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Buch - Die Jüdin von Toledo - Grillparzer, Franz

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Originalwerk · Lesefassung

Die Jüdin von Toledo

Grillparzer, Franz · 1839–1851

Die Jüdin von Toledo von Grillparzer, Franz. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Porträt von Grillparzer, Franz; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Grillparzer, Franz · Josef Kriehuber · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Aufzug
Vorlage S. 450
2
Im königlichen Garten zu Toledo.
Vorlage S. 450
3
Isaak, Rahel und Esther kommen.
Vorlage S. 450
4
ISAAK.
Vorlage S. 450
5
Bleib zurück, geh nicht in Garten!
Vorlage S. 450
6
Weißt du nicht, es ist verboten?
Vorlage S. 450
7
Wenn der König hier lustwandelt,
Vorlage S. 450
8
Darf kein Jüd – Gott wird sie richten! –
Vorlage S. 450
9
Darf kein Jüd den Ort betreten.
Vorlage S. 450
10
RAHEL
Vorlage S. 450
11
singt.
Vorlage S. 450
12
La la la la.
Vorlage S. 450
13
ISAAK.
Vorlage S. 450
14
Hörst du nicht denn?
Vorlage S. 450
15
RAHEL.
Vorlage S. 450
16
Ei, wohl hör ich.
Vorlage S. 450
17
ISAAK.
Vorlage S. 450
18
Nun, und weichst nicht?
Vorlage S. 450
19
RAHEL.
Vorlage S. 450
20
Hör und weiche doch nicht.
Vorlage S. 450
21
ISAAK.
Vorlage S. 450
22
Je, je, je! was sucht mich Gott?
Vorlage S. 450
23
Gab doch meinen Deut den Armen,
Vorlage S. 450
24
Hab gebetet und gefastet,
Vorlage S. 450
25
Weiß nicht, wie Verbotnes schmecket,
Vorlage S. 450
26
Je, und dennoch sucht mich Gott!
Vorlage S. 450
27
RAHEL
Vorlage S. 450
28
zu Esther.
Vorlage S. 450
29
Ei, was zerrst du mich am Arme?
Vorlage S. 450
30
Und ich bleib und gehe doch nicht.
Vorlage S. 450
31
Ich will mal den König sehen;
Vorlage S. 450
32
Und den Hof und all ihr Wesen,
Vorlage S. 450
33
All ihr Gold und ihr Geschmeide.
Vorlage S. 450
34
Soll ein Herr sein, weiß und rot,
Vorlage S. 450
35
Jung und schön, ich will ihn sehn.
Vorlage S. 450
36
ISAAK.
Vorlage S. 450
37
Und wenn dich die Knechte fangen?
Vorlage S. 450
38
RAHEL.
Vorlage S. 450
39
Ei, ich bitte mich wohl los.
Vorlage S. 450
40
ISAAK.
Vorlage S. 450
41
Ja, wie deine Mutter, gelt?
Vorlage S. 450
42
Die sah auch nach schmucken Christen,
Vorlage S. 450
43
War nach Misraims Töpfen lüstern.
Vorlage S. 450
44
Hielt ich sie nicht streng bewacht,
Vorlage S. 450
45
Glaubt ich – nu, Gott wird verzeihen! –
Vorlage S. 450
46
Deine Torheit stamme dorther,
Vorlage S. 450
47
Sei ein Erbteil schnöder Christen.
Vorlage S. 450
48
Da lob ich mein erstes Weib,
Vorlage S. 450
49
Zu Esther.
Vorlage S. 450
50
Deine Mutter, brav wie du,
Vorlage S. 450
51
Wenn auch arm. Was nützte mir
Vorlage S. 450
52
Auch der Reichtum jener zweiten?
Vorlage S. 451
53
Hat sie nicht damit geschaltet,
Vorlage S. 451
54
Schmaus und Gastgebot gehalten,
Vorlage S. 451
55
Schmuck gekauft und Edelstein?
Vorlage S. 451
56
Schau! sie ist wohl ihre Tochter!
Vorlage S. 451
57
Hat sie sich nicht rings behangen,
Vorlage S. 451
58
Prangt sie nicht in stolzen Kleidern,
Vorlage S. 451
59
Als ein Babel anzusehn?
Vorlage S. 451
60
RAHEL
Vorlage S. 451
61
singend.
Vorlage S. 451
62
Bin ich nicht schön,
Vorlage S. 451
63
Bin ich nicht reich?
Vorlage S. 451
64
Und sie ärgern sich,
Vorlage S. 451
65
Und mich kümmerts nicht. La la la la.
Vorlage S. 451
66
ISAAK.
Vorlage S. 451
67
So geht sie auf reichen Schuhen;
Vorlage S. 451
68
Nützt sie ab, frägt nichts darnach,
Vorlage S. 451
69
Jeder Schritt gilt einen Dreier.
Vorlage S. 451
70
Hat im Ohr ihr reich Geschmeide,
Vorlage S. 451
71
Kommt ein Dieb und nimmt ihrs ab,
Vorlage S. 451
72
Fällts in Busch, wer findets wieder?
Vorlage S. 451
73
RAHEL
Vorlage S. 451
74
ein Ohrgehänge abnehmend.
Vorlage S. 451
75
Sieh, so schraub ichs los und halt es.
Vorlage S. 451
76
Wie das blitzt und wie das flimmert!
Vorlage S. 451
77
Und doch acht ichs so geringe,
Vorlage S. 451
78
Wenn mirs einfällt, schenk ichs dir,
Vorlage S. 451
79
Zu Esther.
Vorlage S. 451
80
Oder werf es von mir. Sieh!
Vorlage S. 451
81
Sie macht mit der Hand eine fortschleudernde Bewegung.
Vorlage S. 451
82
ISAAK
Vorlage S. 451
83
nach der Richtung des Wurfes laufend.
Vorlage S. 451
84
Weh, o weh! Wo flog es hin?
Vorlage S. 451
85
Weh, o weh! Wie find ichs wieder?
Vorlage S. 451
86
Er sucht im Gesträuche.
Vorlage S. 451
87
ESTHER.
Vorlage S. 451
88
Ei, was kommt dich an? Das Kleinod –
Vorlage S. 451
89
RAHEL.
Vorlage S. 451
90
Glaubst du denn, ich sei so töricht
Vorlage S. 451
91
Und verschleuderte das Gut?
Vorlage S. 451
92
Sieh! ich habs, halts in der Hand,
Vorlage S. 451
93
Häng es wieder in mein Ohr,
Vorlage S. 451
94
Weiß und klein, zum Schmuck der Wange.
Vorlage S. 451
95
ISAAK
Vorlage S. 451
96
suchend.
Vorlage S. 451
97
Weh! Verloren!
Vorlage S. 451
98
RAHEL.
Vorlage S. 452
99
Vater, kommt nur!
Vorlage S. 452
100
Seht, das Kleinod ist gefunden.
Vorlage S. 452
101
's war ja Spaß nur.
Vorlage S. 452
102
ISAAK.
Vorlage S. 452
103
Dass dich Gott –!
Vorlage S. 452
104
So zu spaßen! Und nun komm!
Vorlage S. 452
105
RAHEL.
Vorlage S. 452
106
Vater, jedes, nur nicht dies.
Vorlage S. 452
107
Ich muss mal den König sehen
Vorlage S. 452
108
Und er mich, ja, ja, er mich.
Vorlage S. 452
109
Wenn er kommt und wenn er fragt:
Vorlage S. 452
110
Wer ist dort die schöne Jüdin?
Vorlage S. 452
111
Sag, wie heißt du? – Rahel, Herr!
Vorlage S. 452
112
Isaaks Rahel! sprech ich dann.
Vorlage S. 452
113
Und er kneipt mich in die Backen.
Vorlage S. 452
114
Heiße dann die schöne Rahel.
Vorlage S. 452
115
Mag der Neid darob zerplatzen.
Vorlage S. 452
116
Wenn sies ärgert, kümmerts mich?
Vorlage S. 452
117
ESTHER.
Vorlage S. 452
118
Vater!
Vorlage S. 452
119
ISAAK.
Vorlage S. 452
120
Wie?
Vorlage S. 452
121
ESTHER.
Vorlage S. 452
122
Dort naht der Haufen.
Vorlage S. 452
123
ISAAK.
Vorlage S. 452
124
Herr des Lebens! was geschieht mir?
Vorlage S. 452
125
's ist Rehabeam und sein Volk.
Vorlage S. 452
126
Wirst du gehen?
Vorlage S. 452
127
RAHEL.
Vorlage S. 452
128
Vater, hört doch!
Vorlage S. 452
129
ISAAK.
Vorlage S. 452
130
Nun, so bleibe. Esther, komm!
Vorlage S. 452
131
Lassen wir allein die Törin.
Vorlage S. 452
132
Mag der Unrein-Händge kommen,
Vorlage S. 452
133
Sie berühren, mag sie töten!
Vorlage S. 452
134
Hat sies selber doch gewollt.
Vorlage S. 452
135
Esther, komm!
Vorlage S. 452
136
RAHEL.
Vorlage S. 452
137
Je, Vater, bleibt!
Vorlage S. 452
138
ISAAK.
Vorlage S. 452
139
Immer zu! Komm, Esther, komm!
Vorlage S. 452
140
Er geht.
Vorlage S. 452
141
RAHEL.
Vorlage S. 452
142
Ich will nicht allein sein! Hört ihr?
Vorlage S. 452
143
Bleibt! – Sie gehn. – O weh mir, weh!
Vorlage S. 452
144
Ich will nicht allein sein! Hört ihr?
Vorlage S. 452
145
Ach, sie kommen. – Schwester! Vater!
Vorlage S. 452
146
Eilt ihnen nach.
Vorlage S. 452
147
Der König, die Königin, Manrique de Lara und Gefolge kommen.
Vorlage S. 452
148
KÖNIG
Vorlage S. 453
149
im Auftreten.
Vorlage S. 453
150
Lasst näher nur das Volk! es stört mich nicht.
Vorlage S. 453
151
Denn wer mich einen König nennt, bezeichnet
Vorlage S. 453
152
Als Höchsten unter vielen mich, und Menschen
Vorlage S. 453
153
Sind so ein Teil von meinem eignen Selbst.
Vorlage S. 453
154
Zur Königin gewendet.
Vorlage S. 453
155
Und du, kein mindrer Teil von meinem Wesen,
Vorlage S. 453
156
Willkommen mir in dieser treuen Stadt,
Vorlage S. 453
157
Willkommen in Toledos alten Mauern.
Vorlage S. 453
158
Sieh rings um dich und höher poch dein Herz.
Vorlage S. 453
159
Denk nur, du stehst an meines Geistes Wiege.
Vorlage S. 453
160
Hier ist kein Platz, kein Haus, kein Stein, kein Baum,
Vorlage S. 453
161
Der Denkmal nicht von meiner Kindheit Lose.
Vorlage S. 453
162
Als ich vor meines bösen Oheims Wüten,
Vorlage S. 453
163
Des Königs von Leon, ein vaterloser,
Vorlage S. 453
164
Der Mutter früher schon beraubter Knabe,
Vorlage S. 453
165
Durch Feindes Land, es war mein eignes, floh
Vorlage S. 453
166
Und mich von Stadt zu Stadt Kastiliens Bürger
Vorlage S. 453
167
Wie Hehler eines Diebstahls heimlich führten,
Vorlage S. 453
168
Weil Tod bedräute Wirt zugleich und Gast,
Vorlage S. 453
169
Und übrall nun umstellt war meine Spur,
Vorlage S. 453
170
Da brachten mich die Männer, Don Estevan
Vorlage S. 453
171
Illan, den längst der Rasen birgt des kühlen Grabs,
Vorlage S. 453
172
Und dieser Mann, Manrique Graf von Lara,
Vorlage S. 453
173
Hieher, dem Hauptsitz von der Feinde Macht,
Vorlage S. 453
174
Und bargen mich im Turm von Sankt Roman,
Vorlage S. 453
175
Den du dort siehst hoch ob den Häusern ragen.
Vorlage S. 453
176
Dort lag ich still, sie aber streuten aus
Vorlage S. 453
177
Den Samen des Gerüchts ins Ohr der Bürger.
Vorlage S. 453
178
Und als am Tage Himmelfahrt die Menge
Vorlage S. 453
179
Versammelt war vor jenes Tempels Pforte,
Vorlage S. 453
180
Da führten sie mich auf des Turmes Erker
Vorlage S. 453
181
Und zeigten mich dem Volk und schrien hinab:
Vorlage S. 453
182
Hier mitten unter euch, hier euer König,
Vorlage S. 453
183
Der Erbe alter Fürsten, ihres Rechts
Vorlage S. 453
184
Und eurer Rechte williger Beschirmer.
Vorlage S. 453
185
Ich war ein Kind und weinte, sagten sie.
Vorlage S. 453
186
Noch aber hör ich ihn, den gellen Aufschrei,
Vorlage S. 453
187
Ein einzig Wort aus tausend bärtgen Kehlen,
Vorlage S. 453
188
Und tausend Schwerter wie in einer Hand,
Vorlage S. 454
189
Der Hand des Volks. Gott aber gab den Sieg,
Vorlage S. 454
190
Die Leonesen flohn; und fort und fort.
Vorlage S. 454
191
Ich selber, Fahne mehr als Krieger noch,
Vorlage S. 454
192
Inmitten eines Heers, durchzog das Land,
Vorlage S. 454
193
Erfechtend mit des Mundes Lächeln Siege.
Vorlage S. 454
194
Sie aber lehrten mich und pflegten mein,
Vorlage S. 454
195
Und Muttermilch floss mir aus ihren Wunden.
Vorlage S. 454
196
Deshalb, wenn andre Fürsten Väter heißen
Vorlage S. 454
197
Des eignen Volks, nenn ich mich seinen Sohn,
Vorlage S. 454
198
Denn was ich bin, verdank ich ihrer Treue.
Vorlage S. 454
199
MANRIQUE.
Vorlage S. 454
200
Wenn alles, was ihr seid, vieledler Herr,
Vorlage S. 454
201
[Nur unsres Beispiels, unsrer Worte Frucht,]
Vorlage S. 454
202
Dann nehmen wir den Dank und sind des froh.
Vorlage S. 454
203
Wenn unsre Lehren, unsre Pflege sich
Vorlage S. 454
204
In so viel Ruhm, in so viel Taten spiegeln,
Vorlage S. 454
205
Dann ist der Dank so ein als andre Pflicht.
Vorlage S. 454
206
Zur Königin.
Vorlage S. 454
207
Seht ihn nur an mit euerm holden Blick.
Vorlage S. 454
208
Denn so viel Könge noch in Spanien waren,
Vorlage S. 454
209
Vergleicht sich keiner ihm an hohem Sinn.
Vorlage S. 454
210
Das Alter ist wohl tadelsüchtig sonst,
Vorlage S. 454
Porträt von Grillparzer, Franz; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Grillparzer, Franz · Josef Kriehuber · Public domain Bildquelle ↗
211
Auch ich bin alt und tadle gern und viel,
Vorlage S. 454
212
Und oft hab ich, im Rat mit meiner Meinung,
Vorlage S. 454
213
Besiegt von seinem fürstlich hohen Wort,
Vorlage S. 454
214
Geheim erbost – heißt das, auf kurze Zeit –
Vorlage S. 454
215
Bös Zeugnis aufgesucht gen meinen Herrn,
Vorlage S. 454
216
Ihn eines Fehls, weiß Gott wie gerne, zeihend,
Vorlage S. 454
217
Doch immer kehrt ich tief beschämt zurück,
Vorlage S. 454
218
Mir blieb der Neid, und er war fleckenlos.
Vorlage S. 454
219
KÖNIG.
Vorlage S. 454
220
Ei, ei! der Lehrer auch ein Schmeichler, Lara?
Vorlage S. 454
221
Doch wollen wir nicht dies und das bestreiten.
Vorlage S. 454
222
Bin ich nicht schlimm, so besser denn für euch.
Vorlage S. 454
223
Obgleich der Mensch, der wirklich ohne Fehler,
Vorlage S. 454
224
Auch ohne Vorzug wäre, fürcht ich fast.
Vorlage S. 454
225
Denn wie der Baum mit lichtentfernten Wurzeln
Vorlage S. 454
226
Die etwa trübe Nahrung saugt tief aus dem Boden,
Vorlage S. 454
227
So scheint der Stamm, der Weisheit wird genannt
Vorlage S. 454
228
Und der dem Himmel eignet mit den Ästen,
Vorlage S. 455
229
Kraft und Bestehn aus trübem Irdischen,
Vorlage S. 455
230
Dem Fehler nah Verwandten aufzusaugen.
Vorlage S. 455
231
War einer je gerecht, der niemals hart?
Vorlage S. 455
232
Und der da mild, ist selten ohne Schwäche.
Vorlage S. 455
233
Der Tapfre wird zum Waghals in der Schlacht.
Vorlage S. 455
234
Besiegter Fehl ist all des Menschen Tugend,
Vorlage S. 455
235
Und wo kein Kampf, da ist auch keine Macht.
Vorlage S. 455
236
Mir selber ließ man nicht zu fehlen Zeit.
Vorlage S. 455
237
Als Knabe schon den Helm auf schwachem Haupt,
Vorlage S. 455
238
Als Jüngling mit der Lanze hoch zu Roß,
Vorlage S. 455
239
Das Aug gekehrt auf eines Gegners Dräun,
Vorlage S. 455
240
Blieb mir kein Blick für dieses Lebens Güter,
Vorlage S. 455
241
Und was da reizt und lockt, lag fern und fremd.
Vorlage S. 455
242
Dass Weiber es auch gibt, erfuhr ich erst,
Vorlage S. 455
243
Als man mein Weib mir in der Kirche traute,
Vorlage S. 455
244
Die wirklich ohne Fehl, wenn irgend jemand,
Vorlage S. 455
245
Und die ich, grad heraus, noch wärmer liebte,
Vorlage S. 455
246
Wär manchmal, statt des Lobs, auch etwas zu verzeihn.
Vorlage S. 455
247
Zur Königin.
Vorlage S. 455
248
Nu, nu, erschrick nur nicht, wars doch nur Scherz!
Vorlage S. 455
249
Doch soll den Tag man nicht vor Abend loben
Vorlage S. 455
250
Und malen nicht den Teufel an die Wand.
Vorlage S. 455
251
Nun aber, statt zu rechten, lass die Zeit,
Vorlage S. 455
252
Die kurzgegönnte, uns der Ruh genießen.
Vorlage S. 455
253
Die Fehden inner Landes sind gedämpft,
Vorlage S. 455
254
Doch rüstet sich, sagt man, der Maure neu
Vorlage S. 455
255
Und hofft aus Afrika verwandte Hilfe,
Vorlage S. 455
256
Ben Jussuff und sein streitgewohntes Heer.
Vorlage S. 455
257
Da gibts denn neuen Krieg und neue Plage.
Vorlage S. 455
258
Bis dahin öffnen wir die Brust dem Frieden
Vorlage S. 455
259
Und atmen ein die ungewohnte Luft.
Vorlage S. 455
260
Ist keine Nachricht da? – Allein, vergaß ichs?
Vorlage S. 455
261
Du siehst ja nicht um dich her, Leonore,
Vorlage S. 455
262
Und schaust, was wir geschaffen, dir zur Lust?
Vorlage S. 455
263
KÖNIGIN.
Vorlage S. 455
264
Was soll ich sehn?
Vorlage S. 455
265
KÖNIG.
Vorlage S. 456
266
O weh doch, Almirante,
Vorlage S. 456
267
Wir habens nicht getroffen, ob bemüht.
Vorlage S. 456
268
Da graben wir nun tag- und wochenlang
Vorlage S. 456
269
Und hofften diesen Garten umzustalten,
Vorlage S. 456
270
Der nur Orangen trägt und Schatten gibt,
Vorlage S. 456
271
In einen, wie sie England hegt und liebt,
Vorlage S. 456
272
Das strenge Vaterland hier meiner Strengen.
Vorlage S. 456
273
Allein sie lächelt, schüttelt still das Haupt. –
Vorlage S. 456
274
So sind sie nun, Britanniens Kinder, alle.
Vorlage S. 456
275
Trifft man aufs Haar nicht den gewohnten Brauch,
Vorlage S. 456
276
So weisen sies zurück und lächeln vornehm.
Vorlage S. 456
277
Die Meinung mindestens war gut, Lenore,
Vorlage S. 456
278
Und so gib nur ein Wort des Danks den Männern,
Vorlage S. 456
279
Die sich für uns, weiß Gott wie lang, bemüht.
Vorlage S. 456
280
KÖNIGIN.
Vorlage S. 456
281
Ich dank euch, edle Herrn!
Vorlage S. 456
282
KÖNIG.
Vorlage S. 456
283
Nun zu was anderm!
Vorlage S. 456
284
Der Tag hat einen Riss. Ich hoffte, dir
Vorlage S. 456
285
An Hütten, Wiesen, englischen Geschmacks
Vorlage S. 456
286
Noch das und dies im Garten rings zu zeigen,
Vorlage S. 456
287
Doch ists verfehlt. Verstell dich nicht, o Liebe!
Vorlage S. 456
288
Es ist so, denken wir nicht mehr daran! –
Vorlage S. 456
289
Da bleibt ein Stündchen denn für das Geschäft,
Vorlage S. 456
290
Eh spanscher Wein uns Spaniens Küche würzt.
Vorlage S. 456
291
Ist noch kein Bote von der Grenze da?
Vorlage S. 456
292
Toledo haben wir mit Fleiß ersehn,
Vorlage S. 456
293
Um nah zu sein der Kundschaft von dem Feinde,
Vorlage S. 456
294
Und doch kein Bote?
Vorlage S. 456
295
MANRIQUE.
Vorlage S. 456
296
Herr –
Vorlage S. 456
297
KÖNIG.
Vorlage S. 456
298
Was ist? Wie nur?
Vorlage S. 456
299
MANRIQUE.
Vorlage S. 456
300
Ein Bote kam.
Vorlage S. 456
301
KÖNIG.
Vorlage S. 456
302
Nun denn!
Vorlage S. 456
303
MANRIQUE
Vorlage S. 456
304
auf die Königin zeigend.
Vorlage S. 456
305
Ein wenig später.
Vorlage S. 456
306
KÖNIG.
Vorlage S. 456
307
Mein Weib, sie ist gewohnt an Rat und Krieg.
Vorlage S. 456
308
Die Königin teilt jedes mit dem König.
Vorlage S. 456
309
MANRIQUE.
Vorlage S. 456
310
Doch dürfte mehr noch als die Botschaft etwa
Vorlage S. 456
311
Der Bote selber –
Vorlage S. 456
312
KÖNIG.
Vorlage S. 456
313
Und wer ists?
Vorlage S. 456
314
MANRIQUE.
Vorlage S. 456
315
Mein Sohn.
Vorlage S. 456
316
KÖNIG.
Vorlage S. 457
317
Ah, Garceran! Lass ihn nur kommen!
Vorlage S. 457
318
Zur Königin.
Vorlage S. 457
319
Bleib!
Vorlage S. 457
320
Der junge Mann hat höchlich wohl gefehlt,
Vorlage S. 457
321
Als er verkleidet schlich ins Fraungemach,
Vorlage S. 457
322
Die Holde seines Herzens zu erspähn.
Vorlage S. 457
323
Nu, Doña Klara, senkt nur nicht das Haupt,
Vorlage S. 457
324
Der Mann ist wacker, obgleich jung und rasch,
Vorlage S. 457
325
Gespiele mir aus meiner Knabenzeit,
Vorlage S. 457
326
Und unversöhnlich sein wär etwa schlimmer,
Vorlage S. 457
327
Als leichtgesinnt den Fehler übersehn.
Vorlage S. 457
328
Auch, denk ich, hat er reichlich abgebüßt,
Vorlage S. 457
329
Seit Monden schon verbannt zur fernen Grenze.
Vorlage S. 457
330
Auf einen Wink der Königin entfernt sich ein Fraülein ihres Gefolges.
Vorlage S. 457
331
Nun geht sie doch! O Sittsamkeit,
Vorlage S. 457
332
Noch sittlicher als Sitte.
Vorlage S. 457
333
Garceran kommt.
Vorlage S. 457
334
KÖNIG.
Vorlage S. 457
335
Ah, mein Freund!
Vorlage S. 457
336
Wie stehts bei euch? Sind alle dort so bang
Vorlage S. 457
337
Wie du und also mädchenhafter Scheu?
Vorlage S. 457
338
Dann steht es schlimm um unsrer Reiche Schutz.
Vorlage S. 457
339
GARCERAN.
Vorlage S. 457
340
Ein wackrer Mann, Herr, fürchtet keinen Feind,
Vorlage S. 457
341
Doch schwer drückt edler Fraun gerechter Zorn.
Vorlage S. 457
342
KÖNIG.
Vorlage S. 457
343
Gerechter Zorn, ja wohl! und glaube nicht,
Vorlage S. 457
344
Dass ich mit Brauch und Schick es minder streng
Vorlage S. 457
345
Und minder ernstlich halt als meine Frau.
Vorlage S. 457
346
Doch hat der Zorn und alles seine Grenze.
Vorlage S. 457
347
Drum nochmal, Garceran, wie stehts bei euch?
Vorlage S. 457
348
Macht euch der Feind, ob Frieden gleich, zu schaffen?
Vorlage S. 457
349
GARCERAN.
Vorlage S. 457
350
Wir schlugen uns, als wärs im Scheingefecht,
Vorlage S. 457
351
Mit blutgen Wunden diesseits, Herr, und drüben.
Vorlage S. 457
352
Der Friede glich dem Krieg so auf ein Haar,
Vorlage S. 457
353
Dass nur im Treubruch aller Unterschied.
Vorlage S. 457
354
Seit kurzer Zeit jedoch hält Ruh der Gegner.
Vorlage S. 457
355
KÖNIG.
Vorlage S. 457
356
Ei das ist schlimm!
Vorlage S. 457
357
GARCERAN.
Vorlage S. 457
358
Wir denkens auch und glauben,
Vorlage S. 457
359
Er rüste sich für einen größern Schlag.
Vorlage S. 457
360
Auch heißts, dass Schiffe täglich Volk und Vorrat
Vorlage S. 457
361
Aus Afrika nach Cadix überführen,
Vorlage S. 458
362
Wo heimlich sich vereint ein stattlich Heer,
Vorlage S. 458
363
Zu dem der neue Herrscher von Marokko, Jussuff,
Vorlage S. 458
364
Soll stoßen mit dem dort geworbnen Volk,
Vorlage S. 458
365
Dann käme wohl der Schlag, der uns bedroht.
Vorlage S. 458
366
KÖNIG.
Vorlage S. 458
367
Nun, schlagen sie, so schlagen wir denn wieder.
Vorlage S. 458
368
Wie sie ein König, führt der eure euch,
Vorlage S. 458
369
Und ist ein Gott, wie er denn wirklich ist,
Vorlage S. 458
370
Und Recht der Ausspruch seines Munds, so hoff ich
Vorlage S. 458
371
Zu siegen, weil im Recht, und weil ein Gott.
Vorlage S. 458
372
Mich dauert nur des Landmanns bittre Not.
Vorlage S. 458
373
Ich selbst, als Höchster, ich bin da zum Schwersten.
Vorlage S. 458
374
Lasst in den Kirchen sich das Volk versammeln
Vorlage S. 458
375
Und flehen zu dem Herrn, der Siege gibt,
Vorlage S. 458
376
Die Heiligtümer seien ausgestellt
Vorlage S. 458
377
Und jeder bete, der da künftig streitet.
Vorlage S. 458
378
GARCERAN.
Vorlage S. 458
379
Schon ohne Aufruf ward dein Wort erfüllt.
Vorlage S. 458
380
Die Glocken tönen weithin an den Grenzen,
Vorlage S. 458
381
Und in den Tempeln sammelt sich das Volk.
Vorlage S. 458
382
Nur dass ihr Eifer, irrend, wie so oft,
Vorlage S. 458
383
Sich gegen jene Andersgläubgen wendet,
Vorlage S. 458
384
Die Handel und Gewinn im Land zerstreut.
Vorlage S. 458
385
Schon ward ein Jude hier und da mißhandelt.
Vorlage S. 458
386
KÖNIG.
Vorlage S. 458
387
Und ihr, ihr duldets? Nun, beim großen Gott,
Vorlage S. 458
388
Wer sich mir anvertraut, den will ich schützen.
Vorlage S. 458
389
Ihr Glaube kümmert sie, mich, was sie tun.
Vorlage S. 458
390
GARCERAN.
Vorlage S. 458
391
Man nennt sie Späher in der Mauren Sold.
Vorlage S. 458
392
KÖNIG.
Vorlage S. 458
393
Niemand verrät zuletzt, was er nicht weiß.
Vorlage S. 458
394
Und da ich ihren Mammon stets verachtet,
Vorlage S. 458
395
Hab nie auch noch begehrt ich ihren Rat.
Vorlage S. 458
396
Was sein wird, weiß nur ich, nicht Christ noch Jude.
Vorlage S. 458
397
Deshalb nun sag ich euch bei eurem Kopf –
Vorlage S. 458
398
EINE WEIBERSTIMME
Vorlage S. 458
399
von außen.
Vorlage S. 458
400
Weh uns!
Vorlage S. 458
401
KÖNIG.
Vorlage S. 458
402
Was ist?
Vorlage S. 458
403
GARCERAN.
Vorlage S. 458
404
Dort, Herr, ein alter Mann,
Vorlage S. 458
405
Ein Jude scheints, verfolgt von Gartenknechten.
Vorlage S. 458
406
Zwei Mädchen neben ihm. Die eine, schau!
Vorlage S. 458
407
Sie flieht hierher.
Vorlage S. 459
408
KÖNIG.
Vorlage S. 459
409
Ganz recht, denn hier ist Schutz,
Vorlage S. 459
410
Und Gottes Donner, wer ein Haar ihr krümmt.
Vorlage S. 459
411
In die Szene rufend.
Vorlage S. 459
412
Hierher, nur hier!
Vorlage S. 459
413
Rahel kommt fliehend.
Vorlage S. 459
414
RAHEL.
Vorlage S. 459
415
O weh, sie töten mich,
Vorlage S. 459
416
Wie dort den Vater! Ist denn nirgends Hilfe?
Vorlage S. 459
417
Sie erblickt die Königin und kniet vor ihr.
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418
O hohes Frauenbild, beschirme mich.
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419
Streck aus die Hand und schütze deine Magd.
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420
Ich will dir dienen auch, nicht Jüdin, Sklavin.
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Max Liebermann – Garten des Waisenhauses in Amsterdam. Vergleichsbild zu Garten, Alltag und Gemeinschaft; keine Buchillustration.
Kontextbild zum Werk. Garten eines Amsterdamer Waisenhauses · Max Liebermann · Public domain Bildquelle ↗
421
Sie greift nach den Händen der Königin, die sich von ihr abwendet.
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422
RAHEL
Vorlage S. 459
423
aufstehend.
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424
Auch hier nicht Rettung, übrall Angst und Tod.
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425
Wohin nur flieh ich?
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426
Ah, hier steht ein Mann
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427
Mit Mondscheinaugen, strahlend Trost und Kühlung,
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428
Und alles um ihn her heißt Majestät.
Vorlage S. 459
429
Du kannst mich schützen, Herr, ach, und du wirsts.
Vorlage S. 459
430
Ich will nicht sterben, will nicht! Nein, nein, nein!
Vorlage S. 459
431
Sie wirft sich vor dem Könige nieder, seinen rechten Fuß umklammernd, das Haupt zu Boden gesenkt.
Vorlage S. 459
432
KÖNIG
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433
zu einigen, die sich nähern.
Vorlage S. 459
434
Lasst sie! Der Schreck beraubt sie fast der Sinne,
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435
Und wie sie schaudert, schütternd mich mit sich.
Vorlage S. 459
436
RAHEL
Vorlage S. 459
437
emporgerichtet.
Vorlage S. 459
438
Und alles, was ich habe,
Vorlage S. 459
439
Ihr Armband ablösend.
Vorlage S. 459
440
Diese Spangen,
Vorlage S. 459
441
Das Halsgeschmeid und dann dies teure Tuch,
Vorlage S. 459
442
Ein Tuch ablösend, das sie schalartig um den Hals geschlungen trägt.
Vorlage S. 459
443
Der Vater hats gekauft um vierzig Pfund,
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444
Echt indisches Geweb, ich geb es hin.
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445
Nur lasst mein Leben mir, ich will nicht sterben!
Vorlage S. 459
446
Sinkt in ihre vorige Stellung zurück.
Vorlage S. 459
447
Man hat Isaak und Esther gebracht.
Vorlage S. 459
448
KÖNIG.
Vorlage S. 460
449
Was hat der Mann verbrochen?
Vorlage S. 460
450
MANRIQUE
Vorlage S. 460
451
da alle schweigen.
Vorlage S. 460
452
Herr, du weißt,
Vorlage S. 460
453
Verboten ist der Eintritt diesem Volk
Vorlage S. 460
454
In Königs Garten, wenn der Hof zur Stelle.
Vorlage S. 460
455
KÖNIG.
Vorlage S. 460
456
Nun, wenns verboten, so erlaub ichs denn.
Vorlage S. 460
457
ESTHER.
Vorlage S. 460
458
Er ist kein Späher, Herr, ein Handelsmann,
Vorlage S. 460
459
Die Briefe, die er führt, sie sind hebräisch,
Vorlage S. 460
460
Und nicht arabisch, nicht in Maurensprache.
Vorlage S. 460
461
KÖNIG.
Vorlage S. 460
462
Ich glaubs, ich glaubs!
Vorlage S. 460
463
Auf Rahel zeigend.
Vorlage S. 460
464
Und diese?
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465
ESTHER.
Vorlage S. 460
466
Meine Schwester!
Vorlage S. 460
467
KÖNIG.
Vorlage S. 460
468
So nimm sie denn und bring sie fort.
Vorlage S. 460
469
RAHEL
Vorlage S. 460
470
da Esther sich ihr nähert.
Vorlage S. 460
471
Nein, nein!
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472
Sie fassen mich, sie führen mich hinaus
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473
Und töten mich!
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474
Auf den abgelegten Schmuck zeigend.
Vorlage S. 460
475
Hier ist mein Lösegeld!
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476
Hier will ich bleiben und will leichter atmen.
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477
Die Wange an des Königs Knie gelegt.
Vorlage S. 460
478
Hier ist die Sicherheit, hier ruht sichs gut.
Vorlage S. 460
479
KÖNIGIN.
Vorlage S. 460
480
Wollt ihr nicht gehn?
Vorlage S. 460
481
KÖNIG.
Vorlage S. 460
482
Ihr seht, ich bin gefangen!
Vorlage S. 460
483
KÖNIGIN.
Vorlage S. 460
484
Seid ihr gefangen, bin ich frei. Ich gehe.
Vorlage S. 460
485
Mit ihren Frauen ab.
Vorlage S. 460
486
KÖNIG.
Vorlage S. 460
487
Nun noch auch das! Mit ihrem Züchtigtun
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488
Erschaffen sie, was sie entfernen möchten.
Vorlage S. 460
489
Zu Rahel, streng.
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490
Ich sage dir, steh auf! – Gib ihr ihr Tuch
Vorlage S. 460
491
Und lass sie gehn.
Vorlage S. 460
492
RAHEL.
Vorlage S. 460
493
O Herr, nur noch ein Weilchen-
Vorlage S. 460
494
Die Glieder sind gelähmt – ich kann nicht schreiten.
Vorlage S. 460
495
Den Ellbogen aufs Knie und den Kopf in die Hand gestützt.
Vorlage S. 460
496
KÖNIG
Vorlage S. 460
497
zurücktretend.
Vorlage S. 460
498
Und ist sie immer denn so schreckhaft?
Vorlage S. 460
499
ESTHER.
Vorlage S. 460
500
O nicht doch!
Vorlage S. 460
501
Sie war vor kurzem übermütig noch
Vorlage S. 460
502
Und trotzte, wollte, Herr, dich sehen.
Vorlage S. 461
503
KÖNIG.
Vorlage S. 461
504
Mich?
Vorlage S. 461
505
Sie hat es schwer bezahlt.
Vorlage S. 461
506
ESTHER.
Vorlage S. 461
507
Auch sonst zu Hause
Vorlage S. 461
508
Treibt sie nur Possen, spielt mit Mensch und Hund
Vorlage S. 461
509
Und macht uns lachen, wenn wir noch so ernst.
Vorlage S. 461
510
KÖNIG.
Vorlage S. 461
511
So wollt ich denn, sie wäre eine Christin
Vorlage S. 461
512
Und hier am Hof, wo Langeweil genug.
Vorlage S. 461
513
Ein bisschen Scherz käm etwa uns zustatten.
Vorlage S. 461
514
He, Garceran!
Vorlage S. 461
515
GARCERAN.
Vorlage S. 461
516
Erlauchter Herr und König.
Vorlage S. 461
517
ESTHER
Vorlage S. 461
518
mit Rahel beschäftigt.
Vorlage S. 461
519
Steh auf! steh auf!
Vorlage S. 461
520
RAHEL
Vorlage S. 461
521
sich emporhebend und Esther den Halsschmuck abnehmend, den sie zu dem übrigen legt.
Vorlage S. 461
522
Und gib nur, was du hast.
Vorlage S. 461
523
Es ist mein Lösegeld.
Vorlage S. 461
524
ESTHER.
Vorlage S. 461
525
Es sei denn also.
Vorlage S. 461
526
KÖNIG.
Vorlage S. 461
527
Was dünkt dir von dem allen?
Vorlage S. 461
528
GARCERAN.
Vorlage S. 461
529
Mir, o Herr?
Vorlage S. 461
530
KÖNIG.
Vorlage S. 461
531
Verstell dich nicht! du bist ein feiner Kenner.
Vorlage S. 461
532
Ich selbst hab nie nach Weibern viel gesehn,
Vorlage S. 461
533
Doch diese scheint mir schön.
Vorlage S. 461
534
GARCERAN.
Vorlage S. 461
535
Sie ists, o Herr!
Vorlage S. 461
536
KÖNIG.
Vorlage S. 461
537
So sei denn stark, denn du sollst sie geleiten.
Vorlage S. 461
538
RAHEL
Vorlage S. 461
539
die in der Mitte der Bühne mit gebrochenen Knieen und gesenktem Haupte steht, den Ärmel aufstreifend.
Vorlage S. 461
540
Leg mir das Armband an. – O weh, du drückst mich.
Vorlage S. 461
541
Den Halsschmuck auch – Zwar der hängt ja noch hier.
Vorlage S. 461
542
Das Tuch behalt, mir ist so schwer und schwül.
Vorlage S. 461
543
KÖNIG.
Vorlage S. 461
544
Bring sie nach Haus!
Vorlage S. 461
545
GARCERAN.
Vorlage S. 461
546
Doch, Herr, ich fürchte.
Vorlage S. 461
547
KÖNIG.
Vorlage S. 461
548
Was?
Vorlage S. 461
549
GARCERAN.
Vorlage S. 461
550
Das Volk ist aufgeregt –
Vorlage S. 461
551
KÖNIG.
Vorlage S. 461
552
Du hast nicht unrecht.
Vorlage S. 461
553
Obwohl ein Wort des Königs Schutz genug,
Vorlage S. 461
554
Ists besser doch, zu meiden jeden Anlass.
Vorlage S. 461
555
ESTHER
Vorlage S. 461
556
Rahel das Kleid am Halse zurechtrichtend.
Vorlage S. 461
557
Und wie das Kleid verschoben und zerstört.
Vorlage S. 461
558
KÖNIG.
Vorlage S. 462
559
Bring sie vorerst nach einem der Kioske,
Vorlage S. 462
560
Die rings im Garten stehn, und kommt der Abend –
Vorlage S. 462
561
GARCERAN.
Vorlage S. 462
562
Ich höre, hoher Herr!
Vorlage S. 462
563
KÖNIG.
Vorlage S. 462
564
Wir nur? Ja so!
Vorlage S. 462
565
Seid ihr nicht fertig noch?
Vorlage S. 462
566
ESTHER.
Vorlage S. 462
567
Wir sinds, o Herr.
Vorlage S. 462
568
KÖNIG.
Vorlage S. 462
569
Und ist es Abend und das Volk verlaufen,
Vorlage S. 462
570
So führe sie nach Haus, und somit gut.
Vorlage S. 462
571
GARCERAN.
Vorlage S. 462
572
Komm, schöne Heidin!
Vorlage S. 462
573
KÖNIG.
Vorlage S. 462
574
Heidin! welche Possen!
Vorlage S. 462
575
ESTHER
Vorlage S. 462
576
zu Rahel, die sich zum Fortgehen anschickt.
Vorlage S. 462
577
Und dankst du nicht dem Herrn für so viel Huld?
Vorlage S. 462
578
RAHEL
Vorlage S. 462
579
noch immer erschöpft, sich gegen den König wendend.
Vorlage S. 462
580
Hab Dank, o Herr, für deinen mächtgen Schutz!
Vorlage S. 462
581
O, dass ich nicht ein ärmlich Wesen wäre,
Vorlage S. 462
582
Mit einer Bewegung der Hand über den Hals.
Vorlage S. 462
583
Dass dieser Hals, gekürzt von Henkershand,
Vorlage S. 462
584
Dass diese Brust ein Schild gen deinen Feind –
Vorlage S. 462
585
Zwar das begehrst du nicht.
Vorlage S. 462
586
KÖNIG.
Vorlage S. 462
587
Ein hübscher Schild!
Vorlage S. 462
588
Somit denn geht mit Gott. Und – Garceran
Vorlage S. 462
589
Leiser.
Vorlage S. 462
590
Ich wünschte nicht, dass diese hier mein Schützling
Vorlage S. 462
591
Durch irgendwie zudringlich kühne Possen
Vorlage S. 462
592
Beleidigt? ja gestört –
Vorlage S. 462
593
RAHEL
Vorlage S. 462
594
die Hand an die Stirne gelegt.
Vorlage S. 462
595
Ich kann nicht gehn.
Vorlage S. 462
596
KÖNIG
Vorlage S. 462
597
da ihr Garceran den Arm bieten will.
Vorlage S. 462
598
Wozu den Arm? Lass sie die Schwester führen.
Vorlage S. 462
599
Du, alter Mann, bewahre deine Tochter.
Vorlage S. 462
600
Die Welt ist arg, so hüte deinen Schatz.
Vorlage S. 462
601
Rahel und die Ihrigen, von Garceran begleitet, ab.
Vorlage S. 462
602
KÖNIG
Vorlage S. 462
603
ihnen nachsehend.
Vorlage S. 462
604
Sie wankt noch immer. All ihr ganzes Wesen
Vorlage S. 462
605
Ein Meer von Angst in stets erneuten Wellen.
Vorlage S. 462
606
Mit dem Fuß auftretend.
Vorlage S. 462
607
Hielt sie den Fuß mir doch so eng umklammert,
Vorlage S. 462
608
Dass er fast schmerzt. – Im Grunde wunderlich.
Vorlage S. 462
609
Ein feiger Mann, er wird mit Recht verachtet,
Vorlage S. 462
610
Und dies Geschlecht ist stark erst, wenn es schwach.
Vorlage S. 462
611
Ah, Almirante, was sagt ihr dazu?
Vorlage S. 463
612
MANRIQUE.
Vorlage S. 463
613
Ich denke, hoher Herr, dass meinen Sohn
Vorlage S. 463
614
Ihr eben jetzt so fein als streng bestraft.
Vorlage S. 463
615
KÖNIG.
Vorlage S. 463
616
Bestraft?
Vorlage S. 463
617
MANRIQUE.
Vorlage S. 463
618
Als Hüter ihn bestellend diesem Pöbel.
Vorlage S. 463
619
KÖNIG.
Vorlage S. 463
620
Die Strafe, Freund, ist, denk ich, nicht so hart.
Vorlage S. 463
621
Ich selbst hab nie nach Weibern viel gefragt,
Vorlage S. 463
622
Auf das Gefolge zeigend.
Vorlage S. 463
623
Doch diese Herrn sind etwa andrer Meinung.
Vorlage S. 463
624
Nun aber fort mit diesen wirren Bildern!
Vorlage S. 463
625
Lasst uns zur Tafel, mich verlangt nach Stärkung,
Vorlage S. 463
626
Und bei dem ersten Trunk am festlich frohen Tag
Vorlage S. 463
627
Gedenk ein jeder des – woran er denken mag.
Vorlage S. 463
628
Hier ist kein Rang! Nur zu! Voraus! Voran!
Vorlage S. 463
629
Indem die Hofleute sich zu beiden Seiten ordnen und der König mitten durch sie abgeht, fällt der Vorhang.
Vorlage S. 463

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Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

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Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Deshalb« in diesem Textausschnitt? »Deshalb, wenn andre Fürsten Väter heißen«

Eine Antwort ist richtig.

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4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich etwas, das trotz eines Gegengrunds gilt? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

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5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Und hofften diesen Garten umzustalten,«

Eine Antwort ist richtig.

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6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Lasst näher nur das Volk! es stört mich nicht.« B: »Da bleibt ein Stündchen denn für das Geschäft,« C: »Ich sage dir, steh auf! – Gib ihr ihr Tuch Und lass sie gehn.«

Eine Antwort ist richtig.

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9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil Tod bedräute Wirt zugleich und Gast,«

Eine Antwort ist richtig.

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Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Bleib zurück, geh nicht in Garten! Weißt du nicht, es ist verboten? Wenn der König hier lustwandelt, Darf kein Jüd – Gott wird sie richten! – Darf kein Jüd den Ort betreten.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
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2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] führt der eure euch, Und ist ein Gott, wie er denn wirklich ist, Und Recht der Ausspruch seines Munds, so hoff ich Zu siegen, weil im Recht, und weil ein Gott. Mich dauert nur des Landmanns bittre Not. Ich selbst, als Höchster, ich bin da […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ein wackrer Mann, Herr, fürchtet keinen Feind, Doch schwer drückt edler Fraun gerechter Zorn.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] ohne Fehl, wenn irgend jemand, Und die ich, grad heraus, noch wärmer liebte, Wär manchmal, statt des Lobs, auch etwas zu verzeihn.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Bin ich nicht schön, Bin ich nicht reich? Und sie ärgern sich, Und mich kümmerts nicht. La la la la.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Doch dürfte mehr noch als die Botschaft etwa Der Bote selber –« und »Nun noch auch das! Mit ihrem Züchtigtun Erschaffen sie, was sie entfernen möchten.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Indem die Hofleute sich zu beiden Seiten ordnen und der König mitten durch sie abgeht, fällt der Vorhang.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
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8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Bleib zurück, geh nicht in Garten! Weißt du nicht, es ist verboten? Wenn der König hier lustwandelt, Darf […]« / »Indem die Hofleute sich zu beiden Seiten ordnen und der König mitten durch sie abgeht, fällt der Vorhang.«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
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Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Wenn der König hier lustwandelt, Darf kein Jüd – Gott wird sie richten! – Darf kein Jüd den Ort betreten.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Toledo haben wir mit Fleiß ersehn, Um nah zu sein der Kundschaft von dem Feinde, Und doch kein Bote?«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Gedenk ein jeder des – woran er denken mag.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Die Jüdin von Toledo von Grillparzer, Franz ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Die Jüdin von Toledo

Franz Grillparzer: Sämtliche Werke. Ausgewählte Briefe, Gespräche, Berichte. Herausgegeben von Peter Frank und Karl Pörnbacher, München: Hanser, [1960–1965]. Grillparzer, Franz 450- München

Das Werk Die Jüdin von Toledo von Grillparzer, Franz ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.