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Buch - Die Ahnfrau - Grillparzer, Franz

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Originalwerk · Lesefassung

Die Ahnfrau

Grillparzer, Franz · 1816

Die Ahnfrau von Grillparzer, Franz. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Porträt von Grillparzer, Franz; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Grillparzer, Franz · Josef Kriehuber · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erster Aufzug
Vorlage S. 608
2
Gotische Halle. Im Hintergrunde zwei Türen. An beiden Seitenwänden, links und rechts, ebenfalls eine Türe. An einer Kulisse des Vorgrundes hängt ein verrosteter Dolch in seiner Scheide. Später Winterabend. Licht auf dem Tische.
Vorlage S. 608
3
Graf Borotin. Bertha.
Vorlage S. 608
4
DER GRAF
Vorlage S. 608
5
am Tische sitzend und auf einen Brief hinstarrend, den er in beiden Händen hält.
Vorlage S. 608
6
Nun wohlan, was muss geschehe!
Vorlage S. 608
7
Fallen seh ich Zweig auf Zweige,
Vorlage S. 608
8
Kaum noch hält der morsche Stamm.
Vorlage S. 608
9
Noch ein Schlag, so fällt auch dieser
Vorlage S. 608
10
Und im Staube liegt die Eiche,
Vorlage S. 608
11
Die die reichen Segensäste
Vorlage S. 608
12
Weit gebreitet rings umher.
Vorlage S. 608
13
Die Jahrhunderte gesehen
Vorlage S. 608
14
Werden, wachsen und vergehen,
Vorlage S. 608
15
Wird vergehen so wie sie;
Vorlage S. 608
16
Keine Spur wird übrig bleiben;
Vorlage S. 608
17
Was die Väter auch getan,
Vorlage S. 608
18
Wie gerungen, wie gestrebt,
Vorlage S. 608
19
Kaum dass fünfzig Jahr verfließen
Vorlage S. 608
20
Wird kein Enkel mehr es wissen
Vorlage S. 608
21
Dass ein Borotin gelebt!
Vorlage S. 608
22
BERTHA
Vorlage S. 608
23
am Fenster.
Vorlage S. 608
24
Eine grause Nacht, mein Vater!
Vorlage S. 608
25
Kalt und dunkel wie das Grab.
Vorlage S. 608
26
Losgerißne Winde wimmern
Vorlage S. 608
27
Durch die Luft, gleich Nachtgespenstern;
Vorlage S. 608
28
Schnee soweit das Auge trägt,
Vorlage S. 608
29
Auf den Hügeln, auf den Bergen,
Vorlage S. 608
30
Auf den Bäumen, auf den Feldern,
Vorlage S. 608
31
Wie ein Toter liegt die Erde
Vorlage S. 608
32
In des Winters Leichentuch;
Vorlage S. 608
33
Und der Himmel, sternelos,
Vorlage S. 608
34
Starrt aus leeren Augenhöhlen
Vorlage S. 608
35
In das ungeheure Grab
Vorlage S. 608
36
Schwarz herab!
Vorlage S. 608
37
GRAF.
Vorlage S. 609
38
Wie sich doch die Stunden dehnen!
Vorlage S. 609
39
Was ist wohl die Glocke, Bertha?
Vorlage S. 609
40
BERTHA
Vorlage S. 609
41
vom Fenster zurückkommend, und sich, dem Vater gegenüber, zur Arbeit setzend.
Vorlage S. 609
42
Sieben Uhr hats kaum geschlagen.
Vorlage S. 609
43
GRAF.
Vorlage S. 609
44
Sieben? Und schon dunkle Nacht! –
Vorlage S. 609
45
Ach, das Jahr ist alt geworden,
Vorlage S. 609
46
Kürzer werden seine Tage,
Vorlage S. 609
47
Starrend stocken seine Pulse
Vorlage S. 609
48
Und es wankt dem Grabe zu.
Vorlage S. 609
49
BERTHA.
Vorlage S. 609
50
Ei, kommt doch der holde Mai,
Vorlage S. 609
51
Wo das Feld sich kleidet neu,
Vorlage S. 609
52
Wo die Lüfte sanfter wehen
Vorlage S. 609
53
Und die Blumen auferstehen!
Vorlage S. 609
54
GRAF.
Vorlage S. 609
55
Wohl wird sich das Jahr erneuen,
Vorlage S. 609
56
Diese Felder werden grünen,
Vorlage S. 609
57
Diese Bäche werden fließen,
Vorlage S. 609
58
Und die Blume, die jetzt welket,
Vorlage S. 609
59
Wird vom langen Schlaf erwachen
Vorlage S. 609
60
Und das Kinderhaupt erheben
Vorlage S. 609
61
Von dem weißen, weichen Kissen,
Vorlage S. 609
62
Öffnen ihre klaren Augen
Vorlage S. 609
63
Freundlich lächelnd wie zuvor.
Vorlage S. 609
64
Jeder Baum, der jetzt im Sturme
Vorlage S. 609
65
Seine nackten, dürren Arme
Vorlage S. 609
66
Hilfeflehend streckt zum Himmel,
Vorlage S. 609
67
Wird mit neuem Grün sich kleiden.
Vorlage S. 609
68
Alles was nur lebt und webt
Vorlage S. 609
69
In dem Hause der Natur,
Vorlage S. 609
70
Weit umher, in Wald und Flur,
Vorlage S. 609
71
Wird sich frischen Lebens freuen,
Vorlage S. 609
72
Wird im Lenze sich erneuen:
Vorlage S. 609
73
Nie erneut sich Borotin!
Vorlage S. 609
74
BERTHA.
Vorlage S. 609
75
Ihr seid traurig, lieber Vater!
Vorlage S. 609
76
GRAF.
Vorlage S. 609
77
Glücklich, glücklich nenn ich den,
Vorlage S. 609
78
Dem des Daseins letzte Stunde
Vorlage S. 609
79
Schlägt in seiner Kinder Mitte.
Vorlage S. 609
80
Solches Scheiden heißt nicht Sterben;
Vorlage S. 609
81
Denn er lebt im Angedenken,
Vorlage S. 609
82
Lebt in seines Wirkens Früchten,
Vorlage S. 610
83
Lebt in seiner Kinder Taten,
Vorlage S. 610
84
Lebt in seiner Enkel Mund.
Vorlage S. 610
85
O es ist so schön, beim Scheiden
Vorlage S. 610
86
Seines Wirkens ausgestreuten Samen
Vorlage S. 610
87
Lieben Händen zu vertraun,
Vorlage S. 610
88
Die der Pflanze sorglich warten,
Vorlage S. 610
89
Und die späte Frucht genießen;
Vorlage S. 610
90
Im Genusse doppelt fühlend
Vorlage S. 610
91
Den Genuss und das Geschenk.
Vorlage S. 610
92
O es ist so süß, so labend,
Vorlage S. 610
93
Das was uns die Väter gaben
Vorlage S. 610
94
Seinen Kindern hinzugeben
Vorlage S. 610
95
Und sich selbst zu überleben!
Vorlage S. 610
96
BERTHA.
Vorlage S. 610
97
Über diesen bösen Brief!
Vorlage S. 610
98
Ihr wart erst so heiter, Vater,
Vorlage S. 610
99
Schienet seiner euch zu freuen,
Vorlage S. 610
100
Und nun, da ihr ihn gelesen,
Vorlage S. 610
101
Seid mit eins ihr umgestimmt.
Vorlage S. 610
102
GRAF.
Vorlage S. 610
103
Ach, es ist nicht dieses Schreiben,
Vorlage S. 610
104
Seinen Inhalt konnt ich ahnen.
Vorlage S. 610
105
Nein es ist die Überzeugung,
Vorlage S. 610
106
Die sich immer mehr bewährt;
Vorlage S. 610
107
Dass das Schicksal hat beschlossen,
Vorlage S. 610
108
Von der Erde auszustoßen
Vorlage S. 610
109
Das Geschlecht der Borotin!
Vorlage S. 610
110
Sieh, man schreibt mir, dass ein Vetter,
Vorlage S. 610
111
Den ich kaum einmal gesehen,
Vorlage S. 610
112
Der der einzge außer mir
Vorlage S. 610
113
Von dem Namen unsers Hauses,
Vorlage S. 610
114
Kinderlos, ein welker Greis,
Vorlage S. 610
115
Gählings über Nacht gestorben.
Vorlage S. 610
116
Und so bin ich denn der Letzte
Vorlage S. 610
117
Von dem hochberühmten Stamme,
Vorlage S. 610
118
Der mit mir zugleich erlischt.
Vorlage S. 610
119
Ach, kein Sohn folgt meiner Bahre,
Vorlage S. 610
120
Trauernd wird der Leichenherold
Vorlage S. 610
121
Meines Hauses Wappenschild,
Vorlage S. 610
122
Oft gezeigt im Schlachtgefild,
Vorlage S. 611
123
Und den wohlgebrauchten Degen
Vorlage S. 611
124
Mir nach in die Grube legen.
Vorlage S. 611
125
Es geht eine alte Sage,
Vorlage S. 611
126
Fortgepflanzt von Mund zu Mund,
Vorlage S. 611
127
Dass die Ahnfrau unsers Hauses,
Vorlage S. 611
128
Ob begangner schwerer Taten,
Vorlage S. 611
129
Wandeln müsse ohne Ruh,
Vorlage S. 611
130
Bis der letzte Zweig des Stammes,
Vorlage S. 611
131
Den sie selber hat gegründet,
Vorlage S. 611
132
Ausgerottet von der Erde.
Vorlage S. 611
133
Nun wohlan, sie mag sich freuen,
Vorlage S. 611
134
Denn ihr Ziel ist nicht mehr fern!
Vorlage S. 611
135
Fast möcht ich das Märchen glauben,
Vorlage S. 611
136
Denn fürwahr ein mächtger Finger
Vorlage S. 611
137
War bemüht bei unserm Fall.
Vorlage S. 611
138
Kräftig stand ich, herrlich blühend
Vorlage S. 611
139
In der Mitte dreier Brüder;
Vorlage S. 611
140
Alle raubte sie der Tod!
Vorlage S. 611
141
Und ein Weib führt ich nach Hause,
Vorlage S. 611
142
Schön und gut und hold wie du.
Vorlage S. 611
143
Hochbeglückt war unsre Ehe
Vorlage S. 611
144
Und ein Knabe und ein Mädchen
Vorlage S. 611
145
Sproßten aus dem keuschen Bund.
Vorlage S. 611
146
Bald wart ihr mein einzger Trost,
Vorlage S. 611
147
Meine einzge Lebensfreude,
Vorlage S. 611
148
Denn mein Weib ging ein zu Gott.
Vorlage S. 611
149
Sorgsam, wie mein Augenlicht,
Vorlage S. 611
150
Wahrte ich die teuern Pfänder;
Vorlage S. 611
151
Doch umsonst! Vergeblich Streben!
Vorlage S. 611
152
Welche Klugheit, welche Macht,
Vorlage S. 611
153
Mag das Opfer wohl erhalten,
Vorlage S. 611
154
Das die finsteren Gewalten
Vorlage S. 611
155
Ziehen wollen in die Nacht!
Vorlage S. 611
156
Kaum drei Jahre war der Knabe,
Vorlage S. 611
157
Als er, in dem Garten spielend,
Vorlage S. 611
158
Von der Wärtrin sich verlief.
Vorlage S. 611
159
Offen stand die Gartentüre,
Vorlage S. 611
160
Die zum nahen Weiher führt.
Vorlage S. 612
161
Immer sonst war sie geschlossen,
Vorlage S. 612
162
Eben damals stand sie offen,
Vorlage S. 612
163
Bitter.
Vorlage S. 612
164
Hätt ihn sonst der Streich getroffen!
Vorlage S. 612
165
Ach, ich sehe deine Tränen
Vorlage S. 612
166
Treu sich schließen an die meinen.
Vorlage S. 612
167
Weißt du etwa schon den Ausgang?
Vorlage S. 612
168
Ach, ich armer, schwacher Mann,
Vorlage S. 612
169
Habe dir wohl oft erzählet
Vorlage S. 612
170
Die alltägliche Geschichte.
Vorlage S. 612
171
Was ists weiter? – er ertrank!
Vorlage S. 612
172
Sind doch manche schon ertrunken!
Vorlage S. 612
173
Dass es just mein Sohn gewesen,
Vorlage S. 612
174
Meine ganze, einzge Hoffnung,
Vorlage S. 612
175
Meines Alters letzter Stab;
Vorlage S. 612
176
Was kanns helfen! – er ertrank –
Vorlage S. 612
177
Und ich sterbe kinderlos!
Vorlage S. 612
178
BERTHA.
Vorlage S. 612
179
Lieber Vater!
Vorlage S. 612
180
GRAF.
Vorlage S. 612
181
Ich verstehe
Vorlage S. 612
182
Deiner Liebe sanften Vorwurf.
Vorlage S. 612
183
Kinderlos konnt ich mich nennen,
Vorlage S. 612
184
Und ich habe dich, du Treue!
Vorlage S. 612
185
Ach, verzeih dem reichen Manne,
Vorlage S. 612
186
Der sein Habe halb verloren
Vorlage S. 612
187
In des Unglücks hartem Sturm,
Vorlage S. 612
188
Und nun mit der reichen Hälfte,
Vorlage S. 612
189
Lang an Überfluss gewöhnet,
Vorlage S. 612
190
Sich für einen Bettler hält.
Vorlage S. 612
191
Ach verzeih, wenn das Verlorne
Vorlage S. 612
192
In so hellem Lichte glüht,
Vorlage S. 612
193
Ist doch der Verlust ein Blitzstrahl,
Vorlage S. 612
194
Der verklärt was er entzieht!
Vorlage S. 612
195
Ja fürwahr, ich handle unrecht!
Vorlage S. 612
196
Ist mein Name denn das Höchste?
Vorlage S. 612
197
Leb ich nur für meinen Stamm?
Vorlage S. 612
198
Mag ich kalt das Opfer nehmen,
Vorlage S. 612
199
Das du mit der Jugend Freuden,
Vorlage S. 613
200
Mit des Lebens Glück mir bringst!
Vorlage S. 613
201
Meines Daseins letzte Tage
Vorlage S. 613
202
Seien deinem Glück geweiht.
Vorlage S. 613
203
Ja, an eines Gatten Seite,
Vorlage S. 613
204
Der dich liebt, der dich verdient,
Vorlage S. 613
205
Werde dir ein andrer Name
Vorlage S. 613
206
Und mit ihm ein andres Glück!
Vorlage S. 613
207
Wähle von des Landes Söhnen,
Vorlage S. 613
208
Frei den künftigen Gemahl,
Vorlage S. 613
209
Denn dein Wert verbürgt mir deine Wahl!
Vorlage S. 613
210
Wie du seufzest! – Hast wohl schon gewählet?
Vorlage S. 613
211
Jener Jüngling? – Jaromir –
Vorlage S. 613
212
Jaromir von Eschen, denk ich.
Vorlage S. 613
213
Ists nicht also?
Vorlage S. 613
214
BERTHA.
Vorlage S. 613
215
Wag ich es? –
Vorlage S. 613
216
GRAF.
Vorlage S. 613
217
Glaubtest du dem Vaterauge
Vorlage S. 613
218
Bleib ein Wölkchen nur verborgen,
Vorlage S. 613
219
Das an deinem Himmel hängt?
Vorlage S. 613
220
Sollt ich gleich wohl eher schelten,
Vorlage S. 613
221
Dass ich erst erraten muss
Vorlage S. 613
222
Was ich längst schon wissen sollte:
Vorlage S. 613
223
War ich je ein harter Vater,
Vorlage S. 613
224
Bist du nicht mein teures Kind?
Vorlage S. 613
225
Edel nennst du sein Geschlecht,
Vorlage S. 613
226
Edel nennt ihn seine Tat,
Vorlage S. 613
227
Bring ihn mir, ich will ihn kennen,
Vorlage S. 613
228
Und besteht er auf der Probe
Vorlage S. 613
229
So kann manches noch geschehn.
Vorlage S. 613
230
Fallen gleich die weiten Lehen
Vorlage S. 613
231
Als erloschen heim dem Thron,
Vorlage S. 613
232
Ein bescheidnes Los zu gründen
Vorlage S. 613
233
Hat noch Borotin genug.
Vorlage S. 613
234
BERTHA.
Vorlage S. 613
235
O wie soll ich –
Vorlage S. 613
236
GRAF.
Vorlage S. 613
237
Mir nicht danke!
Vorlage S. 613
238
Zahl ich doch nur alte Schulden.
Vorlage S. 613
239
Hast nicht dus um mich verdient,
Vorlage S. 613
240
Hat nicht ers, der wackre Mann?
Vorlage S. 613
241
Denn er wars doch, der im Walde
Vorlage S. 614
242
Dir das Leben einst gerettet,
Vorlage S. 614
243
Und mit eigener Gefahr?
Vorlage S. 614
244
Ists nicht also, liebe Tochter?
Vorlage S. 614
245
BERTHA.
Vorlage S. 614
246
Oh, mit augenscheinlicher Gefahr!
Vorlage S. 614
247
Hab ichs euch doch schon erzählet,
Vorlage S. 614
248
Wie in einer Sommernacht
Vorlage S. 614
249
Ich dort in dem nahen Walde
Vorlage S. 614
250
Mich lustwandelnd einst erging,
Vorlage S. 614
251
Und, vom Schmeichelhauch der Lüfte,
Vorlage S. 614
252
Von dem Duft der tausend Blüten
Vorlage S. 614
253
Eingelullt in süß Vergessen
Vorlage S. 614
254
Weiter ging als je zuvor.
Vorlage S. 614
255
Wie mit einmal durch die Nacht
Vorlage S. 614
256
Einer Laute Klang erwacht,
Vorlage S. 614
257
Klagend, stöhnend, Mitleid flehend
Vorlage S. 614
258
Mit der Tonkunst ganzer Macht;
Vorlage S. 614
259
Girrend bald gleich zarten Tauben
Vorlage S. 614
260
Durch die dichtverschlungnen Lauben,
Vorlage S. 614
261
Bald mit langgedehntem Schall
Vorlage S. 614
262
Lockend gleich der Nachtigall,
Vorlage S. 614
263
Dass die Lüfte schweigend horchten
Vorlage S. 614
264
Und das Laub der regen Espe
Vorlage S. 614
265
Seine Regsamkeit vergaß.
Vorlage S. 614
266
Wie ich so da steh und lausche,
Vorlage S. 614
267
Ganz in Wehmut aufgelöst,
Vorlage S. 614
268
Fühl ich mich mit eins ergriffen,
Vorlage S. 614
269
Und zwei Männer, angetan
Vorlage S. 614
270
Mit des Mordes blutger Farbe,
Vorlage S. 614
271
Mit dem Dolch, den Augen dräuend,
Vorlage S. 614
272
Seh ich gräßlich neben mir.
Vorlage S. 614
273
Schon erheben sie die Dolche,
Vorlage S. 614
274
Schon glaub ich die Todeswunde,
Vorlage S. 614
275
Schreiend, in der Brust zu fühlen:
Vorlage S. 614
276
Da teilt schnell sich das Gebüsche,
Vorlage S. 614
277
Reißend springt ein junger Mann,
Vorlage S. 614
278
Hoch den Degen in der Rechten,
Vorlage S. 614
279
In der Linken eine Laute
Vorlage S. 614
280
Auf die bleichen Mörder zu.
Vorlage S. 615
281
Wie er ihnen obgesieget,
Vorlage S. 615
282
Wie er, einzeln, sie bezwang,
Vorlage S. 615
283
Wie die kühne Tat gelang
Vorlage S. 615
284
Weiß ich nicht. In starre Ohnmacht
Vorlage S. 615
285
War ich zagend hingesunken.
Vorlage S. 615
286
Ich erwacht in seinen Armen,
Vorlage S. 615
287
Und zum Leben neu geboren,
Vorlage S. 615
288
Unbehilflich, schwach und duldend
Vorlage S. 615
289
Wie ein Kind am Mutterbusen
Vorlage S. 615
290
Hing ich an des Teuren Lippen
Vorlage S. 615
291
Seine heißen Küsse trinkend.
Vorlage S. 615
292
Und mein Vater, für das alles,
Vorlage S. 615
293
Was er erst für mich getan,
Vorlage S. 615
294
Konnt ich wen'ger als ihn lieben?
Vorlage S. 615
295
GRAF.
Vorlage S. 615
296
Und ihr saht euch öfter?
Vorlage S. 615
297
BERTHA.
Vorlage S. 615
298
Zufall
Vorlage S. 615
299
Ließ mich drauf ihn wieder finden.
Vorlage S. 615
300
Bald – nicht bloß der Zufall mehr.
Vorlage S. 615
301
GRAF.
Vorlage S. 615
302
Warum flieht er deines Vaters,
Vorlage S. 615
303
Seines Freundes Angesicht.
Vorlage S. 615
304
BERTHA.
Vorlage S. 615
305
Obgleich edlem Stamm entsprossen,
Vorlage S. 615
306
Nur des Hauses edler Stolz,
Vorlage S. 615
307
Nicht sein Gut kam auf den Erben.
Vorlage S. 615
308
Arm und dürftig wie er ist,
Vorlage S. 615
309
Fürchtet er, hört ich ihn sagen,
Vorlage S. 615
310
Dass der reiche Borotin
Vorlage S. 615
311
Andern Lohn für seine Tochter,
Vorlage S. 615
Porträt von Grillparzer, Franz; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Grillparzer, Franz · Josef Kriehuber · Public domain Bildquelle ↗
312
Als die Tochter selber, zahle.
Vorlage S. 615
313
GRAF.
Vorlage S. 615
314
Ich weiß Edelmut zu ehren,
Vorlage S. 615
315
Wenn er sich und andre ehrt.
Vorlage S. 615
316
Bring ihn mir, er soll erfahren,
Vorlage S. 615
317
Dass dem reichen Borotin
Vorlage S. 615
318
Er sein reichstes Gut erhalten,
Vorlage S. 615
319
Soll erfahren, dass dein Vater
Vorlage S. 615
320
Für das Gold der ganzen Welt
Vorlage S. 615
321
Dich nicht für bezahlet hält. –
Vorlage S. 615
322
Doch jetzt, Bertha, nimm die Harfe
Vorlage S. 615
323
Und versuch es, meinen Kummer
Vorlage S. 616
324
Um ein Stündchen zu betrügen.
Vorlage S. 616
325
Spiel ein wenig, liebe Tochter!
Vorlage S. 616
326
Bertha nimmt die Harfe. Bald nach den ersten Akkorden nickt der Alte und schlummert ein. Sobald er schläft stellt Bertha die Harfe weg.
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327
BERTHA.
Vorlage S. 616
328
Schlummre ruhig, guter Vater!
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329
Dass doch all die süßen Blumen,
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330
Die du streust auf meinen Pfad,
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331
Dir zum Kranze werden möchten
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332
Auf dein sorgenschweres Haupt. –
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333
Ich soll also ihm gehören,
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334
Mein ihn nennen, wirklich mein?
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335
Und das Glück, das schon als Hoffnung
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336
Mir der Güter größtes schien,
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337
Gießt in freudiger erfüllung
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338
Mir sein schwellend Füllhorn hin!
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339
Ich kanns nicht fassen,
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340
Mich selber nicht fassen,
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341
Alles zeigt mir und spricht mir nur ihn,
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342
Den Wolken, den Winden
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343
Möcht ichs verkünden,
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344
Dass sies verbreiten so weit sie nur ziehn!
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345
Mir wirds zu enge
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346
In dem Gedränge
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347
Fort auf den Söller, wie lastet das Haus;
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348
Dort von den Stufen
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349
Will ich es rufen
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350
In die schweigende Nacht hinaus.
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351
Und naht der Treue,
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352
Dem ich mich weihe,
Vorlage S. 616
353
Künd ich ihm jubelnd das frohe Geschick
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354
An seinem Munde
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355
Preis ich die Stunde
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356
Preis ich die Liebe, preis ich das Glück.
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357
Ab.
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358
Pause. – Die Ahnfrau, Berthan an Gestalt ganz ähnlich, und in der Kleidung nur durch einen wallenden Schleier unterschieden, erscheint neben dem Stuhle des Schlafenden und beugt sich schmerzlich über ihn.
Vorlage S. 616
359
GRAF
Vorlage S. 617
360
unruhig im Schlafe.
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361
Fort von mir! – Fort! – Fort!
Vorlage S. 617
362
Er erwacht.
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363
Ah – bist du hier meine Bertha?
Vorlage S. 617
364
Ei das war ein schwerer Traum,
Vorlage S. 617
365
Noch empört sich mir das Innre!
Vorlage S. 617
366
Geh doch nach der Harfe, Bertha,
Vorlage S. 617
367
Mich verlangts Musik zu hören!
Vorlage S. 617
368
Die Gestalt hat sich aufgerichtet und starrt den Grafen mit weitgeöffneten toten Augen an.
Vorlage S. 617
369
GRAF
Vorlage S. 617
370
entsetzt.
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371
Was starrst du so graß nach mir,
Vorlage S. 617
372
Dass das Herz im Männerbusen
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373
Sich mit bangem Grausen wendet,
Vorlage S. 617
374
Und der Beine Mark gerinnt!
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375
Weg den Blick! Von mir die Augen!
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376
Also sah ich dich im Traume
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377
Und noch siedet mein Gehirn.
Vorlage S. 617
378
Willst du deinen Vater töten?
Vorlage S. 617
379
Die Gestalt wendet sich ab und geht einige Schritte gegen die Türe.
Vorlage S. 617
380
GRAF.
Vorlage S. 617
381
So! – Nun kenn ich selbst mich wieder! –
Vorlage S. 617
382
Wohin gehst du Kind?
Vorlage S. 617
383
DIE GESTALT
Vorlage S. 617
384
wendet sich an der Türe um.
Vorlage S. 617
385
Mit unbetonter Stimme.
Vorlage S. 617
386
Nach Hause.
Vorlage S. 617
387
Ab.
Vorlage S. 617
388
DER GRAF
Vorlage S. 617
389
stürzt niedergedonnert in den Sessel zurück.
Vorlage S. 617
390
Nach einer Weile.
Vorlage S. 617
391
Was war das? – Hab ich geträumt? –
Vorlage S. 617
392
Sah ich sie nicht vor mir stehn,
Vorlage S. 617
393
Hört ich nicht die toten Worte,
Vorlage S. 617
394
Fühl ich nicht mein Blut noch starren
Vorlage S. 617
395
Von dem grassen, eis'gen Blick? –
Vorlage S. 617
396
Und doch, meine sanfte Tochter! –
Vorlage S. 617
397
Bertha! Höre, Bertha!
Vorlage S. 617
398
Bertha und Kastellan kommen.
Vorlage S. 617
399
BERTHA
Vorlage S. 618
400
hereinstürzend.
Vorlage S. 618
401
Ach, was fehlt euch, lieber Vater?
Vorlage S. 618
402
GRAF.
Vorlage S. 618
403
Bist du da! Was ficht dich an,
Vorlage S. 618
404
Sprich, was ists, unkindlich Mädchen,
Vorlage S. 618
405
Dass du wie ein Nachtgespenst
Vorlage S. 618
406
Durch die öden Säle wandelst
Vorlage S. 618
407
Und mit seltsamen Beginnen
Vorlage S. 618
408
Lebensmüde Schläfer schreckst?
Vorlage S. 618
409
BERTHA.
Vorlage S. 618
410
Ich, mein Vater?
Vorlage S. 618
411
GRAF.
Vorlage S. 618
412
Du, ja du!
Vorlage S. 618
413
Wie, du weißt nicht? Und noch haften
Vorlage S. 618
414
Deine starren Leichenblicke
Vorlage S. 618
415
Mir gleich Dolchen in der Brust.
Vorlage S. 618
416
BERTHA.
Vorlage S. 618
417
Meine Blicke?
Vorlage S. 618
418
GRAF.
Vorlage S. 618
419
Deine Blicke!
Vorlage S. 618
420
Zieh nicht staunend auf die Augen!
Vorlage S. 618
421
Siehst du, so! – doch nein, viel starrer!
Vorlage S. 618
422
Starr? – die Sprache hat kein Wort!
Vorlage S. 618
423
Blickst du mich liebkosend an,
Vorlage S. 618
424
Um den Eindruck wegzuwischen
Vorlage S. 618
425
Jenes finstern Augenblicks?
Vorlage S. 618
426
All umsonst! So lang ich lebe
Vorlage S. 618
427
Wird das Schreckbild vor mir stehn,
Vorlage S. 618
428
Auf dem Todbett werd ichs sehn!
Vorlage S. 618
429
Scheint dein Blick gleich Mondenschimmer
Vorlage S. 618
430
Über einer Abendlandschaft,
Vorlage S. 618
431
O ich weiß, er kann auch töten!
Vorlage S. 618
432
BERTHA.
Vorlage S. 618
433
Ach, was hab ich denn begangen,
Vorlage S. 618
434
Das euch also aufgeregt,
Vorlage S. 618
435
Und euch heißt die Augen schelten,
Vorlage S. 618
436
Die den euern bang begegnend
Vorlage S. 618
437
Sich mit Wehmutstränen füllen.
Vorlage S. 618
438
Dass ich euch im Schlaf verlassen,
Vorlage S. 618
439
Unbedachtsam fortgegangen –
Vorlage S. 618
440
GRAF.
Vorlage S. 618
441
Dass du fortgingst? – Dass du hier warst!
Vorlage S. 618
442
BERTHA.
Vorlage S. 618
443
Dass ich hier war?
Vorlage S. 618
444
GRAF.
Vorlage S. 618
445
Standst du nicht
Vorlage S. 618
446
Hier auf dieser, dieser Stelle
Vorlage S. 618
447
Schießend deine kalten Pfeile
Vorlage S. 618
448
Nach des grauen Vaters Brust.
Vorlage S. 618
449
BERTHA.
Vorlage S. 619
450
Als ihr schliefet?
Vorlage S. 619
451
GRAF.
Vorlage S. 619
452
Kurz erst, jetzt erst!
Vorlage S. 619
453
BERTHA.
Vorlage S. 619
454
Eben komm ich von dem Söller!
Vorlage S. 619
455
Als der Schlummer euch umfing
Vorlage S. 619
456
Ging ich sehnsuchtsvoll hinaus
Vorlage S. 619
457
Nach dem Teuern umzuschauen.
Vorlage S. 619
458
GRAF.
Vorlage S. 619
459
Schändlich! – Mädchen, höhnst du mich?
Vorlage S. 619
460
BERTHA.
Vorlage S. 619
461
Höhnen? – ich, mein Vater? – ich?
Vorlage S. 619
462
Mit überströmenden Augen zu Günther.
Vorlage S. 619
463
Ach sprich du! – Ich weiß nicht – kann nicht!
Vorlage S. 619
464
GÜNTHER.
Vorlage S. 619
465
Ja fürwahr, mein gnädger Herr,
Vorlage S. 619
466
Ja, das Fräulein kömmt vom Söller.
Vorlage S. 619
467
Ich stand bei ihr, und wir schauten
Vorlage S. 619
468
In die schneeerhellte Gegend
Vorlage S. 619
469
Ob kein Wanderer sich nahe.
Vorlage S. 619
470
Erst als ihr sie gellend rieft,
Vorlage S. 619
471
Eilte sie mit mir herbei.
Vorlage S. 619
472
GRAF
Vorlage S. 619
473
rasch.
Vorlage S. 619
474
Und ich sah –
Vorlage S. 619
475
GÜNTHER.
Vorlage S. 619
476
Ihr sahet –?
Vorlage S. 619
477
GRAF.
Vorlage S. 619
478
Nichts!
Vorlage S. 619
479
GÜNTHER.
Vorlage S. 619
480
Ihr saht etwa –?
Vorlage S. 619
481
GRAF.
Vorlage S. 619
482
Nichts! nichts sag ich!
Vorlage S. 619
483
Vor sich hin.
Vorlage S. 619
484
Es ist klar, ich hab geträumt!
Vorlage S. 619
485
Wenn sich gleich die Sinne sträuben,
Vorlage S. 619
486
Das Gedächtnis es verneint,
Vorlage S. 619
487
Doch ists so; ich hab geträumt!
Vorlage S. 619
488
Kann der Schein sich also hüllen
Vorlage S. 619
489
Ins Gewand der Wirklichkeit?
Vorlage S. 619
490
Diese Hand seh ich nicht klarer
Vorlage S. 619
491
Als ich jenes Bild gesehn!
Vorlage S. 619
492
Und doch, meine sanfte Bertha!
Vorlage S. 619
493
Es ist klar, ich hab geträumt! –
Vorlage S. 619
494
Was stehst du so ferne, Bertha?
Vorlage S. 619
495
Hast du keinen Vorwurf, Liebe,
Vorlage S. 619
496
Für den harten, rauhen Vater
Vorlage S. 619
497
Der so bitter dich gekränkt?
Vorlage S. 619
498
Ach, so warst du schon als Kind,
Vorlage S. 619
499
Trugest immerdar zugleich
Vorlage S. 619
500
Der Beleidgung herben Schmerz
Vorlage S. 620
501
Und das Unrecht des Beleidgers.
Vorlage S. 620
502
Immer gut und immer schuldlos,
Vorlage S. 620
503
Schienst du stets die Schuldige –
Vorlage S. 620
504
BERTHA
Vorlage S. 620
505
an seiner Brust.
Vorlage S. 620
506
Und bin ich nicht wirklich schuldig?
Vorlage S. 620
507
Wenn auch nicht als Grund des Zornes,
Vorlage S. 620
508
Ach, doch als sein Gegenstand!
Vorlage S. 620
509
GRAF.
Vorlage S. 620
510
Du verzeihst mir also, Bertha?
Vorlage S. 620
511
BERTHA.
Vorlage S. 620
512
Ihr habt wohl geträumt, mein Vater!
Vorlage S. 620
513
Es gibt gar lebendge Träume!
Vorlage S. 620
514
Oder dieser Halle Dunkel
Vorlage S. 620
515
Matt vom Kerzenlicht erhellt
Vorlage S. 620
516
Täuscht' in trügender Gestaltung
Vorlage S. 620
517
Euer schlummertrunknes Aug.
Vorlage S. 620
518
O, ich hab es oft erfahren,
Vorlage S. 620
519
Wie die Sinne, aufgeregt,
Vorlage S. 620
520
Stumpfe Diener unsrer Seele,
Vorlage S. 620
521
Gern für wahr und wirklich halten
Vorlage S. 620
522
Die verworrenen Gestalten,
Vorlage S. 620
523
Die der Geist in sich bewegt.
Vorlage S. 620
524
Gestern nur, mein Vater, ging ich
Vorlage S. 620
525
In des Zwielichts mattem Strahl
Vorlage S. 620
526
Durch den alten Ahnensaal.
Vorlage S. 620
527
In der Mitte hängt ein Spiegel,
Vorlage S. 620
528
Halb erblindet und voll Flecken.
Vorlage S. 620
529
Wie ich ihn vorüber gehe
Vorlage S. 620
530
Bleib ich, meinen Anzug musternd,
Vorlage S. 620
531
Vor dem matten Glase stehn.
Vorlage S. 620
532
Eben senk ich nach dem Gürtel
Vorlage S. 620
533
Nieder meine beiden Hände,
Vorlage S. 620
534
Da – ihr werdet lachen, Vater!
Vorlage S. 620
535
Und auch ich muss jetzt fast lächeln
Vorlage S. 620
536
Meiner kindisch schwachen Furcht,
Vorlage S. 620
537
Doch in jenem Augenblicke
Vorlage S. 620
538
Konnt ich nur mit Schreck und Grauen
Vorlage S. 620
539
Das verzerrte Wahnbild schauen.
Vorlage S. 620
540
Wie ich senke meine Hände,
Vorlage S. 621
541
Um den Gürtel anzuziehn,
Vorlage S. 621
542
Da erhebt mein Bild im Spiegel
Vorlage S. 621
543
Seine Hände an das Haupt,
Vorlage S. 621
544
Und mit starrendem Entsetzen
Vorlage S. 621
545
Seh ich in dem dunkeln Glase
Vorlage S. 621
546
Meine Züge sich verzerren.
Vorlage S. 621
547
Immer sind es noch dieselben
Vorlage S. 621
548
Und doch anders, furchtbar anders,
Vorlage S. 621
549
Und mir selbst nicht ähnlicher
Vorlage S. 621
550
Als ein Lebendger seiner Leiche.
Vorlage S. 621
551
Weit reißt es die Augen auf
Vorlage S. 621
552
Starrt nach mir, und mit dem Finger
Vorlage S. 621
553
Droht es warnend gegen mich.
Vorlage S. 621
554
GÜNTHER.
Vorlage S. 621
555
Weh, die Ahnfrau!
Vorlage S. 621
556
GRAF
Vorlage S. 621
557
wie von einem plötzlichen schrecklichen Gedanken ergriffen, vom Sessel aufspringend.
Vorlage S. 621
558
Ahnfrau!
Vorlage S. 621
559
BERTHA
Vorlage S. 621
560
verwundert.
Vorlage S. 621
561
Ahnfrau?
Vorlage S. 621
562
GÜNTHER.
Vorlage S. 621
563
Saht ihr nie ihr Bild im Saale,
Vorlage S. 621
564
Euch so ähnlich, gnädges Fräulein,
Vorlage S. 621
565
Gleich als hättet ihr dem Maler,
Vorlage S. 621
566
Lieblich wie ihr seid, gesessen?
Vorlage S. 621
567
BERTHA.
Vorlage S. 621
568
Oftmals hab ichs wohl gesehn,
Vorlage S. 621
569
Es mit Staunen mir betrachtet,
Vorlage S. 621
570
Und es war mir immer teuer
Vorlage S. 621
571
Wegen dieser Ähnlichkeit.
Vorlage S. 621
572
GÜNTHER.
Vorlage S. 621
573
Und ihr kennet nicht die Sage,
Vorlage S. 621
574
Die von Mund zu Munde geht?
Vorlage S. 621
575
BERTHA.
Vorlage S. 621
576
Schon als Kind hört ichs erzählen,
Vorlage S. 621
577
Doch ein Märchen nennts der Vater.
Vorlage S. 621
578
GÜNTHER.
Vorlage S. 621
579
Ach, er fühlts zu dieser Frist,
Vorlage S. 621
580
Wie er sichs auch selbst verhehle,
Vorlage S. 621
581
Fühlts im Tiefsten seiner Seele,
Vorlage S. 621
582
Dass es mehr als Märchen ist.
Vorlage S. 621
583
Ja, die Ahnfrau eures Hauses,
Vorlage S. 621
584
Jung und blühend noch an Jahren,
Vorlage S. 621
585
Bertha, so wie ihr geheißen,
Vorlage S. 621
586
Schön und reizend, so wie ihr,
Vorlage S. 621
587
Von der Eltern Hand gezwungen,
Vorlage S. 622
588
Zu verhaßter Ehe Bund,
Vorlage S. 622
589
Sie vergaß ob neuen Pflichten
Vorlage S. 622
590
Langgehegter Liebe nicht;
Vorlage S. 622
591
In den Armen ihres Buhlen
Vorlage S. 622
592
Überfiel sie der Gemahl.
Vorlage S. 622
593
Durstend seine Schmach zu rächen,
Vorlage S. 622
594
Straft er selber das Verbrechen
Vorlage S. 622
595
Stieß ins Herz ihr seinen Stahl,
Vorlage S. 622
596
Jenen Stahl, den in der Blinde
Vorlage S. 622
597
Man dort aufgehangen hat,
Vorlage S. 622
598
Zum Gedächtnis ihrer Sünde,
Vorlage S. 622
599
Zum Gedächtnis seiner Tat.
Vorlage S. 622
600
Ruhe ward ihr nicht vergönnet,
Vorlage S. 622
601
Wandeln muss sie ohne Rast,
Vorlage S. 622
602
Bis das Haus ist ausgestorben,
Vorlage S. 622
603
Dessen Mutter sie gewesen,
Vorlage S. 622
604
Bis weit auf der Erde hin
Vorlage S. 622
605
Sich kein einzger Zweig mehr findet
Vorlage S. 622
606
Von dem Stamm den sie gegründet,
Vorlage S. 622
607
Von dem Stamm der Borotin.
Vorlage S. 622
608
Und wenn Unheil droht dem Hause,
Vorlage S. 622
609
Sich Gewitter türmen auf,
Vorlage S. 622
610
Steigt sie aus der dunkeln Klause
Vorlage S. 622
611
An die Oberwelt herauf.
Vorlage S. 622
612
Da sieht man sie klagend gehen,
Vorlage S. 622
613
Klagend, dass ihr Macht gebricht,
Vorlage S. 622
614
Denn sie kanns nur vorhersehen,
Vorlage S. 622
615
Ab es wenden kann sie nicht!
Vorlage S. 622
616
BERTHA.
Vorlage S. 622
617
Und das ist es –?
Vorlage S. 622
618
GÜNTHER.
Vorlage S. 622
619
Das ist alles
Vorlage S. 622
620
Was ich hier zu sagen wage,
Vorlage S. 622
621
Wenn gleich all nicht was ich weiß.
Vorlage S. 622
Iwan Schischkin und Konstantin Sawizki – Waldlandschaft mit Bären, 1889. Motivvergleich; keine Darstellung der Figuren dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Morgen im Kiefernwald · Ivan Shishkin / Konstantin Savitsky · Public domain Bildquelle ↗
622
Eines ist noch übrig, eines,
Vorlage S. 622
623
Das des Hauses ältre Diener,
Vorlage S. 622
624
Das der Gegend welke Greise
Vorlage S. 622
625
Bang sich in die Ohren raunen,
Vorlage S. 622
626
Das der Sage heilger Mund
Vorlage S. 622
627
Aus der Väter fernen Tagen
Vorlage S. 623
628
In die Enkelwelt getragen.
Vorlage S. 623
629
Eines, das den Schlüssel gibt
Vorlage S. 623
630
Zu so manchem finstern Rätsel,
Vorlage S. 623
631
Das ob diesem Hause brütet.
Vorlage S. 623
632
Aber wag ich es zu sagen
Vorlage S. 623
633
Hier an diesem, diesem Ort
Vorlage S. 623
634
Wo noch kurz zuvor der Schatten –
Vorlage S. 623
635
Mit scheuen Blicken umhergehend. Bertha schmiegt sieh an ihn, und folgt mit ihren Augen den seinigen.
Vorlage S. 623
636
Runzelt ihr die hohen Brauen
Vorlage S. 623
637
Edler Herr? Ich kann nicht anders!
Vorlage S. 623
638
Meinen Busen wills zerbrechen
Vorlage S. 623
639
Und es drängt michs auszusprechen
Vorlage S. 623
640
Beb ich selber gleich zurück. –
Vorlage S. 623
641
Kommt hierher, mein Fräulein, hierher
Vorlage S. 623
642
Und vernehmt und staunt und bebt. –
Vorlage S. 623
643
Mit der Ahnfrau blutger Leiche
Vorlage S. 623
644
Ward der Sünde Keim begraben,
Vorlage S. 623
645
Aber nicht der Sünde Frucht.
Vorlage S. 623
646
Das Verbrechen, das des Gatten
Vorlage S. 623
647
Blutger Rachestahl bestraft,
Vorlage S. 623
648
War, wie jene Sage spricht,
Vorlage S. 623
649
Wohl das Letzte ihres Lebens
Vorlage S. 623
650
Aber ach, ihr erstes nicht.
Vorlage S. 623
651
Ihres Schoßes einzger Sohn,
Vorlage S. 623
652
Den ihr unter euren Ahnen,
Vorlage S. 623
653
Unter euren Vätern zählt,
Vorlage S. 623
654
Der des mächtgen Borotin
Vorlage S. 623
655
Lehen, Gut und Namen erbte,
Vorlage S. 623
656
Er –
Vorlage S. 623
657
GRAF.
Vorlage S. 623
658
Schweig!
Vorlage S. 623
659
GÜNTHER.
Vorlage S. 623
660
Es ist ausgesprochen.
Vorlage S. 623
661
Er, dem Vater unbewusst,
Vorlage S. 623
662
War ein Pfand geheimer Lust,
Vorlage S. 623
663
War ein Denkmal ihrer Sünde!
Vorlage S. 623
664
Darum muss sie klagend wallen
Vorlage S. 623
665
Durch die weiten, öden Hallen,
Vorlage S. 623
666
Die das Werk von Trug und Nacht
Vorlage S. 624
667
Auf ein fremd Geschlecht gebracht.
Vorlage S. 624
668
Und in jedem Enkelkinde,
Vorlage S. 624
669
Das entsproßt aus ihrem Blut,
Vorlage S. 624
670
Haßt sie die vergangne Sünde,
Vorlage S. 624
671
Liebt sie die vergangne Glut.
Vorlage S. 624
672
Also harret sie seit Jahren,
Vorlage S. 624
673
Wird noch harren jahrelang
Vorlage S. 624
674
Auf des Hauses Untergang;
Vorlage S. 624
675
Und ob der sie gleich befreiet,
Vorlage S. 624
676
Hütet sie doch jeden Streich,
Vorlage S. 624
677
Der dem Haupt der Lieben dräuet,
Vorlage S. 624
678
Den sie wünscht und scheut zugleich.
Vorlage S. 624
679
Darum wimmert es so kläglich
Vorlage S. 624
680
In den halbverfallnen Gängen,
Vorlage S. 624
681
Darum pochts in dunkler Nacht –
Vorlage S. 624
682
Entferntes Getöse.
Vorlage S. 624
683
BERTHA.
Vorlage S. 624
684
Himmel!
Vorlage S. 624
685
GÜNTHER.
Vorlage S. 624
686
Weh uns!
Vorlage S. 624
687
GRAF.
Vorlage S. 624
688
Was ist das?
Vorlage S. 624
689
Das Getöse wiederholt sich.
Vorlage S. 624
690
Fast gefährlich scheint dein Wahnsinn
Vorlage S. 624
691
Er steckt auch Gesunde an.
Vorlage S. 624
692
An die Pforte wird geschlagen
Vorlage S. 624
693
Einlaß fordernd. Geh hinab
Vorlage S. 624
694
Und sieh zu, was man begehrt!
Vorlage S. 624
695
Günther ab.
Vorlage S. 624
696
BERTHA.
Vorlage S. 624
697
Vater, du siehst bleich! Ists Wahrheit
Vorlage S. 624
698
Was der alte Mann da spricht?
Vorlage S. 624
699
GRAF.
Vorlage S. 624
700
Was ist wahr, was ist es nicht?
Vorlage S. 624
701
Lass uns eignen Wertes freuen
Vorlage S. 624
702
Und nur eigne Sünden scheuen.
Vorlage S. 624
703
Lass, wenn in der Ahnen Schar
Vorlage S. 624
704
Jemals eine Schuldge war,
Vorlage S. 624
705
Alle andre Furcht entweichen
Vorlage S. 624
706
Als die Furcht ihr je zu gleichen. –
Vorlage S. 624
707
Und jetzt komm, mein liebes Kind,
Vorlage S. 624
708
Führe mich nach meinem Zimmer.
Vorlage S. 624
709
Ists gleich noch nicht Schlafens Zeit
Vorlage S. 625
710
Ruhe heischt der müde Körper
Vorlage S. 625
711
Hat er doch in einer Stunde
Vorlage S. 625
712
Mehr als manchen Tag gelebt.
Vorlage S. 625
713
Ab mit Bertha.
Vorlage S. 625
714
Pause. – Dann stürzt wankend, mit verworrenem Haar und aufgerissenem Wams, einen zerbrochenen Degen in der Rechten, Jaromir herein.
Vorlage S. 625
715
JAROMIR
Vorlage S. 625
716
atemlos.
Vorlage S. 625
717
Bis hierher! – Ich kann nicht weiter!
Vorlage S. 625
718
Wankend brechen meine Kniee,
Vorlage S. 625
719
Es ist aus! – Ich kann nicht weiter!
Vorlage S. 625
720
Sinkt gebrochen auf den Sessel hin.
Vorlage S. 625
721
GÜNTHER
Vorlage S. 625
722
nachkommend.
Vorlage S. 625
723
Sagt doch, Herr, ist das wohl Sitte?
Vorlage S. 625
724
Einzudringen so ins Haus
Vorlage S. 625
725
Achtlos auf mein mahnend Wehren.
Vorlage S. 625
726
Sprecht, was wollt ihr? was begehrt ihr?
Vorlage S. 625
727
JAROMIR.
Vorlage S. 625
728
Ruhe! – Nur ein Stündchen Ruhe,
Vorlage S. 625
729
Nur ein kurzes Stündchen Ruhe! –
Vorlage S. 625
730
GÜNTHER.
Vorlage S. 625
731
Was ist euch begegnet, Herr?
Vorlage S. 625
732
Woher kommt ihr?
Vorlage S. 625
733
JAROMIR.
Vorlage S. 625
734
Dort – vom Walde –
Vorlage S. 625
735
Wurde – wurde überfallen –
Vorlage S. 625
736
GÜNTHER.
Vorlage S. 625
737
Ach man hört so manches Unheil
Vorlage S. 625
738
Von den Räubern dort im Walde!
Vorlage S. 625
739
Wie bedaur ich euch, mein Herr!
Vorlage S. 625
740
Ach verzeihet, wenn ich anfangs
Vorlage S. 625
741
Eure bange Hast mißdeutend
Vorlage S. 625
742
Und das Fremde eures Eintritts
Vorlage S. 625
743
Anders sprach, als ich gesollt.
Vorlage S. 625
744
Wenns euch gutdünkt, folgt mir Herr
Vorlage S. 625
745
Nach den oberen Gemächern,
Vorlage S. 625
746
Wo euch würdig Speis und Trank
Vorlage S. 625
747
Und willkommne Lagerstätte –
Vorlage S. 625
748
JAROMIR.
Vorlage S. 625
749
Nein, ich kann – ich mag nicht schlafen!
Vorlage S. 625
750
Lass mich hier in diesem Stuhl,
Vorlage S. 625
751
Bis die Sinne sich gesammelt
Vorlage S. 625
752
Und ich wieder selber bin.
Vorlage S. 626
753
Er legt den Arm auf den Tisch, und den Kopf darauf.
Vorlage S. 626
754
GÜNTHER.
Vorlage S. 626
755
Was soll ich mit ihm beginnen?
Vorlage S. 626
756
Ganz verwirrt hat ihn der Schreck.
Vorlage S. 626
757
Bleib ich? geh ich? Lass ich ihn?
Vorlage S. 626
758
Ich wills nur dem Grafen melden,
Vorlage S. 626
759
Mag er selber doch empfangen
Vorlage S. 626
760
Seinen sonderbaren Gast.
Vorlage S. 626
761
Ab.
Vorlage S. 626
762
JAROMIR.
Vorlage S. 626
763
Ha, er geht, er geht! – Was soll ich?
Vorlage S. 626
764
Sei es denn! – Nun Fassung, Fassung!
Vorlage S. 626
765
Der Graf und Günther kommen.
Vorlage S. 626
766
GÜNTHER.
Vorlage S. 626
767
Hier, mein gnädger Herr, der Fremde!
Vorlage S. 626
768
Jaromir steht auf.
Vorlage S. 626
769
GRAF.
Vorlage S. 626
770
Lasst euch doch nicht stören, Herr,
Vorlage S. 626
771
Und genießt der nötgen Ruhe.
Vorlage S. 626
772
Hoch willkommen seid ihr mir,
Vorlage S. 626
773
Doppelt wert, denn euch empfiehlt
Vorlage S. 626
774
Eure Not und Euer Selbst –
Vorlage S. 626
775
JAROMIR.
Vorlage S. 626
776
Ihr verzeihet wohl die Stunde
Vorlage S. 626
777
Und die Weise meines Eintritts.
Vorlage S. 626
778
Mag mein Unfall mich entschuldgen
Vorlage S. 626
779
Wo ich selbst es nicht vermag.
Vorlage S. 626
780
Dort in jenem nahen Walde
Vorlage S. 626
781
Ward ich räubrisch überfallen.
Vorlage S. 626
782
Ich und meine beiden Diener
Vorlage S. 626
783
Wehrten lang uns ritterlich:
Vorlage S. 626
784
Aber wachsend stieg die Menge,
Vorlage S. 626
785
Meine treuen Diener lagen
Vorlage S. 626
786
Hingestreckt in ihrem Blut.
Vorlage S. 626
787
Da gewahr ich meines Vorteils,
Vorlage S. 626
788
Und ins dunkle Dickicht springend,
Vorlage S. 626
789
Schnell, die Räuber auf der Ferse,
Vorlage S. 626
790
Such ich fliehend zu entrinnen
Vorlage S. 626
791
Und das Freie zu gewinnen.
Vorlage S. 626
792
Gibt die Hoffnung schnelle Füße
Vorlage S. 626
793
Leiht dafür das Schrecken Flügel.
Vorlage S. 626
794
Bald gewinn ich einen Vorsprung,
Vorlage S. 626
795
Und heraus ins Freie tretend
Vorlage S. 627
796
Blinkt mir euer Schloß entgegen.
Vorlage S. 627
797
Gastfrei schiens mich einzuladen,
Vorlage S. 627
798
Zögernd folgt ich, – und bin hier.
Vorlage S. 627
799
GRAF.
Vorlage S. 627
800
Halten wird euch der Besitzer
Vorlage S. 627
801
Was sein Eigentum versprach.
Vorlage S. 627
802
Was nur dieses Haus vermag
Vorlage S. 627
803
Ist das eure, euch zu Dienste.
Vorlage S. 627
804
BERTHA
Vorlage S. 627
805
kommt.
Vorlage S. 627
806
Hört ich hier nicht seine Stimme?
Vorlage S. 627
807
Ja er ists! – Mein Jaromir!
Vorlage S. 627
808
JAROMIR.
Vorlage S. 627
809
Bertha!
Vorlage S. 627
810
Eilt auf sie zu. Plötzlich hält er ein, und tritt mit einer Verbeugung zurück.
Vorlage S. 627
811
GRAF.
Vorlage S. 627
812
Wär es etwa dieser? –
Vorlage S. 627
813
BERTHA.
Vorlage S. 627
814
Ja, er ists, er ists, mein Vater!
Vorlage S. 627
815
Ja, er ists, der mich gerettet,
Vorlage S. 627
816
Ja, er ists, der teure Mann!
Vorlage S. 627
817
GRAF.
Vorlage S. 627
818
Zieht euch nicht so fremd zurück,
Vorlage S. 627
819
Seid ihr doch nicht unter Fremden!
Vorlage S. 627
820
Schließt sie immer in die Arme;
Vorlage S. 627
821
Ihr habt euch ein Recht erworben,
Vorlage S. 627
822
Dass sie lebt ist euer Werk!
Vorlage S. 627
823
Wohl mir, dass mir ward vergönnt
Vorlage S. 627
824
Den zu sehen, dem zu danken,
Vorlage S. 627
825
Der mir meine letzten Tage,
Vorlage S. 627
826
Mir mein Sterbebett verschönt,
Vorlage S. 627
827
Mit dem Glücke mich versöhnt.
Vorlage S. 627
828
Komm an meine Brust, du Teurer,
Vorlage S. 627
829
Lebensretter, Segensengel!
Vorlage S. 627
830
Könnt ich dankbar nur mein Leben
Vorlage S. 627
831
Für dich hin, du Guter, geben,
Vorlage S. 627
832
Wie du deines gabst für sie!
Vorlage S. 627
833
JAROMIR.
Vorlage S. 627
834
Staunend steh ich und beschämt –
Vorlage S. 627
835
GRAF.
Vorlage S. 627
836
Du? An uns ists so zu stehn!
Vorlage S. 627
837
Ist doch unser Dank so wenig,
Vorlage S. 627
838
Ach, und deine Tat so viel!
Vorlage S. 627
839
JAROMIR.
Vorlage S. 628
840
Viel? O dass ichs sagen könnte!
Vorlage S. 628
841
Dass es etwas mich gekostet!
Vorlage S. 628
842
Dass ich eine Wunde trüge,
Vorlage S. 628
843
Eine kleine, kleine Narbe
Vorlage S. 628
844
Nur als Denkmal jener Tat!
Vorlage S. 628
845
Es kränkt tief das Köstliche
Vorlage S. 628
846
Um so schlechten Preis zu kaufen!
Vorlage S. 628
847
GRAF.
Vorlage S. 628
848
Ziert Bescheidenheit den Jüngling,
Vorlage S. 628
849
Nicht verkenn er seinen Wert!
Vorlage S. 628
850
BERTHA.
Vorlage S. 628
851
Glaubt ihm nicht, o glaubt ihm nicht!
Vorlage S. 628
852
Er liebt selber sich zu schmähen,
Vorlage S. 628
853
Ich weiß das von lange her!
Vorlage S. 628
854
Wie so oft lag er vor mir,
Vorlage S. 628
855
Meine Kniee heiß umfassend,
Vorlage S. 628
856
Und mit schmerzgebrochner Stimme
Vorlage S. 628
857
Rief er klagend, weinend aus,
Vorlage S. 628
858
Ich verdiene dich nicht Bertha!
Vorlage S. 628
859
Er nicht mich, er mich nicht! –
Vorlage S. 628
860
JAROMIR.
Vorlage S. 628
861
Bertha!
Vorlage S. 628
862
GRAF.
Vorlage S. 628
863
Wolltet ihr wohl, dass sie minder
Vorlage S. 628
864
Des Geschenkes Wert erkennte!
Vorlage S. 628
865
Trieb euch gleich zu jener Tat
Vorlage S. 628
866
Nur des Herzens edles Streben
Vorlage S. 628
867
Recht zu tun und groß und gut,
Vorlage S. 628
868
Lasst uns glauben, lasst uns schmeicheln,
Vorlage S. 628
869
Dass auf uns, auf unsre Not
Vorlage S. 628
870
Auch ein flüchtger Blick gefallen,
Vorlage S. 628
871
Dass ihr nicht nur bloß beglücken,
Vorlage S. 628
872
Dass ihr uns beglücken wolltet.
Vorlage S. 628
873
Wer sich ganz dem Dank entzieht,
Vorlage S. 628
874
Der erniedrigt den Beschenkten,
Vorlage S. 628
875
Freund, indem er sich erhebt!
Vorlage S. 628
876
JAROMIR.
Vorlage S. 628
877
Was erwidr ich auf das alles!
Vorlage S. 628
878
Wie ich bin, vom Kampf ermüdet,
Vorlage S. 628
879
Von den Schrecken dieser Nacht,
Vorlage S. 628
880
Taug ich wenig, zu bestehen
Vorlage S. 628
881
In der Großmut edlem Wettstreit.
Vorlage S. 628
882
GRAF.
Vorlage S. 629
883
Musstet ihr mich erst erinnern
Vorlage S. 629
884
Dass ihr müd und ruhedürstend!
Vorlage S. 629
885
BERTHA.
Vorlage S. 629
886
Ach, was ist ihm denn begegnet?
Vorlage S. 629
887
GRAF.
Vorlage S. 629
888
Das auf morgen, liebes Kind.
Vorlage S. 629
889
Bertha komm und lass uns gehn.
Vorlage S. 629
890
Unser Günther mag ihn weisen
Vorlage S. 629
891
In das köstlichste Gemach.
Vorlage S. 629
892
Dort umhülle tiefer Frieden
Vorlage S. 629
893
Mit der Segenshand den Müden
Vorlage S. 629
894
Bis der späte Morgen naht.
Vorlage S. 629
895
O er hat ein weiches Kissen
Vorlage S. 629
896
Ein noch unentweiht Gewissen,
Vorlage S. 629
897
Das Bewusstsein seiner Tat! –
Vorlage S. 629
898
So, noch diesen Händedruck,
Vorlage S. 629
899
So, noch diesen Segenskuß,
Vorlage S. 629
900
So, mein Sohn jetzt geh zur Ruh
Vorlage S. 629
901
Ein Engel drück das Aug dir zu!
Vorlage S. 629
902
BERTHA
Vorlage S. 629
903
den Alten abführend.
Vorlage S. 629
904
Schlummre ruhig!
Vorlage S. 629
905
JAROMIR.
Vorlage S. 629
906
Lebe wohl!
Vorlage S. 629
907
BERTHA
Vorlage S. 629
908
an der Türe umwendend.
Vorlage S. 629
909
Gute Nacht denn!
Vorlage S. 629
910
JAROMIR.
Vorlage S. 629
911
Gute Nacht!
Vorlage S. 629
912
Graf und Bertha ab.
Vorlage S. 629
913
GÜNTHER.
Vorlage S. 629
914
So, nun kommt mein wackrer Herr,
Vorlage S. 629
915
Ich will euch zur Ruhe leiten.
Vorlage S. 629
916
JAROMIR
Vorlage S. 629
917
in den Vorgrund tretend.
Vorlage S. 629
918
Nehmt mich auf ihr Götter dieses Hauses,
Vorlage S. 629
919
Nimm mich auf du heilger Ort,
Vorlage S. 629
920
Von dem Laster nie betreten,
Vorlage S. 629
921
Von der Unschuld Hauch durchweht.
Vorlage S. 629
922
Unentweihte, reine Stelle
Vorlage S. 629
923
Werde wie des Tempels Schwelle
Vorlage S. 629
924
Mir zum heiligen Asyl! –
Vorlage S. 629
925
Unerbittlich strenge Macht,
Vorlage S. 629
926
Ha nur diese, diese Nacht,
Vorlage S. 629
927
Diese Nacht nur gönne mir,
Vorlage S. 629
928
Harte! und dann steh ich dir!
Vorlage S. 629
929
Mit Günther ab.
Vorlage S. 629
930
Ende des ersten Aufzuges.
Vorlage S. 629

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Lass, wenn in der Ahnen Schar Jemals eine Schuldge war, Alle andre Furcht entweichen Als die Furcht ihr je zu gleichen. – Und jetzt komm, mein liebes Kind, Führe mich nach meinem Zimmer.« B: »Also sah ich dich im Traume Und noch siedet mein Gehirn.« C: »Nein es ist die Überzeugung, Die sich immer mehr bewährt;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Da sieht man sie klagend gehen, Klagend, dass ihr Macht gebricht, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Gotische Halle. Im Hintergrunde zwei Türen. An beiden Seitenwänden, links und rechts, ebenfalls eine Türe. An einer Kulisse des Vorgrundes hängt ein verrosteter Dolch in seiner Scheide. Später Winterabend. […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

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Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Und nur eigne Sünden scheuen. Lass, wenn in der Ahnen Schar Jemals eine Schuldge war, Alle andre Furcht entweichen Als die Furcht ihr je zu gleichen. – Und jetzt komm, mein liebes Kind, Führe mich nach meinem Zimmer. Ists gleich noch nicht […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Vater, du siehst bleich! Ists Wahrheit Was der alte Mann da spricht?«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Und auch ich muss jetzt fast lächeln Meiner kindisch schwachen Furcht, Doch in jenem Augenblicke Konnt ich nur mit Schreck und Grauen Das verzerrte Wahnbild schauen. Wie ich senke meine Hände, Um den Gürtel anzuziehn, Da erhebt mein Bild im […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗ Textstelle 18 ↗ Textstelle 19 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Dem ich mich weihe, Künd ich ihm jubelnd das frohe Geschick An seinem Munde Preis ich die Stunde Preis ich die Liebe, preis ich das Glück.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Ah – bist du hier meine Bertha? Ei das war ein schwerer Traum, Noch empört sich mir das Innre! Geh doch nach der Harfe, Bertha, […]« und »Vater, du siehst bleich! Ists Wahrheit Was der alte Mann da spricht?«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Nehmt mich auf ihr Götter dieses Hauses, Nimm mich auf du heilger Ort, Von dem Laster nie betreten, Von der Unschuld Hauch durchweht. Unentweihte, reine Stelle Werde wie des Tempels Schwelle Mir zum heiligen […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Gotische Halle. Im Hintergrunde zwei Türen. An beiden Seitenwänden, links und rechts, ebenfalls eine Türe. An […]« / »Nehmt mich auf ihr Götter dieses Hauses, Nimm mich auf du heilger Ort, Von dem Laster nie betreten, Von der […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Fallen seh ich Zweig auf Zweige, Kaum noch hält der morsche Stamm.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Wenn sich gleich die Sinne sträuben, Das Gedächtnis es verneint, Doch ists so; ich hab geträumt!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Unentweihte, reine Stelle Werde wie des Tempels Schwelle Mir zum heiligen Asyl! – Unerbittlich strenge Macht, Ha nur diese, diese Nacht, Diese Nacht nur gönne mir,«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Die Ahnfrau von Grillparzer, Franz ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Die Ahnfrau

Franz Grillparzer: Sämtliche Werke. Ausgewählte Briefe, Gespräche, Berichte. Herausgegeben von Peter Frank und Karl Pörnbacher, München: Hanser, [1960–1965]. Grillparzer, Franz 608- München

Das Werk Die Ahnfrau von Grillparzer, Franz ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.