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Buch - Der grüne Kakadu - Schnitzler, Arthur

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Originalwerk · Lesefassung

Der grüne Kakadu

Schnitzler, Arthur · 1898

Der grüne Kakadu von Schnitzler, Arthur. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 11–133 Abschnitte
Porträt von Schnitzler, Arthur; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Schnitzler, Arthur · Ferdinand Schmutzer · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 3

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1
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Vorlage S. 515
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Wirtsstube »Zum grünen Kakadu«.
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3
Ein nicht großer Kellerraum, zu welchem rechts – ziemlich weit hintensieben Stufen führen, die nach oben durch eine Tür abgeschlossen sind. Eine zweite Tür, welche kaum sichtbar ist, befindet sich im Hintergrunde links. Eine Anzahl von einfachen hölzernen Tischen, um diese Sessel, füllen beinahe den ganzen Raum aus. Links in der Mitte der Schanktisch; hinter demselben eine Anzahl Fässer mit Pipen. Das Zimmer ist durch Öllämpchen beleuchtet, die von der Decke herabhängen.
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4
Der Wirt Prospere; es treten ein die Bürger Lebret und Grasset.
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GRASSET
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noch auf den Stufen.
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Hier herein, Lebrêt; die Quelle kenn' ich. Mein alter Freund und Direktor hat immer noch irgendwo ein Faß Wein versteckt, auch wenn ganz Paris verdurstet.
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WIRT.
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Guten Abend, Grasset. Lässt du dich wieder einmal blicken? Aus mit der Philosophie? Hast du Lust, wieder bei mir Engagement zu nehmen?
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GRASSET.
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11
Ja freilich! Wein sollst du bringen. Ich bin der Gast – du der Wirt.
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WIRT.
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13
Wein? Woher soll ich Wein nehmen, Grasset? Heut nacht haben sie ja alle Weinläden von Paris ausgeplündert. Und ich möchte wetten, dass du mit dabei gewesen bist.
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GRASSET.
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15
Her mit dem Wein. Für das Pack, das in einer Stunde nach uns kommen wird ... Lauschend. Hörst du was, Lebrêt?
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LEBRET.
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Es ist wie ein leiser Donner.
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GRASSET.
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Brav – Bürger von Paris ... Zu Prospère. Für das Pack hast du sicher noch einen in Vorrat. Also her damit. Mein Freund und Bewunderer, der Bürger Lebrêt, Schneider aus der Rue St. Honoré, zahlt alles.
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LEBRET.
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Gewiss, gewiss, ich zahle.
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PROSPERE
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zögert.
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GRASSET.
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Na, zeig' ihm, dass du Geld hast, Lebrêt.
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LEBRET
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zieht seinen Geldbeutel heraus.
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WIRT.
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Nun, ich will sehen, ob ich ... Er öffnet den Hahn zu einem Faß und füllt zwei Gläser. Woher kommst du, Grasset? Aus dem Palais Royal?
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GRASSET.
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Jawohl ... ich habe dort eine Rede gehalten. Ja, mein Lieber, jetzt bin ich an der Reihe. Weißt du, nach wem ich gesprochen habe?
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WIRT.
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Nun?
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GRASSET.
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Nach Camille Desmoulins! Jawohl, ich hab' es gewagt. Und sage mir, Lebrêt, wer hat größeren Beifall gehabt, Desmoulins oder ich?
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LEBRET.
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Du ... zweifellos.
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GRASSET.
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Und wie hab' ich mich ausgenommen?
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LEBRET.
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Prächtig.
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GRASSET.
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Hörst du's, Prospère? Ich habe mich auf den Tisch gestellt ... ich habe ausgesehen wie ein Monument ... jawohl – und alle die Tausend, Fünftausend, Zehntausend haben sich um mich versammelt – gerade so wie früher um Camille Desmoulins ... und haben mir zugejubelt.
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LEBRET.
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Es war ein stärkerer Jubel.
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GRASSET.
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Jawohl ... nicht um vieles, aber er war stärker. Und nun ziehen sie alle hin zur Bastille ... und ich darf sagen: sie sind meinem Ruf gefolgt. Ich schwöre dir, vor abends haben wir sie.
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WIRT.
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49
Ja, freilich, wenn die Mauern von euern Reden zusammenstürzten!
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GRASSET.
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Wieso ... Reden! – Bist du taub? ... Jetzt wird geschossen. Unsere braven Soldaten sind dabei. Sie haben dieselbe höllische Wut auf das verfluchte Gefängnis wie wir. Sie wissen, dass hinter diesen Mauern ihre Brüder und Väter gefangen sitzen ... Aber sie würden nicht schießen, wenn wir nicht geredet hätten. Mein lieber Prospère, die Macht der Geister ist groß. Da – Zu Lebrêt. Wo hast du die Schriften?
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LEBRET.
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Hier ... Zieht Broschüren aus der Tasche.
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GRASSET.
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Hier sind die neuesten Broschüren, die eben im Palais Royal verteilt wurden. Hier eine von meinem Freunde Cerutti, Denkschrift für das französische Volk, hier eine von Desmoulins, der allerdings besser spricht, als er schreibt ... »Das freie Frankreich«.
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WIRT.
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Wann wird denn endlich die deine erscheinen, von der du immer erzählst?
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GRASSET.
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Wir brauchen keine mehr. Die Zeit zu Taten ist gekommen. Ein Schuft, der heute in seinen vier Wänden sitzt. Wer ein Mann ist, muss auf die Straße!
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LEBRET.
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Bravo, bravo!
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In Toulon haben sie den Bürgermeister umgebracht, in Brignolles haben sie ein Dutzend Häuser geplündert ... nur wir in Paris sind noch immer die Langweiligen und lassen uns alles gefallen.
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PROSPERE.
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Das kann man doch nicht mehr sagen.
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der immer getrunken hat.
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Auf, ihr Bürger, auf!
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GRASSET.
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Auf! ... Sperre deine Bude und komm jetzt mit uns!
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WIRT.
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Ich komme schon, wenn's Zeit ist.
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GRASSET.
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Ja freilich, wenn's keine Gefahr mehr gibt.
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WIRT.
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Mein Lieber, ich liebe die Freiheit wie du – aber vor allem hab' ich meinen Beruf.
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GRASSET.
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Jetzt gibt es für die Bürger von Paris nur einen Beruf: Ihre Brüder befreien.
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WIRT.
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Ja für die, die nichts anderes zu tun haben!
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LEBRET.
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Was sagt er da! ... Er verhöhnt uns!
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WIRT.
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Fällt mir gar nicht ein. – Schaut jetzt lieber, dass ihr hinauskommt ... meine Vorstellung fängt bald an. Da kann ich euch nicht brauchen.
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LEBRET.
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Was für eine Vorstellung? ... Ist hier ein Theater?
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WIRT.
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Gewiss ist das ein Theater. Ihr Freund hat noch vor vierzehn Tagen hier mitgespielt.
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LEBRET.
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Hier hast du gespielt, Grasset? ... Warum lässt du dich von dem Kerl da ungestraft verhöhnen!
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GRASSET.
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92
Beruhige dich ... es ist wahr; ich habe hier gespielt, denn es ist kein gewöhnliches Wirtshaus ... es ist eine Verbrecherherberge ... komm ...
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WIRT.
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94
Zuerst wird gezahlt.
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LEBRET.
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Wenn das hier eine Verbrecherherberge ist, so zahle ich keinen Sou.
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WIRT.
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98
So erkläre doch deinem Freunde, wo er ist.
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GRASSET.
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Es ist ein seltsamer Ort! Es kommen Leute her, die Verbrecher spielen – und andere, die es sind, ohne es zu ahnen.
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LEBRET.
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So –?
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GRASSET.
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Ich mache dich aufmerksam, dass das, was ich eben sagte, sehr geistreich war; es könnte das Glück einer ganzen Rede machen.
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Ich verstehe nichts von allem, was du sagst.
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GRASSET.
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Ich sagte dir ja, dass Prospère mein Direktor war. Und er spielt mit seinen Leuten noch immer Komödie; nur in einer anderen Art als früher. Meine einstigen Kollegen und Kolleginnen sitzen hier herum und tun, als wenn sie Verbrecher wären. Verstehst du? Sie erzählen haarsträubende Geschichten, die sie nie erlebt – sprechen von Untaten, die sie nie begangen haben ... und das Publikum, das hierher kommt, hat den angenehmen Kitzel, unter dem gefährlichsten Gesindel von Paris zu sitzen – unter Gaunern, Einbrechern, Mördern – und –
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LEBRET.
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Was für ein Publikum?
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WIRT.
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Die elegantesten Leute von Paris.
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GRASSET.
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Adelige ...
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WIRT.
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Herren vom Hofe –
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LEBRET.
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Nieder mit ihnen!
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GRASSET.
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Das ist was für sie. Das rüttelt ihnen die erschlafften Sinne auf. Hier hab' ich angefangen, Lebrêt, hier hab' ich meine erste Rede gehalten, als wenn es zum Spaß wäre ... und hier hab' ich die Hunde zu hassen begonnen, die mit ihren schönen Kleidern, parfümiert, angefressen, unter uns saßen ... und es ist mir ganz recht, mein guter Lebrêt, dass du auch einmal die Stätte siehst, von wo dein großer Freund ausgegangen ist. In anderem Ton. Sag', Prospère, wenn die Sache schief ginge ...
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WIRT.
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Welche Sache?
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Nun, die Sache mit meiner politischen Karriere ... würdest du mich wieder engagieren?
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WIRT.
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Nicht um die Welt!
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GRASSET
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leicht.
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Warum? – Es könnte vielleicht noch einer neben deinem Henri aufkommen.
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WIRT.
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Abgesehen davon ... ich hätte Angst, dass du dich einmal vergessen könntest – und über einen meiner zahlenden Gäste im Ernst herfielst.
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GRASSET
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geschmeichelt.
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Das wäre allerdings möglich.
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WIRT.
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Ich ... ich hab' mich doch in der Gewalt –
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GRASSET.
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Wahrhaftig, Prospère, ich muss sagen, dass ich dich wegen deiner Selbstbeherrschung bewundern würde, wenn ich nicht zufällig wüsste, dass du ein Feigling bist.
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WIRT.
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Ach, mein Lieber, mir genügt das, was ich in meinem Fach leisten kann. Es macht mir Vergnügen genug, den Kerlen meine Meinung ins Gesicht sagen zu können und sie zu beschimpfen nach Herzenslust – während sie es für Scherz halten. Es ist auch eine Art, seine Wut los zu werden. – Zieht einen Dolch und lässt ihn funkeln.
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Bürger Prospère, was soll das bedeuten?
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GRASSET.
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Habe keine Angst. Ich wette, dass der Dolch nicht einmal geschliffen ist.
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WIRT.
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Da könntest du doch irren, mein Freund; irgend einmal kommt ja noch der Tag, wo aus dem Spaß Ernst wird – und darauf bin ich für alle Fälle vorbereitet.
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GRASSET.
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Der Tag ist nah. Wir leben in einer großen Zeit! Komm, Bürger Lebrêt, wir wollen zu den Unsern. Prospère, leb' wohl, du siehst mich als großen Mann wieder oder nie.
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LEBRET
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torkelig.
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Als großen Mann ... oder ... nie –
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Sie gehen ab.
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WIRT
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bleibt zurück, setzt sich auf einen Tisch, schlägt eine Broschüre auf und liest vor sich hin.
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»Jetzt steckt das Vieh in der Schlinge, erdrosselt es!« – Er schreibt nicht übel, dieser kleine Desmoulins. »Noch nie hat sich Siegern eine reichere Beute dargeboten. Vierzigtausend Paläste und Schlösser, zwei Fünftel aller Güter in Frankreich werden der Lohn der Tapferkeit sein, – die sich für Eroberer halten, werden unterjocht, die Nation wird gereinigt werden.«
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Der Kommissär tritt ein.
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WIRT
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mißt ihn.
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Na, das Gesindel rückt ja heute früh ein?
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KOMMISSÄR.
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Mein lieber Prospère, mit mir machen Sie keine Witze; ich bin der Kommissär Ihres Bezirks.
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WIRT.
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163
Und womit kann ich dienen?
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164
KOMMISSÄR.
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Ich bin beauftragt, dem heutigen Abend in Ihrem Lokal beizuwohnen.
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166
WIRT.
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Es wird mir eine besondere Ehre sein.
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168
KOMMISSÄR.
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169
Es ist nicht darum, mein bester Prospère. Die Behörde will Klarheit haben, was bei Ihnen eigentlich vorgeht. Seit einigen Wochen –
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170
WIRT.
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171
Es ist ein Vergnügungslokal, Herr Kommissär, nichts weiter.
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KOMMISSÄR.
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Lassen Sie mich ausreden. Seit einigen Wochen soll dieses Lokal der Schauplatz wüster Orgien sein.
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174
WIRT.
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Sie sind falsch berichtet, Herr Kommissär. Man treibt hier Spaße, nichts weiter.
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KOMMISSÄR.
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Damit fängt es an. Ich weiß. Aber es hört anders auf, sagt mein Bericht. Sie waren Schauspieler?
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WIRT.
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Direktor, Herr Kommissär, Direktor einer vorzüglichen Truppe, die zuletzt in Denis spielte.
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KOMMISSÄR.
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181
Das ist gleichgültig. Dann haben Sie eine kleine Erbschaft gemacht?
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182
WIRT.
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183
Nicht der Rede wert, Herr Kommissär.
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KOMMISSAR.
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185
Ihre Truppe hat sich aufgelöst?
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186
WIRT.
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187
Meine Erbschaft nicht minder.
Vorlage S. 519
188
KOMMISSÄR
Vorlage S. 520
189
lächelnd.
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190
Ganz gut. Beide lächeln. – Plötzlich ernst. Sie haben sich ein Wirtsgeschäft eingerichtet?
Vorlage S. 520
191
WIRT.
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Das miserabel gegangen ist.
Vorlage S. 520
193
KOMMISSÄR.
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194
– Worauf Sie eine Idee gefasst haben, der man eine gewisse Originalität nicht absprechen kann.
Vorlage S. 520
195
WIRT.
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196
Sie machen mich stolz, Herr Kommissär.
Vorlage S. 520
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KOMMISSÄR.
Vorlage S. 520
198
Sie haben Ihre Truppe wieder gesammelt und lassen sie hier eine sonderbare und nicht unbedenkliche Komödie spielen.
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199
WIRT.
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200
Wäre sie bedenklich, Herr Kommissär, so hätte ich nicht mein Publikum – ich kann sagen, das vornehmste Publikum von Paris. Der Vicomte von Nogeant ist mein täglicher Gast. Der Marquis von Lansac kommt öfters; und der Herzog von Cadignan, Herr Kommissär, ist der eifrigste Bewunderer meines ersten Schauspielers, des berühmten Henri Baston.
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201
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 520
202
Wohl auch der Kunst oder der Künste Ihrer Künstlerinnen.
Vorlage S. 520
203
WIRT.
Vorlage S. 520
204
Wenn Sie meine kleinen Künstlerinnen kennen würden, Herr Kommissär, würden Sie das niemandem auf der Welt übelnehmen.
Vorlage S. 520
205
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 520
206
Genug. Es ist der Behörde berichtet worden, dass die Belustigungen, welche Ihre – wie soll ich sagen –
Vorlage S. 520
207
WIRT.
Vorlage S. 520
208
Das Wort »Künstler« dürfte genügen.
Vorlage S. 520
209
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 520
210
Ich werde mich zu dem Wort »Subjekte« entschließen – dass die Belustigungen, wel che Ihre Subjekte bieten, in jedem Sinne über das Erlaubte hinausgehen. Es sollen hier von Ihren – wie soll ich sagen – von Ihren künstlichen Verbrechern Reden geführt werden, die – wie sagt nur mein Bericht? Er liest wie schon früher in einem Notizbuch nach. – nicht nur unsittlich, was uns wenig genieren würde, sondern auch höchst aufrührerisch zu wirken geeignet sind – was in einer so erregten Epoche, wie die ist, in der wir leben, der Behörde durchaus nicht gleichgültig sein kann.
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211
WIRT.
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212
Herr Kommissär, ich kann auf diese Anschuldigung nur mit der höflichen Einladung erwidern, sich die Sache selbst einmal anzusehen. Sie werden bemerken, dass hier gar nichts Aufrührerisches vorgeht, schon aus dem Grunde, weil mein Publikum sich nicht aufrühren lässt. Es wird hier einfach Theater gespielt – das ist alles.
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213
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 520
214
Ihre Einladung nehme ich natürlich nicht an, doch werde ich kraft meines Amtes hierbleiben.
Vorlage S. 520
215
WIRT.
Vorlage S. 521
216
Ich glaube, Ihnen die beste Unterhaltung versprechen zu können, Herr Kommissär, doch würde ich mir den Rat erlauben, dass Sie Ihre Amtstracht ablegen und in Zivilkleidern hier erscheinen. Wenn man nämlich einen Kommissär in Uniform hier sähe, würde sowohl die Naivetät meiner Künstler als die Stimmung meines Publikums darunter leiden.
Vorlage S. 521
217
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 521
218
Sie haben recht, Herr Prospère, ich werde mich entfernen und als junger eleganter Mann wiederkehren.
Vorlage S. 521
219
WIRT.
Vorlage S. 521
220
Das wird Ihnen leicht sein, Herr Kommissär, auch als Halunke sind Sie mir willkommen – das würde nicht auffallen – nur nicht als Kommissär.
Vorlage S. 521
221
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 521
222
Adieu. Geht.
Vorlage S. 521
223
WIRT
Vorlage S. 521
224
verbeugt sich.
Vorlage S. 521
225
Wann wird der gesegnete Tag kommen, wo ich dich und deinesgleichen ...
Vorlage S. 521
226
KOMMISSÄR
Vorlage S. 521
227
trifft in der Tür mit Grain zusammen, der äußerst zerlumpt ist und erschrickt, wie er den Kommissär sieht.
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Dieser mißt ihn zuerst, lächelt dann, wendet sich verbindlich zu Prospère. Schon einer Ihrer Künstler? ... Ab.
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229
GRAIN
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230
spricht weinerlich, pathetisch.
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231
Guten Abend.
Vorlage S. 521
232
WIRT
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233
nachdem er ihn lang angesehen.
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234
Wenn du einer von meiner Truppe bist, so will ich dir meine Anerkennung nicht versagen, denn ich erkenne dich nicht.
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235
GRAIN.
Vorlage S. 521
236
Wie meinen Sie?
Vorlage S. 521
237
WIRT.
Vorlage S. 521
238
Also keinen Scherz, nimm die Perücke ab, ich möchte doch wissen, wer du bist. Er reißt ihn an den Haaren.
Vorlage S. 521
239
GRAIN.
Vorlage S. 521
240
O weh!
Vorlage S. 521
241
WIRT.
Vorlage S. 521
242
Das ist ja echt – Donnerwetter ... wer sind Sie? ... Sie scheinen ja ein wirklicher Strolch zu sein?
Vorlage S. 521
243
GRAIN.
Vorlage S. 521
244
Jawohl.
Vorlage S. 521
245
WIRT.
Vorlage S. 521
246
Was wollen Sie denn von mir?
Vorlage S. 521
247
GRAIN.
Vorlage S. 521
248
Ich habe die Ehre mit dem Bürger Prospère? ... Wirt vom grünen Kakadu?
Vorlage S. 521
249
WIRT.
Vorlage S. 521
250
Der bin ich.
Vorlage S. 521
251
GRAIN.
Vorlage S. 521
252
Ich nenne mich Grain ... zuweilen Carniche ... in manchen Fällen der schreiende Bimsstein – aber unter dem Namen Grain war ich eingesperrt, Bürger Prospère – und das ist das Wesentliche.
Vorlage S. 521
253
WIRT.
Vorlage S. 521
254
Ah – ich verstehe. Sie wollen sich bei mir engagieren lassen und spielen mir gleich was vor. Auch gut. Weiter.
Vorlage S. 521
255
GRAIN.
Vorlage S. 521
256
Bürger Prospère, halten Sie mich für keinen Schwindler. Ich bin ein Ehrenmann. Wenn ich sage, dass ich eingesperrt war, so ist es die volle Wahrheit.
Vorlage S. 521
257
Wirt sieht ihn mißtrauisch an.
Vorlage S. 522
258
GRAIN
Vorlage S. 522
259
zieht aus dem Rock ein Papier.
Vorlage S. 522
260
Hier, Bürger Prospère. Sie ersehen daraus, dass ich gestern nachmittags vier Uhr entlassen wurde.
Vorlage S. 522
261
WIRT.
Vorlage S. 522
262
Nach einer zweijährigen Haft – Donnerwetter, das ist ja echt –!
Vorlage S. 522
263
GRAIN.
Vorlage S. 522
264
Haben Sie noch immer gezweifelt, Bürger Prospère?
Vorlage S. 522
265
WIRT.
Vorlage S. 522
266
Was haben Sie denn angestellt, dass man Sie auf zwei Jahre –
Vorlage S. 522
267
GRAIN.
Vorlage S. 522
268
Man hätte mich gehängt; aber zu meinem Glück war ich noch ein halbes Kind, als ich meine arme Tante umbrachte.
Vorlage S. 522
269
WIRT.
Vorlage S. 522
270
Ja, Mensch, wie kann man denn seine Tante umbringen?
Vorlage S. 522
271
GRAIN.
Vorlage S. 522
272
Bürger Prospère, ich hätte es nicht getan, wenn die Tante mich nicht mit meinem besten Freunde hintergangen hätte.
Vorlage S. 522
273
WIRT.
Vorlage S. 522
274
Ihre Tante?
Vorlage S. 522
275
GRAIN.
Vorlage S. 522
276
Jawohl – sie stand mir näher, als sonst Tanten ihren Neffen zu stehen pflegen. Es waren sonderbare Familienverhältnisse ... ich war verbittert, höchst verbittert. Darf ich Ihnen davon erzählen?
Vorlage S. 522
277
WIRT.
Vorlage S. 522
278
Erzählen Sie immerhin, wir werden vielleicht ein Geschäft miteinander machen können.
Vorlage S. 522
279
GRAIN.
Vorlage S. 522
280
Meine Schwester war noch ein halbes Kind, als sie aus dem Hause lief – und was glauben Sie – mit wem? –
Vorlage S. 522
281
WIRT.
Vorlage S. 522
282
Es ist schwer zu erraten.
Vorlage S. 522
283
GRAIN.
Vorlage S. 522
284
Mit ihrem Onkel. Und der hat sie sitzen lassen – mit einem Kinde.
Vorlage S. 522
285
WIRT.
Vorlage S. 522
286
Mit einem ganzen – will ich hoffen.
Vorlage S. 522
287
GRAIN.
Vorlage S. 522
288
Es ist unzart von Ihnen, Bürger Prospère, über solche Dinge zu scherzen.
Vorlage S. 522
289
WIRT.
Vorlage S. 522
290
Ich will Ihnen was sagen, Sie schreiender Bimsstein. Ihre Familiengeschichten langweilen mich. Glauben Sie, ich bin dazu da, mir von einem jeden hergelaufenen Lumpen erzählen zu lassen, wen er umgebracht hat? Was geht mich das alles an? Ich nehme an, Sie wollen irgend was von mir –
Vorlage S. 522
291
GRAIN.
Vorlage S. 522
292
Jawohl, Bürger Prospère, ich komme, Sie um Arbeit bitten.
Vorlage S. 522
293
WIRT
Vorlage S. 522
294
höhnisch.
Vorlage S. 522
295
Ich mache Sie aufmerksam, dass es bei mir keine Tanten zu ermorden gibt; es ist ein Vergnügungslokal.
Vorlage S. 522
296
GRAIN.
Vorlage S. 522
297
Oh, ich hab' an dem einen Mal genug gehabt. Ich will ein anständiger Mensch werden – man hat mich an Sie gewiesen.
Vorlage S. 522
298
WIRT.
Vorlage S. 523
299
Wer, wenn ich fragen darf?
Vorlage S. 523
300
GRAIN.
Vorlage S. 523
301
Ein liebenswürdiger junger Mann, den sie vor drei Tagen zu mir in die Zelle gesperrt haben. Jetzt ist er allein. Er heißt Gaston ... und Sie kennen ihn. –
Vorlage S. 523
302
WIRT.
Vorlage S. 523
303
Gaston! Jetzt weiß ich, warum ich ihn drei Abende lang vermisst habe. Einer meiner besten Darsteller für Taschendiebe. – Er hat Geschichten erzählt; – ah, man hat sich geschüttelt.
Vorlage S. 523
304
GRAIN.
Vorlage S. 523
305
Jawohl. Und jetzt haben sie ihn erwischt!
Vorlage S. 523
306
WIRT.
Vorlage S. 523
307
Wieso erwischt? Er hat ja nicht wirklich gestohlen.
Vorlage S. 523
308
GRAIN.
Vorlage S. 523
309
Doch. Es muss aber das erste Mal gewesen sein, denn er scheint mit einer unglaublichen Ungeschicklichkeit vorgegangen zu sein. Denken Sie – Vertraulich. – auf dem Boulevard des Capucines einfach einer Dame in die Tasche gegriffen – und die Börse herausgezogen – ein rechter Dilettant. – Sie flößen mir Vertrauen ein, Bürger Prospère – und so will ich Ihnen gestehn – es war eine Zeit, wo ich auch dergleichen kleine Stückchen aufführte, aber nie ohne meinen lieben Vater. Als ich noch ein Kind war, als wir noch alle zusammen wohnten, als meine arme Tante noch lebte. –
Vorlage S. 523
310
WIRT.
Vorlage S. 523
311
Was jammern Sie denn? Ich finde das geschmacklos! Hätten Sie sie nicht umgebracht!
Vorlage S. 523
312
GRAIN.
Vorlage S. 523
313
Zu spät. Aber worauf ich hinaus wollte – nehmen Sie mich bei sich auf. Ich will den umgekehrten Weg machen wie Gaston. Er hat den Verbrecher gespielt und ist einer geworden – ich ...
Vorlage S. 523
314
WIRT.
Vorlage S. 523
315
Ich will's mit Ihnen probieren. Sie werden schon durch Ihre Maske wirken. Und in einem gegebenen Moment werden Sie einfach die Sache mit der Tante erzählen. Wie's war. Irgend wer wird Sie schon fragen.
Vorlage S. 523
316
GRAIN.
Vorlage S. 523
317
Ich danke Ihnen, Bürger Prospère. Und was meine Gage anbelangt –
Vorlage S. 523
318
WIRT.
Vorlage S. 523
319
Heute gastieren Sie auf Engagement, da kann ich Ihnen noch keine Gage zahlen. – Sie werden gut zu essen und zu trinken bekommen ... und auf ein paar Francs für ein Nachtlager soll's mir auch nicht ankommen.
Vorlage S. 523
320
GRAIN.
Vorlage S. 523
321
Ich danke Ihnen. Und bei Ihren anderen Mitgliedern stellen Sie mich einfach als einen Gast aus der Provinz vor.
Vorlage S. 523
322
WIRT.
Vorlage S. 523
323
Ah nein ... denen sagen wir gleich, dass Sie ein wirklicher Mörder sind. Das wird ihnen viel lieber sein.
Vorlage S. 523
324
GRAIN.
Vorlage S. 523
325
Entschuldigen Sie, ich will ja gewiss nichts gegen mich vorbringen – aber das versteh' ich nicht.
Vorlage S. 523
326
WIRT.
Vorlage S. 524
327
Wenn Sie länger beim Theater sind, werden Sie das schon verstehen.
Vorlage S. 524
328
Scaevola und Jules treten ein.
Vorlage S. 524
329
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
330
Guten Abend, Direktor!
Vorlage S. 524
331
WIRT.
Vorlage S. 524
332
Wirt ... Wie oft soll ich dir noch sagen, der ganze Spaß geht flöten, wenn du mich »Direktor« nennst.
Vorlage S. 524
333
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
334
Was immer du seist, ich glaube, wir werden heute nicht spielen.
Vorlage S. 524
335
WIRT.
Vorlage S. 524
336
Warum denn?
Vorlage S. 524
337
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
338
Die Leute werden nicht in der Laune sein – –. Es ist ein Höllenlärm in den Straßen, und insbesondere vor der Bastille schreien sie wie die Besessenen.
Vorlage S. 524
339
WIRT.
Vorlage S. 524
340
Was geht das uns an? Seit Monaten ist das Geschrei, und unser Publikum ist uns nicht ausgeblieben. Es amüsiert sich wie früher.
Vorlage S. 524
341
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
342
Ja, es hat die Lustigkeit von Leuten, die nächstens gehenkt werden.
Vorlage S. 524
343
WIRT.
Vorlage S. 524
344
Wenn ich's nur erlebe!
Vorlage S. 524
345
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
346
Vorläufig gib uns was zu trinken, damit ich in Stimmung komme. Ich bin heut durchaus nicht in Stimmung.
Vorlage S. 524
347
WIRT.
Vorlage S. 524
348
Das passiert dir öfter, mein Lieber. Ich muss dir sagen, dass ich gestern durchaus unzufrieden mit dir war.
Vorlage S. 524
349
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
350
Wieso, wenn ich fragen darf?
Vorlage S. 524
351
HIRT.
Vorlage S. 524
352
Die Geschichte von dem Einbruch, die du zum Besten gegeben hast, war einfach läppisch.
Vorlage S. 524
353
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
354
Läppisch?
Vorlage S. 524
355
WIRT.
Vorlage S. 524
356
Jawohl. Vollkommen unglaubwürdig. Das Brüllen allein tut's nicht.
Vorlage S. 524
357
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
358
Ich habe nicht gebrüllt.
Vorlage S. 524
359
WIRT.
Vorlage S. 524
360
Du brüllst ja immer. Es wird wahrhaftig notwendig werden, dass ich die Sachen mit euch einstudiere. Auf euere Einfälle kann man sich nicht verlassen. Henri ist der einzige.
Vorlage S. 524
361
SCAEVOLA.
Vorlage S. 524
362
Henri und immer Henri. Henri ist ein Kulissenreißer. Der Einbruch von gestern war ein Meisterstück. So was bringt Henri sein Lebtag nicht zusammen. – Wenn ich dir nicht genüge, mein Lieber, so geh' ich einfach zu einem ordentlichen Theater. Hier ist ja doch nur eine Schmiere ... Ah ... Bemerkt Grain. Wer ist denn das? ... Der gehört ja nicht zu uns? Hast du vielleicht einen neu engagiert? Was hat der Kerl für Maske?
Vorlage S. 524
363
WIRT.
Vorlage S. 525
364
Beruhige dich, es ist kein Schauspieler von Beruf. Es ist ein wirklicher Mörder.
Vorlage S. 525
365
SCAEVOLA.
Vorlage S. 525
366
Ach so ... Geht auf ihn zu. Sehr erfreut, Sie kennen zu lernen. Scaevola ist mein Name.
Vorlage S. 525
367
GRAIN.
Vorlage S. 525
368
Ich heiße Gram.
Vorlage S. 525
369
Jules ist die ganze Zeit in der Schenke herumgegangen, manchmal auch stehen geblieben, wie ein innerlich Gequälter.
Vorlage S. 525
370
WIRT.
Vorlage S. 525
371
Was ist denn mit dir, Jules?
Vorlage S. 525
372
JULES.
Vorlage S. 525
373
Ich memoriere.
Vorlage S. 525
374
WIRT.
Vorlage S. 525
375
Was denn?
Vorlage S. 525
376
JULES.
Vorlage S. 525
377
Gewissensbisse. Ich mache heute einen, der Gewissensbisse hat. Sieh mich an. Was sagst du zu der Falte hier auf der Stirn? Seh' ich nicht aus, als wenn alle Furien der Hölle ... Geht auf und ab.
Vorlage S. 525
378
SCAEVOLA
Vorlage S. 525
379
brüllt.
Vorlage S. 525
380
Wein – Wein her!
Vorlage S. 525
381
WIRT.
Vorlage S. 525
382
Beruhige dich ... es ist ja noch kein Publikum da.
Vorlage S. 525
383
Henrie und Leocadie kommen.
Vorlage S. 525
384
HENRI.
Vorlage S. 525
385
Guten Abend! Er begrüßt die Hintensitzenden mit einer leichten Handbewegung. Guten Abend, meine Herren!
Vorlage S. 525
386
WIRT.
Vorlage S. 525
387
Guten Abend, Henri! Was seh' ich! Mit Léocadie!
Vorlage S. 525
388
GRAIN
Vorlage S. 525
389
hat Léocadie aufmerksam betrachtet; zu Scaevola.
Vorlage S. 525
390
Die kenn' ich ja ... Spricht leise mit den anderen.
Vorlage S. 525
391
LEOCADIE.
Vorlage S. 525
392
Ja, mein lieber Prospère, ich bin's!
Vorlage S. 525
393
WIRT.
Vorlage S. 525
394
Ein Jahr lang hab' ich dich nicht gesehen. Lass dich begrüßen. Er will sie küssen.
Vorlage S. 525
395
HENRI.
Vorlage S. 525
396
Lass das! – Sein Blick ruht öfters auf Léocadie mit Stolz, Leidenschaft, aber auch mit einer gewissen Angst.
Vorlage S. 525
397
WIRT.
Vorlage S. 525
398
Aber Henri ... Alte Kollegen! ... Dein einstiger Direktor, Léocadie!
Vorlage S. 525
399
LEOCADIE.
Vorlage S. 525
400
Wo ist die Zeit, Prospère! ...
Vorlage S. 525
401
WIRT.
Vorlage S. 525
402
Was seufzest du! Wenn eine ihren Weg gemacht hat, so bist du's! Freilich ein schönes junges Weib hat's immer leichter als wir.
Vorlage S. 525
403
HENRI
Vorlage S. 525
404
wütend.
Vorlage S. 525
405
Lass das.
Vorlage S. 525
406
WIRT.
Vorlage S. 525
407
Was schreist du denn immer so mit mir? Weil du wieder einmal mit ihr beisammen bist?
Vorlage S. 525
408
HENRI.
Vorlage S. 525
409
Schweig! – Sie ist seit gestern meine Frau.
Vorlage S. 525
410
WIRT.
Vorlage S. 525
411
Deine ...? Zu Léocadie. Macht er einen Spaß?
Vorlage S. 525
412
LEOCADIE.
Vorlage S. 526
413
Er hat mich wirklich geheiratet. Ja. –
Vorlage S. 526
414
WIRT.
Vorlage S. 526
415
So gratulier' ich. Na ... Scaevola, Jules – Henri hat geheiratet.
Vorlage S. 526
416
SCAEVOLA
Vorlage S. 526
417
kommt nach vorn.
Vorlage S. 526
418
Meinen Glückwunsch! Zwinkert Léocadie zu.
Vorlage S. 526
419
JULES
Vorlage S. 526
420
drückt gleichfalls beiden die Hand.
Vorlage S. 526
421
GRAIN
Vorlage S. 526
422
zum Wirt.
Vorlage S. 526
423
Ah, wie sonderbar – diese Frau hab' ich gesehn ... ein paar Minuten, nachdem ich wieder frei war.
Vorlage S. 526
424
WIRT.
Vorlage S. 526
425
Wieso?
Vorlage S. 526
426
GRAIN.
Vorlage S. 526
427
Es war die erste schöne Frau, die ich nach zwei Jahren gesehen habe. Ich war sehr bewegt. Aber es war ein anderer Herr, mit dem – Spricht weiter mit dem Wirt.
Vorlage S. 526
428
HENRI
Vorlage S. 526
429
in einem hochgestimmten Ton, wie begeistert, aber nicht deklamatorisch.
Vorlage S. 526
430
Léocadie, meine Geliebte, mein Weib! ... Nun ist alles vorbei, was einmal war. In einem solchen Augenblick löscht vieles aus.
Vorlage S. 526
431
Scaevola und Jules sind nach hinten gegangen, Wirt wieder vorn.
Vorlage S. 526
432
WIRT.
Vorlage S. 526
433
Was für ein Augenblick?
Vorlage S. 526
434
HENRI.
Vorlage S. 526
435
Nun sind wir durch ein heiliges Sakrament vereinigt. Das ist mehr als menschliche Schwüre sind. Jetzt ist Gott über uns, man darf alles vergessen, was vorher geschehen ist. Léocadie, eine neue Zeit bricht an. Léocadie, alles wird heilig, unsere Küsse, so wild sie sein mögen, sind von nun an heilig. Léocadie, meine Geliebte, mein Weib! ... Er betrachtet sie mit einem glühenden Blick. Hat sie nicht einen anderen Blick, Prospère, als du ihn früher an ihr kanntest? Ist ihre Stirn nicht rein? Was war, ist ausgelöscht. Nicht wahr, Léocadie?
Vorlage S. 526
436
LEOCADIE.
Vorlage S. 526
437
Gewiss, Henri.
Vorlage S. 526
438
HENRI.
Vorlage S. 526
439
Und alles ist gut. Morgen verlassen wir Paris, Léocadie tritt heute zum letzten Male in der Porte St. Martin auf, und ich spiele heute das letzte Mal bei dir.
Vorlage S. 526
440
WIRT
Vorlage S. 526
441
betroffen.
Vorlage S. 526
442
Bist du bei Trost, Henri? – Du willst mich verlassen? Und dem Direktor der Porte St. Martin wird's doch nicht einfallen, Léocadie ziehen zu lassen? Sie macht ja das Glück seines Hauses. Die jungen Herren strömen ja hin, wie man sagt.
Vorlage S. 526
443
HENRI.
Vorlage S. 526
444
Schweig. Léocadie wird mit mir gehen. Sie wird mich nie verlassen. Sag' mir, dass du mich nie verlassen wirst, Léocadie. Brutal. Sag's mir!
Vorlage S. 526
445
LEOCADIE.
Vorlage S. 526
446
Ich werde dich nie verlassen!
Vorlage S. 526
447
HENRI.
Vorlage S. 526
448
Tätest du's, ich würde dich ... Pause. Ich habe dieses Leben satt. Ich will Ruhe, Ruhe will ich haben.
Vorlage S. 526
449
WIRT.
Vorlage S. 527
450
Aber was willst du denn tun, Henri? Es ist ja lächerlich. Ich will dir einen Vorschlag machen. Nimm Léocadie meinethalben von der Porte St. Martin fort – aber sie soll hier, bei mir bleiben. Ich engagiere sie. Es fehlt mir sowieso an talentierten Frauenspersonen.
Vorlage S. 527
451
HENRI.
Vorlage S. 527
452
Mein Entschluss ist gefasst, Prospère. Wir verlassen die Stadt. Wir gehen aufs Land hinaus.
Vorlage S. 527
453
WIRT.
Vorlage S. 527
454
Aufs Land? Wohin denn?
Vorlage S. 527
455
HENRI.
Vorlage S. 527
456
Zu meinem alten Vater, der allein in unserem armen Dorf lebt, – den ich seit sieben Jahren nicht gesehen habe. Er hat kaum mehr gehofft, seinen verlorenen Sohn wiederzusehen. Er wird mich mit Freuden aufnehmen.
Vorlage S. 527
457
WIRT.
Vorlage S. 527
458
Was willst du auf dem Lande tun? Auf dem Lande verhungert man. Da geht's den Leuten noch tausendmal schlechter als in der Stadt. Was willst du denn dort machen? Du bist nicht der Mann dazu, die Felder zu bebauen. Bilde dir das nicht ein.
Vorlage S. 527
459
HENRI.
Vorlage S. 527
460
Es wird sich zeigen, dass ich auch dazu der Mann bin.
Vorlage S. 527
461
WIRT.
Vorlage S. 527
462
Es wächst bald kein Korn mehr in ganz Frankreich. Du gehst ins sichere Elend.
Vorlage S. 527
463
HENRI.
Vorlage S. 527
464
Ins Glück, Prospère. Nicht wahr, Léocadie? Wir haben oft davon geträumt. Ich sehne mich nach dem Frieden der weiten Ebene. Ja, Prospère, in meinen Träumen seh' ich mich mit ihr abends über die Felder gehn, in einer unendlichen Stille, den wunderbaren tröstlichen Himmel über uns. Ja, wir fliehen diese schreckliche und gefährliche Stadt, der große Friede wird über uns kommen. Nicht wahr, Léocadie, wir haben es oft geträumt.
Vorlage S. 527
465
LEOCADIE.
Vorlage S. 527
466
Ja, wir haben es oft geträumt.
Vorlage S. 527
467
WIRT.
Vorlage S. 527
468
Höre, Henri, du solltest es dir überlegen. Ich will dir deine Gage gerne erhöhen, und Léocadie will ich ebensoviel geben als dir.
Vorlage S. 527
469
LEOCADIE.
Vorlage S. 527
470
Hörst du, Henri?
Vorlage S. 527
471
WIRT.
Vorlage S. 527
472
Ich weiß wahrhaftig nicht, wer dich hier ersetzen soll. Keiner von meinen Leuten hat so köstliche Einfälle als du, keiner ist bei meinem Publikum so beliebt als du ... Geh nicht fort!
Vorlage S. 527
473
HENRI.
Vorlage S. 527
474
Das glaub' ich wohl, dass mich niemand ersetzen wird.
Vorlage S. 527
475
WIRT.
Vorlage S. 527
476
Bleib bei mir, Henri! Wirft Léocadie einen Blick zu, sie deutet an, dass sie's schon machen wird.
Vorlage S. 527
477
HENRI.
Vorlage S. 528
478
Und ich verspreche dir, der Abschied wird ihnen schwer werden – ihnen, nicht mir. Für heute – für mein letztes Auftreten hab' ich mir was zurechtgelegt, dass es sie alle schaudern wird ... eine Ahnung von dem Ende ihrer Welt wird sie anwehen ... denn das Ende ihrer Welt ist nahe. Ich aber werd' es nur mehr von fern erleben ... man wird es uns draußen erzählen, Léocadie, viele Tage später, als es geschehen ... Aber sie werden schaudern, sag' ich dir. Und du selbst wirst sagen: So gut hat Henri nie gespielt.
Vorlage S. 528
479
WIRT.
Vorlage S. 528
480
Was wirst du spielen? Was? Weißt du's, Léocadie?
Vorlage S. 528
481
LEOCADIE.
Vorlage S. 528
482
Ich weiß ja nie etwas.
Vorlage S. 528
483
HENRI.
Vorlage S. 528
484
Ahnt denn irgend einer, was für ein Künstler in mir steckt?
Vorlage S. 528
485
WIRT.
Vorlage S. 528
486
Gewiss ahnt man es, drum sag' ich ja, dass man sich mit einem solchen Talent nicht aufs Land vergräbt. Was für ein Unrecht an dir! An der Kunst!
Vorlage S. 528
487
HENRI.
Vorlage S. 528
488
Ich pfeife auf die Kunst. Ich will Ruhe. Du begreifst das nicht, Prospère, Du hast nie geliebt.
Vorlage S. 528
489
WIRT.
Vorlage S. 528
490
Oh! –
Vorlage S. 528
491
HENRI.
Vorlage S. 528
492
Wie ich liebe. – Ich will mit ihr allein sein – das ist es ... Léocadie, nur so können wir alles vergessen. Aber dann werden wir so glücklich sein, wie nie Menschen gewesen sind. Wir werden Kinder haben, du wirst eine gute Mutter werden, Léocadie, und ein braves Weib. Alles, alles wird ausgelöscht sein. Große Pause.
Vorlage S. 528
493
LEOCADIE.
Vorlage S. 528
494
Es wird spät, Henri, ich muss ins Theater. Leb' wohl, Prospère, ich freue mich, endlich einmal deine berühmte Bude gesehen zu haben, wo Henri solche Triumphe feiert.
Vorlage S. 528
495
WIRT.
Vorlage S. 528
496
Warum bist du denn nie hergekommen?
Vorlage S. 528
497
LEOCADIE.
Vorlage S. 528
498
Henri hat's nicht haben wollen – na, weißt du, wegen der jungen Leute, mit denen ich da sitzen müsste.
Vorlage S. 528
499
HENRI
Vorlage S. 528
500
ist nach rückwärts gegangen.
Vorlage S. 528
501
Gib mir einen Schluck, Scaevola. Er trinkt.
Vorlage S. 528
502
WIRT
Vorlage S. 528
503
zu Léocadie, da ihn Henri nicht hört.
Vorlage S. 528
504
Ein rechter Narr, der Henri – wenn du nur immer mit ihnen gesessen wärst.
Vorlage S. 528
505
LEOCADIE.
Vorlage S. 528
506
Du, solche Bemerkungen verbitt' ich mir.
Vorlage S. 528
507
WIRT.
Vorlage S. 528
508
Ich rate dir, gib acht, du blöde Kanaille. Er wird dich einmal umbringen.
Vorlage S. 528
509
LEOCADIE.
Vorlage S. 528
510
Was gibt's denn?
Vorlage S. 528
511
WIRT.
Vorlage S. 528
512
Schon gestern hat man dich wieder mit einem deiner Kerle gesehen.
Vorlage S. 528
513
LEOCADIE.
Vorlage S. 529
514
Das war kein Kerl, du Dummkopf, das war ...
Vorlage S. 529
515
HENRI
Vorlage S. 529
516
wendet sich rasch.
Vorlage S. 529
517
Was habt ihr? Keine Spaße, wenn's beliebt. Aus mit dem Flüstern. Es gibt keine Geheimnisse mehr. Sie ist meine Frau.
Vorlage S. 529
518
WIRT.
Vorlage S. 529
519
Was hast du ihr denn zum Hochzeitsgeschenk gemacht?
Vorlage S. 529
520
LEOCADIE.
Vorlage S. 529
521
Ach Gott, an solche Dinge denkt er nicht.
Vorlage S. 529
522
HENRI.
Vorlage S. 529
523
Nun, du sollst es noch heute bekommen.
Vorlage S. 529
Porträt von Schnitzler, Arthur; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Schnitzler, Arthur · Ferdinand Schmutzer · Public domain Bildquelle ↗
524
LEOCADIE.
Vorlage S. 529
525
Was denn?
Vorlage S. 529
526
SCAEVOLA, JULES. Was gibst du ihr?
Vorlage S. 529
527
HENRI
Vorlage S. 529
528
ganz ernst.
Vorlage S. 529
529
Wenn du mit deiner Szene zu Ende bist, darfst du hierherkommen und mich spielen sehen. Man lacht.
Vorlage S. 529
530
HENRI.
Vorlage S. 529
531
Nie hat eine Frau ein prächtigeres Hochzeitsgeschenk bekommen. Komm, Léocadie; auf Wiedersehen, Prospère, ich bin bald wieder zurück.
Vorlage S. 529
532
Henri und Léocadie ab. – Es treten zugleich ein.
Vorlage S. 529
533
François Viscomte von Nogeant, Albin Chevalier de la Tremouille.
Vorlage S. 529
534
SCAEVOLA.
Vorlage S. 529
535
Was für ein erbärmlicher Aufschneider.
Vorlage S. 529
536
WIRT.
Vorlage S. 529
537
Guten Abend, ihr Schweine.
Vorlage S. 529
538
Albin schreckt zurück.
Vorlage S. 529
539
FRANÇOIS
Vorlage S. 529
540
ohne darauf zu achten.
Vorlage S. 529
541
War das nicht die kleine Léocadie von der Porte St. Martin, die da mit Henri wegging?
Vorlage S. 529
542
WIRT.
Vorlage S. 529
543
Freilich war sie's. Was? – Die könnte am Ende sogar dich erinnern, dass du noch so was wie ein Mann bist, wenn sie sich große Mühe gäbe.
Vorlage S. 529
544
FRANÇOIS
Vorlage S. 529
545
lachend.
Vorlage S. 529
546
Es wäre nicht unmöglich. Wir kommen heute etwas früh, wie mir scheint?
Vorlage S. 529
547
WIRT.
Vorlage S. 529
548
Du kannst dir ja unterdes mit deinem Lustknaben die Zeit vertreiben.
Vorlage S. 529
549
Albin will auffahren.
Vorlage S. 529
550
FRANÇOIS.
Vorlage S. 529
551
So lass doch. Ich hab' dir ja gesagt, wie's hier zugeht. Bring uns Wein.
Vorlage S. 529
552
WIRT.
Vorlage S. 529
553
Ja, das will ich. Es wird schon die Zeit kommen, wo ihr mit Seinewasser sehr zufrieden sein werdet.
Vorlage S. 529
554
FRANK.
Vorlage S. 529
555
Gewiss, gewiss ... aber für heute möchte ich um Wein gebeten haben, und zwar um den besten.
Vorlage S. 529
556
Wirt zum Schanktisch.
Vorlage S. 529
557
ALBIN.
Vorlage S. 529
558
Das ist ja ein schauerlicher Kerl.
Vorlage S. 529
559
FRANÇOIS.
Vorlage S. 529
560
Denk' doch, dass alles Spaß ist. Und dabei gibt es Orte, wo du ganz ähnliche Dinge im Ernst hören kannst.
Vorlage S. 529
561
ALBIN.
Vorlage S. 530
562
Ist denn es nicht verboten?
Vorlage S. 530
563
FRANÇOIS
Vorlage S. 530
564
lacht.
Vorlage S. 530
565
Man merkt, dass du aus der Provinz kommst.
Vorlage S. 530
566
ALBIN.
Vorlage S. 530
567
Ah, bei uns geht's auch recht nett zu in der letzten Zeit. Die Bauern werden in einer Weise frech ... man weiß nicht mehr, wie man sich helfen soll.
Vorlage S. 530
568
FRANÇOIS.
Vorlage S. 530
569
Was willst du? Die armen Teufel sind hungrig; das ist das Geheimnis.
Vorlage S. 530
570
ALBIN.
Vorlage S. 530
571
Was kann denn ich dafür? Was kann denn mein Großonkel dafür?
Vorlage S. 530
572
FRANÇOIS.
Vorlage S. 530
573
Wie kommst du auf deinen Großonkel?
Vorlage S. 530
574
ALBIN.
Vorlage S. 530
575
Ja, ich komme darauf, weil sie nämlich in unserem Dorf eine Versammlung abgehalten haben – ganz öffentlich – und da haben sie meinen Großonkel, den Grafen von Tremouille, ganz einfach einen Kornwucherer genannt.
Vorlage S. 530
576
FRANÇOIS.
Vorlage S. 530
577
Das ist alles ...?
Vorlage S. 530
578
ALBIN.
Vorlage S. 530
579
Na, ich bitte dich!
Vorlage S. 530
580
FRANÇOIS.
Vorlage S. 530
581
Wir wollen morgen einmal ins Palais Royal, da sollst du hören, was die Kerle für lasterhafte Reden führen. Aber wir lassen sie reden; es ist das beste, was man tun kann; im Grunde sind es gute Leute, man muss sie auf diese Weise austoben lassen.
Vorlage S. 530
582
ALBIN
Vorlage S. 530
583
auf Scaevola usw.
Vorlage S. 530
584
deutend. Was sind das für verdächtige Subjekte? Sieh nur, wie sie einen anschauen. Er greift nach seinem Degen.
Vorlage S. 530
585
FRANÇOIS
Vorlage S. 530
586
zieht ihm die Hand weg.
Vorlage S. 530
587
Mach' dich nicht lächerlich! Zu den Dreien. Ihr braucht noch nicht anzufangen, wartet, bis mehr Publikum da ist. Zu Albin. Es sind die anständigsten Leute von der Welt, Schauspieler. Ich garantiere dir, dass du schon mit ärgeren Gaunern an einem Tisch gesessen bist.
Vorlage S. 530
588
ALBIN.
Vorlage S. 530
589
Aber sie waren besser angezogen.
Vorlage S. 530
590
Wirt bringt Wein.
Vorlage S. 530
591
Michette und Flipotte kommen.
Vorlage S. 530
592
FRANÇOIS.
Vorlage S. 530
593
Grüß' euch Gott, Kinder, kommt, setzt euch da zu uns.
Vorlage S. 530
594
MICHETTE.
Vorlage S. 530
595
Da sind wir schon. Komm nur, Flipotte. Sie ist noch etwas schüchtern.
Vorlage S. 530
596
FLIPOTTE.
Vorlage S. 530
597
Guten Abend, junger Herr!
Vorlage S. 530
598
ALBIN.
Vorlage S. 530
599
Guten Abend, meine Damen!
Vorlage S. 530
600
MICHETTE.
Vorlage S. 531
601
Der Kleine ist lieb. Sie setzt sich auf den Schoß Albins.
Vorlage S. 531
602
ALBIN.
Vorlage S. 531
603
Also bitte, erkläre mir, François, sind das anständige Frauen?
Vorlage S. 531
604
MICHETTE.
Vorlage S. 531
605
Was sagt er?
Vorlage S. 531
606
FRANÇOIS.
Vorlage S. 531
607
Nein, so ist das nicht, die Damen, die hierher kommen – Gott, bist du dumm, Albin!
Vorlage S. 531
608
WIRT.
Vorlage S. 531
609
Was darf ich den Herzoginnen bringen?
Vorlage S. 531
610
MICHETTE.
Vorlage S. 531
611
Bring mir einen recht süßen Wein.
Vorlage S. 531
612
FRANÇOIS
Vorlage S. 531
613
auf Flipotte deutend.
Vorlage S. 531
614
Eine Freundin?
Vorlage S. 531
615
MICHETTE.
Vorlage S. 531
616
Wir wohnen zusammen. Ja, wir haben zusammen nur ein Bett!
Vorlage S. 531
617
FLIPOTTE
Vorlage S. 531
618
errötend.
Vorlage S. 531
619
Wird dir das sehr unangenehm sein, wenn du zu ihr kommst? Setzt sich auf François' Schoß.
Vorlage S. 531
620
ALBIN.
Vorlage S. 531
621
Die ist ja gar nicht schüchtern.
Vorlage S. 531
622
SCAEVOLA
Vorlage S. 531
623
steht auf, düster, zu dem Tisch der jungen Leute.
Vorlage S. 531
624
Hab' ich dich endlich wieder! Zu Albin. Und du miserabler Verführer, wirst du schaun, dass du ... Sie ist mein!
Vorlage S. 531
625
Wirt sieht zu.
Vorlage S. 531
626
FRANÇOIS
Vorlage S. 531
627
zu Albin.
Vorlage S. 531
628
Spaß, Spaß ...
Vorlage S. 531
629
ALBIN.
Vorlage S. 531
630
Sie ist nicht sein –?
Vorlage S. 531
631
MICHETTE.
Vorlage S. 531
632
Geh, lass mich doch sitzen, wo's mir beliebt.
Vorlage S. 531
633
Scaevola steht mit geballten Fäusten da.
Vorlage S. 531
634
WIRT
Vorlage S. 531
635
hinter ihm.
Vorlage S. 531
636
Nun, nun!
Vorlage S. 531
637
SCAEVOLA.
Vorlage S. 531
638
Ha, ha!
Vorlage S. 531
639
WIRT
Vorlage S. 531
640
faßt ihn beim Kragen.
Vorlage S. 531
641
Ha, ha! Bei Seite zu ihm. Sonst fällt dir nichts ein! Nicht für einen Groschen Talent hast du. Brüllen. Das ist das einzige, was du kannst.
Vorlage S. 531
642
MICHETTE
Vorlage S. 531
643
zu François.
Vorlage S. 531
644
Er hat es neulich besser gemacht –
Vorlage S. 531
645
SCAEVOLA
Vorlage S. 531
646
zum Wirt.
Vorlage S. 531
647
Ich bin noch nicht in Stimmung. Ich mach' es später noch einmal, wenn mehr Leute da sind; du sollst sehen, Prospère; ich brauche Publikum.
Vorlage S. 531
648
Der Herzog Von Cadignan tritt ein.
Vorlage S. 531
649
HERZOG.
Vorlage S. 531
650
Schon höchst bewegt!
Vorlage S. 531
651
Michette und Flipotte auf ihn zu.
Vorlage S. 531
652
MICHETTE.
Vorlage S. 531
653
Mein süßer Herzog!
Vorlage S. 531
654
FRANÇOIS.
Vorlage S. 531
655
Guten Abend, Emile! ... Stellt vor. Mein junger Freund Albin Chevalier von Tremouille – der Herzog von Cadignan.
Vorlage S. 531
656
HERZOG.
Vorlage S. 531
657
Ich bin sehr erfreut, Sie kennen zu lernen. Zu den Mädchen, die an ihm hängen. Lasst mich, Kinder! – Zu Albin. Sie sehen sich auch dieses komische Wirtshaus an?
Vorlage S. 531
658
ALBIN.
Vorlage S. 532
659
Es verwirrt mich aufs höchste!
Vorlage S. 532
660
FRANÇOIS.
Vorlage S. 532
661
Der Chevalier ist erst vor ein paar Tagen in Paris angekommen.
Vorlage S. 532
662
HERZOG
Vorlage S. 532
663
lachend.
Vorlage S. 532
664
Da haben Sie sich eine nette Zeit ausgesucht.
Vorlage S. 532
665
ALBIN.
Vorlage S. 532
666
Wieso?
Vorlage S. 532
667
MICHETTE.
Vorlage S. 532
668
Was er wieder für einen Parfüm hat! Es gibt überhaupt keinen Mann in Paris, der so angenehm duftet. Zu Albin. ... So merkt man das nicht.
Vorlage S. 532
669
HERZOG.
Vorlage S. 532
670
Sie spricht nur von den siebenhundert oder achthundert, die sie so gut kennt wie mich.
Vorlage S. 532
671
FLIPOTTE.
Vorlage S. 532
672
Erlaubst du, dass ich mit deinem Degen spiele? – Sie zieht ihm den Degen aus der Scheide und lässt ihn hin und her funkeln.
Vorlage S. 532
673
GRAIN
Vorlage S. 532
674
zum Wirt.
Vorlage S. 532
675
Mit dem! ... Mit dem hab' ich sie gesehn! – Wirt lässt sich erzählen, scheint erstaunt.
Vorlage S. 532
676
HERZOG.
Vorlage S. 532
677
Henri ist noch nicht da? Zu Albin. Wenn Sie den sehen werden, werden Sie's nicht bereuen, hierhergekommen zu sein.
Vorlage S. 532
678
WIRT
Vorlage S. 532
679
zum Herzog.
Vorlage S. 532
680
Na, bist du auch wieder da? Das freut mich. Lang werden wir ja das Vergnügen nicht mehr haben.
Vorlage S. 532
681
HERZOG.
Vorlage S. 532
682
Warum? Mir behagt's sehr gut bei dir.
Vorlage S. 532
683
WIRT.
Vorlage S. 532
684
Das glaub' ich. Aber da du auf alle Fälle einer der ersten sein wirst ...
Vorlage S. 532
685
ALBIN.
Vorlage S. 532
686
Was bedeutet das?
Vorlage S. 532
687
WIRT.
Vorlage S. 532
688
Du verstehst mich schon. – Die ganz Glücklichen kommen zuerst dran! ... Geht nach rückwärts.
Vorlage S. 532
689
HERZOG
Vorlage S. 532
690
nach einem Sinnen.
Vorlage S. 532
691
Wenn ich der König wäre, würde ich ihn zu meinem Hofnarren machen, das heißt, ich würde mir viele Hofnarren halten, aber er wäre einer davon.
Vorlage S. 532
692
ALBIN.
Vorlage S. 532
693
Wie hat er das gemeint, dass Sie zu glücklich sind?
Vorlage S. 532
694
HERZOG.
Vorlage S. 532
695
Er meint, Chevalier ...
Vorlage S. 532
696
ALBIN.
Vorlage S. 532
697
Ich bitte, sagen Sie mir nicht Chevalier. Alle nennen mich Albin, einfach Albin, weil ich nämlich so jung ausschaue.
Vorlage S. 532
698
HERZOG
Vorlage S. 532
699
lächelnd.
Vorlage S. 532
700
Schön ... aber da müssen Sie mir Emile sagen, ja?
Vorlage S. 532
701
ALBIN.
Vorlage S. 532
702
Wenn Sie erlauben, gern, Emile.
Vorlage S. 532
703
HERZOG.
Vorlage S. 532
704
Sie werden unheimlich witzig, diese Leute.
Vorlage S. 532
705
FRANÇOIS.
Vorlage S. 532
706
Warum unheimlich? Mich beruhigt das sehr. Solange das Gesindel zu Späßen aufgelegt ist, kommt's doch nicht zu was Ernstem.
Vorlage S. 532
707
HERZOG.
Vorlage S. 532
708
Es sind nur gar zu sonderbare Witze. Da hab' ich heute wieder eine Sache erfahren, die gibt zu denken.
Vorlage S. 532
709
FRANÇOIS.
Vorlage S. 533
710
Erzählen Sie.
Vorlage S. 533
711
FLIPOTTE, MICHETTE. Ja, erzähle, süßer Herzog!
Vorlage S. 533
712
HERZOG.
Vorlage S. 533
713
Kennen Sie Lelange?
Vorlage S. 533
714
FRANÇOIS.
Vorlage S. 533
715
Freilich – das Dorf ... der Marquis von Montferrat hat dort eine seiner schönsten Jagden.
Vorlage S. 533
716
HERZOG.
Vorlage S. 533
717
Ganz richtig; mein Bruder ist jetzt bei ihm auf dem Schloß, und der schreibt mir eben die Sache, die ich Ihnen erzählen will. In Lelange haben sie einen Bürgermeister, der sehr unbeliebt ist.
Vorlage S. 533
718
FRANÇOIS.
Vorlage S. 533
719
Wenn Sie mir einen nennen können, der beliebt ist –
Vorlage S. 533
720
HERZOG.
Vorlage S. 533
721
Hören Sie nur. – Da sind die Frauen des Dorfes vor das Haus des Bürgermeisters gezogen – mit einem Sarg ...
Vorlage S. 533
722
FLIPOTTE.
Vorlage S. 533
723
Wie? ... Sie haben ihn getragen? Einen Sarg getragen? Nicht um die Welt möcht' ich einen Sarg tragen.
Vorlage S. 533
724
FRANÇOIS.
Vorlage S. 533
725
Schweig doch – es verlangt ja niemand von dir, dass du einen Sarg trägst. Zum Herzog. Nun?
Vorlage S. 533
726
HERZOG.
Vorlage S. 533
727
Und ein paar von den Weibern sind darauf in die Wohnung des Bürgermeisters und haben ihm erklärt, er müsse sterben – aber man werde ihm die Ehre erweisen, ihn zu begraben. –
Vorlage S. 533
728
FRANÇOIS.
Vorlage S. 533
729
Nun, hat man ihn umgebracht?
Vorlage S. 533
730
HERZOG.
Vorlage S. 533
731
Nein – wenigstens schreibt mir mein Bruder nichts davon.
Vorlage S. 533
732
FRANÇOIS.
Vorlage S. 533
733
Nun also! ... Schreier, Schwätzer, Hanswürste – das sind sie. Heut brüllen sie in Paris zur Abwechslung die Bastille an – wie sie's schon ein halbes Dutzend mal getan ...
Vorlage S. 533
734
HERZOG.
Vorlage S. 533
735
Nun – wenn ich der König wäre, ich hätte ein Ende gemacht ... längst ...
Vorlage S. 533
736
ALBIN.
Vorlage S. 533
737
Ist es wahr, dass der König so gütig ist?
Vorlage S. 533
738
HERZOG.
Vorlage S. 533
739
Sie sind Seiner Majestät noch nicht vorgestellt?
Vorlage S. 533
740
FRANÇOIS.
Vorlage S. 533
741
Der Chevalier ist ja das erste Mal in Paris.
Vorlage S. 533
742
HERZOG.
Vorlage S. 533
743
Ja, Sie sind unglaublich jung. Wie alt, wenn man fragen darf?
Vorlage S. 533
744
ALBIN.
Vorlage S. 533
745
Ich sehe nur so jung aus, ich bin schon siebzehn ...
Vorlage S. 533
746
HERZOG.
Vorlage S. 533
747
Siebzehn – wie viel liegt noch vor Ihnen. Ich bin schon vierundzwanzig ...ich fange an zu bereuen, wie viel von meiner Jugend ich versäumt habe.
Vorlage S. 533
748
FRANÇOIS
Vorlage S. 533
749
lacht.
Vorlage S. 533
750
Das ist gut! Sie, Herzog ... für Sie ist doch jeder Tag verloren, an dem Sie nicht eine Frau erobert oder einen Mann totgestochen haben.
Vorlage S. 533
751
HERZOG.
Vorlage S. 534
752
Das Unglück ist nur, dass man beinah nie die richtige erobert – und immer den unrichtigen totsticht. Und so versäumt man seine Jugend doch. Es ist ganz, wie Rollin sagt.
Vorlage S. 534
753
FRANÇOIS.
Vorlage S. 534
754
Was sagt Rollin?
Vorlage S. 534
755
HERZOG.
Vorlage S. 534
756
Ich dachte an sein neues Stück, das sie in der Comédie geben – da kommt so ein hübscher Vergleich vor. Erinnern Sie sich nicht?
Vorlage S. 534
757
FRANÇOIS Ich habe gar kein Gedächtnis für Verse –
Vorlage S. 534
758
HERZOG.
Vorlage S. 534
759
Ich leider auch nicht ... ich erinnere mich nur an den Sinn ... Er sagt, die Jugend, die man nicht genießt, ist wie ein Federball, den man im Sand Hegen lässt, statt ihn in die Luft zu schnellen.
Vorlage S. 534
760
ALBIN
Vorlage S. 534
761
altklug.
Vorlage S. 534
762
Das find' ich sehr richtig.
Vorlage S. 534
763
HERZOG.
Vorlage S. 534
764
Nicht wahr? – Die Federn werden allmählich doch farblos, fallen aus. Es ist noch besser, er fällt in ein Gebüsch, wo man ihn nicht wiederfindet.
Vorlage S. 534
765
ALBIN.
Vorlage S. 534
766
Wie ist das zu verstehen, Emile?
Vorlage S. 534
767
HERZOG.
Vorlage S. 534
768
Es ist mehr zu empfinden. Wenn ich die Verse wüsste, verstünden Sie's übrigens gleich.
Vorlage S. 534
769
ALBIN.
Vorlage S. 534
770
Es kommt mir vor, Emile, als könnten Sie auch Verse machen, wenn Sie nur wollten.
Vorlage S. 534
771
HERZOG.
Vorlage S. 534
772
Warum?
Vorlage S. 534
773
ALBIN.
Vorlage S. 534
774
Seit Sie hier sind, scheint es mir, als wenn das Leben aufflammte –
Vorlage S. 534
775
HERZOG
Vorlage S. 534
776
lächelnd.
Vorlage S. 534
777
Ja? Flammt es auf?
Vorlage S. 534
778
FRANÇOIS.
Vorlage S. 534
779
Wollen Sie sich nicht endlich zu uns setzen?
Vorlage S. 534
780
Unterdessen kommen zwei Adelige und setzen sich an einen etwas entfernten Tisch; der Wirt scheint ihnen Grobheiten zu sagen.
Vorlage S. 534
781
HERZOG.
Vorlage S. 534
782
Ich kann nicht hier bleiben. Aber ich komme jedenfalls noch einmal zurück.
Vorlage S. 534
783
MICHETTE.
Vorlage S. 534
784
Bleib bei mir!
Vorlage S. 534
785
FLIPOTTE.
Vorlage S. 534
786
Nimm mich mit!
Vorlage S. 534
787
Sie wollen ihn halten.
Vorlage S. 534
788
WIRT
Vorlage S. 534
789
nach vorn.
Vorlage S. 534
790
Lasst ihn nur! Ihr seid ihm noch lang nicht schlecht genug. Er muss zu einer Straßendirne laufen, dort ist ihm am wohlsten.
Vorlage S. 534
791
HERZOG.
Vorlage S. 534
792
Ich komme ganz bestimmt zurück, schon um Henri nicht zu versäumen.
Vorlage S. 534
793
FRANÇOIS.
Vorlage S. 534
794
Denken Sie, als wir kamen, ging Henri eben mit Léocadie fort.
Vorlage S. 534
795
HERZOG.
Vorlage S. 534
796
So. – Er hat sie geheiratet. Wisst ihr das?
Vorlage S. 534
797
FRANÇOIS.
Vorlage S. 535
798
Wahrhaftig? – Was werden die andern dazu sagen?
Vorlage S. 535
799
ALBIN.
Vorlage S. 535
800
Was für andern?
Vorlage S. 535
801
FRANÇOIS.
Vorlage S. 535
802
Sie ist nämlich allgemein beliebt.
Vorlage S. 535
803
HERZOG.
Vorlage S. 535
804
Und er will mit ihr fort ... was weiß ich ... man hat's mir erzählt.
Vorlage S. 535
805
WIRT.
Vorlage S. 535
806
So? hat man's dir erzählt? – Blick auf den Herzog.
Vorlage S. 535
807
HERZOG
Vorlage S. 535
808
Blick auf den Wirt, dann.
Vorlage S. 535
809
Es ist zu dumm. Léocadie ist geschaffen, die größte, die herrlichste Dirne der Welt zu sein.
Vorlage S. 535
810
FRANÇOIS.
Vorlage S. 535
811
Wer weiß das nicht?
Vorlage S. 535
812
HERZOG.
Vorlage S. 535
813
Gibt es etwas Unverständigeres, als jemanden seinem wahren Beruf entziehen? Da François lacht. Ich meine das nicht im Scherz. Auch zur Dirne muss man geboren sein – wie zum Eroberer oder zum Dichter.
Vorlage S. 535
814
FRANÇOIS.
Vorlage S. 535
815
Sie sind paradox.
Vorlage S. 535
816
HERZOG.
Vorlage S. 535
817
Es tut mir leid um sie – und um Henri. Er sollte hier bleiben – nicht hier – ich möchte ihn in die Comédie bringen – obwohl auch dort – mir ist immer, als verstünd' ihn keiner so ganz wie ich. Das kann übrigens eine Täuschung sein – denn ich habe diese Empfindung den meisten Künstlern gegenüber. Aber ich muss sagen, wär' ich nicht der Herzog von Cadignan, so möcht' ich gern ein solcher Komödiant – ein solcher ...
Vorlage S. 535
818
ALBIN.
Vorlage S. 535
819
Wie Alexander der Große ...
Vorlage S. 535
820
HERZOG
Vorlage S. 535
821
lächelnd.
Vorlage S. 535
822
Ja – wie Alexander der Große. Zu Flipotte. Gib mir meinen Degen. Er steckt ihn in die Scheide. Langsam. Es ist doch die schönste Art, sich über die Welt lustig zu machen; einer, der uns vorspielen kann, was er will, ist doch mehr als wir alle.
Vorlage S. 535
823
Albin betrachtet ihn verwundert.
Vorlage S. 535
824
HERZOG.
Vorlage S. 535
825
Denken Sie nicht nach über das, was ich sage: Es ist alles nur im selben Augenblick wahr. – Auf Wiedersehen!
Vorlage S. 535
826
MICHETTE.
Vorlage S. 535
827
Gib mir einen Kuß, bevor du gehst!
Vorlage S. 535
828
FLIPOTTE.
Vorlage S. 535
829
Mir auch!
Vorlage S. 535
830
Sie hängen sich an ihn, der Herzog küßt beide zugleich und geht. – Währenddem.
Vorlage S. 535
831
ALBIN.
Vorlage S. 535
832
Ein wunderbarer Mensch! ...
Vorlage S. 535
833
FRANÇOIS.
Vorlage S. 535
834
Das ist schon wahr ... aber dass solche Menschen existieren, ist beinah ein Grund, nicht zu heiraten.
Vorlage S. 535
835
ALBIN.
Vorlage S. 535
836
Erklär' mir im übrigen, was das für Frauenzimmer sind.
Vorlage S. 535
837
FRANÇOIS.
Vorlage S. 535
838
Schauspielerinnen. Sie sind auch von der Truppe Prospère, der jetzt der Spelunkenwirt ist. Freilich haben sie früher nicht viel anderes gemacht als jetzt.
Vorlage S. 535
839
Guillaume stürzt herein, wie atemlos.
Vorlage S. 535
840
GUILLAUME
Vorlage S. 536
841
zum Tisch hin, wo die Schauspieler sitzen, die Hand ans Herz, mühselig, sich stützend.
Vorlage S. 536
842
Gerettet, ja, gerettet!
Vorlage S. 536
843
SCAEVOLA.
Vorlage S. 536
844
Was gibt's, was hast du?
Vorlage S. 536
845
ALBIN.
Vorlage S. 536
846
Was ist dem Mann geschehn?
Vorlage S. 536
847
FRANÇOIS.
Vorlage S. 536
848
Das ist jetzt Schauspiel. Paß auf!
Vorlage S. 536
849
ALBIN.
Vorlage S. 536
850
Ah –?
Vorlage S. 536
851
MICHETTE, FLIPOTTE rasch zu Guillaume hin. Was gibt's? Was hast du?
Vorlage S. 536
852
SCAEVOLA.
Vorlage S. 536
853
Setz' dich, nimm einen Schluck!
Vorlage S. 536
854
GUILLAUME.
Vorlage S. 536
855
Mehr! mehr! ... Prospère, mehr Wein! – – Ich bin gelaufen! Mir klebt die Zunge. Sie waren mir auf den Fersen.
Vorlage S. 536
856
JULES
Vorlage S. 536
857
fährt zusammen.
Vorlage S. 536
858
Ah, gebt Acht, sie sind uns überhaupt auf den Fersen.
Vorlage S. 536
859
WIRT.
Vorlage S. 536
860
So erzähl' doch endlich, was ist denn passiert? ... Zu den Schauspielern. Bewegung! Mehr Bewegung!
Vorlage S. 536
861
GUILLAUME.
Vorlage S. 536
862
Weiber her ... Weiber! – Ah – Umarmt Flipotte. Das bringt einen auch wieder zum Leben! Zu Albin, der höchst betroffen ist. Der Teufel soll mich holen, mein Junge, wenn ich gedacht habe, ich werde dich lebendig wiedersehn ... Als wenn er lauschte. Sie kommen, sie kommen! – Zur Tür hin. Nein, es ist nichts. – Sie ...
Vorlage S. 536
863
ALBIN.
Vorlage S. 536
864
Wie sonderbar! ... Es ist wirklich ein Lärm, wie wenn Leute draußen sehr rasch vorbeijagten. Wird das auch von hier aus geleitet?
Vorlage S. 536
865
SCAEVOLA
Vorlage S. 536
866
zu Jules.
Vorlage S. 536
867
Jedesmal hat er die Nuance ... es ist zu dumm! –
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868
WIRT.
Vorlage S. 536
869
So sag' uns doch endlich, warum sie dir wieder auf den Fersen sind.
Vorlage S. 536
870
GUILLAUME.
Vorlage S. 536
871
Nichts Besonderes. Aber wenn sie mich hätten, würde es mir doch den Kopf kosten – ein Haus hab' ich angezündet.
Vorlage S. 536
872
Während dieser Szene kommen wieder junge Adelige, die an den Tischen Platz nehmen.
Vorlage S. 536
873
WIRT
Vorlage S. 536
874
leise.
Vorlage S. 536
875
Weiter, weiter!
Vorlage S. 536
876
GUILLAUME
Vorlage S. 536
877
ebenso.
Vorlage S. 536
878
Was weiter? Genügt das nicht, wenn ich ein Haus angezündet habe?
Vorlage S. 536
879
FRANÇOIS.
Vorlage S. 536
880
Sag' mir doch, mein Lieber, warum du das Haus angezündet hast.
Vorlage S. 536
881
GUILLAUME.
Vorlage S. 536
882
Weil der Präsident des obersten Gerichtshofes darin wohnt. Mit dem wollten wir anfangen. Wir wollen den guten Pariser Hausherren die Lust nehmen, Leute in ihr Haus zu nehmen, die uns arme Teufel ins Zuchthaus bringen.
Vorlage S. 536
883
GRAIN.
Vorlage S. 537
884
Das ist gut! Das ist gut!
Vorlage S. 537
885
GUILLAUME
Vorlage S. 537
886
betrachtet Grain und staunt; spricht dann weiter.
Vorlage S. 537
887
Die Häuser müssen alle dran. Noch drei Kerle wie ich, und es gibt keine Richter mehr in Paris!
Vorlage S. 537
888
GRAIN.
Vorlage S. 537
889
Tod den Richtern!
Vorlage S. 537
890
JULES.
Vorlage S. 537
891
Ja ... es gibt doch vielleicht einen, den wir nicht vernichten können.
Vorlage S. 537
892
GUILLAUME.
Vorlage S. 537
893
Den möcht' ich kennen lernen.
Vorlage S. 537
894
JULES.
Vorlage S. 537
895
Den Richter in uns.
Vorlage S. 537
896
WIRT
Vorlage S. 537
897
leise.
Vorlage S. 537
898
Das ist abgeschmackt. Lass das. Scaevola! Brülle! Jetzt ist der Moment!
Vorlage S. 537
899
SCAEVOLA.
Vorlage S. 537
900
Wein her, Prospère, wir wollen auf den Tod aller Richter in Frankreich trinken!
Vorlage S. 537
901
Während der letzten Worte traten ein.
Vorlage S. 537
902
Der Marquis Von Lansac mit seiner Frau Severine, Rollin, der Dichter.
Vorlage S. 537
903
SCAEVOLA.
Vorlage S. 537
904
Tod allen, die heute die Macht in Händen haben! Tod!
Vorlage S. 537
905
MARQUIS.
Vorlage S. 537
906
Sehen Sie, Séverine, so empfängt man uns.
Vorlage S. 537
907
ROLLIN.
Vorlage S. 537
908
Marquise, ich hab' Sie gewarnt.
Vorlage S. 537
909
SEVERINE.
Vorlage S. 537
910
Warum?
Vorlage S. 537
911
FRANÇOIS
Vorlage S. 537
912
steht auf.
Vorlage S. 537
913
Was seh' ich! Die Marquise! Erlauben Sie, dass ich Ihnen die Hand küsse. Guten Abend, Marquis! Grüß' Gott, Rollin! Marquise, Sie wagen sich in dieses Lokal!
Vorlage S. 537
914
SEVERINE.
Vorlage S. 537
915
Man hat mir soviel davon erzählt. Und außerdem sind wir heute schon in Abenteuern drin – nicht wahr, Rollin?
Vorlage S. 537
916
MARQUIS.
Vorlage S. 537
917
Ja, denken Sie, Vicomte – was glauben Sie, woher wir kommen? – Von der Bastille.
Vorlage S. 537
918
FRANÇOIS.
Vorlage S. 537
919
Machen sie dort noch immer so einen Spektakel?
Vorlage S. 537
920
SEVERINE.
Vorlage S. 537
921
Ja freilich! – Es sieht aus, wie wenn sie sie einrennen wollten.
Vorlage S. 537
922
ROLLIN
Vorlage S. 537
923
deklamiert.
Vorlage S. 537
924
Gleich einer Flut, die an die Ufer brandet,
Vorlage S. 537
925
Und rief ergrimmt, dass ihr das eigne Kind,
Vorlage S. 537
926
Die Erde widersteht –
Vorlage S. 537
927
SEVERINE.
Vorlage S. 537
928
Nicht, Rollin! – Wir haben dort unsern Wagen in der Nähe halten lassen. Es ist ein prächtiger Anblick; Massen haben doch immer was Großartiges.
Vorlage S. 537
929
FRANÇOIS.
Vorlage S. 538
930
Ja, ja, wenn sie nur nicht so übel riechen würden.
Vorlage S. 538
931
MARQUIS.
Vorlage S. 538
932
Und nun hat mir meine Frau keine Ruhe gegeben ... ich musste sie hierher führen.
Vorlage S. 538
933
SEVERINE.
Vorlage S. 538
934
Also was gibt's denn da eigentlich Besonderes?
Vorlage S. 538
935
WIRT
Vorlage S. 538
936
zu Lansac.
Vorlage S. 538
937
Na, bist du auch da, verdorrter Halunke? Hast du dein Weib mitgebracht, weil sie dir zu Haus nicht sicher genug ist?
Vorlage S. 538
938
MARQUIS
Vorlage S. 538
939
gezwungen lachend.
Vorlage S. 538
940
Er ist ein Original!
Vorlage S. 538
941
WIRT.
Vorlage S. 538
942
Gib nur Acht, dass sie dir nicht gerade hier weggefischt wird. Solche vornehme Damen kriegen manchmal eine verdammte Lust, es mit einem richtigen Strolch zu versuchen.
Vorlage S. 538
943
ROLLIN.
Vorlage S. 538
944
Ich leide unsäglich, Séverine.
Vorlage S. 538
945
MARQUIS.
Vorlage S. 538
946
Mein Kind, ich habe Sie vorbereitet – es ist noch immer Zeit, dass wir gehen.
Vorlage S. 538
947
SEVERINE.
Vorlage S. 538
948
Was wollen Sie denn? Ich finde es reizend. Setzen wir uns doch endlich nieder!
Vorlage S. 538
949
FRANÇOIS.
Vorlage S. 538
950
Erlauben Sie, Marquise, dass ich Ihnen den Chevalier de la Tremouille vorstelle. Er ist auch das erste Mal hier. Der Marquis von Lansac; Rollin, unser berühmter Dichter.
Vorlage S. 538
951
ALBIN.
Vorlage S. 538
952
Sehr erfreut. Komplimente; man nimmt Platz.
Vorlage S. 538
953
ALBIN
Vorlage S. 538
954
zu François.
Vorlage S. 538
955
Ist das eine von denen, die spielt oder ... ich kenne mich gar nicht aus.
Vorlage S. 538
956
FRANÇOIS.
Vorlage S. 538
957
Sei doch nicht so begriffsstutzig! – Das ist die wirkliche Frau des Marquis von Lansac ... eine höchst anständige Dame.
Vorlage S. 538
958
ROLLIN
Vorlage S. 538
959
zu Séverine.
Vorlage S. 538
960
Sage, dass du mich liebst.
Vorlage S. 538
961
SEVERINE.
Vorlage S. 538
962
Ja, ja, aber fragen Sie mich nicht jeden Augenblick.
Vorlage S. 538
963
MARQUIS.
Vorlage S. 538
964
Haben wir schon irgend eine Szene versäumt?
Vorlage S. 538
965
FRANÇOIS.
Vorlage S. 538
966
Nicht viel. Der dort spielt einen Brandstifter, wie es scheint.
Vorlage S. 538
967
SEVERINE.
Vorlage S. 538
968
Chevalier, Sie sind wohl der Vetter der kleinen Lydia de la Tremouille, die heute geheiratet hat?
Vorlage S. 538
969
ALBIN.
Vorlage S. 538
970
Jawohl, Marquise, das war mit einer der Gründe, dass ich nach Paris gekommen bin.
Vorlage S. 538
971
SEVERINE.
Vorlage S. 538
972
Ich erinnere mich, Sie in der Kirche gesehen zu haben.
Vorlage S. 538
973
ALBIN
Vorlage S. 538
974
verlegen.
Vorlage S. 538
975
Ich bin höchst geschmeichelt, Marquise.
Vorlage S. 538
976
SEVERINE
Vorlage S. 538
977
zu Rollin.
Vorlage S. 538
978
Was für ein lieber kleiner Junge.
Vorlage S. 538
979
ROLLIN.
Vorlage S. 538
980
Ah, Séverine, Sie haben noch nie einen Mann kennen gelernt, der Ihnen nicht gefallen hätte.
Vorlage S. 538
981
SEVERINE.
Vorlage S. 538
982
Oh, doch; den hab' ich auch gleich geheiratet.
Vorlage S. 538
983
ROLLIN.
Vorlage S. 539
984
O, Séverine, ich fürchte immer – es gibt sogar Momente, wo Ihnen Ihr eigener Mann gefährlich ist.
Vorlage S. 539
985
WIRT
Vorlage S. 539
986
bringt Wein.
Vorlage S. 539
987
Da habt ihr! Ich wollte, es wäre Gift, aber es ist vorläufig noch nicht gestattet, euch Kanaillen das vorzusetzen.
Vorlage S. 539
988
FRANÇOIS.
Vorlage S. 539
989
Wird schon kommen, Prospère.
Vorlage S. 539
990
SEVERINE
Vorlage S. 539
991
zu Rollin.
Vorlage S. 539
992
Was ist's mit diesen beiden hübschen Mädchen? Warum kommen sie nicht näher? Wenn wir schon einmal da sind, will ich alles mitmachen. Ich finde überhaupt, dass es hier höchst gesittet zugeht.
Vorlage S. 539
993
MARQUIS.
Vorlage S. 539
994
Haben Sie nur Geduld, Séverine.
Vorlage S. 539
995
SEVERINE.
Vorlage S. 539
996
Auf der Straße, find' ich, unterhält man sich in der letzten Zeit am besten. – Wissen Sie, was uns gestern passiert ist, als wir auf der Promenade von Longchamps spazieren fuhren?
Vorlage S. 539
997
MARQUIS.
Vorlage S. 539
998
Ach bitte, meine liebe Séverine, wozu ...
Vorlage S. 539
999
SEVERINE.
Vorlage S. 539
1000
Da ist ein Kerl aufs Trittbrett unserer Equipage gesprungen und hat geschrieen: Nächstes Jahr werden Sie hinter Ihrem Kutscher stehen und wir werden in der Equipage sitzen.
Vorlage S. 539
1001
FRANÇOIS.
Vorlage S. 539
1002
Ah, das ist etwas stark.
Vorlage S. 539
1003
MARQUIS.
Vorlage S. 539
1004
Ach Gott, ich finde, man sollte von diesen Dingen gar nicht reden. Paris hat jetzt etwas Fieber, das wird schon wieder vergehen.
Vorlage S. 539
1005
GUILLAUME
Vorlage S. 539
1006
plötzlich.
Vorlage S. 539
1007
Ich sehe Flammen, Flammen, überall, wo ich hinschaue, rote, hohe Flammen.
Vorlage S. 539
1008
WIRT
Vorlage S. 539
1009
zu ihm hin.
Vorlage S. 539
1010
Du spielst einen Wahnsinnigen, nicht einen Verbrecher.
Vorlage S. 539
1011
SEVERINE.
Vorlage S. 539
1012
Er sieht Flammen?
Vorlage S. 539
1013
FRANÇOIS
Vorlage S. 539
1014
Das ist alles noch nicht das Richtige, Marquise.
Vorlage S. 539
1015
ALBIN
Vorlage S. 539
1016
zu Rollin.
Vorlage S. 539
1017
Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie wirr ich schon von dem allen bin.
Vorlage S. 539
1018
MICHETTE
Vorlage S. 539
1019
kommt zum Marquis.
Vorlage S. 539
1020
Ich hab' dich ja noch gar nicht begrüßt, mein süßes altes Schwein.
Vorlage S. 539
1021
MARQUIS
Vorlage S. 539
1022
verlegen.
Vorlage S. 539
1023
Sie scherzt, liebe Séverine.
Vorlage S. 539
1024
SEVERINE.
Vorlage S. 539
1025
Das kann ich nicht finden. Sag' einmal, Kleine, wieviel Liebschaften hast du schon gehabt?
Vorlage S. 539
1026
MARQUIS
Vorlage S. 539
1027
zu François.
Vorlage S. 539
1028
Es ist bewunderungswürdig, wie sich die Marquise, meine Gemahlin, gleich in jede Situation zu finden weiß.
Vorlage S. 539
1029
ROLLIN.
Vorlage S. 539
1030
Ja, es ist bewunderungswürdig.
Vorlage S. 539
1031
MICHETTE.
Vorlage S. 540
1032
Hast du deine gezählt?
Vorlage S. 540
1033
SEVERINE.
Vorlage S. 540
1034
Als ich noch jung war wie du ... gewiss. –
Vorlage S. 540
1035
ALBIN
Vorlage S. 540
1036
zu Rollin.
Vorlage S. 540
1037
Sagen Sie mir, Herr Rollin, spielt die Marquise oder ist sie wirklich so – ich kenne mich absolut nicht aus.
Vorlage S. 540
1038
ROLLIN.
Vorlage S. 540
1039
Sein ... spielen ... kennen Sie den Unterschied so genau, Chevalier?
Vorlage S. 540
1040
ALBIN.
Vorlage S. 540
1041
Immerhin.
Vorlage S. 540
1042
ROLLIN.
Vorlage S. 540
1043
Ich nicht. Und was ich hier so eigentümlich finde, ist, dass alle scheinbaren Unterschiede sozusagen aufgehoben sind. Wirklichkeit geht in Spiel über – Spiel in Wirklichkeit. Sehen Sie doch einmal die Marquise an. Wie sie mit diesen Geschöpfen plaudert, als wären sie ihresgleichen. Dabei ist sie ...
Vorlage S. 540
1044
ALBIN.
Vorlage S. 540
1045
Etwas ganz anderes.
Vorlage S. 540
Druckpresse von 1811. Kontextbild zur Herstellung gedruckter Bücher, keine Szene aus dem gelesenen Werk.
Kontextbild zum Werk. Historische Handtiegelpresse · MatthiasKabel (Fotografie) · CC BY-SA 3.0 Bildquelle ↗
1046
ROLLIN.
Vorlage S. 540
1047
Ich danke Ihnen, Chevalier.
Vorlage S. 540
1048
WIRT
Vorlage S. 540
1049
zu Grain.
Vorlage S. 540
1050
Also, wie war das?
Vorlage S. 540
1051
GRAIN.
Vorlage S. 540
1052
Was?
Vorlage S. 540
1053
WIRT.
Vorlage S. 540
1054
Die Geschichte mit der Tante, wegen der du zwei Jahre im Gefängnis gesessen bist?
Vorlage S. 540
1055
GRAIN.
Vorlage S. 540
1056
Ich sagte Ihnen ja, ich habe sie erdrosselt.
Vorlage S. 540
1057
FRANÇOIS.
Vorlage S. 540
1058
Der ist schwach. Das ist ein Dilettant. Ich hab' ihn noch nie gesehn.
Vorlage S. 540
1059
GEORGETTE
Vorlage S. 540
1060
kommt rasch, wie eine Dirne niedrigsten Rangs gekleidet.
Vorlage S. 540
1061
Guten Abend, Kinder! Ist mein Balthasar noch nicht da?
Vorlage S. 540
1062
SCAEVOLA.
Vorlage S. 540
1063
Georgette! Setz' dich zu mir! Dein Balthasar kommt noch immer zurecht.
Vorlage S. 540
1064
GEORGETTE.
Vorlage S. 540
1065
Wenn er in zehn Minuten nicht da ist, kommt er nicht mehr zurecht – da kommt er überhaupt nicht wieder.
Vorlage S. 540
1066
FRANÇOIS.
Vorlage S. 540
1067
Marquise, auf die passen Sie auf. Die ist in Wirklichkeit die Frau von diesem Balthasar, von dem sie eben spricht und der sehr bald kommen wird. – Sie stellt eine ganz gemeine Straßendirne dar, Balthasar ihren Zuhälter. Dabei ist es die treueste Frau, die man überhaupt in Paris finden kann.
Vorlage S. 540
1068
Balthasar kommt.
Vorlage S. 540
1069
GEORGETTE.
Vorlage S. 540
1070
Mein Balthasar! Sie läuft ihm entgegen, umarmt ihn. Da bist du ja!
Vorlage S. 540
1071
BALTHASAR.
Vorlage S. 540
1072
Es ist alles in Ordnung. Stille ringsum. Es war nicht der Mühe wert. Es hat mir beinah leid um ihn getan. Du solltest dir deine Leute besser ansehn, Georgette – ich bin es satt, hoffnungsvolle Jünglinge wegen ein paar Francs umzubringen.
Vorlage S. 540
1073
FRANÇOIS.
Vorlage S. 541
1074
Famos ...
Vorlage S. 541
1075
ALBIN.
Vorlage S. 541
1076
Wie? –
Vorlage S. 541
1077
FRANÇOIS.
Vorlage S. 541
1078
Er pointiert so gut.
Vorlage S. 541
1079
Der Kommissär kommt, verkleidet, setzt sich an einen Tisch.
Vorlage S. 541
1080
WIRT
Vorlage S. 541
1081
zu ihm.
Vorlage S. 541
1082
Sie kommen in einem guten Moment, Herr Kommissär. Das ist einer meiner vorzüglichsten Darsteller.
Vorlage S. 541
1083
BALTHASAR.
Vorlage S. 541
1084
Man sollte sich überhaupt einen anderen Verdienst suchen. Meiner See', ich bin nicht feig, aber das Brot ist sauer verdient.
Vorlage S. 541
1085
SCAEVOLA.
Vorlage S. 541
1086
Das will ich glauben.
Vorlage S. 541
1087
GEORGETTE.
Vorlage S. 541
1088
Was hast du nur heute?
Vorlage S. 541
1089
BALTHASAR.
Vorlage S. 541
1090
Ich will's dir sagen, Georgette; – ich finde, du bist ein bisschen zu zärtlich mit den jungen Herren.
Vorlage S. 541
1091
GEORGETTE.
Vorlage S. 541
1092
Seht, was er für ein Kind ist. Sei doch vernünftig, Balthasar! Ich muss ja zärtlich sein, um ihnen Vertrauen einzuflößen.
Vorlage S. 541
1093
ROLLIN.
Vorlage S. 541
1094
Was sie da sagt, ist geradezu tief.
Vorlage S. 541
1095
BALTHASAR.
Vorlage S. 541
1096
Wenn ich einmal glauben müsste, dass du etwas empfindest, wenn dich ein anderer ...
Vorlage S. 541
1097
GEORGETTE.
Vorlage S. 541
1098
Was sagt ihr dazu! Die dumme Eifersucht wird ihn noch ins Grab bringen.
Vorlage S. 541
1099
BALTHASAR.
Vorlage S. 541
1100
Ich hab' heut einen Seufzer gehört, Georgette, und das war in einem Augenblick, wo sein Vertrauen bereits groß genug war!
Vorlage S. 541
1101
GEORGETTE.
Vorlage S. 541
1102
Man kann nicht so plötzlich aufhören, die Verliebte zu spielen.
Vorlage S. 541
1103
BALTHASAR.
Vorlage S. 541
1104
Nimm dich in acht, Georgette, die Seine ist tief. Wild. Wenn du mich betrügst. –
Vorlage S. 541
1105
GEORGETTE.
Vorlage S. 541
1106
Nie, nie!
Vorlage S. 541
1107
ALBIN.
Vorlage S. 541
1108
Das versteh' ich absolut nicht.
Vorlage S. 541
1109
SEVERINE.
Vorlage S. 541
1110
Rollin, das ist die richtige Auffassung!
Vorlage S. 541
1111
ROLLIN.
Vorlage S. 541
1112
Sie finden?
Vorlage S. 541
1113
MARQUIS
Vorlage S. 541
1114
zu Séverine.
Vorlage S. 541
1115
Wir können noch immer gehen, Séverine.
Vorlage S. 541
1116
SEVERINE.
Vorlage S. 541
1117
Warum? Ich fang' an, mich sehr wohl zu fühlen.
Vorlage S. 541
1118
GEORGETTE.
Vorlage S. 541
1119
Mein Balthasar, ich bete dich an. Umarmung.
Vorlage S. 541
1120
FRANÇOIS.
Vorlage S. 541
1121
Bravo! bravo!
Vorlage S. 541
1122
BALTHASAR.
Vorlage S. 541
1123
Was ist das für ein Kretin?
Vorlage S. 541
1124
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 541
1125
Das ist unbedingt zu stark – das ist –
Vorlage S. 541
1126
Maurice und Etienne treten auf; sie sind wie junge Adelige gekleidet, doch merkt man, daß sie nur in verschlissenen Theaterkostümen stecken.
Vorlage S. 542
1127
VOM TISCH DER SCHAUSPIELER.
Vorlage S. 542
1128
Wer sind die?
Vorlage S. 542
1129
SCAEVOLA.
Vorlage S. 542
1130
Der Teufel soll mich holen, wenn das nicht Maurice und Etienne sind.
Vorlage S. 542
1131
GEORGETTE.
Vorlage S. 542
1132
Freilich sind sie's.
Vorlage S. 542
1133
BALTHASAR.
Vorlage S. 542
1134
Georgette!
Vorlage S. 542
1135
SEVERINE.
Vorlage S. 542
1136
Gott, sind das bildhübsche junge Leute!
Vorlage S. 542
1137
ROLLIN.
Vorlage S. 542
1138
Es ist peinlich, Séverine, dass Sie jedes hübsche Gesicht so heftig anregt.
Vorlage S. 542
1139
SEVERINE.
Vorlage S. 542
1140
Wozu bin ich denn hergekommen?
Vorlage S. 542
1141
ROLLIN.
Vorlage S. 542
1142
So sagen Sie mir wenigstens, dass Sie mich lieben.
Vorlage S. 542
1143
SEVERINE
Vorlage S. 542
1144
mit einem Blick.
Vorlage S. 542
1145
Sie haben ein kurzes Gedächtnis.
Vorlage S. 542
1146
ETIENNE.
Vorlage S. 542
1147
Nun, was glaubt ihr, woher wir kommen?
Vorlage S. 542
1148
FRANÇOIS.
Vorlage S. 542
1149
Hören Sie zu, Marquis, das sind ein paar witzige Jungen.
Vorlage S. 542
1150
MAURICE.
Vorlage S. 542
1151
Von einer Hochzeit.
Vorlage S. 542
1152
ETIENNE.
Vorlage S. 542
1153
Da muss man sich ein wenig putzen. Sonst sind gleich diese verdammten Geheimpolizisten hinter einem her.
Vorlage S. 542
1154
SCAEVOLA.
Vorlage S. 542
1155
Habt ihr wenigstens einen ordentlichen Fang gemacht?
Vorlage S. 542
1156
WIRT.
Vorlage S. 542
1157
Lasst sehen.
Vorlage S. 542
1158
MAURICE
Vorlage S. 542
1159
aus seinem Wams Uhren herausnehmend.
Vorlage S. 542
1160
Was gibst du mir dafür?
Vorlage S. 542
1161
WIRT.
Vorlage S. 542
1162
Für die da? Einen Louis!
Vorlage S. 542
1163
MAURICE.
Vorlage S. 542
1164
Freilich!
Vorlage S. 542
1165
SCAEVOLA.
Vorlage S. 542
1166
Sie ist nicht mehr wert!
Vorlage S. 542
1167
MICHETTE.
Vorlage S. 542
1168
Das ist ja eine Damenuhr. Gib sie mir, Maurice.
Vorlage S. 542
1169
MAURICE.
Vorlage S. 542
1170
Was gibst du mir dafür?
Vorlage S. 542
1171
MICHETTE.
Vorlage S. 542
1172
Sieh mich an! ... Genügt das? –
Vorlage S. 542
1173
FLIPOTTE.
Vorlage S. 542
1174
Nein, mir; – sieh mich an –
Vorlage S. 542
1175
MAURICE.
Vorlage S. 542
1176
Meine lieben Kinder, das kann ich haben, ohne meinen Kopf zu riskieren.
Vorlage S. 542
1177
MICHETTE.
Vorlage S. 542
1178
Du bist ein eingebildeter Affe.
Vorlage S. 542
1179
SEVERINE.
Vorlage S. 542
1180
Ich schwöre, dass das keine Komödie ist.
Vorlage S. 542
1181
ROLLIN.
Vorlage S. 542
1182
Freilich nicht, überall blitzt etwas wirkliches durch. Das ist ja das Entzückende.
Vorlage S. 542
1183
SCAEVOLA.
Vorlage S. 542
1184
Was war denn das für eine Hochzeit?
Vorlage S. 542
1185
MAURICE.
Vorlage S. 542
1186
Die Hochzeit des Fräuleins La Tremouille – sie hat den Grafen von Banville geheiratet.
Vorlage S. 542
1187
ALBIN.
Vorlage S. 543
1188
Hörst du, François? – Ich versichere dich, das sind wirkliche Spitzbuben.
Vorlage S. 543
1189
FRANÇOIS.
Vorlage S. 543
1190
Beruhige dich, Albin. Ich kenne die zwei. Ich hab' sie schon ein Dutzendmal spielen sehen. Ihre Spezialität ist die Darstellung von Taschendieben.
Vorlage S. 543
1191
Maurice zieht einige Geldbörsen aus seinem Wams.
Vorlage S. 543
1192
SCAEVOLA.
Vorlage S. 543
1193
Na, ihr könnt heut splendid sein.
Vorlage S. 543
1194
ETIENNE.
Vorlage S. 543
1195
Es war eine sehr prächtige Hochzeit. Der ganze Adel von Frankreich war da. Sogar der König hat sich vertreten lassen.
Vorlage S. 543
1196
ALBIN
Vorlage S. 543
1197
erregt.
Vorlage S. 543
1198
Alles das ist wahr!
Vorlage S. 543
1199
MAURICE
Vorlage S. 543
1200
läßt Geld über den Tisch rollen.
Vorlage S. 543
1201
Das ist für euch, meine Freunde, damit ihr seht, dass wir zusammen halten.
Vorlage S. 543
1202
FRANÇOIS.
Vorlage S. 543
1203
Requisiten, lieber Albin. Er steht auf und nimmt ein paar Münzen. Für uns fällt doch auch was ab.
Vorlage S. 543
1204
WIRT.
Vorlage S. 543
1205
Nimm nur ... so ehrlich hast du in deinem Leben nichts verdient!
Vorlage S. 543
1206
MAURICE
Vorlage S. 543
1207
hält ein Strumpfband, mit Diamanten besetzt, in der Luft.
Vorlage S. 543
1208
Und wem soll ich das schenken?
Vorlage S. 543
1209
Georgette, Michette, Flipotte haschen danach.
Vorlage S. 543
1210
MAURICE.
Vorlage S. 543
1211
Geduld, ihr süßen Mäuse, darüber sprechen wir noch. Das geb' ich der, die eine neue Zärtlichkeit erfindet.
Vorlage S. 543
1212
SEVERINE
Vorlage S. 543
1213
zu Rollin.
Vorlage S. 543
1214
Möchten Sie mir nicht erlauben, da mitzukonkurrieren?
Vorlage S. 543
1215
ROLLIN.
Vorlage S. 543
1216
Sie machen mich wahnsinnig, Séverine.
Vorlage S. 543
1217
MARQUIS.
Vorlage S. 543
1218
Séverine, wollen wir nicht gehen? Ich denke ...
Vorlage S. 543
1219
SEVERINE.
Vorlage S. 543
1220
O nein. Ich befinde mich vortrefflich. Zu Rollin. Ah, ich komm' in eine Stimmung –
Vorlage S. 543
1221
MICHETTE.
Vorlage S. 543
1222
Wie bist du nur zu dem Strumpfband gekommen?
Vorlage S. 543
1223
MAURICE.
Vorlage S. 543
1224
Es war ein solches Gedränge in der Kirche ... und wenn eine denkt, man macht ihr den Hof ...
Vorlage S. 543
1225
Alle lachen. Grain hat dem François seinen Geldbeutel gezogen.
Vorlage S. 543
1226
FRANÇOIS
Vorlage S. 543
1227
mit dem Gelde zu Albin.
Vorlage S. 543
1228
Lauter Spielmarken. Bist du jetzt beruhigt?
Vorlage S. 543
1229
Grain will sich entfernen.
Vorlage S. 543
1230
WIRT
Vorlage S. 543
1231
ihm nach; leise.
Vorlage S. 543
1232
Geben Sie mir sofort die Börse, die Sie diesem Herrn gezogen haben.
Vorlage S. 543
1233
GRAIN.
Vorlage S. 543
1234
Ich –
Vorlage S. 543
1235
WIRT.
Vorlage S. 543
1236
Auf der Stelle ... oder es geht Ihnen schlecht.
Vorlage S. 543
1237
GRAIN.
Vorlage S. 543
1238
Sie brauchen nicht grob zu werden. Gibt sie ihm.
Vorlage S. 543
1239
WIRT.
Vorlage S. 543
1240
Und hier geblieben. Ich hab' jetzt keine Zeit, Sie zu untersuchen. Wer weiß, was Sie noch eingesteckt haben. Gehen Sie wieder auf ihren Platz zurück.
Vorlage S. 543
1241
FLIPOTTE.
Vorlage S. 544
1242
Das Strumpfband werd' ich gewinnen.
Vorlage S. 544
1243
WIRT
Vorlage S. 544
1244
zu François; wirft ihm den Beutel zu.
Vorlage S. 544
1245
Da hast du deinen Geldbeutel. Du hast ihn aus der Tasche verloren.
Vorlage S. 544
1246
FRANÇOIS.
Vorlage S. 544
1247
Ich danke Ihnen, Prospère. Zu Albin. Siehst du, wir sind in Wirklichkeit unter den anständigsten Leuten von der Welt.
Vorlage S. 544
1248
Henri ist bereits längere Zeit dagewesen, hinten gesessen, steht plötzlich auf.
Vorlage S. 544
1249
ROLLIN.
Vorlage S. 544
1250
Henri, da ist Henri. –
Vorlage S. 544
1251
SEVERINE.
Vorlage S. 544
1252
Ist das der, von dem Sie mir so viel erzählt haben?
Vorlage S. 544
1253
MARQUIS.
Vorlage S. 544
1254
Freilich. Der, um dessentwillen man eigentlich hierherkommt.
Vorlage S. 544
1255
Henri tritt vor, ganz komödiantenhaft; schweigt.
Vorlage S. 544
1256
DIE SCHAUSPIELER.
Vorlage S. 544
1257
Henri, was hast du?
Vorlage S. 544
1258
ROLLIN.
Vorlage S. 544
1259
Beachten Sie den Blick. Eine Welt von Leidenschaft. Er spielt nämlich den Verbrecher aus Leidenschaft.
Vorlage S. 544
1260
SEVERINE.
Vorlage S. 544
1261
Das schätze ich sehr!
Vorlage S. 544
1262
ALBIN.
Vorlage S. 544
1263
Warum spricht er denn nicht?
Vorlage S. 544
1264
ROLLIN.
Vorlage S. 544
1265
Er ist wie entrückt. Merken Sie nur. Geben Sie acht ... er hat irgend eine fürchterliche Tat begangen.
Vorlage S. 544
1266
FRANÇOIS.
Vorlage S. 544
1267
Er ist etwas theatralisch. Es ist, wie wenn er sich zu einem Monolog vorbereiten würde.
Vorlage S. 544
1268
WIRT.
Vorlage S. 544
1269
Henri, Henri, woher kommst du?
Vorlage S. 544
1270
HENRI.
Vorlage S. 544
1271
Ich hab' einen umgebracht.
Vorlage S. 544
1272
ROLLIN.
Vorlage S. 544
1273
Was hab' ich gesagt?
Vorlage S. 544
1274
SCAEVOLA.
Vorlage S. 544
1275
Wen?
Vorlage S. 544
1276
HENRI.
Vorlage S. 544
1277
Den Liebhaber meiner Frau.
Vorlage S. 544
1278
Der Wirt sieht ihn an, bat in diesem Augenblick offenbar die Empfindung, es könnte wahr sein.
Vorlage S. 544
1279
HENRI
Vorlage S. 544
1280
schaut auf.
Vorlage S. 544
1281
Nun, ja, ich hab' es getan, was schaut ihr mich so an? Es ist nun einmal so. Ist es denn gar so verwunderlich? Ihr wisst doch alle, was meine Frau für ein Geschöpf ist; es hat so enden müssen.
Vorlage S. 544
1282
WIRT.
Vorlage S. 544
1283
Und sie – wo ist sie?
Vorlage S. 544
1284
FRANÇOIS.
Vorlage S. 544
1285
Sehen Sie, der Wirt geht drauf ein. Merken Sie, das macht die Sache so natürlich.
Vorlage S. 544
1286
Lärm draußen, nicht zu stark.
Vorlage S. 544
1287
JULES.
Vorlage S. 544
1288
Was ist das für ein Lärm da draußen?
Vorlage S. 544
1289
LANSAC.
Vorlage S. 545
1290
Hören Sie, Séverine?
Vorlage S. 545
1291
ROLLIN.
Vorlage S. 545
1292
Es klingt, wie wenn Truppen vorüberzögen.
Vorlage S. 545
1293
FRANÇOIS.
Vorlage S. 545
1294
Oh nein, das ist unser liebes Volk von Paris, hören Sie nur, wie sie gröhlen. Unruhe im Keller; draußen wird es still. Weiter, Henri, weiter.
Vorlage S. 545
1295
WIRT.
Vorlage S. 545
1296
So erzähl' uns doch, Henri! – Wo ist deine Frau? Wo hast du sie gelassen?
Vorlage S. 545
1297
HENRI.
Vorlage S. 545
1298
Ah, es ist mir nicht bang um sie. Sie wird nicht daran sterben. Ob der, ob der, was liegt den Weibern dran? Noch tausend andere schöne Männer laufen in Paris herum – ob der oder der –
Vorlage S. 545
1299
BALTHASAR.
Vorlage S. 545
1300
Möge es allen so gehn, die uns unsere Weiber nehmen.
Vorlage S. 545
1301
SCAEVOLA.
Vorlage S. 545
1302
Allen, die uns nehmen, was uns gehört.
Vorlage S. 545
1303
KOMMISSÄR
Vorlage S. 545
1304
zum Wirt.
Vorlage S. 545
1305
Das sind aufreizende Reden.
Vorlage S. 545
1306
ALBIN.
Vorlage S. 545
1307
Es ist erschreckend ... die Leute meinen es ernst.
Vorlage S. 545
1308
SCAEVOLA.
Vorlage S. 545
1309
Nieder mit den Wucherern von Frankreich! Wollen wir wetten, dass der Kerl, den er bei seiner Frau erwischt hat, wieder einer von den verfluchten Hunden war, die uns auch um unser Brot bestehlen.
Vorlage S. 545
1310
ALBIN.
Vorlage S. 545
1311
Ich schlage vor, wir gehn.
Vorlage S. 545
1312
SEVERINE.
Vorlage S. 545
1313
Henri! Henri!
Vorlage S. 545
1314
MARQUIS.
Vorlage S. 545
1315
Aber Marquise!
Vorlage S. 545
1316
SEVERINE.
Vorlage S. 545
1317
Bitte, lieber Marquis, fragen Sie den Mann, wie er seine Frau erwischt hat ... oder ich frag' ihn selbst.
Vorlage S. 545
1318
MARQUIS
Vorlage S. 545
1319
zögernd.
Vorlage S. 545
1320
Sagen Sie, Henri, wie ist es Ihnen denn gelungen, die zwei abzufassen?
Vorlage S. 545
1321
HENRI
Vorlage S. 545
1322
der lang in Sinnen versunken war.
Vorlage S. 545
1323
Kennt Ihr denn mein Weib? – Es ist das schönste und niedrigste Geschöpf unter der Sonne. – Und ich habe sie geliebt. – Sieben Jahre kennen wir uns ... aber erst seit gestern ist sie mein Weib. In diesen sieben Jahren war kein Tag, aber nicht ein Tag, an dem sie mich nicht belogen, denn alles an ihr lügt. Ihre Augen wie ihre Lippen, ihre Küsse und ihr Lächeln.
Vorlage S. 545
1324
FRANÇOIS.
Vorlage S. 545
1325
Er deklamiert ein wenig.
Vorlage S. 545
1326
HENRI.
Vorlage S. 545
1327
Jeder Junge und jeder Alte, jeder, der sie gereizt – und jeder, der sie bezahlt hat, ich denke, jeder, der sie wollte, hat sie gehabt – und ich hab' es gewusst!
Vorlage S. 545
1328
SEVERINE.
Vorlage S. 545
1329
Das kann nicht jeder von sich sagen.
Vorlage S. 545
1330
HENRI.
Vorlage S. 545
1331
Und dabei hat sie mich geliebt, meine Freunde, kann das einer von euch verstehen? Immer wieder ist sie zu mir zurückgekommen – von überall her wieder zu mir – von den Schönen und den Hässlichen – den Klugen und den Dummen, den Lumpen und den Kavalieren – immer wieder zu mir. –
Vorlage S. 545
1332
SEVERINE
Vorlage S. 546
1333
zu Rollin.
Vorlage S. 546
1334
Wenn ihr nur ahntet, dass eben dieses Zurückkommen die Liebe ist.
Vorlage S. 546
1335
HENRI.
Vorlage S. 546
1336
Was hab' ich gelitten ... Qualen, Qualen!
Vorlage S. 546
1337
ROLLIN.
Vorlage S. 546
1338
Es ist erschütternd!
Vorlage S. 546
1339
HENRI.
Vorlage S. 546
1340
Und gestern hab' ich sie geheiratet. Wir haben einen Traum gehabt. Nein – ich hab' einen Traum gehabt. Ich wollte mit ihr fort von hier. In die Einsamkeit, aufs Land, in den großen Frieden. Wie andere glückliche Ehepaare wollten wir leben – auch von einem Kind haben wir geträumt.
Vorlage S. 546
1341
ROLLIN
Vorlage S. 546
1342
leise.
Vorlage S. 546
1343
Séverine.
Vorlage S. 546
1344
SEVERINE.
Vorlage S. 546
1345
Nun ja, es ist schon gut.
Vorlage S. 546
1346
ALBIN.
Vorlage S. 546
1347
François, dieser Mensch spricht die Wahrheit.
Vorlage S. 546
1348
FRANÇOIS.
Vorlage S. 546
1349
Gewiss, diese Liebesgeschichte ist wahr, aber es handelt sich um die Mordgeschichte.
Vorlage S. 546
1350
HENRI.
Vorlage S. 546
1351
Ich hab' mich um einen Tag verspätet ..., sie hatte noch einen vergessen, sonst – glaub' ich – hat ihr keiner mehr gefehlt ... aber ich hab' sie zusammen erwischt ... und er ist hin.
Vorlage S. 546
1352
DIE SCHAUSPIELER.
Vorlage S. 546
1353
Wer? ... Wer? Wie ist es geschehen? ... Wo liegt er? – Wirst du verfolgt? ... Wie ist es geschehen? ... Wo ist sie?
Vorlage S. 546
1354
HENRI
Vorlage S. 546
1355
immer erregter.
Vorlage S. 546
1356
Ich hab' sie begleitet ... ins Theater ... zum letzten Male sollt' es heute sein ... ich hab' sie geküsst ... an der Tür – und sie ist hinauf in ihre Garderobe und ich bin fortgegangen wie einer, der nichts zu furchten hat. – Aber schon nach hundert Schritten hat's begonnen ... in mir ... versteht ihr mich ... eine ungeheure Unruhe ... und es war, als zwänge mich irgendwas, umzukehren ... und ich bin umgekehrt und hingegangen. Aber da hab' ich mich geschämt und bin wieder fort ... und wieder war ich hundert Schritt weit vom Theater ... da hat es mich gepackt ... und wieder bin ich zurück. Ihre Szene war zu Ende ... sie hat ja nicht viel zu tun, steht nur eine Weile auf der Bühne, halbnackt – und dann ist sie fertig ... ich stehe vor ihrer Garderobe, ich lehne mein Ohr an die Tür und höre flüstern. Ich kann kein Wort unterscheiden ... das Flüstern verstummt ... ich stoße die Tür auf ... Er brüllt wie ein wildes Tier. – es war der Herzog von Cadignan und ich hab' ihn ermordet. –
Vorlage S. 546
1357
WIRT
Vorlage S. 546
1358
der endlich für wahr hält.
Vorlage S. 546
1359
Wahnsinniger!
Vorlage S. 546
1360
Henri schaut auf, siebt den Wirt starr an.
Vorlage S. 546
1361
SEVERINE.
Vorlage S. 547
1362
Bravo! bravo!
Vorlage S. 547
1363
ROLLIN.
Vorlage S. 547
1364
Was tun Sie, Marquise? Im Augenblick, wo Sie Bravo! rufen, machen Sie das alles wieder zum Theater – und das angenehme Gruseln ist vorbei.
Vorlage S. 547
1365
MARQUIS.
Vorlage S. 547
1366
Ich finde das Gruseln nicht so angenehm. Applaudieren wir, meine Freunde, nur so können wir uns von diesem Banne befreien.
Vorlage S. 547
1367
WIRT
Vorlage S. 547
1368
zu Henri, während des Lärms.
Vorlage S. 547
1369
Rette dich, flieh, Henri!
Vorlage S. 547
1370
HENRI.
Vorlage S. 547
1371
Was? Was?
Vorlage S. 547
1372
WIRT.
Vorlage S. 547
1373
Lass es jetzt genug sein und mach', dass du fortkommst!
Vorlage S. 547
1374
FRANÇOIS.
Vorlage S. 547
1375
Ruhe! ... Hören wir, was der Wirt sagt!
Vorlage S. 547
1376
WIRT
Vorlage S. 547
1377
nach kurzer Überlegung.
Vorlage S. 547
1378
Ich sag' ihm, dass er fort soll, bevor die Wachen an den Toren der Stadt verständigt sind. Der schöne Herzog war ein Liebling des Königs – sie rädern dich! Hättest du doch lieber die Kanaille, dein Weib, erstochen!
Vorlage S. 547
1379
FRANÇOIS.
Vorlage S. 547
1380
Was für ein Zusammenspiel ... Herrlich!
Vorlage S. 547
1381
HENRI.
Vorlage S. 547
1382
Prospère, wer von uns ist wahnsinnig, du oder ich? – Er steht da und versucht in den Augen des Wirts zu lesen.
Vorlage S. 547
1383
ROLLIN.
Vorlage S. 547
1384
Es ist wunderbar, wir alle wissen, dass er spielt, und doch, wenn der Herzog von Cadignan jetzt hereinträte, er würde uns erscheinen wie ein Gespenst. Lärm draußen – immer stärker. Es kommen Leute herein, man hört schreien. Ganz an ihrer Spitze Grasset, andere, unter ihnen Lebrêt, drängen über die Stiege nach. Man hört Rufe: Freiheit, Freiheit!
Vorlage S. 547
1385
GRASSET.
Vorlage S. 547
1386
Hier sind wir, Kinder, da herein!
Vorlage S. 547
1387
ALBIN.
Vorlage S. 547
1388
Was ist das? Gehört das dazu?
Vorlage S. 547
1389
FRANÇOIS.
Vorlage S. 547
1390
Nein.
Vorlage S. 547
1391
MARQUIS.
Vorlage S. 547
1392
Was soll das bedeuten?
Vorlage S. 547
1393
SEVERINE.
Vorlage S. 547
1394
Was sind das für Leute?
Vorlage S. 547
1395
GRASSET.
Vorlage S. 547
1396
Hier herein! Ich sag' es euch, mein Freund Prospère hat immer noch ein Faß Wein übrig,
Vorlage S. 547
1397
Lärm von der Straße.
Vorlage S. 547
1398
und wir haben's verdient!
Vorlage S. 547
1399
Freund! Bruder! Wir haben sie, wir haben sie!
Vorlage S. 547
1400
RUFE DRAUSSEN.
Vorlage S. 547
1401
Freiheit! Freiheit!
Vorlage S. 547
1402
SEVERINE.
Vorlage S. 547
1403
Was gibt's?
Vorlage S. 547
1404
MARQUIS.
Vorlage S. 547
1405
Entfernen wir uns, entfernen wir uns, der Pöbel rückt an.
Vorlage S. 547
1406
ROLLIN.
Vorlage S. 547
1407
Wie wollen Sie sich entfernen?
Vorlage S. 547
1408
GRASSET.
Vorlage S. 547
1409
Sie ist gefallen, die Bastille ist gefallen!
Vorlage S. 547
1410
WIRT.
Vorlage S. 548
1411
Was sagst du? – Spricht er die Wahrheit?
Vorlage S. 548
1412
GRASSET.
Vorlage S. 548
1413
Hörst du nicht?
Vorlage S. 548
1414
Albin will den Degen ziehen.
Vorlage S. 548
1415
FRANÇOIS.
Vorlage S. 548
1416
Lass das jetzt, sonst sind wir alle verloren.
Vorlage S. 548
1417
GRASSET
Vorlage S. 548
1418
torkelt über die Stiege herein.
Vorlage S. 548
1419
Und wenn ihr euch beeilt, könnt ihr noch draußen was Lustiges sehen ... auf einer sehr hohen Stange den Kopf unseres teueren Delaunay.
Vorlage S. 548
1420
MARQUIS.
Vorlage S. 548
1421
Ist der Kerl verrückt?
Vorlage S. 548
1422
RUFE.
Vorlage S. 548
1423
Freiheit! Freiheit!
Vorlage S. 548
1424
GRASSET.
Vorlage S. 548
1425
Einem Dutzend haben wir die Köpfe abgeschlagen, die Bastille gehört uns, die Gefangenen sind frei! Paris gehört dem Volke!
Vorlage S. 548
1426
WIRT.
Vorlage S. 548
1427
Hört ihr! Hört ihr! Paris gehört uns!
Vorlage S. 548
1428
GRASSET.
Vorlage S. 548
1429
Seht, wie er jetzt Mut kriegt. Ja, schrei nur, Prospère, jetzt kann dir nichts mehr geschehn.
Vorlage S. 548
1430
WIRT
Vorlage S. 548
1431
zu den Adligen.
Vorlage S. 548
1432
Was sagt ihr dazu? Ihr Gesindel! Der Spaß ist zu Ende.
Vorlage S. 548
1433
ALBIN.
Vorlage S. 548
1434
Hab' ich's nicht gesagt?
Vorlage S. 548
1435
WIRT.
Vorlage S. 548
1436
Das Volk von Paris hat gesiegt.
Vorlage S. 548
1437
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 548
1438
Ruhe! – Man lacht. Ruhe! ... Ich untersage die Fortsetzung der Vorstellung!
Vorlage S. 548
1439
GRASSET.
Vorlage S. 548
1440
Wer ist der Tropf?
Vorlage S. 548
1441
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 548
1442
Prospère, ich mache Sie verantwortlich für alle die aufreizenden Reden –
Vorlage S. 548
1443
GRASSET.
Vorlage S. 548
1444
Ist der Kerl verrückt?
Vorlage S. 548
1445
WIRT.
Vorlage S. 548
1446
Der Spaß ist zu Ende, begreift Ihr nicht? Henri, so sag's ihnen doch, jetzt darfst du's ihnen sagen! Wir schützen dich ... das Volk von Paris schützt dich.
Vorlage S. 548
1447
GRASSET.
Vorlage S. 548
1448
Ja, das Volk von Paris.
Vorlage S. 548
1449
Henri steht stieren Blicks da.
Vorlage S. 548
1450
WIRT.
Vorlage S. 548
1451
Henri hat den Herzog von Cadignan wirklich ermordet.
Vorlage S. 548
1452
ALBIN, FRANÇOIS, MARQUIS. Was sagt er da?
Vorlage S. 548
1453
ALBIN
Vorlage S. 548
1454
und andere.
Vorlage S. 548
1455
Was bedeutet das alles, Henri?
Vorlage S. 548
1456
FRANÇOIS.
Vorlage S. 548
1457
Henri, sprechen Sie doch!
Vorlage S. 548
1458
WIRT.
Vorlage S. 548
1459
Er hat ihn bei seiner Frau gefunden – und er hat ihn umgebracht.
Vorlage S. 548
1460
HENRI.
Vorlage S. 548
1461
Es ist nicht wahr!
Vorlage S. 548
1462
WIRT.
Vorlage S. 548
1463
Jetzt brauchst du dich nicht mehr zu furchten, jetzt kannst du's in die Welt hinausschrein. Ich hätte dir schon vor einer Stunde sagen können, dass sie die Geliebte des Herzogs ist. Bei Gott, ich bin nahe daran gewesen, dir's zu sagen ... Sie schreiender Bimsstein, nicht wahr, wir haben's gewusst?
Vorlage S. 548
1464
HENRI.
Vorlage S. 549
1465
Wer hat sie gesehn? Wo hat man sie gesehn?
Vorlage S. 549
1466
WIRT.
Vorlage S. 549
1467
Was kümmert dich das jetzt! Er ist ja verrückt ... du hast ihn umgebracht, mehr kannst du doch nicht tun.
Vorlage S. 549
1468
FRANÇOIS.
Vorlage S. 549
1469
Um Himmels willen, so ist es wirklich wahr oder nicht?
Vorlage S. 549
1470
WIRT.
Vorlage S. 549
1471
Ja, es ist wahr!
Vorlage S. 549
1472
GRASSET.
Vorlage S. 549
1473
Henri – du sollst von nun an mein Freund sein. Es lebe die Freiheit! Es lebe die Freiheit!
Vorlage S. 549
1474
FRANÇOIS.
Vorlage S. 549
1475
Henri, reden Sie doch!
Vorlage S. 549
1476
HENRI.
Vorlage S. 549
1477
Sie war seine Geliebte? Sie war die Geliebte des Herzogs? Ich hab' es nicht gewusst ... er lebt ... er lebt. –
Vorlage S. 549
1478
Ungeheure Bewegung.
Vorlage S. 549
1479
SEVERINE
Vorlage S. 549
1480
zu den anderen.
Vorlage S. 549
1481
Nun, wo ist jetzt die Wahrheit?
Vorlage S. 549
1482
ALBIN.
Vorlage S. 549
1483
Um Gotteswillen!
Vorlage S. 549
1484
Der Herzog drängt sich durch die Masse auf der Stiege.
Vorlage S. 549
1485
SEVERINE
Vorlage S. 549
1486
die ihn zuerst sieht.
Vorlage S. 549
1487
Der Herzog!
Vorlage S. 549
1488
EINIGE.
Vorlage S. 549
1489
Der Herzog!
Vorlage S. 549
1490
HERZOG.
Vorlage S. 549
1491
Nun ja, was gibt's denn?
Vorlage S. 549
1492
WIRT.
Vorlage S. 549
1493
Ist es ein Gespenst?
Vorlage S. 549
1494
HERZOG.
Vorlage S. 549
1495
Nicht dass ich wüsste! Lasst mich da herüber!
Vorlage S. 549
1496
ROLLIN.
Vorlage S. 549
1497
Was wetten wir, dass alles arrangiert ist? Die Kerls da gehören zur Truppe von Prospère. Bravo, Prospère, das ist dir gelungen!
Vorlage S. 549
1498
HERZOG.
Vorlage S. 549
1499
Was gibt's? Spielt man hier noch, während draußen ... Weiß man denn nicht, was da draußen für Dinge vorgehen? Ich habe den Kopf Delaunays auf einer Stange vorbeitragen sehen. Ja, was schaut ihr mich denn so an – Tritt herunter. Henri –
Vorlage S. 549
1500
FRANÇOIS.
Vorlage S. 549
1501
Hüten Sie sich vor Henri.
Vorlage S. 549
1502
Henri stürzt wie ein Wütender auf den Herzog und stößt ihm den Dolch in den Hals.
Vorlage S. 549
1503
KOMMISSÄR
Vorlage S. 549
1504
steht auf.
Vorlage S. 549
1505
Das geht zu weit! –
Vorlage S. 549
1506
ALBIN.
Vorlage S. 549
1507
Er blutet!
Vorlage S. 549
1508
ROLLIN.
Vorlage S. 549
1509
Hier ist ein Mord geschehen!
Vorlage S. 549
1510
SEVERINE.
Vorlage S. 549
1511
Der Herzog stirbt!
Vorlage S. 549
1512
MARQUIS.
Vorlage S. 549
1513
Ich bin fassungslos, liebe Séverine, dass ich Sie gerade heute in dieses Lokal bringen musste!
Vorlage S. 549
1514
SEVERINE.
Vorlage S. 549
1515
Warum? Mühsam. Es trifft sich wunderbar. Man sieht nicht alle Tage einen wirklichen Herzog wirklich ermorden.
Vorlage S. 549
1516
ROLLIN.
Vorlage S. 550
1517
Ich fasse es noch nicht.
Vorlage S. 550
1518
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 550
1519
Ruhe! – Keiner verlasse das Lokal! –
Vorlage S. 550
1520
GRASSET.
Vorlage S. 550
1521
Was will der??
Vorlage S. 550
1522
KOMMISSÄR.
Vorlage S. 550
1523
Ich verhafte diesen Mann im Namen des Gesetzes.
Vorlage S. 550
1524
GRASSET
Vorlage S. 550
1525
lacht.
Vorlage S. 550
1526
Die Gesetze machen wir, ihr Dummköpfe! Hinaus mit dem Gesindel! Wer einen Herzog umbringt, ist ein Freund des Volkes. Es lebe die Freiheit!
Vorlage S. 550
1527
ALBIN
Vorlage S. 550
1528
zieht den Degen.
Vorlage S. 550
1529
Platz gemacht! Folgen Sie mir, meine Freunde!
Vorlage S. 550
1530
Léocadie stürzt herein, über die Stufen.
Vorlage S. 550
1531
RUFE.
Vorlage S. 550
1532
Léocadie!
Vorlage S. 550
1533
ANDERE.
Vorlage S. 550
1534
Seine Frau!
Vorlage S. 550
1535
LEOCADIE.
Vorlage S. 550
1536
Lasst mich hier herein! Ich will zu meinem Mann! Sie kommt nach vorne, sieht, schreit auf. Wer hat das getan? Henri!
Vorlage S. 550
1537
Henri schaut sie an.
Vorlage S. 550
1538
LEOCADIE.
Vorlage S. 550
1539
Warum hast du das getan?
Vorlage S. 550
1540
HENRI.
Vorlage S. 550
1541
Warum?
Vorlage S. 550
1542
LEOCADIE.
Vorlage S. 550
1543
Ja, ja, ich weiß warum. Meinetwegen. Nein, nein, sag' nicht meinetwegen. Soviel bin ich mein Lebtag nicht wert gewesen.
Vorlage S. 550
1544
GRASSET
Vorlage S. 550
1545
beginnt eine Rede.
Vorlage S. 550
1546
Bürger von Paris, wir wollen unsern Sieg feiern. Der Zufall hat uns auf dem Weg durch die Straßen von Paris zu diesem angenehmen Wirt geführt. Es hat sich nicht schöner treffen können. Nirgends kann der Ruf: »Es lebe die Freiheit!« schöner klingen, als an der Leiche eines Herzogs.
Vorlage S. 550
1547
RUFE.
Vorlage S. 550
1548
Es lebe die Freiheit! Es lebe die Freiheit!
Vorlage S. 550
1549
FRANÇOIS.
Vorlage S. 550
1550
Ich denke, wir gehen – das Volk ist wahnsinnig geworden. Gehn wir.
Vorlage S. 550
1551
ALBIN.
Vorlage S. 550
1552
Sollen wir ihnen die Leiche hier lassen?
Vorlage S. 550
1553
SEVERINE.
Vorlage S. 550
1554
Es lebe die Freiheit! Es lebe die Freiheit!
Vorlage S. 550
1555
MARQUIS.
Vorlage S. 550
1556
Sind Sie verrückt?
Vorlage S. 550
1557
DIE BÜRGER, DIE SCHAUSPIELER.
Vorlage S. 550
1558
Es lebe die Freiheit! Es lebe die Freiheit!
Vorlage S. 550
1559
SEVERINE
Vorlage S. 550
1560
an der Spitze der Adligen, dem Ausgange zu.
Vorlage S. 550
1561
Rollin, warten Sie heut Nacht vor meinem Fenster. Ich werfe den Schlüssel hinunter wie neulich – wir wollen eine schöne Stunde haben – ich fühle mich angenehm erregt.
Vorlage S. 550
1562
Rufe: Es lebe die Freiheit! Es lebe Henri! Es lebe Henri!
Vorlage S. 550
1563
LEBRET.
Vorlage S. 551
1564
Schaut die Kerle an – sie laufen uns davon.
Vorlage S. 551
1565
GRASSET.
Vorlage S. 551
1566
Lasst sie für heute – lasst sie. – Sie werden uns nicht entgehen.
Vorlage S. 551
1567
Vorhang.
Vorlage S. 551

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich mache dich aufmerksam, dass das, was ich eben sagte, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Er liest wie schon früher in einem Notizbuch nach. – nicht nur unsittlich, was uns wenig genieren würde, sondern auch höchst […] zu wirken geeignet sind – was in einer so erregten Epoche, wie die ist, in der wir leben, der Behörde durchaus nicht gleichgültig sein kann.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Hast du dein Weib mitgebracht, weil sie dir zu Haus nicht sicher genug ist?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Sie setzt sich auf den Schoß Albins.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Die ist in Wirklichkeit die Frau von diesem Balthasar, von dem sie eben spricht und der sehr bald kommen wird. – Sie stellt eine ganz gemeine Straßendirne dar, Balthasar ihren Zuhälter.« B: »Aber wir lassen sie reden; es ist das beste, was man tun kann; im Grunde sind es gute Leute, man muss sie auf diese Weise austoben lassen.« C: »Sie haben sich ein Wirtsgeschäft eingerichtet?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und außerdem sind wir heute schon …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Das ist einer meiner […] Darsteller.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Der, um dessentwillen man eigentlich hierherkommt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich hätte dir schon vor einer Stunde sagen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Ein nicht großer Kellerraum, zu welchem rechts – ziemlich weit hintensieben Stufen führen, die nach oben durch eine Tür abgeschlossen sind. Eine zweite Tür, welche kaum sichtbar ist, befindet sich im […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Die Häuser müssen alle dran. Noch drei Kerle wie ich, und es gibt keine Richter mehr in Paris!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Tag, aber nicht ein Tag, an dem sie mich nicht belogen, denn alles an ihr lügt. Ihre Augen wie ihre Lippen, ihre Küsse und ihr Lächeln.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »O, Séverine, ich fürchte immer – es gibt sogar Momente, wo Ihnen Ihr eigener Mann gefährlich ist.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »So sagen Sie mir wenigstens, dass Sie mich lieben.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Es wächst bald kein Korn mehr in ganz Frankreich. Du gehst ins sichere Elend.« und »Ist das eine von denen, die spielt oder ... ich kenne mich gar nicht aus.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Lasst sie für heute – lasst sie. – Sie werden uns nicht entgehen.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Ein nicht großer Kellerraum, zu welchem rechts – ziemlich weit hintensieben Stufen führen, die nach oben […]« / »Laßt sie für heute – laßt sie. – Sie werden uns nicht entgehen.«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Hier herein, Lebrêt; die Quelle kenn' ich.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Wie hat er das gemeint, dass Sie zu glücklich sind?«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Lasst sie für heute – lasst sie. – Sie werden uns nicht entgehen.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Der grüne Kakadu von Schnitzler, Arthur ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Der grüne Kakadu

Arthur Schnitzler: Die Dramatischen Werke. Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag, 1962. Schnitzler, Arthur 515- Frankfurt a.M.

Das Werk Der grüne Kakadu von Schnitzler, Arthur ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.