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Buch - Der Wittiber - Thoma, Ludwig

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Originalwerk · Lesefassung

Der Wittiber

Thoma, Ludwig · 1911

Ein verwitweter Bauer versucht, seinen Hof und ein neues persönliches Glück miteinander zu vereinbaren. Familieninteressen, soziale Erwartungen und Besitzfragen prägen die daraus entstehenden Konflikte.

BauernromanKlasse 11–1317 Abschnitte
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Karl Klimsch · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.
  • Für die begleitete Analyse in der Oberstufe; je nach Werk werden Gewalt, Sexualität, Krankheit oder historische Diskriminierung thematisiert.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 17

1. Kapitel

1
Erstes Kapitel
Vorlage S. 291
2
»Um d' Kathi is schad; dös behaupt' i, weil 's wahr is, und koa besserne Hauserin is weit umadum net g'wes'n«, sagte der Zwerger von Arnbach, und Männer und Weiber, die beim Leichentrunk saßen, nickten beistimmend.
Vorlage S. 291
3
»De Ehr' muaß ihr a niada Mensch lass'n, dass ihr d' Arbet guat vo da Hand ganga is.«
Vorlage S. 291
4
»Han?«
Vorlage S. 291
5
Die Fischerbäuerin von Neuried redete undeutlich, weil sie ein tüchtiges Stück Wurst kaute; aber wie sie es hinuntergeschluckt hatte, wiederholte sie ihre Worte.
Vorlage S. 291
6
»Dass ihr d' Arbet guat von da Hand ganga is, sag i.«
Vorlage S. 291
7
»Und halt vastanna hat sie 's aa«, rief einer über den Tisch hinüber.
Vorlage S. 291
8
»Freili hot sie 's vastanna. Und gar so viel a guate Melcherin is sie g'wesen,« sagte die Fischerbäuerin, die als Schwester der Verstorbenen heute ein Aufhebens machen durfte. »Solchene muaß it viel geb'n, und it leicht, dass a mal a Kuah nach ihr ausg'schlag'n hat, und vo drei Strich hat sie so viel Milli ausg'molka, wia'r an anderene aus vieri.«
Vorlage S. 291
9
»Und g'rat'n is ihr alssammete,« rief die Huberin von Glonn, »sie hat a niad's Kaibi durchbracht; und bal sie oans no so g'ring herg'schaugt hat, is ihr it umg'stanna.«
Vorlage S. 291
10
»Was mög'st?« fragte der Zwerger, den die Fischerbäuerin anstieß. »Ah so! Geh, teat's d' Würscht no mal her!«
Vorlage S. 291
11
Und er gab der Nachbarin hinaus, die mit Messer und Gabel darüberging und wehleidig sagte: »Es is schad um sie, weil sie gar so viel a guate Melcherin war.«
Vorlage S. 291
12
Der Schormayer von Kollbach hörte die Lobreden oder hörte sie nicht; er schaute verloren an sein Bierglas hin; und wenn er den Deckel aufmachte und eines trank, geschah es auch gedankenlos und ohne Genuss.
Vorlage S. 291
13
»Was hoscht jetzt an Sinn?« fragte ihr der Zwerger.
Vorlage S. 291
14
»Wia?«
Vorlage S. 291
15
»Was d' an Sinn hoscht? Übergibst, oda machst alloa furt?«
Vorlage S. 291
16
»I bin do it alloa.«
Vorlage S. 291
17
»Ja no, die Tochta werd aa it ledi bleib'n mög'n; und bal sie heiret, was is nacha?«
Vorlage S. 291
18
»Dös woaß i jetzt aa it.«
Vorlage S. 291
19
»Geh, Zwerger, lass guat sei! Wer red't denn von Übageb'n, bal ma d' Muatta erst vor a Stund ei'grab'n hamm?«
Vorlage S. 291
20
Der Schormayer Lenz sagte es, und zeigte sich überhaupt als rechtsinnigen Menschen, der auch im Unglück seine fünf Sinne beisammen hat, indem er acht gab, dass beim Leichenmahl alles mit Ordnung ging und Verwandte und Gefreundete herzhaft zugriffen.
Vorlage S. 291
21
»Ja no,« antwortete der Zwerger, »mi red't grad; und wer woaß, wann mi wieda beinand is. Und es is guat g'moant g'wen, Schormayer; des sell derfst g'wiß glaab'n.«
Vorlage S. 291
22
»Wia?«
Vorlage S. 291
23
»I sag, dass i dir nix Schlecht's moan, und nix für unguat!«
Vorlage S. 291
24
»Na, na!«
Vorlage S. 291
25
»Bal d' Kathi bei'n Leb'n blieb'n waar, kunnt'st freili no a fünf Jahr regier'n, aber a so werd 's dir hart o'kemma.«
Vorlage S. 291
26
»Ja, ja.«
Vorlage S. 291
27
»Sie is so viel a guate Melcherin g'wen, und in Stall überhaupts hat 's koa besserne gar it geb'n,« sagte die Fischerbäuerin, indes sie einen Löffel Rübenkraut zum Schweinefleisch nahm.
Vorlage S. 291
28
»Der Herr gebe ihr die ewige Seligkeit und lasse sie ruhen in Frieden, Amen!« rief am untern Ende eine scharfe Stimme, die zu den frommen Worten nicht recht passte.
Vorlage S. 291
29
Und sie ging von der Asamin aus, die mit einem kleinen Gütler ein armseliges und streiterfülltes Leben führte.
Vorlage S. 291
30
Sie hatte aber auch mit der Katharina Schormayer eine Schwester begraben und musste deswegen an diesem traurigen Tage gehört werden.
Vorlage S. 291
31
»Amen!« responsierten die Verwandten und Gefreundeten, und räusperten sich dazu; denn sie gönnten der Asamin nicht, dass sie das Wort führen sollte.
Vorlage S. 291
32
Dann war es still; bloß dass man Gabeln und Messer auf den Tellern kratzen hörte, oder auch einen, der seufzte, oder einen, der sagte: »Ja no! Jetzt is scho amal a so.«
Vorlage S. 291
33
Nach einer Weile jedoch brachte der Zwerger die Unterhaltung wieder in Fluss.
Vorlage S. 291
34
»Des muaß mi sag'n, schö hat da Herr Pfarra g'redt, und g'rad fei' hat a sei Sach' fürbracht.«
Vorlage S. 291
35
»Er hot überhaupts a guat's Mäuwerk«, lobte der Schneiderbauer; »da is er ganz anderst wia der inser in Arnbach. Der sell ko gar nix.«
Vorlage S. 292
36
»Dös is wahr, bei dem muaß mi einschlafa, aba an Herrn Metz lob' i. Er hat der Schormayerin ihr Ehr geb'n, dass mi z'fried'n sei muaß.«
Vorlage S. 292
37
»Ein fleißiges Weib ist eine Krone ihres Mannes, hat a g'sagt, und dessell hat er aa g'sagt: durch ein weises Weib wird das Haus erbauet. I hon ma 's guat g'mirkt.«
Vorlage S. 292
38
Die Asamin ließ sich zu oft hören.
Vorlage S. 292
39
»Mirk d' as no! Du ko'st as guat braucha!« schrie der Schneiderbauer grob und brachte viele zum Lachen.
Vorlage S. 292
40
»Bal's aba da Herr Pfarra g'sagt hat!«
Vorlage S. 292
41
»Is ja recht, mirk da 's no g'rad!«
Vorlage S. 292
42
»Von a Predigt ko si a niada was hoam nehma, net grad i alloa.«
Vorlage S. 292
43
»Is ja recht.«
Vorlage S. 292
44
»Und des sell derf i do sag'n, dass mi de Predigt g'fall'n hat, und überhaupts is sie von mir so guat a Schwesta g'wen als wia vo de andern; und des is amal wahr, dass er dös g'sagt hat. Ein fleißiges Weib, hat er g'sagt, ist die Krone des Mannes.«
Vorlage S. 292
45
»Is ja recht, bal's no du aa oane waarst!«
Vorlage S. 292
46
»Nacha krieget der Asam vielleicht gar was für di«, sagte der Zwerger; und wieder lachten Verwandte und Gefreundete.
Vorlage S. 292
47
»Schaug no, dass du was kriagst für de Dei'; und des sell muaß i dir no sag'n ...«
Vorlage S. 292
48
»Sei amal staad!« mahnte der Lenz so nachdrücklich, dass die Asamin einhielt.
Vorlage S. 292
49
Und jetzt schob auch seine Schwester Ursula die Fleischplatte vor den alten Schormayer hin.
Vorlage S. 292
50
»Geh, Vata, iss dennerscht was!«
Vorlage S. 292
51
»I mog it.«
Vorlage S. 292
52
»Dös is jetzt aa nix, bal du a so da hockst; is ja des best' Sach!«
Vorlage S. 292
53
»I mog it, sag' i.«
Vorlage S. 292
54
»Wickel 's eahm ei!« sagte die Fischerbäuerin. »Dahoam mag er 's na scho.«
Vorlage S. 292
55
Der Wittiber trank ein ums andere Mal und schaute mit leeren Augen vor sich hin, dass es den Schneiderbauer erbarmte.
Vorlage S. 292
56
»Wie lang bist jetzt verheiret g'wen?« fragte er den stillen Mann.
Vorlage S. 293
57
»I?«
Vorlage S. 293
58
»Ja, muaß do bald dreiß'g Jahr sei.«
Vorlage S. 293
59
»It ganz. Achtazwanzgi san mi beinand g'wen.«
Vorlage S. 293
60
»Is a lange Zeit. Da g'wohnt ma si z'samm.«
Vorlage S. 293
Historisches Bildnis von Ludwig Thoma
Kontextbild zum Werk. Historisches Bildnis von Ludwig Thoma — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Karl Klimsch · Public domain Bildquelle ↗
61
»Da g'wohnt ma si z'samm, ja, ja! Und jetz woaß i gar nix mehr, wo i hi'g'hör, und dahoam is nix, und anderstwo is aa nix.«
Vorlage S. 293
62
»Es werd scho wieder, Vata, lass no guat sei!« sagte Lenz.
Vorlage S. 293
63
»Nix werd 's. Dös vastehst du net. Bal mi achtazwanz'g Jahr mitanand g'arbet hat, und is oan Tag g'wen wia den andern, und auf oamal is 's gar, dös is dumm ganga. Dös hätt' 's it braucht.«
Vorlage S. 293
64
»No schau, bei dir is no net allssammete aus«, tröstete der Zwerger. »Du host a Bargeld und kost zuaschaug'n, wann's d' heut übagibst.«
Vorlage S. 293
65
»Ja, bal i d' Arbet nimma hab, was is denn nacha? Und alloa is d' Arbet aa nimma luschti. Dös is amal nix mehr und werd nix mehr.«
Vorlage S. 293
66
Er schaute wieder vor sich hin und rührte nichts an von allem, was aufgetragen wurde.
Vorlage S. 293
67
Den andern aber hatte die Trauer den Appetit nicht verschlagen; sie langten herzhaft zu, und über Essen und Trinken wurde es lebhafter.
Vorlage S. 293
68
Von der seligen Schormayerin war nicht mehr so viel die Rede als von der Ernte und von den Viehpreisen; und jeder wusste etwas zu sagen, was seiner Kenntnis Ehre machte.
Vorlage S. 293
69
Und wie sich der Eifer steigerte, wollte auch der Lenz zeigen, dass er gut beschlagen war.
Vorlage S. 293
70
Die Fischerbäuerin wieder nahm sich der Ursula an und erzählte ihr von einigen Bauernsöhnen, die rundherum mit guter Aussicht fürs Leben zu heiraten waren.
Vorlage S. 293
71
Und wenn ihr die Namen ausgingen, wusste gleich eine andere noch einen besseren zu rühmen; und über ein kurzes steckten die Weiber ihre Köpfe zusammen und waren vom Sterben mitten ins Heiraten gekommen.
Vorlage S. 293
72
Die Asamin nicht.
Vorlage S. 293
73
Ihre Meinung hatte in solchen Fragen erst recht keine Geltung, und überdem hielt sie es für richtig, jetzt mit einigen Wünschen an den Schormayer zu gehen.
Vorlage S. 294
74
Ohne dass es die andern viel bemerkten, setzte sie sich hinter den Wittiber und fing erst einmal kräftig zu seufzen an. Da er nicht darauf achtete, zupfte sie ihn am Ärmel und sagte: »Dös is a wahr's Kreuz!«
Vorlage S. 294
75
Der Schormayer wandte sich um. »Was willst?«
Vorlage S. 294
76
»A Kreuz is, sag i, dass d' Kathi hat sterb'n müass'n.«
Vorlage S. 294
77
»Jetz lass du mi aus!«
Vorlage S. 294
78
»Ja, glaabst, mi bekümmert dös nix? Sie is vo mir aa'r a Schwesta g'wen.«
Vorlage S. 294
79
»I woaß scho.«
Vorlage S. 294
80
»Und bal i aa g'rad an arme Güatlerin bi, des sell macht da gar nix aus. Vielleicht hon i mehra Derbarma mit dir als an anderne.«
Vorlage S. 294
81
»I dank da schö. Ja, is scho recht.« Und er drehte ihr den Rücken zu.
Vorlage S. 294
82
Aber die Asamin war darüber nicht traurig, sie schaute links und rechts, ob die Gespräche noch am Fließen waren; und wie sie das mit Befriedigung sah, fasste sie wiederum den Schwager am Ellenbogen.
Vorlage S. 294
83
»Was hoscht denn?«
Vorlage S. 294
84
»Du, hat d' Kathi gar it dergleich'n to, dass sie ihre Verwandt'n a bissel was zuakemma lasst?«
Vorlage S. 294
85
»Na, gar nix.«
Vorlage S. 294
86
»Koan Pfennig it?«
Vorlage S. 294
87
»Na, sag i.«
Vorlage S. 294
88
»Sollt'st nacha scho du a wengl was toa, dass mi liaba bet' dafür.«
Vorlage S. 294
89
»Bal's d' net gern bet'st, lasst d' as bleib'n.«
Vorlage S. 294
90
»Sie no net glei a so gach. Mi sagt ja grad, weil 's a guat's Werk waar, wann mi an arma Menschen was gab.«
Vorlage S. 294
91
»Du hoscht ihra Lebzeit'n gnua kriagt, und hoscht as do bloß vabutzt.«
Vorlage S. 294
92
»I?«
Vorlage S. 294
93
»Ja, du! Und jetz lass mi mei Ruah!«
Vorlage S. 294
94
»Jetz da muaß i lacha. Wos hon denn i kriagt von ihr?«
Vorlage S. 294
95
»I red nix mehr.«
Vorlage S. 294
96
Der Schormayer war ein weniges aus seiner allertiefsten Trübseligkeit gerissen und zeigte seiner Schwägerin die breite Seite.
Vorlage S. 295
97
»Luada!« brummte er vor sich hin und trank einmal.
Vorlage S. 295
98
Die Asamin gab viel und doch nicht alles verloren; sie wartete etliche Zeit, bis nach ihrer Meinung die Trauer wieder oben auf schwamm.
Vorlage S. 295
99
Dann kriegte sie den Wittiber noch mal am Ärmel.
Vorlage S. 295
100
»Ja Herrgott ...!«
Vorlage S. 295
101
»Geh! Muaßt it a so sei! I sag nix mehr von an Geld!«
Vorlage S. 295
102
»Du kriagst scho koans.«
Vorlage S. 295
103
»Dös san mi arma Leut g'wohnt. Aba, pass auf, den brauna Rock von ihr und den Spensa kunnt'st ma do scho geb'n.«
Vorlage S. 295
104
»Wos für an brauna Spensa?« fragte mit einmal Ursula, und fragte es sehr scharf. 187;I ho do mit dir it g'red't.«
Vorlage S. 295
105
»Na, aba an Vata tat'st o'betteln und schamst dir gor it.«
Vorlage S. 295
106
»Dös is it bettelt, bal mi fragt!«
Vorlage S. 295
107
»Dei Frag'n kenn i scho, und schama tuast di du gor it. Möcht sie 's G'wand vo da Muatta!«
Vorlage S. 295
108
»Was waar's nacha, bal mi an Spensa kriagat? Hoscht du it gnua Sach? Is dös it da Brauch, dass mi an Verwandt'n was gibt? Da möcht i scho von Betteln sag'n und 's Mäu recht aufreiß'n, als wenn sie koan Schwesta net g'wen waar von mi und 's Bet'n net aa braucha kunnt!«
Vorlage S. 295
109
Die Asamin deckte ihren Rückzug tapfer und gut, wie ein jeder sagen musste, aber sie musste eben doch zurückweichen und von allen Angriffen abstehen.
Vorlage S. 295
110
Sie saß wieder am untern Ende des Tisches und blieb von den flinken Augen der Ursula bewacht, so dass kein lautes Gespräch mehr für sie eine neue Gelegenheit gab.
Vorlage S. 295
111
»Und jetz geh i,« sagte der Schormayer bald darauf und stand auf.
Vorlage S. 295
112
»I geh mit dir, Vata,« rief der Lenz.
Vorlage S. 295
113
»Na, du bleibst do, und de andern aa. I find alloa' hoam, und koan Unterhaltung brauch i net. S' Good beinand!«
Vorlage S. 295
114
Er schwankte etwas und hatte in Kümmernis und Nachdenken mehr Bier getrunken, als mancher Fröhliche ertragen könnte; aber die Türe erreichte er doch in einer mäßigen Bogenlinie.
Vorlage S. 295
115
Die Trauerversammlung rief ihm Grüße nach und hielt wieder eine Zeitlang Betrachtungen ab über die Schormayerin und ihr schnelles Sterben und über den Tod im allgemeinen.
Vorlage S. 295
116
»Es is wirkli hart für eahm,« sagte die Fischerbäuerin, »und bal mi 's recht sagt, is er z' alt zu'n no mal Heiret'n und z' jung zu'n Aufhör'n.«
Vorlage S. 296
117
Die Schneiderin rückte näher zu ihr und wisperte leise, dass es die Mannsbilder nicht hören sollten: »Überhaupts sag i dös: bei dem Alter is besser, wann da Mo z'erscht stirbt, weil si inseroans leichter in d' Ruah gibt.«
Vorlage S. 296
118
»Da hoscht amal recht, und des sell is no allemal wahr g'wen, wie ma sagt: bal inser Herrgott an Hanswurst'n hamm will, lasst er oan mit fufz'g Jahr Wittiber wer'n.«
Vorlage S. 296
119
Die Fischerin sah die Schneiderin bedeutsam an, und sie nickten mit den Köpfen und waren sich einige darüber.
Vorlage S. 296

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »»Und g'rat'n is ihr alssammete,« rief die Huberin von Glonn, »sie hat …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Der Schormayer Lenz sagte es, und zeigte sich überhaupt als […] Menschen, der auch im Unglück seine fünf Sinne beisammen hat, indem er acht gab, dass beim Leichenmahl alles mit Ordnung ging und Verwandte und Gefreundete herzhaft zugriffen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Die Fischerbäuerin von Neuried redete undeutlich, weil sie ein tüchtiges Stück Wurst kaute; aber wie sie es hinuntergeschluckt hatte, wiederholte sie ihre Worte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »»Wos für an brauna Spensa?« fragte mit einmal Ursula, und fragte es sehr scharf. 187;I ho do mit dir it g'red't.«« B: »»Es werd scho wieder, Vata, lass no guat sei!« sagte Lenz.« C: »Und es is guat g'moant g'wen, Schormayer; des sell derfst g'wiß glaab'n.««

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Vielleicht hon i mehra Derbarma …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Mi sagt ja grad, weil 's a guat's Werk waar, wann mi an arma […] was gab.««

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Die Schneiderin rückte näher zu ihr und wisperte leise, dass es die Mannsbilder nicht hören sollten: »Überhaupts sag i dös: bei dem Alter is besser, wann da Mo z'erscht stirbt, weil si inseroans leichter in d' Ruah gibt.««

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »»Na, du bleibst do, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »»Um d' Kathi is schad; dös behaupt' i, weil 's wahr is, und koa besserne Hauserin is weit umadum net g'wes'n«, sagte der Zwerger von Arnbach, und Männer und Weiber, die beim Leichentrunk saßen, nickten beistimmend.«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »»Um d' Kathi is schad; dös behaupt' i, weil 's wahr is, und koa besserne Hauserin is weit umadum net g'wes'n«, sagte der Zwerger von Arnbach, und Männer und Weiber, die beim Leichentrunk saßen, nickten beistimmend.« und »Die Schneiderin rückte näher zu ihr und wisperte leise, dass es die Mannsbilder nicht hören sollten: »Überhaupts sag i dös: bei dem Alter is besser, wann da Mo z'erscht stirbt, weil si inseroans leichter in d' Ruah gibt.««. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »hat, und überhaupts is sie von mir so guat a Schwesta g'wen«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »»Um d' Kathi is schad; dös behaupt' i, weil 's wahr is, und koa besserne Hauserin is weit umadum net g'wes'n«, sagte der Zwerger von Arnbach, und Männer und Weiber, die beim Leichentrunk saßen, nickten beistimmend.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »»Es werd scho wieder, Vata, lass no guat sei!« sagte Lenz.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Die Fischerin sah die Schneiderin bedeutsam an, und sie nickten mit den Köpfen und waren sich einige darüber.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Das deutschsprachige Original ist nach den geprüften Lebensdaten des Autors in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen den bearbeiteten Datenbestand unter CC BY 3.0 DE bereit.

Der Wittiber

Ludwig Thoma: Gesammelte Werke in sechs Bänden. Erweiterte Neuausgabe. Textredaktion: Albrecht Knaus, München: Piper, 1968. Thoma, Ludwig 291- München

Das Werk Der Wittiber von Thoma, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

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Autorschaft und Ausgabe: Thoma, Ludwig

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Ludwig Thoma: Gesammelte Werke in sechs Bänden. Erweiterte Neuausgabe. Textredaktion: Albrecht Knaus, München: Piper, 1968. Thoma, Ludwig 291- München

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