Drei Schwestern von Čechov, Anton Pavlovič. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.
DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Textüberlieferung von „Drei Schwestern“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Not identified · Public domainBildquelle ↗
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Im Hause der Prosorows. Wohnzimmer, das durch Säulen vom Saal geschieden ist; draußen ist es heiter, sonnig. Man sieht, wie im Saal der Frühstückstisch gedeckt wird. Olga im blauen Uniformkleide einer Lehrerin am Mädchengymnasium; Mascha im schwarzen Kleide, den Hut auf den Knien, sitzt und liest in einem Buche; Irina im weißen Kleide, steht sinnend da.
Heut vor einem Jahre ist der Vater gestorben – gerade an deinem Namenstag, Irina, am fünften Mai. Es war sehr kalt an dem Tage – es schneite sogar. Ich glaubte nicht, dass ich's überleben würde – du lagst ohnmächtig da, wie tot. Und nun ist kaum ein Jahr vergangen – und wir reden davon so gleichgültig, du hast schon dein weißes Kleid an, und dein Gesicht strahlt. Die Uhr schlägt zwölf. Auch damals schlug gerade die Uhr. Pause. Ich erinnere mich noch: als sie den Vater hinaustrugen, spielte die Militärkapelle, und auf dem Friedhof wurde geschossen. Merkwürdig übrigens – er war doch General und Brigadekommandeur, und doch waren nur wenig Leute am Grabe. Allerdings fiel an dem Tage ein starker Regen – Regen und Schnee ...
Heut ist's warm, man kann die Fenster weit aufmachen – aber die Birken haben noch nicht ausgeschlagen. Genau elf Jahre ist's her, dass der Vater die Brigade bekam und wir von Moskau abreisten. Ich habe es noch ganz frisch im Gedächtnis: es war Anfang Mai, in Moskau prangte schon alles in schönster Blüte. So warm war es, alles von Sonnenschein übergossen. Du mein Gott! Wie ich heut morgen erwachte und die hereinflutende Lichtmasse und den Frühling draußen sah – da wurde mir so wohl, ach, und so sehnsüchtig weh ums Herz.
Pfeif' nicht, Mascha. Wie kann man nur ... Pause. Dieser Dienst im Gymnasium, dieses Stundengeben bis zum späten Abend verursacht mir immer Kopfschmerzen. Ich glaube wirklich, ich werde schon alt. Während der vier Jahre, seit ich angestellt bin, ist es mir immer, als ob meine Kraft Tag für Tag tropfenweise hinschwände. Und nur ein Gedanke wächst und erstarkt in mir beständig ...
Mit Gottes Hilfe wird sich schon alles ordnen lassen. Schaut zum Fenster hinaus. Ein Prachtwetter ist das heute. Ich weiß nicht, warum ich so froh gestimmt bin! Heut morgen fiel mir ein, dass mein Namenstag ist, und mit einemmal empfand ich eine solche Freude. Ich gedachte meiner Kinderjahre, da Mama noch lebte. Was für wunderbare Gedanken gingen mir durch den Kopf – ach, was für Gedanken!
Du strahlst heut übers ganze Gesicht, ausnahmsweise hübsch bist du. Auch Mascha ist hübsch, und Andrej wäre ein schöner Mann, wenn er nicht so stark geworden wäre. Das steht ihm gar nicht zu Gesichte. Und ich – ich bin alt geworden, und so abgemagert bin ich, jedenfalls vom Ärger mit den Mädchen im Gymnasium. Heut bin ich mal frei und kann zu Hause bleiben – da hab' ich auch gleich keine Kopfschmerzen und fühle mich jünger als gestern. Achtundzwanzig Jahre bin ich nun alt ... Alles ist schließlich gut, alles kommt von Gott, ich glaube aber: wenn ich verheiratet wäre und den ganzen Tag in meinem Heim zubringen könnte – ich würde mich wohler fühlen. Pause. Ich würde meinen Mann lieben.
Sie reden einen Unsinn zusammen – 's wird einem über, Ihnen zuzuhören. Tritt in das Wohnzimmer ein. Ich habe ja ganz vergessen: unser Batteriechef Werschinin wird Ihnen heute seine Visite machen.
Nein, in den besten Jahren. Höchstens vierzig, fünfundvierzig Jahre. Klimpert leise. Scheint ein famoser Kerl. Nicht dumm – das ist sicher. Nur spricht er etwas viel.
Es macht sich. Etwas stark verheiratet ist er: Frau, Schwiegermutter und zwei Töchter. Übrigens ist es schon seine zweite Frau. Überall, wo er Besuch macht, erzählt er, dass er eine Frau und zwei Töchter hat. Auch hier wird er's erzählen. Die Frau ist halb verrückt, trägt einen langen Zopf wie ein Mädchen, spricht lauter hochtrabendes Zeug, philosophiert und macht jeden Augenblick einen Selbstmordversuch, jedenfalls, um ihren Mann zu ärgern. Ich wäre längst fortgelaufen von einer solchen Frau Gemahlin, er aber trägt es und beklagt sich nur darüber.
Mit einer Hand heb' ich nur anderthalb Pud, mit zweien dagegen fünf, ja sogar sechs Pud. Daraus schließe ich, dass zwei Menschen nicht nur doppelt, sondern dreimal so stark sind als einer oder vielleicht noch stärker ...
Gegen Ausfallen der Haare ... zwei Drittel Lot Naphthalin auf ein halbes Quart Spiritus ... aufzulösen und täglich zu gebrauchen ... Macht sich Notizen in ein Taschenbuch; zu Ssoljony. Ich sag' Ihnen also: das Fläschchen wird gut zugekorkt, und durch den Korken wird ein Glasröhrchen gesteckt ... und dann nehmen Sie ein kleines Quantum ganz gewöhnlichen Alaun ...
Sagen Sie mal – warum bin ich heute so glücklich? Als wenn ich auf dem Meer dahinsegelte: über mir dehnt sich der weite blaue Himmel, und große weiße Vögel schweben durch die Lüfte. Warum ist das nur so? Warum?
Wie ich heut früh aufstand und mich wusch, da war es mir mit einemmal, als wäre mir alles auf dieser Welt hier klar, als wüsste ich, wie man leben soll. Ich weiß jetzt alles, lieber Iwan Romanytsch. Der Mensch soll sich beschäftigen, soll arbeiten im Schweiße seines Angesichts, wer er auch sei, darin allein liegt der Sinn und das Ziel seines Lebens, sein Glück, sein Triumph. Wie schön ist es doch, ein Arbeiter zu sein, der mit Tagesanbruch aufsteht und auf der Straße Steine klopft, oder ein Hirt, oder ein Lehrer, der Kinder unterrichtet, oder ein Lokomotivführer. Ja, es ist, bei Gott, besser, ein ganz gewöhnliches Lastpferd zu sein, das doch seine Arbeit tut, als eine junge Dame, die mittags um 12 Uhr aufsteht, im Bett ihren Kaffee trinkt, dann sich zwei Stunden lang anzieht ... o, wie schrecklich ist das! Ich dürste förmlich nach Arbeit – wie man bei großer Hitze nach einem Schluck Wasser dürstet. Wenn ich von jetzt ab nicht täglich ganz früh aufstehe und arbeite, dürfen Sie mir Ihre Freundschaft kündigen, Iwan Romanytsch!
Der Vater hat uns daran gewöhnt, um sieben Uhr aufzustehen. Jetzt erwacht Irina wohl um sieben Uhr, liegt aber wenigstens bis neun im Bett und simuliert. Und so ein ernstes Gesicht macht sie dabei!
Du hast dich eben daran gewöhnt, mich als kleines Mädchen zu betrachten, und wunderst dich, wenn ich ein ernstes Gesicht mache. Ich bin doch zwanzig Jahre alt!
Sehnsucht nach Arbeit! O Gott, wie kann ich dieses Gefühl begreifen! Ich habe nie im Leben gearbeitet. Ich bin in dem kalten, trägen Petersburg geboren, in einer Familie, die niemals die Arbeit oder irgendwelche Sorgen gekannt hat. Ich erinnere mich noch, wie ich aus dem Kadettenkorps nach Hause kam: der Diener zog mir die Stiefel aus, ich quälte alle Welt mit meinen Launen, und meine Mutter sah mit förmlicher Ehrfurcht zu mir auf und war höchst erstaunt, wenn andere nicht dasselbe taten. Man suchte mich auf jede Weise vor Arbeit zu bewahren, aber auf die Dauer ist's doch nicht gelungen. – Diese Zeiten sind vorüber, und ein reinigender Sturm bereitet sich vor, der von unserer Gesellschaft die Trägheit, die Gleichgültigkeit, das Vorurteil gegen die Arbeit und die faule Langeweile hinwegblasen wird. Ich werde jedenfalls arbeiten, und in dreißig Jahren wird jeder Mensch es tun. Jeder!
In dreißig Jahren werden Sie, Gott sei Dank, nicht mehr auf der Welt sein. Sie gehen entweder in zwei, drei Jahren an Ihrem Spleen zugrunde, oder ich werde mal wütend und schieße Ihnen eine Kugel durch den Kopf.
Ich habe tatsächlich nie in meinem Leben was getan. Seit ich von der Universität fort bin, hab' ich nicht 'nen Finger gerührt, nicht ein Buch angesehen – höchstens die Zeitungen hab' ich gelesen. Zieht eine Nummer des »Nowoje Wremja« aus der Tasche. Ich weiß alles aus den Zeitungen – z.B., dass es einen Schriftsteller Dostojewski gegeben hat; aber was er geschrieben hat – davon hab' ich keine Ahnung ... Der liebe Gott mag's wissen ... Mein Lebtag hab' ich nichts getan, und doch hab' ich nie zu etwas Zeit gehabt ... Von der unteren Etage aus wird gegen den Fußboden geklopft. Da, sehen Sie, man ruft mich unten schon wieder – wahrscheinlich ist jemand zu Besuch da! Ich komme gleich wieder ... Eilt hastig davon, kämmt sich dabei den Bart.
Das macht doch nichts ... Ich komm' übrigens am Abend wieder. Adieu, mein schönes Schwesterchen! Sie küsst Irina. Ich wünsche dir noch einmal: bleib gesund und werde glücklich! Früher, wie Papa noch lebte, kamen immer dreißig, vierzig Offiziere, wenn bei uns Namenstag war, und es ging fidel zu. Heut – sind kaum anderthalb Mann da, und still ist's, wie in einer Wüste ... Ich geh' ... Bin heute nicht bei Stimmung, hab' meinen melancholischen Tag – nimm's mir nicht übel. Lacht unter Tränen. Abends wollen wir plaudern – jetzt leb' wohl, meine Liebe. Ich will fort ... irgendwohin ...
Wenn ein Mann philosophiert, kommt manchmal schon ganz nettes Zeug zum Vorschein; wenn aber eine Frau oder gar zwei Frauen philosophieren – na, da kann man nur gleich auf die Bäume klettern!
Meine Lieben, meine Schönen – Sie sind doch für mich das Einzige, das Teuerste, was ich auf der Welt noch habe! Ich bin nun bald sechzig, bin ein alter Mann, ein armseliger, verlassener Greis ... Nichts Gutes gibt's an mir außer dieser Liebe zu Ihnen – wenn Sie nicht wären, würde ich längst nicht mehr auf der Welt sein ... Sieht sich um. Was soll mir dieser Kram? Was soll er mir? Zu Irina. Mein liebes, gutes Kind, ich habe Sie gekannt vom Tage Ihrer Geburt an ... ich habe Sie auf meinen Armen getragen ... ich hab' Ihre verstorbene Mama so gern gehabt ...
Kostbare Geschenke ... gehn Sie mir doch weg! Zu dem Burschen, in den Saal zeigend. Trag' den Ssamowar dort hinein ... Spricht ihr spöttisch nach. Kostbare Geschenke ... Der Bursche trägt den Ssamowar in den Saal. Anfissa tritt in das Wohnzimmer ein.
Meine Lieben, ein fremder Oberst ist da! Er hat schon den Paletot abgelegt, Kinderchen, und kommt gleich hier herein. Zu Irina. Sei nur recht freundlich, recht nett, Irinuschka! ... Ab; im Abgehen. 's ist auch Zeit zum Frühstücken ... o Gott ...
Habe die Ehre, mich Ihnen vorzustellen: Werschinin. Bin in der Tat sehr erfreut, dass ich Ihnen endlich meine Aufwartung machen kann. Was aus Ihnen geworden ist – ei, ei!
Wie ich mich freue, wie ich mich freue! Sie sind doch drei Schwestern – nicht wahr? Dreier kleiner Mädchen erinnere ich mich. Die Gesichter sind mir nicht mehr gegenwärtig, aber dass Ihr Vater, Oberst Prosorow, drei kleine Töchterchen hatte – das schwebt mir ganz deutlich vor, aus eigenster Anschauung. Wie die Zeit vergeht – ach, wie die Zeit vergeht!
Kontextbild zum Werk. Historische Textüberlieferung von „Drei Schwestern“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Not identified · Public domainBildquelle ↗
Ganz recht, aus Moskau. Ihr verstorbener Papa war dort Batteriechef, und ich war Offizier in derselben Brigade. Zu Mascha. Ihres Gesichts kann ich mich, glaub' ich, dunkel entsinnen ...
Ich habe in Moskau die Schule besucht, bin dort Soldat geworden und habe lange Jahre da gedient. Jetzt habe ich eine Batterie bekommen – und bin, wie Sie sehen, hierher versetzt worden. Persönlich erinnere ich mich Ihrer nicht mehr, nur dass Sie drei Schwestern waren, weiß ich. Ihren Vater dagegen seh' ich noch leibhaftig vor mir – ganz genau habe ich sein Bild im Gedächtnis. Ich habe in Moskau in Ihrem Hause verkehrt ...
Ganz unerwartet sehen wir einen Landsmann wieder. Lebhaft. Jetzt erinnere ich mich! Weißt du noch, Olja – bei uns sagten sie immer der »verliebte Major«. Sie waren damals Leutnant und in irgend jemanden verliebt, man nannte Sie scherzweise den Major ...
Von der Deutschen Straße ging ich immer nach der roten Kaserne. Man kommt dort über eine einsame Brücke – so düster ist's da, das Wasser rauscht ... wenn man dort allein vorübergeht, wird einem ganz traurig ums Herz. Pause. Und hier haben Sie einen so prächtigen, wasserreichen Strom! Ein wunderbarer Strom!
Ich bitte Sie! Hier ist ein so gesundes, treffliches, echt slawisches Klima. Der Strom, der Wald ... auch Birken haben Sie hier, die lieben, bescheidenen Birken, die ich mehr liebe als alle andern Bäume. Hier muss es sich wirklich gut leben. Nur eins ist sonderbar: dass der Bahnhof zwanzig Werst von der Stadt entfernt ist ... Und kein Mensch weiß, warum das so ist ...
Ich weiß, warum das so ist. Alle sehen nach ihm hin. Wenn er näher läge, wär' er nicht so weit, und weil er so weit ist, darum liegt er eben nicht nahe. Peinliches Schweigen.
Ja, man wird uns vergessen. Das ist nun so unser Schicksal, dagegen lässt sich nichts tun. Was uns jetzt wichtig und bedeutungsvoll vorkommt, wird mit der Zeit vergessen werden oder uns unwichtig erscheinen. Pause. Und es ist interessant, dass wir jetzt gar nicht sagen können, was eigentlich später einmal als wichtig und bedeutungsvoll und was als unbedeutend und lächerlich gelten wird. Hat man nicht die Idee des Kopernikus oder die Pläne des Kolumbus in der ersten Zeit albern und lächerlich gefunden, während irgendein läppischer Unsinn als Wahrheit galt? Und ebenso ist's möglich, dass unsere heutigen Zustände, mit denen wir so zufrieden sind, späteren Geschlechtern höchst seltsam, unvernünftig, unlauter, vielleicht sogar sündhaft erscheinen werden ...
Wer kann's wissen? Vielleicht wird man unsere Zeit einmal sogar eine große Zeit nennen und ihr Anerkennung zollen. Wir haben keine Folter mehr, keine Todesstrafe, keine Einfälle wilder Völker. Bei alledem haben wir freilich noch Elend genug.
Es gibt so viele Leiden, unter denen die Menschen heute seufzen – und doch heißt es, dass unsere gesellschaftlichen Zustände in sittlicher Beziehung entschieden fortgeschritten sind.
Sie sagten eben, Baron, man werde unsere Zeit mal eine große Zeit nennen; darum bleiben die Menschen aber doch klein! ... Erhebt sich von seinem Platz. Sehen Sie, was für ein kleiner Kerl ich zum Beispiel bin! Na, wenigstens hab' ich jetzt einen Trost: bin ich klein, so ist meine Zeit doch groß.
Sie kleidet sich ganz entsetzlich. Als Moskauer werden Sie mich begreifen: ich kann es nicht ansehen, wie sie sich hier tragen; sie beleidigen mich geradezu, diese hiesigen Modedamen. Nicht bloß geschmacklos und unmodern – nein, einfach kläglich kleiden sie sich. Diese sonderbaren grellen, gelben Röcke, mit den abgeschmackten Fransen dran, und dazu die knallroten Jäckchen. Und die Backen so glatt abgeseift, so glänzend! Andrej ist gar nicht verliebt – ich kann's nicht glauben, er hat doch Geschmack. Er spaßt nur mit uns, will uns ärgern. Ich hörte übrigens gestern, dass sie Herrn Protopopow heiratet, den Vorsitzenden des hiesigen Landschaftsamts. Das wäre nett ... Ruft nach der Seitentür hin. Andrej, komm doch her! Nur auf einen Augenblick!
Er ist nicht nur unser kleiner Gelehrter, sondern spielt auch die Geige und macht allerhand hübsche Sägearbeiten – mit einem Wort: ein Meister in allen Künsten. Andrej, so bleib doch da! Er hat nämlich die Gewohnheit, immer wegzulaufen, wenn Gesellschaft da ist. Komm doch her! Mascha und Irina fassen ihn unter die Arme und führen ihn lachend zurück.
Na, genug, genug ... Trocknet sich die Stirn. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und bin nicht recht auf dem Posten. Bis vier Uhr hab' ich gelesen, dann hab' ich mich hingelegt, aber es war nichts mehr mit dem Schlafen. Hab' über dies und das gegrübelt – und mit einemmal ist's hell, die Sonne dringt mit Gewalt ins Schlafzimmer. Gegen zwei Uhr schon beginnt's zu dämmern ... Ich will jetzt im Sommer, solange ich hier bin, ein englisches Buch übersetzen ...
Ja. Mein Vater, Gott hab' ihn selig, hat uns gehörig mit Bildung vollgepfropft. Das war sehr überflüssig und lächerlich – aber es liegt schließlich kein Grund vor, es zu verschweigen. Nach seinem Tode begann ich dick zu werden, als ob mein Körper plötzlich von einem schweren Druck befreit worden wäre. Dank unserm Papa können wir alle Französisch, Deutsch und Englisch, und Irina kann außerdem noch Italienisch. Aber was für Mühe hat das gekostet!
In diesem Nest hier ist's ein sehr überflüssiger Luxus, drei fremde Sprachen zu können. Oder nicht einmal Luxus – einfach ein überflüssiges Anhängsel ist's, wie wenn man einen sechsten Finger hat. Wir wissen sehr viel überflüssiges Zeug.
Wie können Sie das sagen? Erstens besitzt doch kaum ein Mensch einen so klaren und scharfen Blick, um das Überflüssige ohne weiteres vom unbedingt Notwendigen zu unterscheiden. Und zweitens ist nach meiner Meinung kein Ort so langweilig und trostlos, dass ein verständiger, gebildeter Mensch darin nicht an seinem Platze wäre. Angenommen, es gibt unter den hunderttausend Menschen, die diese zweifellos sehr zurückgebliebene Stadt bewohnen, nur drei solche Menschen wie Sie sind. Selbstverständlich wird es Ihnen nicht gelingen, die dunklen Massen, die Sie umgeben, siegreich zum Licht emporzuführen; Sie werden im Laufe der Zeit Konzessionen machen müssen, werden sich in der hunderttausendköpfigen Menge verlieren, werden es sich gefallen lassen müssen, dass das Leben Ihnen über den Kopf wächst; und doch werden Sie nicht spurlos verschwinden, nicht ohne Einfluss bleiben. Es werden sich nach Ihnen mehr solche Leute finden, wie Sie sind – zuerst vielleicht sechs, dann zwölf, und so fort, bis schließlich die Menschen Ihres Schlages in der Mehrzahl sind. In zwei-, dreihundert Jahren wird das Leben auf der Erde unvergleichlich schöner und herrlicher sein. Der Mensch hat ein Bedürfnis nach einem solchen Leben, und wenn es bisher noch nicht verwirklicht ist, dann soll er es wenigstens vorausahnen, soll es ersehnen, soll von ihm träumen und sich darauf vorbereiten, und darum muss er mehr sehen und mehr wissen, als sein Großvater und sein Vater gesehen und gewusst haben. Lacht. Und Sie beklagen sich darüber, dass Sie so viel Überflüssiges wissen!
Nach soundso viel Jahren, sagen Sie, wird das Leben auf der Erde schöner und herrlicher sein. Aber um jetzt daran teilzunehmen, sei es auch nur aus der Ferne, muss man sich darauf vorbereiten, muss man arbeiten ...
Ja. Aber wieviel Blumen Sie haben! Schaut um sich. Und was für eine prächtige Wohnung! Ich beneide Sie. Ich hab' mich mein Leben lang in kleinen, elenden Buden herumgedrückt, mit zwei Stühlen, einem Diwan und einem Ofen, der ewig rauchte. Zu solchen Blumen hat es bei mir nie im Leben gereicht ... Reibt sich die Hände. Äh! Na, 's ist mal nicht zu ändern.
Ja, man muss arbeiten. Sie denken vielleicht im stillen: Seht doch den gefühlvollen Deutschen! Aber ich bin, auf Ehre, ein Russe und spreche noch nicht mal deutsch. Mein Vater gehört der orthodoxen Kirche an ... Pause.
Ich denke oft bei mir: wie, wenn man so das Leben noch einmal, und zwar bewusst, von vorn beginnen könnte? Wenn das erste Leben, das wir schon durchlebt haben, sozusagen das Konzept und das zweite die Reinschrift davon wäre? Dann würde doch jeder von uns bemüht sein, sich dieses zweite Leben angenehmer einzurichten, statt einfach das erste Leben zu kopieren! Er würde alles behaglicher haben wollen, mit Blumen, mit reichlichem Licht ... Ich habe eine Frau und zwei Töchterchen, meine Frau ist kränklich und so weiter und so weiter – wenn ich mein Leben von vorn beginnen könnte, würde ich jedenfalls nicht heiraten ... Um keinen Preis!
Teure Schwägerin, gestatte mir, dass ich dir zu deinem Namenstage gratuliere und dir von Herzen Gesundheit wünsche, nebst allem, was man sonst noch einem jungen Mädchen in deinen Jahren wünschen kann. Als Geschenk nimm dieses Büchlein von mir entgegen. Reicht ihr ein Buch. Es ist die Geschichte unseres Gymnasiums während der letzten fünfzig Jahre, von mir selbst verfasst. Ein unbedeutendes Schriftchen, das ich lediglich schrieb, um mir die Zeit zu vertreiben – aber lies es gleichwohl! Gehorsamster Diener, meine Herren! Zu Werschinin. Kulygin, Lehrer am hiesigen Gymnasium, Hofrat. Zu Irina. In diesem Büchlein wirst du ein Verzeichnis aller derjenigen finden, die innerhalb der letzten fünfzig Jahre unser Gymnasium mit Erfolg absolviert haben. Feci, quod potui, faciant, meliora potentes. Küsst Mascha.
Wirklich? In diesem Falle gib es mir zurück, oder noch besser: gib es dem Oberst! Nehmen Sie es, bitte, Herr Oberst. Vielleicht lesen Sie es gelegentlich mal aus Langerweile.
Es scheint, dass Sie einen Namenstag feiern. Entschuldigen Sie, dass ich nicht gratuliert habe – ich hatte keine Ahnung ... Geht mit Olga nach dem Saal.
Heut ist der Tag des Herrn, meine Herrschaften – der Tag des Friedens. Wir werden ausruhen, werden fröhlich sein, jeder seinem Alter und seiner Stellung gemäß. Bald wird man die Teppiche aufnehmen und für den Winter konservieren ... Persisches Insektenpulver muss man anwenden oder Naphthalin ... Die Römer waren ein so gesundes Volk, weil sie es verstanden, ihre Zeit in richtigem Verhältnis zwischen Arbeit und Vergnügen zu teilen. Ihr Grundsatz war: Mens sana in corpore sano. Ihr Leben floss in bestimmten Formen dahin. Überall im Leben ist die Form die Hauptsache, sagt unser Direktor. Was seine Form verliert, das stirbt ab – in der Natur wie in unserem täglichen Leben. Fasst Mascha um die Taille und lacht. Mascha liebt mich. Meine Gattin liebt mich ... Auch die Portieren müssen für den Sommer verwahrt werden, zusammen mit den Teppichen ... Ich bin heut in so ausgezeichneter Stimmung. Mascha, um vier Uhr sind wir heute beim Direktor – es wird ein Ausflug des Kollegiums geplant, mit Angehörigen.
Den Abend bringen wir beim Direktor zu. Trotz seines kränklichen Zustandes sucht dieser Mann vor allem die Geselligkeit zu pflegen. Eine ganz ausgezeichnete, lichtvolle Persönlichkeit. Ein großartiger Mensch. Gestern nach der Konferenz sagte er zu mir: »Ich bin müde, Fjodor Iljitsch, ich bin müde!« Sieht nach der Wanduhr, dann nach seiner Taschenuhr. Eure Uhr geht um sieben Minuten zu früh. »Ja,« sagte er, »ich bin müde!« Hinter der Szene Geigenspiel.
Ach, meine liebe, gute Olga! Ich habe gestern vom Morgen bis elf Uhr abends gearbeitet, ich war furchtbar müde – und heut fühle ich mich so glücklich. Geht nach der Tafel im Saal. Meine liebe, gute ...
Nehmen Sie sich jedenfalls in acht. Ärgerlich, doch so, dass ihr Gatte es nicht hört. Schon wieder soll ich mich bei diesem Direktor langweilen ... den ganzen Abend! Der Teufel mag das holen!
Mascha ist heute in schlechter Stimmung. Sie hat mit siebzehn Jahren geheiratet, und damals erschien ihr Mann ihr als der verständigste Mensch auf der Welt. Jetzt sieht sie sich enttäuscht: ein guter Kerl ist er wohl, aber sein Verstand ist nicht weit her.
Er ist ein sonderbarer Mensch. Mir tut er leid, und andererseits ärgere ich mich über ihn; aber das Mitleid ist stärker. Ich halte ihn für schüchtern. Wenn wir zu zweien zusammen sind, ist er sehr vernünftig und nett, in Gesellschaft aber benimmt er sich ungeschliffen, wie ein richtiger Raufbold ... Gehen Sie noch nicht, mögen sich die andern erst zu Tisch setzen. Lassen Sie mich hier bei Ihnen bleiben. Woran denken Sie? Pause. Sie sind zwanzig Jahre alt, ich noch nicht dreißig. Wieviel Jahre liegen noch vor uns – welch eine lange Reihe von Tagen, und alle erfüllt von meiner Liebe zu Ihnen ...
Mich beseelt ein heißer Durst nach Leben, nach Kampf, nach Arbeit, und dieses Gefühl ist in meiner Seele mit der Liebe zu Ihnen, Irina, verschmolzen – zu Ihnen, die Sie so schön sind! Und schön – o, so schön erscheint mir auch das Leben ... Woran denken Sie?
Sie sagen, das Leben erscheine Ihnen schön – ja, wenn's einem nur so erscheint! Uns drei Schwestern hat es sich noch nicht von seiner schönen Seite gezeigt, es hat uns ersticken lassen im wuchernden Unkraut ... Fährt rasch mit der Hand über ihr Gesicht, lächelnd. Tränen ... die sind überflüssig. Nur Arbeit, Arbeit tut not. Wir sind nur darum so mißvergnügt, sehen nur darum das Leben so düster an, weil wir die Arbeit nicht kennen. Wir stammen von Leuten ab, die die Arbeit verachtet haben ...
Ich habe mich verspätet ... Sie setzen sich schon zum Frühstück! Guckt flüchtig in den Spiegel, glättet ihr Haar. Die Frisur ist nicht übel ... Erblickt Irina. Liebe Irina Ssergejewna, ich gratuliere Ihnen herzlich. Küsst sie fest und lange. Sie haben so viel Gäste ... ich genier' mich fast ... Zu Tusenbach. Guten Tag, Baron!
Abends gibt's Truthahn und süße Apfelspeise. Gott sei Dank, ich bin heute den ganzen Tag zu Hause ... ein Abend daheim! ... Kommen Sie nur alle heut abend, Herrschaften ...
Gratuliere! Wünsche von Herzen alles Gute. Das Wetter ist heut kapital, wirklich großartig! Bin den ganzen Morgen mit meinen Gymnasiasten spazierengegangen – gebe nämlich Turnunterricht im Gymnasium ...
Sie können sich ruhig bewegen, Irina Ssergejewna! Photographiert sie. Sehen wirklich heut interessant aus! Nimmt aus der Tasche einen Kreisel. Hab' Ihnen unter anderem 'nen Brummkreisel mitgebracht ... hat einen wunderbaren Ton!
»Ein Eichbaum steht am Meeresstrande, ein goldnes Kettlein hängt daran« ... Weinerlich. Ich weiß nicht, warum ich das immerfort wiederhole – seit dem frühen Morgen verfolgen mich diese Worte ...
Wenn dreizehn Personen zu Tisch sind, gibt's Verliebte darunter. Zu Tschebutykin. Sie sind's doch nicht etwa, Iwan Romanowitsch? Das wäre schön! Gelächter.
Ich bin ein alter Sünder, der nicht mehr in Betracht kommt. Aber warum Natalia Iwanowna so rot geworden ist, kann ich wirklich nicht begreifen. Lautes Gelächter; Natascha läuft aus dem Saal in das Wohnzimmer, hinter ihr her Andrej.
Ich schäme mich so! Ich weiß nicht, wo ich bleiben soll vor Verlegenheit – und sie machen sich über mich lustig. Es mag ja unanständig sein, dass ich fortgelaufen bin – aber ich kann nicht ... ich kann nicht anders ... Hält sich die Hände vor das Gesicht.
Meine Teure, ich bitte Sie, ich beschwöre Sie – regen Sie sich nicht so auf! Ich versichere Sie: sie scherzen nur, sie meinen es gut. Meine Teuerste, Schönste – es sind alles so herzensgute Leute, sie haben uns beide so gern. Kommen Sie hierher, ans Fenster, hier kann man uns nicht sehen ... Er sieht sich um.
O Jugendzeit, herrliche, wunderbare Jugendzeit! Meine Teure, meine Schöne – beruhigen Sie sich! Vertrauen Sie mir, vertrauen Sie!.. Mir ist so wohl ums Herz, meine Seele ist voll Liebe, voll Begeisterung ... Nein, man sieht uns nicht, man sieht uns nicht. Warum ich Sie so liebe, seit wann ich Sie liebe – ich weiß es nicht. Meine Teure, meine Herrliche, Reine – werden Sie mein Weib! Ich liebe Sie, liebe Sie über alles ... wie ich nie jemanden geliebt habe ... Sie küssen sich.
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Du hast dich eben daran gewöhnt, mich als kleines Mädchen zu […], und wunderst dich, wenn ich ein ernstes Gesicht mache.«
3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »entweder« in diesem Textausschnitt? »Sie gehen entweder in zwei, drei Jahren an Ihrem Spleen zugrunde, oder ich werde mal wütend und schieße Ihnen eine Kugel durch den Kopf.«
4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »Als wenn ich auf dem Meer dahinsegelte: über mir dehnt sich der weite blaue Himmel, und große weiße Vögel schweben durch die Lüfte.«
B: »Wassili Wassilitsch, ich bitte Sie – lassen Sie mich in Ruhe ...«
C: »Gehen Sie noch nicht, mögen sich die andern erst zu Tisch setzen.«
7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich habe eine Frau und zwei Töchterchen, meine Frau ist kränklich und …«
8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Mascha, um vier Uhr sind wir heute beim Direktor – es wird ein Ausflug des […] geplant, mit Angehörigen.«
9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Die Römer waren ein so gesundes Volk, weil sie es verstanden, ihre Zeit in richtigem Verhältnis zwischen Arbeit und Vergnügen zu teilen.«
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Was für wunderbare Gedanken gingen mir «. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.
Impulse zur Selbstprüfung
Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.
2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Was für wunderbare Gedanken gingen mir « und »geworden ist, kann ich wirklich nicht begreifen«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.
Impulse zur Selbstprüfung
Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.
Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Vielleicht wird man unsere Zeit einmal sogar eine große Zeit nennen und ihr Anerkennung zollen.«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.
Impulse zur Selbstprüfung
Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.
Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
Wirkung als begründete Deutung formuliert
Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Heut vor einem Jahre ist der Vater gestorben – gerade an deinem Namenstag, Irina, am fünften Mai.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Diese sonderbaren grellen, gelben Röcke, mit den abgeschmackten Fransen dran, und dazu die knallroten Jäckchen.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Ich liebe Sie, liebe Sie über alles ... wie ich nie jemanden geliebt habe ...«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.
Drei Schwestern
Tschechow, Anton: Drei Schwestern. Schauspiel in vier Aufzügen, Übers. v. August Scholz, Berlin: I. Ladyschnikow, [o.J.]. Čechov, Anton Pavlovič 6- Berlin
Das Werk Drei Schwestern von Čechov, Anton Pavlovič ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.
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Čechov, Anton Pavlovič; Russian Wikisource contributors. CC BY-SA 4.0. See source page histories.
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