Zum Inhalt springen

Buch - Ein Spätgeborner - Ebner-Eschenbach, Marie von

Aus MOOCsWiki Staging

← Bücher-Welt

Originalwerk · Lesefassung

Ein Spätgeborner

Ebner-Eschenbach, Marie von · 1830–1916

Ein Spätgeborner von Ebner-Eschenbach, Marie von. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

ErzählungKlasse 9–10 · 11–139 Abschnitte
Porträt von Ebner-Eschenbach, Marie von
Porträt: Ebner-Eschenbach, Marie von · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 9

1

1
1
Vorlage S. 640
2
Er hieß Andreas Muth und war Beamter der Finanzlandesdirektion. Seit fünfundzwanzig Jahren verwaltete er seinen Dienst mit gewissenhafter Pünktlichkeit; allein dass er jemals befördert werden könnte, daran dachte niemand, er selbst nicht. Zu einer glänzenden Beamtenlaufbahn war er durch seine Erziehung nicht ausgerüstet worden. Was sein armer Vater – der kränklichkeitshalber quieszierte Professor der schönen Literatur Karl Muth – sich vor allem bestrebt hatte ihm beizubringen, das war die Kenntnis des klassischen Altertums. In seinem achten Jahre las Andreas den Cornelius Nepos und den Herodot, wie andere Kinder Campes Robinson lesen, und im fünfzehnten übersetzte er die Braut von Messina in die Sprache des Äschylus. Aber wie es in der Welt aussieht und wie man in ihr vorwärts kommen kann, das versäumte der Gelehrte seinem Sprößling beizubringen, und zwar deshalb, weil er selbst es nicht wusste.
Vorlage S. 640
3
Und als der alte Mann einmal über seinen Kommentaren zu der Abhandlung De carmine bucolico, von Hofrat Heyne, einschlief und nicht mehr erwachte, blieb Andreas so hilflos zurück wie ein verlaufenes Lamm.
Vorlage S. 640
4
Ein ehemaliger Schüler seines Vaters, mit dem sein guter Stern ihn zusammenführte, erbarmte sich seiner. Er war einflußreich, hatte viele Verbindungen, und so gelang es ihm, dem Sohne seines ehemaligen Professors einen kleinen, karg besoldeten Posten im großen Staatshaushalte zu verschaffen.
Vorlage S. 640
5
Seitdem fühlte Andreas sich geborgen. Die Vorteile, die seine Stelle ihm gewährte, schienen ihm in vollkommenem Einklange mit den Pflichten zu stehen, die sie ihm auferlegte. Voll stiller Zufriedenheit legte er täglich den Weg von seiner Wohnung in der entlegensten Vorstadt bis zum Büro zurück und freute sich bei jedem Schritte, dass er abends denselben Schritt heimwärts machen würde. Die Erwartung des Augenblicks, in dem er sein Stübchen unter dem Dache wieder betreten sollte, vergoldete ihm alle anderen Augenblicke des Tages.
Vorlage S. 640
6
Bevor er seine Kammer verließ, hatte er darin alles zum traulichen Empfange bei der Rückkehr vorbereitet. Die Lampe stand mit Öl gefüllt auf dem Tische, die Kaffeekanne auf dem Ofen, einem eisernen Zwerge, der sich bedenklich nach der rechten Seite neigte und eines seiner dünnen Beine mit einer Unternehmungslust vorstreckte, in der sich mehr Flunkerei aus sprach als wahre Solidität. Der Kleiderstock in der Ecke reichte mit lächerlich langen Armen einen grauen Hausrock einladend dar, und der altersschwache Lehnsessel mit dem farblos gewordenen Lederüberzuge war vor dem Tische zurecht gerückt. Alles so vielgebraucht, so ärmlich und doch so nett, durch seine tadellose Reinlichkeit nicht nur das Auge, auch die Hand des Herrn verratend.
Vorlage S. 640
7
An der Wand, dem Bette gegenüber, hing in geschmackvollem Rahmen die Photographie einer schönen Dame in Balltoilette. Diesem Bilde, das seltsam abstach von der ehrwürdigen Gesellschaft der übrigen Einrichtungsstücke, galt der letzte Blick, den Andreas, schon auf der Schwelle stehend, zurückwarf in die Stube. Es lächelte holdselig und schien zu sagen: Auf Wiedersehen!
Vorlage S. 640
8
Der kleine Beamte schloss hinter sich ab und ging, einen kleinen Himmel in seiner Brust. Er gedachte der Zeiten, in denen das verehrte Original des Bildes ihm in lebendiger Gestalt erschienen war Tag um Tag ... Die jetzt so hochgestellte Frau war damals ein armes Fräulein und wohnte mit ihrer Großmutter im dritten Stockwerke des altersgrauen Hauses, das die Ecke in die nächste Gasse bildete, Andreas gegenüber.
Vorlage S. 640
9
Am frühen Morgen schon saß sie am Fenster, neben dem Bauer, in dem ihr Hänfling, der dicke Egoist, einsam und zufrieden hauste, und begann ihr Tagewerk. – Wie unverdrossen war sie in ihrem Fleiße! Man sah es wohl, die prächtigen Stickereien, die unter ihrer kunstfertigen Hand entstanden, waren nicht zu eigenem Gebrauche, waren den Lebensunterhalt zu schaffen bestimmt, für sie und ihre Großmutter. Die alte Dame, in ihrem blütenweißen Häubchen und ihrem schwarzen, enganschließenden Kleide, trat manchmal an den Arbeitstisch, strich mit ihren zarten Fingern über die blonden Haare der Enkelin, küsste sie auf die Stirn und verschwand wieder wie ein Schatten im Dunkel des Zimmers.
Vorlage S. 640
10
Noch emsiger flog dann die Nadel, wurde Faden an Faden gereiht. Und auf kostbarem Grunde sprossen farbenprächtige Blumen, feinschattierte Blätter, schwungvolle Arabesken.
Vorlage S. 641
11
An einem schönen Sommermorgen, Andreas wollte eben, bevor er die Stube verließ, sein Fenster schließen, da sah er die junge Nachbarin an dem ihren stehen. Sie hatte es eben geöffnet, bog sich hinaus, wendete den Kopf nach rechts und nach links wie ein Vögelchen und atmete die kühle Morgenluft mit innigem Entzücken ein. Der Hänfling putzte seinen zimtbraunen Mantel, zwitscherte und sang, hüpfte auf das oberste Stäblein im Bauer und schien, die Augen auf seine Herrin gerichtet, ihre Bewegungen nachahmen zu wollen. Sie nahm ihn auf den Finger, und nun begann ein angelegentliches Gespräch. Dem Hänfling war es hoher Ernst, dem Mädchen Spaß. Er teilte ihr eindringlich wichtige Dinge mit und erwartete voll Spannung, den kurzen Schnabel so weit als möglich aufgerissen, ihre Antwort. Sie lachte ihn aus, und von neuem begann er seinen Vortrag.
Vorlage S. 641
12
Plötzlich erhob sich von der Straße herauf das wütende Gebell einiger streitender Hunde. Voll Schrecken sträubte der Vogel sein Gefieder, breitete die Schwingen aus, und ehe das Mädchen sich's versah, war er davongeflogen. Sie rief und lockte vergeblich, die Angst machte ihn taub. Er flatterte wie gescheucht umher, hinauf, hinab, prallte an geschlossene Fenster, schlug sich das Köpfchen an den Scheiben wund. Endlich nach einem letzten, vergeblichen Versuche, das Freie zu gewinnen, ließ er sich ganz erschöpft und atemlos auf dem Dachgesimse neben Andreas' Fenster nieder. Der haschte ihn geschickt und rannte mit dem Flüchtling, dessen kleines Herz nicht rascher pochte als das seine, geradenweges zu der schönen Nachbarin hinüber.
Vorlage S. 641
13
Sie hatte ihn heute, da er sich als Vogelfänger bemerkbar machte, zum erstenmal erblickt. Andreas war nicht der Mann, seinen günstigen Observationsposten zu benützen, um ein junges Mädchen ohne weiteres anzustarren. Wenn er die Beobachtungen anstellte, die der Ruhe seines Herzens so gefährlich geworden waren, geschah's bescheidentlich verborgen hinter sei nem Musselinvorhange. Jetzt riss ihn die Gewalt der Ereignisse aus seiner Zurückgezogenheit.
Vorlage S. 642
14
Das Mädchen sah ihn mit seiner Beute über die Gasse in ihr Haus eilen, lief ihm bis zur Treppe entgegen und begrüßte ihn mit einem Freudenschrei.
Vorlage S. 642
15
Wenn der Gesang aller Engel zusammenklänge, gäbe das wohl einen so süßen Ton?...
Vorlage S. 642
16
Sie standen im Flure, er und sie. Das Mädchen bedauerte und herzte ihren wunden Vogel und rief dabei: »Ich danke! O wie danke ich Ihnen!« Und Andreas war bei seiner zehnten Verbeugung angelangt und wiederholte: »Überreiche hiemit – übermittle – überreiche – hiemit – hiemit –« als er schon längst überreicht und übermittelt hatte. Die Großmutter war der Enkelin gefolgt und wurde im Rahmen der Türe sichtbar, in aller Gottesfrühe schon wie eingenäht in ihr ehrwürdiges Fähnchen, so zart, so schmal! Mit einem altmodischen Knickse forderte sie den Retter des kleinen Hausfreundes auf, doch einzutreten. Dies lehnte Andreas mit bestürzter Entschiedenheit ab und empfahl sich hastig. Dabei drückte jede seiner Mienen die Bereitwilligkeit aus, nicht nur ihren Vogel vom Dache, sondern gelegentlich die beiden Damen selbst aus dem Schlunde des Ätna zu holen.
Vorlage S. 642
17
Im Nachgenusse der Erinnerung wurde ihm dieser Augenblick erst völlig schön und zum Quell beständiger Freude. Der stille Minnedienst, den er seiner Nachbarin weihte, nahm einen fast leidenschaftlichen Charakter an. Es kam so weit, dass Andreas sich mit dem Gedanken trug, den Damen drüben einen Besuch abzustatten. Allein er gab den Plan als gar zu abenteuerlich auf.
Vorlage S. 642
18
War er denn unersättlich? Was wollte er noch? – Nickte ihm nicht jetzt das liebe Mädchen freundlich zu, wenn er heimkehrend an ihrem Hause vorüberging? Sah er sie nicht täglich? Hatte er nicht die beseligende Empfindung ihrer Nähe?
Vorlage S. 642
Porträt von Ebner-Eschenbach, Marie von
Kontextbild zum Werk. Porträt: Ebner-Eschenbach, Marie von · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
19
So verflossen Wochen und Monate. Dann folgte eine sonderbar bange Zeit.
Vorlage S. 643
20
Neben der Nachbarin stand nun sehr oft ein Mann im Fenster, zu dem sie mit andächtiger Liebe emporschaute. Andreas kannte ihn. Er war neulich, einer Auskunft wegen, in das Amt gekommen. Muth, dem er durch seine imponierende Erscheinung auffiel, fragte, wer das sei, und erhielt zur Antwort: »Das ist Graf Auwald.«
Vorlage S. 643
21
Der Mann, der diesen Namen trug, hatte zu einer Zeit, in der der Liberalismus nicht Nutzen brachte, sondern Gefahr, seine Überzeugungen laut hinausgerufen in die Welt und viele bedrückte Seelen aufgerichtet, viele junge Herzen entflammt. Als die neue Zeit, die vorzubereiten er mitgeholfen hatte, eintrat, fiel ihm eine maßgebende Rolle im wiedergeborenen Staate zu. Er stand auf den Höhen des Lebens, im berechtigten Besitze seiner besten Güter, denn sein Glück hieß: Talent, und die Anerkennung, die ihm gezollt wurde: Gerechtigkeit.
Vorlage S. 643
22
Der also! der also! dachte Andreas, das ist recht, das ist seiner würdig, dass er sie erwählt.
Vorlage S. 643
23
Es gibt nichts Schöneres, als wenn edle Menschen sich auf dieser Welt zusammenfinden. Verachten müsste man den, der daran keine Freude hätte! – Und trotzdem – als Andreas die Wohnung drüben leer sah und die Fenster ihn öde angähnten, wollte ein selbstsüchtiger Schmerz sich seiner bemächtigen. Wie anspruchsvoll ist doch der scheinbar bescheidenste Mensch! Doch wurde er Herr seines Leides, er schämte sich dessen zu sehr.
Vorlage S. 643
24
Ein Jahr nach ihrer Verheiratung begegnete Andreas der Gräfin. Sie war am Arme ihres Mannes. Rasch und in eifrigem Gespräche schritten die beiden dahin. Dennoch erkannte sie den ehemaligen Nachbarn, blieb stehen, wendete sich, grüßte mit freudigem Lächeln und schien ihn anreden zu wollen. Allein Andreas, den Hut bis zur Erde senkend wie ein Ritter seine Lanze, eilte davon, sehr verlegen und sehr beglückt.
Vorlage S. 643
25
Bald darauf erstand er die Photographie Mathildens von Auwald, die er mit denen anderer Damen aus der Gesellschaft in der Auslage eines Kunsthändlers hatte prangen sehen, und hängte das Bild als ersten und einzigen Schmuck über der Bücherstelle an die Wand. – Eine Gelegenheit, die verehrte Frau zu sprechen, bot sich nie mehr, doch begegnete er ihr, er sah sie vorübergehen, vorüberfahren im Gewühle der großen Stadt. – Ein Moment nur, und die liebliche Erscheinung war verschwunden. Und doch nicht verschwunden. Sie schwebte in den Lüften, sie begleitete den Wanderer auf seinem Wege. An solchen Tagen beflügelte sich sein Schritt, und seine Brust hob sich freier. Die ganze Welt erschien ihm lichtvoll verklärt, das Leben schön und unermesslich reich.
Vorlage S. 643
26
Eine minder platonische Liebe als für die anmutige Gräfin hegte Andreas für die Poesie, und zwar für die dramatische. Er dichtete und träumte in seinem einsamen Daheim. Das war das Geheimnis der Seligkeit, die ihm seine Zelle bot. Ihre kahlen grauen Wände waren die Zeugen seiner innigsten Entzückungen. Auf dem Sprunge in der Fensterscheibe, dem Tische zunächst, hatte sein Auge geruht, als er die, wie er meinte, treffliche Lösung des Knotens seines ersten Lustspieles fand. Dort in der Ecke hatte er gestanden, seinen Rock ausbürstend, als er tiefbewegt und begeisterungstrunken beschloss, dass sein letztes Trauerspiel ein Schauspiel und sein Held glücklich werden sollte. Jedes Plätzchen in dem engen Raume verkörperte eine Erinnerung an selbständiges Schaffen, aus jedem wehten ihn die Geister seiner stillen Leiden und Freuden an.
Vorlage S. 644
27
Ob der Zauber, den seine Gestalten auf ihn übten, auch von anderen gefühlt werden müsse, die Frage beschäftigte ihn wohl, aber sooft sie verneinend beantwortet wurde, beschied er sich ohne Bitterkeit und ohne Groll.
Vorlage S. 644
28
Freilich ward er seit vielen Jahren nicht müde, sie zu stellen. Sobald er ein neues Werk beendet hatte, begab er sich zu seinem Freunde und einzigen Vertrauten, dem Volkslehrer Benedikt Ziegler, und forderte ihn nicht ohne Erröten und viele Entschuldigungen und mit der dringenden Bitte um Verschwiegenheit auf, einen Abend zu bestimmen, an dem er ihm ein Drama, das er gedichtet hatte, vorlesen dürfe.
Vorlage S. 644
29
Und jedesmal ließ Benedikt Ziegler seinen Freund bis zu Ende sprechen, zog wie ein außerordentlich überraschter Mann die Augenbrauen in die Höhe und sprach: »Ei, ei, ein Drama! – Ei der Tausend, ein Drama!« Dann sagte er regelmäßig sein Erscheinen für denselben Abend zu, unter dem Vorbehalte, sein Urteil unumwunden und mit rücksichtsloser Aufrichtigkeit fällen zu dürfen.
Vorlage S. 644
30
Das wurde ihm nicht nur erlaubt, sondern geradezu von ihm gefordert.
Vorlage S. 645
31
Einige Stunden später saßen die Freunde einander gegenüber in dem Kämmerlein unter dem Dache. Andreas las mit beklommener Stimme, die immer leiser wurde, je höher seine Erregung stieg. Ziegler verwandte keinen Blick von ihm und horchte eifrig und andächtig, die Ellbogen auf die hageren Knie gestützt und das Kinn auf die verschränkten Hände. Im fünften Akte – alle Stücke Muths hatten fünf Akte – war im Zimmer nur noch ein schwaches Geflüster zu vernehmen, aber die Wangen des Lesers glühten, und große Schweißtropfen standen auf seiner Stirn. Und auf dem Angesichte des Hörers, in das die Sorge ihre herben Spuren geprägt, spiegelte sich eine tiefe Ergriffenheit. Seine scharfen Züge erschienen runder und weicher, und seine Augen glänzten feucht.
Vorlage S. 645
32
Nach der letzten Szene erhob sich Benedikt lautlos, trat an das Fenster und blieb einige Minuten stumm, indes der Poet Folterqualen litt. Endlich wandte Ziegler sich um und sagte:
Vorlage S. 645
33
»Du hast da ein vortreffliches Stück Arbeit geliefert.«
Vorlage S. 645
34
»Meinst du?« fragte Andreas tief aufatmend und fuhr in die Höhe. »In diesem Falle wäre also dein Rat?...«
Vorlage S. 645
35
»Hoftheaterintendanz!« rief der Freund im Tone eines Erleuchteten. »Einreichen, das versteht sich. Und – im voraus: Ich gratuliere!«
Vorlage S. 645
Georg Friedrich Kersting – Mann am Sekretär. Vergleichsbild zum Lesen, Schreiben und Nachdenken; keine Darstellung einer Figur dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Am Schreibtisch · Georg Friedrich Kersting · Public domain Bildquelle ↗
36
Darauf ging Andreas mehrere Tage mit stiller Verklärung im Gesichte umher; es waren die seligsten des Jahres, die, an welchen er sein Stück mit der schönsten Schrift ins reine schrieb, auf Papier, glatt wie Atlas und steif wie ein Brettchen.
Vorlage S. 645
37
Und so gewiss es in dem Zeitraume, den die Erde braucht, um die Sonne zu umkreisen, einen ersten Oktober gibt, so gewiss erschien an diesem ein kleines schüchternes Männchen im Büro der Hoftheaterintendanz und brachte ein tadellos ausgestattetes Manuskript und einen Brief. In diesem Briefe benachrichtigte der Verfasser die hohe Behörde, dass seine Verhältnisse ihn zwängen, die strengste Anonymität zu bewahren, und dass er den geneigten Bescheid über Annahme oder Nichtannahme seines Stückes in drei Monaten abholen lassen werde.
Vorlage S. 645
38
Nach dem Verlaufe dieser Zeit fand sich auch richtig sein Manuskript, und die Ablehnung der Intendanz, immer bereit.
Vorlage S. 646
39
Und in die schmerzliche Enttäuschung des Dichters mischte sich das versöhnende Gefühl, seiner Pflicht gegen die Mit- und Nachwelt nunmehr genügt zu haben und wieder in den Besitz seines geliebten Eigentums zu treten. Das letzte Manuskript erhielt seinen Platz neben seinen Vorgängern auf dem Bücherbrett, zu den Füßen der schönen Gräfin, zu der die Geister dieser Dichtungen aufstiegen wie unsichtbarer Weihrauch. –
Vorlage S. 646
40
So war denn einmal wieder der Tag herangekommen, an dem Andreas sich in die Hoftheaterkanzlei zu verfügen pflegte, um sein zuletzt eingereichtes Drama abzuholen.
Vorlage S. 646
41
Als er sich der Schwelle näherte, die er immer nur mit einem fröstelnden Gefühle der Bangigkeit und leiser, nicht eingestandener Erwartung überschritt, wurde die Türe von innen heftig aufgerissen. Ein Mann mit grauen, zerwühlten Haaren stürzte, Flüche murmelnd, heraus und ließ sie weit geöffnet stehen.
Vorlage S. 646
42
Andreas blickte erschrocken in das so plötzlich vor ihm erschlossene Heiligtum. Er erkannte die alten Räume nicht wieder. Die räucherigen Wände waren mit einer hellen Tapete überzogen, die Repositorien aus weichem Holze durch geschnitzte Schränke ersetzt, ein türkischer Teppich bedeckte den Fußboden, bequeme Sofas standen in den Fenstervertiefungen. In der Mitte des Zimmers erhob sich ein riesiger Schreibtisch, auf dem geöffnete und geschlossene Pakete, erbrochene und versiegelte Briefe hochaufgestapelt lagen. An dem Schreibtische saß ein noch junger Mann mit bleichem fettem Gesichte und schwarzem Vollbarte.
Vorlage S. 646
43
Der neue Sekretär, dachte Andreas und besann sich jetzt, vor einiger Zeit gehört zu haben, dass ein Direktionswechsel im Hoftheater bevorstehe, der auch den Wechsel eines Teils des Personals zur Folge haben würde. – Ein neuer Sekretär also. Nicht mehr der alte, der so grob war und es doch so gut mit Andreas meinte, der ihm so gewissenhaft alle seine Manuskripte unversehrt zurückgestellt und niemals versäumt hatte, zu dem barschen: »Nicht angenommen!« mit achtungswürdiger Aufrichtigkeit hinzuzufügen: »Der Autor mag Gott danken.«
Vorlage S. 646
44
Andreas fühlte sich ihm verpflichtet und liebte ihn, und nun war er fort, und sein schüchterner Verehrer sollte ihn nicht mehr sehen.
Vorlage S. 647
45
Während er diese traurigen Betrachtungen anstellte, war der bleiche Mann am Schreibtische seiner ansichtig geworden und rief ihm zu: »Treten Sie ein, was wünschen Sie?«
Vorlage S. 647
46
»Ich bin geschickt worden ...« erwiderte Andreas und näherte sich mit vielen Verbeugungen.
Vorlage S. 647
47
»Geschickt – von wem?«
Vorlage S. 647
48
»Der Verfasser des vor drei Monaten eingereichten Schauspiels,Marc Aurel' schickt mich – Herr Karl Stein schickt mich ...«
Vorlage S. 647
49
»Karl Stein? Ganz recht, für den ist etwas da«, sprach der Sekretär und zog mit sicherem Griffe aus einem der vielen Fächer vor ihm einen Brief hervor, den er Andreas einhändigte.
Vorlage S. 647
50
»Überbringen Sie dieses Schreiben Seiner Exzellenz ... Ich will sagen, Herrn Karl Stein«, verbesserte er sich mit schlauem Lächeln. »Überbringen Sie es ihm. Und: unsere ehrfurchtsvolle Empfehlung. – Was steht noch zu Ihren Diensten?« fragte er etwas ungeduldig nach einer Pause, in der Andreas ihn erwartungsvoll anblickte.
Vorlage S. 647
51
»Ich soll doch wohl ein Manuskript ...«
Vorlage S. 647
52
»Doch wohl, mein guter Mann? Sie wissen wohl nicht, um was es sich handelt. Das Manuskript behalten wir. Das Stück ist angenommen. Adieu.«
Vorlage S. 647

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Die Vorteile, die seine Stelle ihm gewährte, schienen ihm in …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Er gedachte der Zeiten, in denen das verehrte Original des Bildes ihm in […] Gestalt erschienen war Tag um Tag ...«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »bevor« in diesem Textausschnitt? »An einem schönen Sommermorgen, Andreas wollte eben, bevor er die Stube verließ, sein Fenster schließen, da sah er die junge Nachbarin an dem ihren stehen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Was bedeutet »vergeblich« in diesem Ausschnitt? »Sie rief und lockte vergeblich, die Angst machte ihn taub.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Der Kleiderstock in der Ecke reichte mit lächerlich langen Armen einen grauen Hausrock einladend dar, und der altersschwache Lehnsessel mit dem farblos gewordenen Lederüberzuge war vor dem Tische zurecht gerückt.« B: »Es kam so weit, dass Andreas sich mit dem Gedanken trug, den Damen drüben einen Besuch abzustatten.« C: »Seine scharfen Züge erschienen runder und weicher, und seine Augen glänzten feucht.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ihre kahlen grauen Wände waren …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Im fünften Akte – alle Stücke Muths hatten fünf Akte – war im Zimmer nur noch ein schwaches Geflüster zu vernehmen, aber die Wangen des Lesers glühten, und große […] standen auf seiner Stirn.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Nach dem Verlaufe dieser Zeit fand sich auch richtig sein […], und die Ablehnung der Intendanz, immer bereit.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Der neue Sekretär, dachte Andreas und besann sich jetzt, vor einiger Zeit …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Er hieß Andreas Muth und war Beamter der Finanzlandesdirektion. Seit fünfundzwanzig Jahren verwaltete er seinen Dienst mit gewissenhafter Pünktlichkeit; allein dass er jemals befördert werden könnte, daran […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Fasse diese Textstelle in eigenen Worten zusammen: »War er denn unersättlich? Was wollte er noch? – Nickte ihm nicht jetzt das liebe Mädchen freundlich zu, wenn er heimkehrend an ihrem Hause vorüberging? Sah er sie nicht täglich? Hatte er nicht die beseligende […]« Was ist für ihr Verständnis besonders wichtig?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Gib die zentrale Aussage oder Situation wieder, ohne etwas hinzuzuerfinden.
  • Nenne eine Einzelheit aus der Passage, auf die sich deine Zusammenfassung stützt.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] sein Erscheinen für denselben Abend zu, unter dem Vorbehalte, sein Urteil unumwunden und mit rücksichtsloser Aufrichtigkeit fällen zu dürfen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »So verflossen Wochen und Monate. Dann folgte eine sonderbar bange Zeit.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Eine minder platonische Liebe als für die anmutige Gräfin hegte Andreas für die Poesie, und zwar für die dramatische. Er dichtete und träumte in seinem einsamen Daheim. Das war das Geheimnis der Seligkeit, die ihm seine Zelle bot. Ihre […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Welt erschien ihm lichtvoll verklärt, das Leben schön und unermesslich reich.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

7. Vergleiche diese beiden Stellen: »War er denn unersättlich? Was wollte er noch? – Nickte ihm nicht jetzt das liebe Mädchen freundlich zu, wenn er heimkehrend an […]« und »»Meinst du?« fragte Andreas tief aufatmend und fuhr in die Höhe. »In diesem Falle wäre also dein Rat?...««. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

8. Am Abschnittsende steht: »»Doch wohl, mein guter Mann? Sie wissen wohl nicht, um was es sich handelt. Das Manuskript behalten wir. Das Stück ist angenommen. Adieu.«« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

9. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Er hieß Andreas Muth und war Beamter der Finanzlandesdirektion. Seit fünfundzwanzig Jahren verwaltete er […]« / »»Doch wohl, mein guter Mann? Sie wissen wohl nicht, um was es sich handelt. Das Manuskript behalten wir. Das […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Er hieß Andreas Muth und war Beamter der Finanzlandesdirektion.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Der also! der also! dachte Andreas, das ist recht, das ist seiner würdig, dass er sie erwählt.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Sie wissen wohl nicht, um was es sich handelt.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Ein Spätgeborner von Ebner-Eschenbach, Marie von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Ein Spätgeborner

Marie von Ebner-Eschenbach: [Gesammelte Werke in drei Bänden.] [Bd. 1:] Das Gemeindekind. Novellen, Aphorismen, [Bd. 2:] Kleine Romane, [Bd. 3:] Erzählungen. Autobiographische Schriften. Herausgegeben von Johannes Klein, München: Winkler, 1956–1958. Ebner-Eschenbach, Marie von 640- München

Das Werk Ein Spätgeborner von Ebner-Eschenbach, Marie von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.