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Buch - Ein Bruderzwist in Habsburg - Grillparzer, Franz

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Originalwerk · Lesefassung

Ein Bruderzwist in Habsburg

Grillparzer, Franz · 1825–1848

Ein Bruderzwist in Habsburg von Grillparzer, Franz. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Porträt von Grillparzer, Franz; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Grillparzer, Franz · Josef Kriehuber · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Aufzug
Vorlage S. 346
2
Auf dem Kleinseiter Ring zu Prag. Feldmarschall Rußworm, ohne Waffen, von der Stadtwache geführt, an deren Spitze eine Gerichtsperson. Rechts im Vorgrunde Don Cäsar mit Begleitern. – Früher Morgen.
Vorlage S. 346
3
GERICHTSPERSON.
Vorlage S. 346
4
Im Namen kaiserlicher Majestät
Vorlage S. 346
5
Ruf ich euch zu: Lasst ab!
Vorlage S. 346
6
DON CÄSAR.
Vorlage S. 346
7
Ich nicht, fürwahr!
Vorlage S. 346
8
Ihr gebet den Gefangnen denn heraus,
Vorlage S. 346
9
Den man zurückhält ohne Fug und Recht.
Vorlage S. 346
10
GERICHTSPERSON.
Vorlage S. 346
11
Nach Recht und Urteil, wie's der Richter sprach.
Vorlage S. 346
12
DON CÄSAR.
Vorlage S. 346
13
So war das Urteil falsch, der Richter toll.
Vorlage S. 346
14
Der Mann hat einen anderen erschlagen,
Vorlage S. 346
15
Weil jener ihn erschlug, kam er zuvor nicht.
Vorlage S. 346
16
GERICHTSPERSON.
Vorlage S. 346
17
Der Richter kam zuvor, hätt ers geklagt.
Vorlage S. 346
18
DON CÄSAR.
Vorlage S. 346
19
Ha, Feiger Schutzwehr, die von Feigen stammt,
Vorlage S. 346
20
Wer hat ein Schwert und bettelt erst um Schutz?
Vorlage S. 346
21
Dann: wenn Belgioso fiel von seiner Hand,
Vorlage S. 346
22
Geschahs auf mein Geheiß.
Vorlage S. 346
23
RUSSWORM.
Vorlage S. 346
24
Mit Gunst, Don Cäsar.
Vorlage S. 346
25
Ich war euch stets mit Neigung zugetan,
Vorlage S. 346
26
Als einem wackern Herrn von raschen Gaben,
Vorlage S. 346
27
Wohl auch erkennend und mich gerne fügend
Vorlage S. 346
28
Dem, was in euch von höherm Stamm und Ursprung.
Vorlage S. 346
29
Doch hat Feldmarschall Rußworm seiner Tage
Vorlage S. 346
30
Befehl gegeben andern oft und viel,
Vorlage S. 346
31
Empfangen nie, als nur vom Heeresfürsten.
Vorlage S. 346
32
Ob falsche Nachricht, Ohrenbläser Tücke
Vorlage S. 346
33
Mich trieb zur Tat, die nun mich selbst verdammt,
Vorlage S. 346
34
Ob meine Dienst in mancher Türkenschlacht
Vorlage S. 346
35
Rücksicht verdienen, Mildrung und Gehör,
Vorlage S. 346
36
Das mag der Richter prüfen und erwägen;
Vorlage S. 346
37
Allein, dass Belgiojoso euch im Weg,
Vorlage S. 346
38
Euch Nebenbuhler war in euerm Werben,
Vorlage S. 346
39
Hat seinen Tod so wenig ihm gebracht,
Vorlage S. 346
40
Als, war ers nicht, es ihn vom Tod errettet.
Vorlage S. 346
41
DON CÄSAR.
Vorlage S. 346
42
Nun denn, so fasst mich auch und führt mich mit!
Vorlage S. 346
43
Denn wahrlich, hätt ihn dieser nicht getötet,
Vorlage S. 346
44
Belgioso fiel durch mich, ich hatts gelobt.
Vorlage S. 347
45
GERICHTSPERSON.
Vorlage S. 347
46
Wir richten ob der Tat, den Willen Gott.
Vorlage S. 347
47
DON CÄSAR.
Vorlage S. 347
48
Ich aber duld es nicht! Mit diesem Schwert
Vorlage S. 347
49
Entreiß ich euch die Beute, die euch lockt.
Vorlage S. 347
50
Setzt an! Auf sie! Macht den Gefangnen frei!
Vorlage S. 347
51
GERICHTSPERSON.
Vorlage S. 347
52
Zu Hilfe der Gerechtigkeit!
Vorlage S. 347
53
Bürger kommen aus ihren Häusern.
Vorlage S. 347
54
RUSSWORM.
Vorlage S. 347
55
Lasst ab!
Vorlage S. 347
56
Ihr seid zu schwach und bringt die Stadt in Aufruhr.
Vorlage S. 347
57
Steht meinen Feinden offen, nun wie vor,
Vorlage S. 347
58
Des sonst so gütgen, meines Kaisers Ohr,
Vorlage S. 347
59
So rettet mich kein Gott. Lasst ab, lasst ab!
Vorlage S. 347
60
Zu beten scheint jetzt nötger als zu fechten.
Vorlage S. 347
61
Wo ist der Minorit?
Vorlage S. 347
62
DON CÄSAR.
Vorlage S. 347
63
Und ich solls ansehn,
Vorlage S. 347
64
Es ansehn, ich, mit meinen eignen Augen?
Vorlage S. 347
65
Lukrezia kommt mit ihrem Vater aus einem Hause rechts im Vorgrunde.
Vorlage S. 347
66
DON CÄSAR.
Vorlage S. 347
67
Ha, Heuchlerin, so kommst du, dich zu weiden
Vorlage S. 347
68
Am Unheil, das durch dich, um deinetwillen da?
Vorlage S. 347
69
Sieh, dieser ists, der deinen Buhlen schlug,
Vorlage S. 347
70
– Er tats, nicht ich, doch freut mich, was er tat –
Vorlage S. 347
71
Ein Ende setzte jenem nächtgen Flüstern,
Vorlage S. 347
72
Den Ständchen, dem Gekos, drob Ärgernis
Vorlage S. 347
73
Den Nachbarn kam, besorgt um scheue Töchter;
Vorlage S. 347
74
Er tats, und statt dafür ihn zu belohnen,
Vorlage S. 347
75
Schleppt man ihn vor den Richter und verdammt ihn.
Vorlage S. 347
76
PROKOP
Vorlage S. 347
77
zur Gerichtsperson.
Vorlage S. 347
78
Ist es gestattet, Herr, auf offner Straße
Vorlage S. 347
79
Ehrbare Mädchen zu beschimpfen also?
Vorlage S. 347
80
DON CÄSAR.
Vorlage S. 347
81
Ehrbare Mädchen? Ha, sie täuscht dich, Alter,
Vorlage S. 347
82
So wie sie mich getäuscht und alle, alle Welt!
Vorlage S. 347
83
Wohin nur geht ihr? Je, zur Kirche wohl!
Vorlage S. 347
84
Da weift sie ab die volle Sündenspule,
Vorlage S. 347
85
Um neue drauf zu winden, still bemüht.
Vorlage S. 347
86
Warum gehst du in Schwarz? Dir starb kein Blutsfreund.
Vorlage S. 347
87
Register führ ich über alles Unheil,
Vorlage S. 347
88
Das dich bedroht und das dich schon betraf.
Vorlage S. 347
89
Kein Blutsfreund starb dir. Warum denn in Schwarz?
Vorlage S. 347
90
Klagst du ob dem, den dieser Mann erschlug?
Vorlage S. 348
91
Sprich ja, und dieses Schwert – O Nacht und Greuel!
Vorlage S. 348
92
Warum in Schwarz?
Vorlage S. 348
93
PROKOP.
Vorlage S. 348
94
Komm, lass uns gehn, mein Kind!
Vorlage S. 348
95
DON CÄSAR.
Vorlage S. 348
96
Geh nicht, und du! – Bleib noch! – Lukrezia!
Vorlage S. 348
97
Prokop mit seiner Tochter ab.
Vorlage S. 348
98
Ich will ihr nach! – Und doch! – Rußworm, verzeih,
Vorlage S. 348
99
Mich übermannte, blendete der Zorn.
Vorlage S. 348
100
Doch soll darob nicht deine Sache leiden.
Vorlage S. 348
101
Zum Kaiser geh ich, fordre deine Freiheit,
Vorlage S. 348
102
Und weigert ers – Glaub nur, er wird es nicht! –
Vorlage S. 348
103
So werf ich vor ihm ab die Gnaden alle,
Vorlage S. 348
104
Die Lasten, die mir seine Laune schuf,
Vorlage S. 348
105
Gönn andern das Bemühn, ihm zu gefallen,
Vorlage S. 348
106
Und such in Ungarn Türkensäbel auf.
Vorlage S. 348
107
Leb wohl! Ihr andern aber merkt euch dieses Wort:
Vorlage S. 348
108
Wird ihm ein Haar gekrümmt, eh neue Botschaft,
Vorlage S. 348
109
Des Kaisers eigener Befehl es heischt,
Vorlage S. 348
110
Zahlt euer Kopf für jede rasche Regung.
Vorlage S. 348
111
Im Vorübergehen vor Lukrezias Hause.
Vorlage S. 348
112
Haus, sei verdammt, du Hölle mir von je!
Vorlage S. 348
113
Ab.
Vorlage S. 348
114
Rußworm wird nach der andern Seite abgeführt.
Vorlage S. 348
115
Verwandlung.
Vorlage S. 348
116
Saal im kaiserlichen Schlosse zu Prag. Durch die Mitteltüre treten Hofleute auf, die sich im Hintergrunde zerstreuen.
Vorlage S. 348
117
Ein Kämmerer kommt durch den Haupteingang, hinter ihm Klesel und Erzherzog Mathias.
Vorlage S. 348
118
KLESEL.
Vorlage S. 348
119
Ich bitt euch, Herr!
Vorlage S. 348
120
KÄMMERER.
Vorlage S. 348
121
Fürwahr, es kann nicht sein.
Vorlage S. 348
122
KLESEL.
Vorlage S. 348
123
Ein Augenblick Gehör.
Vorlage S. 348
124
KÄMMERER.
Vorlage S. 348
125
Sie sind beschäftigt.
Vorlage S. 348
126
KLESEL.
Vorlage S. 348
127
Des Kaisers Bruder selbst.
Vorlage S. 348
128
KÄMMERER.
Vorlage S. 348
129
Wenn auch, wenn auch!
Vorlage S. 348
130
Doch will ich wohl versuchen, obs gelingt.
Vorlage S. 348
131
Ab in eine Seitentüre rechts.
Vorlage S. 348
132
MATHIAS.
Vorlage S. 348
133
So viel denn brauchts, den Kaiser nur zu sehn!
Vorlage S. 348
134
KLESEL.
Vorlage S. 349
135
Den Kaiser? Herr, glaubt ihr, wir sind so weit?
Vorlage S. 349
136
Bei Wolfen Rumpf, geheimen Kämmerer,
Vorlage S. 349
137
Sucht ihr nun Audienz.
Vorlage S. 349
138
MATHIAS.
Vorlage S. 349
139
Du heilger Gott!
Vorlage S. 349
140
Und das im selben Schloß, denselben Zimmern,
Vorlage S. 349
141
Wo ich an unsers Vaters Hand einherging,
Vorlage S. 349
142
Mit meinem Bruder – der geliebtre Sohn.
Vorlage S. 349
143
KLESEL.
Vorlage S. 349
144
Je, der geliebtre Sohn! Da liegt es eben!
Vorlage S. 349
145
Hätt euer Vater minder euch geliebt,
Vorlage S. 349
146
Was gilt es, euer Bruder liebt' euch wärmer.
Vorlage S. 349
147
MATHIAS.
Vorlage S. 349
148
Entehrt, verstoßen!
Vorlage S. 349
149
KLESEL.
Vorlage S. 349
150
Hart, ich geb es zu.
Vorlage S. 349
151
Doch war der Schritt bedenklich wohl genug,
Vorlage S. 349
152
Der euch zuletzt gebracht aus allen Hulden.
Vorlage S. 349
153
Reist ab von Wien ins ferne Niederland,
Vorlage S. 349
154
Stellt an die Spitze der Rebellen euch,
Vorlage S. 349
155
Entzweit die Höfe von Madrid und Wien;
Vorlage S. 349
156
Und, was das Schlimmste, kehrt dann endlich heim
Vorlage S. 349
157
Und habt nichts effektuiert.
Vorlage S. 349
158
MATHIAS.
Vorlage S. 349
159
Ich ward getäuscht,
Vorlage S. 349
160
Oranien betrog mich um den Sieg.
Vorlage S. 349
161
Doch war der Plan, gesteht es, göttlich schön:
Vorlage S. 349
162
Hineinzugreifen in den wilden Aufruhr
Vorlage S. 349
163
Und aus den Trümmern, schwimmend rechts und links,
Vorlage S. 349
164
Sich einen Thron erbaun, sein eigner Schöpfer,
Vorlage S. 349
165
Niemand darum verpflichtet als sich selbst.
Vorlage S. 349
166
KLESEL.
Vorlage S. 349
167
Ich seh es kommen. Weht der Wind von daher?
Vorlage S. 349
168
Hab, was du hast, woher dus hast, gilt gleich,
Vorlage S. 349
169
Gekauft, ererbt – nur nicht gestohlen, Herr.
Vorlage S. 349
170
Zwar Politik nennt so was aquiriert
Vorlage S. 349
171
Und findt sich wohl dabei.
Vorlage S. 349
172
MATHIAS.
Vorlage S. 349
173
Mit mir ists aus.
Vorlage S. 349
174
Ich will den Kaiser untertänig bitten,
Vorlage S. 349
175
Mir zu verleihn die Stadt und Herrschaft Steyr,
Vorlage S. 349
176
Dort will ich leben und dafür entsagen
Vorlage S. 349
177
All meinem Erbrecht, aller Sukzession,
Vorlage S. 349
178
Die mir gebührt auf österreichsche Lande.
Vorlage S. 349
179
Der Anfallstag, er fände mich im Grab.
Vorlage S. 349
180
KLESEL.
Vorlage S. 350
181
Nun allzuwenig, wie nur erst zuviel.
Vorlage S. 350
182
So treibt ihr euch denn stets im Äußersten,
Vorlage S. 350
183
O Maximilians unweise Söhne!
Vorlage S. 350
184
Nachdem er sich umgesehen, leise.
Vorlage S. 350
185
Eur Spiel steht gut, ihr habt die Trümpfe, Herr!
Vorlage S. 350
186
Harrt aus! Harrt aus! Und nur nichts von Entsagung,
Vorlage S. 350
187
Von Schäferglück! Begehrt mir ein Kommando
Vorlage S. 350
188
In Ungarn! Ein Kommando, sag ich, Herr!
Vorlage S. 350
189
Was soll euch Steyr? Der Wagebalken steht,
Vorlage S. 350
190
Und kurze Frist so schnellt ein Quentchen mehr
Vorlage S. 350
191
In eurer Schale, diese in die Höh.
Vorlage S. 350
192
Auf euch ruht Habsburgs Heil, das Heil der Kirche,
Vorlage S. 350
193
Ruht unser aller Heil.
Vorlage S. 350
194
MATHIAS.
Vorlage S. 350
195
Mit mir ists aus!
Vorlage S. 350
196
KLESEL.
Vorlage S. 350
197
Ich seh es ist, und so geb ich euch auf.
Vorlage S. 350
198
Hier kommt Herr Rumpf, führt selber eure Sache.
Vorlage S. 350
199
Er tritt zurück.
Vorlage S. 350
200
Wolf Rumpf kommt aus der zweiten Seitentüre rechts, Schriften unter dem Arme, gebückten Ganges, der Kämmerer hinter ihm.
Vorlage S. 350
201
Der Kämmerer zeigt mit der Hand auf Erzherzog Mathias. Rumpf geht, ohne darauf zu achten, der Mitteltüre zu. Nachdem er sie fast erreicht hat, tritt ihm Klesel in den Weg.
Vorlage S. 350
202
KLESEL.
Vorlage S. 350
203
Eur Strengen! Darf Erzherzogliche Durchlaucht
Vorlage S. 350
204
Gehör beim Kaiser hoffen?
Vorlage S. 350
205
RUMPF.
Vorlage S. 350
206
Kann nicht sein.
Vorlage S. 350
207
KLESEL
Vorlage S. 350
208
auf Mathias zeigend, der im Vorgrunde steht.
Vorlage S. 350
209
Dort sind Sie selbst.
Vorlage S. 350
210
RUMPF.
Vorlage S. 350
211
Je, Diener, Diener! – Geht nicht.
Vorlage S. 350
212
Des Kaisers Majestät sind unwohl. – Acta,
Vorlage S. 350
213
Negotia.
Vorlage S. 350
214
KLESEL.
Vorlage S. 350
215
Nur wenige Minuten.
Vorlage S. 350
216
Leise zu Mathias.
Vorlage S. 350
217
Drängt ihn! Drängt ihn!
Vorlage S. 350
218
MATHIAS.
Vorlage S. 350
219
Herr Rumpf, gebt mir die Hand!
Vorlage S. 350
220
RUMPF.
Vorlage S. 350
221
Je, meritiers nicht. Aber kann nicht sein.
Vorlage S. 350
222
Nicht wohl geruht; empfinden sich turbiert
Vorlage S. 350
223
Mit mal di testa. Wage meinen Dienst,
Vorlage S. 350
224
So ich es permittier.
Vorlage S. 350
225
KLESEL.
Vorlage S. 351
226
Ihr scherzt, Herr Rumpf.
Vorlage S. 351
227
Wer kennt nicht eure Macht an diesem Hof.
Vorlage S. 351
228
RUMPF.
Vorlage S. 351
229
So scheints, so scheints. Doch sind der Herr gar streng.
Vorlage S. 351
230
Je näher ihm, so näher seinem Zorn.
Vorlage S. 351
231
Noch gestern abend, waren hoch ergrimmt,
Vorlage S. 351
232
Sein kein Philipp der Dritte, schrieen sie,
Vorlage S. 351
233
Diktieren sich zu lassen von Privaden.
Vorlage S. 351
234
Musst meinen Abzug nehmen eilig durch die Tür.
Vorlage S. 351
235
Es darf nicht sein. Ich kann nicht, kann nicht, nein!
Vorlage S. 351
236
Er entfernt sich von ihnen.
Vorlage S. 351
237
Don Cäsar stürmt zur Türe herein.
Vorlage S. 351
238
DON CÄSAR.
Vorlage S. 351
239
Wo ist der Kaiser? Nun, Perückenmann,
Vorlage S. 351
240
Ist er zu sprechen?
Vorlage S. 351
241
RUMPF.
Vorlage S. 351
242
Huldreichst guten Morgen
Vorlage S. 351
243
Señor Don Cäsar. Gott erhalt eur Gnaden.
Vorlage S. 351
244
DON CÄSAR.
Vorlage S. 351
245
Wie gehts dem Kaiser?
Vorlage S. 351
246
RUMPF.
Vorlage S. 351
247
Gut. Verwunderlich.
Vorlage S. 351
248
Der Herr verjüngen sich mit jedem Tage,
Vorlage S. 351
249
Sehn wie ein Dreißiger. Sagt ich doch heut nur:
Vorlage S. 351
250
Dass sie so selten öffentlich sich zeigten,
Vorlage S. 351
251
Die Weiber sei'ns, die drob am meisten klagten.
Vorlage S. 351
252
Da lachten Seine Majestät.
Vorlage S. 351
253
DON CÄSAR.
Vorlage S. 351
254
Ich glaubs wohl.
Vorlage S. 351
255
War ich dabei, ich hätte auch gelacht.
Vorlage S. 351
256
Ein Dreißiger! mit solchem Bauch und Beinen.
Vorlage S. 351
257
Wie nun, kann ich ihn sprechen?
Vorlage S. 351
258
RUMPF.
Vorlage S. 351
259
Allerdings.
Vorlage S. 351
260
Ein Weilchen nur hochgnädige Geduld.
Vorlage S. 351
261
Des Kaiser Majestät sind –
Vorlage S. 351
262
Er spricht ihm ins Ohr, auf Mathias zeigend.
Vorlage S. 351
263
DON CÄSAR.
Vorlage S. 351
264
Gut denn, gut.
Vorlage S. 351
265
Wem ist das Pferd, das man im Hofe führt?
Vorlage S. 351
266
RUMPF.
Vorlage S. 351
267
Ach, euer, wenn ihr wollt. Der Kaiser hat es heute
Vorlage S. 351
268
Besehen und gekauft.
Vorlage S. 351
269
DON CÄSAR.
Vorlage S. 351
270
Ich wills besteigen.
Vorlage S. 351
271
Ab.
Vorlage S. 351
272
MATHIAS.
Vorlage S. 351
273
Wer ist der junge Mann?
Vorlage S. 351
274
KLESEL.
Vorlage S. 352
275
So wisst ihr nicht?
Vorlage S. 352
276
Ein Findelkind, im Schlosse hier gefunden.
Vorlage S. 352
277
Der Kaiser liebt ihn sehr. Begreift ihr nun?
Vorlage S. 352
278
MATHIAS.
Vorlage S. 352
279
Don Cäsar?
Vorlage S. 352
280
KLESEL.
Vorlage S. 352
281
Wohl, er selbst. – Nun, noch einmal,
Vorlage S. 352
282
Begehrt in Ungarn ein Kommando.
Vorlage S. 352
283
MATHIAS.
Vorlage S. 352
284
Wozu?
Vorlage S. 352
285
KLESEL.
Vorlage S. 352
286
Ihr sollt noch hören. Doch verlangt es!
Vorlage S. 352
287
Ein Kämmerer tritt ein.
Vorlage S. 352
288
KÄMMERER.
Vorlage S. 352
289
Erzherzog Ferdinand aus Steiermark
Vorlage S. 352
290
Sind angekommen, bitten um Gehör.
Vorlage S. 352
291
RUMPF.
Vorlage S. 352
292
Du liebe Zeit! Ihr Gnaden sind willkommen.
Vorlage S. 352
293
Kämmerer ab.
Vorlage S. 352
294
KLESEL.
Vorlage S. 352
295
Seht ihr? Da kommt der künftge Kaiser an,
Vorlage S. 352
Porträt von Grillparzer, Franz; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Grillparzer, Franz · Josef Kriehuber · Public domain Bildquelle ↗
296
Der Erb von Österreich, wenn ihr nicht vorseht.
Vorlage S. 352
297
MATHIAS.
Vorlage S. 352
298
Ich will in Ungarn ein Kommando suchen.
Vorlage S. 352
299
Dann – Hab ich dich verstanden? – Klesel, dann,
Vorlage S. 352
300
Die Macht in Händen –
Vorlage S. 352
301
KLESEL.
Vorlage S. 352
302
Nur gemach, gemach!
Vorlage S. 352
303
Ihr habt die Macht noch nicht.
Vorlage S. 352
304
MATHIAS.
Vorlage S. 352
305
Und ich soll betteln?
Vorlage S. 352
306
KLESEL.
Vorlage S. 352
307
Um Gotteswillen, ihr verderbt noch alles.
Vorlage S. 352
308
Ein Kämmerer öffnet die Seitentüre rechts.
Vorlage S. 352
309
RUMPF.
Vorlage S. 352
310
Der Kaiser kommt. Ich bitt eur Durchlaucht freundlichst,
Vorlage S. 352
311
Abseit zu treten, bis ich angefragt.
Vorlage S. 352
312
MATHIAS.
Vorlage S. 352
313
Ich muss den Kaiser sprechen und ich bleibe.
Vorlage S. 352
314
RUMPF.
Vorlage S. 352
315
Bedenkt!
Vorlage S. 352
316
MATHIAS.
Vorlage S. 352
317
Ich habs gesagt.
Vorlage S. 352
318
RUMPF.
Vorlage S. 352
319
Nun denn, mit Gott!
Vorlage S. 352
320
Stellt euch dorthin. Der Kaiser geht vorüber,
Vorlage S. 352
321
Wenn er zur Messe sich verfügt. Vielleicht
Vorlage S. 352
322
Will euch das Glück, dass er euch sieht und anspricht.
Vorlage S. 352
323
Er kommt.
Vorlage S. 352
324
KLESEL.
Vorlage S. 352
325
Verfärbt ihr euch? Nur Mut, nur Mut!
Vorlage S. 352
326
Der Augenblick gibt alles oder nimmt es.
Vorlage S. 352
327
Alles steht in ehrfurchtsvoller Erwartung. Erzherzog Mathias zieht sich bis hinter die Seitentüre links zurück. Klesel in seiner Nähe.
Vorlage S. 352
328
Zwei Trabanten treten aus der Seitentüre rechts und stellen sich daneben auf; dann einige Pagen, zuletzt der Kaiser, auf einen Krückenstab gestützt.
Vorlage S. 352
329
Zwei Männer, Gemälde haltend, knieen auf seinem Wege. Er bleibt vor dem ersten stehen, betrachtet es, zeigt dann mit dem Stocke darnach hin und
Vorlage S. 353
330
bezeichnet an seinem eigenen linken Arme die Stelle, wo das Bild ihm verzeichnet scheint. Er schüttelt den Kopf, das Bild wird weggebracht.
Vorlage S. 353
331
Er steht vor dem zweiten und gibt Zeichen der Billigung. Endlich nickt er Rumpfen zu, daß dieses zu behalten sei. Zugleich hebt er drei Finger der rechten Hand empor.
Vorlage S. 353
332
RUMPF.
Vorlage S. 353
333
Zweitausend?
Vorlage S. 353
334
RUDOLF
Vorlage S. 353
335
heftig und stark.
Vorlage S. 353
336
Drei.
Vorlage S. 353
337
Er tritt zum Tische, auf dem mehrere Bücher liegen. Er ergreift eines derselben.
Vorlage S. 353
338
RUMPF.
Vorlage S. 353
339
Aus Spanien.
Vorlage S. 353
340
RUDOLF
Vorlage S. 353
341
heiter.
Vorlage S. 353
342
Lope de Vega.
Vorlage S. 353
343
RUMPF.
Vorlage S. 353
344
Depeschen auch von eurer Majestät
Vorlage S. 353
345
Gesandten an dem Hofe zu Madrid.
Vorlage S. 353
346
Rudolf schiebt die auf dem Tische liegenden Briefschaften verächtlich zurück. Er setzt sich und liest, das aufgeschlagene Buch in der Hand.
Vorlage S. 353
347
RUMPF.
Vorlage S. 353
348
Erzherzog Ferdinand sind angelangt.
Vorlage S. 353
349
Rudolf sieht, aufhorchend, einen Augenblick vom Buche weg und liest dann weiter.
Vorlage S. 353
350
RUMPF.
Vorlage S. 353
351
Don Cäsar waren hier.
Vorlage S. 353
352
Rudolf, obige Bewegung.
Vorlage S. 353
353
RUMPF.
Vorlage S. 353
354
Sie kommen wieder.
Vorlage S. 353
355
KLESEL
Vorlage S. 353
356
zu Mathias.
Vorlage S. 353
357
Nehmt euch nur Mut! Ihr zittert, weiß es Gott.
Vorlage S. 353
358
Der Kaiser lacht unterm Lesen laut auf.
Vorlage S. 353
359
KLESEL.
Vorlage S. 353
360
Die Zeit ist günstig. Seine Majestät
Vorlage S. 353
361
Scheint frohgelaunt. Versuchts!
Vorlage S. 353
362
RUDOLF
Vorlage S. 353
363
im Lesen.
Vorlage S. 353
364
Divino autor,
Vorlage S. 353
365
Fenix de España.
Vorlage S. 353
366
Mathias nähert sich ihm.
Vorlage S. 353
367
MATHIAS.
Vorlage S. 353
368
Gnädger Herr und Kaiser,
Vorlage S. 353
369
Ich habs gewagt, aus meinem Bann zu Linz –
Vorlage S. 353
370
RUDOLF
Vorlage S. 353
371
vom Buche aufblickend.
Vorlage S. 353
372
Sortija del olvido – Ei, ei, ei!
Vorlage S. 353
373
»Ring des Vergessens« – Ja, wer den besäße!
Vorlage S. 353
374
MATHIAS.
Vorlage S. 354
375
Ob ihr vergönnt –
Vorlage S. 354
376
Er läßt sich auf ein Knie nieder.
Vorlage S. 354
377
Bereit, mein Herr und Kaiser,
Vorlage S. 354
378
Die Rechte alle, die mein Eigentum,
Vorlage S. 354
379
Und die man mir beneidet, aufzugeben,
Vorlage S. 354
380
Mein Erbrecht auf die österreichschen Lande,
Vorlage S. 354
381
Die Hoffnung, einst zu folgen auf dem Thron,
Vorlage S. 354
382
Für einen Ort, um ruhig drauf zu sterben.
Vorlage S. 354
383
Er legt die Hand auf die Armlehne von des Kaisers Stuhl.
Vorlage S. 354
384
RUDOLF.
Vorlage S. 354
385
Wer da? – Rumpf! Will allein sein! – Rumpf, allein!
Vorlage S. 354
386
Allein.
Vorlage S. 354
387
MATHIAS.
Vorlage S. 354
388
Mein Kaiser und mein Herr!
Vorlage S. 354
389
RUDOLF
Vorlage S. 354
390
den Stock gegen Rumpf gehoben.
Vorlage S. 354
391
Allein!
Vorlage S. 354
392
RUMPF.
Vorlage S. 354
393
Ich sagt es ja, doch seine Durchlaucht drängten.
Vorlage S. 354
394
RUDOLF
Vorlage S. 354
395
mit steigender Heftigkeit.
Vorlage S. 354
396
Allein!
Vorlage S. 354
397
RUMPF
Vorlage S. 354
398
zu Mathias.
Vorlage S. 354
399
Entfernt euch, gnädger Herr!
Vorlage S. 354
400
KLESEL.
Vorlage S. 354
401
Kommt, kommt!
Vorlage S. 354
402
Verloren geht sonst alles.
Vorlage S. 354
403
MATHIAS.
Vorlage S. 354
404
Gott!
Vorlage S. 354
405
RUDOLF
Vorlage S. 354
406
vor sich hin.
Vorlage S. 354
407
Allein.
Vorlage S. 354
408
MATHIAS.
Vorlage S. 354
409
Führt mich ins Grab, da wird mir doch wohl Ruh.
Vorlage S. 354
410
Ab, von Klesel geführt.
Vorlage S. 354
411
RUDOLF
Vorlage S. 354
412
dumpf.
Vorlage S. 354
413
Allein!
Vorlage S. 354
414
RUMPF.
Vorlage S. 354
415
Was nun beginnen? Gott!
Vorlage S. 354
416
Er hebt das Buch auf, das der Kaiser weggeworfen hat, und reicht es ihm.
Vorlage S. 354
417
Das Buch!
Vorlage S. 354
418
Rudolf weist es zurück.
Vorlage S. 354
419
RUMPF.
Vorlage S. 354
420
Berichte sind aus Ungarn eingelangt:
Vorlage S. 354
421
Raab ist entsetzt und Papa wird belagert.
Vorlage S. 354
422
Die Malkontenten sollen willens sein –
Vorlage S. 354
423
Lebhafter.
Vorlage S. 354
424
Ein Kaufmann aus Florenz hat sich gemeldet.
Vorlage S. 354
425
Geschnittne Steine führt er aller Art
Vorlage S. 354
426
Von hohem Werte.
Vorlage S. 354
427
RUDOLF.
Vorlage S. 354
428
Sehn!
Vorlage S. 354
429
RUMPF.
Vorlage S. 355
430
Allein die Preise
Vorlage S. 355
431
Sei'n unerschwinglich.
Vorlage S. 355
432
RUDOLF.
Vorlage S. 355
433
Albern.
Vorlage S. 355
434
RUMPF.
Vorlage S. 355
435
Soll ich also? – Gut.
Vorlage S. 355
436
Der spanische Orator Balthasar
Vorlage S. 355
437
Zuñiga wünscht Gehör.
Vorlage S. 355
438
Der Kaiser schüttelt den Kopf.
Vorlage S. 355
439
RUMPF.
Vorlage S. 355
440
Beliebts euch etwa
Vorlage S. 355
441
Nunmehro die Berichte –?
Vorlage S. 355
442
Der Kaiser stößt unwillig mit dem Stocke auf den Boden.
Vorlage S. 355
443
RUMPF.
Vorlage S. 355
444
Guter Gott!
Vorlage S. 355
445
Don Cäsar kommt.
Vorlage S. 355
446
RUMPF.
Vorlage S. 355
447
Ihr kommt zur rechten Zeit. Versucht, ob etwa –
Vorlage S. 355
448
DON CÄSAR.
Vorlage S. 355
449
Ich küß eur Majestät die hohen Hände.
Vorlage S. 355
450
Der Kaiser mißt ihn mit zornigem Blicke.
Vorlage S. 355
451
DON CÄSAR.
Vorlage S. 355
452
Ihr scheint nicht gut gelaunt, doch muss ich sprechen.
Vorlage S. 355
453
Es gilt ein Leben, gilt wohl mehr als dies.
Vorlage S. 355
454
Es hat ein Kriegsgericht, ob eines Totschlags,
Vorlage S. 355
455
Verübt im herben Fall der Selbstverteidgung,
Vorlage S. 355
456
Zum Henkersschwert verurteilt Herman Rußworm,
Vorlage S. 355
457
Den treusten Diener eurer Majestät,
Vorlage S. 355
458
Den Helden in der Türken heißen Schlachten.
Vorlage S. 355
459
Ich bitt euch nun, das Urteil aufzuheben,
Vorlage S. 355
460
Das Unsinn ist, Verrücktheit, Gotteslästrung.
Vorlage S. 355
461
Euch zu erhalten ein so teures Leben,
Vorlage S. 355
462
Mir einen Freund, den ich nicht lassen kann
Vorlage S. 355
463
Und retten muss, gält es das Äußerste.
Vorlage S. 355
464
Rudolf sieht Wolfen Rumpf fragend an.
Vorlage S. 355
465
RUMPF.
Vorlage S. 355
466
Es ist von wegen Herman Rußworm,
Vorlage S. 355
467
Der, halb gereizt und halb aus leidgem Zufall,
Vorlage S. 355
468
Den Obersten erschlug.
Vorlage S. 355
469
Der Kaiser wirft, wie suchend, die auf dem Tische liegenden Papiere untereinander.
Vorlage S. 355
470
RUMPF.
Vorlage S. 355
471
Vielleicht das Urteil?
Vorlage S. 355
472
Es lag zur Unterschrift in dero Kabinett.
Vorlage S. 355
473
Soll ich vielleicht –? Ich gehe, es zu holen.
Vorlage S. 355
474
Ab durch die Türe rechts.
Vorlage S. 355
475
DON CÄSAR.
Vorlage S. 355
476
Ich dank eur Majestät denn nur im voraus
Vorlage S. 355
477
Für die Begnadigung des wackern Manns,
Vorlage S. 355
478
Der alles ist, was dieses Wort besagt,
Vorlage S. 356
479
Indes sein Feind ein Weiber-, Pfaffendiener,
Vorlage S. 356
480
Ein Heuchler und ein Schurk! Und wenn der Rußworm
Vorlage S. 356
481
In Zornesglut sich allzuweit vergaß,
Vorlage S. 356
482
So denkt: derselbe Zorn, der hier den Gegner schlug,
Vorlage S. 356
483
Gewann euch auch in Ungarn zwanzig Schlachten.
Vorlage S. 356
484
Rumpf kommt mit einem gesiegelten Paket zurück.
Vorlage S. 356
485
RUMPF.
Vorlage S. 356
486
Das Urteil.
Vorlage S. 356
487
Er reicht die Schrift dem Kaiser, der sie zurückweist.
Vorlage S. 356
488
RUMPF.
Vorlage S. 356
489
Guter Gott – Beliebt vielleicht
Vorlage S. 356
490
Eur Majestät, hochgnädig zu bestimmen,
Vorlage S. 356
491
Was Dero Absicht mit so wichtger Schrift?
Vorlage S. 356
492
Der Kaiser nimmt das Paket, liest hohnlachend die Aufschrift und gibt es zurück.
Vorlage S. 356
493
RUMPF.
Vorlage S. 356
494
Ich weiß recht wohl: die äußre Fertgung lautet
Vorlage S. 356
495
An Rat und Schöffen eurer Altstadt Prag.
Vorlage S. 356
496
Doch, wenn das Urteil wirklich unterschrieben,
Vorlage S. 356
497
Wie ich vermuten sollte –
Vorlage S. 356
498
Der Kaiser stößt unwillig mit dem Stocke auf den Boden.
Vorlage S. 356
499
DON CÄSAR.
Vorlage S. 356
500
Gnädger Herr!
Vorlage S. 356
501
Ich muss euch bitten für zwei Augenblicke
Vorlage S. 356
502
Die feindlich düstre Laune aufzugeben,
Vorlage S. 356
503
Die sich in diesem Schweigen wohlgefällt.
Vorlage S. 356
504
Bedenkt: kommt dieses Urteil, so gefertigt
Vorlage S. 356
505
Und unterschrieben, auf das Prager Schloß,
Vorlage S. 356
506
So stirbt mein Freund.
Vorlage S. 356
507
RUDOLF.
Vorlage S. 356
508
Er stirbt! – Und du mit ihm,
Vorlage S. 356
509
Wagst ferner dus, ein Wort für ihn zu sprechen. –
Vorlage S. 356
510
Entarteter! Ich kenne deine Wege.
Vorlage S. 356
511
Du schwärmst zu Nacht mit ausgelaßnen Leuten,
Vorlage S. 356
512
Stellst nach den Kindern ehrbar stiller Bürger,
Vorlage S. 356
513
Hältst dich zu Meutern, Lutheranern.
Vorlage S. 356
514
DON CÄSAR.
Vorlage S. 356
515
Meuter
Vorlage S. 356
516
Hab ich mit meiner Freundschaft nie beehrt.
Vorlage S. 356
517
Und was den Glauben, Herr, betrifft, da richtet
Vorlage S. 356
518
Nur Gott.
Vorlage S. 356
519
RUDOLF.
Vorlage S. 356
520
Ja, Gott und du. Ihr beide, nicht wahr?
Vorlage S. 356
521
Glaub du an das, was deine Lehrer glaubten,
Vorlage S. 356
522
Die Weiseren, die Bessern lass entscheiden,
Vorlage S. 357
523
Dann kommts wohl noch an dich. – Der Rußworm stirbt!
Vorlage S. 357
524
Und dank es Gott und einem Rest von Neigung,
Vorlage S. 357
525
Dass ich die Helfer, sie, die darum wussten,
Vorlage S. 357
526
Die lobten, billigten den feigen Mord,
Vorlage S. 357
527
An Belgiojoso freventlich vollbracht,
Vorlage S. 357
528
Nicht ebnermaßen suche mit dem Schwert. –
Vorlage S. 357
529
Das Mädchen, dem du nachstellst, wüsten Sinns,
Vorlage S. 357
530
Lass frei!
Vorlage S. 357
531
DON CÄSAR.
Vorlage S. 357
532
Nein, Herr, denn sie betrog mich.
Vorlage S. 357
533
RUDOLF.
Vorlage S. 357
534
Meinst du?
Vorlage S. 357
535
Cäsar, solang die ewgen Sterne kreisen,
Vorlage S. 357
536
Betrügt der Mann das Weib.
Vorlage S. 357
537
DON CÄSAR.
Vorlage S. 357
538
Zum mindsten wars so
Vorlage S. 357
539
Mit einer Frau, die mir gar nah verwandt.
Vorlage S. 357
540
RUDOLF.
Vorlage S. 357
541
Die dir verwandt? So kennst du deine Mutter?
Vorlage S. 357
542
Und kennst du den, der dir das Leben gab?
Vorlage S. 357
543
Sag ja! Sag ja! und ewiges Gefängnis,
Vorlage S. 357
544
Entfernt vom Strahl des gottgegebnen Lichts –
Vorlage S. 357
545
So haben in den Sternen sies gelesen:
Vorlage S. 357
546
Je näher mir, mir um so grimmrer Feind.
Vorlage S. 357
547
Und also steht er da, hohnlachend, trotzend,
Vorlage S. 357
548
Wie einst der Teufel vor des Menschen Sohn.
Vorlage S. 357
549
Fort dieses Lachen, fort! – Gib deine Waffen!
Vorlage S. 357
550
Nehmt ihn gefangen! – Wie, ihr zögert? weilt?
Vorlage S. 357
551
So will ich selbst mit meiner eignen Hand –
Vorlage S. 357
552
Zu einem Trabanten, der zu äußerst rechts steht.
Vorlage S. 357
553
Leih deine Partisan mir, alter Freund!
Vorlage S. 357
554
Dass ich –
Vorlage S. 357
555
Indem er den Stock fahren läßt, um nach der Partisane zu greifen, wankt er und ist im Begriff zu fallen. Die Umstehenden eilen herzu, ihn zu unterstützen.
Vorlage S. 357
556
Legt ihr die Hand an mich? Rebellen ihr!
Vorlage S. 357
557
Yo soy el emperador! Der Kaiser ich!
Vorlage S. 357
558
Bin ich verkauft im Innern meiner Burg,
Vorlage S. 357
559
Und ist kein Schirmer, ist kein Helfer nah?
Vorlage S. 357
560
Erzherzog Ferdinand erscheint in der Türe.
Vorlage S. 357
561
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 358
562
Viel Glück ins Haus! – Wie, eure Majestät?
Vorlage S. 358
563
Was ist? Was war? Wer sagts?
Vorlage S. 358
564
DON CÄSAR
Vorlage S. 358
565
zu Rumpf, der ihn zu begütigen strebt.
Vorlage S. 358
566
Mich kümmerts wenig,
Vorlage S. 358
567
Ob tausend Teufel mir entgegengrinsen!
Vorlage S. 358
568
ERZHERZOG FERDINAND
Vorlage S. 358
569
zu Don Cäsar, die Hand leicht ans Schwert gelegt.
Vorlage S. 358
570
Geht, junger Mensch! Ihr lernt sonst einsehn,
Vorlage S. 358
571
Dass uns der Böse nah, wenn man ihn ruft.
Vorlage S. 358
572
Fort ihr! und ihr!
Vorlage S. 358
573
Die Anwesenden ziehen sich gegen den Hintergrund. Don Cäsar in ihrer Mitte, von Rumpf geleitet. Alle ab.
Vorlage S. 358
574
ERZHERZOG FERDINAND
Vorlage S. 358
575
zum Kaiser tretend.
Vorlage S. 358
576
Mein kaiserlicher Herr!
Vorlage S. 358
577
RUDOLF.
Vorlage S. 358
578
Wer seid ihr? Wer? Und wie erkühnt ihr euch?
Vorlage S. 358
579
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 358
580
Eur Neffe bin ich, Herr, und euer Knecht,
Vorlage S. 358
581
Fernand von Gräz, zu jedem Dienst bereit.
Vorlage S. 358
582
RUDOLF
Vorlage S. 358
583
sich von der Berührung zurückziehend.
Vorlage S. 358
584
Es bien! es bien! All gut! Seid uns willkommen!
Vorlage S. 358
585
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 358
586
Wollt ihr nicht sitzen, Herr? Ich sehs, der Zorn,
Vorlage S. 358
587
Er zehrt mit Macht an euerm edlen Sein.
Vorlage S. 358
588
Er leitet den Kaiser zum Lehnstuhle.
Vorlage S. 358
589
RUDOLF
Vorlage S. 358
590
sitzend.
Vorlage S. 358
Albert Anker – Die Dorfschule von 1848, gemalt 1896. Historisches Vergleichsbild für Schule und Bildung, keine Illustration der Buchfiguren.
Kontextbild zum Werk. Die Dorfschule von 1848 · Albert Anker · Public domain Bildquelle ↗
591
Seht ihr, so halten wirs in unserm Schloß. –
Vorlage S. 358
592
So dringt die Zeit, die wildverworrne, neue,
Vorlage S. 358
593
Durch hundert Wachen bis zu uns heran,
Vorlage S. 358
594
Und zwingt zu schauen uns ihr greulich Antlitz. –
Vorlage S. 358
595
Die Zeit, die Zeit! Denn jener junge Mann,
Vorlage S. 358
596
Wie sehr er tobt, er ist doch nur ihr Schüler,
Vorlage S. 358
597
Er übt nur, was die Meisterin gelehrt. –
Vorlage S. 358
598
Schaut rings um euch in aller Herren Land,
Vorlage S. 358
599
Wo ist noch Achtung für der Väter Sitte,
Vorlage S. 358
600
Für edles Wissen und für hohe Kunst?
Vorlage S. 358
601
Sind sie vom alten Tempel ihres Gottes
Vorlage S. 358
602
Nicht ausgezogen auf den Berg von Dan,
Vorlage S. 358
603
Und haben dort ein Kalb sich aufgerichtet,
Vorlage S. 358
604
Vor dem sie knieen, ihrer Hände Werk?
Vorlage S. 358
605
Es heißt: den Glauben reinigen. Dass Gott!
Vorlage S. 358
606
Der Glaube reint sich selbst im reinen Herzen,
Vorlage S. 359
607
Nein, Eigendünkel war es, Eigensucht,
Vorlage S. 359
608
Die nichts erkennt, was nicht ihr eignes Werk.
Vorlage S. 359
609
Deshalb nun tadl ich jenen Jüngling, straf ihn,
Vorlage S. 359
610
Und fährt er fort, erreicht ihn bald sein Ziel,
Vorlage S. 359
611
Allein erkenn auch, was ihn so entstellt.
Vorlage S. 359
612
Deucht mirs doch manchmal grimmiges Vergnügen,
Vorlage S. 359
613
Mit ihm zu ringen, in des Argen Brust
Vorlage S. 359
614
Die Keime aufzusuchen der Verkehrtheit,
Vorlage S. 359
615
Die ihm geliehn so wildverworrne Welt.
Vorlage S. 359
616
Die Zeit kann ich nicht bändgen, aber ihn,
Vorlage S. 359
617
Ihn will ich bändgen, hilft der gnädge Gott.
Vorlage S. 359
618
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 359
619
Ihr werdets, Herr, und bändigtet die Zeit,
Vorlage S. 359
620
Wär euch der Wille dort so fest als hier.
Vorlage S. 359
621
RUDOLF.
Vorlage S. 359
622
Mein Ohm, der fünfte Karl, hats nicht gekonnt,
Vorlage S. 359
623
Sankt Just sah ihn als büßenden Karthäuser.
Vorlage S. 359
624
Ich bin ein schwacher, unbegabter Mann,
Vorlage S. 359
625
Ich kann es auch nicht.
Vorlage S. 359
626
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 359
627
O des argen Mißtrauns
Vorlage S. 359
628
In euer edles Selbst und seine Gaben!
Vorlage S. 359
629
Wollt erst nur, wollt! und Gottes Beistand wird
Vorlage S. 359
630
Wie ein erhört Gebet auf euch sich senken.
Vorlage S. 359
631
Die Zeit bedarf des Arztes und ihr seids.
Vorlage S. 359
632
RUDOLF.
Vorlage S. 359
633
Ein wackrer Arzt, der selber Heilung braucht!
Vorlage S. 359
634
Und dann: Allein!
Vorlage S. 359
635
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 359
636
So wärt ihr, Herr, allein?
Vorlage S. 359
637
Verzeiht dem Schüler, der den Meister meistert.
Vorlage S. 359
638
Um euch schart sich die Hälfte einer Welt,
Vorlage S. 359
639
Die treu noch ihrem Gott und seinem Abbild:
Vorlage S. 359
640
Dem Fürsten auf dem angestammten Thron.
Vorlage S. 359
641
Für euch ist Spanien, der Papst, ist Welschland,
Vorlage S. 359
642
Des eignen Erblands ungebrochne Kraft,
Vorlage S. 359
643
Noch nicht verführt von falschen Glaubenslehren.
Vorlage S. 359
644
Zählt eure Schar, und zehnfach, hundertfach
Vorlage S. 359
645
Wiegt sie die Gegner auf, die, schwach an Zahl,
Vorlage S. 359
646
Nur scheinbar sich durch Regsamkeit verdoppeln.
Vorlage S. 359
647
RUDOLF.
Vorlage S. 359
648
Der Arme viel, wo aber bleibt das Haupt?
Vorlage S. 359
649
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 360
650
Ihr selbst, dem niemand gleich an Sinn und Wissen.
Vorlage S. 360
651
Dann noch die edlen Fürsten eures Hauses,
Vorlage S. 360
652
Die Gott als Helfer selbst euch anerschuf.
Vorlage S. 360
653
RUDOLF.
Vorlage S. 360
654
Sprecht ihr von euch?
Vorlage S. 360
655
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 360
656
So werde nie mir Heil,
Vorlage S. 360
657
Als je mein Sinn ein andres Trachten kannte,
Vorlage S. 360
658
Als Östreichs Wohl und Jesu Christi Ruhm.
Vorlage S. 360
659
Mein Alter heißt mich lernen statt zu lehren.
Vorlage S. 360
660
Auch bin nicht ichs, die Brüder sinds, die Nächsten,
Vorlage S. 360
661
Der edle Max, Albrecht der sinnig weise,
Vorlage S. 360
662
Und jener Dritte – Erste, den nur eben
Vorlage S. 360
663
Im Vorgemach ich kummervoll –
Vorlage S. 360
664
RUDOLF
Vorlage S. 360
665
sich abwendend.
Vorlage S. 360
666
Es bien!
Vorlage S. 360
667
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 360
668
Seht ihr, da senkt das alte Mißtraun wieder
Vorlage S. 360
669
Sich nebelgleich herab auf eure Stirn!
Vorlage S. 360
670
O, weh uns, wenn es wahr, was man sich sagt,
Vorlage S. 360
671
Dass jener finstern Sternekundgen einer,
Vorlage S. 360
672
Die euern Hof zum Sammelplatz erwählt,
Vorlage S. 360
673
Mit astrologisch dunkler Prophezeiung
Vorlage S. 360
674
Euch abgewandt von euerm edeln Haus,
Vorlage S. 360
675
Gefahr androhend von den Nahverwandten.
Vorlage S. 360
676
O, weh uns, wenn es so, und ihr für Schein
Vorlage S. 360
677
Den wahren Vorteil aufgebt, aller Heil.
Vorlage S. 360
678
RUDOLF
Vorlage S. 360
679
auffahrend.
Vorlage S. 360
680
Für Schein? für Schein? So kennst du diese Kunst,
Vorlage S. 360
681
– Wenns eine Kunst – dass du so hart sie schmähst?
Vorlage S. 360
682
Glaubst du, es gäb ein Sandkorn in der Welt,
Vorlage S. 360
683
Das nicht gebunden an die ewge Kette
Vorlage S. 360
684
Von Wirksamkeit, von Einfluß und Erfolg?
Vorlage S. 360
685
Und jene Lichter wären Pfennigkerzen,
Vorlage S. 360
686
Zu leuchten trunknen Bettlern in der Nacht?
Vorlage S. 360
687
Ich glaub an Gott und nicht an jene Sterne,
Vorlage S. 360
688
Doch jene Sterne auch, sie sind von Gott.
Vorlage S. 360
689
Die ersten Werke seiner Hand, in denen
Vorlage S. 360
690
Er seiner Schöpfung Abriß niederlegte,
Vorlage S. 360
691
Da sie und er nur in der wüsten Welt.
Vorlage S. 360
692
Und hätt es später nicht dem Herrn gefallen,
Vorlage S. 360
693
Den Menschen hinzusetzen, das Geschöpf,
Vorlage S. 361
694
Es wären keine Zeugen seines Waltens,
Vorlage S. 361
695
Als jene hellen Boten in der Nacht.
Vorlage S. 361
696
Der Mensch fiel ab von ihm, sie aber nicht.
Vorlage S. 361
697
Wie eine Lämmerherde ihrem Hirten,
Vorlage S. 361
698
So folgen sie gelehrig seinem Ruf,
Vorlage S. 361
699
So heut als morgen, wie am ersten Tag.
Vorlage S. 361
700
Drum ist in Sternen Wahrheit, im Gestein,
Vorlage S. 361
701
In Pflanze, Tier und Baum, im Menschen nicht.
Vorlage S. 361
702
Und wers verstünde, still zu sein wie sie,
Vorlage S. 361
703
Gelehrig fromm, den eignen Willen meisternd,
Vorlage S. 361
704
Ein aufgespanntes, demutvolles Ohr,
Vorlage S. 361
705
Ihm würde leicht ein Wort der Wahrheit kund,
Vorlage S. 361
706
Die durch die Welten geht aus Gottes Munde.
Vorlage S. 361
707
Fragst aber du: ob sie mir selber kund,
Vorlage S. 361
708
Die hohe Wahrheit aus der Wesen Munde?
Vorlage S. 361
709
So sag ich: nein, und aber wieder: nein.
Vorlage S. 361
710
Ich bin ein schwacher, unbegabter Mann,
Vorlage S. 361
711
Der Dinge tiefster Kern ist mir verschlossen.
Vorlage S. 361
712
Doch ward mir Fleiß und noch ein andres: Ehrfurcht
Vorlage S. 361
713
Für das, dass andre mächtig und ich nicht.
Vorlage S. 361
714
Wenn aber, ob nur Schüler, Meister nicht,
Vorlage S. 361
715
Ich gerne weile in den lichten Räumen;
Vorlage S. 361
716
Kennst du das Wörtlein: Ordnung, junger Mann?
Vorlage S. 361
717
Dort oben wohnt die Ordnung, dort ihr Haus,
Vorlage S. 361
718
Hier unten eitle Willkür und Verwirrung.
Vorlage S. 361
719
Macht mich zum Wächter auf dem Turm bei Nacht,
Vorlage S. 361
720
Dass ich erwarte meine hellen Sterne,
Vorlage S. 361
721
Belausche das verständge Augenwinken,
Vorlage S. 361
722
Mit dem sie stehn um ihres Meisters Thron. –
Vorlage S. 361
723
Immer leiser sprechend.
Vorlage S. 361
724
Wenn nun der Herr die Uhr rückt seiner Zeit,
Vorlage S. 361
725
Die Ewigkeit in jedem Glockenschlag,
Vorlage S. 361
726
Für die das Oben und das Unten gleich,
Vorlage S. 361
727
Ins Brautgemach – des Weltbaus Kräfte eilen
Vorlage S. 361
728
– Gebunden – in der Strahlen Konjunktur –
Vorlage S. 361
729
Und der Malefikus – – das böse Trachten – –
Vorlage S. 361
730
Er verstummt allmählich. Sein Haupt sinkt auf die Brust. Pause. Erzherzog Ferdinand tritt ihm, besorgt, einen Schritt näher.
Vorlage S. 361
731
RUDOLF
Vorlage S. 362
732
emporfahrend.
Vorlage S. 362
733
Ist jemand hier? – Ja so! – Was solls? –
Vorlage S. 362
734
Ihr spracht von meinem Bruder, von Mathias.
Vorlage S. 362
735
Ich seh, es ist ein Plan. Was also will man?
Vorlage S. 362
736
Warum verließ er seinen Bann zu Linz?
Vorlage S. 362
737
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 362
738
Und wenns der Wunsch nach Tätigkeit nun wäre?
Vorlage S. 362
739
RUDOLF.
Vorlage S. 362
740
Nach Tätigkeit? Ist er denn tätig nicht?
Vorlage S. 362
741
Er reitet, rennt und ficht. Wir beide haben
Vorlage S. 362
742
Von unserm Vater Tatkraft nicht geerbt,
Vorlage S. 362
743
– Allein ich weiß es, und er weiß es nicht.
Vorlage S. 362
744
Was also noch? Zum mindsten will ich zeigen,
Vorlage S. 362
745
Dass nicht der Sterne Drohn, dass euer Trachten,
Vorlage S. 362
746
Die Heimlichkeit der nahverwandten Brust,
Vorlage S. 362
747
Mir Mißtraun gab und gibt. – Die Klugheit riete,
Vorlage S. 362
748
Zu halten ihn in heilsamer Entfernung,
Vorlage S. 362
749
Allein ihr wollts. Was also solls mit ihm?
Vorlage S. 362
750
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 362
751
Er wünschte –
Vorlage S. 362
752
RUDOLF.
Vorlage S. 362
753
Nun?
Vorlage S. 362
754
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 362
755
In Ungarn ein Kommando.
Vorlage S. 362
756
RUDOLF.
Vorlage S. 362
757
Hat er schon je, und wo hat er gesiegt?
Vorlage S. 362
758
Zwar ist der Mansfeld dort, ein tüchtger Degen,
Vorlage S. 362
759
Der gönnt ihm gern die Ehre des Befehls
Vorlage S. 362
760
Und tut die Pflichten selbst. Schickt ihn denn hin!
Vorlage S. 362
761
Doch heißt ihn zügeln seine Tätigkeit;
Vorlage S. 362
762
Er füge sich des Feldherrn beßrer Einsicht.
Vorlage S. 362
763
Auch sind der Krieger dort, der Führer viel,
Vorlage S. 362
764
Die zugetan der neuen Glaubensmeinung.
Vorlage S. 362
765
Es ist jetzt nicht die Zeit noch da der Ort,
Vorlage S. 362
766
Zu streiten für die Wahrheit einer Lehre.
Vorlage S. 362
767
Da Erzherzog Ferdinand zurücktritt.
Vorlage S. 362
768
RUDOLF.
Vorlage S. 362
769
Was ist? Was geht ihr fort?
Vorlage S. 362
770
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 362
771
Nicht anzuhören,
Vorlage S. 362
772
Wie Östreichs Haupt, wie Deutschlands Herr und Kaiser
Vorlage S. 362
773
Das Wort führt den Abtrünnigen vom Glauben.
Vorlage S. 362
774
RUDOLF.
Vorlage S. 362
775
Das Wort führt, ich? Kommt euch die Lust zu scherzen?
Vorlage S. 362
776
Allein wer wagts, in dieser trüben Zeit
Vorlage S. 362
777
Den vielverschlungnen Knoten der Verwirrung
Vorlage S. 363
778
Zu lösen eines Streichs.
Vorlage S. 363
779
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 363
780
Wers wagte? Ich!
Vorlage S. 363
781
RUDOLF.
Vorlage S. 363
782
Das spricht sich gut.
Vorlage S. 363
783
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 363
784
Nur das? Es ist geschehn.
Vorlage S. 363
785
In Steier mindestens, in Krain und Kärnten
Vorlage S. 363
786
Ist ausgetilgt der Keim der Ketzerei.
Vorlage S. 363
787
An einem Tag auf fürstlichen Befehl
Vorlage S. 363
788
Bekehrten sich an sechzigtausend Seelen
Vorlage S. 363
789
Und zwanzigtausend wandern flüchtig aus.
Vorlage S. 363
790
RUDOLF.
Vorlage S. 363
791
Und ohne mich zu fragen?
Vorlage S. 363
792
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 363
793
Herr, ich schrieb
Vorlage S. 363
794
So wiederholt als dringend, aber fruchtlos.
Vorlage S. 363
795
RUDOLF
Vorlage S. 363
796
die auf dem Tische liegenden Papiere untereinanderschiebend.
Vorlage S. 363
797
Es ist hier wohl Verwirrung oft mit Schriften.
Vorlage S. 363
798
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 363
799
Da schritt ich denn zur Tat, dem besten Rat.
Vorlage S. 363
800
Mein Land ist rein, o wär es auch das eure!
Vorlage S. 363
801
RUDOLF.
Vorlage S. 363
802
Und zwanzigtausend wandern flüchtig aus?
Vorlage S. 363
803
Mit Weib und Kind? Die Nächte sind schon kühl.
Vorlage S. 363
804
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 363
805
Durch Drangsal, Herr, und Schmerz erzieht uns Gott.
Vorlage S. 363
806
RUDOLF.
Vorlage S. 363
807
Und das im selben Augenblick, wo du
Vorlage S. 363
808
Die Sachsenfürstin freist, die Protestantin?
Vorlage S. 363
809
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 363
810
Gott gab mir Kraft, die Neigung zu besiegen,
Vorlage S. 363
811
Wenn ihrs erlaubt, so steh ich ab von ihr
Vorlage S. 363
812
Und werbe um des Baierherzogs Tochter.
Vorlage S. 363
813
RUDOLF.
Vorlage S. 363
814
Sie ist nicht schön.
Vorlage S. 363
815
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 363
816
Ihr Herz ist schön vor Gott.
Vorlage S. 363
817
RUDOLF
Vorlage S. 363
818
eine Gebärde des Schiefgewachsenseins machend.
Vorlage S. 363
819
Beinah –
Vorlage S. 363
820
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 363
821
Gerad ihr Sinn, ihr Wandel und ihr Glauben.
Vorlage S. 363
822
RUDOLF.
Vorlage S. 363
823
Nun, ich bewundre euch. – Weis deine Hände!
Vorlage S. 363
824
Ist das hier Fleisch? lebendig, wahres Fleisch?
Vorlage S. 363
825
Und fließt hier Blut in diesen bleichen Adern?
Vorlage S. 363
826
Freit eine andre, als er meint und liebt –
Vorlage S. 363
827
Mit Weib und Kind, bei zwanzigtausend Mann,
Vorlage S. 364
828
In kalten Herbstesnächten, frierend, darbend!
Vorlage S. 364
829
Mir kommt ein Grauen an. Sind hier nicht Menschen?
Vorlage S. 364
830
Ich will bei Menschen sein. Herbei! Herein!
Vorlage S. 364
831
Mit dem Stocke auf den Boden stampfend. Die Hofleute kommen zurück.
Vorlage S. 364
832
RUDOLF.
Vorlage S. 364
833
Die Kinderzeiten werden wieder wahr.
Vorlage S. 364
834
Und mich umschauderts wie Gespensterglauben.
Vorlage S. 364
835
Zu Erzherzog Ferdinand.
Vorlage S. 364
836
Weilt ihr noch länger hier bei uns in Prag,
Vorlage S. 364
837
Treibts euch zurück vielleicht schon nach der Heimat?
Vorlage S. 364
838
ERZHERZOG FERDINAND.
Vorlage S. 364
839
Ich reise nächst, wenn manches erst geschlichtet
Vorlage S. 364
840
Lebhaft.
Vorlage S. 364
841
Und meinen Bruder ich euch vorgestellt.
Vorlage S. 364
842
RUDOLF.
Vorlage S. 364
843
So ist der Leupold da? Wo ist, wo weilt er?
Vorlage S. 364
844
RUMPF.
Vorlage S. 364
845
Im Schloßhof tummelt er das türksche Roß,
Vorlage S. 364
846
Das ihr gekauft und das Don Cäsar schulte.
Vorlage S. 364
847
Sie jubeln, dass der Erker widerhallt.
Vorlage S. 364
848
RUDOLF.
Vorlage S. 364
849
Sie jubeln? Tummelt? Ein verzogner Fant,
Vorlage S. 364
850
Hübsch wild und rasch, bei Wein und Spiel und Schmaus.
Vorlage S. 364
851
Wohl selbst bei Weibern auch; man spricht davon.
Vorlage S. 364
852
Allein er ist ein Mensch. Ich will ihn sehn,
Vorlage S. 364
853
Den Leupold sehn! Wo ist er? Bringt ihn her!
Vorlage S. 364
854
Einige sind gegangen.
Vorlage S. 364
855
RUDOLF
Vorlage S. 364
856
zu Ferdinand.
Vorlage S. 364
857
Beliebts euch unterdessen, die Gemächer,
Vorlage S. 364
858
Die man euch hier bereitet, zu besehn?
Vorlage S. 364
859
Wo bleibt der Range? Warum kommt er nicht?
Vorlage S. 364
860
ERZHERZOG LEOPOLDS STIMME
Vorlage S. 364
861
von außen.
Vorlage S. 364
862
Señor!
Vorlage S. 364
863
RUDOLF.
Vorlage S. 364
864
Aha, er ruft. – – Was gibt es dort?
Vorlage S. 364
865
Aus der Seitentüre links ist ein Hofbedienter herausgetreten.
Vorlage S. 364
866
RUMPF.
Vorlage S. 364
867
Die Kapelläne fragen untertänigst,
Vorlage S. 364
868
Ob eure Majestät den Gottesdienst –
Vorlage S. 364
869
RUDOLF
Vorlage S. 364
870
das Barett abnehmend und Mantel und Kleid ordnend.
Vorlage S. 364
871
Des Herren Dienst vor allem.
Vorlage S. 364
872
Zu Erzherzog Ferdinand.
Vorlage S. 364
873
Wenns beliebt!
Vorlage S. 365
874
Zu den übrigen.
Vorlage S. 365
875
Und kommt mein Neffe, heißt ihn nur uns folgen.
Vorlage S. 365
876
ERZHERZOG LEOPOLD
Vorlage S. 365
877
zur Türe hereinstürzend.
Vorlage S. 365
878
Mein gnädger Ohm!
Vorlage S. 365
879
Da er den bereits geordneten Zug sieht, stutzt er und zieht das Barett ab.
Vorlage S. 365
880
RUDOLF.
Vorlage S. 365
881
Nur dort, an eure Stelle.
Vorlage S. 365
882
Auf einen Wink Erzherzog Ferdinands stellt sich Leopold ihm zur Seite.
Vorlage S. 365
883
Der Zug setzt sich in Bewegung, die beiden Erzherzoge unmittelbar vor dem Kaiser. Nach einigen Schritten tippt letzterer Erzherzog Leopold auf die Schulter. Dieser wendet sich um und küßt ihm lebhaft die Hand. Der Kaiser winkt ihm liebreich drohend Stillschweigen zu, und sie gehen weiter. Die übrigen folgen paarweise.
Vorlage S. 365
884
Der Vorhang fällt.
Vorlage S. 365

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Deshalb« in diesem Textausschnitt? »Deshalb nun tadl ich jenen Jüngling, straf ihn,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Doch, wenn das Urteil wirklich unterschrieben,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Ihr selbst, dem niemand gleich an Sinn und Wissen.« B: »Der, halb gereizt und halb aus leidgem Zufall,« C: »Zu beten scheint jetzt nötger als zu fechten.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Mein Alter heißt mich …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Ins Brautgemach – des Weltbaus Kräfte eilen«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Auf dem Kleinseiter Ring zu Prag. Feldmarschall Rußworm, ohne Waffen, von der Stadtwache geführt, an deren Spitze eine Gerichtsperson. Rechts im Vorgrunde Don Cäsar mit Begleitern. – Früher Morgen.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Bereit, mein Herr und Kaiser, Die Rechte alle, die mein Eigentum, Und die man mir beneidet, aufzugeben, Mein Erbrecht auf die österreichschen Lande, Die Hoffnung, einst zu folgen auf dem Thron, Für einen Ort, um ruhig drauf zu sterben.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Es ist jetzt nicht die Zeit noch da der Ort, Zu streiten für die Wahrheit einer Lehre.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Nehmt euch nur Mut! Ihr zittert, weiß es Gott.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Nur gemach, gemach! Ihr habt die Macht noch nicht.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Der Kaiser kommt. Ich bitt eur Durchlaucht freundlichst, Abseit zu treten, bis ich angefragt.« und »zu Don Cäsar, die Hand leicht ans Schwert gelegt.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Der Zug setzt sich in Bewegung, die beiden Erzherzoge unmittelbar vor dem Kaiser. Nach einigen Schritten tippt letzterer Erzherzog Leopold auf die Schulter. Dieser wendet sich um und küßt ihm lebhaft die Hand. […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
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8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Auf dem Kleinseiter Ring zu Prag. Feldmarschall Rußworm, ohne Waffen, von der Stadtwache geführt, an deren […]« / »Der Zug setzt sich in Bewegung, die beiden Erzherzoge unmittelbar vor dem Kaiser. Nach einigen Schritten […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Im Namen kaiserlicher Majestät Ruf ich euch zu: Lasst ab!«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Die lobten, billigten den feigen Mord,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Und kommt mein Neffe, heißt ihn nur uns folgen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Ein Bruderzwist in Habsburg von Grillparzer, Franz ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Ein Bruderzwist in Habsburg

Franz Grillparzer: Sämtliche Werke. Ausgewählte Briefe, Gespräche, Berichte. Herausgegeben von Peter Frank und Karl Pörnbacher, München: Hanser, [1960–1965]. Grillparzer, Franz 346- München

Das Werk Ein Bruderzwist in Habsburg von Grillparzer, Franz ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.