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Buch - Die Kreuzelschreiber - Anzengruber, Ludwig

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Originalwerk · Lesefassung

Die Kreuzelschreiber

Anzengruber, Ludwig · 1839–1889

Die Kreuzelschreiber von Anzengruber, Ludwig. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–135 Abschnitte
Porträt von Anzengruber, Ludwig; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Anzengruber, Ludwig · Rudolf Krziwanek · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erste Szene
Vorlage S. 2
2
Michl, Loisl, Martin, Sepp und andere Bursche. Dann Veit. Darauf der Steinklopferhanns.
Vorlage S. 2
3
Die Bursche sitzen zechend und lärmend in der Buschenlaube. – Michl klopft mit dem Krug auf dem Tische zum Zeichen, daß er singen wolle. – Alles schweigt und schlägt später zum Gesang in die Hand, manchmal mit dem Krug auf den Tisch – beim Chor schreit zuweilen einer über alle hinaus.
Vorlage S. 2
4
MICHL
Vorlage S. 2
5
singt.
Vorlage S. 2
6
Bissel christlich, bissel gottlos,
Vorlage S. 2
7
Bissel schön, bissel schiach –
Vorlage S. 2
8
Bissel gottlos beim Dirndl,
Vorlage S. 2
9
Bissel frumm in der Kirch!
Vorlage S. 2
10
Dulidieh!
Vorlage S. 2
11
Alle fallen ein und jodeln mit.
Vorlage S. 2
12
Dulidieh!
Vorlage S. 2
13
LOISL
Vorlage S. 3
14
klopft – Stille – singt.
Vorlage S. 3
15
Heilig werdn, heilig werdn,
Vorlage S. 3
16
Das möcht ich eh –
Vorlage S. 3
17
Drum kraxl ich all Tag
Vorlage S. 3
18
Zun Himmel auf d' Höh!
Vorlage S. 3
19
Doch kimm ich net viel hoch,
Vorlage S. 3
20
Dös geht ma nit ein –
Vorlage S. 3
21
[: Beim Dirndal sein Fenster
Vorlage S. 3
22
Draht's mich allmal hinein! :]
Vorlage S. 3
23
Holladieh!
Vorlage S. 3
24
Alle wie oben.
Vorlage S. 3
25
Holladieh!
Vorlage S. 3
26
VEIT
Vorlage S. 3
27
kommt mit frischem Getränk in kleinen Steinkrügen.
Vorlage S. 3
28
No, Buben, jetzt stellts aber die besoffene Metten ein, der Segen is aus, die Manner werdn gleich kämma!
Vorlage S. 3
29
MARTIN
Vorlage S. 3
30
steht auf und singt.
Vorlage S. 3
31
Lass s' nur kommen, dö Männer,
Vorlage S. 3
32
So gehen doch glei,
Vorlage S. 3
33
Hoam müssen s' gehn – hoam müssen s' gehn,
Vorlage S. 3
34
Sonst greint es Wei!
Vorlage S. 3
35
ALLE.
Vorlage S. 3
36
Hoam müssen s' gehn – hoam müssen s' gehn,
Vorlage S. 3
37
Sonst greint es Wei!
Vorlage S. 3
38
Juchhu!
Vorlage S. 3
39
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 3
40
tritt auf.
Vorlage S. 3
41
Ein alter Mann, sechzig Jähre, einen abgetragenen grauen, breitkrempigen, stellenweise durchlöcherten Filz auf dem wetter gebräunten Haupt, lange, weiße Haarflechten, grauen Stoppelbart, Pfeife im Mund, einen einmal hechtgrau gewesenen Soldatenkittel, Pantalon von Zwilch, geflickt; grobes Schuhzeug; über die rechte Achsel fallen an einem Stricke zwei schwere Hämmer, der eine, leichtere, vorne über die Brust, der schwerere auf den Rücken herab. – Noch beim Zaun. Juchuchu! Kommt vor. Da geht's lustig aber!
Vorlage S. 3
42
DIE BURSCHE
Vorlage S. 3
43
schreiend und lachend.
Vorlage S. 3
44
Ju!
Vorlage S. 3
45
SEPP.
Vorlage S. 4
46
Da kimmt schon einer! Is dös auch a Mann? Beileib, dös is der Steinklopferhanns!
Vorlage S. 4
47
ALLE
Vorlage S. 4
48
lachend.
Vorlage S. 4
49
Hollah! Steinklopfer, da kimm her!
Vorlage S. 4
50
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 4
51
Is 's Bier bei eng wohlfeil – setz ich mich schon her.
Vorlage S. 4
52
Er setzt sich, man bietet ihm zu trinken.
Vorlage S. 4
53
VEIT
Vorlage S. 4
54
schlägt ihn unterm Trinken spaßhaft in den Rücken.
Vorlage S. 4
55
Führt dich der Guguk auch her, du alter Radelsführer! Dö schrein mir eh schon 'n ganz Nachmittag, dass ich mein, fallt der Himmel ein!
Vorlage S. 4
56
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 4
57
O fix nein! Sixt, dös is, weil ich net dabei war. Ich kann dir Liedeln, die dich nur so ins Ohr kitzeln wie a Bettfeder! Singt.
Vorlage S. 4
58
Wann der Himmel einfallet,
Vorlage S. 4
59
ALLE BURSCHE
Vorlage S. 4
60
singen leise mit Brummstimmen nach.
Vorlage S. 4
61
Wann der Himmel einfallet,
Vorlage S. 4
62
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 4
63
Dös wär nit zum Lacha!
Vorlage S. 4
64
ALLE.
Vorlage S. 4
65
Dös wär nit zum Lacha!
Vorlage S. 4
66
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 4
67
Wann der Himmel einfallet –
Vorlage S. 4
68
ALLE.
Vorlage S. 4
69
Wann der Himmel einfallet –
Vorlage S. 4
70
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 4
71
und alle.
Vorlage S. 4
72
Dös wär a –
Vorlage S. 4
73
– Zugleich, schreiend und mit den flachen Händen auf den Tisch schlagend –.
Vorlage S. 4
74
Kracha!!
Vorlage S. 4
75
VEIT
Vorlage S. 4
76
faßt nach seinen Ohren, ärgerlich und lachend.
Vorlage S. 4
77
No hab ich mir's doch denkt, wann der was fürbringt, is 's Allerschlechtest!
Vorlage S. 4
78
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 4
79
Nur lustig, lustig! Gehn auf der Welt die Spitzbubn in der Maschkaradi, schadt's nix, schaut amal a der ehrlich Mann wie a Spitzbub aus! – Laßts mir fein a ein Krügel hergebn, eng bringt's nit um und ös wißts, ich trink nur fremds Bier!
Vorlage S. 4
80
LOISL
Vorlage S. 4
81
ganz reich gekleideter Bursche mit blanken Knöpfen und schwerer Uhrkette, selbstgefällig.
Vorlage S. 4
82
Wirt, du kannst ihm oans bringen.
Vorlage S. 4
83
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 5
84
No, vergelt dir's Gott, Loisl! – Sikra nein, du schaust aber a darnach aus, als kam's dir am leichtesten an! Führst dein Uhr an einer schweren Ketten – lauft s' leicht voraus?
Vorlage S. 5
85
Alle lachen.
Vorlage S. 5
86
LOISL
Vorlage S. 5
87
beleidigt.
Vorlage S. 5
88
Is dös fürn Trunk?
Vorlage S. 5
89
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 5
90
Na, dös ist umsunst, fürn Trunk hast ja schon dein Vergelt's – Gott!
Vorlage S. 5
91
MARTIN
Vorlage S. 5
92
hat nach links in die Szene geblickt.
Vorlage S. 5
93
Na, gebts a Achtung! Schauts, wer dort umn Weg biegt.
Vorlage S. 5
94
MICHL.
Vorlage S. 5
95
Mein Six! Dös is die Wirtin mitn Gelbhofbauer.
Vorlage S. 5
96
LOISL.
Vorlage S. 5
97
Hat s' ihn mal aufgabelt? Dö hat ihm's eh gschworen, wann er ihr mal übern Weg lauft, sie lasst 'n nit aus!
Vorlage S. 5
98
MICHL.
Vorlage S. 5
99
Drum, weil er der Lauteste da am Bubentisch war, und seit er verheirat is, sitzt er seinm Weib auf der Kittelfalten und schaut sich um seine früheren Kameraden gar nimmer um.
Vorlage S. 5
100
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 5
101
Dafür is er jetzt Bauer.
Vorlage S. 5
102
VEIT.
Vorlage S. 5
103
Ah, der Sikra lasst sich ja gar nit anschaun! 's ganz Dorf kann ihn leiden, und er is nit erkenntlich und tut, als kam ihm dös zu von Rechts wegn.
Vorlage S. 5
104
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 5
105
Vielleicht grad deßtwegn mögts ihn leiden.
Vorlage S. 5
106
VEIT
Vorlage S. 5
107
gewichtig.
Vorlage S. 5
108
So a Glück wie er habn wenig gmacht, und doch vergunnt ihm's jeder! Kommt vor a paar Jahr als armer Bursch da von Zwentdorf nüber nach Grundldorf und wird dort Großknecht beim allmächtigen Großbauer, und der hat da rüben bei uns wieder ein alten Verwändten, 'n Bindernatz, der 'n gelben Hof und a einzig mannbar Dirn, die Sepherl, dazu hat. Der Großbauer bringt den Huber-Tonl auf dös Anwesen da her – Schlägt in den Tisch. – und, hast's nit gsehn, erheirat der 'n Gelb Hof und den Großbauern ...
Vorlage S. 5
109
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 5
110
dazwischen.
Vorlage S. 5
111
Vergiss nit – »allmächtigen« Großbauern – musst sagn!
Vorlage S. 5
112
VEIT
Vorlage S. 5
113
fortfahrend.
Vorlage S. 5
114
Und 'n Großbauern zum Vetter. – A starks Stuck!
Vorlage S. 5
115
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 6
116
Ah ja, dös schon! Nur bracht's leicht ein jeder andere a zuwegn. Zeigt auf die Bursche. Wirf du einm von dö Spatzn das Hanefkörndl hin, ob er nit a draufpickt! – Auf den Wirt. Sooft d' Red aufn Gelbhofbauer kommt, wird bei ihm 's Radel laufet, und da haspelt er die ganze alte Gschicht aber; so verwunderig kommt's ihm vor. Der Großbauer hat gern in die Dörfer da herum seine Adjutanten, dös is das Ganze, und dazu taugt ihm der jetzt am Gelben Hof. Ich aber weiß was Neuchs – Auf die Kommenden. –, und wußt der, wie er da jetzt 'n Weg hertappt, davon, bracht 'n kein Teuxel daher!
Vorlage S. 6
117
MARTIN
Vorlage S. 6
118
zugleich.
Vorlage S. 6
119
No, was?
Vorlage S. 6
120
MICHL.
Vorlage S. 6
121
Lass's los!
Vorlage S. 6
122
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 6
123
rückt zu, halblaut.
Vorlage S. 6
124
Wie er noch drent in Grundldorf Großknecht war, ist er mit einer Kellnerin gangen.
Vorlage S. 6
125
MICHL.
Vorlage S. 6
126
Dös is ja a was Alts!
Vorlage S. 6
127
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 6
128
Narr! Freilich wohl! Aber der Gspaß kommt erst. Dös is neuch, dass die nämlich Kellnerin gestern da bei unsern Wirten eingstanden is!
Vorlage S. 6
129
VEIT.
Vorlage S. 6
130
So! No! Die Liesel wär's –?!
Vorlage S. 6
131
SEPP
Vorlage S. 6
132
lacht dumm.
Vorlage S. 6
133
Öhöhöhö!
Vorlage S. 6
134
MARTIN
Vorlage S. 6
135
schlägt mit der Faust in den Tisch.
Vorlage S. 6
136
Lustig und rasch nacheinander. Was d' sagst!
Vorlage S. 6
137
LOISL Na wart, Dirn!
Vorlage S. 6
138
MICHL.
Vorlage S. 6
139
Dös trifft aber fein zsamm!
Vorlage S. 6
140
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 6
141
Pscht! Seids stad! Sie sein schon nahet!
Vorlage S. 6
142
Zweite Szene
Vorlage S. 6
143
Vorige. Marthe mit Anton von links.
Vorlage S. 6
144
MARTHE
Vorlage S. 6
145
noch hinter der Szene.
Vorlage S. 6
146
No, kimm nur, du Duckmauser, ich lass dich nimmer aus! Bist ja eh schon a halb Jahr verheirat, da därfst schon wieder ins Wirtshaus gehn.
Vorlage S. 6
147
Die beiden sind unterdem oben erschienen.
Vorlage S. 6
148
ANTON
Vorlage S. 7
149
resoluter, junger, wohlhabend aussehender Bauer.
Vorlage S. 7
150
Na, ich denk, zwegn 'm Dürfen hätt ich doch früher auch niemand um Erlaubnis fragn müssn; aber es is kein Zeit, Mutterl, es is kein Zeit!
Vorlage S. 7
151
MARTHE
Vorlage S. 7
152
behäbiges, altes Mütterchen mit rotem Regenschirm und Gebetbuch.
Vorlage S. 7
153
Was nit gar, es war kein Zeit! Woher nehmet s' denn dann der Mesner, der 's vom Turm gibt? Wird s' doch der nit gstohln habn!
Vorlage S. 7
154
ANTON.
Vorlage S. 7
155
Schau, Wirtin, a andermal, heut nit!
Vorlage S. 7
156
MARTHE.
Vorlage S. 7
157
Ah, grad heut muss sein – und vorauf gehst!
Vorlage S. 7
158
Gibt ihm einen scherzhaften Schlag in den Rücken.
Vorlage S. 7
159
ANTON
Vorlage S. 7
160
stolpert die Stufen in den Hofraum.
Vorlage S. 7
161
No, mein Eingang hat der Herr schon gsegnet, sonst hätt ich mir sicher d' Füß verbrochen.
Vorlage S. 7
162
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 7
163
halblaut.
Vorlage S. 7
164
Nur vom Ausgang traumt ihm noch nix!
Vorlage S. 7
165
VEIT
Vorlage S. 7
166
ihm entgegen.
Vorlage S. 7
167
Grüß Gott, Gelbhofbauer! Sieht man dich a amol? Du bist seltsam!
Vorlage S. 7
168
ANTON.
Vorlage S. 7
169
Dös sag ich auch! Du hast dein Alte sauber auf die Gäst dressiert. Kommt vor und sieht die Bursche. Jetzt is's gut! Da sitzt 's ganze Bandl beieinand!
Vorlage S. 7
170
ALLE.
Vorlage S. 7
171
Grüß Gott, Gelbhofbauer!
Vorlage S. 7
172
LOISL
Vorlage S. 7
173
präsentiert ihm den Krug.
Vorlage S. 7
174
Wie geht's dir allweil?
Vorlage S. 7
175
ANTON.
Vorlage S. 7
176
No, dank, 's muss recht sein, könnt nit klagen!
Vorlage S. 7
177
Tut Bescheid.
Vorlage S. 7
178
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 7
179
Nö, dös gfreut mich aber wirklich!
Vorlage S. 7
180
ANTON
Vorlage S. 7
181
setzt ab.
Vorlage S. 7
182
Der is auch da? No, der is mir schon der Liebste!
Vorlage S. 7
183
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 7
184
ist aufgestanden, tritt zu ihm, treuherzig.
Vorlage S. 7
185
Gelt ja? Mir mögen einander allmal leiden?
Vorlage S. 7
186
ANTON.
Vorlage S. 7
187
Na wohl! Zu Veit. Lass mir ein Trunk bringen, wenn ich schon bleiben soll.
Vorlage S. 7
188
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 7
189
Mir sein Freund!
Vorlage S. 7
190
Drückt ihm die Hand.
Vorlage S. 7
191
MARTIN.
Vorlage S. 7
192
Du, Gelbhofbauer, sag mal – ich hab 'n Großbauer von Grundldorf schon vorign Sonntag und heut wieder bei uns herenten in Zwentdorf in d' Kirchn gehn gsehn – was sucht er denn da? Is ihm d' Grundldorfer Kirchen leicht nimmer anständig?
Vorlage S. 7
193
ANTON.
Vorlage S. 8
194
Ja, das weiß ich nit!
Vorlage S. 8
195
SEPP.
Vorlage S. 8
196
Höhö – du solltst doch wissen!
Vorlage S. 8
197
ANTON.
Vorlage S. 8
198
Warum grad ich?
Vorlage S. 8
199
MICHL.
Vorlage S. 8
Porträt von Anzengruber, Ludwig; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Anzengruber, Ludwig · Rudolf Krziwanek · Public domain Bildquelle ↗
200
Na, wir meinen nur, weil dein guter Freund dich grad früher 'm Großbauer sein Adjutanten gheißen hat.
Vorlage S. 8
201
ANTON
Vorlage S. 8
202
zum Steinklopferhanns.
Vorlage S. 8
203
Du bist doch a schlechter Kerl, soweit d' warm bist!
Vorlage S. 8
204
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 8
205
No, ich werd mich schon stellenweis bessern, wann nur erst wieder Winter wird.
Vorlage S. 8
206
ANTON.
Vorlage S. 8
207
Du, hörst – lass dich mal anschaun – grad ins Gesicht!
Vorlage S. 8
208
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 8
209
Wie d' willst!
Vorlage S. 8
210
ANTON
Vorlage S. 8
211
droht ihm.
Vorlage S. 8
212
Na, die Händ gibst her, du wärst imstand und ziehest mir leicht derweil d' Pfeifen ausm Sack. Du hast mehr Praktiken wie a alter Rab! Hält die Hände hin.
Vorlage S. 8
213
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 8
214
Da hast 's all zwei!
Vorlage S. 8
215
Beide sehen einander starr an.
Vorlage S. 8
216
Dritte Szene
Vorlage S. 8
217
Vorige. Unter folgendem kommt Liesel mit dem Krug in der Hand geschäftig vor, bis sie knapp hinter Anton steht. Gegen Ende dieser Szene kommen einzelne, dann immer mehr und mehr Bauern und nehmen an den Tischen Platz.
Vorlage S. 8
218
ANTON.
Vorlage S. 8
219
Du Sikra hnein, du blinzelst mir zviel mit die Augen, ich trau dir nit, du sinnst auf a Schelmstuck! Blickt über Steinklopferhanns' Achsel nach den Burschen. Und die machen a so verzwickte Gsichter! Lässt die Hände des Steinklopferhanns fahren. Was habts denn?!
Vorlage S. 8
220
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 8
221
faßt ihn und dreht ihn um.
Vorlage S. 8
222
Dein Trunk is da!
Vorlage S. 8
223
ANTON.
Vorlage S. 9
224
O fix nein, die Liesel!
Vorlage S. 9
225
Schaut auf die Seite.
Vorlage S. 9
226
LIESEL.
Vorlage S. 9
227
Jesses – der Ton! Gleichfalls.
Vorlage S. 9
228
Kleine Pause.
Vorlage S. 9
229
LIESEL.
Vorlage S. 9
230
Na, soll ich dem Herrn noch lang 's Krügel halten?
Vorlage S. 9
231
Stellt es auf den nächsten Tisch und tritt näher zu Anton.
Vorlage S. 9
232
ANTON
Vorlage S. 9
233
nimmt ebenso rasch den Krug und tritt einen Schritt zurück; für sich.
Vorlage S. 9
234
Jetzt heißt's gscheit sein, sonst habn s' 's ganz Jahr ihr Gspött mit mir. Blickt tiefsinnig ins Krügel; seufzend. Mir scheint, 's is schlecht gmessen!
Vorlage S. 9
235
LIESEL.
Vorlage S. 9
236
No, dös is christlich gnug gmessen, denk ich!
Vorlage S. 9
237
ANTON
Vorlage S. 9
238
für sich.
Vorlage S. 9
239
Gut is! Jetzt streit mer zweg 'm Krügel. Laut, indem er den Krug hinhält. Könntst schon was drauffülln!
Vorlage S. 9
240
LIESEL.
Vorlage S. 9
241
O du Gscheiter! Scheangl nit allweil in dn Krug, schau mich doch an!
Vorlage S. 9
242
ANTON.
Vorlage S. 9
243
Warum net? Warum nit? Richtet sich auf. Schöne Kellnerin, trink oans!
Vorlage S. 9
244
LIESEL
Vorlage S. 9
245
tut Bescheid, indem sie ihn von der Seite anblickt.
Vorlage S. 9
246
Dein Wohl!
Vorlage S. 9
247
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 9
248
Dös is a Feiner! Er lasst s' trinken, dass s' nix reden kann!
Vorlage S. 9
249
Liesel gibt den Krug zurück.
Vorlage S. 9
250
ANTON
Vorlage S. 9
251
trinkt.
Vorlage S. 9
252
Auch soviel, saubre Dirn!
Vorlage S. 9
253
LIESEL.
Vorlage S. 9
254
Na, und wie is's uns denn gangen, seitdem wir uns nimmer gsehn habn?
Vorlage S. 9
255
ANTON.
Vorlage S. 9
256
Na, ich dank! Dank schön der Nachfrag – es geht mir recht gut!
Vorlage S. 9
257
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 9
258
wie erstaunt.
Vorlage S. 9
259
Schauts gar, ös zwei kennts eng?
Vorlage S. 9
260
LIESEL
Vorlage S. 9
261
boshaft.
Vorlage S. 9
262
Ich denk!
Vorlage S. 9
263
ANTON.
Vorlage S. 9
264
Ja, a so oberflächlich –
Vorlage S. 9
265
LIESEL.
Vorlage S. 9
266
Und nur a Jahr!
Vorlage S. 9
267
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 9
268
Na, da hat er sich ziemlich lang auf der Oberflächen aufghalten. Kannst 's wohl a auswendig, wie die Bubn dö Länderbschreibung?
Vorlage S. 9
269
LIESEL.
Vorlage S. 9
270
Bist gut verheirat?
Vorlage S. 9
271
ANTON.
Vorlage S. 10
272
Aber Liesel!
Vorlage S. 10
273
LIESEL.
Vorlage S. 10
274
Ob d' redst! Ob d' gut verheirat bist? Es verintressiert mich amal!
Vorlage S. 10
275
ANTON.
Vorlage S. 10
276
Ah ja, no freilich!
Vorlage S. 10
277
LIESEL.
Vorlage S. 10
278
Mag dich dein Weib leiden?
Vorlage S. 10
279
ANTON.
Vorlage S. 10
280
Ah ja, no freilich!
Vorlage S. 10
281
LIESEL.
Vorlage S. 10
282
Weißt noch dös Gstanzl, was wir damal allmal zweistimmig gsungen habn?
Vorlage S. 10
283
ANTON.
Vorlage S. 10
284
's fallt mir nit ein!
Vorlage S. 10
285
LIESEL
Vorlage S. 10
286
schmiegt sich an ihn.
Vorlage S. 10
287
Ah ja, no freilich!
Vorlage S. 10
288
ANTON
Vorlage S. 10
289
weicht aus.
Vorlage S. 10
290
Ich kann mich nimmer erinnern!
Vorlage S. 10
291
LIESEL
Vorlage S. 10
292
rückt nach.
Vorlage S. 10
293
Ich hilf dir schon drauf!
Vorlage S. 10
294
ANTON
Vorlage S. 10
295
wie oben.
Vorlage S. 10
296
Ich bin so trocken.
Vorlage S. 10
297
LIESEL
Vorlage S. 10
298
wie oben.
Vorlage S. 10
299
's wird schon gehen!
Vorlage S. 10
300
Anton weicht wieder zurück und kommt zu stehen vor Steinklopferhanns, der stemmt sich gegen ihn, so daß Anton nimmer aus kann.
Vorlage S. 10
301
LIESEL
Vorlage S. 10
302
leise.
Vorlage S. 10
303
Du, ich rat dir's – sing!
Vorlage S. 10
304
ANTON.
Vorlage S. 10
305
No ja – aber –
Vorlage S. 10
306
LIESEL.
Vorlage S. 10
307
Setz ein!
Vorlage S. 10
308
Singt.
Vorlage S. 10
309
In mein Herzal –
Vorlage S. 10
310
ANTON UND LIESEL
Vorlage S. 10
311
vokal.
Vorlage S. 10
312
In mein Herzal hat
Vorlage S. 10
313
Koan anders oan Platz,
Vorlage S. 10
314
Ich bleib dir treu – treu,
Vorlage S. 10
315
Mein oanziger Schatz!
Vorlage S. 10
316
Jodler.
Vorlage S. 10
317
LIESEL
Vorlage S. 10
318
bricht den Jodler ab, indem sie singt.
Vorlage S. 10
319
Ich bleib dir treu – treu
Vorlage S. 10
320
Wie der Spatzin der Spatz!
Vorlage S. 10
321
Schiebt Anton den Hut zur Seite und fährt ihm spielend durch die Haare.
Vorlage S. 10
322
Gsindel! Ös bleibts einer treu! Stößt ihn mit dem Ellbogen von sich. Geh zu!
Vorlage S. 10
323
ANTON
Vorlage S. 10
324
greift nach der gestoßenen Stelle und singt parlando.
Vorlage S. 10
325
O Vergißmeinnicht, du blau Bleamel
Vorlage S. 10
326
Unter meinem Hemadärmel!
Vorlage S. 10
327
LIESEL
Vorlage S. 11
328
lachend.
Vorlage S. 11
329
Lass's gut sein, ich bin dir drum nit harb! Hätt dich eh nit mögn; so an jungen Bauer nimm ich gar nit!
Vorlage S. 11
330
LOISL
Vorlage S. 11
331
bissig, mit verstellter Lustigkeit.
Vorlage S. 11
332
Na, lieber ein mit graue Haar und krumme Knie; die Liesel will sich ausrasten im heilig Ehstand!
Vorlage S. 11
333
LIESEL.
Vorlage S. 11
334
Du täts wohl a gscheiter, du ließest dein dumm Maul rasten! Mit dir hab ich mich gwiß mein Lebtag nit strappaziert. Das sag ich dir aber – gestern, die erst Nacht, die ich da in dem Haus war, war ich zu müd und zu schläfrig und hab auch kein Aufsehn machen wolln, drum hab ich dich am Rebenglander bei meinm Fenster akrat so ruhig wieder 'nabsteigen lassen, wie 'd naufkommen bist; – heut aber, wann d' wieder Lust hättst, heut fandst s' Fenster schon offen, und da lass ich dich dann nunterteufeln wie a Hafersackel aus der Bodenluckn; – nur schau dir früher 'n Misthaufen an, der unterm Fenster liegt, ob d' der Läng nach drauf liegen kannst – 's tät mir leid, wann d' dich bucklig fallest!
Vorlage S. 11
335
Veit und Marthe haben einstweilen die an den rückwärtigen Tischen sich ansammelnden Gäste bedient.
Vorlage S. 11
336
LIESEL
Vorlage S. 11
337
wendet sich jetzt an den Tisch vorne, wo sich einige Bauern eben niederlassen, und sagt in einem Atem, aber wieder mit der größten Ruhe.
Vorlage S. 11
338
Was schaffts denn, Manner?
Vorlage S. 11
339
MICHL
Vorlage S. 11
340
zu Loisl, dem er die Hand auf die Achsel legt, summt.
Vorlage S. 11
341
»Heilig werdn, heilig werdn!« – Schau, du bedauerst mich, du wirst nimmer heilig noch selig! – Was nutzt's dich, wanns dich zum Dirndl sein Fenster neindrehst, wann dich 's Dirndl wieder rausdreht?
Vorlage S. 11
342
LOISL
Vorlage S. 11
343
richtet sich auf.
Vorlage S. 11
344
Ho! Es gibt noch anderne Fenster und andere Dirndln!
Vorlage S. 11
345
SEPP.
Vorlage S. 11
346
Höhohöl Und anderne Misthaufen!
Vorlage S. 11
347
LOISL
Vorlage S. 11
348
hebt zornig die Faust.
Vorlage S. 11
349
Du Malefiz-Depp!
Vorlage S. 11
350
ANTON
Vorlage S. 11
351
hält ihm die Faust.
Vorlage S. 11
352
Halt aus! Grauft wird hitzt nit, ös seids nimmer allein da, ös Buam! Beim ersten Streich, den d' führst, kannst dir gleich ein Baum da aussuchen, auf dem d' als Spatzenschrecker sitzen willst. So hoch lupf ich dich, Krispindel! Wendet sich ab und setzt sich an den Tisch vorne zu den Bauern.
Vorlage S. 11
353
Die Bursche gehen debattierend an ihren Tisch.
Vorlage S. 12
354
Vierte Szene
Vorlage S. 12
355
Vorige. Der Großbauer stattliche Gestalt, die Bauernkleidung vom feinsten Tuch, sein Besteck, das er in der Hose trägt, silbern. Mit ihm kommen noch einige Bauern, darunter Altlechner und der alte Brenninger.
Vorlage S. 12
356
BAUERN
Vorlage S. 12
357
an den Tischen im Hintergrund schauen auf, murmelnd.
Vorlage S. 12
358
Der Großbauer! – Schauts, der Großbauer!
Vorlage S. 12
359
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 12
360
vom Bubentisch, an dem er vorne mit dem Rücken gegen Anton sitzt, sich wendend.
Vorlage S. 12
361
Herr Adjutant, da hint schrein schon a paar: »Gwehraus!«
Vorlage S. 12
362
GROSSBAUER
Vorlage S. 12
363
vorkommend.
Vorlage S. 12
364
Grüß Gott, Manner von Zwentdorf! Fixiert dabei die an den Tischen Sitzenden.
Vorlage S. 12
365
EINZELNE
Vorlage S. 12
366
wie sie sein Blick trifft, grüßen wieder.
Vorlage S. 12
367
Grüß Gott! – Grüß Gott!
Vorlage S. 12
368
GROSSBAUER
Vorlage S. 12
369
ganz vorn, erblickt Anton.
Vorlage S. 12
370
Ho, Vetter! Grüß Gott! Schüttelt ihm die Hand. Dich such ich, und ist mir recht lieb, dass ich dich da find; du giltst was da im Ort, du bist den Zwentdorfern ihr Mann und der mein!
Vorlage S. 12
371
ANTON.
Vorlage S. 12
372
Was hast denn, Großbauer? Lass's los! Weißt, ich hab nit viel Zeit!
Vorlage S. 12
373
GROSSBAUER.
Vorlage S. 12
374
Wirst's gleich hören, dass sich's um nix Grings dreht, wann sich der Großbauer von Grundldorf selber vorspannt. Ich hab dich immer leiden mögn und bild mir was drauf ein, dass ich dein Glück gmacht hab – wann d' wolltest, könntst heut dafür erkenntlich sein. – Lass mich jetzt nur reden. Wendet sich an alle. Manner von Zwentdorf, losts mir a weng zu.
Vorlage S. 12
375
Während seiner Rede verlassen die meisten Bauern die Sitze und stellen sich in Gruppen um ihn – nur die Bursche und der Steinklopferhanns bleiben in der Buschenlaube sitzen.
Vorlage S. 12
376
GROSSBAUER.
Vorlage S. 13
377
Ich bin eng bekennt als Freund von all rechtlichen Bauersleuten, ich bin eng bekennt als einer, der festhalt an unsern alten Rechten, an unsern alten Bräuchen, an unsern alten Glauben. Ös wißts, wie ich in der Art auch allweil darnach tan hab, wie ich gegen jede Neuerung war, woher auch kämma is – drum, weil das, was zu Recht und Ordnung bestehn kann, schon unsern Vorvordern bekannt war, und was dö net kennt habn, a nit mit Recht und Ordnung vertraglich is! Ös wißts, dass ich's war, der gegen die Eisenbahn garbeit hat, dass 's nit über unsre Grundstuck sollt gführt werdn, und ös habts a gsehn, was Guts dabei herauskämma is, wie s' mich überstimmt habn; dö Judas, denen nix an ihrer Väter Grund und Boden glegen is, habn sich die Katz mit Silberling gfüllt und die, denen ihr Elternhütt nit feil war, die Hütt, in der vom Urahnl her jeder von der Sippschaft sein erst Schrei und sein letztn Seufzer tan hat, dö Hütt, wo jeder vermeint hat, er könnt auch drein, wie die Vordern, gottselig versterbn – die armen Häusler sein mit einm neuchen Recht zum Mußverkauf zwungen wordn, und dös neu Recht hat a z' gleichzeit dö Schätzer aufgstellt! – Damal habts mein gut Willen für d' Tat nehmen müssen, aber ös wißts auch, dass seither ich's gwesen bin, der allmal unsern Wahlbezirk vor die liberalen Wölf gschützt hat, damit uns da nit auch die neu Judenlehr verdirbt; dass jeder könnt glauben und für recht halten, was er will! Kurz, ös kennts mich, den Großbauern von Grundldorf!
Vorlage S. 13
378
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 13
379
blinzelnd zu den Bursche.
Vorlage S. 13
380
Hat gut reden, so a Großer!
Vorlage S. 13
381
ALLE.
Vorlage S. 13
382
No weiter! – Hörts 'n Großbauern!
Vorlage S. 13
383
GROSSBAUER.
Vorlage S. 13
384
Dös alls sag ich, net dass ich mich herausstreich, ich sag's nur, dass sich ein jeder erinnert, wie ich war, dass keiner irr wird an mir und vermeint, ich wär ein anderer wordn, wo ich jetzt mit schweren Herzen vor eng steh, eben weil ich der nämlich blieben bin, der ich allweil war! Es is a Zeit übers Land kämma, Christen, wo man nit weiß, traumt man selber oder schlaft herentgegen die ganze Welt! Mit erhobener Stimme. Manner von Zwentdorf! Man neuert hitzt von einer Seiten, wo's nie zu erwarten war, von woher man uns allweil vor jeder Neuerung christlich gwarnt hat – ich war nit umsonst heut a in eurer Kirch –: es is neuzeit die Red von Sachen, die unsre Voreltern nit zur Gottseligkeit not ghabt haben, und wöllten wir denen ihrn alt Glauben aufgeben, so könnten wir a gleich luthrisch werdn, dös war ein Teufel! – Und, Manner, so is nit allein mein Denken, mein Red: so wie ich, der Großbauer von Grundldorf, so denkt und redt a in der Stadt a frummer, gstudierter, alter Herr – frumm is er, er tragt selber 's geistlich Gwand viel Jahr schon in Ehr, gstudiert is er und weiß sich aus in die Sachen, denn bei ihm sein unsre größten Bischöf in der Lehr gwest, und a rechter Spruch lasst sich a von dem alten Mann derwarten, der durch sein weiß Haar Gott nähersteht, als da irgendeinm unter uns bstimmt sein dürft. – Um dem alten Herrn z' zeigen, dass er nit allein steht und streit, dass wir zu ihm und unsern alten Glauben halten, haben wir Grundldorfer a Gschrift aufgsetzt, die ihm Dank sagt für sein recht Wort zur rechten Zeit, und dö Gschrift hat unser Gmeind unterschriebn, vom reichsten Bauern an bis zum ärmsten Kuhhirt. Da aber ein einzige Gmeind auf so ein Papier weng Ansehn macht, so hab ich heut die Gschrift herüberbracht – Zieht eine Papierrolle aus der Brusttasche. –, auf dass ös Zwentdorfer eng a drauf unterschreiben könnts. So mein ich, ich wer's noch recht meint, der tut, wie ich sag, und wehrt sich für sein alten Glauben, auf dass der unsern Kindern und Kindskindern auch rein verbleibt, tu ihnern irdisch wie ewign Heil. Amen!
Vorlage S. 13
385
MEHRERE.
Vorlage S. 14
386
Was steht in der Gschrift? – Les für, Großbauer!
Vorlage S. 14
387
GROSSBAUER
Vorlage S. 14
388
zu Veit.
Vorlage S. 14
389
Wirt, richt in deiner Stubn 's Schreibzeug! Zu Anton, gibt ihm die Papierrolle. Vetter, jetzt tu mir die Lieb und geh nein und les den Leuten die Adreß da für. Du bist ihnen a Beispiel, geh drum voran und schreib dich gleich oben hin.
Vorlage S. 14
390
ANTON
Vorlage S. 15
391
nimmt die Rolle.
Vorlage S. 15
392
Na, wann dir damit a Gfallen gschieht, Vetter, so tu ich's schon!
Vorlage S. 15
393
GROSSBAUER.
Vorlage S. 15
394
Manner! Der Gelbhofbauer verlest s' und schreibt sich dann voran. Gehts nur hinein mit ihm.
Vorlage S. 15
395
ANTON.
Vorlage S. 15
396
Kommts mit, wer's hören will!
Vorlage S. 15
397
Mit einigen Bauern in den Haustrakt ab.
Vorlage S. 15
398
BRENNINGER
Vorlage S. 15
Druckpresse von 1811. Kontextbild zur Herstellung gedruckter Bücher, keine Szene aus dem gelesenen Werk.
Kontextbild zum Werk. Historische Handtiegelpresse · MatthiasKabel (Fotografie) · CC BY-SA 3.0 Bildquelle ↗
399
altes, kümmerliches Männchen.
Vorlage S. 15
400
Umn Glauben geht's – umn Glauben, sagts? – Dös muss man schon anhörn! Da muss man sich schon verschreibn – ja, da muss man sich schon verschreibn! Trippelt nach.
Vorlage S. 15
401
MARTHE
Vorlage S. 15
402
zu Veit, der nachfolgt.
Vorlage S. 15
403
Veit, unterschreibst dich auch?
Vorlage S. 15
404
VEIT
Vorlage S. 15
405
zuckt die Achsel.
Vorlage S. 15
406
Muss ja, bleibn ja sonst alle aus, dö unterschriebn habn. Folgt.
Vorlage S. 15
407
GROSSBAUER
Vorlage S. 15
408
geht an einen Tisch, wo noch Bauern sitzen.
Vorlage S. 15
409
No, Manner, wollts nit a hörn und unterschreibn?
Vorlage S. 15
410
ALLE
Vorlage S. 15
411
stehen verlegen auf.
Vorlage S. 15
412
Ah, freilich – freilich – wohl – wohl –! Schleichen nach, ab.
Vorlage S. 15
413
Einige an einem Tisch im Hintergrunde schleichen fort.
Vorlage S. 15
414
GROSSBAUER
Vorlage S. 15
415
wirft ihnen einen zornigen Blick nach.
Vorlage S. 15
416
Dö meinen a, sie hättn ein rechtern Glauben wie ich! Wendet sich zur Buschenlaube. No, und wie is's mit euch?
Vorlage S. 15
417
MICHL.
Vorlage S. 15
418
Geht's uns denn a an? Du hast doch nur zu die Manner von Zwentdorf gredt; weißt, Großbauer, da sein d' Buben!
Vorlage S. 15
419
GROSSBAUER.
Vorlage S. 15
420
No, dös weiß ich! Ös wöllts aber doch a Manner werdn, und rechte, hoff ich!
Vorlage S. 15
421
MARTIN.
Vorlage S. 15
422
Ah, freilich wohl, aber wir laßn uns Zeit dazu.
Vorlage S. 15
423
GROSSBAUER.
Vorlage S. 15
424
Machts keine dumm Gspäß, gehts lieber nein und tuts als Bubn, was eng gwiß als Manner reun wurd, wanns es hätts sein lassen.
Vorlage S. 15
425
MICHL
Vorlage S. 15
426
pfiffig.
Vorlage S. 15
427
Weißt, Großbauer, wir kennen uns da nit so drein aus, bis auf unser Monzeit könnt all Heutigs nimmer wahr sein; aber da sitzt oaner, der muss a rechte Spur habn, der ist kein Bub mehr und wird a nimmer a Mon, der liegt so sauber in der Mitten. Wann der Steinklopferhanns, der Monbua, unterschreibt, nachert unterschreibn wir alle!
Vorlage S. 15
428
DIE BURSCHE
Vorlage S. 16
429
stoßen sich mit den Ellbogen.
Vorlage S. 16
430
Gilt schon! Nachert unterschreibn wir alle.
Vorlage S. 16
431
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 16
432
halb erschrocken, halb unwillig.
Vorlage S. 16
433
Geht mich ja alles nix an!
Vorlage S. 16
434
GROSSBAUER.
Vorlage S. 16
435
No, du alter Grasteufel, da hast's ghört, unterschreib dich! Machst 's ganz Jahr lauter Schelmstückeln – tu mal a a gut Werk!
Vorlage S. 16
436
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 16
437
Weißt, ich kann gar nit schreibn.
Vorlage S. 16
438
GROSSBAUER.
Vorlage S. 16
439
So mach deine drei Kreuz!
Vorlage S. 16
440
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 16
441
Hast ja ehnder gnug so Kreuzelmacher da drin; wurd ja die Gschrift vor lauter Kreuzel bald ausschaun wie a Freithof.
Vorlage S. 16
442
GROSSBAUER.
Vorlage S. 16
443
Nimmst du's gar so von der leicht Seit? Dir war's wohl auch gleich, ob auf der Welt der Herrgott oder der Gottseibeiuns auf d' Höh kam?
Vorlage S. 16
444
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 16
445
No, Steiner müsst ich doch klopfen!
Vorlage S. 16
446
GROSSBAUER.
Vorlage S. 16
447
Du hast kein Glauben! Du Landstreicher,du!
Vorlage S. 16
448
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 16
449
fährt auf seinem Sitz zusammen.
Vorlage S. 16
450
Du ...! Tut einen langen Zug aus dem Kruge, setzt ihn dann hin, phlegmatisch. Großbauer von Grundldorf! Weißt, was halt der eine zwenig hat, das hat der andre zviel! Dir sagn d' bös Leut nach, du hättst znebn deinm Kirchglauben noch zwei andere.
Vorlage S. 16
451
GROSSBAUER.
Vorlage S. 16
452
Möcht's wissen!
Vorlage S. 16
453
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 16
454
Bei die Weibsleut warst a Türk und in dein Sack nein jüdisch!
Vorlage S. 16
455
Alle lachen.
Vorlage S. 16
456
GROSSBAUER
Vorlage S. 16
457
wendet sich.
Vorlage S. 16
458
Ös Hascherl, ös seids ihm ja doch z' gring, dem Großbauer von Grundldorf. In den Haustrakt ab.
Vorlage S. 16
459
Fünfte Szene
Vorlage S. 17
460
Steinklopferhanns und die Bursche.
Vorlage S. 17
461
ALLE.
Vorlage S. 17
462
Ju, ju, ju! – Steinklopferhanns, jetzt trink aber eins!
Vorlage S. 17
463
Bieten ihm die Krüge.
Vorlage S. 17
464
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 17
465
Habts 'n grad auf mich hetzen müssen?!
Vorlage S. 17
466
SEPP.
Vorlage S. 17
467
Dir tut er 's wenigste! Was kann er dir tan? Die Stoaner kann er dir doch nit aus der Welt hexen!
Vorlage S. 17
468
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 17
469
Wär a kein Schad drum! Singt.
Vorlage S. 17
470
Gab's keine Stoaner,
Vorlage S. 17
471
Wär d' Straßen nit geschottert,
Vorlage S. 17
472
Und ich müsst nimmer hammern,
Vorlage S. 17
473
Dass d' Hosen mir blodert!
Vorlage S. 17
474
Alles lacht.
Vorlage S. 17
475
MICHL.
Vorlage S. 17
476
Geh, Hanns, weil d' gut aufglegt bist und d' Luft wieder rein is, sing eins!
Vorlage S. 17
477
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 17
478
Ja, freilich, dass dö von drin außerkämen und zu der Weis auf unsere Buckeln 'n Takt schlagn.
Vorlage S. 17
479
SEPP.
Vorlage S. 17
480
No, weißt kein lauts Lied!
Vorlage S. 17
481
LOISL.
Vorlage S. 17
482
Deine Steinklopfer – Gstanzeln!
Vorlage S. 17
483
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 17
484
stolz.
Vorlage S. 17
485
Dö hab ich mir selber ausdenkt, Bubn! – Aber s' habts eh oft gnug ghört.
Vorlage S. 17
486
MARTIN.
Vorlage S. 17
487
Und noch a hundertmal! Lass s' los!
Vorlage S. 17
488
STEINKLOPFERHANNS
Vorlage S. 17
489
singt.
Vorlage S. 17
490
1.
Vorlage S. 17
491
Schön blau is der Himmel,
Vorlage S. 17
492
Schön grün is der Klee,
Vorlage S. 17
493
Und a Lapp war, der dessentwegn
Vorlage S. 17
494
Fraget: Zwegn we?
Vorlage S. 17
495
Kurzer Jodler, begleitet mit Brummstimmen vom Chor.
Vorlage S. 17
496
Znebn meiner Tag über
Vorlage S. 17
497
Gehts vorbei z' Roß und z' Fuß,
Vorlage S. 17
498
Und fragn dö nit und frag i nöt,
Vorlage S. 17
499
Zwegn i Steiner schlagn muss!
Vorlage S. 17
500
Kurzer Jodler, wie oben.
Vorlage S. 17
501
Drum, weil ich mir dös abgwöhnt hab,
Vorlage S. 18
502
Dös Raunzen und dös Fragn,
Vorlage S. 18
503
Bin ich so alt und lustig wordn
Vorlage S. 18
504
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 18
505
Beim Steinerschlagn, juhe!
Vorlage S. 18
506
CHOR.
Vorlage S. 18
507
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 18
508
Beim Steinerschlagn, juhe!
Vorlage S. 18
509
2.
Vorlage S. 18
510
Es Vögerl im Wald,
Vorlage S. 18
511
Das af d' Asteln drobn steht,
Vorlage S. 18
512
Dös fragt nit, wo's herkimmt
Vorlage S. 18
513
Und nöt, wohin's geht.
Vorlage S. 18
514
Wie oben.
Vorlage S. 18
515
Was mer weiß, dös is weng,
Vorlage S. 18
516
Was man nit weiß, is meist,
Vorlage S. 18
517
Und a Narr war, der deßtwegn,
Vorlage S. 18
518
'n Kopf sich zerreißt!
Vorlage S. 18
519
Wie oben.
Vorlage S. 18
520
Drum, weil ich mir dös abgwöhnt hab,
Vorlage S. 18
521
Dös Raunzen und dös Fragn,
Vorlage S. 18
522
Bin ich so alt und lustig wordn
Vorlage S. 18
523
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 18
524
Beim Steinerschlagn, juhe!
Vorlage S. 18
525
CHOR.
Vorlage S. 18
526
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 18
527
Beim Steinerschlagn, juhe!
Vorlage S. 18
528
3.
Vorlage S. 18
529
Dö Weg tan sich schneiden
Vorlage S. 18
530
Kreuz, quer, grad und krumm,
Vorlage S. 18
531
Kann a Dirndal dich leiden,
Vorlage S. 18
532
So frag nit: warum?
Vorlage S. 18
533
Wie oben.
Vorlage S. 18
534
's Faß hat ein Boden,
Vorlage S. 18
535
s' Faß hat ein Spund,
Vorlage S. 19
536
Aber d' Lieb und die Untreu
Vorlage S. 19
537
Habn öften kein Grund!
Vorlage S. 19
538
Wie oben.
Vorlage S. 19
539
Weil ich nur so vorbeigstreift bin
Vorlage S. 19
540
In mein verliebten Tagn,
Vorlage S. 19
541
Bin ich so alt und lustig wordn
Vorlage S. 19
542
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 19
543
Beim Steinerschlagn, juhe!
Vorlage S. 19
544
CHOR.
Vorlage S. 19
545
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 19
546
Beim Steinerschlagn, juhe!
Vorlage S. 19
547
4.
Vorlage S. 19
548
's wird a Baum aus ein Körndl,
Vorlage S. 19
549
Wann a Zeit a vergeht,
Vorlage S. 19
550
Auf der Welt wird's no lustig,
Vorlage S. 19
551
Doch derlebn tan mer's net!
Vorlage S. 19
552
Wie oben.
Vorlage S. 19
553
Nur lustig, wann 's Hemet
Vorlage S. 19
554
In Fetzn gang a –
Vorlage S. 19
555
Juche und Auweh kost
Vorlage S. 19
556
Ja doch nur an Schroa!
Vorlage S. 19
557
Wie oben.
Vorlage S. 19
558
Drum bleib ich allweil kreuzfidel
Vorlage S. 19
559
Und tu nach nix nit fragn,
Vorlage S. 19
560
Bin alt wordn und bin lustig bliebn
Vorlage S. 19
561
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 19
562
Beim Steinerschlagn, juhe!
Vorlage S. 19
563
CHOR.
Vorlage S. 19
564
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 19
565
Beim Steinerschlagn, juhe!
Vorlage S. 19
566
Nach dem Liede gehen Steinklopferhanns und Bursche nach dem Hintergrunde.
Vorlage S. 19
567
Sechste Szene
Vorlage S. 20
568
Vorige. Der Großbauer, Anton, Veit, Marthe. Alle Bauern.
Vorlage S. 20
569
GROSSBAUER
Vorlage S. 20
570
hält die Schrift in der Linken und drückt Anton die Hand.
Vorlage S. 20
571
Dank dir, Gelbhofbauer! Zu allen. Dank eng, Manner von Zwentdorf! – Schlag keiner den Federzug gring an, den er heut da drunter tan hat; wir habn dadurch zeigt, dass wir ein Willn habn, und das hat man lang von uns nit glaubt und gmeint, wir müssen wolln, wie uns vorgschriebn wird. Sie werden's uns a verspürn lassen, dass so nit nach ihrer Vorschrift is, drum sag ich eng auch, laßts eng keiner abwendig machen, wie man euch auch kommt, bleibts fest! – In so heilig Sach kann nur ein Red gelten; – wir bleiben drauf: unsern alten Glauben! – Gott und Unsre Liebe Frau wolln ihrn Segen dreingebn! Bhüt Gott!
Vorlage S. 20
572
ALLE.
Vorlage S. 20
573
Bhüt Gott!
Vorlage S. 20
574
Einige schütteln ihm die Hand.
Vorlage S. 20
575
KLAUS
Vorlage S. 20
576
zu Mathies.
Vorlage S. 20
577
Ich hab gmeint, 's is abtan mitn Schreiben, no sollt's erst drauf losgehn?
Vorlage S. 20
578
MATHIES.
Vorlage S. 20
579
Dös is findig! Wo man mal schreibt, meint man doch, 's wär schon alls ausgmacht.
Vorlage S. 20
580
KLAUS.
Vorlage S. 20
581
Lass dir nur dein Weib nix dermerken!
Vorlage S. 20
582
MATHIES.
Vorlage S. 20
583
Wollt's dir grad a sagn!
Vorlage S. 20
584
ALTLECHNER
Vorlage S. 20
585
der zugehört hat.
Vorlage S. 20
586
Meints ös? Fix nein! Wann dös mein Alte gift – zweimal hätt ich mich gern gschriebn.
Vorlage S. 20
587
GROSSBAUER
Vorlage S. 20
588
ist mit einer Gruppe dem Hintergrund zugeschritten – alle Personen bilden jetzt einen weiten Halbkreis – und steht der Gruppe der Bursche gegenüber, den Steinklopferhanns erblickend.
Vorlage S. 20
589
Lump, bist du auch noch da mit deiner Quart? – Siehst, wir haben's auch ohne euch gricht!
Vorlage S. 20
590
STEINKLOPFERHANNS.
Vorlage S. 20
591
Geht mich ja alles nix an! – War a kein Frag, dass d' uns nit dazu brauchst. Was harbst dich denn nachhert so und verschimpfierst uns? – Sixt, wann ich so auf der Straß bei dö Steinhaufen hock, da schleichen dir 'n Tag über a Menge Leut vorbei, dö ausschaun wie 'n Tod seine Spion und dö fast neidig auf mich rüberschaun, wann ich so lustig draufklopf und sing, 's sein Tagwerker und Kleinhäusler, die sich so in Elend mit Weib und Kind fortfretten; schau, Großbauer, wann d' macherst, dass d' Straß, soweit durchs Land geht, a freundlich Gsicht krieget, wann d' a Gschrift brächtst, wo drein stund: dö Großen solln nit mehr jed neu Steuerzuschlag von ihnerer Achsel abschupfen dürfen, dass er den arm Leuten ins Mehlladel, in Eierkorb und ins Schmalzhäfen fallt, sondern sie sollen ihn, wie er ihnen vermeint is, die's haben, auch alleinig tragn – ah ja, Großbauer, da setz ich dir schon meine drei Kreuzel drunter; das verstund ich dir schon – aber was du heut fürbracht hast, das mag recht gut gmeint sein, doch mich fecht's nix an, und hast du bisher 's ganze Pfund glaubt, werdn dich die paar Lot Zuwag a nit umbringen! – Willst uns aber dö Straßen säubriger machen, da sein wir dann schon dabei ...
Vorlage S. 20
592
ALLE BURSCHE
Vorlage S. 21
593
umringen den Steinklopfer und ziehen singend ab.
Vorlage S. 21
594
Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn,
Vorlage S. 21
595
Beim Steinerschlagn, juchhe!!
Vorlage S. 21
596
Unter dieser allgemeinen Bewegung fällt der Vorhang.
Vorlage S. 21

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »No hab ich mir's doch denkt, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wirf du einm von dö Spatzn das […] hin, ob er nit a draufpickt! – Auf den Wirt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Na, wir meinen nur, weil dein guter Freund dich grad früher 'm Großbauer sein Adjutanten gheißen hat.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Er lasst s' trinken, dass s' nix reden kann!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Es gibt noch anderne Fenster und andere Dirndln!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Hast ja ehnder gnug so Kreuzelmacher da drin; wurd ja die Gschrift vor lauter Kreuzel bald ausschaun wie a Freithof.« B: »No, dös is christlich gnug gmessen, denk ich!« C: »No, vergelt dir's Gott, Loisl! – Sikra nein, du schaust aber a darnach aus, als kam's dir am leichtesten an!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Umn Glauben geht's – umn Glauben, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »No, du alter […], da hast's ghört, unterschreib dich!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Drum, weil ich mir dös abgwöhnt hab, Dös Raunzen und dös Fragn, Bin ich so alt und lustig wordn Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn, Beim Steinerschlagn, juhe!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Sie werden's uns a verspürn lassen, dass so nit nach ihrer Vorschrift …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Michl, Loisl, Martin, Sepp und andere Bursche. Dann Veit. Darauf der Steinklopferhanns.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Bauersleuten, ich bin eng bekennt als einer, der festhalt an unsern alten Rechten, an unsern alten Bräuchen, an unsern alten Glauben. Ös wißts, wie ich in der Art auch allweil darnach tan hab, wie ich gegen jede Neuerung war, woher auch […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Nur lustig, lustig! Gehn auf der Welt die Spitzbubn in der Maschkaradi, schadt's nix, schaut amal a der ehrlich Mann wie a Spitzbub aus! – Laßts mir fein a ein Krügel hergebn, eng bringt's nit um und ös wißts, ich trink nur fremds Bier!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Red gelten; – wir bleiben drauf: unsern alten Glauben! – Gott und Unsre Liebe Frau wolln ihrn Segen dreingebn! Bhüt Gott!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] jed neu Steuerzuschlag von ihnerer Achsel abschupfen dürfen, dass er den arm Leuten ins Mehlladel, in Eierkorb und ins Schmalzhäfen fallt, sondern sie sollen ihn, wie er ihnen vermeint is, die's haben, auch alleinig tragn – ah ja, […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Vorige. Unter folgendem kommt Liesel mit dem Krug in der Hand geschäftig vor, bis sie knapp hinter Anton steht. Gegen Ende dieser […]« und »No, Manner, wollts nit a hörn und unterschreibn?«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Unter dieser allgemeinen Bewegung fällt der Vorhang.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Michl, Loisl, Martin, Sepp und andere Bursche. Dann Veit. Darauf der Steinklopferhanns.« / »Unter dieser allgemeinen Bewegung fällt der Vorhang.«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Bissel christlich, bissel gottlos, Bissel schön, bissel schiach – Bissel gottlos beim Dirndl, Bissel frumm in der Kirch!«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Wirst's gleich hören, dass sich's um nix Grings dreht, wann sich der Großbauer von Grundldorf selber vorspannt.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Beim Steinerschlagn, beim Steinerschlagn, Beim Steinerschlagn, juchhe!!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Die Kreuzelschreiber von Anzengruber, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Die Kreuzelschreiber

Ludwig Anzengruber: Werke in zwei Bänden. Ausgewählt und eingeleitet von Manfred Kuhne, 2. Auflage, Berlin und Weimar: Aufbau, 1977 [Bibliothek Deutscher Klassiker]. Anzengruber, Ludwig 2- 1977 Berlin und Weimar

Das Werk Die Kreuzelschreiber von Anzengruber, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.