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Buch - Der Kaufmann von Venedig - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Der Kaufmann von Venedig

Shakespeare, William

Der Kaufmann von Venedig von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Der Kaufmann von Venedig
Historische Illustration zu „Der Kaufmann von Venedig“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Gilbert Stuart Newton · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: August Wilhelm Schlegel

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 380
2
Venedig. Eine Straße.
Vorlage S. 380
3
Antonio, Salarino und Solanio treten auf.
Vorlage S. 380
4
ANTONIO.
Vorlage S. 380
5
Fürwahr, ich weiß nicht, was mich traurig macht:
Vorlage S. 380
6
Ich bin es satt; ihr sagt, das seid ihr auch.
Vorlage S. 380
7
Doch wie ich dran kam, wie mir's angeweht,
Vorlage S. 380
8
Von was für Stoff es ist, woraus erzeugt,
Vorlage S. 380
9
Das soll ich erst erfahren.
Vorlage S. 380
10
Und solchen Dummkopf macht aus mir die Schwermut,
Vorlage S. 380
11
Ich kenne mit genauer Not mich selbst.
Vorlage S. 380
12
SALARINO.
Vorlage S. 380
13
Eu'r Sinn treibt auf dem Ozean umher,
Vorlage S. 380
14
Wo Eure Galeonen, stolz besegelt,
Vorlage S. 380
15
Wie Herrn und reiche Bürger auf der Flut,
Vorlage S. 380
16
Als wären sie das Schaugepräng' der See,
Vorlage S. 380
17
Hinwegsehn über kleines Handelsvolk,
Vorlage S. 380
18
Das sie begrüßet, sich vor ihnen neigt,
Vorlage S. 380
19
Wie sie vorbeiziehn mit gewebten Schwingen.
Vorlage S. 380
20
SOLANIO.
Vorlage S. 380
21
Herr, glaubt mir, hätt' ich so viel auf dem Spiel,
Vorlage S. 380
22
Das beste Teil von meinem Herzen wäre
Vorlage S. 380
23
Bei meiner Hoffnung auswärts. Immer würd' ich
Vorlage S. 380
24
Gras pflücken, um den Zug des Winds zu sehn;
Vorlage S. 380
25
Nach Häfen, Reed' und Damm in Karten gucken,
Vorlage S. 380
26
Und alles, was mich Unglück fürchten ließ'
Vorlage S. 380
27
Für meine Ladungen, würd' ohne Zweifel
Vorlage S. 380
28
Mich traurig machen.
Vorlage S. 380
29
SALARINO.
Vorlage S. 380
30
Mein Hauch, der meine Suppe kühlte, würde
Vorlage S. 380
31
Mir Fieberschauer anwehn, dächt' ich dran,
Vorlage S. 380
32
Wie viel zur See ein starker Wind kann schaden.
Vorlage S. 380
33
Ich könnte nicht die Sanduhr rinnen sehn,
Vorlage S. 380
34
So dächt' ich gleich an Seichten und an Bänke,
Vorlage S. 381
35
Säh' meinen reichen Hans im Sande fest,
Vorlage S. 381
36
Das Haupt bis unter seine Rippen neigend,
Vorlage S. 381
37
Sein Grab zu küssen. Ging' ich in die Kirche
Vorlage S. 381
38
Und säh' das heilige Gebäu von Stein,
Vorlage S. 381
39
Sollt' ich nicht gleich an schlimme Felsen denken,
Vorlage S. 381
40
Die an das zarte Schiff nur rühren dürfen,
Vorlage S. 381
41
So streut es auf den Strom all sein Gewürz,
Vorlage S. 381
42
Und hüllt die wilde Flut in meine Seiden.
Vorlage S. 381
43
Und kurz, jetzt eben dies Vermögen noch,
Vorlage S. 381
44
Nun gar keins mehr? Soll ich, daran zu denken,
Vorlage S. 381
45
Gedanken haben, und mir doch nicht denken,
Vorlage S. 381
46
Dass solch ein Fall mich traurig machen würde?
Vorlage S. 381
47
Doch sagt mir nichts; ich weiß, Antonio
Vorlage S. 381
48
Ist traurig, weil er seines Handels denkt.
Vorlage S. 381
49
ANTONIO.
Vorlage S. 381
50
Glaubt mir, das nicht: ich dank' es meinem Glück,
Vorlage S. 381
51
Mein Vorschuß ist nicht einem Schiff vertraut,
Vorlage S. 381
52
Noch einem Ort; noch hängt mein ganz Vermögen
Vorlage S. 381
53
Am Glücke dieses gegenwärt'gen Jahrs:
Vorlage S. 381
54
Deswegen macht mein Handel mich nicht traurig.
Vorlage S. 381
55
SOLANIO.
Vorlage S. 381
56
So seid Ihr denn verliebt?
Vorlage S. 381
57
ANTONIO.
Vorlage S. 381
58
Pfui, pfui!
Vorlage S. 381
59
SOLANIO.
Vorlage S. 381
60
Auch nicht verliebt? Gut denn, so seid Ihr traurig,
Vorlage S. 381
61
Weil Ihr nicht lustig seid; Ihr könntet eben
Vorlage S. 381
62
Auch lachen, springen, sagen: Ihr seid lustig,
Vorlage S. 381
63
Weil Ihr nicht traurig seid. Nun, beim zweiköpf'gen Janus!
Vorlage S. 381
64
Natur bringt wunderliche Kauz' ans Licht:
Vorlage S. 381
65
Der drückt die Augen immer ein und lacht
Vorlage S. 381
66
Wie'n Starmatz über einen Dudelsack;
Vorlage S. 381
67
Ein andrer von so sauerm Angesicht,
Vorlage S. 381
68
Dass er die Zähne nicht zum Lachen wiese,
Vorlage S. 381
69
Schwür' Nestor auch, der Spaß sei lachenswert.
Vorlage S. 381
70
Bassanio, Lorenzo und Graziano kommen.
Vorlage S. 381
71
Hier kommt Bassanio, Euer edler Vetter,
Vorlage S. 381
72
Graziano und Lorenzo: lebt nun wohl,
Vorlage S. 381
73
Wir lassen Euch in besserer Gesellschaft.
Vorlage S. 381
74
SALARINO.
Vorlage S. 381
75
Ich wär' geblieben, bis ich Euch erheitert;
Vorlage S. 382
76
Nun kommen wert're Freunde mir zuvor.
Vorlage S. 382
77
ANTONIO.
Vorlage S. 382
78
Sehr hoch steht Euer Wert in meiner Achtung.
Vorlage S. 382
79
Ich nehm' es so, dass Euch Geschäfte rufen
Vorlage S. 382
80
Und Ihr den Anlass wahrnehmt, wegzugehn.
Vorlage S. 382
81
SALARINO.
Vorlage S. 382
82
Guten Morgen, liebe Herren!
Vorlage S. 382
83
BASSANIO.
Vorlage S. 382
84
Ihr lieben Herrn, wann lachen wir einmal?
Vorlage S. 382
85
Ihr macht euch gar zu selten: muss das sein?
Vorlage S. 382
86
SALARINO.
Vorlage S. 382
87
Wir hoffen Euch bei Muße aufzuwarten.
Vorlage S. 382
88
Salarino und Solanio ab.
Vorlage S. 382
89
LORENZO.
Vorlage S. 382
90
Da Ihr Antonio gefunden habt,
Vorlage S. 382
91
Bassanio, wollen wir Euch nun verlassen.
Vorlage S. 382
92
Doch bitt' ich, denkt zur Mittagszeit daran,
Vorlage S. 382
93
Wo wir uns treffen sollen.
Vorlage S. 382
94
BASSANIO.
Vorlage S. 382
95
Rechnet drauf!
Vorlage S. 382
96
GRAZIANO.
Vorlage S. 382
97
Ihr seht nicht wohl, Signor Antonio;
Vorlage S. 382
98
Ihr macht Euch mit der Welt zu viel zu schaffen:
Vorlage S. 382
99
Der kommt darum, der mühsam sie erkauft.
Vorlage S. 382
100
Glaubt mir, Ihr habt Euch wunderbar verändert.
Vorlage S. 382
101
ANTONIO.
Vorlage S. 382
102
Mir gilt die Welt nur wie die Welt, Graziano:
Vorlage S. 382
103
Ein Schauplatz, wo man eine Rolle spielt,
Vorlage S. 382
104
Und mein' ist traurig.
Vorlage S. 382
105
GRAZIANO.
Vorlage S. 382
106
Lasst den Narr'n mich spielen,
Vorlage S. 382
107
Mit Lust und Lachen lasst die Runzeln kommen,
Vorlage S. 382
108
Und lasst die Brust von Wein mir lieber glühn,
Vorlage S. 382
109
Als härmendes Gestöhn das Herz mir kühlen.
Vorlage S. 382
110
Weswegen sollt' ein Mann mit warmem Blut
Vorlage S. 382
111
Da sitzen wie ein Großpapa, gehaun
Vorlage S. 382
112
In Alabaster? Schlafen, wenn er wacht?
Vorlage S. 382
113
Und eine Gelbsucht an den Leib sich ärgern?
Vorlage S. 382
114
Antonio, ich will dir etwas sagen;
Vorlage S. 382
115
Ich liebe dich, und Liebe spricht aus mir:
Vorlage S. 382
116
Es gibt so Leute, deren Angesicht
Vorlage S. 382
117
Sich überzieht gleich einem steh'nden Sumpf,
Vorlage S. 382
118
Und die ein eigensinnig Schweigen halten,
Vorlage S. 382
119
Aus Absicht, sich in einen Schein zu kleiden
Vorlage S. 382
120
Von Weisheit, Würdigkeit und tiefem Sinn;
Vorlage S. 382
121
Als wenn man spräche: »Ich bin Herr Orakel;
Vorlage S. 383
122
Tu' ich den Mund auf, rühr' sich keine Maus!«
Vorlage S. 383
123
O mein Antonio, ich kenne deren,
Vorlage S. 383
124
Die man deswegen bloß für Weise hält,
Vorlage S. 383
125
Weil sie nichts sagen: sprächen sie, sie brächten
Vorlage S. 383
126
Die Ohren, die sie hörten, in Verdammnis,
Vorlage S. 383
127
Weil sie die Brüder Narren schelten würden.
Vorlage S. 383
128
Ein andermal sag' ich dir mehr hievon.
Vorlage S. 383
129
Doch fische nicht mit so trübsel'gem Köder
Vorlage S. 383
130
Nach diesem Narrengründling, diesem Schein.
Vorlage S. 383
131
Komm, Freund Lorenzo! – Lebt so lange wohl:
Vorlage S. 383
132
Ich schließe meine Predigt nach der Mahlzeit.
Vorlage S. 383
133
LORENZO.
Vorlage S. 383
134
Gut, wir verlassen Euch bis Mittagszeit.
Vorlage S. 383
135
Ich muss von diesen stummen Weisen sein,
Vorlage S. 383
136
Denn Graziano lässt mich nie zum Wort.
Vorlage S. 383
137
GRAZIANO.
Vorlage S. 383
138
Gut, leiste mir zwei Jahre noch Gesellschaft,
Vorlage S. 383
139
So kennst du deiner Zunge Laut nicht mehr.
Vorlage S. 383
140
ANTONIO.
Vorlage S. 383
141
Lebt wohl! Ich werd' ein Schwätzer Euch zu lieb.
Vorlage S. 383
142
GRAZIANO.
Vorlage S. 383
143
Dank, fürwahr! denn Schweigen ist bloß zu empfehlen
Vorlage S. 383
144
An geräucherten Zungen und jungfräulichen Seelen.
Vorlage S. 383
145
Graziano und Lorenzo ab.
Vorlage S. 383
146
ANTONIO.
Vorlage S. 383
147
Ist das nun irgend was?
Vorlage S. 383
148
BASSANIO.
Vorlage S. 383
149
Graziano spricht unendlich viel Nichts, mehr als irgendein Mensch in ganz Venedig. Seine vernünftigen Gedanken sind wie zwei Weizenkörner in zwei Scheffeln Spreu versteckt: Ihr sucht den ganzen Tag, bis Ihr sie findet, und wenn Ihr sie habt, so verlohnen sie das Suchen nicht.
Vorlage S. 383
150
ANTONIO.
Vorlage S. 383
151
Gut, sagt mir jetzt, was für ein Fräulein ist's,
Vorlage S. 383
152
Zu der geheime Wallfahrt Ihr gelobt,
Vorlage S. 383
153
Wovon Ihr heut zu sagen mir verspracht?
Vorlage S. 383
154
BASSANIO.
Vorlage S. 383
155
Euch ist nicht unbekannt, Antonio,
Vorlage S. 383
156
Wie sehr ich meinen Glücksstand hab' erschöpft,
Vorlage S. 383
157
Indem ich glänzender mich eingerichtet,
Vorlage S. 383
158
Als meine schwachen Mittel tragen konnten.
Vorlage S. 383
159
Auch jammr' ich jetzt nicht, dass die große Art
Vorlage S. 383
160
Mir untersagt ist; meine Sorg' ist bloß,
Vorlage S. 383
161
Mit Ehren von den Schulden los zu kommen,
Vorlage S. 383
162
Worin mein Leben, etwas zu verschwend'risch,
Vorlage S. 384
163
Mich hat verstrickt. Bei Euch, Antonio,
Vorlage S. 384
164
Steht meine größte Schuld, an Geld und Liebe,
Vorlage S. 384
165
Und Eure Liebe leistet mir Gewähr,
Vorlage S. 384
166
Dass ich Euch meine Plan' eröffnen darf,
Vorlage S. 384
167
Wie ich mich löse von der ganzen Schuld.
Vorlage S. 384
168
ANTONIO.
Vorlage S. 384
169
Ich bitt' Euch, mein Bassanio, lasst mich's wissen;
Vorlage S. 384
170
Und steht es, wie Ihr selber immer tut,
Vorlage S. 384
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
171
Im Angesicht der Ehre, seid gewiss:
Vorlage S. 384
172
Ich selbst, mein Beutel, was ich nur vermag,
Vorlage S. 384
173
Liegt alles offen da zu Euerm Dienst.
Vorlage S. 384
174
BASSANIO.
Vorlage S. 384
175
In meiner Schulzeit, wenn ich einen Bolzen
Vorlage S. 384
176
Verloren hatte, schoss ich seinen Bruder
Vorlage S. 384
177
Von gleichem Schlag den gleichen Weg; ich gab
Vorlage S. 384
178
Nur besser acht, um jenen auszufinden,
Vorlage S. 384
179
Und, beide wagend, fand ich beide oft.
Vorlage S. 384
180
Ich führ' Euch dieses Kinderbeispiel an,
Vorlage S. 384
181
Weil das, was folgt, die lautre Unschuld ist.
Vorlage S. 384
182
Ihr lieht mir viel, und wie ein wilder Junge
Vorlage S. 384
183
Verlor ich, was Ihr lieht; allein, beliebt's Euch,
Vorlage S. 384
184
Noch einen Pfeil desselben Wegs zu schießen,
Vorlage S. 384
185
Wohin der erste flog, so zweifl' ich nicht:
Vorlage S. 384
186
Ich will so lauschen, dass ich beide finde.
Vorlage S. 384
187
Wo nicht, bring' ich den letzten Satz zurück,
Vorlage S. 384
188
Und bleib' Eu'r Schuldner dankbar für den ersten.
Vorlage S. 384
189
ANTONIO.
Vorlage S. 384
190
Ihr kennt mich, und verschwendet nur die Zeit,
Vorlage S. 384
191
Da Ihr Umschweife macht mit meiner Liebe.
Vorlage S. 384
192
Unstreitig tut Ihr jetzt mir mehr zu nah,
Vorlage S. 384
193
Da Ihr mein Äußerstes in Zweifel zieht,
Vorlage S. 384
194
Als hättet Ihr mir alles durchgebracht.
Vorlage S. 384
195
So sagt mir also nur, was ich soll tun,
Vorlage S. 384
196
Wovon Ihr wisst, es kann durch mich geschehn,
Vorlage S. 384
197
Und ich bin gleich bereit: deswegen sprecht!
Vorlage S. 384
198
BASSANIO.
Vorlage S. 384
199
In Belmont ist ein Fräulein, reich an Erbe,
Vorlage S. 384
200
Und sie ist schön, und, schöner als dies Wort,
Vorlage S. 384
201
Von hohen Tugenden; von ihren Augen
Vorlage S. 384
202
Empfing ich holde stumme Botschaft einst.
Vorlage S. 384
203
Ihr Nam' ist Porzia; minder nicht an Wert
Vorlage S. 384
204
Als Catos Tochter, Brutus' Portia.
Vorlage S. 385
205
Auch ist die weite Welt des nicht unkundig,
Vorlage S. 385
206
Denn die vier Winde wehn von allen Küsten
Vorlage S. 385
207
Berühmte Freier her; ihr sonnig Haar
Vorlage S. 385
208
Wallt um die Schläf' ihr, wie ein goldnes Vlies:
Vorlage S. 385
209
Zu Kolchos' Strande macht es Belmonts Sitz,
Vorlage S. 385
210
Und mancher Jason kommt, bemüht um sie.
Vorlage S. 385
211
O mein Antonio! hätt' ich nur die Mittel,
Vorlage S. 385
212
Den Rang mit ihrer einem zu behaupten,
Vorlage S. 385
213
So weissagt mein Gemüt so günstig mir,
Vorlage S. 385
214
Ich werde sonder Zweifel glücklich sein.
Vorlage S. 385
215
ANTONIO.
Vorlage S. 385
216
Du weißt, mein sämtlich Gut ist auf der See;
Vorlage S. 385
217
Mir fehlt's an Geld und Anstalt, eine Summe
Vorlage S. 385
218
Gleich bar zu heben; also geh, sieh zu,
Vorlage S. 385
219
Was in Venedig mein Kredit vermag:
Vorlage S. 385
220
Den spann' ich an, bis auf das äußerste,
Vorlage S. 385
221
Nach Belmont dich für Porzia auszustatten.
Vorlage S. 385
222
Geh, frage gleich herum, ich will es auch,
Vorlage S. 385
223
Wo Geld zu haben: ich bin nicht besorgt,
Vorlage S. 385
224
Dass man uns nicht auf meine Bürgschaft borgt.
Vorlage S. 385
225
Beide ab.
Vorlage S. 385
226
Zweite Szene
Vorlage S. 385
227
Belmont. Ein Zimmer in Porzias Hause.
Vorlage S. 385
228
Porzia und Nerissa kommen.
Vorlage S. 385
229
PORZIA.
Vorlage S. 385
230
Auf mein Wort, Nerissa, meine kleine Person ist dieser großen Welt überdrüssig.
Vorlage S. 385
231
NERISSA.
Vorlage S. 385
232
Ihr würdet es sein, bestes Fräulein, wenn Euer Ungemach in ebenso reichem Maße wäre, als Euer gutes Glück ist. Und doch, nach allem, was ich sehe, sind die ebenso krank, die sich mit allzuviel überladen, als die bei nichts darben. Es ist also kein mittelmäßiges Los, im Mittelstande zu sein. Überfluss kommt eher zu grauen Haaren, aber Auskommen lebt länger.
Vorlage S. 385
233
PORZIA.
Vorlage S. 385
234
Gute Sprüche, und gut vorgetragen!
Vorlage S. 385
235
NERISSA.
Vorlage S. 385
236
Gut befolgt, wären sie besser.
Vorlage S. 385
237
PORZIA.
Vorlage S. 385
238
Wäre tun so leicht, als wissen, was gut zu tun ist, so wären Kapellen Kirchen geworden, und armer Leute Hütten Fürstenpaläste. Der ist ein guter Prediger, der seine eignen Ermahnungen befolgt: – ich kann leichter zwanzig lehren, was gut zu tun ist, als einer von den zwanzigen sein und meine eignen Lehren befolgen. Das Gehirn kann Gesetze für das Blut aussinnen; aber eine hitzige Natur springt über eine kalte Vorschrift hinaus. Solch ein Hase ist Tollheit, der junge Mensch, dass er weghüpft über das Netz des Krüppels guter Rat. Aber dies Vernünfteln hilft mir nicht dazu, einen Gemahl zu wählen. – Oh, über das Wort wäh len! Ich kann weder wählen, wen ich will; noch ausschlagen, wen ich nicht mag: so wird der Wille einer lebenden Tochter durch den letzten Willen eines toten Vaters gefesselt. Ist es nicht hart, Nerissa, dass ich nicht einen wählen und doch keinen ausschlagen darf?
Vorlage S. 386
239
NERISSA.
Vorlage S. 386
240
Euer Vater war allzeit tugendhaft, und fromme Männer haben im Tode gute Eingebungen: also wird die Lotterie, die er mit diesen drei Kästchen von Gold, Silber und Blei ausgesonnen hat, dass der, welcher seine Meinung trifft, Euch erhält, ohne Zweifel von niemanden recht getroffen werden, als von einem, den Ihr recht liebt. Aber welchen Grad von Zuneigung fühlt Ihr gegen irgendeinen der fürstlichen Freier, die schon gekommen sind?
Vorlage S. 386
241
PORZIA.
Vorlage S. 386
242
Ich bitte dich, nenne sie her: Wie du sie nennst, will ich sie beschreiben, und von meiner Beschreibung schließe auf meine Zuneigung.
Vorlage S. 386
243
NERISSA.
Vorlage S. 386
244
Zuerst ist da der neapolitanische Prinz.
Vorlage S. 386
245
PORZIA.
Vorlage S. 386
246
Das ist ein wildes Füllen, in der Tat. Er spricht von nichts als seinem Pferde, und bildet sich nicht wenig auf seine Talente ein, dass er es selbst beschlagen kann. Ich fürchte sehr, seine gnädige Frau Mutter hat es mit einem Schmied gehalten.
Vorlage S. 386
247
NERISSA.
Vorlage S. 386
248
Ferner ist da der Pfalzgraf.
Vorlage S. 386
249
PORZIA.
Vorlage S. 386
250
Er tut nichts wie stirnrunzeln, als wollt' er sagen: »Wenn Ihr mich nicht haben wollt, so lasst's!« Er hört lustige Geschichten an, und lächelt nicht. Ich fürchte, es wird der weinende Philosoph aus ihm, wenn er alt wird, da er in seiner Jugend so unhöflich finster sieht. Ich möchte lieber an einen Totenkopf mit dem Knochen im Munde verheiratet sein, als an einen von diesen. Gott beschütze mich vor beiden!
Vorlage S. 386
251
NERISSA.
Vorlage S. 387
252
Was sagt Ihr denn zu dem französischen Herrn, Monsieur le Bon?
Vorlage S. 387
253
PORZIA.
Vorlage S. 387
254
Gott schuf ihn, also lasst ihn für einen Menschen gelten. Im Ernst, ich weiß, dass es sündlich ist, ein Spötter zu sein; aber er! Ja doch, er hat ein besseres Pferd als der Neapolitaner; eine bessere schlechte Gewohnheit, die Stirn zu runzeln, als der Pfalzgraf; er ist jedermann und niemand. Wenn eine Drossel singt, so macht er gleich Luftsprünge; er ficht mit seinem eignen Schatten. Wenn ich ihn nähme, so nähme ich zwanzig Männer; wenn er mich verachtete, so vergäbe ich es ihm: denn er möchte mich bis zur Tollheit lieben, ich werde es niemals erwidern.
Vorlage S. 387
255
NERISSA.
Vorlage S. 387
256
Was sagt Ihr denn zu Faulconbridge, dem jungen Baron aus England?
Vorlage S. 387
257
PORZIA.
Vorlage S. 387
258
Ihr wisst, ich sage nichts zu ihm, denn er versteht mich nicht, noch ich ihn. Er kann weder Lateinisch, Französisch, noch Italienisch; und Ihr dürft wohl einen körperlichen Eid ablegen, dass ich nicht für einen Heller Englisch verstehe. Er ist eines feinen Mannes Bild – aber ach! wer kann sich mit einer stummen Figur unterhalten? Wie seltsam er gekleidet ist! Ich glaube, er kaufte sein Wams in Italien, seine weiten Beinkleider in Frankreich, seine Mütze in Deutschland, und sein Betragen allenthalben.
Vorlage S. 387
259
NERISSA.
Vorlage S. 387
260
Was haltet Ihr von dem schottischen Herrn, seinem Nachbar?
Vorlage S. 387
261
PORZIA.
Vorlage S. 387
262
Dass er eine christliche Nachbarnliebe an sich hat, denn er borgte eine Ohrfeige von dem Engländer und schwor, sie wieder zu bezahlen, wenn er imstande wäre; ich glaube, der Franzose ward sein Bürge und unterzeichnete für den andern.
Vorlage S. 387
263
NERISSA.
Vorlage S. 387
264
Wie gefällt Euch der junge Deutsche, des Herzogs von Sachsen Neffe?
Vorlage S. 387
265
PORZIA.
Vorlage S. 387
266
Sehr abscheulich des Morgens, wenn er nüchtern ist; und höchst abscheulich des Nachmittags, wenn er betrunken ist. Wenn er am besten ist, so ist er wenig schlechter als ein Mann, und wenn er am schlechtesten ist, wenig besser als ein Vieh. Komme das Schlimmste, was da will, ich hoffe, es soll mir doch glücken, ihn los zu werden.
Vorlage S. 387
267
NERISSA.
Vorlage S. 388
268
Wenn er sich erböte zu wählen, und wählte das rechte Kästchen, so schlügt Ihr ab, Eures Vaters Willen zu tun, wenn Ihr abschlügt, ihn zu nehmen.
Vorlage S. 388
269
PORZIA.
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270
Aus Furcht vor dem Schlimmsten bitte ich dich also, setze einen Römer voll Rheinwein auf das falsche Kästchen: denn wenn der Teufel darin steckt, und diese Versuchung ist von außen daran, so weiß ich, er wird es wählen. Alles lieber, Nerissa, als einen Schwamm heiraten.
Vorlage S. 388
271
NERISSA.
Vorlage S. 388
272
Ihr braucht nicht zu fürchten, Fräulein, dass Ihr einen von diesen Herrn bekommt; sie haben mir ihren Entschluss eröffnet, welcher in nichts anderm besteht, als sich nach Hause zu begeben und Euch nicht mehr mit Bewerbungen lästig zu fallen, Ihr müsstet denn auf eine andre Weise zu gewinnen sein, als nach Euers Vaters Vorschrift in Ansehung der Kästchen.
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273
PORZIA.
Vorlage S. 388
274
Sollte ich so alt werden wie Sibylla, will ich doch so keusch sterben wie Diana, wenn ich nicht dem letzten Willen meines Vaters gemäß erworben werde. Ich bin froh, dass diese Partei Freier so vernünftig ist; denn es ist nicht einer darunter, nach dessen Abwesenheit mich nicht sehnlichst verlangt, und ich bitte Gott, ihnen eine glückliche Reise zu verleihn.
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275
NERISSA.
Vorlage S. 388
276
Erinnert Ihr Euch nicht, Fräulein, von Eures Vaters Lebzeiten eines Venezianers, eines Studierten und Kavaliers, der in Gesellschaft des Marquis von Montferrat hieher kam?
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277
PORZIA.
Vorlage S. 388
278
Ja, ja, es war Bassanio; so, denke ich, nannte er sich.
Vorlage S. 388
279
NERISSA.
Vorlage S. 388
280
Ganz recht, Fräulein. Von allen Männern, die meine törichten Augen jemals erblickt haben, war er eine schöne Frau am meisten wert.
Vorlage S. 388
281
PORZIA.
Vorlage S. 388
282
Ich erinnre mich seiner wohl, und erinnre mich, dass er dein Lob verdient.
Vorlage S. 388
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Ein Diener kommt.
Vorlage S. 388
284
Nun, was gibt es Neues?
Vorlage S. 388
285
BEDIENTER.
Vorlage S. 388
286
Die vier Fremden suchen Euch, Fräulein, um Abschied zu nehmen; und es ist ein Vorläufer von einem fünften da, vom Prinzen von Marokko, der Nachricht bringt, dass sein Herr, der Prinz, zu Nacht hier sein wird.
Vorlage S. 389
287
PORZIA.
Vorlage S. 389
288
Könnte ich den fünften mit so gutem Herzen willkommen heißen, als ich den vier andern Lebewohl sage, so wollte ich mich seiner Ankunft freuen. Hat er das Gemüt eines Heiligen und das Geblüt eines Teufels, so wollte ich lieber, er weihte mich, als er freite mich. Komm, Nerissa! – Geht voran, Bursch! – Derweil wir die Pforte hinter einem Freier verschließen, klopft ein andrer an die Tür.
Vorlage S. 389
289
Alle ab.
Vorlage S. 389
290
Dritte Szene
Vorlage S. 389
291
Venedig. Ein öffentlicher Platz.
Vorlage S. 389
292
Bassanio und Shylock treten auf.
Vorlage S. 389
293
SHYLOCK.
Vorlage S. 389
294
Dreitausend Dukaten – gut.
Vorlage S. 389
295
BASSANIO.
Vorlage S. 389
296
Ja, Herr, auf drei Monate.
Vorlage S. 389
297
SHYLOCK.
Vorlage S. 389
298
Auf drei Monate – gut.
Vorlage S. 389
299
BASSANIO.
Vorlage S. 389
300
Wofür, wie ich Euch sagte, Antonio Bürge sein soll.
Vorlage S. 389
301
SHYLOCK.
Vorlage S. 389
302
Antonio Bürge sein soll – gut.
Vorlage S. 389
303
BASSANIO.
Vorlage S. 389
304
Könnt Ihr mir helfen? Wollt Ihr mir gefällig sein? Soll ich Eure Antwort wissen?
Vorlage S. 389
305
SHYLOCK.
Vorlage S. 389
306
Dreitausend Dukaten, auf drei Monate, – und Antonio Bürge.
Vorlage S. 389
307
BASSANIO.
Vorlage S. 389
308
Eure Antwort darauf?
Vorlage S. 389
309
SHYLOCK.
Vorlage S. 389
310
Antonio ist ein guter Mann.
Vorlage S. 389
311
BASSANIO.
Vorlage S. 389
312
Habt Ihr irgendeine Beschuldigung des Gegenteils wider ihn gehört?
Vorlage S. 389
313
SHYLOCK.
Vorlage S. 389
314
Ei nein, nein, nein! – Wenn ich sage, er ist ein guter Mann, so meine ich damit, versteht mich, dass er vermögend ist. Aber seine Mittel stehen auf Hoffnung: er hat eine Galeone, die auf Tripolis geht, eine andre nach Indien. Ich höre ferner auf dem Rialto, dass er eine dritte zu Mexiko hat, eine vierte nach England – und so hat er noch andre Auslagen in der Fremde verstreut. Aber Schiffe sind nur Bretter, Matrosen sind nur Menschen; es gibt Landratten und Wasserratten, Wasserdiebe und Landdiebe – ich will sagen, Korsaren, und dann haben wir die Gefahr von Wind, Wellen und Klippen. – Der Mann ist bei alle dem vermögend – dreitausend Dukaten – ich denke, ich kann seine Bürgschaft annehmen.
Vorlage S. 389
315
BASSANIO.
Vorlage S. 390
316
Seid versichert, Ihr könnt es.
Vorlage S. 390
317
SHYLOCK.
Vorlage S. 390
318
Ich will versichert sein, dass ich es kann; und damit ich versichert sein kann, will ich mich bedenken. Kann ich Antonio sprechen?
Vorlage S. 390
319
BASSANIO.
Vorlage S. 390
320
Wenn es Euch beliebt, mit uns zu speisen.
Vorlage S. 390
321
SHYLOCK.
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322
Ja, um Schinken zu riechen, von der Behausung zu essen, wo euer Prophet, der Nazarener, den Teufel hineinbeschwor. Ich will mit euch handeln und wandeln, mit euch stehen und gehen, und was dergleichen mehr ist; aber ich will nicht mit euch essen, mit euch trinken, noch mit euch beten. Was gibt es Neues auf dem Rialto? – Wer kommt da?
Vorlage S. 390
323
Antonio kommt.
Vorlage S. 390
324
BASSANIO.
Vorlage S. 390
325
Das ist Signor Antonio.
Vorlage S. 390
326
SHYLOCK
Vorlage S. 390
327
für sich.
Vorlage S. 390
328
Wie sieht er einem falschen Zöllner gleich!
Vorlage S. 390
329
Ich hass' ihn, weil er von den Christen ist,
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330
Doch mehr noch, weil er aus gemeiner Einfalt
Vorlage S. 390
331
Umsonst Geld ausleiht und hier in Venedig
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332
Den Preis der Zinsen uns herunterbringt.
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333
Wenn ich ihm 'mal die Hüfte rühren kann,
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334
So tu' ich meinem alten Grolle gütlich.
Vorlage S. 390
335
Er haßt mein heilig Volk, und schilt selbst da,
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Wo alle Kaufmannschaft zusammen kommt,
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337
Mich, mein Geschäft und rechtlichen Gewinn,
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338
Den er nur Wucher nennt. – Verflucht mein Stamm,
Vorlage S. 390
339
Wenn ich ihm je vergebe!
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340
BASSANIO.
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Historische Illustration zu Der Kaufmann von Venedig
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Der Kaufmann von Venedig“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Gilbert Stuart Newton · Public domain Bildquelle ↗
341
Shylock, hört Ihr?
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342
SHYLOCK.
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343
Ich überlege meinen baren Vorrat;
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344
Doch, wie ich's ungefähr im Kopfe habe,
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345
Kann ich die volle Summe von dreitausend
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346
Dukaten nicht gleich schaffen. – Nun, was tut's?
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347
Tubal, ein wohlbegüterter Hebräer,
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348
Hilft mir schon aus. – Doch still! auf wie viel Monat
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Begehrt Ihr! –
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350
Zu Antonio.
Vorlage S. 391
351
Geh's Euch wohl, mein werter Herr!
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352
Von Euer Edlen war die Rede eben.
Vorlage S. 391
353
ANTONIO.
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354
Shylock, wiewohl ich weder leih' noch borge,
Vorlage S. 391
355
Um Überschuß zu geben oder nehmen,
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Doch will ich, weil mein Freund es dringend braucht,
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357
Die Sitte brechen. – Ist er unterrichtet,
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Wie viel er wünscht?
Vorlage S. 391
359
SHYLOCK.
Vorlage S. 391
360
Ja, ja, dreitausend Dukaten.
Vorlage S. 391
361
ANTONIO.
Vorlage S. 391
362
Und auf drei Monat.
Vorlage S. 391
363
SHYLOCK.
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364
Ja, das vergaß ich – auf drei Monat also.
Vorlage S. 391
365
Nun gut denn, Eure Bürgschaft! Lasst mich sehn –
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366
Doch hört mich an: Ihr sagtet, wie mich dünkt,
Vorlage S. 391
367
Dass Ihr auf Vorteil weder leiht noch borgt.
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368
ANTONIO.
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369
Ich pfleg' es nie.
Vorlage S. 391
370
SHYLOCK.
Vorlage S. 391
371
Als Jakob Labans Schafe hütete –
Vorlage S. 391
372
Er war nach unserm heil'gen Abraham,
Vorlage S. 391
373
Weil seine Mutter weislich für ihn schaffte,
Vorlage S. 391
374
Der dritte Erbe – ja, ganz recht, der dritte.
Vorlage S. 391
375
ANTONIO.
Vorlage S. 391
376
Was tut das hier zur Sache? Nahm er Zinsen?
Vorlage S. 391
377
SHYLOCK.
Vorlage S. 391
378
Nein, keine Zinsen; was man Zinsen nennt,
Vorlage S. 391
379
Das grade nicht: gebt acht, was Jakob tat:
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380
Als er mit Laban sich verglichen hatte,
Vorlage S. 391
381
Was von den Lämmern bunt und sprenklicht fiele,
Vorlage S. 391
382
Das sollte Jakobs Lohn sein, kehrten sich
Vorlage S. 391
383
Im Herbst die brünst'gen Mütter zu den Widdern;
Vorlage S. 391
384
Und wenn nun zwischen dieser woll'gen Zucht
Vorlage S. 391
385
Das Werk der Zeugung vor sich ging, so schälte
Vorlage S. 391
386
Der kluge Schäfer Euch gewisse Stäbe,
Vorlage S. 391
387
Und weil sie das Geschäft der Paarung trieben,
Vorlage S. 391
388
Steckt' er sie vor den geilen Müttern auf,
Vorlage S. 391
389
Die so empfingen; und zur Lämmerzeit
Vorlage S. 391
390
Fiel alles buntgesprengt und wurde Jakobs.
Vorlage S. 391
391
So kam er zum Gewinn und ward gesegnet:
Vorlage S. 391
392
Gewinn ist Segen, wenn man ihn nicht stiehlt.
Vorlage S. 391
393
ANTONIO.
Vorlage S. 391
394
Dies war ein Glücksfall, worauf Jakob diente;
Vorlage S. 391
395
In seiner Macht stand's nicht, es zu bewirken,
Vorlage S. 391
396
Des Himmels Hand regiert' und lenkt' es so.
Vorlage S. 391
397
Steht dies, um Zinsen gut zu heißen, da?
Vorlage S. 392
398
Und ist Eu'r Gold und Silber Schaf' und Widder?
Vorlage S. 392
399
SHYLOCK.
Vorlage S. 392
400
Weiß nicht; ich lass' es eben schnell sich mehren.
Vorlage S. 392
401
Doch hört mich an, Signor!
Vorlage S. 392
402
ANTONIO.
Vorlage S. 392
403
Siehst du, Bassanio,
Vorlage S. 392
404
Der Teufel kann sich auf die Schrift berufen.
Vorlage S. 392
405
Ein arg Gemüt, das heil'ges Zeugnis vorbringt,
Vorlage S. 392
406
Ist wie ein Schalk mit Lächeln auf der Wange,
Vorlage S. 392
407
Ein schöner Apfel, in dem Herzen faul.
Vorlage S. 392
408
Oh, wie der Falschheit Außenseite glänzt!
Vorlage S. 392
409
SHYLOCK.
Vorlage S. 392
410
Dreitausend Dukaten – 's ist 'ne runde Summe.
Vorlage S. 392
411
(Drei Mond' auf zwölf – lasst sehen, was das bringt!)
Vorlage S. 392
412
ANTONIO.
Vorlage S. 392
413
Nun, Shylock, soll man Euch verpflichtet sein?
Vorlage S. 392
414
SHYLOCK.
Vorlage S. 392
415
Signor Antonio, viel und oftermals
Vorlage S. 392
416
Habt Ihr auf dem Rialto mich geschmäht
Vorlage S. 392
417
Um meine Gelder und um meine Zinsen;
Vorlage S. 392
418
Stets trug ich's mit geduld'gem Achselzucken,
Vorlage S. 392
419
Denn Dulden ist das Erbteil unsers Stamms.
Vorlage S. 392
420
Ihr scheltet mich abtrünnig, einen Bluthund,
Vorlage S. 392
421
Und speit auf meinen jüd'schen Rockelor,
Vorlage S. 392
422
Bloß weil ich nutze, was mein eigen ist.
Vorlage S. 392
423
Gut denn, nun zeigt es sich, dass Ihr mich braucht.
Vorlage S. 392
424
Da habt Ihr's; Ihr kommt zu mir, und Ihr sprecht:
Vorlage S. 392
425
»Shylock, wir wünschten Gelder.« So sprecht Ihr,
Vorlage S. 392
426
Der mir den Auswurf auf den Bart geleert
Vorlage S. 392
427
Und mich getreten, wie Ihr von der Schwelle
Vorlage S. 392
428
Den fremden Hund stoßt: Geld ist Eu'r Begehren.
Vorlage S. 392
429
Wie sollt' ich sprechen nun? Sollt' ich nicht sprechen:
Vorlage S. 392
430
»Hat ein Hund Geld? Ist's möglich, dass ein Spitz
Vorlage S. 392
431
Dreitausend Dukaten leihn kann?« oder soll ich
Vorlage S. 392
432
Mich bücken, und in eines Schuldners Ton,
Vorlage S. 392
433
Demütig wispernd, mit verhaltnem Odem,
Vorlage S. 392
434
So sprechen: »Schöner Herr, am letzten Mittwoch
Vorlage S. 392
435
Spiet Ihr mich an; Ihr tratet mich den Tag;
Vorlage S. 392
436
Ein andermal hießt Ihr mich einen Hund:
Vorlage S. 392
437
Für diese Höflichkeiten will ich Euch
Vorlage S. 392
438
Die und die Gelder leihn.«
Vorlage S. 392
439
ANTONIO.
Vorlage S. 392
440
Ich könnte leichtlich wieder so dich nennen,
Vorlage S. 392
441
Dich wieder anspein, ja mit Füßen treten.
Vorlage S. 393
442
Willst du dies Geld uns leihen, leih' es nicht
Vorlage S. 393
443
Als deinen Freunden (denn wann nahm die Freundschaft
Vorlage S. 393
444
Vom Freund Ertrag für unfruchtbar Metall?);
Vorlage S. 393
445
Nein, leih' es lieber deinem Feind: du kannst,
Vorlage S. 393
446
Wenn er versäumt, mit beßrer Stirn eintreiben,
Vorlage S. 393
447
Was dir verfallen ist.
Vorlage S. 393
448
SHYLOCK.
Vorlage S. 393
449
Nun seht mir, wie Ihr stürmt!
Vorlage S. 393
450
Ich wollt' Euch Liebes tun, Freund mit Euch sein,
Vorlage S. 393
451
Die Schmach vergessen, die Ihr mir getan,
Vorlage S. 393
452
Das Nöt'ge schaffen, und keinen Heller Zins
Vorlage S. 393
453
Für meine Gelder nehmen; und Ihr hört nicht:
Vorlage S. 393
454
Mein Antrag ist doch liebreich.
Vorlage S. 393
455
ANTONIO.
Vorlage S. 393
456
Ja, das ist er.
Vorlage S. 393
457
SHYLOCK.
Vorlage S. 393
458
Und diese Liebe will ich Euch erweisen.
Vorlage S. 393
459
Geht mit mir zum Notarius, da zeichnet
Vorlage S. 393
460
Mir Eure Schuldverschreibung; und zum Spaß,
Vorlage S. 393
461
Wenn Ihr mir nicht auf den bestimmten Tag,
Vorlage S. 393
462
An dem bestimmten Ort, die und die Summe,
Vorlage S. 393
463
Wie der Vertrag nun lautet, wiederzahlt:
Vorlage S. 393
464
Lasst uns ein volles Pfund von Eurem Fleisch
Vorlage S. 393
465
Zur Buße setzen, dass ich schneiden dürfe
Vorlage S. 393
466
Aus welchem Teil von Eurem Leib ich will.
Vorlage S. 393
467
ANTONIO.
Vorlage S. 393
468
Es sei, aufs Wort! Ich will den Schein so zeichnen
Vorlage S. 393
469
Und sagen, dass ein Jude liebreich ist.
Vorlage S. 393
470
BASSANIO.
Vorlage S. 393
471
Ihr sollt für mich dergleichen Schein nicht zeichnen:
Vorlage S. 393
472
Ich bleibe dafür lieber in der Not.
Vorlage S. 393
473
ANTONIO.
Vorlage S. 393
474
Ei, fürchte nichts! Ich werde nicht verfallen.
Vorlage S. 393
475
Schon in zwei Monden, einen Monat früher
Vorlage S. 393
476
Als die Verschreibung fällig, kommt gewiss
Vorlage S. 393
477
Zehnfältig der Betrag davon mir ein.
Vorlage S. 393
478
SHYLOCK.
Vorlage S. 393
479
O Vater Abraham! über diese Christen,
Vorlage S. 393
480
Die eigne Härte anderer Gedanken
Vorlage S. 393
481
Argwöhnen lehrt! Ich bitt' Euch, sagt mir doch:
Vorlage S. 393
482
Versäumt er seinen Tag, was hätt' ich dran,
Vorlage S. 393
483
Die mir verfallne Buße einzutreiben?
Vorlage S. 393
484
Ein Pfund von Menschenfleisch, von einem Menschen
Vorlage S. 393
485
Genommen, ist so schätzbar, auch so nutzbar nicht,
Vorlage S. 393
486
Als Fleisch von Schöpsen, Ochsen, Ziegen. Seht,
Vorlage S. 394
487
Ihm zu Gefallen biet' ich diesen Dienst:
Vorlage S. 394
488
Wenn er ihn annimmt, gut; wo nicht, lebt wohl,
Vorlage S. 394
489
Und, bitt' Euch, kränkt mich nicht für meine Liebe!
Vorlage S. 394
490
ANTONIO.
Vorlage S. 394
491
Ja, Shylock, ich will diesen Schein dir zeichnen.
Vorlage S. 394
492
SHYLOCK.
Vorlage S. 394
493
So trefft mich gleich im Hause des Notars,
Vorlage S. 394
494
Gebt zu dem lust'gen Schein ihm Anweisung;
Vorlage S. 394
495
Ich gehe, die Dukaten einzusacken,
Vorlage S. 394
496
Nach meinem Haus zu sehn, das in der Hut
Vorlage S. 394
497
Von einem lockern Buben hinterblieb,
Vorlage S. 394
498
Und will im Augenblicke bei Euch sein.
Vorlage S. 394
499
ANTONIO.
Vorlage S. 394
500
So eil' dich, wackrer Jude! –
Vorlage S. 394
501
Shylock ab.
Vorlage S. 394
502
Der Hebräer
Vorlage S. 394
503
Wird noch ein Christ: er wendet sich zur Güte.
Vorlage S. 394
504
BASSANIO.
Vorlage S. 394
505
Ich mag nicht Freundlichkeit bei tückischem Gemüte.
Vorlage S. 394
506
ANTONIO.
Vorlage S. 394
507
Komm nur! Hiebei kann kein Bedenken sein:
Vorlage S. 394
508
Längst vor der Zeit sind meine Schiff' herein.
Vorlage S. 394
509
Ab.
Vorlage S. 394

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »deswegen« in diesem Textausschnitt? »Die man deswegen bloß für Weise hält,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗ Textstelle 17 ↗ Textstelle 18 ↗ Textstelle 19 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Im Ernst, ich weiß, dass es sündlich ist, ein Spötter zu sein; aber er!« B: »Seine vernünftigen Gedanken sind wie zwei Weizenkörner in zwei Scheffeln Spreu versteckt: Ihr sucht den ganzen Tag, bis Ihr sie findet, und wenn Ihr sie habt, so verlohnen sie das Suchen nicht.« C: »(Drei Mond' auf zwölf – lasst sehen, was das bringt!)«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich hass' ihn, weil er von den Christen ist, Doch mehr noch, …«

Eine Antwort ist richtig.

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9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Ihr scheltet mich abtrünnig, einen Bluthund, Und speit auf meinen jüd'schen Rockelor, Bloß weil ich nutze, was mein eigen ist.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ich bitt' Euch, sagt mir doch: Versäumt er seinen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Glaubt mir, das nicht: ich dank' es meinem Glück,«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Glaubt mir, das nicht: ich dank' es meinem Glück,« und »Die mir verfallne Buße einzutreiben«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Den spann' ich an, bis auf das äußerste,«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
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Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Fürwahr, ich weiß nicht, was mich traurig macht:«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
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Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Überfluss kommt eher zu grauen Haaren, aber Auskommen lebt länger.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Längst vor der Zeit sind meine Schiff' herein.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Der Kaufmann von Venedig

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 1, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 380- Berlin

Das Werk Der Kaufmann von Venedig von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: The Merchant of Venice. Project Gutenberg eBook 1515. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.