstberater
Vorlage S. 261
213
Und Primadonnenfavorit
Vorlage S. 261
214
Nach Laune um Erfolg bemüht,
Vorlage S. 261
215
Und jeder kritisch sich betätigt,
Vorlage S. 261
216
Hier Beifall klatscht dem entrechat,
Vorlage S. 261
217
Dort mit Gezisch Kleopatra
Vorlage S. 261
218
Und Phädra abzutreten nötigt,
Vorlage S. 261
219
Vor allem Lärm macht, möglichst toll,
Vorlage S. 261
220
Damit man rings ihn hören soll.
Vorlage S. 261
221
XVIII
Vorlage S. 262
222
O Zauberwelt erlauchter Geister!
Vorlage S. 262
223
Wo einst so kühn die Geißel schwang,
Vorlage S. 262
224
Fonwisin, der Satire Meister,
Vorlage S. 262
225
Knjashnin manch klassisch Werk gelang;
Vorlage S. 262
226
Wo mit Semjonowa, der schönen,
Vorlage S. 262
227
Sich Oserow den Zoll der Tränen
Vorlage S. 262
228
Und Beifallsstürme spenden ließ;
Vorlage S. 262
229
Katenin seine Kunst bewies,
Vorlage S. 262
230
Der uns Corneille erst schätzen lehrte;
Vorlage S. 262
231
Wo Schachowskoi mit seiner Schar
Vorlage S. 262
232
Komödien – Liebling aller war,
Vorlage S. 262
233
Und wo Didelot sich stets bewährte –
Vorlage S. 262
234
Dort, dort in der Kulissen Raum
Vorlage S. 262
235
Träumt' ich so manchen Liebestraum.
Vorlage S. 262
236
XIX
Vorlage S. 262
237
Wo seid ihr göttlich Anmutsgleichen?
Vorlage S. 262
238
Ist euer Wirbel heut verrauscht?
Vorlage S. 262
239
Habt ihr mit andern, ach, nicht gleichen
Vorlage S. 262
240
Zu meinem Schmerz den Platz getauscht?
Vorlage S. 262
241
Tönt euer Sang noch süß belebend?
Vorlage S. 262
242
Wird Rußlands Terpsichore schwebend
Vorlage S. 262
243
Mein Aug' und Herz noch an sich ziehn?
Vorlage S. 262
244
Soll ich vergebens mich bemühn,
Vorlage S. 262
245
Ein teures Antlitz aufzufinden?
Vorlage S. 262
246
Und achtlos, mit dem Glas bewehrt,
Vorlage S. 262
247
Das fremden Reizen zugekehrt,
Vorlage S. 262
248
Enttäuschung mühsam nur verwinden,
Vorlage S. 262
249
Um gähnend unter all dem Schein
Vorlage S. 262
250
Entschwundnen Glücks gedenk zu sein?
Vorlage S. 262
251
XX
Vorlage S. 263
252
Schon ist das Haus gefüllt bis oben,
Vorlage S. 263
253
Parterre und Logen – dichter Hauf';
Vorlage S. 263
254
Die Galerie beginnt zu toben;
Vorlage S. 263
255
Da endlich rauscht der Vorhang auf:
Vorlage S. 263
256
Und lächelnd, in der Nymphen Reigen,
Vorlage S. 263
257
Umkost vom Zaubersang der Geigen,
Vorlage S. 263
258
Steht feenhaft im Märchenglanz
Vorlage S. 263
259
Istomina: sie hebt zum Tanz
Vorlage S. 263
260
Ihr Füßchen, kreist in leichten Ringen,
Vorlage S. 263
261
Dem Boden sanft nur angeschmiegt,
Vorlage S. 263
262
Schnellt auf – und plötzlich fliegt sie, fliegt
Vorlage S. 263
263
Wie zarter Flaum auf Zephirs Schwingen;
Vorlage S. 263
264
Dreht blitzschnell Wirbel Schwung um Schwung
Vorlage S. 263
265
Und schließt graziös im Trillersprung.
Vorlage S. 263
266
XXI
Vorlage S. 263
267
Der Beifall rast. Jetzt kommt gewichtig
Vorlage S. 263
268
Onegin, zwängt sich stolpernd vor,
Vorlage S. 263
269
Erhebt sein Glas, durchmustert flüchtig
Vorlage S. 263
270
Der Logen reichen Damenflor,
Vorlage S. 263
271
Lässt Schmuck, Kostüm und Coiffüren
Vorlage S. 263
272
Sehr nonchalant Kritik passieren
Vorlage S. 263
273
Und dreht sich unbefriedigt um;
Vorlage S. 263
274
Grüßt da und dort ins Publikum
Vorlage S. 263
275
Mit streng bemeßner Etikette,
Vorlage S. 263
Historische Illustration zu Eugen Onegin
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Eugen Onegin“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Ilya Repin · Public domain Bildquelle ↗
276
Beschaut dann, steif zurückgelehnt,
Vorlage S. 263
277
Die Bühne, kehrt sich ab und gähnt
Vorlage S. 263
278
Und murmelt: »Viel zuviel Ballette;
Vorlage S. 263
279
Das Personal taugt gar nichts mehr,
Vorlage S. 263
280
Und auch Didelot enttäuscht mich sehr.«
Vorlage S. 263
281
XXII
Vorlage S. 264
282
Noch flattern Engel, toben, dräuen
Vorlage S. 264
283
Lindwurm und Höllenkreatur,
Vorlage S. 264
284
Noch schnarcht der müde Troß Lakaien,
Vorlage S. 264
285
Die Pelze hütend, auf dem Flur;
Vorlage S. 264
286
Noch rauscht Musik, noch tönt dazwischen
Vorlage S. 264
287
Das Husten, Schneuzen, Klatschen, Zischen;
Vorlage S. 264
288
Noch breiten übers ganze Haus
Vorlage S. 264
289
Laternen ihren Schimmer aus;
Vorlage S. 264
290
Noch stampfen schauernd in den Strängen
Vorlage S. 264
291
Die Pferde, knirschen, schlagen sich,
Vorlage S. 264
292
Derweil die Kutscher ärgerlich
Vorlage S. 264
293
In Frost und Wärmefeuer drängen;
Vorlage S. 264
294
Doch fort schon ist Eugen: für ihn
Vorlage S. 264
295
Ist's Zeit, daheim sich umzuziehn.
Vorlage S. 264
296
XXIII
Vorlage S. 264
297
Soll nun vom Kabinett ich melden,
Vorlage S. 264
298
Wo unser Freund jetzt wohlbedacht
Vorlage S. 264
299
Als Muster junger Modehelden
Vorlage S. 264
300
Subtilste Toilette macht?
Vorlage S. 264
301
Was irgend London schwerbereichert
Vorlage S. 264
302
An Weltimporten aufgespeichert
Vorlage S. 264
303
Und gegen Holz und Talg und Teer
Vorlage S. 264
304
Zu Schiff uns austauscht übers Meer,
Vorlage S. 264
305
Und was Paris durch Kunstvermögen
Vorlage S. 264
306
Und als Geschmacksbeherrscherin
Vorlage S. 264
307
An Mitteln aufbringt, um den Sinn
Vorlage S. 264
308
Für Pracht und Luxus anzuregen –
Vorlage S. 264
309
Mit all dem schmückte seinen Hof
Vorlage S. 264
310
Der achtzehnjähr'ge Philosoph.
Vorlage S. 264
311
XXIV
Vorlage S. 265
312
Da sah man Stambuls Bernsteinpfeifen,
Vorlage S. 265
313
Nippes, Bronzen, Porphyr, Medaillons
Vorlage S. 265
314
Und (nur für Kenner) feinste Seifen,
Vorlage S. 265
315
Kristallgerät, Odeurflakons
Vorlage S. 265
316
Nebst kleinen Feilen, weichen Schwämmen,
Vorlage S. 265
317
Diversen Scheren, Messern, Kämmen
Vorlage S. 265
318
Und Bürsten jeder Wahl und Art
Vorlage S. 265
319
Für Zähne, Nägel, Kopf und Bart.
Vorlage S. 265
320
Man weiß, wie sich Rousseau beklagte,
Vorlage S. 265
321
Weil Grimm, der Weltmann, ruhig dreist
Vorlage S. 265
322
Vor ihm, dem lauten Feuergeist,
Vorlage S. 265
323
Die Nägel sich zu putzen wagte.
Vorlage S. 265
324
Doch war der Kämpfer für das Recht
Vorlage S. 265
325
In diesem Fall höchst ungerecht.
Vorlage S. 265
326
XXV
Vorlage S. 265
327
Es kann als Mensch sehr viel bedeuten,
Vorlage S. 265
328
Wer sonst auf saubre Nägel hält.
Vorlage S. 265
329
Weshalb auch gegen Mode streiten?
Vorlage S. 265
330
Regiert sie doch die ganze Welt.
Vorlage S. 265
331
Drum war Onegin, im Bestreben,
Vorlage S. 265
332
Nie Anlass zur Kritik zu geben,
Vorlage S. 265
333
In seinem Äußren als Pedant
Vorlage S. 265
334
Fast übertrieben elegant,
Vorlage S. 265
335
Saß stundenlang, sich eifrig schmückend,
Vorlage S. 265
336
Vorm Spiegel, eh er fertig war,
Vorlage S. 265
337
Und glich dann wirklich auf ein Haar
Vorlage S. 265
338
Der lockren Venus, die berückend,
Vorlage S. 265
339
Als flotter junger Mann frisiert,
Vorlage S. 265
340
Zum Maskenball davonkutschiert.
Vorlage S. 265
341
XXVI
Vorlage S. 266
342
Ich könnte nun, nachdem ihr eben
Vorlage S. 266
343
Der Toilette Glanz gesehn,
Vorlage S. 266
344
Um Bildungswünschen nachzugeben,
Vorlage S. 266
345
Ans Schildern seiner Kleidung gehn.
Vorlage S. 266
346
Bei solchem Wagnis wird indessen
Vorlage S. 266
347
Die Nennung von Kostümfinessen,
Vorlage S. 266
348
Frack, Pantalons, Gilet, zur Pflicht,
Vorlage S. 266
349
Und – all das gibt's auf russisch nicht.
Vorlage S. 266
350
Auch ist ja leider, mir zum Schaden,
Vorlage S. 266
351
Mein ungelenker, trockner Stil
Vorlage S. 266
352
Seit Anbeginn schon viel zuviel
Vorlage S. 266
353
Mit Fremdwortflittern überladen,
Vorlage S. 266
354
So heiß ich auch studiert' genug
Vorlage S. 266
355
Das akadem'sche Wörterbuch.
Vorlage S. 266
356
XXVII
Vorlage S. 266
357
Doch halten wir mit derlei Fragen
Vorlage S. 266
358
Uns hier nicht auf, um unverweilt
Vorlage S. 266
359
Zum Ball zu gehn, wohin im Wagen
Vorlage S. 266
360
Onegin schon vorausgeeilt.
Vorlage S. 266
361
Vor stummen Häusern, nachtumdunkelt,
Vorlage S. 266
362
Entlang der stillen Straße funkelt
Vorlage S. 266
363
In freundlich heller Doppelspur
Vorlage S. 266
364
Der Kutschlaternen Lichterschnur.
Vorlage S. 266
365
Buntfarbnen Scheins, den Schnee bestrahlend,
Vorlage S. 266
366
Besät mit Lampen flammt die Pracht
Vorlage S. 266
367
Der stolzen Hausfront durch die Nacht,
Vorlage S. 266
368
Und an den Fenstern, Schatten malend,
Vorlage S. 266
369
Huscht flüchtig Kopf um Kopf dahin
Vorlage S. 266
370
Von Kavalier und Tänzerin.
Vorlage S. 266
371
XXVIII
Vorlage S. 267
372
Da rollt Eugen zum Vestibüle:
Vorlage S. 267
373
Flugs eilt er am Portier vorbei
Vorlage S. 267
374
Treppaufwärts durch die Marmordiele,
Vorlage S. 267
375
Streicht übers Haar und schreitet frei
Vorlage S. 267
376
Zum Saal hinein: Gedrängte Massen;
Vorlage S. 267
377
Noch hat Musik nicht nachgelassen,
Vorlage S. 267
378
Geräuschvoll wogt Masurkatanz,
Vorlage S. 267
379
Rings helle Lust, bewegter Glanz;
Vorlage S. 267
380
Die blanken Gardesporen klirren,
Vorlage S. 267
381
Graziöser Füßchen holder Schwung
Vorlage S. 267
382
Entzündet heiße Huldigung,
Vorlage S. 267
383
Die Wangen glühn, die Blicke schwirren,
Vorlage S. 267
384
Und scheeler Zungen Spott und Hohn
Vorlage S. 267
385
Verschlingt der Geigen Jubelton.
Vorlage S. 267
386
XXIX
Vorlage S. 267
387
Im Jugenddrang nach Lust und Scherzen
Vorlage S. 267
388
Ließ so ein Ball mir keine Ruh':
Vorlage S. 267
389
Man angelt nirgends leichter Herzen
Vorlage S. 267
390
Und spielt sich kleine Briefchen zu.
Vorlage S. 267
391
Ihr Herrn Gemahle, seht, ich stelle
Vorlage S. 267
392
Mich euch zu Dienst für derlei Fälle:
Vorlage S. 267
393
Bedenkt mein Wort im vorhinein,
Vorlage S. 267
394
Ich will euch nur ein Warner sein.
Vorlage S. 267
395
Auch ihr Mamas, dass auf die Blüte
Vorlage S. 267
396
Der lieben Tochter scharf ihr passt,
Vorlage S. 267
397
Nie das Lorgnon vom Auge lasst,
Vorlage S. 267
398
Sonst könnte, könnte – Gott verhüte!
Vorlage S. 267
399
Das schreib' ich hier so offen hin,
Vorlage S. 267
400
Weil ich nun längst gesittet bin.
Vorlage S. 267
401
XXX
Vorlage S. 268
402
Was hab' ich, ach, auf lockren Pfaden
Vorlage S. 268
403
Für schöne Zeit vertan! Und doch:
Vorlage S. 268
404
Wär's meinem Ruf nur nicht zum Schaden –
Vorlage S. 268
405
Auf Bälle flög' ich heute noch.
Vorlage S. 268
406
Wie lieb' ich all den bunten Trubel,
Vorlage S. 268
407
Die frische Lust, den Glanz und Jubel,
Vorlage S. 268
408
Der Damen Anmut, Duft und Schein,
Vorlage S. 268
409
Und ihre Füßchen erst! ... Allein
Vorlage S. 268
410
In Rußlands grenzenloser Weite
Vorlage S. 268
411
Gibt's hübscher Füßchen kaum drei Paar.
Vorlage S. 268
412
Ach, unvergesslich immerdar
Vorlage S. 268
413
Bleibt eines mir! ... Noch heute, heute,
Vorlage S. 268
414
So ernst ich bin, verfolgt es mich,
Vorlage S. 268
415
Und selbst im Traume zittre ich.
Vorlage S. 268
416
XXXI
Vorlage S. 268
417
Wann nur, in welchen Wildnisbanden
Vorlage S. 268
418
Schlägst du sie, Tor, dir aus dem Sinn?
Vorlage S. 268
419
O Füßchen, Füßchen! Wo zulanden
Vorlage S. 268
420
Schwebt heut ihr über Blumen hin?
Vorlage S. 268
421
Gehätschelt in des Südens Milde,
Vorlage S. 268
422
Ließt ihr im öden Schneegefilde
Vorlage S. 268
423
Des rauhen Nordens keine Spur;
Vorlage S. 268
424
Dem wohlig weichen Teppich nur
Vorlage S. 268
425
Wart ihr gewohnt euch anzuschmiegen.
Vorlage S. 268
426
Vergaß ich blinder Schwärmer nicht
Vorlage S. 268
427
Verbannung, Heimat, Ruhm und Pflicht,
Vorlage S. 268
428
Um eurem Zauber zu erliegen?
Vorlage S. 268
429
Mein junges Glück entschwand im Blühn,
Vorlage S. 268
430
Gleich eurer Spur im Wiesengrün.
Vorlage S. 268
431
XXXII
Vorlage S. 269
432
Dianens Busen, Floras Wangen,
Vorlage S. 269
433
O Freunde, reizen meinen Sinn!
Vorlage S. 269
434
Und dennoch zieht mich mehr Verlangen
Vorlage S. 269
435
Zum Füßchen Terpsichores hin.
Vorlage S. 269
436
Denn, wie es Augen selig blendet
Vorlage S. 269
437
Und, Gunst verheißend, Wonne spendet,
Vorlage S. 269
438
Entfesselt es in Lust und Qual
Vorlage S. 269
439
Der Wünsche ungemeßne Zahl.
Vorlage S. 269
440
Das Füßchen lieb' ich, o Elvine,
Vorlage S. 269
441
Am Tische, vom Damast verhüllt,
Vorlage S. 269
442
Auf Wiesen, die der Lenz erfüllt,
Vorlage S. 269
443
Am Winterabend vorm Kamine,
Vorlage S. 269
444
Im glatten Ballsaal, hoch am Strand,
Vorlage S. 269
445
Auf schroffgranitner Klippenwand.
Vorlage S. 269
446
XXXIII
Vorlage S. 269
447
Ich sah das Meer an Sturmestagen:
Vorlage S. 269
448
Mit welchem Neid genoss ich dann,
Vorlage S. 269
449
Wie Flut um Flut herangetragen
Vorlage S. 269
450
Liebkosend ihr zu Füßen rann!
Vorlage S. 269
451
Wie wünscht' ich damals mit den Wellen
Vorlage S. 269
452
Im Kuß an sie heranzuschwellen!
Vorlage S. 269
453
Nein, nicht im tollsten Jugenddrang,
Vorlage S. 269
454
Da Gier mich trieb und Überschwang,
Vorlage S. 269
455
Empfand ich mich so hingerissen,
Vorlage S. 269
456
Holder Armiden süßen Mund,
Vorlage S. 269
457
Erblühten Busens volles Rund,
Vorlage S. 269
458
Entflammter Wangen Glut zu küssen;
Vorlage S. 269
459
Nein, nie hat sonst der Sinne Macht
Vorlage S. 269
460
In mir solch heißen Wunsch entfacht!
Vorlage S. 269
461
XXXIV
Vorlage S. 270
462
Noch andre teure Bilder schweben
Vorlage S. 270
463
Durch meiner Seele Traumesland:
Vorlage S. 270
464
Ich darf sie in den Bügel heben,
Vorlage S. 270
465
Ich fühl' ihr Füßchen auf der Hand;
Vorlage S. 270
466
Und wieder stürmt's in meinem Innern,
Vorlage S. 270
467
Holder Berührung süß Erinnern
Vorlage S. 270
468
Treibt jäh zum Herzen mir das Blut –
Vorlage S. 270
469
Erneute Qual, erneute Glut! ...
Vorlage S. 270
470
Genug. Es sind die stolzen Schönen
Vorlage S. 270
471
Nicht würdig, dass Gesang sie ehrt,
Vorlage S. 270
472
Sie sind der Leidenschaft nicht wert,
Vorlage S. 270
473
Der Lieder nicht, die ihnen tönen;
Vorlage S. 270
474
Ihr Mund, ihr lächelnd Auge lügt
Vorlage S. 270
475
Genau so, wie ihr Füßchen trügt.
Vorlage S. 270
476
XXXV
Vorlage S. 270
477
Na, und Eugen? Der fährt vom Balle
Vorlage S. 270
478
Schlaftrunken heim, aufs Bett bedacht,
Vorlage S. 270
479
Derweil ringsum bei Trommelschalle
Vorlage S. 270
480
Das Treiben Petersburgs erwacht.
Vorlage S. 270
481
Der Kaufmann rüstet, Boten fliegen,
Vorlage S. 270
482
Zur Börse rollt's von Droschkenzügen,
Vorlage S. 270
483
Die Milchmagd stapft, so schnell sie kann,
Vorlage S. 270
484
Durch knarrend frischen Schnee heran;
Vorlage S. 270
485
Der Frühlärm schallt als froher Wecker
Vorlage S. 270
486
Vor offnen Läden, blauer Rauch
Vorlage S. 270
487
Steigt kraus empor, und längst geht auch
Vorlage S. 270
488
Beim flinken Deutschen dort, dem Bäcker
Vorlage S. 270
489
Im weißen Hut, ohn' Unterlaß
Vorlage S. 270
490
Klapp-auf, klapp-zu sein »Was-ist-das«.
Vorlage S. 270
491
XXXVI
Vorlage S. 271
492
Inzwischen schläft, vom Ball ermüdet,
Vorlage S. 271
493
Vertauschend Nacht mit Morgenschein,
Vorlage S. 271
494
Das Kind der Weltlust wohlumfriedet
Vorlage S. 271
495
Bis in den hellen Tag hinein.
Vorlage S. 271
496
Erst mittags wird er sich erheben,
Vorlage S. 271
497
Und dann beginnt das gleiche Leben,
Vorlage S. 271
498
Dann lockt der gleichen Freuden Schar,
Vorlage S. 271
499
Und morgen folgt, was heute war.
Vorlage S. 271
500
Ob freilich dieser unbedachte,
Vorlage S. 271
501
Durch nichts gehemmte Vollgenuß
Vorlage S. 271
502
Von Jugend, Glanz und Überfluss
Vorlage S. 271
503
Eugen auch wirklich glücklich machte?
Vorlage S. 271
504
Erhielt sich, so von Lust betört,
Vorlage S. 271
505
Sein Herz trotz allem unversehrt?
Vorlage S. 271
506
XXXVII
Vorlage S. 271
507
Nein, sein Gefühl war bald erstorben,
Vorlage S. 271
508
Die bunte Welt erschien ihm leer;
Vorlage S. 271
509
Und, die er sonst so heiß umworben,
Vorlage S. 271
510
Die Schönen reizten ihn nicht mehr:
Vorlage S. 271
511
Er war es satt, genarrt zu werden.
Vorlage S. 271
512
Auch Freundschaft schuf ihm nun Beschwerden,
Vorlage S. 271
513
Denn ewig konnte man doch nicht
Vorlage S. 271
514
Zum Beefsteak oder Nachgericht
Vorlage S. 271
515
Champagner durch die Kehle jagen,
Vorlage S. 271
516
Und auf Verlangen obendrein
Vorlage S. 271
517
Mit schwerem Kopf noch geistreich sein;
Vorlage S. 271
518
Ja, sonst bereit, sich gleich zu schlagen,
Vorlage S. 271
519
Selbst Ehrenhändel ließ er nun,
Vorlage S. 271
520
So Degen wie Pistole, ruhn.
Vorlage S. 271
521
XXXVIII
Vorlage S. 272
522
Ein Leiden, welches aufzuklären,
Vorlage S. 272
523
Obschon verwandt mit Englands Spleen,
Vorlage S. 272
524
Die Ärzte längst verpflichtet wären,
Vorlage S. 272
525
Kurz: Rußlands Trübsinn hatte ihn
Vorlage S. 272
526
Seitdem bedenklich in den Krallen.
Vorlage S. 272
527
Sich aber einfach totzuknallen,
Vorlage S. 272
528
Das, Gott sei Dank, mißfiel ihm just;
Vorlage S. 272
529
Nur schwand ihm jede Lebenslust.
Vorlage S. 272
530
Und nun erschien er auf den Festen
Vorlage S. 272
531
Gleich Ritter Harold eisig stumm
Vorlage S. 272
532
Und blieb für Tanz und Spiel ringsum,
Vorlage S. 272
533
Für holde Seufzer, zarte Gesten,
Vorlage S. 272
534
Skandalgeschichten, Spott, Bonmots
Vorlage S. 272
535
Vollkommen kalt und teilnahmslos.
Vorlage S. 272
536
XXXIX/XL/XLI
Vorlage S. 272
537
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 272
538
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 272
539
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorlage S. 272
540
XLII
Vorlage S. 272
541
Ihr launenhaften großen Damen!
Vorlage S. 272
542
Euch ließ er ganz zuerst im Stich.
Vorlage S. 272
543
Der »feine Ton« im steifen Rahmen
Vorlage S. 272
544
Langweilt ja heut auch fürchterlich.
Vorlage S. 272
545
Zwar wissen manche höchst Aparten
Vorlage S. 272
546
Mit Say und Bentham aufzuwarten,
Vorlage S. 272
547
Doch was man sie so plappern hört,
Vorlage S. 272
548
Ist schaudervoll und mitleidswert.
Vorlage S. 272
549
Und dabei tun sie noch so wichtig,
Vorlage S. 273
550
So arg gebildet, stolz und fein,
Vorlage S. 273
Porträt von Aleksander Sergeevič Puškin
Kontextbild zum Werk. Porträt von Aleksander Sergeevič Puškin — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Orest Kiprensky · Public domain Bildquelle ↗
551
Sind allesamt so engelrein,
Vorlage S. 273
552
So unzugänglich, keusch und züchtig,
Vorlage S. 273
553
So ganz den Männern abgeneigt,
Vorlage S. 273
554
Dass schon ihr Anblick Spleen erzeugt.
Vorlage S. 273
555
XLIII
Vorlage S. 273
556
Auch euch, ihr Dämchen freier Liebe,
Vorlage S. 273
557
Die ihr in sinnlich toller Hast
Vorlage S. 273
558
Spätnachts durch Petersburgs Getriebe
Vorlage S. 273
559
Von Droschken euch entführen lasst,
Vorlage S. 273
560
Auch euch beschloss er kühl zu meiden.
Vorlage S. 273
561
Und gründlich satt der wilden Freuden
Vorlage S. 273
562
Spann gähnend er zu Haus sich ein
Vorlage S. 273
563
Und nahm sein Schreibzeug vor. Allein,
Vorlage S. 273
564
Entwöhnt, mit Arbeit sich zu quälen,
Vorlage S. 273
565
Und weil der Feder nichts entfloß,
Vorlage S. 273
566
Mißlang's ihm, sich als Zunftgenoß
Vorlage S. 273
567
Den kecken Leuten beizuzählen,
Vorlage S. 273
568
An denen sich nicht gerne reibt,
Vorlage S. 273
569
Wer, so wie ich, ihr Handwerk treibt.
Vorlage S. 273
570
XLIV
Vorlage S. 273
571
Aufs neu dem Nichtstun preisgegeben,
Vorlage S. 273
572
Verstimmt, sich seelisch leer zu sehn,
Vorlage S. 273
573
Verfiel er drauf als löblich Streben,
Vorlage S. 273
574
Der Weisheit andrer nachzugehn.
Vorlage S. 273
575
Nun ließ er Haufen Bücher kommen,
Vorlage S. 273
576
Las, las, doch ohne Nutz und Frommen:
Vorlage S. 273
577
Hier war nur Unsinn, Trug und Tand,
Vorlage S. 274
578
Dort weder Einsicht noch Verstand,
Vorlage S. 274
579
Kurz, lauter Schund von blöden Schreibern;
Vorlage S. 274
580
Die alten waren nichts mehr wert,
Vorlage S. 274
581
Die neuen dreist und gleich verkehrt.
Vorlage S. 274
582
Deshalb verließ er nächst den Weibern
Vorlage S. 274
583
Nun auch der Bücher staub'ges Chor
Vorlage S. 274
584
Und überwarf's mit Trauerflor.
Vorlage S. 274
585
XLV
Vorlage S. 274
586
Gleich ihm entflohn der Weltlust Plagen,
Vorlage S. 274
587
Befreit aus hohler Formen Bann,
Vorlage S. 274
588
Ward ich sein Freund in jenen Tagen.
Vorlage S. 274
589
Er zog als Mensch mich lebhaft an
Vorlage S. 274
590
Mit seinem Hang zum Phantasieren,
Vorlage S. 274
591
Den unnachahmlichen Manieren,
Vorlage S. 274
592
Dem unbeirrbar scharfen Geist.
Vorlage S. 274
593
Ich war verbittert, er vereist,
Vorlage S. 274
594
Uns beide hatte schon das Leben,
Vorlage S. 274
595
Der Leidenschaften Spiel genarrt,
Vorlage S. 274
596
Uns beiden war das Herz erstarrt;
Vorlage S. 274
597
Wir hatten Jugend hingegeben,
Vorlage S. 274
598
Und nur Fortunas blinden Hohn
Vorlage S. 274
599
Und unsrer Mitwelt Haß zum Lohn.
Vorlage S. 274
600
XLVI
Vorlage S. 274
601
Wer lebt und urteilt, lernt beizeiten,
Vorlage S. 274
602
Wie tief verächtlich Menschen sind;
Vorlage S. 274
603
Wer fühlt, dem muss es Schmerz bereiten,
Vorlage S. 274
604
Wie schnell des Lebens Wahn zerrinnt.
Vorlage S. 274
605
Er kann nun all den Zauber missen,
Vorlage S. 275
606
Verzehrt sich in Gewissensbissen
Vorlage S. 275
607
Und spürt der Reue dumpfe Pein ...
Vorlage S. 275
608
Dergleichen spendet insgeheim
Vorlage S. 275
609
Der Unterhaltung reiche Würze.
Vorlage S. 275
610
Erst quälte mich Onegins Ton;
Vorlage S. 275
611
Doch ich gewöhnte bald mich schon
Vorlage S. 275
612
An seine blendend scharfe Kürze,
Vorlage S. 275
613
Den spöttisch überlegnen Stil,
Vorlage S. 275
614
Das fein geschliffne Redespiel.
Vorlage S. 275
615
XLVII
Vorlage S. 275
616
Wie oft – wenn in der sommerhellen,
Vorlage S. 275
617
Durchsicht'gen Nacht, des Mondes bar,
Vorlage S. 275
618
Sich in der heitern Newa Wellen
Vorlage S. 275
619
Spiegelten leuchtend, weiß und klar
Vorlage S. 275
620
Die endlos hohen Himmelsräume –
Vorlage S. 275
621
Ging unser Flug ins Reich der Träume,
Vorlage S. 275
622
Gedachten wir der Jugendzeit,
Vorlage S. 275
623
Der ersten Liebe Lust und Leid,
Vorlage S. 275
624
Und schwelgten in Erinnerungen,
Vorlage S. 275
625
Vom tiefen Zauber stumm berauscht!
Vorlage S. 275
626
Wie ein Gefangner träumend lauscht,
Vorlage S. 275
627
Zum grünen Wald sich wähnt entsprungen,
Vorlage S. 275
628
So trug uns lockend Schwärmersinn
Vorlage S. 275
629
Zum Frühling unsres Lebens hin.
Vorlage S. 275
630
XLVIII
Vorlage S. 275
631
Dann stand Eugen, sich heimlich sehnend,
Vorlage S. 275
632
Gedankenvoll, elegisch trüb
Vorlage S. 275
633
Und schweigsam am Granitbord lehnend,
Vorlage S. 275
634
Wie ein Poet sich einst beschrieb.
Vorlage S. 275
635
Ganz still war's; nur vereinzelt schollen
Vorlage S. 276
636
Der Schildwach' Rufe; fernes Rollen
Vorlage S. 276
637
Von spätem Fuhrwerk hallte matt
Vorlage S. 276
638
Aus der in Schlaf versunknen Stadt.
Vorlage S. 276
639
Im Strom, der schlummernd ausgebreitet
Vorlage S. 276
640
Dahinfloß, sich ein Kahn verlor,
Vorlage S. 276
641
Und fernher glitt zu unserm Ohr
Vorlage S. 276
642
Ein heitrer Sang, vom Horn begleitet ...
Vorlage S. 276
643
Oh, um wie voller man genießt,
Vorlage S. 276
644
Wo Tassos Lied die Nacht versüßt!
Vorlage S. 276
645
XLIX
Vorlage S. 276
646
O Adrias kristallne Wogen!
Vorlage S. 276
647
O Brenta! Doch – ich schaue euch,
Vorlage S. 276
648
Geschwellten Herzens hingezogen
Vorlage S. 276
649
Zu eurer Klänge Zauberreich!
Vorlage S. 276
650
Sie sind Apollos Enkeln teuer
Vorlage S. 276
651
Und mir durch Albions stolze Leier
Vorlage S. 276
652
Längst innig kund in tiefster Brust.
Vorlage S. 276
653
Ich will in sel'ger Nächte Lust
Vorlage S. 276
654
Italiens goldne Wonnen schlürfen,
Vorlage S. 276
655
In stiller Gondel zärtlich warm,
Vorlage S. 276
656
Venedigs holde Maid im Arm,
Vorlage S. 276
657
Bald stumm, bald plaudernd schwelgen dürfen,
Vorlage S. 276
658
Bis meinen Lippen süß vertraut
Vorlage S. 276
659
Petrarcas und der Liebe Laut!
Vorlage S. 276
660
L
Vorlage S. 276
661
Wird meiner Freiheit Stunde schlagen?
Vorlage S. 276
662
O schnell, schon treibt's mich ohne Ruh'
Vorlage S. 276
663
Zum Ufer hin, den Wind zu fragen,
Vorlage S. 276
664
Schon wink' ich Segeln Grüße zu.
Vorlage S. 276
665
Wann endlich gönnt mir Schicksalswille,
Vorlage S. 277
666
Durch Sturmwind oder Meeresstille
Vorlage S. 277
667
Frei hinzuziehn ins Sonnenland?
Vorlage S. 277
668
Bloß fort von diesem öden Strand
Vorlage S. 277
669
Mir feind gewordner Elemente,
Vorlage S. 277
670
Auf dass ich froh des Südens, nah
Vorlage S. 277
671
Dem Himmel meines Afrika,
Vorlage S. 277
672
Vom Düster Rußlands träumen könnte,
Vorlage S. 277
673
Wo Liebe mich und Leid bedrängt,
Vorlage S. 277
674
Wo ich mein Herz ins Grab gesenkt ...
Vorlage S. 277
675
LI
Vorlage S. 277
676
Zum Plan, uns reisend aufzufrischen,
Vorlage S. 277
677
War auch Onegin schon bereit;
Vorlage S. 277
678
Allein das Schicksal trat dazwischen
Vorlage S. 277
679
Und trennte uns für lange Zeit:
Vorlage S. 277
680
Sein Vater starb. Mit harten Blicken
Vorlage S. 277
681
Begannen Gläub'ger ihn zu drücken.
Vorlage S. 277
682
Ein jeder tut, was ihm gefällt:
Vorlage S. 277
683
Onegin, vor die Wahl gestellt,
Vorlage S. 277
684
Entschloß sich, um von Schachernöten
Vorlage S. 277
685
Nicht weiter drangsaliert zu sein,
Vorlage S. 277
686
Der eklen Sippschaft insgemein
Vorlage S. 277
687
Den magren Nachlass abzutreten;
Vorlage S. 277
688
In stiller Ahnung offenbar,
Vorlage S. 277
689
Wie nah des Oheims Ende war.
Vorlage S. 277
690
LII
Vorlage S. 277
691
Schon kam auch wirklich mit Stafette
Vorlage S. 277
692
Bericht vom Gutsvogt an Eugen:
Vorlage S. 277
693
Sein Oheim, siech im Sterbebette,
Vorlage S. 277
694
Verlange dringlichst ihn zu sehn.
Vorlage S. 277
695
Sofort bestieg nach diesen Zeilen
Vorlage S. 278
696
Eugen die Post, um hinzueilen,
Vorlage S. 278
697
Mit stillem Groll darauf gefasst,
Vorlage S. 278
698
Dass ihm so manche Pein und Last
Vorlage S. 278
699
Bei Wehgestöhn und Seufzermienen
Vorlage S. 278
700
Ums liebe Geld zu tragen blieb
Vorlage S. 278
701
(Wie ich's zu Anfang schon beschrieb);
Vorlage S. 278
702
Doch, kaum auf Oheims Gut erschienen,
Vorlage S. 278
703
Fand er den Greis schon aufgebahrt
Vorlage S. 278
704
Im Leichenschmuck zur Grabesfahrt.
Vorlage S. 278
705
LIII
Vorlage S. 278
706
Der Gutshof schwoll von Dienerscharen;
Vorlage S. 278
707
Von fern und nah zum Trauerhaus
Vorlage S. 278
708
Kam Freund und Feind herbeigefahren,
Vorlage S. 278
709
Begierig auf den Leichenschmaus.
Vorlage S. 278
710
Kaum barg das Grab die Erdenreste,
Vorlage S. 278
711
Bezechten Popen sich und Gäste
Vorlage S. 278
712
Und taten beim Nachhausegehn,
Vorlage S. 278
713
Als wär's in frommer Pflicht geschehn.
Vorlage S. 278
714
Mein Freund besaß nun weite Länder,
Vorlage S. 278
715
Mit Äckern, Mühlen, Wald und Flur,
Vorlage S. 278
716
War Gutsherr, bis vor kurzem nur
Vorlage S. 278
717
Ein Ordnungsfeind und Geldverschwender,
Vorlage S. 278
718
Und froh, weil seiner Lebensbahn
Vorlage S. 278
719
Solch Umschwung sichtbar wohlgetan.
Vorlage S. 278
720
LIV
Vorlage S. 278
721
Zwei Tage lang gefiel die Stille,
Vorlage S. 278
722
Das freie Land ihm wirklich gut,
Vorlage S. 278
723
Der dunkle Wald, die Saatenfülle,
Vorlage S. 278
724
Des Bächleins leise Murmelflut;
Vorlage S. 278
725
Am dritten schien der Fluren Segen
Vorlage S. 279
726
Ihn freilich kaum noch anzuregen!
Vorlage S. 279
727
Und endlich ließ ihn alles kalt.
Vorlage S. 279
728
Ihn drückte nun auch hier sehr bald
Vorlage S. 279
729
Dieselbe Langeweile nieder,
Vorlage S. 279
730
Wie dort bei Prunk und Stadtgewühl,
Vorlage S. 279
731
Theater, Ball und Kartenspiel.
Vorlage S. 279
732
Der alte Trübsinn kehrte wieder
Vorlage S. 279
733
Und hing ihm wie sein Schatten an,
Vorlage S. 279
734
Wie Weiber am geliebten Mann.
Vorlage S. 279
735
LV
Vorlage S. 279
736
Dafür kann ich so recht genießen,
Vorlage S. 279
737
Wenn mir des Dörfleins Ruhe winkt,
Vorlage S. 279
738
Wo im verborgnen Lieder sprießen,
Vorlage S. 279
739
Der Leier Stimme süßer klingt.
Vorlage S. 279
740
Dort darf ich schlendern, wunschlos sinnen,
Vorlage S. 279
741
Im Nachen schaukelnd Träume spinnen,
Vorlage S. 279
742
Dem far niente still geweiht.
Vorlage S. 279
743
Mit froher Ungebundenheit
Vorlage S. 279
744
Beschenkt mich jeder neue Morgen:
Vorlage S. 279
745
Ich lese wenig, schlafe viel
Vorlage S. 279
746
Und frage kaum nach Zweck und Ziel.
Vorlage S. 279
747
War's nicht dies Dasein ohne Sorgen,
Vorlage S. 279
748
In goldner Freiheit auf dem Land,
Vorlage S. 279
749
Wo ich das reinste Glück empfand?
Vorlage S. 279
750
LVI
Vorlage S. 279
751
O Blumen, Liebe, Flur und Frieden,
Vorlage S. 279
752
Euch geb' ich mich von Herzen hin!
Vorlage S. 279
753
Es freut mich, dass ich so verschieden
Vorlage S. 279
754
Von meinem Freund Onegin bin,
Vorlage S. 279
755
Weil nun kein Leser, mich bespöttelnd,
Vorlage S. 280
756
Noch jemand sonst, der, Arges zettelnd,
Vorlage S. 280
757
Mich selbst mit ihm vergleicht, fortan
Vorlage S. 280
758
Gewissenlos behaupten kann,
Vorlage S. 280
759
Ich hätte mich sehr unverfroren,
Vorlage S. 280
760
Von Byrons stolzer Art verführt,
Vorlage S. 280
761
Hier deutlich selber porträtiert;
Vorlage S. 280
762
Als müssten alle Herrn Autoren
Vorlage S. 280
763
Nur immerfort mit sich allein,
Vorlage S. 280
764
Dem lieben Ich beschäftigt sein!
Vorlage S. 280
765
LVII
Vorlage S. 280
766
Beiläufig: Dichter schwärmen immer,
Vorlage S. 280
767
Sobald ihr Herz von Liebe quillt.
Vorlage S. 280
768
Auch mich entzückte früh der Schimmer
Vorlage S. 280
769
Süßholder Wesen, deren Bild
Vorlage S. 280
770
Mir heimlich in der Seele webte,
Vorlage S. 280
771
Bis es der Muse Hauch belebte;
Vorlage S. 280
772
Und so besang ich froh-bereit
Vorlage S. 280
773
Mein Ideal, des Berglands Maid,
Vorlage S. 280
774
Die am Salgir gefangnen Schönen.
Vorlage S. 280
775
Nun fragt ihr lieben Freunde mich
Vorlage S. 280
776
Jetzt gar so oft: »Für wen, o sprich,
Vorlage S. 280
777
Entströmt dein Schmerz in Leiertönen?
Vorlage S. 280
778
Wem aus der eifersücht'gen Schar
Vorlage S. 280
779
Der Mädchen bringst du Opfer dar?
Vorlage S. 280
780
LVIII
Vorlage S. 280
781
Wes Zauberblick voll Seligkeiten
Vorlage S. 280
782
Belohnte mit der Liebe Dank
Vorlage S. 280
783
Den tiefen Wohllaut deiner Saiten?
Vorlage S. 280
784
Sprich, wen vergöttert dein Gesang?«
Vorlage S. 280
785
Ei, niemand, Freunde, Gott zum Zeugen!
Vorlage S. 281
786
Der Leidenschaften Sturmesreigen
Vorlage S. 281
787
Warf Trostes bar mich an den Strand.
Vorlage S. 281
788
O glücklich, wer dem Sinnenbrand
Vorlage S. 281
789
Des Sanges reine Glut vermählte,
Vorlage S. 281
790
Zwiefach so steigernd ihren Glanz
Vorlage S. 281
791
Und mit Petrarcas Ruhmeskranz
Vorlage S. 281
792
Begnadet – alles, was ihn quälte,
Vorlage S. 281
793
Vom Herzen warf! Nur mich allein
Vorlage S. 281
794
Zwang Liebe, blöd und stumm zu sein.
Vorlage S. 281
795
LIX
Vorlage S. 281
796
Sie schwand; die Muse kehrte wieder,
Vorlage S. 281
797
Der Schleier fiel von meinem Blick.
Vorlage S. 281
798
Befreit nun ruf' ich alte Lieder,
Vorlage S. 281
799
Gefühl, Gedanken mir zurück.
Vorlage S. 281
800
Mein Herz ist still, derweil ich schreibe;
Vorlage S. 281
801
Die Feder malt zum Zeitvertreibe
Vorlage S. 281
802
Kein Köpfchen, keine Füßchen mehr,
Vorlage S. 281
803
Wie sonst, um meine Strophen her.
Vorlage S. 281
804
Kein Funke kann im Busen zünden,
Vorlage S. 281
805
Der Seufzer starb, ich traure nur,
Vorlage S. 281
806
Und bald wird auch die letzte Spur
Vorlage S. 281
807
Der einst'gen Seelenstürme schwinden.
Vorlage S. 281
808
Gleich fang' ich ein Poem sodann
Vorlage S. 281
809
In fünfundzwanzig Sängen an.
Vorlage S. 281
810
LX
Vorlage S. 281
811
Schon hab' ich nebst der Form des Planes
Vorlage S. 281
812
Mir einen Helden ausgedacht –
Vorlage S. 281
813
Inzwischen hier des Versromanes
Vorlage S. 281
814
Ersten Gesang zum Schluss gebracht;
Vorlage S. 281
815
Hab' viel gebessert, viel gestrichen,
Vorlage S. 282
816
Zwar wimmelt's noch von Widersprüchen,
Vorlage S. 282
817
Doch sei's darum. Und kurz und gut:
Vorlage S. 282
818
Dem Zensor zahl' ich gern Tribut,
Vorlage S. 282
819
Und übergebe zur Vernichtung
Vorlage S. 282
820
Mein Werk der Rezensentenhand.
Vorlage S. 282
821
So zieh denn hin zum Newastrand,
Vorlage S. 282
822
Du, meine neugeborne Dichtung,
Vorlage S. 282
823
Und wirb mir dort des Sängers Lohn:
Vorlage S. 282
824
Mißdeutung, Undank, Spott und Hohn!
Vorlage S. 282

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil Grimm, der Weltmann, ruhig dreist Vor ihm, dem lauten Feuergeist, Die Nägel sich zu putzen wagte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗

5. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Deshalb« in diesem Textausschnitt? »Deshalb verließ er nächst den Weibern Nun auch der Bücher staub'ges Chor Und überwarf's mit Trauerflor.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Dort bei Talon zu guter Stunde Harrt seiner schon die Tafelrunde, Er tritt herein, der Pfropfen knallt, Es strömt des Elfers Vollgehalt;« B: »Mein junges Glück entschwand im Blühn, Gleich eurer Spur im Wiesengrün.« C: »Kaum barg das Grab die Erdenreste, Bezechten Popen sich und Gäste Und taten beim Nachhausegehn, Als wär's in frommer Pflicht geschehn.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Wie früh verfing in seinen Netzen«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Wie früh verfing in seinen Netzen« und »Der einst'gen Seelenstürme schwinden.«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Und an den Fenstern, Schatten malend,«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Er stürmt durchs Leben hin, beschleunigt sein Gefühl.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Gehätschelt in des Südens Milde, Ließt ihr im öden Schneegefilde Des rauhen Nordens keine Spur;«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Mißdeutung, Undank, Spott und Hohn!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Eugen Onegin

Puschkin, Alexander Sergejewitsch: Eugen Onegin. In: Gedichte, Poeme, Eugen Onegin, übers. v. Th. Commichau, hg. v. W. Neustadt, Berlin: SWA-Verlag, 1947 Puškin, Aleksander Sergeevič 253- Berlin

Das Werk Eugen Onegin von Puškin, Aleksander Sergeevič ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Russisch

Vollständiger russischer Werktext in der konkret verlinkten Wikisource-Ausgabe. Historische bzw. editionsabhängige Rechtschreibung und Wortlaut bleiben erhalten; Quellenausgaben können abweichen. Vorhandene Autoren- und Editionsanmerkungen bleiben als solche erkennbar. HTML-Layout und Bedienleisten wurden für die Leseansicht umgesetzt. Quellenrevisionen und jede Kapitelseite sind nachgewiesen; keine behauptete Satz- oder Absatzparität mit der deutschen Übersetzung.

Puškin, Aleksander Sergeevič; Russian Wikisource contributors. CC BY-SA 4.0. See source page histories.

Autorschaft und Ausgabe: Puškin, Aleksander Sergeevič · Mitwirkende der russischen Wikisource, siehe Versionsgeschichten der Quellseiten

Originaltext und Ausgabe ↗ · Russische Wikisource / Wikimedia Foundation · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.