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Buch - Enoch Arden - Tennyson, Alfred

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Enoch Arden

Tennyson, Alfred

Nach langer Verschollenheit kehrt der Seemann Enoch Arden nach Hause zurück und findet seine Familie in einem veränderten Leben. Die Verserzählung behandelt Liebe, Verlust und die schmerzhafte Entscheidung zur Selbstzurücknahme.

VerserzählungKlasse 9–10 · 11–131 Abschnitte
Porträt von Alfred Tennyson
Porträt von Alfred Tennyson — Fotografie von Julia Margaret Cameron, 1866; keine Szene aus Enoch Arden. · Cameron, Julia Margaret · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Strodtmann, Adolf

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Vorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 1 von 1

Alfred Lord Tennyson

1
Alfred Lord Tennyson
2
Enoch Arden
3
(Enoch Arden)
4
In langen Klippenreih'n blieb eine Schlucht,
Vorlage S. 1
5
Und in der Schlucht sind Schaum und gelber Sand;
Vorlage S. 1
6
Jenseits viel' rote Dächer, um ein Werft
Vorlage S. 1
7
Geschart; dann ein verwittert' Kirchlein; höher
Vorlage S. 1
8
Zieht eine lange Straße sich hinan
Vorlage S. 1
9
Zur einzigen Mühle hochgetürmtem Bau;
Vorlage S. 1
10
Und fern dahinter eine graue Düne
Vorlage S. 1
11
Mit Hünengräbern; und ein Haselholz,
Vorlage S. 1
12
Im Herbst von Kindern gern geplündert, grünt
Vorlage S. 1
13
In einer muldenförmigen Schlucht der Düne.
Vorlage S. 1
14
Vor hundert Jahren spielten hier am Strand
Vorlage S. 1
15
Drei Kinder dreier Häuser – Annie Lee,
Vorlage S. 1
16
Das schmuckste kleine Mädchen in dem Dorf,
Vorlage S. 1
17
Und Philipp Ray, des Müllers einz'ger Sohn,
Vorlage S. 1
18
Und Enoch Arden, eines Seemanns Kind,
Vorlage S. 1
19
Verwaist durch einen Winterschiffbruch; – spielten
Vorlage S. 1
20
Unterm Gerümpel und Gerät des Ufers:
Vorlage S. 1
21
Gewundnem Tauwerk, schwarzen Fischernetzen,
Vorlage S. 1
22
Geteerten Böten, Ankern, braun von Rost;
Vorlage S. 1
23
Und bauten Schlösser sich von lockerm Sand,
Vorlage S. 1
24
Die bald die Flut entführte, oder folgten
Vorlage S. 1
25
Der Brandungswelle nach, und flohn vor ihr
Vorlage S. 1
26
Und prägten täglich in den weichen Sand
Vorlage S. 1
27
Die kleine Fußspur, täglich fortgespült.
Vorlage S. 1
28
In einer engen Höhlung unterm Dach
Vorlage S. 1
29
Der Klippe spielten Haushalt oft die Kinder.
Vorlage S. 1
30
Den Tag war Enoch, diesen Philipp Herr,
Vorlage S. 1
31
Und Annie stets die Hausfrau; doch zuweilen
Vorlage S. 1
32
Wollt' Enoch Herr für eine Woche sein:
Vorlage S. 1
33
»Dies ist mein Haus, dies meine kleine Frau.«
Vorlage S. 1
34
»Auch meine«, sagte Philipp, »Eins ums Andre.«
Vorlage S. 1
35
Wenn sie sich zankten, siegte Enoch meist,
Vorlage S. 1
36
Weil er der Stärkre war; dann füllten sich
Vorlage S. 1
37
Die blauen Augen Philipps mit den Tränen
Vorlage S. 2
38
Hilflosen Zorns, und bebend rief er aus:
Vorlage S. 2
39
»Enoch, ich hasse Dich«, und zur Gesellschaft
Vorlage S. 2
40
Dann weinte ängstlich mit die kleine Frau,
Vorlage S. 2
41
Und bat sie, ihretwillen nicht zu zanken,
Vorlage S. 2
42
Sie sei ja gern mit beiden kleine Frau.
Vorlage S. 2
43
Doch als der Kindheit Rosendämmrung schwand,
Vorlage S. 2
44
Und als der Lebenssonne Glut durchflammte
Vorlage S. 2
45
Der beiden Herz, entbrannte beider Herz
Vorlage S. 2
46
Für dieses eine Mädchen. Enoch sprach
Vorlage S. 2
47
Sein Lieben aus, doch Philipp liebte stumm.
Vorlage S. 2
48
Und freundlicher schien Annie gegen Philipp;
Vorlage S. 2
49
Allein sie liebte Enoch, ob sie's auch
Vorlage S. 3
50
Nicht wusste, und geleugnet haben würde,
Vorlage S. 3
51
Wenn man sie drum befragte. Enoch hielt
Vorlage S. 3
52
Vor Augen einen Vorsatz immerfort:
Vorlage S. 3
53
Zu sparen, was er irgend sparen konnte,
Vorlage S. 3
54
Ein eignes Boot zu kaufen, und für Annie
Vorlage S. 3
55
Ein Hüttchen zu erbau'n; und also kam's,
Vorlage S. 3
56
Dass glücklicher und kühner endlich, und
Vorlage S. 3
57
Bedächt'ger in Gefahr, kein Fischer lebte
Vorlage S. 3
58
Am meergepeitschten Strande stundenweit,
Vorlage S. 3
59
Als Enoch. Auch hatt' er ein Jahr gedient
Vorlage S. 3
60
Auf einem Kauffahrteischiff, wo er sich
Vorlage S. 3
61
Zum Vollmatrosen aufschwang; dreimal war
Vorlage S. 3
62
Es ihm geglückt, aus finsterm Wellengrab
Vorlage S. 3
63
Ein Menschenleben an das Licht zu retten;
Vorlage S. 3
64
Und alle lobten ihn und sahn ihn gern.
Vorlage S. 3
65
Und eh' er einundzwanzig Lenze zählte,
Vorlage S. 3
66
Kauft' er sein eignes Boot, und baut' ein Hüttchen,
Vorlage S. 3
67
Ein niedlich Nest, für Annie, halb hinan
Vorlage S. 3
68
Das Gäßchen, das empor zur Mühle klomm.
Vorlage S. 3
69
An einem herbstlich goldnen Abend war's,
Vorlage S. 3
70
Da machte Feiertag das junge Volk,
Vorlage S. 3
71
Und ging mit Säcken, Körben, groß und klein,
Vorlage S. 3
72
Ins Holz zum Nüssepflücken. Philipp folgte
Vorlage S. 4
73
– (Krank war sein Vater und bedurfte sein) –
Vorlage S. 4
74
Ein Stündchen später; doch als er den Hügel
Vorlage S. 4
75
Erstieg, just wo des Haselholzes Saum
Vorlage S. 4
76
Zur Schlucht hinab sich neigt, sah er das Paar,
Vorlage S. 4
77
Enoch und Annie, sitzen Hand in Hand,
Vorlage S. 4
78
Sein graues Aug' und wetterbraunes Antlitz
Vorlage S. 4
79
Von einer heil'gen Glut verklärt, die still
Vorlage S. 4
80
Wie Altarkerzen brannte. Philipp sah's,
Vorlage S. 4
81
Und las sein Urteil klar in ihren Mienen.
Vorlage S. 4
82
Als sie sich aneinander schmiegten, stöhnt' er
Vorlage S. 4
83
Und schlich hinweg, und wie ein wundes Reh
Vorlage S. 4
84
er hinunter in die wald'ge Schlucht;
Vorlage S. 4
85
Dort hatt', indes die andern lustig scherzten,
Vorlage S. 4
86
Er seine dunkle Stunde ungesehn,
Vorlage S. 5
87
Dann stand er auf, und kehrte heim, und trug
Vorlage S. 5
88
Der lebenslangen Sehnsucht Weh im Herzen.
Vorlage S. 5
89
So wurden jene Zwei vermählt, und fröhlich
Vorlage S. 5
90
Erklang der Hochzeitsglocken Schall, und fröhlich
Vorlage S. 5
91
Entflohn die Jahre, sieben frohe Jahre,
Vorlage S. 5
92
Beglückte Jahre reichlichen Erwerbs,
Vorlage S. 5
93
Herzlicher Liebe, ehrenhafter Arbeit.
Vorlage S. 5
94
Und Kinder kamen: – erst ein Töchterlein,
Vorlage S. 5
95
Und mit des ersten Säuglings Schrei erwachte
Vorlage S. 5
96
In seinem Herzen tief der edle Wunsch,
Vorlage S. 5
97
Zu sparen, was er irgend sparen konnte,
Vorlage S. 5
98
Um bessere Erziehung seinem Kind
Vorlage S. 5
99
Zu geben, als sie ihm und ihr beschieden;
Vorlage S. 5
100
Ein Wunsch, der stärker noch in ihm erwuchs,
Vorlage S. 5
101
Als zwei Jahr später sich ein Knäbchen einfand,
Vorlage S. 5
102
Der rosige Abgott ihrer Einsamkeit,
Vorlage S. 5
103
Wenn Enoch fern war auf der zorn'gen See,
Vorlage S. 5
104
Oder landeinwärts reiste; denn es waren
Vorlage S. 5
105
Der Schimmel Enochs und sein Meeresfang
Vorlage S. 5
106
In meeresduft'gem Korb und sein Gesicht,
Vorlage S. 5
107
Das tausend Winterstürme derb gebräunt,
Vorlage S. 6
108
Nicht nur am Marktplatz-Kreuze wohl bekannt,
Vorlage S. 6
109
Nein, auch im Heckenweg jenseits der Düne,
Vorlage S. 6
110
Bis zu dem Löwen-Steinbild vorm Portal
Vorlage S. 6
111
Und bis zum Taxus-Pfau des Edelhofs,
Vorlage S. 6
112
Des Freitagsmahlzeit Enoch lieferte.
Vorlage S. 6
113
Dann kam ein Wechsel, wie ja alles wechselt.
Vorlage S. 6
114
Zehn Meilen nordwärts von der schmalen Bucht
Vorlage S. 6
115
Entstand ein größrer Hafen; dorthin ging
Vorlage S. 6
116
Jetzt Enoch oft zu Wasser oder Land.
Vorlage S. 6
117
Und einstmals, als er einen Schiffsmast dort
Vorlage S. 6
118
Erkletterte, erlitt er einen Sturz.
Vorlage S. 6
119
Da man ihn aufhob, war ein Bein gebrochen;
Vorlage S. 6
120
Und wie er krank dort lag, gebar sein Weib
Vorlage S. 6
121
Ihm einen zweiten Sohn, ein schwächlich Kind;
Vorlage S. 6
122
Und fremde Hand, die ihm die Kunden wegfing,
Vorlage S. 6
123
Nahm ihm der Seinen Brot; und als er so
Vorlage S. 6
124
Untätig lag, beschlich ihn Sorg' und Zweifel,
Vorlage S. 6
125
Obschon er immer fromm auf Gott vertraut.
Vorlage S. 6
126
Nachts, wie ein Alpdruck, quälte ihn ein Traum,
Vorlage S. 6
127
Als säh' er seine Kinder ewig führen
Vorlage S. 6
128
Ein elend Leben von der Hand zum Mund,
Vorlage S. 7
129
Und betteln sein geliebtes Weib. Er flehte:
Vorlage S. 7
130
»Was auch mein Los sei, davor schütze sie!«
Vorlage S. 7
131
Noch betet' er, da kam der Kapitän
Vorlage S. 7
132
Des Schiffs, auf welchem Enoch einst gedient,
Vorlage S. 7
133
Und der von seinem Missgeschick vernommen,
Vorlage S. 7
134
Zu ihm – er kannt' ihn und er schätzte ihn –
Vorlage S. 7
135
Und sagte, dass sein Schiff nach China segle,
Vorlage S. 7
136
Und ein Hochbootsmanns-Platz noch offen sei.
Vorlage S. 7
137
Ob er den wolle? Viele Wochen noch
Vorlage S. 7
138
Sei's bis zur Abfahrt. Ob den Platz er wolle?
Vorlage S. 7
139
Und Enoch sagte ohne Zögern Ja,
Vorlage S. 7
140
Und freute sich, dass sein Gebet erhört.
Vorlage S. 7
141
So schien des Mißgeschickes Schatten jetzt
Vorlage S. 8
142
Nicht ernster, als wenn eine flücht'ge Wolke
Vorlage S. 8
143
Der Sonne glanzerhellte Bahn verdeckt,
Vorlage S. 8
144
Und ihren Schatten als ein Inselchen
Vorlage S. 8
145
Von Licht aufs Wasser wirft: – doch, wenn er ging,
Vorlage S. 8
146
Was sollte dann aus Weib und Kindern werden?
Vorlage S. 8
147
Lang dachte Enoch seinen Plänen nach.
Vorlage S. 8
148
Das Boot verkaufen? – ach, er liebt' es so!
Vorlage S. 8
149
Wie manchem Sturm hatt' er in ihm getrotzt!
Vorlage S. 8
150
Er kannt' es, wie der Reiter kennt sein Roß –
Vorlage S. 8
151
Und dennoch wollt' er's tun, und mit dem Geld
Vorlage S. 8
152
Für Annie Waren kaufen, dass sie handle
Vorlage S. 8
153
Mit allem, was der Schiffersmann bedarf –
Vorlage S. 8
154
So hielte sie, indes er fern, wohl Haus.
Vorlage S. 8
155
Konnt' er nicht handeln auch im fremden Land?
Vorlage S. 8
156
Die Reise mehrmals machen? zweimal, dreimal –
Vorlage S. 8
157
So oft wie nötig – reich dann heimgekehrt,
Vorlage S. 8
158
Zuletzt ein größres Fahrzeug sich erstehn,
Vorlage S. 8
159
Mit mehr Gewinn ein leichtres Leben führen.
Vorlage S. 8
160
Die schmucken Kleinen gut erzogen sehn,
Vorlage S. 8
161
Und friedlich hier beenden seine Tage?
Vorlage S. 8
162
Also beschloss er alles bei sich selbst;
Vorlage S. 8
163
Dann zu der bleichen Annie kehrt' er heim,
Vorlage S. 8
164
Die noch ihr kränkelnd Kind, ihr jüngstes, nährte.
Vorlage S. 9
165
Sie sprang mit einem Jubelruf empor
Vorlage S. 9
166
Und legt' ihm in den Arm das schwache Kind;
Vorlage S. 9
167
Und Enoch nahm's, befühlt' ihm Arm' und Beine,
Vorlage S. 9
168
Taxierte sein Gewicht, und herzt' es warm,
Vorlage S. 9
169
Doch fand er nicht den Mut, von seinem Plan
Vorlage S. 9
170
Mit ihr zu reden, eh' am andern Tag.
Vorlage S. 9
171
Zum erstenmal, seit Enochs Ring sie trug,
Vorlage S. 9
172
Bekämpfte Annie seinen Willen jetzt,
Vorlage S. 9
173
Doch nicht mit trotzig keifendem Widerspruch,
Vorlage S. 9
174
Sondern mit mancher Träne, manchem Flehn
Vorlage S. 9
175
Und manch betrübtem Kuß bei Tag und Nacht
Vorlage S. 9
176
(Denn jedes Unheil sah sie draus entspringen)
Vorlage S. 9
177
Beschwor sie ihn, wenn lieb ihm sei ihr Wohl
Vorlage S. 9
178
Und seiner Kinder Wohl, nicht fortzugehn.
Vorlage S. 9
179
Doch da er nicht an sich, nur an die Kinder
Vorlage S. 9
180
Und sie gedachte, frommte Nichts ihr Bitten;
Vorlage S. 9
181
Fest blieb er, trotz des Grams, und setzt' es durch.
Vorlage S. 9
182
Sein liebes altes Boot schlug Enoch los,
Vorlage S. 9
183
Und kaufte Waren ein, und mühte sich,
Vorlage S. 9
184
Das kleine Stübchen, das zur Straße blickte,
Vorlage S. 9
185
Zum Laden umzuwandeln, mit Gesims,
Vorlage S. 9
186
Regal und Fächerbord an allen Wänden.
Vorlage S. 10
187
So schaffte Enoch bis zum letzten Tag,
Vorlage S. 10
188
Und ließ durchs Hüttchen Axt und Hammer schallen
Vorlage S. 10
189
Und Säg' und Bohrer kreischen, während Annie
Vorlage S. 10
190
Vermeinte, dass man ihr Schafott erbaue,
Vorlage S. 10
191
Bis alles fertig war, und seine Hand
Vorlage S. 10
192
– Der Raum war enge – alles fast so hübsch
Vorlage S. 10
193
Und dicht geordnet, wie Natur ihr Kraut
Vorlage S. 10
194
Und Blümchen eingeschachtelt; und der Gute,
Vorlage S. 10
195
Der bis zum letzten Augenblicke gern
Vorlage S. 10
196
Für Annie tätig war, schlich müd hinauf
Vorlage S. 10
197
Ins Bett, um bis zum Morgen fest zu schlafen.
Vorlage S. 10
198
Und Enoch blickte diesem Abschiedsmorgen
Vorlage S. 10
199
Ins Auge kühn und heiter. Annies Furcht
Vorlage S. 10
200
Verlacht' er, ob auch leid ihr Schmerz ihm tat.
Vorlage S. 10
201
Doch als ein braver, gottesfürcht'ger Mann
Vorlage S. 10
202
Beugt' er sein Knie, und in der hehren Stimmung,
Vorlage S. 10
203
Wo Gott im Menschen und der Mensch in Gott ist,
Vorlage S. 10
204
Erfleht' er Segen für sein Weib und Kind,
Vorlage S. 10
205
Was auch sein Los sei, und dann sagt' er froh:
Vorlage S. 10
206
»Annie, durch Gottes Huld wird diese Fahrt
Vorlage S. 10
207
Uns allen heitres Wetter noch bescheren.
Vorlage S. 10
208
Halt rein den Herd, das Feuer hell für mich,
Vorlage S. 10
209
Denn eh' du's denkst, mein Kind, kehr ich zurück.«
Vorlage S. 11
210
Dann, leis' des Säuglings Wiege schaukelnd, sprach er:
Vorlage S. 11
211
»Und dieser hübsche, kleine, schwache Knirps,
Vorlage S. 11
212
– Ich lieb' ihn eben darum ja noch mehr –
Vorlage S. 11
213
Gott segn' ihn! auf dem Knie soll er mir sitzen,
Vorlage S. 11
214
Ich will erzählen ihm von fremdem Land,
Vorlage S. 11
215
Froh soll er lachen, wenn ich wiederkehre.
Vorlage S. 11
216
Komm, Annie, schau' zum Abschied mutig drein!«
Vorlage S. 11
217
Sie hört' ihn reden also hoffnungsvoll,
Vorlage S. 11
218
Und hoffte selbst beinah; doch als er nun
Vorlage S. 11
219
Den Redestrom auf ernstre Dinge lenkte,
Vorlage S. 11
220
In derber Schifferweise predigend
Vorlage S. 11
221
Von Gottvertraun und Vorsicht, hörte sie,
Vorlage S. 11
222
Und hört' ihn nicht; dem Mädchen gleich im Dorf,
Vorlage S. 11
223
Das ihren Krug am Brunnen niedersetzt,
Vorlage S. 11
224
Und, dessen denkend, der ihn einst ihr füllte,
Vorlage S. 11
225
Hört und nicht hört, derweil er überfließt.
Vorlage S. 11
226
Doch endlich sprach sie: »Enoch, du bist klug,
Vorlage S. 11
227
Allein trotz aller deiner Klugheit weiß ich,
Vorlage S. 11
228
Dass ich dein Antlitz nimmer wiederseh.«
Vorlage S. 11
229
»Hm«, scherzte Enoch, »deines werd' ich sehn,
Vorlage S. 11
230
Annie, mein Schiff wird hier vorüberfahren
Vorlage S. 11
231
An dem und dem Tag; leih' ein Fernrohr dir,
Vorlage S. 12
232
Such' mein Gesicht, und lache deiner Furcht.«
Vorlage S. 12
233
Doch als der letzte Augenblick erschien,
Vorlage S. 12
234
Sprach er: »Mein Weib, sei mutig und getrost,
Vorlage S. 12
235
Sieh nach den Kleinen, und bis heim ich kehre,
Vorlage S. 12
236
Halt alles wohl in Stand, denn ich muss fort.
Vorlage S. 12
237
Sorg' nicht um mich mehr, oder wenn du sorgst,
Vorlage S. 12
238
Wirf' deine Sorg' auf Gott; der Anker hält.
Vorlage S. 12
239
Ist Er nicht dort in jenem fernsten Teil
Vorlage S. 12
240
Des Ostens? Wenn ich dorthin auch entfliehe,
Vorlage S. 12
241
Enteil' ich jemals Ihm? Das Meer ist Sein,
Vorlage S. 13
242
Das Meer ist Sein – Er schuf's.«
Vorlage S. 13
243
Enoch stand auf,
Vorlage S. 13
244
Schlang seinen Arm um sein gebeugtes Weib
Vorlage S. 13
245
Und küsste seine wirr erstaunten Kinder.
Vorlage S. 13
246
Allein das dritte, kränkliche, schlief jetzt
Vorlage S. 13
247
Nach einer fieberhaft durchwachten Nacht;
Vorlage S. 13
248
Als Annie dies aufnehmen wollte, sprach er:
Vorlage S. 13
249
»Still, lass es schlummern! nie erinnert doch
Vorlage S. 13
250
Das Kind sich dran!« und küsst' es in der Wiege.
Vorlage S. 13
251
Und Annie schnitt von ihres Säuglings Stirn
Vorlage S. 13
252
Ein Löckchen ab, und gab's ihm! Dies bewahrt' er
Vorlage S. 13
253
Für alle Zeit; doch hastig nahm er jetzt
Vorlage S. 13
254
Sein Bündel, winkt' Ade, und schritt' von dannen.
Vorlage S. 13
255
Sie lieh am Tag, den Enoch ihr genannt,
Vorlage S. 14
256
Ein Fernrohr, doch vergebens war ihr Spähn;
Vorlage S. 14
257
Vielleicht verstand sie nicht das Glas zu stellen;
Vorlage S. 14
258
Vielleicht war trüb' ihr Aug', zittrig die Hand:
Vorlage S. 14
259
Sie sah ihn nicht, und während auf dem Deck
Vorlage S. 14
260
Er stand und winkte, fuhr das Schiff vorbei.
Vorlage S. 14
261
Sie sah dem Segel nach, bis es vertauchte
Vorlage S. 14
262
Am Horizont, und kehrte weinend heim.
Vorlage S. 14
263
Dann, ob sie gleich wie einen Toten ihn
Vorlage S. 15
264
Betrauerte, bemühte sie sich trüb,
Vorlage S. 15
265
Nach seinem Willen Jegliches zu tun;
Vorlage S. 15
266
Allein ihr Handel wollte nicht gedeihn,
Vorlage S. 15
267
Sie wusste nicht zu feilschen, und ersetzte
Vorlage S. 15
268
Den Mangel nicht durch Schlauheit, sie verstand
Vorlage S. 15
269
Sich nicht aufs Lügen, konnte unverschämt
Vorlage S. 15
270
Nicht fordern, um dann billiger abzulassen.
Vorlage S. 15
271
Und allzeit fragend: »Was wird Enoch sagen?«
Vorlage S. 15
272
Verkaufte mehr als einmal sie zur Zeit
Vorlage S. 15
273
Der Not und der Bedrängnis ihre Waren
Vorlage S. 15
274
Für weniger, als sie dafür bezahlt.
Vorlage S. 15
275
Mit Sorg' und Trauer nahm sie's wahr, und so,
Vorlage S. 15
276
Der Nachricht harrend stets, die nimmer kam,
Vorlage S. 15
277
Erwarb ein dürftig Brot sie ihren Kindern,
Vorlage S. 15
278
Und lebt' ein Leben stiller Schwermut hin.
Vorlage S. 15
279
Das dritte Kind, das kränkliche, ward kränker
Vorlage S. 15
280
Von Tag zu Tag, obschon die Mutter es
Vorlage S. 15
281
Mit Muttersorgfalt pflegte; mocht' es sein,
Vorlage S. 15
282
Dass ihr Geschäft sie oftmals von ihm abrief,
Vorlage S. 15
283
Dass ihr gebrach, was ihm am nötigsten,
Vorlage S. 15
284
Und dass sie nicht des besten Arztes Rat
Vorlage S. 15
285
Bezahlen konnte: – wie dem immer sei,
Vorlage S. 15
286
Nach kurzem Zögern, fast eh' sie es bemerkte,
Vorlage S. 16
287
Entflog die kleine Seele himmelwärts,
Vorlage S. 16
288
Wie jäh ein Vöglein aus dem Käfig fliegt.
Vorlage S. 16
289
In jener Woche, als sie es begrub,
Vorlage S. 16
290
Schlug Philipps treues Herz, das nur bedacht
Vorlage S. 16
291
Auf ihren Frieden war – (er hatte sie,
Vorlage S. 16
292
Seit Enoch fortgegangen, nicht gesehn) –
Vorlage S. 16
293
In Reue, dass so lang er fern sich hielt.
Vorlage S. 16
294
»Jetzt,« meinte Philipp, »wär's ein kleiner Trost
Vorlage S. 16
295
Vielleicht, wenn sie mich sähe«; und er ging.
Vorlage S. 16
296
Er schritt zuerst durchs öde Vorgemach,
Vorlage S. 16
297
Blieb drinnen vor der Tür ein Weilchen stehn,
Vorlage S. 16
298
Und trat, nachdem er dreimal angeklopft,
Vorlage S. 16
299
Und keiner ihm geöffnet, still hinein;
Vorlage S. 17
300
Doch Annie, die von ihres Kleinen Grab
Vorlage S. 17
301
Soeben erst zurück, in Trauer saß,
Vorlage S. 17
302
Mocht' keines Menschen Antlitz schaun, und kehrte
Vorlage S. 17
303
Der Wand das ihre zu, und weinte laut.
Vorlage S. 17
304
Da nahte Philipp sich und stammelte:
Vorlage S. 17
305
»Annie, ich kam, um eine Gunst zu bitten.«
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306
Die Leidenschaft der Antwort, die sie stöhnte:
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»Pah! Gunst von einem so verlaßnen Ding!«
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Verschüchterte ihn halb; doch ungebeten,
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Indes sich Lieb' und Schüchternheit in ihm
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Bekämpften, setzt' er sich zu ihr und sprach:
Vorlage S. 17
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»Ich kam, von Enochs, deines Gatten, Wunsch
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Mit dir zu reden; immer sagt' ich schon,
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Dass du den besten, einen starken Mann
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Gewählt; denn was im Herzen er beschloss,
Vorlage S. 17
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Griff seine Hand auch an und setzt' es durch.
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Und weshalb unternahm er diese Fahrt,
Vorlage S. 17
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Und ließ dich einsam? Nicht, die Welt zu sehn,
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Nicht zum Vergnügen – nein! um bessere
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319
Erziehung seinen Kindern zu verschaffen,
Vorlage S. 17
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Als du und er gehabt – Das war sein Wunsch.
Vorlage S. 17
321
Und kehrt er heim, so wird es ihn betrüben,
Vorlage S. 18
322
Wenn ungenützt ihr Lebensmorgen schwand.
Vorlage S. 18
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Ja, ihn betrüben würd' es noch im Grab,
Vorlage S. 18
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Wüßt' er, dass seine Kleinen wild umher
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Wie junge Füllen sprängen. Darum, Annie,
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– Haben wir uns von klein auf nicht gekannt? –
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Beschwör' ich bei der Liebe dich zu ihm
Vorlage S. 18
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Und seinen Kindern, mir nicht Nein zu sagen –
Vorlage S. 18
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Denn, so du willst, wenn Enoch wiederkehrt,
Vorlage S. 18
330
Mag er's zurückerstatten – so du willst,
Vorlage S. 18
331
Annie – denn ich bin reich und gut gestellt.
Vorlage S. 18
332
Lass Knab' und Mädchen mich zur Schule senden,
Vorlage S. 18
333
Das ist die Gunst, die ich erbitten kam.«
Vorlage S. 18
334
Annie erwiderte, die Stirn zur Wand
Vorlage S. 18
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Gekehrt: »Ich kann dir nicht ins Antlitz sehn;
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Ich seh' so töricht und gebrochen aus.
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Der Kummer warf mich nieder, als du kamst;
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Jetzt, glaub' ich, wirft mich deine Güte nieder.
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Doch Enoch lebt, das kündet mir mein Herz –
Vorlage S. 18
340
Er wird's erstatten: Geld lässt sich erstatten,
Vorlage S. 18
341
Doch deine Güte nicht.«
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Und Philipp frug:
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343
»Annie, so darf ich's tun?«
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344
Sie wandte sich,
Vorlage S. 19
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Stand auf, und ließ die tränenvollen Augen
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Auf seinem freundlich milden Antlitz ruhn;
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Dann rief sie Segen auf sein Haupt herab,
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348
Und drückte leidenschaftlich ihm die Hand,
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Und schritt hinaus ins kleine Hintergärtchen.
Vorlage S. 19
350
Also gehobnen Mutes ging er fort.
Vorlage S. 19
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Zur Schule sandte Philipp drauf die Kleinen,
Vorlage S. 19
352
Kauft' ihnen Bücher, und wie Einer für
Vorlage S. 19
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Die eignen Kinder sorgt, sorgt' er für sie
Vorlage S. 19
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In jeder Art. Wenn er auch, Annies willen
Vorlage S. 19
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Sich fürchtend vor dem müß'gen Dorfgeklätsch,
Vorlage S. 19
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Des Herzens liebsten Wunsch sich oft versagte,
Vorlage S. 19
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Und selten über ihre Schwelle schritt,
Vorlage S. 19
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Sandt' er doch durch die Kinder Obst und Kraut,
Vorlage S. 19
359
Die erst' und letzten Rosen seines Gartens,
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Kaninchen von der Düne, und mitunter
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– Besondrer Feinheit wegen, sagt' er dann,
Vorlage S. 19
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Dass sein Geschenk sie nicht verletze – Mehl
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363
Aus seiner Mühle hohem Klapperwerk.
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Ein Rätsel blieb für Philipp Annies Sinn;
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Kaum überwand sie sich, wenn er erschien,
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Aus überströmend dankerfülltem Herzen
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Zu stammeln ein verhauchend Dankeswort.
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368
Doch war er Eins und Alles ihren Kindern;
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369
Aus fernstem Winkel eilten sie herbei,
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370
Sein herzlich Grüßen herzlich zu erwidern.
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371
Sie waren Herrn bei ihm in Haus und Mühle;
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Ermüdeten sein Ohr mit kleinen Leiden
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Und Freuden, spielten mit ihm, kos'ten ihn,
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374
Und »Vater Philipp« hieß er. Philipp kam
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Zu gut, was Enochs fernes Bild verlor;
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376
Denn unbestimmt schien Enoch wie ein Traum,
Vorlage S. 20
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Ein Schattenbild, das man im Morgengraun
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378
Am Ende einer Baumallee erblickt,
Vorlage S. 20
379
Und das entschwebt, der Himmel weiß, wohin.
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Zehn Jahre flossen so ins Meer der Zeit,
Vorlage S. 20
381
Seit Enoch Herd und Vaterland verließ,
Vorlage S. 20
382
Und keine Nachricht kam von ihm nach Haus.
Vorlage S. 20
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Ins Holz zum Nüssepflücken wollten einst
Vorlage S. 20
384
Mit andern Kindern Annies Kinder gehn,
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Und Annie ging mit ihnen; da begehrten
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386
Sie die Gesellschaft Vater Philipps auch.
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387
Sie fanden ihn, der Arbeitsbiene gleich,
Vorlage S. 20
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Bestaubt von weißem Mehl, und als sie sprachen:
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389
»Komm mit uns, Vater Philipp,« schlug er's ab;
Vorlage S. 21
390
Doch als die Kinder ihn am Ärmel zupften,
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391
Lacht' er, und fügte gern sich ihrem Wunsch,
Vorlage S. 21
392
– War Annie nicht bei ihnen? – und ging mit.
Vorlage S. 21
393
Doch als sie halb die steile Dün' erstiegen,
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394
Just wo des Haselholzes Saum zur Schlucht
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Hinab sich neigt, verließ die Kraft sie ganz,
Vorlage S. 21
396
Und seufzend sagte sie: »Lass hier mich ausruhn.«
Vorlage S. 21
397
Zufrieden ruhte Philipp neben ihr,
Vorlage S. 21
398
Indes die Jüngern all' mit Jubelruf
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399
Fortstürmten von den Ältern, und sich lärmend
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400
Durchs helle Hasellaub hinunter stürzten
Vorlage S. 22
401
Zur Schlucht, und sich zerstreuten, das Gezweig,
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402
Das widerstrebend schlanke, niederbeugend,
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403
Die bräunlichen Büschel abzureißen, laut
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404
Sich hier und dort ausrufend im Gehölz.
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405
Als Philipp so an ihrer Seite saß,
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406
Vergaß er ihrer Gegenwart, und dachte
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407
An jene dunkle Stunde hier im Holz,
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Da wie ein wundes Reh er in die Schlucht
Vorlage S. 22
409
Hinab gekrochen war; und endlich sagt' er,
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410
Sein biedres Haupt erhebend: »Annie, horch,
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411
Wie lustig sind sie drunten im Gehölz! –
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412
Du bist wohl müde?« denn sie sprach kein Wort.
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413
»Recht müd'?« sie barg ihr Antlitz in die Hand.
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414
Da fuhr er fort, halb ärgerlichen Tons:
Vorlage S. 23
415
»Verunglückt ist das Schiff, für immer hin!
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416
Nichts mehr davon! Wenn du ins Grab dich härmst,
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So sind sie ganz verwaist.« Und Annie sprach:
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418
»Ich dachte daran nicht, doch – seltsam ist's –
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419
So einsam fühl' ich mich bei ihrem Jubel.«
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420
Philipp, ein wenig näher rückend, sprach:
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»Annie, es liegt mir etwas auf dem Herzen,
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422
Und auf dem Herzen lag mir's schon so lang,
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Dass endlich es heraus muss, wenn ich auch
Vorlage S. 23
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Nicht weiß, seit wann es mich gedrückt. O Annie,
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Es ist nicht möglich, nicht zu hoffen mehr,
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Dass er, der fern zehn lange Jahre blieb,
Vorlage S. 23
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Am Leben noch; wohlan denn! lass mich reden:
Vorlage S. 23
428
Es schmerzt mich, arm und hilfsbedürftig dich
Vorlage S. 23
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Zu sehn, und helfen kann ich nicht nach Wunsch,
Vorlage S. 23
430
Wenn du nicht – Frauen, sagt man, fassen schnell –
Vorlage S. 23
431
Vielleicht verstehst du schon, was ich begehre –
Vorlage S. 23
432
Ich wünsche dich zur Frau. Ich wäre gern
Vorlage S. 23
433
Ein Vater deinen Kindern; lieben sie
Vorlage S. 23
434
Mich nicht wie einen Vater? weiß ich doch,
Vorlage S. 23
435
Dass ich sie liebe wie mein eignes Blut!
Vorlage S. 23
436
Und sieh, ich glaube, wärst du erst mein Weib,
Vorlage S. 23
437
Dann könnten wir nach all' den trüben Jahren
Vorlage S. 24
438
Der Ungewissheit noch so glücklich sein,
Vorlage S. 24
439
Wie Gott den Seinen es vergönnt. Bedenk' es!
Vorlage S. 24
440
Vermögend bin ich, unabhängig, frei
Vorlage S. 24
441
Von Sorgen, außer der um dein Geschick;
Vorlage S. 24
442
Wir haben uns von klein auf ja gekannt,
Vorlage S. 24
443
Und länger liebt' ich dich, als du es weißt.«
Vorlage S. 24
444
Annie erwiderte mit sanftem Ton:
Vorlage S. 24
445
»Du warst ein Engel Gottes unserm Haus,
Vorlage S. 24
446
Gott segne, Gott belohne dich dafür
Vorlage S. 24
447
Mit einem Wesen, glücklicher als ich.
Vorlage S. 24
448
Vermag ein Mensch zum zweitenmal zu lieben?
Vorlage S. 24
449
Kann ich dich lieben, wie ich ihn geliebt?
Vorlage S. 24
450
Was ist's, das du begehrst?« – »Ich bin zufrieden,«
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451
Versetzte Philipp, »wenn nach Enoch nur
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452
Du mich ein wenig liebst.« – »Oh,« rief sie aus
Vorlage S. 24
453
Voll Bangen, »lieber Philipp, wart ein Weilchen!
Vorlage S. 24
454
Wenn Enoch kommt – doch Enoch kommt wohl nie –
Vorlage S. 24
455
Ach, wart ein Jahr, ein Jahr ist nicht so lang,
Vorlage S. 24
456
In einem Jahr werd' ich verständ'ger sein;
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457
O, wart ein Weilchen!« Philipp sagte trüb:
Vorlage S. 24
458
»Annie, da ich mein Leben lang gewartet,
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459
Kann ich's auch länger noch.« – »Nein,« rief sie aus,
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460
»Du hast mein Wort, es sei – in einem Jahr!
Vorlage S. 25
461
Willst du nicht dein Jahr tragen, wie ich meins?«
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462
Und Philipp sprach: »Ich will mein Jahr ertragen.«
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Dann schwiegen sie, bis Philipp, aufwärts blickend,
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Des hingeschiednen Tags erloschnen Strahl
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465
Hinter dem Hünengrab verschwinden sah.
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Den Tau für Annie fürchtend, stand er auf
Vorlage S. 26
467
Und rief mit lauter Stimm' ins Holz hinab.
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Die Kinder kamen her mit ihrer Beute;
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469
Dann schritten sie hinab zum Dorf, und dort
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Vor Annies Tür gab er ihr sanft die Hand,
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Und sagte: »Annie, als ich zu dir sprach,
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War's deine schwache Stunde. Unrecht tat ich.
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Ich bin dein eigen stets, doch du bist frei.«
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Und Annie weint' und sprach: »Du hast mein Wort.«
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Sie sprach's; und wie in einem Augenblick,
Vorlage S. 26
476
Indes sie nach wie vor ihr Haus bestellte,
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Und noch sein letztes Wort im Ohr ihr klang,
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Dass er sie länger liebe, als sie's wisse,
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Verwandelte der Herbst sich wieder schon
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Zum Herbst, und wieder trat er vor sie hin,
Vorlage S. 26
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An ihr Versprechen mahnend. »Ist's ein Jahr?«
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Frug sie. »Ja, wenn die Nüsse wieder reif sind,
Vorlage S. 26
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Komm und sieh nach.« Doch sie vertröstet' ihn –
Vorlage S. 26
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So viel sei zu besorgen – solch ein Wechsel! –
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Vier Wochen noch – mehr fordere sie nicht –
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Er hab' ihr Wort – vier Wochen, und nicht mehr.
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Und Philipp sprach, indes im Aug' ihm trüb
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Die lebenslange Sehnsucht glomm, und leis
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Porträt von Alfred Tennyson
Kontextbild zum Werk. Porträt von Alfred Tennyson — Fotografie von Julia Margaret Cameron, 1866; keine Szene aus Enoch Arden. · Cameron, Julia Margaret · Public domain Bildquelle ↗
489
Die Stimme bebte wie des Trunknen Hand:
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»Wähl' deine Zeit, Annie, wähl' deine Zeit.«
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Vor Mitleid weinte Annie fast um ihn.
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Und dennoch hielt sie stets ihn zögernd hin
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Mit mancher kaum glaubwürdigen Entschuld'gung,
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Versuchend seine Treue und Geduld,
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Bis abermals ein halbes Jahr entschwand.
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Nachgrad begann das müßige Dorfgeklätsch,
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Das stets empört ist, wenn es sich verrechnet,
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Zu zürnen, als sei Unrecht ihm geschehn.
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Die einen dachten, Philipp spiele nur
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500
Mit ihr; die andern, wenn sie spröde tue,
Vorlage S. 27
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So sei's, um sichrer ihn ins Garn zu locken;
Vorlage S. 27
502
Und andre lachten sie und Philipp aus,
Vorlage S. 27
503
Als wüssten beide selbst nicht, was sie wollten;
Vorlage S. 27
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Und Einer, dem im Hirn wie Schlangenbrut
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Gift'ge Gedanken zischten, munkelte
Vorlage S. 27
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Von Schlimmerm gar. Ihr eigner Sohn schwieg still,
Vorlage S. 27
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Obschon sein Blick oft seinen Wunsch verriet;
Vorlage S. 27
508
Doch ihre Tochter drängt' und drängte sie,
Vorlage S. 27
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Den Mann zu frei'n, der ihnen allen lieb,
Vorlage S. 27
510
Und von der Armut Joch ihr Haus zu retten.
Vorlage S. 27
511
Und Philipps Rosenwangen wurden fahl
Vorlage S. 27
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Und bleich; und wie ein schwerer Vorwurf drückte
Vorlage S. 28
513
Dies alles sie.
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514
Als sie in einer Nacht
Vorlage S. 28
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Nicht schlafen konnte, betete sie brünstig:
Vorlage S. 28
516
»Herr, gib ein Zeichen mir! Ist Enoch tot?«
Vorlage S. 28
517
Dann, eingeengt vom dunkeln Wall der Nacht,
Vorlage S. 28
518
Ertrug sie nicht der Ungewissheit Graus,
Vorlage S. 28
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Sprang auf vom Bett und machte Licht sich an,
Vorlage S. 28
520
Ergriff verzweiflungsvoll das heil'ge Buch,
Vorlage S. 28
521
Schlug rasch es auf, ein Zeichen drin zu finden,
Vorlage S. 29
522
Und las das Wort, auf das ihr Finger traf:
Vorlage S. 29
523
»An einem Palmbaum.« Das war Nichts für sie,
Vorlage S. 29
524
Kein Sinn darin; sie schloss das Buch und schlief.
Vorlage S. 29
525
Und sieh! ihr Enoch saß auf einem Hügel,
Vorlage S. 29
526
An einem Palmbaum, über ihm die Sonne.
Vorlage S. 29
527
»Tot ist er,« dachte sie, »und selig singt er
Vorlage S. 29
528
Hosianna in der Höhe; dorten scheint
Vorlage S. 29
529
Die Sonne der Gerechtigkeit, und dies
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530
Sind wohl die Palmen, die das frohe Volk
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Einstmals hernieder streute mit dem Ruf:
Vorlage S. 29
532
Hosianna in der Höhe!« Sie erwachte,
Vorlage S. 29
533
Entschlossen sandte sie zu ihm, und rief:
Vorlage S. 29
534
»Es steht der Hochzeit nichts im Wege mehr.«
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535
»Gottlob!« versetzt' er, »dein- und meinetwillen,
Vorlage S. 29
536
Wenn du mich freien willst, lass es gleich geschehn.«
Vorlage S. 29
537
So wurden diese Zwei vermählt, und fröhlich
Vorlage S. 29
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Erklang der Hochzeitsglocken Schall darein.
Vorlage S. 29
539
Doch fröhlich nimmerdar schlug Annies Herz.
Vorlage S. 29
540
Ein Schritt schien neben ihrem Pfad zu wallen,
Vorlage S. 29
541
Sie wusste nicht, woher; ein Flüstern hauchte
Vorlage S. 29
542
Ihr in das Ohr, sie wusste nimmer, was;
Vorlage S. 30
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Auch blieb sie niemals gern allein zu Haus,
Vorlage S. 30
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Und wagt' alleine niemals auszugehn.
Vorlage S. 30
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Was fehlt' ihr doch, dass, eh' sie eintrat, oft
Vorlage S. 30
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Die Hand so zögernd auf dem Türgriff weilte?
Vorlage S. 30
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So angstvoll? Philipp glaubt' es zu verstehn:
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Ihr Zustand ließ erklären solche Angst,
Vorlage S. 30
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Sie war in Hoffnung. Doch als sie geboren,
Vorlage S. 30
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War mit dem neuen Kind sie selbst erneut,
Vorlage S. 30
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Die neue Mutter zog ihr in das Herz,
Vorlage S. 30
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Ihr guter Philipp war ihr alles nun,
Vorlage S. 30
553
Und jene rätselhafte Ahnung starb. –
Vorlage S. 30
554
Und wo war Enoch? Glücklich fuhr dahin
Vorlage S. 31
555
Das Schiff »Fortuna«, ob auch in der Buch
Vorlage S. 31
556
Biscayas rauhe Winde, ostwärts stürmend,
Vorlage S. 31
557
Es schwer bedrohten; aber ungeschädigt
Vorlage S. 31
558
Glitt durch den Sommer es der Welt hinab,
Vorlage S. 31
559
Und dann nach einer langen Fahrt ums Kap
Vorlage S. 31
560
Bei häufigem Wechsel gut' und schlechter Winde
Vorlage S. 31
561
Durchfurcht' es noch einmal die Sommerwelt,
Vorlage S. 31
562
Allwo des Himmels Odem stetig blies,
Vorlage S. 31
563
Und sanft es trieb durchs goldne Inselmeer,
Vorlage S. 31
564
Bis es den Hafen fern im Ost erreichte.
Vorlage S. 31
565
Für eigne Rechnung kaufte Enoch dort
Vorlage S. 31
566
Seltsame Mißgestalten, wie der Markt
Vorlage S. 31
567
Zu jener Zeit sie gut bezahlte, auch
Vorlage S. 31
568
Für seine Kinder einen goldnen Drachen.
Vorlage S. 31
569
Glückloser war die Heimfahrt. Anfangs zwar
Vorlage S. 31
570
Erhob das busenüppige Schiffsbild sich,
Vorlage S. 31
571
Kaum schaukelnd, Tag für Tag, in stiller See
Vorlage S. 31
572
Über des Buges federkrausem Schaum;
Vorlage S. 32
573
Dann kam Windstille, wechselnde Winde dann,
Vorlage S. 32
574
Dann lange Zeit ganz widrige; und zuletzt
Vorlage S. 32
575
Ein Sturm, der sie in schwarzer Nacht verschlug,
Vorlage S. 32
576
Bis mit dem Angstruf: »Brandung!« fast zugleich
Vorlage S. 32
577
Ein Krach erscholl, und alle, bis auf Enoch
Vorlage S. 32
578
Und zwei Gefährten, in das Meer versanken.
Vorlage S. 32
579
Die halbe Nacht an schwimmendem Takelwerk
Vorlage S. 32
580
Und Balken fest sich klammernd, trieben sie
Vorlage S. 32
581
Gen Morgen hin zu einer reichen Insel,
Vorlage S. 32
582
Die einsam lag in einsam ödem Meer.
Vorlage S. 32
583
An Lebensunterhalt gebrach es nicht,
Vorlage S. 32
584
An saftigen Früchten, großen Nüssen, Wurzeln;
Vorlage S. 32
585
Und schier so zahm vor Wildheit war das Wild,
Vorlage S. 33
586
Dass hilflos fast es sich ergreifen ließ.
Vorlage S. 33
587
In einer seewärts blickenden Bergesschlucht
Vorlage S. 33
588
Erbauten dort sie eine Hütte sich,
Vorlage S. 33
589
Und deckten sie mit breiten Palmenblättern
Vorlage S. 33
590
Halb Hütte, Höhle halb. So weilten sie
Vorlage S. 33
591
In diesem Eden alles Überflusses,
Vorlage S. 33
592
Bei ewigem Sommer, schweren Herzens doch.
Vorlage S. 33
593
Denn einer, fast ein Knabe noch, der Jüngste,
Vorlage S. 33
594
Der in der Nacht des Schiffbruchs sich verletzt,
Vorlage S. 33
595
Starb hin, drei Jahre lang lebend'gen Tod.
Vorlage S. 33
596
Sie pflegten ihn. Nach seinem Heimgang fanden
Vorlage S. 33
597
Die andern einen sturmgefällten Stamm,
Vorlage S. 33
598
Und Enochs Kamerad, der unvorsichtig
Vorlage S. 33
599
Nach Indianerart mit Feuer ihn
Vorlage S. 33
600
Aushöhlte, sank, vom Sonnenstich ereilt,
Vorlage S. 33
601
Ins Grab, und Enoch blieb allein jetzt übrig.
Vorlage S. 33
602
In diesen beiden Todesfällen las
Vorlage S. 33
603
Er Gottes Mahnung: »Harre deiner Stunde!«
Vorlage S. 33
604
Den bis zum Gipfel waldbewachs'nen Berg,
Vorlage S. 33
605
Die Lichtungen, die hoch empor sich wanden
Vorlage S. 33
606
Gleich Pfaden, die zum Himmel aufwärts ziehn,
Vorlage S. 33
607
Der schlanken Palme hängenden Federbusch,
Vorlage S. 34
608
Des Käfers und des Vogels Strahlenschein,
Vorlage S. 34
609
Der langen Trichterwinden Farbenpracht,
Vorlage S. 34
610
Die um der mächt'gen Stämme Schaft sich rankten
Vorlage S. 34
611
Und bis zum Waldsaum liefen, all das Glänzen
Vorlage S. 34
612
Und Glühn des breiten Gürtelrings der Welt
Vorlage S. 34
613
Sah er; doch was er gern gesehen hätte,
Vorlage S. 34
614
Das sah er nie: ein freundlich Menschenantlitz,
Vorlage S. 34
615
Und statt der Menschenstimme liebem Ton
Vorlage S. 34
616
Vernahm er nur der Wasservögel Schrei,
Vorlage S. 34
617
Der Brandung Donneranprall an das Riff,
Vorlage S. 34
618
Das Rauschen riesiger Bäume, deren Laub
Vorlage S. 34
619
Und Blüten hoch im Blau verschwanden, oder
Vorlage S. 34
620
Das Brausen eines Waldbachs in das Meer,
Vorlage S. 34
621
Wenn er am Ufer hinschritt, oder taglang
Vorlage S. 34
622
Oft in der seewärts blickenden Bergschlucht saß,
Vorlage S. 34
623
Nach einem Segel spähend übers Meer.
Vorlage S. 34
624
Kein Segel Tag für Tag, doch jeden Tag
Vorlage S. 34
625
Des Sonnenaufgangs scharlachrote Pfeile
Vorlage S. 34
626
Zwischen den Palmen, Farn und Klippenreihn;
Vorlage S. 34
627
Das Glanzmeer auf den Wassern fern im Ost;
Vorlage S. 34
628
Das Glanzmeer auf der Insel ihm zu Häupten;
Vorlage S. 34
629
Das Glanzmeer auf den Wassern fern im West;
Vorlage S. 34
630
Die großen Sterne dann am Himmelsdom,
Vorlage S. 34
631
Das hohler brütende Meer, und wiederum
Vorlage S. 35
632
Des Sonnenaufgangs Pfeile – doch kein Segel!
Vorlage S. 35
633
Oft lag er dort so still auf seiner Wacht,
Vorlage S. 35
634
Dass Rast auf ihm die goldne Eidechs hielt.
Vorlage S. 35
635
Ein Traumbild, das gewebt aus vielen Träumen,
Vorlage S. 35
636
Stieg spukhaft vor ihm auf; oft auch beschwor
Vorlage S. 35
637
Er selbst gespenstig Leute, Stätten, Dinge,
Vorlage S. 35
638
Die er auf einer dunklern Insel einst
Vorlage S. 35
639
Gekannt, die fern jenseits der Linie lag:
Vorlage S. 35
640
Die Kinder, Annie und das kleine Haus,
Vorlage S. 35
641
Das Mühlengäßchen und den Heckenweg,
Vorlage S. 35
642
Den Taxus-Pfau, den alten Edelhof,
Vorlage S. 35
643
Den Schimmel und das Boot, das er verkauft,
Vorlage S. 35
644
Die finstre Düne, grauer Nebel Flor,
Vorlage S. 35
645
Sprühregen, den Geruch von welkem Laub,
Vorlage S. 35
646
Und leisen Klageton bleifarbner Flut.
Vorlage S. 35
647
Einst hört' er auch in seine Ohren klingen,
Vorlage S. 35
648
Zwar leis, doch lustig – weit, ach, weit entfernt –
Vorlage S. 35
649
Den Schall der Kirchenglocken seines Dorfs;
Vorlage S. 35
650
Da sprang er auf, er wusste nicht warum,
Vorlage S. 35
651
Ihn schauderte, und als sein Blick die schöne
Vorlage S. 35
652
Verhaßte Insel wieder vor sich sah:
Vorlage S. 35
653
O, wenn sein armes Herz sich nicht zu Dem
Vorlage S. 36
654
Gewendet, der allgegenwärtig ist,
Vorlage S. 36
655
Und keinen ganz verlässt, der zu ihm spricht,
Vorlage S. 36
656
Gestorben wär' er da vor Einsamkeit.
Vorlage S. 36
657
So über Enochs früh ergrauend Haupt
Vorlage S. 36
658
Zog Jahr für Jahr die Sonn'- und Regenzeit
Vorlage S. 36
659
Wechselnd dahin. Sein Hoffen, einst noch wieder
Vorlage S. 36
660
Die Seinen und die Heimatsflur zu sehn,
Vorlage S. 36
661
War noch nicht tot, als sein verlass'nes Los
Vorlage S. 36
662
Ein plötzlich Ende nahm. Ein andres Schiff,
Vorlage S. 36
663
Das Wassermangel litt, von seinem Kurs,
Vorlage S. 36
664
Wie die »Fortuna« einst, durch Sturm verschlagen,
Vorlage S. 36
665
Warf Anker bei dem fremden Eiland aus;
Vorlage S. 37
666
Denn da der Steuermann bein Tagesdämmern
Vorlage S. 37
667
Durch eine Lücke in dem Nebelflor
Vorlage S. 37
668
Den Waldbach still bergunter fließen sah,
Vorlage S. 37
669
So fuhr ein Boot mit einigen Mann zum Strand,
Vorlage S. 37
670
Die Wasser suchend mit Geschrei das Ufer
Vorlage S. 37
671
Erfüllten. Von der Bergschlucht niederstieg
Vorlage S. 37
672
Der Eremit mit langem Haar und Bart,
Vorlage S. 37
673
Braun, kaum ein Menschenbild, seltsam gekleidet,
Vorlage S. 37
674
Mummelnd und murmelnd wie im Blödsinn fast,
Vorlage S. 38
675
Mit unartikulierter Hast, durch Zeichen
Vorlage S. 38
676
Bedeutend, niemand wusste, was; doch wies er
Vorlage S. 38
677
Den Weg zu Strömen süßen Wassers bald;
Vorlage S. 38
678
Und als er zu den Leuten sich gesellt
Vorlage S. 38
679
Und ihren Reden horchte, ward gelöst ihm
Vorlage S. 38
680
Die lang gebundne Zunge, bis er endlich
Vorlage S. 38
681
Verständlich sich dem Schiffervolk gemacht.
Vorlage S. 38
682
Sie nahmen, als die Fässer sie gefüllt,
Vorlage S. 38
683
Ihn mit an Bord, und dort erzählt' er ihnen
Vorlage S. 38
684
In abgebrochnen Worten sein Geschick.
Vorlage S. 38
685
Unglaublich schien's zuerst, doch mehr und mehr
Vorlage S. 38
686
Horchten sie auf, verwundert und gerührt,
Vorlage S. 38
687
Und gaben Kleidung ihm und freie Fahrt.
Vorlage S. 38
688
Doch half er oft den andern, um die Last
Vorlage S. 38
689
Der Ungeselligkeit hinwegzuscheuchen.
Vorlage S. 38
690
Keiner von allen war aus seiner Gegend
Vorlage S. 38
691
Und konnt' auf seine Fragen Rede stehn,
Vorlage S. 38
692
Wenn er nach etwas frug, woran ihm lag.
Vorlage S. 38
693
Langweilig war die Fahrt und endlos fast,
Vorlage S. 38
694
Das Schiff seetüchtig kaum; doch immer flog
Vorlage S. 38
695
Sein heimkehrdurft'ger Geist dem trägen Wind
Vorlage S. 38
696
Voraus, bis er in trübumwölkter Luft
Vorlage S. 38
697
Wie ein Verliebter tief ins Herz hinab
Vorlage S. 38
698
Einsog den tauigen Wiesen-Frührauch Englands,
Vorlage S. 39
699
Der von dem bleichen Strande hergeweht;
Vorlage S. 39
700
Und alles Schiffsvolk legt' an jenem Tag
Vorlage S. 39
701
Sich selber eine Mitleidssteuer auf
Vorlage S. 39
702
Für den verlaßnen Mann und gab sie ihm;
Vorlage S. 39
703
Dann setzten sie im selben Hafen ihn
Vorlage S. 39
704
Ans Land, von wo er einstmals ausgefahren.
Vorlage S. 39
705
Kein Wort sprach Enoch dort zu irgendwem;
Vorlage S. 39
706
Heimwärts – zu welchem Heim? hatt' er ein Heim? –
Vorlage S. 39
707
Schritt er durchs Land. Schön war der Nachmittag,
Vorlage S. 39
708
Sonnig, doch kühl; dann wälzte von der See
Vorlage S. 39
709
Ein Nebel, durch die Schluchten angelockt,
Vorlage S. 39
710
An denen jene beiden Häfen lagen,
Vorlage S. 39
711
Sich auf, und hüllte ein die Welt in Grau,
Vorlage S. 39
712
Schnitt ab des Heerwegs Ende seinem Blick,
Vorlage S. 39
713
Und ließ ihn rechts und links nur schmale Streifen
Vorlage S. 39
714
Von Ackerland, Gehölz und Weide sehn.
Vorlage S. 39
715
Schwermütig pfiff auf blätterlosem Baum
Vorlage S. 39
716
Der Fink, und durch des Nebels feuchten Schwall
Vorlage S. 39
717
Sank raschelnd niederwärts das welke Laub.
Vorlage S. 39
718
Dicht troff der Nebel, schwärzer ward die Nacht;
Vorlage S. 39
719
Doch endlich schien ihm durch des Nebels Flor
Vorlage S. 39
720
Ein Licht zu blicken, und er war am Ort.
Vorlage S. 39
721
Die lange Straße dann hinunter schleichend,
Vorlage S. 40
722
Von Unheilsahnung trüb bewegt, den Blick
Vorlage S. 40
723
Gesenkt aufs Pflaster, kam er an das Haus,
Vorlage S. 40
724
Wo Annie einst gelebt und ihn geliebt,
Vorlage S. 40
725
Und wo in jenen sieben frohen Jahren
Vorlage S. 40
726
Sie ihm die lieben Kinderchen geschenkt;
Vorlage S. 40
727
Doch als er alles still und dunkel fand
Vorlage S. 40
728
(Ein Anschlagzettel sagte, zum Verkauf
Vorlage S. 40
729
Sei ausgestellt das Hüttchen), schlich er weiter,
Vorlage S. 40
730
Und murmelte: »Tot, oder tot für mich!«
Vorlage S. 40
731
Er kam hinab zur kleinen Werft am Wasser,
Vorlage S. 41
732
Und sucht' ein Wirtshaus, das er einst gekannt,
Vorlage S. 41
733
Altmodisch aufgezimmert von Gebälk,
Vorlage S. 41
734
So wurmzernagt, baufällig, rings gestützt,
Vorlage S. 41
735
Dass er es kaum zu finden mehr verhoffte;
Vorlage S. 41
736
Doch nur gestorben war der Mann, der einst
Vorlage S. 41
737
Es hielt; und seine Witwe, Miriam Lane,
Vorlage S. 41
738
Führt' es mit täglich kärgerem Gewinn;
Vorlage S. 41
739
Einst lärmten hier Matrosen, jetzt war's still,
Vorlage S. 41
740
Und bot nur dann und wann ein Bett dem Wandrer.
Vorlage S. 41
741
Hier weilte Enoch schweigend manchen Tag.
Vorlage S. 41
742
Doch Miriam Lane war gut und schwatzte gern,
Vorlage S. 41
743
Sie setzte oft sich zu ihm, und erzählte
Vorlage S. 41
744
Ihm mit dem andern, was im Dorf geschehn,
Vorlage S. 41
745
Harmlos – denn Enoch war so braun, gebeugt
Vorlage S. 41
746
Und alt – die ganze Chronik seines Hauses:
Vorlage S. 41
747
Des Säuglings Tod, wie Annie bald verarmt,
Vorlage S. 41
748
Wie Philipp ihre Kinder jahrelang
Vorlage S. 41
749
Zur Schule sandte, wie er um sie warb,
Vorlage S. 41
750
Wie sie ihn lange hinhielt, ihre Heirat,
Vorlage S. 42
751
Und wie dann Philipps Kind geboren ward;
Vorlage S. 42
752
Und über Enochs Züge glitt kein Schatten
Vorlage S. 42
753
Und keine Regung; wer ihn so gesehn,
Vorlage S. 42
754
Der hätte wohl geglaubt, dass minder ihn,
Vorlage S. 42
755
Als die Erzählerin, ihr Wort berühre;
Vorlage S. 42
756
Nur als sie, Enochs denkend, endete:
Vorlage S. 42
757
»Der Arme war verschollen und verloren«,
Vorlage S. 42
758
Schüttelt' er feierlich sein graues Haupt,
Vorlage S. 42
759
Und murmelte: »Verschollen und verloren!«
Vorlage S. 42
760
»Verloren!« klang's ihm tief im Herzen nach.
Vorlage S. 42
761
Doch Enoch drängt's, ihr Angesicht zu sehn.
Vorlage S. 42
762
»Säh' ich ihr liebes Antlitz wieder nur,
Vorlage S. 42
763
Und wüsste, dass sie glücklich!« Der Gedanke
Vorlage S. 42
764
Verfolgt' und quälte ihn, und trieb ihn fort,
Vorlage S. 42
765
Am Abend, als der herbstlich trübe Tag
Vorlage S. 42
766
Zu trübrer Dämmrung ward, hinan den Hügel.
Vorlage S. 42
767
Dort setzt' er sich, und blickte still hinab;
Vorlage S. 42
768
Dort stürmten tausend Bilder auf ihn ein,
Vorlage S. 42
769
Traurig, unsäglich traurig. Mählich lockte
Vorlage S. 42
770
Der trübe Schein behaglich trauter Glut,
Vorlage S. 42
771
Die fern aus Philipps Hinterhause glomm,
Vorlage S. 42
772
Ihn an, so wie die Leuchtturmflamme anlockt
Vorlage S. 42
773
Den Wandervogel, bis er toll drauf losstürzt
Vorlage S. 43
774
Und sein ermattet Leben dran zerschellt.
Vorlage S. 43
775
Denn Philipps Wohnung lag der Straße zu,
Vorlage S. 43
776
Das letzte Haus landeinwärts; doch dahinter
Vorlage S. 43
777
Zog sich, mit einer Heckentür ins Feld,
Vorlage S. 43
778
Ein Gartenviereck, sorgsam eingezäunt,
Vorlage S. 43
779
Und drinnen stand ein alter Eibenbaum
Vorlage S. 43
780
Mit immergrünem Laub, und ringsum lief
Vorlage S. 43
781
Ein Kiesweg, den ein Fußpfad quer durchschnitt.
Vorlage S. 43
782
Doch Enoch mied den Mittelsteig, und stahl sich
Vorlage S. 43
783
Den Zaun entlang bis an den Eibenbaum;
Vorlage S. 43
784
Und sah von dort aus, was er besser wohl
Vorlage S. 43
785
Gemieden hätte, wenn ein solches Weh,
Vorlage S. 43
786
Wie seins, ein »schlimmer« oder »besser« hat.
Vorlage S. 43
787
Denn auf dem blanken Tisch erglänzten Tassen
Vorlage S. 43
788
Und Silberzeug; so traulich war der Herd;
Vorlage S. 43
789
Und rechts vom Herde sah er Philipp sitzen,
Vorlage S. 43
790
Den einst verschmähten Freier seiner Frau,
Vorlage S. 43
791
Stramm, rosig, seinen Säugling auf dem Knie;
Vorlage S. 43
792
Und zu dem zweiten Vater beugte sich
Vorlage S. 43
793
Ein Mädchen nieder, eine jüngere,
Vorlage S. 43
794
Doch schlankre Annie Lee, mit blondem Haar
Vorlage S. 43
795
Und groß; es baumelte von ihrer Hand
Vorlage S. 44
796
An einer langen Schnur ein Ring herab,
Vorlage S. 44
797
Nach dem der Kleine mit den runden Ärmchen
Vorlage S. 44
798
Beständig griff, und doch ihn nimmer fing,
Vorlage S. 44
799
Und alle lachten; – links vom Herde sah er
Vorlage S. 44
800
Die Mutter, oft zum Kleinen hingekehrt,
Vorlage S. 44
801
Doch manchmal auch mit ihrem Sohne redend,
Vorlage S. 44
802
Der groß und stark an ihrer Seite stand
Vorlage S. 44
803
Und froh zu ihren Worten schmunzelte.
Vorlage S. 44
804
Als jetzt der auferstandne Tote sah
Vorlage S. 44
805
Sein Weib, nicht mehr sein Weib, und ihren Säugling,
Vorlage S. 44
806
Der nicht sein Kind war, auf des Vaters Knie,
Vorlage S. 44
807
Und all die Herzlichkeit, das Glück, den Frieden,
Vorlage S. 45
808
Und seine eignen Kinder, groß und schön,
Vorlage S. 45
809
Und jenen andern, der an seiner Statt
Vorlage S. 45
810
Sein Recht besaß und seiner Kinder Liebe, –
Vorlage S. 45
811
Da fühlt' er, ob auch alles Miriam Lane
Vorlage S. 45
812
Ihm schon erzählt, dass mächtiger der Anblick
Vorlage S. 45
813
Herzbrechender Dinge ist, als ihr Bericht,
Vorlage S. 45
814
Und taumelnd hielt er sich am Ast, aus Furcht,
Vorlage S. 45
815
Dass ihm entsetzensvoll ein Schrei entfahre,
Vorlage S. 45
816
Der wie der Donner des Gerichts im Nu
Vorlage S. 45
817
In Trümmer alles Glück des Hauses schmettre.
Vorlage S. 45
818
Er wandte drum sich leise wie ein Dieb,
Vorlage S. 45
819
Dass nicht der harte Kies verrät'risch knirsche,
Vorlage S. 45
820
Und längs des Zaunes sich hintastend, dass
Vorlage S. 45
821
Man nicht in Ohnmacht hingestürzt ihn finde,
Vorlage S. 45
822
Schlich er zum Heck, und öffnete und schloss,
Vorlage S. 45
823
So leise wie in einem Krankenzimmer,
Vorlage S. 45
824
Die Tür, und schritt hinaus ins freie Feld.
Vorlage S. 45
825
Dort wollt' er niederknien, doch seine Knie
Vorlage S. 45
826
Versagten ihm, und vorwärts stürzend grub er
Vorlage S. 45
827
Die Finger in das feuchte Erdreich ein
Vorlage S. 45
828
Und betete.
Vorlage S. 45
829
»Es ist schwer zu tragen!
Vorlage S. 46
830
Was haben sie von dort mich weggeführt?
Vorlage S. 46
831
Allmächt'ger Gott und Heiland, der du mich
Vorlage S. 46
832
Auf meiner öden Insel aufrecht hieltest,
Vorlage S. 46
833
Halt aufrecht mich in meiner Einsamkeit
Vorlage S. 46
834
Ein Weilchen länger! Hilf mir, gib mir Kraft,
Vorlage S. 46
835
Ihr's nicht zu sagen, dass sie's nie erfahre.
Vorlage S. 46
836
Hilf mir, dass heilig mir ihr Friede sei.
Vorlage S. 46
837
Doch meine Kinder! Darf ich auch mit ihnen
Vorlage S. 46
838
Nicht reden? Keins von ihnen kennt mich ja.
Vorlage S. 46
839
Nein dennoch, nein! denn ich verriete mich.
Vorlage S. 46
840
Kein Vaterkuß dem Mädchen, das der Mutter
Vorlage S. 46
841
So gleich ist, noch dem Knaben, meinem Sohn!«
Vorlage S. 46
842
Und Sprache, Denken und Gefühl entwich,
Vorlage S. 46
843
Als hielt' ein Zauberschlaf ihn festgebannt.
Vorlage S. 46
844
Doch als er sich erhob und heimwärts ging
Vorlage S. 46
845
Nach seiner öden Wohnung, tief hinab
Vorlage S. 47
846
Die lange, schmale Straße, prägt' er es
Vorlage S. 47
847
Dem müden Hirn im Fürbaßwandern ein,
Vorlage S. 47
848
Als sei es der Refrain von einem Lied,
Vorlage S. 47
849
»Ihr's nicht zu sagen, dass sie's nie erfahre.«
Vorlage S. 47
850
Er war nicht ganz unglücklich. Sein Entschluss
Vorlage S. 47
851
Und fester Glaube stärkt' ihn, und Gebet,
Vorlage S. 47
852
Das aus lebend'ger Willenskraft entfloß
Vorlage S. 47
853
Und durch die Bitternis der Welt emporquoll,
Vorlage S. 47
854
Wie Quellen süßen Wassers in der See,
Vorlage S. 47
855
Hielt ihn am Leben. »Diese Müllersfrau,
Vorlage S. 47
856
Von der Ihr spracht,« so frug er Miriam – »fürchtet
Vorlage S. 47
857
Sie niemals, dass ihr erster Mann noch lebt?«
Vorlage S. 47
858
»Ach ja, die arme Seele, nur zu sehr!«
Vorlage S. 47
859
Versetzte Miriam; »sicher wär' es ihr
Vorlage S. 47
860
Ein Trost, wenn Ihr vielleicht ihr sagen könntet,
Vorlage S. 47
861
Dass Ihr ihn tot gesehn.« Und Enoch dachte:
Vorlage S. 47
862
»Erfahren soll sie's, wenn der Herr mich rief,
Vorlage S. 47
863
Ich harre Seines Rufs;« und er begann,
Vorlage S. 47
864
Da er Almosen nicht erbetteln wollte,
Vorlage S. 47
865
Nach Arbeit sich am Hafen umzusehn.
Vorlage S. 47
866
Zu jedem Handwerk fast war er geschickt.
Vorlage S. 47
867
Er war ein Böttcher und ein Zimmermann,
Vorlage S. 47
868
Flocht Fischern Netze, oder half den Schiffern
Vorlage S. 48
869
Beim Laden und Entlöschen ihrer Bark,
Vorlage S. 48
870
In der zum Strand sie Kaufmannswaren brachten.
Vorlage S. 48
871
Und so verdient' er sich ein karges Brot.
Vorlage S. 48
872
Doch da er hoffnungslos für sich allein
Vorlage S. 48
873
Nur schaffte, gab die mühevolle Arbeit
Vorlage S. 48
874
Ihm keine Lebenskraft; und als das Jahr
Vorlage S. 48
875
Vollendet seinen Kreislauf seit dem Tag,
Vorlage S. 48
876
An welchem Enoch heimgekehrt, befiel
Vorlage S. 48
877
Ihn eine schleichende Krankheit, die allmählich
Vorlage S. 48
878
Ihn schwächte und der Arbeit überhob,
Vorlage S. 48
879
Ans Haus, den Stuhl, und dann ans Bett ihn fesselnd.
Vorlage S. 48
880
Und Enoch trug sein Los mit heiterm Mut;
Vorlage S. 48
881
Denn froher sieht der Schiffer, der gestrandet
Vorlage S. 49
882
Auf ödem Riff, am Horizonte nicht
Vorlage S. 49
883
Das Boot, das rettungbringende, erscheinen
Vorlage S. 49
884
Durch Sturm und Brandungsschaum, als er den Tod
Vorlage S. 49
885
Ihm winken sah, das Ende alles Leids.
Vorlage S. 49
886
Denn eine Hoffnung dämmert' in ihm auf:
Vorlage S. 49
887
»Wenn ich hinüber ging, mag sie erfahren,
Vorlage S. 49
888
Dass ich bis an mein Ende sie geliebt.«
Vorlage S. 49
889
Laut rief er Miriam Lane, und sagte: »Frau,
Vorlage S. 49
890
Es drückt mich ein Geheimnis – aber schwört,
Vorlage S. 49
891
Bevor ich's künde – schwört aufs heil'ge Buch,
Vorlage S. 49
892
Es zu bewahren, bis der Tod mich rief.«
Vorlage S. 49
893
»Tod!« rief die gute Alte, »töricht Reden!
Vorlage S. 49
894
Ich sag' Euch, Mann, wir bringen Euch noch durch.«
Vorlage S. 49
895
»Schwört,« herrschte Enoch streng, »aufs heil'ge Buch!«
Vorlage S. 49
896
Und halb erschreckt schwor Miriam auf das Buch.
Vorlage S. 49
897
Dann sprach er, und sein graues Auge ruhte
Vorlage S. 49
898
Auf ihr: »Habt Enoch Arden Ihr gekannt?«
Vorlage S. 49
899
»Gekannt?« versetzte sie; »ja, doch entfernt.
Vorlage S. 49
900
Er kam die Straße manches Mal herab,
Vorlage S. 49
901
Erhobnen Haupts und scherte sich um keinen.«
Vorlage S. 49
902
Enoch versetzte trüb: »Nun ist sein Haupt
Vorlage S. 49
903
Gebeugt, und keiner schiert sich mehr um ihn.
Vorlage S. 49
904
Ich hab' wohl kaum drei Tage noch zu leben;
Vorlage S. 50
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Ich bin der Mann.« Bei diesen Worten schrie,
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Ungläubig halb, halb ängstlich, Miriam auf:
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»Ihr Arden! – nein, um mehr als einen Fuß
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War Arden größer.« Enoch sagte drauf:
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»Mein Gott hat also mich herabgebeugt;
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Die Einsamkeit, der Kummer brachen mich;
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Und dennoch bin ich der, der sie gefreit
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– Doch zweimal hat den Namen sie vertauscht –.
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Ich freite sie, die Philipp Ray gefreit.
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Hört zu!« Und dann erzählt' er seine Fahrt,
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Den Schiffbruch, sein vereinsamt Los, die Heimkehr,
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Wie er von fern auf Annie hingeschaut,
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Was er bei sich beschloss, und wie er's hielt.
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Und als die Frau vernommen seine Mär,
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Entstürzte reichlich ihrer Tränen Strom.
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Indes im Herzen ihr die Sehnsucht nagte,
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Umher zu rennen in dem kleinen Dorf
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Und Enoch Ardens Leiden auszuschrein;
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Doch ihres Schwures scheu gedenkend, sagte
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Sie nur: »Seht Eure Kinder vor dem Tod!
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Lasst mich sie holen, Arden«, und sprang auf,
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Sie herzubringen stracks, denn Enoch schien
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Unschlüssig einen Augenblick, dann sprach er:
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»Frau, stört mich nicht, so nahe meinem Tod,
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Lasst bis zuletzt mich meinen Vorsatz halten.
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Setzt Euch, und merket auf und hört mich an,
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So lang mir Kraft zum Sprechen bleibt. Ich bitt' Euch,
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Wenn Ihr sie seht, so sagt ihr, dass ich starb,
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Sie segnend, für sie betend und sie liebend
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Ja, von der Schranke abgesehn, die sich
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Gebildet zwischen uns, so treu sie liebend,
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Wie damals, als wir ruhten Haupt an Haupt.
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Und meiner Tochter Annie, die so ganz
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Der Mutter ähnlich ist, sagt ihr, dass ich
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Mit meinem letzten Hauch sie segnete.
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Bringt meinen Segen gleichfalls meinem Sohn;
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Und Philipp sagt, dass ich auch ihn gesegnet,
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Denn immer hat er's gut mit uns gemeint.
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943
Wenn meine Kinder, die mich lebend kaum
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Gekannt, mich gern als Toten sehen möchten,
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So lasst sie kommen, denn ich bin ihr Vater.
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Sie aber darf nicht kommen, dass sie nicht
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Mein Totenangesicht in Zukunft störe.
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Ach, einer nur von meinem Fleisch und Blut
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Wird mich umarmen dort in jener Welt;
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Dies Haar ist sein; sie schnitt es ab und gab mir's,
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Und all' die Jahre trug ich's auf der Brust,
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Und dacht' es mitzunehmen in das Grab;
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Doch anders denk' ich jetzt, ich werd' ihn sehn
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Als sel'gen Engel; darum, wenn ich heimging,
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Gebt's ihr zurück, es mag ein Trost ihr sein,
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Und als ein Zeichen wird's zugleich ihr gelten,
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Dass ich es bin.«
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Er schwieg; und Miriam Lane
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Versprach mit so geläufiger Zunge alles,
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Dass er noch einmal strengen Blicks sie ansah,
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Und alles wiederholte, und noch einmal
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Gelobte sie's.
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Die dritte Nacht darauf,
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Als Enoch bleich und reglos schlummerte
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Und Miriam, bei ihm wachend, eingenickt,
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Erscholl ein also laut Gebrüll vom Meer,
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Dass alle Häuser rings am Strand erbebten.
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Erwachend streckt' er seine Arme aus,
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Und rief mit lauter Stimm': »Ein Schiff! ein Schiff!
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Ich bin gerettet!« und mit diesem Wort
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Sank er aufs Bett zurück und sprach nicht mehr.
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So schied die starke, heldenmüt'ge Seele,
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Und selten sah ein stattlicher Begräbnis
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Das kleine Dorf, als da man ihn begrub.
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Nachts, wie ein Alpdruck, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil er der Stärkre war; dann füllten sich«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

5. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Denn da der Steuermann bein Tagesdämmern Durch eine Lücke in dem Nebelflor Den Waldbach still bergunter fließen sah, So fuhr ein Boot mit einigen Mann zum Strand, Die Wasser suchend mit Geschrei das Ufer« B: »Und sieh, ich glaube, wärst du erst mein Weib, Dann könnten wir nach all' den trüben Jahren Der Ungewissheit noch so glücklich sein,« C: »Der Sonne glanzerhellte Bahn verdeckt, Und ihren Schatten als ein Inselchen Von Licht aufs Wasser wirft: – doch, wenn er ging, Was sollte dann aus Weib und Kindern werden?«

Eine Antwort ist richtig.

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7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Doch endlich schien ihm durch des Nebels Flor …«

Eine Antwort ist richtig.

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9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Er wandte drum sich leise wie ein Dieb, Dass nicht der harte Kies verrät'risch knirsche, Und längs des Zaunes sich hintastend, dass Man nicht in Ohnmacht hingestürzt ihn finde, Schlich er zum Heck, und öffnete und schloss, So leise wie in einem […], Die Tür, und schritt hinaus ins freie Feld.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Sie aber darf nicht kommen, dass …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Weil er der Stärkre war; dann füllten sich«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Weil er der Stärkre war; dann füllten sich« und »rief mit lauter Stimm': »Ein Schiff! ein Schiff«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Den Waldbach still bergunter fließen sah,«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »In langen Klippenreih'n blieb eine Schlucht,«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Bis abermals ein halbes Jahr entschwand.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Das kleine Dorf, als da man ihn begrub.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und die namentlich belegte historische Übersetzung sind nach den geprüften Lebens- bzw. Periodendaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid stellt Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Enoch Arden

Tennyson, Alfred: Enoch Arden. Übers. v. Adolf Strodtmann, Berlin: G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1922 Tennyson, Alfred 1- Berlin

Das Werk Enoch Arden von Tennyson, Alfred ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Das vollständige eigenständige Gedicht Enoch Arden aus dem Sammelband Enoch Arden, &c. Andere Gedichte des Sammelbandes sind separate Werke und gehören nicht zum übernommenen Text.

Tennyson, Alfred; Project Gutenberg eBook 1358.

Autorschaft und Ausgabe: Tennyson, Alfred

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.