Zum Inhalt springen

Buch - Der einsame Weg - Schnitzler, Arthur

Aus MOOCsWiki Staging

← Bücher-Welt

Originalwerk · Lesefassung

Der einsame Weg

Schnitzler, Arthur · 1903

Der einsame Weg von Schnitzler, Arthur. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 11–137 Abschnitte
Porträt von Schnitzler, Arthur; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Schnitzler, Arthur · Ferdinand Schmutzer · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 7

1. Akt

1
Erste Szene
Vorlage S. 759
2
Johanna spaziert im Garten auf und ab. Felix tritt auf in Ulanenuniform.
Vorlage S. 759
3
JOHANNA
Vorlage S. 759
4
sich umwendend.
Vorlage S. 759
5
Felix!
Vorlage S. 759
6
FELIX.
Vorlage S. 759
7
Ja, ich bin's.
Vorlage S. 759
8
JOHANNA.
Vorlage S. 759
9
Grüß' dich Gott. – Wie ist denn das möglich, dass du schon wieder Urlaub bekommen hast?
Vorlage S. 759
10
FELIX.
Vorlage S. 759
11
Es ist nicht auf lang. – Nun wie geht's der Mama?
Vorlage S. 759
12
JOHANNA.
Vorlage S. 759
13
In den letzten Tagen ganz leidlich.
Vorlage S. 759
14
FELIX.
Vorlage S. 759
15
Meinst du, sie würde erschrecken, wenn ich so unerwartet vor sie hinträte?
Vorlage S. 759
16
JOHANNA.
Vorlage S. 759
17
Nein. Aber warte doch lieber ein bisschen. Jetzt schlummert sie. Ich komme eben aus ihrem Zimmer. – Wie lang bleibst du denn bei uns, Felix?
Vorlage S. 759
18
FELIX.
Vorlage S. 759
19
Morgen Abend geht's wieder fort.
Vorlage S. 759
20
JOHANNA
Vorlage S. 759
21
mit dem Blick ins Weite.
Vorlage S. 759
22
Fort ...
Vorlage S. 759
23
FELIX.
Vorlage S. 759
24
Es klingt nur so großartig. Gar so weit ist man ja doch nicht, in keiner Beziehung.
Vorlage S. 759
25
JOHANNA.
Vorlage S. 759
26
Du hast es ja so sehr gewünscht ... Auf seine Uniform deutend. Nun hast du's erreicht. Bist du nicht zufrieden?
Vorlage S. 759
27
FELIX.
Vorlage S. 759
28
Jedenfalls ist es das Vernünftigste von allem, was ich bisher angefangen habe. Denn nun spüre ich wenigstens, dass ich unter gewissen Umständen etwas leisten könnte.
Vorlage S. 759
29
JOHANNA.
Vorlage S. 759
30
Ich glaube, du würdest es in jedem Beruf zu etwas bringen.
Vorlage S. 759
31
FELIX.
Vorlage S. 759
32
Ich zweifle doch, dass ich als Advokat oder als Techniker meinen Weg gemacht hätte. Und im Ganzen fühle ich mich jetzt bedeutend wohler als jemals zuvor. Es scheint mir nur manchmal, als wenn ich nicht zur rechten Zeit geboren wäre. Vielleicht hätt' ich auf die Welt kommen sollen, als es noch nicht so viel Ordnung gab, als man allerlei wagen konnte, was man heute nicht mehr wagen darf.
Vorlage S. 759
33
JOHANNA.
Vorlage S. 760
34
Ach, du bist doch frei, kannst dich rühren.
Vorlage S. 760
35
FELIX.
Vorlage S. 760
36
Doch nur innerhalb gewisser Grenzen.
Vorlage S. 760
37
JOHANNA.
Vorlage S. 760
38
Weiter wie diese werden sie jedenfalls sein.
Vorlage S. 760
39
FELIX
Vorlage S. 760
40
um sich blickend, lächelnd.
Vorlage S. 760
41
Es ist doch kein Gefängnis ... Der Garten ist wirklich hübsch geworden. Wie armselig sah's da aus, als wir Kinder waren. – Was ist denn das? Ein Pfirsichspalier! Das macht sich sehr gut.
Vorlage S. 760
42
JOHANNA.
Vorlage S. 760
43
Eine Idee von Doktor Reumann.
Vorlage S. 760
44
FELIX.
Vorlage S. 760
45
Das hätt' ich mir denken können.
Vorlage S. 760
46
JOHANNA.
Vorlage S. 760
47
Wieso?
Vorlage S. 760
48
FELIX.
Vorlage S. 760
49
Solche Nützlichkeitseinfälle trau' ich in unserer Familie niemandem so recht zu. Wie steht's denn übrigens mit seinen Aussichten? ... für die Professur in Graz mein' ich natürlich.
Vorlage S. 760
50
JOHANNA.
Vorlage S. 760
51
Darüber ist mir nichts Näheres bekannt. Sich abwendend.
Vorlage S. 760
52
FELIX.
Vorlage S. 760
53
Die Mutter hält sich wohl in diesen schönen Tagen viel im Freien auf?
Vorlage S. 760
54
JOHANNA.
Vorlage S. 760
55
Ja.
Vorlage S. 760
56
FELIX.
Vorlage S. 760
57
Liest du ihr noch manchmal vor? Versuchst du, sie ein wenig zu zerstreuen? aufzuheitern?
Vorlage S. 760
58
JOHANNA.
Vorlage S. 760
59
Als wenn das so leicht wäre.
Vorlage S. 760
60
FELIX.
Vorlage S. 760
61
Man muss sich eben zusammennehmen, Johanna.
Vorlage S. 760
62
JOHANNA.
Vorlage S. 760
63
Du hast gut reden, Felix.
Vorlage S. 760
64
FELIX.
Vorlage S. 760
65
Wie meinst du das?
Vorlage S. 760
66
JOHANNA
Vorlage S. 760
67
vor sich hin.
Vorlage S. 760
68
Ich weiß nicht, ob du mich verstehen wirst.
Vorlage S. 760
69
FELIX
Vorlage S. 760
70
lächelnd.
Vorlage S. 760
71
Warum sollt' ich dich mit einem Male nicht verstehen können?
Vorlage S. 760
72
JOHANNA
Vorlage S. 760
73
ihn ruhig ansehend.
Vorlage S. 760
74
Ich habe sie nicht mehr so lieb, seit sie krank ist.
Vorlage S. 760
75
FELIX
Vorlage S. 760
76
befremdet.
Vorlage S. 760
77
Wie?
Vorlage S. 760
78
JOHANNA.
Vorlage S. 760
79
Nein, es ist unmöglich, dass du es ganz verstehen kannst. Immer weiter rückt sie von uns ab ... Es ist, wie wenn jeden Tag neue Schleier über sie herabsänken.
Vorlage S. 760
80
FELIX.
Vorlage S. 760
81
Und was sollte das zu bedeuten haben?
Vorlage S. 760
82
JOHANNA
Vorlage S. 760
83
sieht ihn ruhig an.
Vorlage S. 760
84
FELIX.
Vorlage S. 760
85
Du glaubst ...?
Vorlage S. 760
86
JOHANNA.
Vorlage S. 760
87
Ich täusche mich nicht in diesen Dingen, das weißt du, Felix.
Vorlage S. 760
88
FELIX.
Vorlage S. 760
89
Ich weiß es? ...
Vorlage S. 760
90
JOHANNA.
Vorlage S. 761
91
Als die kleine Lilli von Sala sterben musste, hab' ich es gewusst, – bevor die andern ahnten, dass sie krank würde.
Vorlage S. 761
92
FELIX.
Vorlage S. 761
93
Du hattest es geträumt – und warst ein Kind.
Vorlage S. 761
94
JOHANNA.
Vorlage S. 761
95
Ich hatte es nicht geträumt. Ich hab' es gewusst. Herb. Ich kann das nicht erklären.
Vorlage S. 761
96
FELIX
Vorlage S. 761
97
nach einer Pause.
Vorlage S. 761
98
Und der Vater – ist er gefasst?
Vorlage S. 761
99
JOHANNA.
Vorlage S. 761
100
Gefasst? ... Denkst du denn, er sieht auch die Schleier sinken?
Vorlage S. 761
101
FELIX
Vorlage S. 761
102
nach einem leichten Kopfschütteln.
Vorlage S. 761
103
Es sind Einbildungen, Johanna, – gewiss. – Aber nun will ich doch ... Wendet sich dem Hause zu. Der Vater ist noch nicht zu Hause?
Vorlage S. 761
104
JOHANNA.
Vorlage S. 761
105
Nein. Er kommt jetzt gewöhnlich recht spät. Er hat sehr viel in der Akademie zu tun.
Vorlage S. 761
106
FELIX.
Vorlage S. 761
107
Ich werde sie womöglich nicht aufwecken; ich geb' schon acht. Über die Veranda hinab.
Vorlage S. 761
108
Zweite Szene
Vorlage S. 761
109
Johanna eine Weile allein, hat sich auf einen Gartensessel gesetzt, die Hände über den Knien ineinander verschlungen. Sala tritt ein. Er ist 45 Jahre alt, sieht aber etwas jünger aus. Schlank, beinahe mager, glatt rasiert. Dunkelblondes, rechts gescheiteltes, nicht zu kurzes Haar, das an den Schläfen zu ergrauen beginnt. Seine Züge sind scharf und energisch, die Augen grau und klar.
Vorlage S. 761
110
SALA.
Vorlage S. 761
111
Guten Abend, Fräulein Johanna.
Vorlage S. 761
112
JOHANNA.
Vorlage S. 761
113
Guten Abend, Herr von Sala.
Vorlage S. 761
114
SALA.
Vorlage S. 761
115
Man sagt mir, Ihre Frau Mama schlummere ein wenig; so habe ich mir erlaubt, indessen in den Garten zu treten.
Vorlage S. 761
116
JOHANNA.
Vorlage S. 761
117
Felix ist eben angekommen.
Vorlage S. 761
118
SALA.
Vorlage S. 761
119
So? Haben sie ihm schon wieder einen Urlaub gegeben? Zu meiner Zeit waren sie bei dem Regiment viel strenger. Allerdings lagen wir damals an der Grenze, in Galizien irgendwo.
Vorlage S. 761
120
JOHANNA.
Vorlage S. 761
121
Das vergess' ich immer, dass Sie das auch mitgemacht haben.
Vorlage S. 761
122
SALA.
Vorlage S. 761
123
Ja, es ist schon lange her. Hat auch nur ein paar Jahre gewährt. Aber es war recht schön, wenn ich so zurückdenke.
Vorlage S. 761
124
JOHANNA.
Vorlage S. 761
125
Wie das meiste, was Sie erlebt haben.
Vorlage S. 761
126
SALA.
Vorlage S. 762
127
Wie so manches.
Vorlage S. 762
128
JOHANNA.
Vorlage S. 762
129
Wollen Sie sich nicht setzen?
Vorlage S. 762
130
SALA.
Vorlage S. 762
131
Danke. Setzt sich auf die Lehne eines Gartenfauteuils. Darf ich? Er nimmt eine Zigarette aus seiner Dose und zündet sie nach einem zustimmenden Nicken Johannas an.
Vorlage S. 762
132
JOHANNA.
Vorlage S. 762
133
Wohnen Sie schon in Ihrer Villa, Herr von Sala?
Vorlage S. 762
134
SALA.
Vorlage S. 762
135
Morgen zieh' ich ein.
Vorlage S. 762
136
JOHANNA.
Vorlage S. 762
137
Sie freuen sich wohl sehr darauf?
Vorlage S. 762
138
SALA.
Vorlage S. 762
139
Dazu wär' es zu früh.
Vorlage S. 762
140
JOHANNA.
Vorlage S. 762
141
Sind Sie so abergläubisch?
Vorlage S. 762
142
SALA.
Vorlage S. 762
143
Wenn's darauf ankommt – o ja. – Aber es ist nicht deshalb. Ich beziehe sie nur vorläufig, nicht definitiv.
Vorlage S. 762
144
JOHANNA.
Vorlage S. 762
145
Warum denn?
Vorlage S. 762
146
SALA.
Vorlage S. 762
147
Ich werde auf Reisen gehen – für längere Zeit.
Vorlage S. 762
148
JOHANNA.
Vorlage S. 762
149
So? Sie sind sehr zu beneiden. Das möcht' ich auch können, in der Welt herumfahren, mich um keinen Menschen kümmern müssen.
Vorlage S. 762
150
SALA.
Vorlage S. 762
151
Noch immer?
Vorlage S. 762
152
JOHANNA.
Vorlage S. 762
153
Noch immer ... Wie meinen Sie das?
Vorlage S. 762
154
SALA.
Vorlage S. 762
155
Nun, ich erinnere mich, dass Ihnen schon als ganz kleinem Mädchen diese Wanderpläne durch den Sinn gingen. Was wollten Sie nur werden? ... Tänzerin, glaub' ich. Nicht wahr? Eine sehr berühmte natürlich.
Vorlage S. 762
156
JOHANNA.
Vorlage S. 762
157
Warum sagen Sie das, als ob es so etwas Nichtiges wäre, eine Tänzerin zu sein? Ohne ihn anzusehen. Gerade Sie sollten das nicht, Herr von Sala.
Vorlage S. 762
158
SALA.
Vorlage S. 762
159
Warum denn gerade ich nicht?
Vorlage S. 762
160
JOHANNA
Vorlage S. 762
161
blickt ruhig zu ihm auf.
Vorlage S. 762
162
SALA.
Vorlage S. 762
163
Ich weiß nicht recht, wie Sie das meinen, Fräulein Johanna ... oder sollt' ich doch ... Einfach. Johanna, haben Sie gewusst, dass ich Sie damals sah?
Vorlage S. 762
164
JOHANNA.
Vorlage S. 762
165
Wann?
Vorlage S. 762
166
SALA.
Vorlage S. 762
167
Im vorigen Jahre, als Sie auf dem Lande wohnten, und ich einmal in der Mansarde übernachtete. Es war heller Mondschein, und eine Elfe, glaub' ich, schwebte auf der Wiese umher.
Vorlage S. 762
168
JOHANNA
Vorlage S. 762
169
nickt lächelnd.
Vorlage S. 762
170
SALA.
Vorlage S. 762
171
Schwebte sie für mich?
Vorlage S. 762
172
JOHANNA.
Vorlage S. 762
173
Ich hab' Sie wohl gesehen, wie Sie hinter dem Vorhang standen.
Vorlage S. 762
174
SALA
Vorlage S. 762
175
nach einer kleinen Pause.
Vorlage S. 762
176
So werden Sie vor andern Menschen wahrscheinlich doch nie tanzen.
Vorlage S. 762
177
JOHANNA.
Vorlage S. 763
178
Warum? ... Ich hab' wohl schon. Und Sie haben mir auch damals zugesehen. Es ist freilich lange her. – Es war auf einer griechischen Insel. Viele Männer standen im Kreise um mich her – Sie waren unter ihnen – und ich war eine Sklavin aus Lydien.
Vorlage S. 763
179
SALA.
Vorlage S. 763
180
Eine gefangene Prinzessin.
Vorlage S. 763
181
JOHANNA
Vorlage S. 763
182
ernst.
Vorlage S. 763
183
Glauben Sie nicht an solche Dinge?
Vorlage S. 763
184
SALA.
Vorlage S. 763
185
Wenn Sie es wünschen – gewiss.
Vorlage S. 763
186
JOHANNA
Vorlage S. 763
187
ernst bleibend.
Vorlage S. 763
188
Sie sollten alles glauben, woran die andern nicht glauben können.
Vorlage S. 763
189
SALA.
Vorlage S. 763
190
Wenn die Stunde dazu kommt, tu ich's wohl.
Vorlage S. 763
191
JOHANNA.
Vorlage S. 763
192
Sehen Sie, – ich für meinen Teil kann mir alles andere eher vorstellen als dies, dass ich nun zum ersten Male auf der Welt sein sollte. Und es gibt Augenblicke, in denen ich mich ganz deutlich an allerlei erinnere.
Vorlage S. 763
193
SALA.
Vorlage S. 763
194
Und solch ein Augenblick war damals?
Vorlage S. 763
195
JOHANNA.
Vorlage S. 763
196
Ja, vor einem Jahre, als ich in einer mondhellen Sommernacht über eine Wiese tanzte. Es war gewiss nicht das erstemal, Herr von Sala. Nach einer kleinen Pause, plötzlich in anderm Tone. Wohin reisen Sie eigentlich?
Vorlage S. 763
197
SALA
Vorlage S. 763
198
den Ton aufnehmend.
Vorlage S. 763
199
Nach Baktrien, Fräulein Johanna.
Vorlage S. 763
200
JOHANNA.
Vorlage S. 763
201
Wohin?
Vorlage S. 763
202
SALA.
Vorlage S. 763
Porträt von Schnitzler, Arthur; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Schnitzler, Arthur · Ferdinand Schmutzer · Public domain Bildquelle ↗
203
Nach Baktrien. Das ist ein sehr merkwürdiges Land, und das Merkwürdigste ist, dass es gar nicht mehr existiert. Ich schließe mich nämlich einer Gesellschaft an, die im November dahin abgeht. Sie haben vielleicht in der Zeitung davon gelesen.
Vorlage S. 763
204
JOHANNA.
Vorlage S. 763
205
Nein.
Vorlage S. 763
206
SALA.
Vorlage S. 763
207
Es handelt sich um Ausgrabungen an der Stätte, wo vermutlich das alte Ekbatana stand – vor etwa sechstausend Jahren. Das liegt noch vor Ihrer lydischen Zeit, wie Sie sehen.
Vorlage S. 763
208
JOHANNA.
Vorlage S. 763
209
Wann sind Sie denn auf diese Idee gekommen?
Vorlage S. 763
210
SALA.
Vorlage S. 763
211
Erst vor wenigen Tagen. Gesprächsweise sozusagen. Graf Ronsky, der Leiter der Sache, hat mir so große Lust dazu gemacht. Es gehörte nicht viel dazu; er kam einer alten Sehnsucht von mir entgegen. Lebhafter. Denken Sie nur, Fräulein Johanna: Mit eigenen Augen sehen, wie solch eine begrabene Stadt allmählich aus der Erde hervortaucht, Haus um Haus, Stein um Stein, Jahrhundert um Jahrhundert. Nein, es war mir nicht bestimmt, dahinzugehen, eh' mir dieser Wunsch erfüllt wird.
Vorlage S. 763
212
JOHANNA.
Vorlage S. 764
213
Warum reden Sie denn vom Sterben?
Vorlage S. 764
214
SALA.
Vorlage S. 764
215
Gibt es einen anständigen Menschen, der in irgend einer guten Stunde in tiefster Seele an etwas anderes denkt?
Vorlage S. 764
216
JOHANNA.
Vorlage S. 764
217
Ihnen ist wohl nie ein Wunsch unerfüllt geblieben.
Vorlage S. 764
218
SALA.
Vorlage S. 764
219
Keiner ...?
Vorlage S. 764
220
JOHANNA.
Vorlage S. 764
221
Ich weiß, dass Sie auch viel Trauriges erlebt haben. Aber manchmal glaub' ich, Sie haben auch das ersehnt.
Vorlage S. 764
222
SALA.
Vorlage S. 764
223
Ersehnt ...? Genossen, wenn es kam, da mögen Sie wohl recht haben.
Vorlage S. 764
224
JOHANNA.
Vorlage S. 764
225
Wie gut versteh' ich das! Ein Dasein ohne Schmerzen wäre wohl so armselig wie ein Dasein ohne Glück. Pause. Wie lang ist's her?
Vorlage S. 764
226
SALA.
Vorlage S. 764
227
Was meinen Sie?
Vorlage S. 764
228
JOHANNA
Vorlage S. 764
229
leise.
Vorlage S. 764
230
Dass Frau von Sala gestorben ist.
Vorlage S. 764
231
SALA.
Vorlage S. 764
232
Das ist sieben Jahre her, beinahe auf den Tag.
Vorlage S. 764
233
JOHANNA.
Vorlage S. 764
234
Und Lilli ... im selben Jahre?
Vorlage S. 764
235
SALA.
Vorlage S. 764
236
Ja, Lilli starb im Monat drauf. Denken Sie noch manchmal an Lilli, Fräulein Johanna?
Vorlage S. 764
237
JOHANNA.
Vorlage S. 764
238
Recht oft, Herr von Sala. Ich habe seither keine Freundin gehabt. Vor sich hin. Zu ihr müsste man jetzt auch »Fräulein« sagen. Sie war sehr schön. Sie hatte so dunkles blauschillerndes Haar wie Ihre Frau und so klare Augen wie Sie, Herr von Sala. Vor sich hin. »Nun gingt ihr beide, gingt ihr Hand in Hand, die dunkle Straße in ein lichtes Land ...«
Vorlage S. 764
239
SALA.
Vorlage S. 764
240
Was Sie für ein Gedächtnis haben, Johanna.
Vorlage S. 764
241
JOHANNA.
Vorlage S. 764
242
Sieben Jahre ist das vorbei ... wie sonderbar.
Vorlage S. 764
243
SALA.
Vorlage S. 764
244
Warum sonderbar?
Vorlage S. 764
245
JOHANNA.
Vorlage S. 764
246
Sie bauen sich ein Haus und graben versunkene Städte aus und schreiben seltsame Verse, – und Menschen, die Ihnen so viel gewesen sind, liegen schon seit sieben Jahren unter der Erde und verwesen, – und Sie sind beinahe noch jung. Wie unbegreiflich ist das alles!
Vorlage S. 764
247
SALA.
Vorlage S. 764
248
Du, der da weiterlebt, lass ab zu weinen, sagt Omar Nameh, geboren zu Bagdad im Jahre 412 der mohammedanischen Zeitrechnung als Sohn eines Kesselflickers. Übrigens kenn' ich einen, der dreiundachtzig Jahre alt ist; er hat zwei Frauen begraben, sieben Kinder, von den Enkeln ganz zu geschweigen, und spielt Klavier in einem schäbigen Praterwirtshaus, während sich auf der Bühne Künstler und Künstlerinnen produzieren in Trikots und fliegenden Röckchen. Und neulich, als die armselige Produktion zu Ende war und man die Laternen auslöschte, spielte er rätselhafterweise auf dem gräulichen Klimperkasten unbeirrt weiter. Und da haben wir ihn eingeladen, Ronsky und ich, sich zu uns zu setzen, und haben mit ihm zu plaudern angefangen. Und nun erzählte er uns, dass das letzte Stück, das er da oben gespielt hatte, seine eigene Komposition war. Wir machten ihm natürlich unsere Komplimente. Und da leuchteten seine Augen, und mit seiner zittrigen Stimme fragte er uns: »Glauben Sie, meine Herren, wird mein Werk Erfolg haben?« Dreiundachtzig Jahre ist er alt und seine Karriere endet in einem kleinen Praterwirtshaus und sein Publikum sind Kindermädchen und Feldwebel, und seine Sehnsucht ist, – dass die ihm Beifall klatschen!
Vorlage S. 764
249
Dritte Szene
Vorlage S. 765
250
Johanna, Sala, Doktor Reumann.
Vorlage S. 765
251
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 765
252
Guten Abend, Fräulein Johanna. Guten Abend, Herr von Sala. Reicht beiden die Hände. Wie befinden Sie sich?
Vorlage S. 765
253
SALA.
Vorlage S. 765
254
Vorzüglich. Man ist Ihnen doch nicht verfallen, wenn man einmal die Ehre gehabt hat, Sie um Rat zu fragen!
Vorlage S. 765
255
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 765
256
Daran hatt' ich selbst schon vergessen. Aber es gibt Leute, die sich dergleichen einbilden. – Mama ruht wohl ein wenig, Fräulein Johanna?
Vorlage S. 765
257
JOHANNA
Vorlage S. 765
258
war durch das kurze Gespräch zwischen dem Arzt und Sala betroffen und betrachtete Sala aufmerksam.
Vorlage S. 765
259
Sie wird wohl schon wach sein. Felix ist bei ihr.
Vorlage S. 765
260
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 765
261
Felix ...? Man hat doch nicht etwa um ihn telegraphiert?
Vorlage S. 765
262
JOHANNA.
Vorlage S. 765
263
Nein, soviel ich weiß. Wer hätte denn ...?
Vorlage S. 765
264
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 765
265
Ich dachte nur. Ihr Papa ist manchmal so ängstlich.
Vorlage S. 765
266
JOHANNA.
Vorlage S. 765
267
Da kommen sie.
Vorlage S. 765
268
Vierte Szene
Vorlage S. 765
269
Johanna, Sala, Doktor Reumann, Frau Wegrat und Felix von der Veranda her.
Vorlage S. 766
270
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 766
271
Grüß' Sie Gott, lieber Herr Doktor. Was sagen Sie zu der Überraschung?
Vorlage S. 766
272
Freundliches Händedrücken zwischen den Herren.
Vorlage S. 766
273
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 766
274
Guten Abend, Herr von Sala.
Vorlage S. 766
275
SALA.
Vorlage S. 766
276
Ich freue mich, gnädige Frau, Sie so wohl zu sehen.
Vorlage S. 766
277
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 766
278
Ja, es geht mir ein wenig besser. Wenn nur die traurige Jahreszeit nicht so nahe wäre.
Vorlage S. 766
279
SALA.
Vorlage S. 766
280
Aber gnädige Frau, jetzt kommen ja erst die allerschönsten Tage. Wenn die Wälder rot und gelb schimmern, der goldene Dunst über den Hügeln liegt und der Himmel so fern und blass ist, als schauerte ihn vor seiner eigenen Unendlichkeit –!
Vorlage S. 766
281
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 766
282
Das möchte man wohl noch einmal sehen.
Vorlage S. 766
283
DOKTOR REUMANN
Vorlage S. 766
284
vorwurfsvoll.
Vorlage S. 766
285
Gnädige Frau –
Vorlage S. 766
286
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 766
287
Verzeihen Sie, es kommen einem manchmal solche Gedanken. Heiterer. Wenn ich nur wenigstens wüsste, wie lange mir mein guter Doktor noch erhalten bleibt.
Vorlage S. 766
288
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 766
289
In dieser Hinsicht kann ich Sie beruhigen, gnädige Frau: Ich bleibe in Wien.
Vorlage S. 766
290
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 766
291
Wie? Ist die Sache schon entschieden?
Vorlage S. 766
292
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 766
293
Ja.
Vorlage S. 766
294
FELIX.
Vorlage S. 766
295
Ist also richtig ein anderer nach Graz berufen worden?
Vorlage S. 766
296
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 766
297
Das nicht. Aber der andere, dem die Stelle so gut wie sicher war, hat sich auf einer Bergtour den Hals gebrochen.
Vorlage S. 766
298
FELIX.
Vorlage S. 766
299
Da wären doch jetzt Ihre Chancen die allerbesten? Wer außer Ihnen käme denn noch in Betracht?
Vorlage S. 766
300
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 766
301
Meine Chancen wären jetzt gewiss nicht übel. Aber ich habe es vorgezogen, zu verzichten.
Vorlage S. 766
302
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 766
303
Wie?
Vorlage S. 766
304
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 766
305
Ich nehme eine Berufung nicht an.
Vorlage S. 766
306
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 766
307
Sind Sie so abergläubisch?
Vorlage S. 766
308
FELIX.
Vorlage S. 766
309
Sind Sie so stolz?
Vorlage S. 766
310
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 766
311
Keines von beiden. Aber der Gedanke, irgend einen Vorteil dem Malheur eines andern zu verdanken, wäre mir außerordentlich peinlich. Meine halbe Existenz wäre mir vergällt. Sie sehen, das ist weder Aberglaube noch Stolz, es ist ganz gemeine, kleinliche Eitelkeit.
Vorlage S. 766
312
SALA.
Vorlage S. 767
313
Das ist raffiniert, Herr Doktor.
Vorlage S. 767
314
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 767
315
Ich höre aus alldem nur, dass Sie bleiben. Ja, so niedrig beginnt man zu denken, wenn man krank ist.
Vorlage S. 767
316
DOKTOR REUMANN
Vorlage S. 767
317
absichtlich abschweifend.
Vorlage S. 767
318
Nun, Felix, wie behagt's Ihnen denn in Ihrer Garnison?
Vorlage S. 767
319
FELIX.
Vorlage S. 767
320
Sehr gut.
Vorlage S. 767
321
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 767
322
Bist du also ganz zufrieden, mein Kind?
Vorlage S. 767
323
FELIX.
Vorlage S. 767
324
Ich bin euch sehr dankbar. Dir besonders, Mama.
Vorlage S. 767
325
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 767
326
Warum mir besonders? Die letzte Entscheidung stand ja doch beim Vater.
Vorlage S. 767
327
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 767
328
Ihm wäre es natürlich lieber gewesen, wenn Sie einen friedlicheren Beruf erwählt hätten.
Vorlage S. 767
329
SALA.
Vorlage S. 767
330
Es gibt ja heutzutage gar keinen, der friedlicher wäre.
Vorlage S. 767
331
FELIX.
Vorlage S. 767
332
Da haben Sie recht, Herr von Sala. – Übrigens hab' ich Ihnen Grüße vom Oberstleutnant Schrotting zu überbringen.
Vorlage S. 767
333
SALA.
Vorlage S. 767
334
Danke sehr. Denkt denn der noch an mich?
Vorlage S. 767
335
FELIX.
Vorlage S. 767
336
Nicht er allein. Wir werden ja häufig an Sie erinnert; – bei jeder Mahlzeit. Ihr Porträt hängt ja unter manchen andern von gewesenen Offizieren unseres Regiments im Kasino.
Vorlage S. 767
337
Fünfte Szene
Vorlage S. 767
338
Johanna, Sala, Doktor Reumann, Felix, Frau Wegrat. – Professor Wegrat tritt auf.
Vorlage S. 767
339
WEGRAT.
Vorlage S. 767
340
Guten Abend. – Wie, Felix, du bist wieder da? Das ist aber eine Überraschung!
Vorlage S. 767
341
FELIX.
Vorlage S. 767
342
Guten Abend, Papa. Ich habe mir auf zwei Tage Urlaub genommen.
Vorlage S. 767
343
WEGRAT.
Vorlage S. 767
344
Urlaub ... Urlaub? Ist's wirklich einer? Oder ist's nicht etwa wieder so ein kleiner Geniestreich?
Vorlage S. 767
345
FELIX
Vorlage S. 767
346
leicht, nicht verletzt.
Vorlage S. 767
347
Ich pflege doch nicht die Unwahrheit zu reden, Vater.
Vorlage S. 767
348
WEGRAT
Vorlage S. 767
349
auch scherzend.
Vorlage S. 767
350
Ich wollte dich nicht beleidigen, Felix. Auch wenn du fahnenflüchtig geworden wärst, die Sehnsucht nach der Mutter dürfte als genügende Entschuldigung gelten.
Vorlage S. 767
351
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 767
352
Die Sehnsucht nach den Eltern!
Vorlage S. 767
353
WEGRAT.
Vorlage S. 768
354
Natürlich – nach uns allen. Aber da du jetzt etwas leidend bist, bist du die Hauptperson. – Nun, wie geht's, Gabriele? Besser, nicht wahr? Leise, beinahe schüchtern. Meine Liebe ... Streichelt ihr Stirn und Haare. Liebe ... Die Luft ist so lind.
Vorlage S. 768
355
SALA.
Vorlage S. 768
356
Es ist ein wundervoller Herbst.
Vorlage S. 768
357
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 768
358
Sie kommen jetzt erst aus der Akademie, Herr Professor?
Vorlage S. 768
359
WEGRAT.
Vorlage S. 768
360
Ja. Ich bin ja jetzt auch Direktor, da gibt's eine ganze Menge zu tun – und nicht immer Amüsantes und Dankbares. Aber wie man behauptet, bin ich dazu geschaffen. Es wird wohl so sein. Lächelnd. Wie irgendwer einmal über mich sagte: Kunstbeamter.
Vorlage S. 768
361
SALA.
Vorlage S. 768
362
Seien Sie nur nicht ungerecht gegen sich, Herr Professor.
Vorlage S. 768
363
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 768
364
Wahrscheinlich bist du auch wieder den ganzen langen Weg zu Fuß gegangen?
Vorlage S. 768
365
WEGRAT.
Vorlage S. 768
366
Ich habe sogar einen kleinen Umweg gemacht – über die Türkenschanze. Ich liebe diesen Weg so sehr. An Abenden wie heute liegt die ganze Stadt unten wie in silbernen Hauch gebadet. – Übrigens hab' ich dir Grüße zu bringen, Gabriele. Ich bin Irene Herms begegnet.
Vorlage S. 768
367
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 768
368
Sie ist in Wien?
Vorlage S. 768
369
WEGRAT.
Vorlage S. 768
370
Vorübergehend. Sie will dich dieser Tage besuchen.
Vorlage S. 768
371
SALA.
Vorlage S. 768
372
Ist sie noch in Hamburg engagiert?
Vorlage S. 768
373
WEGRAT.
Vorlage S. 768
374
Nein. Sie hat die Bühne verlassen, wie sie mir erzählt, und lebt bei ihrer verheirateten Schwester auf dem Land.
Vorlage S. 768
375
JOHANNA.
Vorlage S. 768
376
Ich habe sie einmal in einem Stück von Ihnen spielen sehen, Herr von Sala.
Vorlage S. 768
377
SALA.
Vorlage S. 768
378
Da müssen Sie aber noch ein ganz kleines Mädchen gewesen sein.
Vorlage S. 768
379
JOHANNA.
Vorlage S. 768
380
Sie gab eine spanische Prinzessin.
Vorlage S. 768
381
SALA.
Vorlage S. 768
382
Leider. Prinzessinnen waren ihre Sache wahrhaftig nicht. Sie hat ihr Lebtag keine Verse sprechen können.
Vorlage S. 768
383
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 768
384
Und daran denken Sie heute noch, Herr von Sala, dass irgend eine Dame irgend einmal Ihre Verse schlecht gesprochen hat?
Vorlage S. 768
385
SALA.
Vorlage S. 768
386
Warum sollt' ich nicht, lieber Doktor? Wenn Sie im Mittelpunkt der Erde wohnten, wüssten Sie, dass alle Dinge gleich schwer sind. Und schwebten Sie im Mittelpunkt der Welt, dann ahnten Sie, dass alle Dinge gleich wichtig sind.
Vorlage S. 768
387
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 768
388
Wie sieht sie denn aus?
Vorlage S. 768
389
WEGRAT.
Vorlage S. 769
390
Sie ist noch immer recht hübsch.
Vorlage S. 769
391
SALA.
Vorlage S. 769
392
Ob sie noch Ähnlichkeit mit ihrem Bild bewahrt hat, das im Museum hängt?
Vorlage S. 769
393
FELIX.
Vorlage S. 769
394
Was ist das für ein Bild?
Vorlage S. 769
395
JOHANNA.
Vorlage S. 769
396
Es hängt ein Bild von ihr im Museum?
Vorlage S. 769
397
SALA.
Vorlage S. 769
398
Sie kennen es gewiss. »Schauspielerin« ist es im Katalog benannt, schlechtweg »Schauspielerin«. Ein junges Weib in einem Harlekinskostüm, darüber eine griechische Toga geworfen, ihr zu Füßen ein Gewirr von Masken. Ganz allein, den starren Blick auf den Zuschauerraum gerichtet, steht sie auf einer leeren, halb dunkeln Bühne, zwischen Kulissen, die nicht zueinander passen. Ein Stück Zimmerwand, ein Stück Wald, ein Stück Burgverließ ...
Vorlage S. 769
399
FELIX.
Vorlage S. 769
400
Und der Hintergrund stellt eine Landschaft im Süden vor, mit Palmen und Platanen ...?
Vorlage S. 769
401
SALA.
Vorlage S. 769
402
Ja. Die halb aufgerollt ist, so dass man weiter rückwärts einen Haufen von Möbeln, Stufen, Bechern, Kronen im hellen Tageslicht schimmern sieht.
Vorlage S. 769
403
FELIX.
Vorlage S. 769
Max Liebermann – Garten des Waisenhauses in Amsterdam. Vergleichsbild zu Garten, Alltag und Gemeinschaft; keine Buchillustration.
Kontextbild zum Werk. Garten eines Amsterdamer Waisenhauses · Max Liebermann · Public domain Bildquelle ↗
404
Das ist ja das Bild von Julian Fichtner?
Vorlage S. 769
405
SALA.
Vorlage S. 769
406
Freilich.
Vorlage S. 769
407
FELIX.
Vorlage S. 769
408
Ich wusste gar nicht, dass die Frauengestalt Irene Herms darstellen sollte.
Vorlage S. 769
409
WEGRAT.
Vorlage S. 769
410
Das sind nun mehr als fünfundzwanzig Jahre, dass er das Bild gemalt hat. Es machte gewaltiges Aufsehen damals. Es war sein erster großer Erfolg. Und heute gibt es vielleicht eine ganze Menge von Leuten, die seinen Namen nicht mehr kennen. – Übrigens hab' ich Irene Herms nach ihm gefragt. Aber seltsam, auch die »ewige Freundin« weiß nicht, wo in der Welt er sich herumtreibt.
Vorlage S. 769
411
FELIX.
Vorlage S. 769
412
Ich hab' ihn erst vor wenigen Tagen gesprochen.
Vorlage S. 769
413
WEGRAT.
Vorlage S. 769
414
Wie?! Du hast Julian Fichtner gesehen? Er war in Salzburg? ... Wann denn?
Vorlage S. 769
415
FELIX.
Vorlage S. 769
416
Es sind erst drei oder vier Tage her. Er hat mich aufgesucht, und wir haben einen Abend miteinander verbracht.
Vorlage S. 769
417
FRAU WEGRAT
Vorlage S. 769
418
wirft einen Blick auf Doktor Reumann.
Vorlage S. 769
419
WEGRAT.
Vorlage S. 769
420
Wie geht's ihm denn? Was hat er dir denn erzählt?
Vorlage S. 769
421
FELIX.
Vorlage S. 769
422
Ein wenig grau ist er geworden, aber sonst schien er mir kaum verändert.
Vorlage S. 769
423
WEGRAT.
Vorlage S. 769
424
Wie lang mag er jetzt von Wien fort sein? Zwei Jahre, nicht wahr?
Vorlage S. 769
425
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 769
426
Etwas drüber.
Vorlage S. 769
427
FELIX.
Vorlage S. 770
428
Er hat große Reisen gemacht.
Vorlage S. 770
429
SALA.
Vorlage S. 770
430
Ja, gelegentlich erhielt ich eine Karte von ihm.
Vorlage S. 770
431
WEGRAT.
Vorlage S. 770
432
Wir auch. Aber ich dachte, dass Sie mit ihm in regelmäßiger Korrespondenz stünden.
Vorlage S. 770
433
SALA.
Vorlage S. 770
434
Regelmäßig? Nein.
Vorlage S. 770
435
JOHANNA.
Vorlage S. 770
436
Ist er nicht Ihr Freund?
Vorlage S. 770
437
SALA.
Vorlage S. 770
438
Freunde hab' ich im allgemeinen nicht. Und wenn ich sie habe, verleugne ich sie.
Vorlage S. 770
439
JOHANNA.
Vorlage S. 770
440
Aber früher sind Sie doch so intim mit ihm gewesen.
Vorlage S. 770
441
SALA.
Vorlage S. 770
442
Er doch eigentlich mehr mit mir als ich mit ihm.
Vorlage S. 770
443
FELIX.
Vorlage S. 770
444
Wie meinen Sie das, Herr von Sala?
Vorlage S. 770
445
JOHANNA.
Vorlage S. 770
446
Ich versteh' das sehr gut. Es geht Ihnen wohl mit den meisten Menschen so.
Vorlage S. 770
447
SALA.
Vorlage S. 770
448
Ähnlich zum mindesten.
Vorlage S. 770
449
JOHANNA.
Vorlage S. 770
450
Man merkt das auch an den Sachen, die Sie schreiben.
Vorlage S. 770
451
SALA.
Vorlage S. 770
452
Hoff ich. Sonst könnte sie auch wer anderer schreiben.
Vorlage S. 770
453
WEGRAT.
Vorlage S. 770
454
Sagte er denn nicht, wann er wieder nach Wien kommt?
Vorlage S. 770
455
FELIX.
Vorlage S. 770
456
Ich glaube bald. Aber sehr bestimmt hat er sich nicht ausgedrückt.
Vorlage S. 770
457
JOHANNA.
Vorlage S. 770
458
Ich möchte Herrn Fichtner gern wiedersehen. Ich habe solche Menschen gern.
Vorlage S. 770
459
WEGRAT.
Vorlage S. 770
460
Was nennst du »solche Menschen«?
Vorlage S. 770
461
JOHANNA.
Vorlage S. 770
462
Die immer von weit herkommen.
Vorlage S. 770
463
WEGRAT.
Vorlage S. 770
464
Aber als du ihn kanntest, Johanna, kam er doch meistens ganz aus der Nähe ... er lebte ja hier.
Vorlage S. 770
465
JOHANNA.
Vorlage S. 770
466
Das ist ja ganz gleichgültig, ob er hier lebte oder anderswo. – Auch wenn er täglich kam, mir war immer, als käm' er von sehr weit.
Vorlage S. 770
467
WEGRAT.
Vorlage S. 770
468
Nun ja ...
Vorlage S. 770
469
FELIX.
Vorlage S. 770
470
Das hab' ich auch manchmal empfunden.
Vorlage S. 770
471
WEGRAT.
Vorlage S. 770
472
Ist es nicht seltsam, wie er durch die Welt jagt, in den letzten Jahren wenigstens?
Vorlage S. 770
473
SALA.
Vorlage S. 770
474
Steckt diese Unruhe nicht seit jeher in ihm? Sie waren ja schon auf der Akademie mit ihm zusammen.
Vorlage S. 770
475
WEGRAT.
Vorlage S. 770
476
Ja. Und damals musste man ihn gekannt haben, um ihn wirklich zu kennen. Als junger Mensch hatte er etwas Faszinierendes, Blendendes. Nie hab' ich jemanden gekannt, auf den das Wort »vielversprechend« so zutraf wie auf ihn.
Vorlage S. 770
477
SALA.
Vorlage S. 770
478
Nun, er hat doch mancherlei gehalten.
Vorlage S. 770
479
WEGRAT.
Vorlage S. 770
480
Aber was hätte er alles erreichen können! ...
Vorlage S. 770
481
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 771
482
Ich glaube, was man hätte erreichen können, das erreicht man auch.
Vorlage S. 771
483
WEGRAT.
Vorlage S. 771
484
Nicht immer. Julian war gewiss zu Höherem bestimmt. Was ihm gefehlt hat, war die Fähigkeit, sich zu sammeln, der innere Friede. Er konnte sich nirgends dauernd heimisch fühlen; und das Unglück war, dass er sich auch in seinen Arbeiten sozusagen nur vorübergehend aufhielt.
Vorlage S. 771
485
FELIX.
Vorlage S. 771
486
Er hat mir ein paar Skizzen gezeigt, die er in der letzten Zeit gemacht hat.
Vorlage S. 771
487
WEGRAT.
Vorlage S. 771
488
Schön?
Vorlage S. 771
489
FELIX.
Vorlage S. 771
490
Für mich lag etwas Ergreifendes in ihnen.
Vorlage S. 771
491
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 771
492
Warum ergreifend? Was sind's denn für Bilder?
Vorlage S. 771
493
FELIX.
Vorlage S. 771
494
Landschaften. Sogar meistens ganz heitere Gegenden.
Vorlage S. 771
495
JOHANNA.
Vorlage S. 771
496
Ich habe einmal im Traum eine Frühlingslandschaft gesehen, ganz sonnig und mild, und doch hab' ich über sie weinen müssen.
Vorlage S. 771
497
SALA.
Vorlage S. 771
498
Ja, die Traurigkeit steckt in den Dingen oft viel tiefer verborgen, als man ahnt.
Vorlage S. 771
499
WEGRAT.
Vorlage S. 771
500
Also er arbeitet wieder? Da kann man sich ja vielleicht was besonderes erwarten.
Vorlage S. 771
501
SALA.
Vorlage S. 771
502
Bei jemandem, der einmal ein Künstler war, ist man nie vor Überraschungen sicher.
Vorlage S. 771
503
WEGRAT.
Vorlage S. 771
504
Ja, so ist es, Herr von Sala. Das ist eben der große Unterschied. Bei einem Beamten kann man in dieser Hinsicht ganz ruhig sein. Mit heiterer Selbstironie. Der malt jedes Jahr sein braves Bild für die Ausstellung und kann beim besten Willen nicht anders.
Vorlage S. 771
505
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 771
506
Es ist noch sehr die Frage, wer die Welt und die Kunst weiter bringt: Beamte wie Sie, Herr Professor, oder ... die sogenannten Genies.
Vorlage S. 771
507
WEGRAT.
Vorlage S. 771
508
O, es fällt mir gar nicht ein, den Bescheidenen zu spielen. Aber was die Genies anbelangt, von denen wollen wir lieber nicht reden. Das ist eine Welt für sich und außerhalb der Diskussion – wie die Elemente.
Vorlage S. 771
509
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 771
510
Da bin ich allerdings durchaus anderer Ansicht.
Vorlage S. 771
511
WEGRAT.
Vorlage S. 771
512
Man kann doch nur von den Leuten sprechen, für die es überhaupt Grenzen gibt. Und da find' ich nun freilich: Wer seine Grenzen besser kennt, das ist der bessere Mann. Und in dieser Hinsicht hab' ich gewiss allen Grund, mich hochzuschätzen. – Ist dir denn nicht kühl, Gabriele?
Vorlage S. 771
513
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 772
514
Nein.
Vorlage S. 772
515
WEGRAT.
Vorlage S. 772
516
Nimm doch das Tuch fester um und lass uns ein wenig Bewegung machen, so weit das hier möglich ist.
Vorlage S. 772
517
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 772
518
O ja, gern. – Bitte, kommen Sie, Doktor, nehmen Sie meinen Arm. Sie haben sich um Ihre Patientin noch gar nicht gekümmert.
Vorlage S. 772
519
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 772
520
Ich stehe zur Verfügung.
Vorlage S. 772
521
Die andern gehen voraus, Johanna mit ihrem Bruder, der Professor mit Sala; Doktor Reumann und Frau Wegrat scheinen sich anzuschließen, bis Frau Wegrat plötzlich stehen bleibt.
Vorlage S. 772
522
Sechste Szene
Vorlage S. 772
523
Frau Wegrat, Doktor Reumann.
Vorlage S. 772
524
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 772
525
Haben Sie bemerkt, wie seine Augen leuchteten, – Felix' Augen, als man von ihm sprach? Es war eigentümlich.
Vorlage S. 772
526
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 772
527
Menschen von der Art dieses Herrn Fichtner haben gewiss für jüngere Leute etwas Interessantes. Es weht wie ein Duft von Abenteuern um sie.
Vorlage S. 772
528
FRAU WEGRAT
Vorlage S. 772
529
den Kopf schüttelnd.
Vorlage S. 772
530
Und er hat ihn besucht ... Er ist offenbar nach Salzburg nur gefahren, um ihn wiederzusehen. Er fängt wohl an, sich ziemlich verlassen zu fühlen.
Vorlage S. 772
531
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 772
532
Warum sollte man einen jungen Freund nicht besuchen, wenn man zufällig seinen Aufenthaltsort berührt? Daran find' ich nichts Merkwürdiges.
Vorlage S. 772
533
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 772
534
Vielleicht haben Sie recht. Vielleicht hätt' ich die Sache früher geradeso aufgefaßt. Aber jetzt, im Angesicht ... Nein, Doktor, ich will nicht pathetisch werden.
Vorlage S. 772
535
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 772
536
Gegen das Pathos hab' ich nichts, nur gegen den Unsinn.
Vorlage S. 772
537
FRAU WEGRAT
Vorlage S. 772
538
lächelnd.
Vorlage S. 772
539
Ich danke Ihnen. – Immerhin, ich habe Anlass, über allerlei nachzudenken. Das ist weiter nicht schwer zu nehmen, lieber Freund. Sie wissen ja, ich habe Ihnen alles nur erzählt, um mit einem klugen und guten Menschen über Vergangenes reden zu können; nicht etwa, um von einer Schuld losgesprochen zu werden.
Vorlage S. 772
540
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 772
541
Glücklich machen ist besser als schuldlos sein. Und da Ihnen das beschieden war, haben Sie selbstverständlich alles gutgemacht ... wenn Sie ein Wort von so phantastischer Albernheit gestatten.
Vorlage S. 772
542
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 773
543
Dass ich Sie so reden höre!
Vorlage S. 773
544
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 773
545
Hab' ich nicht recht?
Vorlage S. 773
546
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 773
547
Als wenn ich nicht ganz gut fühlte, dass gerade Ihnen wir alle, Betrogene und Betrüger, gleich verächtlich sein müssen.
Vorlage S. 773
548
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 773
549
Gerade mir? ... Was Sie, gnädige Frau, Verachtung nennen, – wenn ich überhaupt etwas davon verspürte – wäre ja doch nichts anderes als maskierter Neid. Oder denken Sie, dass es mir an dem guten Willen fehlte, mein Leben so zu führen, wie ich es die meisten andern führen sehe? Ich habe nur nicht das Talent dazu. Wenn ich aufrichtig sein soll, gnädige Frau – die Sehnsucht, die am tiefsten in mir steckt, ist die: ein Schurke zu sein, ein Kerl, der heuchelt, verführt, hohnlacht, über Leichen schreitet. Aber ich bin durch Mängel meines Temperaments dazu verurteilt, ein anständiger Mensch zu sein – und, was vielleicht noch schmerzlicher ist, von allen Leuten zu hören, dass ich es bin.
Vorlage S. 773
550
FRAU WEGRAT
Vorlage S. 773
551
hat ihn lächelnd zugehört.
Vorlage S. 773
552
Ob Sie uns auch den wahren Grund erzählt haben, der Sie in Wien festhält ...?
Vorlage S. 773
553
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 773
554
Gewiss. Ich habe wahrhaftig keinen andern. Ich habe nicht das Recht, einen andern zu haben. Reden wir doch nicht weiter davon.
Vorlage S. 773
555
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 773
556
Sind wir nicht so gute Freunde, dass ich ruhig über alles mit Ihnen sprechen kann? Ich weiß ja, was Sie meinen. Aber ich glaube, es stände in Ihrer Macht, gewisse Illusionen und Träume aus einer Mädchenseele davonzuscheuchen. Für mich wäre es eine rechte Beruhigung, wenn ich Sie hier zurücklassen dürfte, unter diesen Menschen, die mir alle so nahe sind und die doch alle voneinander nichts wissen, kaum ihre Beziehungen zu einander kennen und dazu bestimmt scheinen, auseinander zu flattern, weiß Gott, wohin.
Vorlage S. 773
557
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 773
558
Wir wollen von diesen Dingen reden, wenn es an der Zeit ist, gnädige Frau.
Vorlage S. 773
559
FRAU WEGRAT.
Vorlage S. 773
560
Ich bereue ja nichts. Ich glaube, ich habe nie etwas bereut. Aber ich fühle, dass irgend etwas nicht in Ordnung ist. Vielleicht ist es nur der seltsame Glanz in den Augen von Felix gewesen, der diese Unruhe über mich gebracht hat. Aber ist es nicht sonderbar, – unheimlich beinahe, zu denken, dass ein Mensch wie er mit offenen Sinnen in der Welt umhergehen und nie erfahren soll, wem er das Licht der Welt verdankt?
Vorlage S. 773
561
DOKTOR REUMANN.
Vorlage S. 774
562
Wir wollen keine allgemeinen Sätze aufstellen, gnädige Frau. Damit sind die geradesten Dinge so sehr ins Zittern und Schwanken zu bringen, dass es auch die klarsten Augen zu schwindeln anfängt. Aber ich für meinen Teil finde: Eine Lüge, die sich so stark erwiesen hat, dass sie den Frieden eines Hauses tragen kann, ist mindestens so verehrungswürdig als eine Wahrheit, die nichts anderes vermöchte, als das Bild der Vergangenheit zu zerstören, das Gefühl der Gegenwart zu trüben und die Betrachtung der Zukunft zu verwirren. Er geht weiter mit ihr.
Vorlage S. 774
563
Siebente Szene
Vorlage S. 774
564
Johanna und Sala.
Vorlage S. 774
565
JOHANNA.
Vorlage S. 774
566
So kommt man immer auf dieselben Stellen. Ihr Garten ist wohl größer, Herr von Sala?
Vorlage S. 774
567
SALA.
Vorlage S. 774
568
Mein Garten ist der Wald selbst, – für Leute, die ihre Phantasie nicht durch ein dünnes Gitter behindern lassen.
Vorlage S. 774
569
JOHANNA.
Vorlage S. 774
570
Ihre Villa ist schön geworden.
Vorlage S. 774
571
SALA.
Vorlage S. 774
572
Kennen Sie sie denn?
Vorlage S. 774
573
JOHANNA.
Vorlage S. 774
574
Neulich hab' ich sie wiedergesehen, zum ersten Male wieder seit drei Jahren.
Vorlage S. 774
575
SALA.
Vorlage S. 774
576
Vor drei Jahren war ja noch nicht einmal der Grundstein gelegt.
Vorlage S. 774
577
JOHANNA.
Vorlage S. 774
578
Für mich ist sie schon damals dagestanden.
Vorlage S. 774
579
SALA.
Vorlage S. 774
580
Wie geheimnisvoll ...
Vorlage S. 774
581
JOHANNA.
Vorlage S. 774
582
Gar nicht. Erinnern Sie sich nur. Wir haben einmal einen Ausflug nach Dornbach gemacht, die Eltern, Felix und ich. Da haben wir Sie und Herrn Fichtner begegnet, und das war gerade an der Stelle, wo Ihr Haus gebaut werden sollte. Und nun sieht alles geradeso aus, wie Sie es damals geschildert haben.
Vorlage S. 774
583
SALA.
Vorlage S. 774
584
Wie kommen Sie denn in diese Gegend?
Vorlage S. 774
585
JOHANNA.
Vorlage S. 774
586
Ich gehe jetzt oft allein spazieren, seit Mama krank ist ...
Vorlage S. 774
587
SALA.
Vorlage S. 775
588
Und wann sind Sie denn an meinem Haus vorübergekommen?
Vorlage S. 775
589
JOHANNA.
Vorlage S. 775
590
Das ist nicht lange her ... Heute.
Vorlage S. 775
591
SALA.
Vorlage S. 775
592
Heute?
Vorlage S. 775
593
JOHANNA.
Vorlage S. 775
594
Ja. Ich bin ringsherum gegangen.
Vorlage S. 775
595
SALA.
Vorlage S. 775
596
So? Ringsherum? ... Haben Sie auch die kleine Tür gesehen, die direkt in den Wald hinausführt?
Vorlage S. 775
597
JOHANNA.
Vorlage S. 775
598
Ja. – Aber von dort aus ist das Haus beinahe unsichtbar. Das Laub ist ganz dicht. – Wo mögen denn die römischen Kaiserbüsten sein?
Vorlage S. 775
599
SALA.
Vorlage S. 775
600
Die stehen auf Säulen am Eingang einer Allee. Gleich daneben ist eine kleine Marmorbank, und vor der Marmorbank ist ein kleiner Teich angelegt.
Vorlage S. 775
601
JOHANNA
Vorlage S. 775
602
nickt.
Vorlage S. 775
603
Wie Sie uns damals erzählten ... Und das Wasser schimmert grünlichgrau ... und des Morgens fallen die Schatten der Buchen drüber hin. – Ich weiß. Sie blickt zu ihm auf und lächelt. Beide gehen weiter.
Vorlage S. 775
604
Vorhang.
Vorlage S. 775

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Wie steht's denn übrigens mit seinen Aussichten? ... …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Ich hab' Sie wohl gesehen, wie Sie hinter dem Vorhang standen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Die letzte Entscheidung stand ja doch beim Vater.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Er hat mir ein paar Skizzen gezeigt, die er in der letzten Zeit gemacht hat.« B: »Wenn ich nur wenigstens wüsste, wie lange mir mein guter Doktor noch erhalten bleibt.« C: »Versuchst du, sie ein wenig zu zerstreuen? aufzuheitern?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ja, gelegentlich erhielt ich …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Aber ist es nicht sonderbar, – unheimlich beinahe, zu denken, dass ein Mensch …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Johanna spaziert im Garten auf und ab. Felix tritt auf in Ulanenuniform.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] guten Menschen über Vergangenes reden zu können; nicht etwa, um von einer Schuld losgesprochen zu werden.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Augen zu schwindeln anfängt. Aber ich für meinen Teil finde: Eine Lüge, die sich so stark erwiesen hat, dass sie den Frieden eines Hauses tragen kann, ist mindestens so verehrungswürdig als eine Wahrheit, die nichts anderes vermöchte, als […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] geht's, Gabriele? Besser, nicht wahr? Leise, beinahe schüchtern. Meine Liebe ... Streichelt ihr Stirn und Haare. Liebe ... Die Luft ist so lind.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Macht oder Abhängigkeit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] kann? Ich weiß ja, was Sie meinen. Aber ich glaube, es stände in Ihrer Macht, gewisse Illusionen und Träume aus einer Mädchenseele davonzuscheuchen. Für mich wäre es eine rechte Beruhigung, wenn ich Sie hier zurücklassen dürfte, unter […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Guten Abend, Fräulein Johanna. Guten Abend, Herr von Sala. Reicht beiden die Hände. Wie befinden Sie sich?« und »Wir auch. Aber ich dachte, dass Sie mit ihm in regelmäßiger Korrespondenz stünden.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Wie Sie uns damals erzählten ... Und das Wasser schimmert grünlichgrau ... und des Morgens fallen die Schatten der Buchen drüber hin. – Ich weiß. Sie blickt zu ihm auf und lächelt. Beide gehen weiter.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Johanna spaziert im Garten auf und ab. Felix tritt auf in Ulanenuniform.« / »Wie Sie uns damals erzählten ... Und das Wasser schimmert grünlichgrau ... und des Morgens fallen die […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Grüß' dich Gott. – Wie ist denn das möglich, dass du schon wieder Urlaub bekommen hast?«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Oder ist's nicht etwa wieder so ein kleiner Geniestreich?«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Und das Wasser schimmert grünlichgrau ... und des Morgens fallen die Schatten der Buchen drüber hin. – Ich weiß.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Der einsame Weg von Schnitzler, Arthur ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Der einsame Weg

Arthur Schnitzler: Die Dramatischen Werke. Frankfurt a.M.: S. Fischer Verlag, 1962. Schnitzler, Arthur 759- Frankfurt a.M.

Das Werk Der einsame Weg von Schnitzler, Arthur ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.