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Buch - Der goldene Spiegel - Wieland, Christoph Martin

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Originalwerk · Lesefassung

Der goldene Spiegel

Wieland, Christoph Martin · 1772

Die Geschichte eines erfundenen Reiches wird zum Spiegel guter und schlechter Herrschaft. Erzählrahmen, Staatsentwürfe und satirische Episoden stellen Macht, Vernunft und gesellschaftliches Glück zur Diskussion.

Philosophischer RomanKlasse 11–1338 Abschnitte
Historisches Bildnis von Christoph Martin Wieland
Historisches Bildnis von Christoph Martin Wieland — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Ferdinand Jagemann · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.
  • Für die begleitete Analyse in der Oberstufe; je nach Werk werden Gewalt, Sexualität, Krankheit oder historische Diskriminierung thematisiert.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 38

Zueignungsschrift des sinesischen Übersetzers an den Kaiser Tai-Tsu

1
Zueignungsschrift des sinesischen Übersetzers an den Kaiser Tai-Tsu
Vorlage S. 7
2
Glorwürdigster Sohn des Himmels!
Vorlage S. 7
3
Ihrer Majestät lebhaftestes Verlangen ist Ihre Völker glücklich zu sehen. Dies ist das einzige Ziel Ihrer unermüdeten Bemühungen; es ist der große Gegenstand Ihrer Beratschlagungen, der Inhalt Ihrer Gesetze und Befehle, die Seele aller löblichen Unternehmungen, die Sie anfangen und – ausführen, und das, was Sie von allem Bösen abhält, welches Sie nach dem Beispiel andrer Großen der Welt tun könnten, und – nicht tun.
Vorlage S. 7
4
Wie glücklich müssten Sie selbst sein, Bester der Könige, wenn es gleich leicht wäre, ein Volk glücklich zu wünschen, und es glücklich zumachen! wenn Sie, wie der König des Himmels, nur wollen dürften, um zu vollbringen, nur sprechen, um Ihre Gedanken in Werke verwandelt zu sehen!
Vorlage S. 7
5
Aber wie unglücklich würden Sie vielleicht auch sein, wenn Sie wissen sollten, in welcher Entfernung, bei allen Ihren Bemühungen, die Ausführung hinter Ihren Wünschen zurück bleibt! Die unzählige Menge der Gehilfen von so mancherlei Klassen, Ordnungen und Arten, unter welche Sie genötiget sind Ihre Macht zu verteilen, weil auch den unumschränktesten Monarchen die Menschheit Schranken setzt; die Notwendigkeit, sich beinahe in allem auf die Werkzeuge Ihrer wohltätigen Wirksamkeit verlassen zu müssen, macht Sie – erschrecken Sie nicht vor einer unangenehmen aber heilsamen Wahrheit! – macht Sie zum abhänglichsten aller Bewohner Ihres unermesslichen Reiches. Nur zu oft steht es in der Gewalt eines Ehrgeizigen, eines Heuchlers, eines Rachgierigen, eines Unersättlichen, – doch, wozu häufe ich die Namen der Leidenschaften und Laster, da ich sie alle in Einem Worte zusammen fassen kann? eines Menschen – in Ihrem geheiligten Namen gerade das Gegenteil von Ihrem Willen zu tun! An jedem Tage, in jeder Stunde, beinahe dürft ich sagen in jedem Augenblick Ihrer Regierung, wird in dem weiten Umfang Ihrer zahlreichen Provinzen irgend eine Ungerechtigkeit ausgeübt, ein Gesetz verdreht, ein Befehl übertrieben oder ihm ausgewichen, ein Unschuldiger unterdrückt, ein Waise beraubt, ein Verdienstloser befördert, ein Bösewicht geschützt, die Tugend abgeschreckt, das Laster aufgemuntert.
Vorlage S. 7
6
Was für ein Ausdruck von Entsetzen würde mir aus den Blicken Ihrer Höflinge entgegen starren, wenn sie mich so verwegen reden hörten! Wie sollt es möglich sein, dass unter einem so guten Fürsten das Laster sein Haupt so kühn empor heben, und ungestraft so viel Böses tun dürfte? Die bloße Voraussetzung einer solchen Möglichkeit scheint eine Beleidigung Ihres Ruhmes, eine Beschimpfung Ihrer glorreichen Regierung zu sein. – Vergeben Sie, Gnädigster Oberherr! Ungestraft, aber nicht öffentlich und triumphierend, hebt das Laster sein Haupt empor; denn das Angesicht, das es zeigt, ist nicht sein eigenes; es nimmt die Gestalt der Gerechtigkeit, der Gnade, des Eifers für Religion und Sitten, der Wohlmeinung mit dem Fürsten und dem Staate, kurz die Gestalt jeder Tugend an, von welcher es der ewige Feind und Zerstörer ist. Seine Geschicklichkeit in dieser Zauberkunst ist unerschöpflich, und kaum ist es möglich, dass die Weisheit des besten Fürsten sich gegen ihre Täuschungen hinlänglich verwahren könnte. Ihre Majestät glaubten vielleicht das Urteil eines Übeltäters zu unterschreiben, und unterschrieben den Sturz eines Tugendhaften, dessen Verdienste sein einziges Verbrechen waren. Sie glaubten einen ehrlichen Mann zu befördern, und beförderten einen schändlichen Gleisner. Doch, dies sind Wahrheiten, wovon Sie nur zu sehr überzeugt sind. Sie beklagen das unglückliche Los Ihres Standes. Wem soll man glauben? Tugend und Laster, Wahrheit und Betrug haben einerlei Gesicht, reden einerlei Sprache, tragen einerlei Farbe; ja, der feine Betrüger (das schädlichste unter allen schädlichen Geschöpfen) weiß das äußerliche Ansehen gesunder Grundsätze und untadeliger Sitten gemeiniglich besser zu behaupten als der redliche Mann. Jener ist es, der die Kunst ausgelernt hat, seine Leidenschaften in die innersten Höhlen seines schwarzen Herzens zu verschließen, der am besten schmeicheln, am behendesten sich jeder Vorteile bedienen kann, die ihm die schwache Seite seines Gegenstandes zeigt. Seine Gefälligkeit, seine Selbstverleugnung, seine Tugend, seine Religion kostet ihm nichts; denn sie ist nur auf seinen Lippen, und in den äußerlichen Bewegungen, die sein Inwendiges verbergen: er hält sich reichlich für seine Verstellung entschädiget, indem er unter dieser Maske jeder bösartigen Leidenschaft genug tun, jeden niederträchtigen Anschlag ausführen, und mit einer ehernen Stirne noch Belohnung für seine Übeltaten fodern kann. Ist es zu verwundern, o Sohn des Himmels, dass so viele sind, die alle andere Talente verabsäumen, alle rechtmäßige und edle Wege zu Ansehen und Glück vorbei gehen, und mit aller ihrer Fähigkeit allein dahin sich bestreben, es in der Kunst zu betrügen zur Vollkommenheit zu bringen?
Vorlage S. 7
7
Aber wie? Sollte der Fürst, der die Wahrheit liebt, wiewohl auf allen Seiten mit Larven und Blendwerken umgeben, verzweifeln müssen, jemals ihr unverfälschtes Antlitz von dem geschminkten Betrug unterscheiden zu können? Das verhüte der Himmel! Wer die Wahrheit aufrichtig liebt (und was kann ohne sie liebenswürdig sein?), wer auch als dann sie liebt, wenn sie nicht schmeichelt, der hat nur geübte Augen vonnöten, um ihre feineren Züge zu unterscheiden, welche selten so gut nachgemacht werden können, dass die Kunst sich nicht verraten sollte. Und um diese geübten Augen zu bekommen – ohne welche das beste Herz uns nur desto gewisser und öfter der arglistigen Verführung in die Hände liefert –, ist kein bewährteres Mittel, als die Geschichte der Weisheit und der Torheit, der Meinungen und der Leidenschaften, der Wahrheit und des Betrugs, in den Jahrbüchern des menschlichen Geschlechts auszuforschen. In diesen getreuen Spiegeln erblicken wir Menschen, Sitten und Zeiten, entblößt von allem demjenigen, was unser Urteil zu verfälschen pflegt, wenn wir selbst in das verwickelte Gewebe des gegenwärtigen Schauspiels eingeflochten sind. Oder, wofern auch Einfalt oder List, Leidenschaften oder Vorurteile geschäftig gewesen sind uns zu hintergehen: so ist nichts leichter, als den falsch gefärbten Duft wegzuwischen, womit sie die wahre Farbe der Gegenstände überzogen haben.
Vorlage S. 8
Historisches Bildnis von Christoph Martin Wieland
Kontextbild zum Werk. Historisches Bildnis von Christoph Martin Wieland — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Ferdinand Jagemann · Public domain Bildquelle ↗
8
Die echtesten Quellen der Geschichte der menschlichen Torheiten sind die Schriften derjenigen, welche die eifrigsten Beförderer dieser Torheiten waren. Der Missbrauch, den sie von der Bedeutung der Wörter machen, betrügt unser Urteil nicht: sie mögen immer hin widersinnige Dinge mit der gelassensten Ernsthaftigkeit erzählen, selbst noch so stark davon überzeugt sein, oder überzeugt zu sein scheinen; dies hindert uns nicht, lächerlich zu finden was den allgemeinen Menschenverstand zum Toren machen will. Immerhin mag ein von sich selbst betrogener Schwärmer die Natur der sittlichen Dinge verkehren wollen, und lasterhafte, ungerechte, unmenschliche Handlungen löblich, heroisch, göttlich nennen, rechtmäßige und unschuldige hingegen mit den verhaßtesten Namen belegen: nach Verfluß einiger Jahrhunderte kostet es keine Mühe, durch den magischen Nebel, der den Schwärmer blendete, hindurch zu sehen. Kon-Fu-Tsee könnte ihm ein Betrüger, und Lao-Kiun ein weiser Mann heißen: sein Urteil würde die Natur der Sache, und die Eindrücke, welche sie auf eine unbefangene Seele machen muss, nicht ändern; der Charakter und die Handlungen dieser Männer würden uns belehren, was wir von ihnen zu halten hätten.
Vorlage S. 8
9
Aus diesem Grund empfehlen uns die ehrwürdigen Lehrer unsrer Nation die Geschichte der ältern Zeiten als die beste Schule der Sittenlehre und der Staatsklugheit, als die lauterste Quelle dieser erhabenen Philosophie, welche ihre Schüler weise und unabhängig macht, und, indem sie das was die menschlichen Dinge scheinen von dem was sie sind, ihren eingebildeten Wert von dem wirklichen, ihr Verhältnis gegen das allgemeine Beste von ihrer Beziehung auf den besondern Eigennutz der Leidenschaften, unterscheiden lehrt, uns ein untrügliches Mittel wider Selbstbetrug und Ansteckung mit fremder Torheit darbietet; einer Philosophie, in welcher niemand ohne Nachteil ganz ein Fremdling sein kann, aber welche, in vorzüglichem Verstande, die Wissenschaft der Könige ist.
Vorlage S. 9
10
Überzeugt von dieser Wahrheit widmen Sie, Bester der Könige, einen Teil der Stunden, welche die unmittelbare Ausübung Ihres verehrungswürdigen Amtes Ihnen übrig lässt, der nützlichen und ergetzenden Beschäftigung, Sich mit den Merkwürdigkeiten der vergangenen Zeiten bekannt zu machen, die Veränderungen der Staaten in den Menschen, die Menschen in ihren Handlungen, die Handlungen in den Meinungen und Leidenschaften, und in dem Zusammenhang aller dieser Ursachen den Grund des Glückes und des Elendes der menschlichen Gattung zu erforschen.
Vorlage S. 9
11
Irre ich nicht, so ist die Geschichte der Könige von Scheschian, welche ich hier zu Ihrer Majestät Füßen lege, nicht ganz unwürdig, unter die ernsthaften Ergetzungen aufgenommen zu werden, bei welchen Ihr niemals untätiger Geist von der Ermüdung höherer Geschäfte auszuruhen pflegt. Große, dem ganzen Menschengeschlecht angelegene Wahrheiten, merkwürdige Zeitpunkte, lehrreiche Beispiele, und eine getreue Abschilderung der Irrungen und Ausschweifungen des menschlichen Verstandes und Herzens, scheinen mir diese Geschichte vor vielen andern ihrer Art auszuzeichnen, und ihr den Titel zu verdienen, womit das hohe Ober-Polizei-Gericht von Sina sie beehrt hat; eines Spiegels, worin sich die natürlichen Folgen der Weisheit und der Torheit in einem so starken Lichte, mit so deutlichen Zügen und mit so warmen Farben darstellen, dass derjenige in einem seltenen Grade weise und gut – oder töricht und verdorben sein müsste, der durch den Gebrauch desselben nicht weiser und besser sollte werden können.
Vorlage S. 9
12
Hingerissen von der Begierde, den Augenblick von Dasein, den uns die Natur auf diesem Schauplatze bewilliget, wenigstens mit einem Merkmale meines guten Willens für meine Nebengeschöpfe zu bezeichnen, hab ich mich der Arbeit unterzogen, dieses merkwürdige Stück alter Geschichte aus der indischen Sprache in die unsrige überzutragen; und in dieses Bewusstsein einer redlichen Gesinnung eingehüllt, überlaß ich dieses Buch und mich selbst dem Schicksale, dessen Unvermeidlichkeit mehr Tröstendes als Schreckendes für den Weisen hat; ruhig unter dem Schutz eines Königs, der die Wahrheit liebt und die Tugend ehrt, glücklich durch die Freundschaft der Besten unter meinen Zeitgenossen, und so gleichgültig, als es ein Sterblicher sein kann, gegen – – – 1
Vorlage S. 9

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Die unzählige Menge der Gehilfen von so mancherlei Klassen, Ordnungen und Arten, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »ein Befehl übertrieben oder ihm ausgewichen, ein Unschuldiger unterdrückt, ein Waise beraubt, ein […] befördert, ein Bösewicht geschützt, die Tugend abgeschreckt, das Laster aufgemuntert«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

4. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Jener ist es, der die Kunst ausgelernt hat, seine […] in die innersten Höhlen seines schwarzen Herzens zu verschließen, der am besten schmeicheln, am behendesten sich jeder Vorteile bedienen kann, die ihm die schwache Seite seines Gegenstandes zeigt.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wer die Wahrheit aufrichtig liebt (und was kann ohne sie […] sein?), wer auch als dann sie liebt, wenn sie nicht schmeichelt, der hat nur geübte Augen vonnöten, um ihre feineren Züge zu unterscheiden, welche selten so gut nachgemacht werden können, dass die Kunst sich nicht verraten sollte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Wie sollt es möglich sein, dass unter einem so guten Fürsten das Laster sein Haupt so kühn empor heben, und ungestraft so viel Böses tun dürfte?« B: »welcher niemand ohne Nachteil ganz ein Fremdling sein kann, aber welche, in vorzüglichem Verstande, die Wissenschaft der Könige ist« C: »Doch, dies sind Wahrheiten, wovon Sie nur zu sehr überzeugt sind.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Aus diesem Grund empfehlen uns die ehrwürdigen Lehrer unsrer Nation die Geschichte …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Überzeugt von dieser Wahrheit widmen Sie, Bester der Könige, einen Teil der …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Die unzählige Menge der Gehilfen von so mancherlei Klassen, Ordnungen und Arten, unter welche Sie genötiget sind Ihre Macht zu verteilen, weil auch den unumschränktesten Monarchen die Menschheit Schranken setzt; die Notwendigkeit, sich beinahe in allem auf die Werkzeuge Ihrer wohltätigen Wirksamkeit verlassen zu müssen«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Ihrer Majestät […] Verlangen ist Ihre Völker glücklich zu sehen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Ihrer Majestät lebhaftestes Verlangen ist Ihre Völker glücklich zu sehen.«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Ihrer Majestät lebhaftestes Verlangen ist Ihre Völker glücklich zu sehen.« und »Stunden, welche die unmittelbare Ausübung Ihres verehrungswürdigen Amtes Ihnen übrig lässt, der«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Sie nur zu sehr überzeugt sind«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Ihrer Majestät lebhaftestes Verlangen ist Ihre Völker glücklich zu sehen.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Wer die Wahrheit aufrichtig liebt (und was kann ohne sie liebenswürdig sein?), wer auch als dann sie liebt, wenn sie nicht schmeichelt, der hat nur geübte Augen vonnöten, um ihre feineren Züge zu unterscheiden, welche selten so gut nachgemacht werden können, dass die Kunst sich nicht verraten sollte.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »die Freundschaft der Besten unter meinen Zeitgenossen, und so gleichgültig, als es ein Sterblicher sein kann, gegen«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Das deutschsprachige Original ist nach den geprüften Lebensdaten des Autors in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen den bearbeiteten Datenbestand unter CC BY 3.0 DE bereit.

Der goldene Spiegel

Christoph Martin Wieland: Der goldne Spiegel und andere politische Dichtungen. Nach dem Text der Ausgaben letzter Hand und der historisch-kritischen Akademie-Ausgabe. Anmerkungen und Nachwort von Herbert Jaumann, München: Winkler, 1979. Wieland, Christoph Martin 7- München

Das Werk Der goldene Spiegel von Wieland, Christoph Martin ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Deutsch

Unveränderte deutsche Quellfassung; die andere Spalte bietet eine gesonderte Lesefassung. Beide Ansichten gehören zu demselben Werk.

Das Werk Der goldene Spiegel von Wieland, Christoph Martin ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Autorschaft und Ausgabe: Wieland, Christoph Martin

Originaltext und Ausgabe ↗ · TextGrid / Editura · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Christoph Martin Wieland: Der goldne Spiegel und andere politische Dichtungen. Nach dem Text der Ausgaben letzter Hand und der historisch-kritischen Akademie-Ausgabe. Anmerkungen und Nachwort von Herbert Jaumann, München: Winkler, 1979. Wieland, Christoph Martin 7- München

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.