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Buch - Der Gwissenswurm - Anzengruber, Ludwig

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Originalwerk · Lesefassung

Der Gwissenswurm

Anzengruber, Ludwig · 1839–1889

Der Gwissenswurm von Anzengruber, Ludwig. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–135 Abschnitte
Porträt von Anzengruber, Ludwig; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Anzengruber, Ludwig · Rudolf Krziwanek · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erste Szene
Vorlage S. 76
2
Knechte und Mägde.
Vorlage S. 76
3
Chor
Vorlage S. 76
4
KNECHTE.
Vorlage S. 76
5
Glei is die Sunn am Platz,
Vorlage S. 76
6
Musst dich halt schlaun,
Vorlage S. 76
7
Sunsten, mein lieber Schatz,
Vorlage S. 76
8
Brennt s' dich ganz braun.
Vorlage S. 76
9
MÄGDE.
Vorlage S. 76
10
Mei Bub, geh, sag ma no.
Vorlage S. 76
11
Was kümmert's dich?
Vorlage S. 76
12
Die Sunn, die brennt dich do
Vorlage S. 76
13
Schwärzer als mich!
Vorlage S. 76
14
BEIDE
Vorlage S. 76
15
Jodler.
Vorlage S. 76
16
Jujujuheh!
Vorlage S. 76
17
Ausklingend.
Vorlage S. 76
18
Zweite Szene
Vorlage S. 76
19
Von links: Rosl ältere Magd führt Grillhofer, der sich leicht auf sie stützt, herein.
Vorlage S. 76
20
GRILLHOFER.
Vorlage S. 76
21
Au weh! Au weh! Hebt schon wieder so a sakrischer Tag an.
Vorlage S. 76
22
ROSL.
Vorlage S. 76
23
No, kimm nur, Bauer. Da steht schon dein Suppen; lass s' nit kalt werdn.
Vorlage S. 76
24
GRILLHOFER.
Vorlage S. 77
25
Ah was – meintswegn. Mir schlagt eh nix mehr an.
Vorlage S. 77
26
Hat sich mit Beschwer niedergelassen, schneidet behend sich Brot in die Schüssel und löffelt es mit Gier aus.
Vorlage S. 77
27
ROSL.
Vorlage S. 77
28
Wer weiß, Bauer. Wann dich der liebe Gott wieder gsund machen will ...
Vorlage S. 77
29
GRILLHOFER.
Vorlage S. 77
30
Er will aber net!
Vorlage S. 77
31
ROSL.
Vorlage S. 77
32
Ah freilich! Er wird schon wolln.
Vorlage S. 77
33
GRILLHOFER
Vorlage S. 77
34
schreit.
Vorlage S. 77
35
Er will aber net, ich weiß's!
Vorlage S. 77
36
ROSL
Vorlage S. 77
37
erschrocken.
Vorlage S. 77
38
No ja, nachher is's was anders.
Vorlage S. 77
39
GRILLHOFER.
Vorlage S. 77
40
Weißt, Rosl, du musst's nit so aufnehmen, wonn ich dich anschrei! Es is nit so bös gemeint. Aber weißt, wonn man in Erkenntnus der Sündhaftigkeit schon so weit kämma is, dass man sich frei in alles schicket, wonn einm glei in Gottesnam der Teufel holet, so lasst man sich selbn Zustand der Gnad von neamad mehr gern abreden.
Vorlage S. 77
41
ROSL.
Vorlage S. 77
42
No jo, freilich, freilich, wohl, wohl, Bauer, wann's a so is, so bleib holt in dein Zustand.
Vorlage S. 77
43
Dritte Szene
Vorlage S. 77
44
Vorige. Wastl durch den Haupteingang.
Vorlage S. 77
45
WASTL.
Vorlage S. 77
46
Gutn Morgn, Bauer.
Vorlage S. 77
47
GRILLHOFER.
Vorlage S. 77
48
Gutn Morgn, Wastl. Na, na, lass nur dein Pfeif in Maul, geht dir sunst aus.
Vorlage S. 77
49
WASTL.
Vorlage S. 77
50
Kann's wohl derwarten. Es is für dich net zutraglich, kunnt dich reizen, hust ehnder zviel. – No werdn wir heunt schaun, dass wir's Heu hereinkriegn, 's Wetter wird neama lang so sauber aushalten. Gestern schon um Mittag hot's in der Luft so gflirretst, als wär die a in der Hitz verbröselt und tat durcheinanderwoiseln, wann die Sunn durchscheint, 's is höchste Zeit zum Dazuschaun! Und a Heu is dös, Bauer, so schön und viel, und es riecht frei, dass eins umfalln könnt vor Gutheit.
Vorlage S. 77
51
GRILLHOFER.
Vorlage S. 77
52
No ja, no ja.
Vorlage S. 77
53
WASTL
Vorlage S. 77
54
schupft die Achsel.
Vorlage S. 77
55
»No ja – no ja.« Aber, Bauer, wann ich dir sag, a Heu – 's älteste Rindvieh da herum kann sich auf so oans nit besinna. Gfreut dich denn gar nix mehr? Nachhert gfreut einm a nix. Wem gang's denn was an, wann dich net?
Vorlage S. 77
56
ROSL.
Vorlage S. 78
57
Hast recht, Wastl, hast recht, sag ihm's nur hnein!
Vorlage S. 78
58
GRILLHOFER.
Vorlage S. 78
59
Laßts es gut sein. Wann ich so bin, is's doch eng nit abtraglich. Ich vergunn schon mein Nebenmenschen 's gute Heu. Jo, jo, gwiß. Aber ich taug halt nix mehr auf derer Welt – na – na – mich bekümmert nimmer 's irdische, mich bekümmert nur 's himmlische Heu, wovon gschriebn steht: »Der Mensch welkt dahin wie Heu!«, und da is mir nur um die Einfuhr in den himmlischen Heuschober!
Vorlage S. 78
60
WASTL.
Vorlage S. 78
61
Jesses und Joseph, Bauer, mir kennt sich frei neama mit dir aus. Wann ich dir früher gredt hätt von so ein Heu, wie dös a Heu is ...! Aber seit dich nur allweil bekümmerst, was gschrieben steht, gibst auf kein vernünftig Reden mehr was.
Vorlage S. 78
62
ROSL.
Vorlage S. 78
63
Hast recht, Wastl, hast schon recht, sag ihm's nur hnein.
Vorlage S. 78
64
WASTL.
Vorlage S. 78
65
Seit dich vor ein halbn Jahrl der Schlag gstreift hat, bist neama der alte.
Vorlage S. 78
66
GRILLHOFER.
Vorlage S. 78
67
Selb tat sich a net schicken! Dös war a Deuter vom lieben Gott, sider der Zeit halt ich still und wart aufn zweiten. Mei lieber Wastl, du bist a guter Bub – a du, Rosl, ja, ja, du bist a a ehrlichs Mensch – müßts halt a Einsehn mit mir habn, noch dös kleine Neichtel Zeit, so mir bschiedn is; leicht moch ich noch fruher a End und zieh mich zruck von alln weltlichen Wesen. Ja, ja, konn leicht möglich sein, ich bin no lang net so, wie ich sein möcht, hat sich doch vorhin, wie du kämma bist, Wastl, der Gwinst – und Spekalierteufl in mir a weng noch grührt. Na, na, dös därf net sein, dass sich 's Heu zwischen mich und mein Schöpfer drängt. Na, na, ich hab eh gnug auf mir, dazukämma derf nix mehr, abwendig derf mich nix mehr machen von die gottseligen Gedanken.
Vorlage S. 78
68
ROSL.
Vorlage S. 78
69
Tust doch, als wärst der sündhaftigste Mon. Hast leicht eins umbracht?
Vorlage S. 78
70
GRILLHOFER.
Vorlage S. 79
71
Dös net, Gott sei Dank, Rosl, dös net; aber 's Gegenteil auf unerlaubte Art kunnt leicht möglich sein. – Geh, lang mir das dicke Buch dort her.
Vorlage S. 79
72
Rosl holt die Pastille von einem Schrank und legt sie vor Grillhofer hin.
Vorlage S. 79
73
GRILLHOFER.
Vorlage S. 79
74
So, und hiatzt gehts all zwei in Gottsnam an enger Tagwerk, und ich geh an meins. Is der Schwager noch net da?
Vorlage S. 79
75
ROSL.
Vorlage S. 79
76
Na.
Vorlage S. 79
77
GRILLHOFER.
Vorlage S. 79
78
Wann er kimmt, Rosl, so bring ein Wein und a weng a Rauchfleisch eine. Hitzt gehts.
Vorlage S. 79
79
Schlägt das Buch auf und beginnt zu lesen.
Vorlage S. 79
80
ROSL.
Vorlage S. 79
81
Bhüt Gott! Ab durch den Haupteingang.
Vorlage S. 79
82
Vierte Szene
Vorlage S. 79
83
Grillhofer und Wastl.
Vorlage S. 79
84
GRILLHOFER.
Vorlage S. 79
85
Bhüt dich Gott, Rosl! Kleine Pause, ohne aufzusehen. Bhüt dich Gott, Wastl!
Vorlage S. 79
86
WASTL.
Vorlage S. 79
87
Ich hob jo no nix gsagt.
Vorlage S. 79
88
GRILLHOFER
Vorlage S. 79
89
aufblickend.
Vorlage S. 79
90
Willst no was?
Vorlage S. 79
91
WASTL.
Vorlage S. 79
92
Es liegt mir schon lang auf. Über dein Schwagern, übern Dusterer, möcht ich mich amal ausreden.
Vorlage S. 79
93
GRILLHOFER.
Vorlage S. 79
94
No, nur kein unbschaffens Wort!
Vorlage S. 79
95
WASTL.
Vorlage S. 79
96
Bewahr, wär mir a z' gring dazu, dass ich a unbschaffens Wort über eahm verlier – der elendige Kerl.
Vorlage S. 79
97
GRILLHOFER.
Vorlage S. 79
98
Wastl! – Er is mein einziger Verwandter, der einzige Mensch, der ein trostreichen Zuspruch für mich hat, dem was glegn is an mir in Zeit und Ewigkeit.
Vorlage S. 79
99
WASTL.
Vorlage S. 79
100
Ich weiß's eh, er is, der dich zu dem bußfertigen Wesen hinzerrt, wie 's Kälbl zur Kuh, wenn's es Saufen derlernen soll.
Vorlage S. 79
101
GRILLHOFER.
Vorlage S. 79
102
Hehe! Sixt, Wastl, wie d' trotz deiner Boshaftigkeit nix dagegen fürbringa kannst! 's Kalbl muss ja saufen, sunst wurd's hin!
Vorlage S. 79
103
WASTL.
Vorlage S. 79
104
Schon recht, Bauer, aber für a Kalbl warst mer doch schon zviel ausgwachsen. – Sag do selber, Bauer, wie d' no riegelsam warst, hat der Dusterer kein Fuß über dein Staffel gsetzt – was findt er's denn hitzt vonnöten, dass er dir alle Tag übern Hals rennt? Zwegn der Zeit und Ewigkeit leicht? Ka Red, meinst net selber, dass er sich zutatig macht, weil er glaubt, es könnt die ganz Hinterlassenschaft an ihm falln? Und hat er dich erst da, nachher kunnst freili – von ihm aus – Gott verhüt's – nit früh gnug selig werdn.
Vorlage S. 79
105
GRILLHOFER.
Vorlage S. 80
106
So mein ich ja eh selber!
Vorlage S. 80
107
WASTL.
Vorlage S. 80
108
Na alsdann, na sixt, is doch amal a gscheite Red von dir! Oder wie d' früher hast a Wartl davon fallnlassen, dass d' dich möchtst in die Ruh setzen, meinst nit a selber, er wurd dir einredn, dass dein ganz Bußfertigkeit um a gut Trümmerl z' kurz war, wann du nit ihm 'n Hof verschreibst und nöt bei seiner Sippschaft als Ausnehmer bliebst? Han?
Vorlage S. 80
109
GRILLHOFER.
Vorlage S. 80
110
Na jo, so mein ich ja ehnder selber!
Vorlage S. 80
111
WASTL.
Vorlage S. 80
112
No, so sag ich, scheinheilig is er.
Vorlage S. 80
113
GRILLHOFER.
Vorlage S. 80
114
Und ich sag, er is's net.
Vorlage S. 80
115
WASTL.
Vorlage S. 80
116
Wohl is er's!
Vorlage S. 80
117
GRILLHOFER.
Vorlage S. 80
118
Na, sog i! Wast, du bist a dummer Bua, du verstehst dös net, der Dusterer, der is so, der is so, wie er is. Und zwegn dem, was mer gredt habn, so tut das der Bußhaftigkeit kein Eintrag, und werd i ihm's doch net in Übel aufnehma, dass er auf sich schaut, wo sein Vorteil und der meine Hand in Hand gehn.
Vorlage S. 80
119
WASTL.
Vorlage S. 80
120
Na, hörst, da möcht eins doch glei narrisch werdn! Wann sein Vorteil is, meinst nit, es kunnt wohl a a kleine Spitzbüberei mit unterlaufen?
Vorlage S. 80
121
GRILLHOFER.
Vorlage S. 80
122
Na, Wastl, dös net, dös net! Alls, was er fürbringt, dös is nur zu wahr – nur zu wahr is's!
Vorlage S. 80
123
WASTL.
Vorlage S. 80
124
No, ich konn da nix sagn, ich weiß nit, wie er dich hrumkriegt hat, so hilft a kein Redn.
Vorlage S. 80
125
GRILLHOFER.
Vorlage S. 80
126
Host a recht, Wastl. Redn is do von unnötn! Der Dusterer ist über ein Feldpater! Alles kurz und eindringlich und hitzt: glaub's oder glaub's nit! A Teuxelskerl, sag ich dir, mit sein gottgfälligen Wesen. Dran glauben muss man. Dös hat er heraust, ja, ja, dös hat er heraust! Zwegn, dass er sein Vorteil sucht, selb is richtig, aber dös tut nix, mag's selber gern sehn, wann einer was treibt, er treibt's recht, aber ehrlich muss's dabei zugehn! Wann ich ihm dahinterkam, dass dös kein Schickung is, dö ihn in mein Haus führt, dass net so sein müsst, wie er sagt, dass er aufn Herrgottn sein Rechnung lugt – Kreuzsakra, Wastl, da kriegest a Arbeit.
Vorlage S. 80
127
WASTL.
Vorlage S. 81
128
Jesses, Bauer, schaff an, schaff nur glei an!
Vorlage S. 81
129
GRILLHOFER
Vorlage S. 81
130
läßt den Kopf hängen.
Vorlage S. 81
131
Lass gut sein, Wastl, lass's gut sein. 's kimmt nöt a so. – Er hat mich schon bei der richtigen Faltn. Er hat mich an oans erinnert, hon's schon lang vergessen ghabt – hitzt aber hat sa sich aufgriegelt, hitzt sitzt's da und gibt kein Ruh mehr, der Gwissenswurm is's – und da hilft kein Aufdammen. Schön, schön unterdrucken heißt's und reuig sein.
Vorlage S. 81
132
WASTL.
Vorlage S. 81
133
Grillhofer, wann's wahr is, dass eins, das sein Art auf einmal ändert, bald verstirbt, so machst es neama lang, der Dusterer braucht net lang mehr ernste Gsichter z' schneiden, der konn bald lachen. Kreuzteufi! Früher habn mer garbeit und sein dann lustig gwest all Tag, und du warst der Fleißigst und Lustigste, und wann ich denk, dass der alte Halunk dran Schuld tragt, dass mir hitzt dasitzen wie auf einer Kartausen – Sikra hnein, ich wollt, er kam hitzt hrein, dass i ihm's hneinsagn kunnt: Dusterer, du bist a Haderlump!
Vorlage S. 81
134
Fünfte Szene
Vorlage S. 81
135
Vorige. Dusterer.
Vorlage S. 81
136
DUSTERER
Vorlage S. 81
137
kleine, hagere, schwächliche Gestalt, von der Zipfelmütze bis zu den Stiefeln hinunter ganz schwarz gekleidet.
Vorlage S. 81
138
Spricht alles auf trockene, gewichtige Bauernmanier, stoßweise. Gelobt sei Jesus Christus!
Vorlage S. 81
139
WASTL
Vorlage S. 81
140
schreit, wie in seiner Rede fortfahrend.
Vorlage S. 81
141
In Ewigkeit!
Vorlage S. 81
142
GRILLHOFER.
Vorlage S. 82
143
In Ewigkeit!
Vorlage S. 82
144
DUSTERER
Vorlage S. 82
145
behält seine Pfeife im Munde und geht rasch auf Grillhofer zu.
Vorlage S. 82
146
Grüß Gott, Schwager, grüß Gott, no, wie is dir denn wordn aufs letzte Beten?
Vorlage S. 82
147
GRILLHOFER.
Vorlage S. 82
148
Hm, besser, ja, ich mein schon a bissel besser!
Vorlage S. 82
149
DUSTERER
Vorlage S. 82
150
setzt sich.
Vorlage S. 82
151
Verlaubst schon. Na, sollt mich freun. Ja, ja. Beobachtet Grillhofer scharf. Sollt mich rechtschaffen gfreun! Tat's nur wieder weisen, dass ma die Krankheiten abbeten kann, is a alte Gschicht! Freilich ghört die rechte Frummheit und Bußfertigkeit dazu! Wer nur unserm Herrgott 's Maul machen möcht, der richt nix. Nur an die Leut und an der eingrißnen Gottlosigkeit liegt's – an sonst nix – an sonst nix! Pafft Rauchwolken von sich. Ja, ja.
Vorlage S. 82
152
WASTL
Vorlage S. 82
153
tritt zu ihm.
Vorlage S. 82
154
Musst nit rauchen, Dusterer! Ich bin vom Haus und rauch a nöt! Nimmt ihm die Pfeife aus dem Mund.
Vorlage S. 82
155
GRILLHOFER.
Vorlage S. 82
156
Wastl – du Sikra hnein!
Vorlage S. 82
157
WASTL
Vorlage S. 82
158
klopft die Pfeife auf dem Fensterbrett aus und setzt den Fuß auf die glimmende Asche.
Vorlage S. 82
159
Verlaubst schon. Um die Gselchtigkeit is 'm Bauern ja do net z' tun!
Vorlage S. 82
160
GRILLHOFER.
Vorlage S. 82
161
Na, aber der Ärger, den d' einm machst, schlagt mir leicht an?
Vorlage S. 82
162
WASTL.
Vorlage S. 82
163
Is dir gwiß gsünder! Gibt dem Dusterer die Pfeife Zurück. Da, Dusterer.
Vorlage S. 82
164
GRILLHOFER.
Vorlage S. 82
165
Wastl, du Sakra, du nimmst dir viel heraus. Erhebt sich mühsam. Mach mich nit schichti, am End kunnt ich dich doch no meistern.
Vorlage S. 82
166
WASTL.
Vorlage S. 82
167
Recht is's, dös steht dir an – kimm nur her, Bauer, ich wehr mich nicht viel – und dir is's leicht gsund!
Vorlage S. 82
168
GRILLHOFER
Vorlage S. 82
169
setzt sich erschöpft.
Vorlage S. 82
170
Du narrischer Höllteufl, du! – Geh zu, sag ich, geh zu! –
Vorlage S. 82
171
DUSTERER
Vorlage S. 82
172
begütigend.
Vorlage S. 82
173
Lass gut sein, Schwager, lass's gut sein – ja – ja! Mit Emphase. I verzeih ihm – ich verzeih ihm – dös tu ich.
Vorlage S. 82
174
WASTL
Vorlage S. 83
175
mit unsäglicher Verachtung.
Vorlage S. 83
176
Er verzeigt mir! Ist bis zur Türe gegangen. Der! Vorzeigt mir! Bhüt dich Gott, Bauer! Ab.
Vorlage S. 83
177
Sechste Szene
Vorlage S. 83
178
Grillhofer. Dusterer.
Vorlage S. 83
179
DUSTERER.
Vorlage S. 83
180
Is a kecker Ding, der Wastl! Ja, ja! Mein allweil, Hochmut kommt vorm Fall. Kunnt doch gschehn, wer weiß, wie bald, dass er entbehrli wurd. – Ja.
Vorlage S. 83
181
GRILLHOFER.
Vorlage S. 83
182
No, no, nur vertraglich! Was sagst, du verzeigst ihm, wann d' ihm was nachtragn willst?
Vorlage S. 83
183
DUSTERER.
Vorlage S. 83
184
Hat er s' angnommen, dö Verzeihung – hat er s' angnommen? Han?
Vorlage S. 83
185
GRILLHOFER.
Vorlage S. 83
186
Ah was, aufm Stubenbodn wird er s' nit liegen lassen habn! – Solang ich die Augen offen hab, will ich net sehn, wie mein Anwesen zruckgeht, der Wastl is wie a Pfleger drauf. Tat keiner gut, der ihn weggab. Du verstehst dich a mehr aufs Himmelreich als auf d' Wirtschaft!
Vorlage S. 83
187
DUSTERER.
Vorlage S. 83
188
Wohl, wohl. Z' wirtschaften hat's wenig gebn, da muss oans aufn himmlischen Vater vertraun. Dass ich sag, ja, dass ich sag, es war mir vorhin nur um die Pfeifen, weil a Anfeuchtung is beim Reden – weißt, mir redt sich trocken so schwer.
Vorlage S. 83
189
GRILLHOFER.
Vorlage S. 83
190
D' Rosl muss eh glei ein Wein bringen.
Vorlage S. 83
191
DUSTERER.
Vorlage S. 83
192
No, nochert is schon recht, nochert is schon recht. Dann wölln mer weiterredn. Mein Seel, ich bin so austrückert da hrum, als hätt mich die glütende Hölluft anblasen.
Vorlage S. 83
193
GRILLHOFER.
Vorlage S. 83
194
Warst leicht unt auf ein klein Bsuch?
Vorlage S. 83
195
DUSTERER.
Vorlage S. 83
196
Dös net, Schwager, dös net, aber glesen hab ich davon.
Vorlage S. 83
197
GRILLHOFER.
Vorlage S. 83
198
In ein Buch stund's aufzeichnet?
Vorlage S. 83
199
DUSTERER.
Vorlage S. 83
200
In ein großen, dicken Buch – wie dös, so dick –, sein auch Bilder dabei, alles, wie's zugeht; es ist grausam anzschaun, sag ich dir.
Vorlage S. 83
201
GRILLHOFER.
Vorlage S. 84
202
So, so, ja freilich, wann's beschriebn is, ja freilich nachher! – Musst mir's lesen lassen!
Vorlage S. 84
203
DUSTERER.
Vorlage S. 84
204
Gwiß, Schwoger, gwiß! Sobald soweit bist, dass dir einwendig denken kannst: »Dich trifft's neama, du bist draust!«, dann is aber a rechte Herzfreud, wann ma so davon lest und denkt sich all seine Feind und Unfriedmacher in die Qual hinein. Dös is dir a so a Vergnüglichkeit, wie beispielmäßig, wann's dir dein Anrainer die ganze Feldfrucht verhagelt, dir biegt's kein Halmerl um.
Vorlage S. 84
205
GRILLHOFER.
Vorlage S. 84
206
Jo, aber wo bleibt denn da die christlich Nächstenlieb?
Vorlage S. 84
207
DUSTERER.
Vorlage S. 84
208
Richtig, richtig, die hon ich beispielmäßig ganz vergessen. Aber wo bleibt denn der Wein?
Vorlage S. 84
209
Siebente Szene
Vorlage S. 84
210
Vorige. Rosl.
Vorlage S. 84
211
ROSL
Vorlage S. 84
212
bringt eine Flasche mit Wein, dazu ein Glas und, einen Teller, worauf ein Stück Rauchfleisch und ein Brot, und stellt es vor Dusterer auf den Tisch.
Vorlage S. 84
213
Gsegn's Gott!
Vorlage S. 84
214
DUSTERER.
Vorlage S. 84
215
Vergelt's Gott! Schau, die Rosl – die Rosel – no, du bist ja no allweil so sauber beinander wie 's jüngste Dirndl! Schenkt rasch ein. Verlaubst schon, Schwoger, dass sie mir Bescheid tut! Nötigt ihr das Glas auf, indem er sie um die Hüfte fasst.
Vorlage S. 84
216
ROSL.
Vorlage S. 84
217
Wann's erlaubt ist? Dein Wohlsein!
Vorlage S. 84
218
DUSTERER
Vorlage S. 84
219
tätschelt sie im Rücken.
Vorlage S. 84
220
No, bleibst wohl hübsch ledig – hübsch ledig – und brav?
Vorlage S. 84
221
ROSL
Vorlage S. 84
222
macht siech los und schlägt ihn auf die Hand.
Vorlage S. 84
223
Was is denn dös? Ab.
Vorlage S. 84
Porträt von Anzengruber, Ludwig; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Anzengruber, Ludwig · Rudolf Krziwanek · Public domain Bildquelle ↗
224
Achte Szene
Vorlage S. 84
225
Vorige, ohne Rosl.
Vorlage S. 84
226
DUSTERER.
Vorlage S. 84
227
No, no – is a dalkets Ding, die Rosl. – Grillhofer, am Schürzenbandl bin ich ihr hängen bliebn, ja, ja, am Schürzenbandl, sunst nix! Trinkt. Ah, das is a Tropfen! Stellt das Glas vor sich bin. Ja, dass ich also sag, Schwoger, weil ich mich hitzt leichter mit dir red und weil wir allein sind. – Grillhofer – Erhebt sich feierlich. – Grillhofer, mir machst nix weis! Schenkt im Stehen wieder ein.
Vorlage S. 84
228
GRILLHOFER.
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229
Wie meinst dö Red?
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230
DUSTERER
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231
setzt sich, indem er den Wein austrinkt.
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232
Schwoger, ich weiß, warum ich dir gsagt hab, dass ich dir das Höllbüchl erst spater bring. – Ich hab dich fruher betracht – du hast gsagt, besser wär dir. – Laugn's net – wir sein hitzt unter vier Augen –, dir is übler als gestern.
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233
GRILLHOFER.
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234
No, werd ich's leicht laugnen unter uns? Nur vorm Wastl, dass er sein vorlauten Wesen Einhalt tut, hab ich's gsagt. Aber ich muss's wissen, dass mir einwendig wohler ist, die Seel is mir gsünder wie jemal.
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235
DUSTERER.
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236
Dös gab der liebe Herrgott, aber leicht is dös Ganze nur a hoffartig Einbildung von dir. Erhebt sich wie oben. Grillhofer, weißt, warum dir net besser is? Schenkt ein.
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237
GRILLHOFER.
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238
Wußt's net.
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239
DUSTERER.
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240
Weil dir die Bußhaftigkeit fehlt. Setzt sich und trinkt aus. Weil dir die Bußhaftigkeit fehlt.
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241
GRILLHOFER.
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242
Dös wußt ich a net.
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243
DUSTERER.
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244
Grillhofer, glaub mir, wann i dir was sag! Dir fehlt die Bußhaftigkeit!
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245
GRILLHOFER.
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246
Möcht wissen warum!
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247
DUSTERER.
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248
So, so – beispielmäßig lass dir sagn, es is a Unterschied zwischen Frummheit und Frummheit und Reuhaftigkeit und Reuhaftigkeit, wie zwischen 'm Rosolie und 'm Wacholder, der eine is zur Hochfahrt, der andere warmt einm 's Einwendige. Erhebt sich wie oben. Grillhofer, es steht geschrieben: »Wer mir nachfolgen will –
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249
GRILLHOFER.
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250
– der nehme sein Kreuz auf sich!«
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251
DUSTERER.
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252
Nein.
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253
GRILLHOFER.
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254
Was na? Nachher nöt.
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255
DUSTERER.
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256
Das heißt, so steht wohl a gschriebn, aber so mein ich net, 's Kreuz hast schon auf dir. Aber es steht ferner geschrieben: »Wenn du mir willst nachfolgen, so wirf dein Gut ins Meer!«
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257
GRILLHOFER.
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258
Tragst du mein Hof aufm Buckel hin bis zum Meer?
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259
DUSTERER.
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260
»Ins Meer und teile es mit den Armen.«
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261
Setzt sich und trinkt aus.
Vorlage S. 86
262
GRILLHOFER.
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263
So kann net gschrieben stehn!
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264
DUSTERER.
Vorlage S. 86
265
Warum!
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266
GRILLHOFER.
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267
Wann ich's ins Meer wirf, kriegn's ja die Fisch und net dö Armen.
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268
DUSTERER
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269
erhebt sich wieder.
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270
Aber es steht doch so geschrieben.
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271
GRILLHOFER.
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272
Wird doch kein Unsinn gschriebn stehn?!
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273
DUSTERER.
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274
Und warum net, Grillhofer? Glaub mir, wann ich dir was sag. Es steht geschrieben!
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275
GRILLHOFER.
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276
Na, da mach du a Nutzanwendung drauf, ich bin mir z' dumm dazu.
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DUSTERER
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setzt sich und trinkt aus.
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279
Is kein Kunst, denn es is beispielmäßig zu verstehn. Wann du willst mitm Himmel auf gleich kämma, dann musst du alles Weltwesen, um was dich noch sorgen und bekümmern könntst, von dir tun, du musst das Deine verschenken, musst es an die Armen verteilen.
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280
GRILLHOFER.
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281
Da sein eahner doch z' viel, kam ja auf kein was, wär schad um das schöne Anwesen!
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282
DUSTERER.
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283
Kannst es ja beinandlassen; wann d' ein einzigen Armen a Guttat derweist, gilt's für alle! Schau dich halt um, vielleicht findst unter der Hand in einer einzigen Familie a ganz Träuperl Arme beinander, die leicht noch zneben der christlich Nächstenlieb no a verwandtschäftliche Zuneigung für dich hätten – ja – ja – brauchst etwa gar net weit herumzsuchen, Schwoger – ja – hm – ja, dass ich sag, beispielmäßig, ich und mein Weib und meine fünf Kinder, wir möchten dich schon rechtschaffen pflegen, möchten dir's im Gebet gedenken, a nach dein seligen End – ja – ja beispielmäßig!
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284
GRILLHOFER.
Vorlage S. 87
285
Schneid net so hrum, 's hat ja alls a christlich Absehn, und hab ich schon selber dran denkt. Aber in d' Ausnahm gehn, wo andere mit ihnere leiblich Kinder aften nix Guts derlebn, zu Fremde auf Gnoden und Ungnoden!? Net beklagn könnt i mich, heißet's doch gleich: der Narr, was hat er 's Unnötig tan? Und von fruher her hot's mir nie taugt, dein Sippschaft, zwegn engerer Duckmauserei – na, es is nur, dass ma sich ausdischkariert – ja – ja – därf dich net beleidingen! Jetzt stcht's mer ja an, verwahrt war ich schon, wie in ein Kloster, selb weiß ich. Wohl, wohl. Aber ich denk nur so, koan andrer da hrum tat a so.
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286
DUSTERER.
Vorlage S. 87
287
Grillhofer – Schwoger – lass dir sagn, tu's oder tu's net. Mir is net um mich. Aber nach die andern musst net fragn, na, na, nach dö musst net fragn. Musst es der Sippschaft net antun, dass ma's derlebt, wir fahreten am Jüngsten Tag allzsamm in Himmel und müssten dich zrucklassen und für alle Ewigkeit voneinander. Sorg di um di, lass du nur dö andern in d' Höll abipurzeln. Hihi, lass nur dö abipurzeln!
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288
GRILLHOFER.
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289
Na jo – selb war schon recht, wann's nur net ein oder der andere etwa doch billiger richtet und rumpelt a da obn eine und hernzet mich d' halb Ewigkeit: dass mei Himmel z' teuer war. I möcht nur fragn, ob sich's a auszahlt? Wann no die andern bräver warn –! Bin ich denn so sündig?
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290
DUSTERER
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fährt empor.
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292
Fragst no – fragst no, Grillhofer, ob d' sündig bist?! Solltst nit fragn, Grillhofer, du net, du vor alle andern net – sollst darnach fragn; du bist's – Grillhofer, und schon wie! Beispielmäßig lass dir sagn, auf der Alm im Fruhjahr, wann sich der Schnee ballt, fliegt so a Malefizvogel – meint selber nix Args – vom Astl oba und nimmt sich a Maul voll Schnee – und denkt bloß, er tut sein Schnabel a Guttat, paar Bröckeln rutschen weiter, es wird a Kügerl draus, aus der Kugel a Knödel, ausm Knödel a Bünkel wie a Fuder Heu, dös törkelt allweil Tal obi, immer größer und größer und raumt 'n Wald mit, haut abi ins Tal, und die Lawin is fertig. So a Unglücksvogel bist a du, Grillhofer! Schenkt ein. Bist auch du! Frag net, ob d' sündig bist! Denk an die Riesler – Magdalen, was vor fünfundzwanzig Jahr in dein Dienst war, wie mein Schwester, dein Weib, Gott hab s' selig, noch glebt hat, denk an die Riesler – Magdalen, sag ich, dö hast du a ins Kugeln bracht, dass ins Rollen kämma und in die siedige Höll hneingfalln is und wer weiß wieviel Seeln mitgrissen hat! Neamand hat mehr was von ihr derfahrn, die fufzigmal ist s' vom Gricht zwegn einer Erbschaft aufgfordert wordn, verschollen is s' bliebn! Grillhofer, aber am Tag des Gerichts, da wird alles ans Licht zogn, da wird sich herausstellen, was du alles angstellt hast in sündhafter Begehrlichkeit! Grillhofer, wann da Sachen ans ewige Licht kommen, was uns gar net träumt?! Wann s' gfragt wird: wer is Schuld an deiner armen Seelverderbnus? Grillhofer, Schwoger, nöt um a Million möcht ich da an deiner Stell unbußfertiger vor Gottes Thron stehn, nöt um a Million!
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293
GRILLHOFER.
Vorlage S. 88
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Hätt ihr doch nachfragn solln!
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295
DUSTERER.
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296
No wohl – no wohl! Aber hitzt is's z' spat, gschehn is gschehn. Ich wollt dir's ehnder net sagn, aber heunt nacht hat mir wieder von ihr traumt, wie s' da gsessen is in ewign Feuer, rundum es höllische Glast! O Jesses, es war schreckbar! Heunt fruh hab ich glei zu meiner Alten gsagt: für dö zwei armen Seelen muss was gschehn.
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297
GRILLHOFER.
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298
Hast recht, dumm is schon, aber hast recht. No hilft nix als fleißig fürbitten. Am End hast doch schlecht gsehn – na ja – na ja –, im Feuer und Rauchen verlassen einm ja leicht die Augen, wird am End gar net dö Höll gwesen sein, sundren nur 's Fegfeuer, wo die Magdalen hast sitzen gsehn?
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299
DUSTERER.
Vorlage S. 88
300
Beschwörn kunnt ich's net, dass's die Höll war!
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301
GRILLHOFER.
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302
No, so gebn wir's halt an, wär mir lieb, wann's dere armen Seel a zguten kam! Wann mer wieder a bissel besser is, fahrn mer nach der Kreisstadt, und da mach mir's halt richtig – ja – ja – du ziehst aufn Hof samt deine Leut, a kleine Probzeit, und ich verschreib dir 'n, aber, dass nichts verabsaumt wird!
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303
DUSTERER.
Vorlage S. 89
304
No nix, gar nix, kannst dich verlassen. No schau, selb gfreut mich, deintwegn, Schwoger, deintwegn! Meiner Seel! Abgsehn, dass 's gute Werk a a Staffel in Himmel is. Aber deintwegn schon gar. Hitzt wirst schon Herr werdn über den sakrischen Gwissenswurm, verlaß dich drauf, es is net der erste, den ich ausm Nest nimm! – Ja – ja, kannst dich verlassen! Was ich sagen wollt: wann geht's nach der Kreisstadt – wann dir leichter is? Sixt, Grillhofer, sixt, schau, Schwoger, hitzt lass ich dir a 'n Bader holn, ja, ja, man derf nix außer acht lassen, und die Kräuter habn ja ihnere Heilsamkeit a vom lieben Gott. Ja, ja, weißt, hitzt is was anderscht, früher wär der Bader zu nix net nutz gwesen, aber hitzten habn wir zum Anfang 'n Wurm 's Zappeln glegt, dös is 's erste! Wann dös vorbei is, kann a der Bader wieder was richten. Mein Seel, heunt gfreut mich mein Lebn! Ist aufgestanden und tätschelt den Grillhofer zärtlich in den Rücken. Weil ich so ein Schwagern hab! Ja ja. Na, die Freud, so a bußfertige Seel z' finden bei derer schlechten Zeit! Beispielmäßig war der Saul im Alten Testament a schlechter Sucher gegen meiner, hat ein Esel gsucht und a Kron gfunden, mir aber war kein Kron so lieb, als dass ich 's Gsuchte a find, – Umarmt Grillhofer. – mein lieben Schwagern!
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305
GRILLHOFER.
Vorlage S. 89
306
No, no, lass's nur gut sein, und wann d' meinst, so schick halt nachm Bader! Wann amal was sein soll, so hab ich's gern bald in Richtigkeit.
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307
DUSTERER
Vorlage S. 89
308
sitzt wieder auf seinem früheren Platz.
Vorlage S. 89
309
Ich weiß, ich weiß, mer kennt dich dafür, du haltst auf die Ordnung: Ja, ja, und no war's ja recht! Hat das Gesangbuch aus der Rocktasche gezogen und vor sich aufgeschlagen. Und dass wir net draus kämman, so lass uns unser Bußlied singen!
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310
Dusterer setzt ein, Grillhofer singt mit.
Vorlage S. 89
311
Lied
Vorlage S. 90
312
Erlös uns von des Lebens Pein,
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313
O Herr, in deinen Gnaden,
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314
Und führ uns in den Himmel ein,
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315
Das kann uns gar nicht schaden!
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316
Wie beide einsetzen, um die zwei letzten Zeilen zu wiederholen, fällt rasch der Vorhang.
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317
Verwandlung
Vorlage S. 90
318
Freie Gegend. Im Hintergrund ein Teil des Grillhoferschen Hauses, ein Fenster nach der Bühne zu steht offen, dessen bunte, kurze Vorhänge verwehren den Einblick in die Stube. Ein Zaun mit Einlaß in der Mitte schließt den Hintergrund ab. Vorne rechts über einen niederen Graben führt ein Steg. Links im Vordergrunde ein Heuschober.
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319
Neunte Szene
Vorlage S. 90
320
Liesel kommt über den Steg, sie trägt einen Anzug, der von dem der andern Dirnen abweicht und zeigt, daß sie aus einer andern Gegend daheim.
Vorlage S. 90
321
Lied
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322
Mit üble Vorsätz geh
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Fort ausm Haus,
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Glei schaut die ganze Welt
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Anderschter aus!
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Bin zeitlich fruh noch fort
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Im Morgendunst,
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Kenn alle Hund im Ort,
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Freundlich warn s' sunst!
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330
Nenn jeden bei sein Nam,
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331
Kenn jeden gnau,
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332
Hitzt bellen s' hinter oam:
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333
»Schau, schau, schau, schau!
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334
Da geht d' Horlacher – Lies,
Vorlage S. 90
335
Mit der's net richtig is!
Vorlage S. 90
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Schau, schau, schau, schau!«
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337
Jodler ad libitum.
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D' Vögerln, die in der Fruh
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Singen so lieb,
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340
Die schrein jetzt einm zu:
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341
»Dieb, Dieb, Dieb, Dieb!
Vorlage S. 91
342
Ui, dö Horlacher – Lies,
Vorlage S. 91
343
Mit der's net richtig is!
Vorlage S. 91
344
Dieb, Dieb, Dieb, Dieb!«
Vorlage S. 91
345
Jodler.
Vorlage S. 91
346
Mit einer Gebärde, mit der man Vögel verscheucht, in die Hände klatschend.
Vorlage S. 91
347
Gscht! Nixnutzigs Gfliederwerk, nit wahr is's, so is die Horlacher – Lies net! Freilich hot die Mahm gsagt: hingehst und einschmeichelst dich! Als ob ich a Katz wär! Aber kein Red, dös tu ich net. Aber furt von hoam bin i gern, u mein, wie gern! Jahraus, jahrein kein andern Kirchturm sehn als den von Ellersbrunn, d' schön Zeit über vor harter Arbeit 's Kreuz kaum gspürn und 'n Winter über beim Spinnrade sitzen ... oh, du mein Gott, und auf einmal frei hnausrennen dürfen in die schön grüne, lichte Gotteswelt hnein – haha, bleibet a Narr hoam! – Jesses und Joseph! Frei kugeln möcht i mich im Heu!
Vorlage S. 91
348
Zehnte Szene
Vorlage S. 91
349
Vorige. Wastl.
Vorlage S. 91
350
WASTL
Vorlage S. 91
351
schon etwas früher sichtbar, ist bei den letzten Worten durch den Zaun aufgetreten, noch rückwärts.
Vorlage S. 91
352
Tu's, Dirndel, ich schau dir gern zu!
Vorlage S. 91
353
LIESEL
Vorlage S. 91
354
halb nach ihm gewendet.
Vorlage S. 91
355
Wußt ich, du denkst was Unrechts, kriegest mir eine!
Vorlage S. 91
356
WASTL
Vorlage S. 91
357
kommt vor.
Vorlage S. 91
358
No wußt i gern, was d' dir denkst, dass i mir denkt hätt, han, Dirndl? Erkennt sie. Oh, heilig Mutter Anna, dö is's?!
Vorlage S. 91
359
LIESEL.
Vorlage S. 92
360
Jegerl, der Wastl!
Vorlage S. 92
361
WASTL.
Vorlage S. 92
362
Ja, der Wastl, und du bist dö Horlacher- Lies, kunnst's eh schon wissen. Hätt mir's net denkt, ich komm no zsamm ... Was suchst du denn da hrum?
Vorlage S. 92
363
LIESEL.
Vorlage S. 92
364
'n Grillhofer.
Vorlage S. 92
365
WASTL.
Vorlage S. 92
366
'n Grillhofer?
Vorlage S. 92
367
LIESEL.
Vorlage S. 92
368
Ja, 'n Grillhofer!
Vorlage S. 92
369
WASTL.
Vorlage S. 92
370
So, 'n Grillhofer? – No, dem sein Großknecht bin ich. Willst leicht in Dienst bei ihm? Da hätt ich a a Wartl dreinzreden. Mir zwei taugen net unter ein Dach, und wann dich gleich der Bauer nahm, so rennet ich heunt no auf und davon.
Vorlage S. 92
371
LIESEL.
Vorlage S. 92
372
Zwegn meiner brauchst kein Schuh z' zreißen. Ich bin nur auf Bsuch!
Vorlage S. 92
373
WASTL.
Vorlage S. 92
374
Auf Bsuch?
Vorlage S. 92
375
LIESEL.
Vorlage S. 92
376
Jo, auf Bsuch.
Vorlage S. 92
377
WASTL.
Vorlage S. 92
378
So, auf Bsuch? Was willst eahm denn?
Vorlage S. 92
379
LIESEL.
Vorlage S. 92
380
Dös geht di nix an. – Sag amal, was is denn der Grillhofer für a Mon?
Vorlage S. 92
381
WASTL.
Vorlage S. 92
382
A trauriger.
Vorlage S. 92
383
LIESEL.
Vorlage S. 92
384
Ui je, dös taugt mer net, da geh ich lieber glei wieder.
Vorlage S. 92
385
WASTL.
Vorlage S. 92
386
Is a gscheiter.
Vorlage S. 92
387
LIESEL.
Vorlage S. 92
388
Aber geh, Wastl, was hast denn gegn mi? Tut's dich denn net a wengerl gfreun, dass mir uns wieder zsammfinden?
Vorlage S. 92
389
WASTL.
Vorlage S. 92
390
Müsst's lügn! – Solltst dich eigentlich schamen, dass d' mich derkennst.
Vorlage S. 92
391
LIESEL.
Vorlage S. 92
392
Wußt net, warum! Kimmt's mer doch völlig für, als schamest du dich.
Vorlage S. 92
393
WASTL.
Vorlage S. 92
394
I mi? Zwegn we, ich frag no, zwegn we?
Vorlage S. 92
395
LIESEL.
Vorlage S. 92
396
No schau, Wastl, wann ich dir als alte Bekännte gut dafür bin, bleib ich dir derweil die Antwort schuldig, aber möchst mer net sagn, zwegn we ich mich schamen sollt?
Vorlage S. 92
397
WASTL.
Vorlage S. 92
398
No, dös is doch klar.
Vorlage S. 92
399
LIESEL.
Vorlage S. 92
400
So sag's!
Vorlage S. 92
401
WASTL.
Vorlage S. 93
402
»Sag's!« – O du ... »Sag's!« sagt s'! Hat's dir denn no nie leid tan, wie d' mir mitgspielt hast, wie ich no in Ellersbrunn Knecht war?
Vorlage S. 93
403
LIESEL.
Vorlage S. 93
404
Wie's du Knecht warst in Ellersbrunn?
Vorlage S. 93
405
WASTL.
Vorlage S. 93
406
Jo, wie i Knecht war in Ellersbrunn.
Vorlage S. 93
407
LIESEL
Vorlage S. 93
408
nachdenkend.
Vorlage S. 93
409
So, wie d' Knecht warst in Ellersbrunn?
Vorlage S. 93
410
WASTL.
Vorlage S. 93
411
Tu no, als wußt von allm nix.
Vorlage S. 93
412
LIESEL.
Vorlage S. 93
413
Kann's doch schon die Zeit über vergessen habn!
Vorlage S. 93
414
WASTL.
Vorlage S. 93
415
Dös sieht dir schon gleich! Ja, dir schon.
Vorlage S. 93
416
LIESEL.
Vorlage S. 93
417
No, geh, so sag's, wie's war!
Vorlage S. 93
418
WASTL.
Vorlage S. 93
419
Wonn i mag!
Vorlage S. 93
420
LIESEL.
Vorlage S. 93
421
Magst schon, wann i dich bitt.
Vorlage S. 93
422
WASTL.
Vorlage S. 93
423
Meinst? Bist a weng sicher.
Vorlage S. 93
424
LIESEL.
Vorlage S. 93
425
Aber, Wastl, was tust denn so harb? Ich wußt rein nix!
Vorlage S. 93
426
WASTL.
Vorlage S. 93
427
Da schlag doch 's Wetter drein. Bin ich dir net in Ellersbrunn nachgrennt wie narrisch?
Vorlage S. 93
428
LIESEL
Vorlage S. 93
429
sieht ihn von der Seite an.
Vorlage S. 93
430
Freilich, wohl, wohl! Selb laugn ich net!
Vorlage S. 93
431
WASTL.
Vorlage S. 93
432
Stund dir a schlecht an!
Vorlage S. 93
433
LIESEL.
Vorlage S. 93
434
Is ja alles zwischen uns zwei in Ehrn verbliebn.
Vorlage S. 93
435
WASTL
Vorlage S. 93
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grimmig.
Vorlage S. 93
437
Ebens drum!
Vorlage S. 93
438
LIESEL.
Vorlage S. 93
439
Aber, Wastl, wird dich doch nit harbn, dass sich keins von uns versündigt hat?
Vorlage S. 93
440
WASTL.
Vorlage S. 93
441
Dös net! Dös freili net! In Ehrn is alls verbliebn, is a dumme Gschicht, aber es muss ein recht sein; mit einer Dirn, was net auf sich halt, lasst sich a kein rechter Bub gern ein. War schon recht, dös Dich – in – Ehren – Halten, aber mich fürn Narren halten war von unnöten!
Vorlage S. 93
442
LIESEL.
Vorlage S. 93
443
Geh! Und wie is denn dös zugangen?
Vorlage S. 93
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WASTL
Vorlage S. 93
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eifrig.
Vorlage S. 93
William Turner – Schneesturm vor einer Hafeneinfahrt, 1842. Vergleichsbild für Stimmung und Naturdarstellung; keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Schneesturm auf See · J. M. W. Turner · Public domain Bildquelle ↗
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Dös fragst du no? Du fragst dös no? Na, ich dank! Han, wie ich gmeint hab, ich möcht dir taugn, hab ich dich net gfragt, wo mir zsammkomma kinnten?
Vorlage S. 93
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LIESEL.
Vorlage S. 93
448
Ja, dös hast gfragt.
Vorlage S. 93
449
WASTL.
Vorlage S. 93
450
Und weil dir's auf der Heid z' einschichtig war –
Vorlage S. 93
451
LIESEL.
Vorlage S. 94
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Freili –
Vorlage S. 94
453
WASTL.
Vorlage S. 94
454
Und mir auf der Landstraßen z' leutselig, hon i gsagt, ich kimm in Wald.
Vorlage S. 94
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LIESEL.
Vorlage S. 94
456
Bist jo a kumma!
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457
WASTL.
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458
Jo, aber du bist wegbliebn! Sikra hnein, von wie es Mondschein raufkämma is, bis's wieder abigangen is, bin ich dort am Fleck gwest, und a Kälten hat's ghabt, dass's ein schier d' Seel ausm Leib hätt rausbeuteln mögn!
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459
LIESEL.
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460
No, hon ich dir's drauf net gut gmeint, hon ich net gesagt; wann dir die Kälten zwider war, sollst af d' steile Wand gehn, wann hoch um Mittag is?
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461
WASTL.
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462
No, war ich net durt? War a a Hitz zum Verschmachten. Wer aber wieder net kämma is, warst du.
Vorlage S. 94
463
LIESEL
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464
ironisch.
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465
Du hast dich aber neamer beklagt.
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466
WASTL.
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467
Ah freili, noch ja, dass d' mi leicht no zum Auffrischen in Mühlbach schickest! Dank schön. Teufi hnein! Stampft mit dem Fuße auf. Frotzel einm net! Wendet sich ab, sieht aber zuletzt widerwillig nach der Liesel, die laut auflacht, lacht mit.
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468
LIESEL
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469
lustig.
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470
Aber schau, Wastl, was kann a Dirn auf a Lieb gebn, dö net amal bissel Kaltstelln und Aufwarmen vertragt! Da is ja mehr Verlaß afs sauere Kraut!
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471
WASTL.
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472
Du bist a eine, dö m' Teufel aus der Butten gsprunga is! Geh zu!
Vorlage S. 94
473
LIESEL.
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474
No, lass dir a was sagn, Wastl!
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475
WASTL.
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476
Red, wann's dir a Freud macht, aufsitz ich dir neamer!
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477
LIESEL.
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478
Sag mir amal, Wastl: wie dir im Wald und af der Wand langweilig wordn is, warum bist denn nit hoamgangen?
Vorlage S. 94
479
WASTL.
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480
Warum ich net hoamgangen bin?
Vorlage S. 94
481
LIESEL.
Vorlage S. 94
482
Jo, warum d' net hoamgangen bist?
Vorlage S. 94
483
WASTL.
Vorlage S. 94
484
No, a so – weil – a so halt, weil i net hoamgangen bin!
Vorlage S. 94
485
LIESEL.
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486
Werd ich dir's halt sagen, Wastl, warum d' net hoamgangen bist!
Vorlage S. 94
487
WASTL.
Vorlage S. 95
488
No, wann d' es besser weißt als i selber, so sag's.
Vorlage S. 95
489
LIESEL
Vorlage S. 95
490
stellt sich ganz nahe zu Wastl.
Vorlage S. 95
491
Weil d' es hast vor die andern Bubn net merken lassen wollen, dass d' umsonst warst – Stößt ihn mit dem Ellbogen in die Seite. –, weil's hätt ausschaun solln, als wär ich durt gwest, und wie lang a noch! Han – Stößt ihn wieder. –, war dös rechtschaffen gegn a ehrliche Dirn? So red was! Holt wieder zu einem Stoß aus.
Vorlage S. 95
492
WASTL.
Vorlage S. 95
493
Na, net – net – Fängt ihren Arm auf. –, meint mer doch nit, du warst da hrum so spitzig!
Vorlage S. 95
494
LIESEL.
Vorlage S. 95
495
Auslaß, sag ich! – Aber ich hab mich schon auskennt, und allmal zur Zeit, wo ich mit dir hätt gehn solln, hab ich mich mit meine Kameradinnen hübsch im Ort sehn lassen.
Vorlage S. 95
496
WASTL.
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497
Jo, jo, und drauf is dös Frotzeln und Feanzeln angangen – und furt musst ich aus Ellersbrunn, weil ich doch net dös ganze Buamergsindel ein umn andern niederschlagn mag.
Vorlage S. 95
498
LIESEL.
Vorlage S. 95
499
Hast aber a ein Unterschied gmerkt zwischen ehrliche Dirndeln und der leichten War.
Vorlage S. 95
500
WASTL.
Vorlage S. 95
501
A ja, dös schon, und wie! Hab s' a allzsamm in die Höll abigwunschen.
Vorlage S. 95
502
LIESEL.
Vorlage S. 95
503
Selb macht nix, rennen mer do no af der Welt hrum! – Aber dir war schon recht gschehn für dein unehrlichs Gspiel!
Vorlage S. 95
504
WASTL.
Vorlage S. 95
505
No, wer sagt, es hätt net do no ehrlich ausgehn mögn?
Vorlage S. 95
506
LIESEL.
Vorlage S. 95
507
Du hast es net gsagt.
Vorlage S. 95
508
WASTL.
Vorlage S. 95
509
No ja, damal war ich dumm und hon gmeint, leicht kunntst du no dümmer sein. Aber sider der Zeit bin ich schon gscheit wordn.
Vorlage S. 95
510
LIESEL.
Vorlage S. 95
511
Dös sahet mer dir doch net an.
Vorlage S. 95
512
WASTL.
Vorlage S. 95
513
Hm, liegt mer net auf, wann du's net bemerkst! Meinst, weil ich mich mit eng Weibsleut net einlaß? Bei eng gilt a jeder für dumm, der sich net anstellt wie a Kater im Marzi. Der Gscheiter halt sich grad af die Seiten. – Wie ich damal furt bin, von Ellersbrunn, hon ich mir denkt: No hast abgwirtschaft in der Lieb für dein Lebzeit. D' Horlacher – Lies wär die einzige, die dir taugt hätt, und dö spielt dir so mit! – Und schad is, wann d' weitersuchst, a zweite wie die Horlacher-Lies gibt's neamer af der Welt! – Gleichwohl taugt a dö nix. Aus is und gar is, schaust dich gar neamer weiter um unter dem Kittelwerk. So hon ich's a ghalten.
Vorlage S. 95
514
LIESEL
Vorlage S. 96
515
schelmisch.
Vorlage S. 96
516
Geh zu, du kannst ein ja völlig stolz machen, Wastl.
Vorlage S. 96
517
WASTL.
Vorlage S. 96
518
Ahan, dös gang dir grad no ab zu dö übrigen Sachen, dö d' an dir hast!
Vorlage S. 96
519
LIESEL.
Vorlage S. 96
520
Na geh, mach einm net schlechter. Kannst es denn wissen, ob mir net hart gschehn is um dich?
Vorlage S. 96
521
WASTL.
Vorlage S. 96
522
Wird dir a hart gschehn sein? Außer es is mittlerweil einer kämma, der dir's abgwonnen hat.
Vorlage S. 96
523
LIESEL.
Vorlage S. 96
524
Na, dös is net! Ich bin mir grad so gscheit wie du.
Vorlage S. 96
525
WASTL.
Vorlage S. 96
526
Was? Du warst noch, wie mir damal voneinand gangen sein?
Vorlage S. 96
527
LIESEL.
Vorlage S. 96
528
Akrat!
Vorlage S. 96
529
WASTL.
Vorlage S. 96
530
Kannst mer in d' Augn schaun, Dirndl?
Vorlage S. 96
531
LIESEL.
Vorlage S. 96
532
Kerzengrad a noch!
Vorlage S. 96
533
WASTL.
Vorlage S. 96
534
Schwör!
Vorlage S. 96
535
LIESEL.
Vorlage S. 96
536
Meiner Seel und Gott! – No, sag mir aber, Wastl, wann's nur dö eine Horlacher – Lies af der Welt gibt, warum stund dir denn die a neamer an?
Vorlage S. 96
537
WASTL.
Vorlage S. 96
538
Ja weißt, Liesel, dös is a so! Du bist freilich a so a recht, wie d' bist, aber a so bist net, wie ich mir dich einbildt hab.
Vorlage S. 96
539
LIESEL.
Vorlage S. 96
540
No, so sei halt kein so einbilderischer Ding!
Vorlage S. 96
541
WASTL.
Vorlage S. 96
542
Ja, mein Gott, dös verstehst net. Dös is halt wieder a so: Wann ma di a so anschaut, da kriegt ma erst vorm Herrgottn Respekt, der a so was af d' Füß stellt, so frisch und lebig und sauber und kreuzbrav, dös war schon dö Horlacher – Lies, wie's kein zweite net gibt. Aber wann ma denkt, wie du einm mitspieln magst, wo du deine Krampeln versteckt hast, da meint mer doch, selb taugt a wieder net; wann d' nur a bissel a Demütigkeit no hättst!
Vorlage S. 96
543
LIESEL.
Vorlage S. 97
544
Jegerl, geh zu, weil du so demütig bist, glangst glei keck nach der Dirn, wie's kein zweite mehr gibt, und verwunderst dich, dass dö net gleich a bemerkt, dass du der Wastl bist, wie's kein zweiten mehr gibt!
Vorlage S. 97
545
WASTL
Vorlage S. 97
546
lachend.
Vorlage S. 97
547
Ah na, so hon i nie gredt.
Vorlage S. 97
548
LIESEL.
Vorlage S. 97
549
Aber tan hast darnach!
Vorlage S. 97
550
WASTL.
Vorlage S. 97
551
Na, na, aber so tu ich neamermehr, und no sein mir allzwei gscheiter, und no könnt mer's rechtschaffen und ehrlich von vorn wieder anheben, wann dir nur taugen möcht.
Vorlage S. 97
552
LIESEL.
Vorlage S. 97
553
Wer weiß, ob's mir net taugt!
Vorlage S. 97
554
WASTL.
Vorlage S. 97
555
Aber, Liesel, neamer fürn Narren halten.
Vorlage S. 97
556
LIESEL.
Vorlage S. 97
557
Aber, Wastl, wie wurd denn dös sein kinna, du bist ja hitzt so viel gscheit.
Vorlage S. 97
558
WASTL.
Vorlage S. 97
559
Na, dir is mer's leicht net gnug. Aber reden lass no mit dir drüber nachm Feierabend!
Vorlage S. 97
560
LIESEL.
Vorlage S. 97
561
Wohl, wohl.
Vorlage S. 97
562
WASTL.
Vorlage S. 97
563
Wo bstellst mich denn hin?
Vorlage S. 97
564
LIESEL.
Vorlage S. 97
565
Weißt's ja eh – in Mühlbach!
Vorlage S. 97
566
Die in der kommenden Szene Auftretenden werden hier sichtbar.
Vorlage S. 97
567
WASTL.
Vorlage S. 97
568
O du Unend, dös zahlst mer!
Vorlage S. 97
569
Will sie an sich ziehen und küssen.
Vorlage S. 97
570
LIESEL
Vorlage S. 97
571
wehrt ihn ab.
Vorlage S. 97
572
A Ruh gibst! Eine hob ich dir schon versprochen – d' zweite verdienst hitzt! Hat ihn gegen den Heuschober und in die Enge getrieben. Zahltag ist!
Vorlage S. 97
573
WASTL
Vorlage S. 97
574
wehrt sich.
Vorlage S. 97
575
Aber nöt vor dö Leut, Liesel!
Vorlage S. 97
576
Elfte Szene
Vorlage S. 97
577
Vorige. Knechte und Mägde, darunter Michl und Annemirl, Rosl. Alle durch den Zaun auftretend.
Vorlage S. 97
578
MICHL.
Vorlage S. 97
579
Ho, Großknecht, wehr dich! Wehr dich, sunst geht's dir schlecht.
Vorlage S. 97
580
WASTL.
Vorlage S. 97
581
Halt 's Maul!
Vorlage S. 97
582
ANNEMIRL.
Vorlage S. 98
583
Je, schau, schau! Weiß mer's doch jetzt, warum 'n Wastl kein hiesige Dirn net ansteht! Dös is sein Schatz, und der kimmt von auswärts!
Vorlage S. 98
584
WASTL
Vorlage S. 98
585
sieht sie von der Seite an.
Vorlage S. 98
586
Besser a Dirn kimmt von auswärts, als sie geht nach einwärts, dös steht net schön.
Vorlage S. 98
587
ROSL.
Vorlage S. 98
588
No no, Wastl, richtig is net mit dir. Hast vergessen, dass Mittag is? Wir sein alle schon abgfuttert, hab dir dein Essen af d' Seit gstellt.
Vorlage S. 98
589
WASTL.
Vorlage S. 98
590
Ich frag nach keinm Essen. Han, Liesel, magst du's leicht habn? Hast ein weiten Weg hinter deiner; wirst hungrig sein.
Vorlage S. 98
591
LIESEL.
Vorlage S. 98
592
No, wann viel is, gib's her.
Vorlage S. 98
593
WASTL.
Vorlage S. 98
594
Wird net wenig sein. Kumm nur. Und dann schau, dass d' mit unsern Bauer auf gleich kimmst!
Vorlage S. 98
595
MICHL.
Vorlage S. 98
596
Liesel heißt s'?
Vorlage S. 98
597
ANNEMIRL.
Vorlage S. 98
598
Soll s' in Dienst?
Vorlage S. 98
599
ROSL.
Vorlage S. 98
600
Dös war recht. Wastl, dö bring nur aufn Hof. Bist so lustig, wie's d' ausschaust, Dirndl?
Vorlage S. 98
601
LIESEL.
Vorlage S. 98
602
Bin mein Lebtag net trauriger gwest wie hitzt.
Vorlage S. 98
603
ROSL.
Vorlage S. 98
604
Nachher is's schon recht. Brachst 'n Bauer wieder zrecht, dös war a verdienstlich Werk; möcht mer doch wieder lachen und lustig singen hörn aufn Hof, wie ma alt wordn is dabei.
Vorlage S. 98
605
LIESEL.
Vorlage S. 98
606
No, soll dös net sein?
Vorlage S. 98
607
ROSL.
Vorlage S. 98
608
U mein, na! Hörst nix als von Buß und von Reu und vom Versterbn!
Vorlage S. 98
609
LIESEL.
Vorlage S. 98
610
Na, da tu ich net mit!
Vorlage S. 98
611
ROSL.
Vorlage S. 98
612
Und koans soll sich rührn!
Vorlage S. 98
613
LIESEL.
Vorlage S. 98
614
Ös armen Hascher, ös! No, ich ghör net zu dö Engern, und justament sing ich hitzt oans!
Vorlage S. 98
615
WASTL.
Vorlage S. 98
616
Nöt, Liesel, na; war no z' fruh! Eh schau, dass dich der Bauer leiden mag!
Vorlage S. 98
617
LIESEL.
Vorlage S. 98
618
Weißt ja net, was ich ihm will und ob mir drum is, dass ich ihm ansteh! Kränkt mich ja gar net, wann er mich gleich davonjagt, und dann geh ich wieder und bring der Mahm ein schön Gruß.
Vorlage S. 98
619
WASTL.
Vorlage S. 99
620
Du gangst – glei –?
Vorlage S. 99
621
LIESEL.
Vorlage S. 99
622
Wonn a i geh, kannst ja du doch kimma!
Vorlage S. 99
623
WASTL.
Vorlage S. 99
624
No is's eh recht!
Vorlage S. 99
625
LIESEL.
Vorlage S. 99
626
No, und hitzt laßts mich aus! Wann ich mir 's Einwendige von so einer traurigen Wirtschaft betracht, wird mir eh die Luft zwenig in der Stubn, und ich bin mir nimmer gleich, bis ich wieder draußt bin. Muss ich schon eini, solang ich noch außerhalb bin, bin ich d' Horlacher-Lies und zum Trutz noch einmal so lustig!
Vorlage S. 99
627
Lied
Vorlage S. 99
628
1.
Vorlage S. 99
629
A Bub kimmt zun Himmel,
Vorlage S. 99
630
Fragt beim Petern sich an:
Vorlage S. 99
631
»Gibt's da Zithern und Dirndeln?
Vorlage S. 99
632
So bist du mein Mon!«
Vorlage S. 99
633
Und drauf sagt der Peter:
Vorlage S. 99
634
»Dös gibt's bei uns net!«
Vorlage S. 99
635
Und da kratzt sich der Bub
Vorlage S. 99
636
Hinterm Waschl und geht.
Vorlage S. 99
637
Jodler.
Vorlage S. 99
638
2.
Vorlage S. 99
639
Der Bub kimmt zur Höll drauf,
Vorlage S. 99
640
Fragt beim Teuxel sich an:
Vorlage S. 99
641
»Gibt's da Zithern und Dirndeln?
Vorlage S. 99
642
So bist du mein Mon!«
Vorlage S. 99
643
Und drauf sagt der Teuxel:
Vorlage S. 99
644
»Dös gibt's bei uns net!«
Vorlage S. 99
645
Und da kratzt sich der Bub
Vorlage S. 99
646
Hinterm Waschl und geht.
Vorlage S. 99
647
Jodler.
Vorlage S. 99
648
3.
Vorlage S. 99
649
Und Zithern und Derndeln,
Vorlage S. 99
650
Na, dö kann i net lon,
Vorlage S. 99
651
Und so steht mer der Himmel
Vorlage S. 99
652
Und 's Höllreich net an.
Vorlage S. 99
653
O schön grüne Welt,
Vorlage S. 99
654
Lass sagn, wie d' mer gfallst,
Vorlage S. 100
655
Solang Zithern klingen
Vorlage S. 100
656
Und mei Dirndl mich halst!
Vorlage S. 100
657
CHOR.
Vorlage S. 100
658
O schön grüne Welt,
Vorlage S. 100
659
Lass sagn, wie d' mer gfallst,
Vorlage S. 100
660
Solang Zithern klingen
Vorlage S. 100
661
Und mei Dirndl mich halst!
Vorlage S. 100
662
Jodler.
Vorlage S. 100
663
Zugleich hört man hinter der Szene Grillhofer und Dusterer das Bußlied singen.
Vorlage S. 100
664
Erlös uns von des Lebens Pein,
Vorlage S. 100
665
O Herr, in deinen Gnaden,
Vorlage S. 100
666
Und führ uns in den Himmel ein
Vorlage S. 100
667
Das kann uns gar nicht schaden!
Vorlage S. 100

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Hast recht, Wastl, hast schon …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wast, du bist a dummer Bua, du […] dös net, der Dusterer, der is so, der is so, wie er is.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Ja, dass ich also sag, Schwoger, weil ich mich hitzt leichter mit dir red und weil wir allein sind. – Grillhofer – Erhebt sich feierlich. – Grillhofer, mir machst nix weis!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Grillhofer – Schwoger – lass dir sagn, tu's oder tu's net.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Du bist a eine, dö m' Teufel aus der Butten gsprunga is!« B: »Grillhofer, es steht geschrieben: »Wer mir nachfolgen will –« C: »Jesses und Joseph, Bauer, mir kennt sich frei neama mit dir aus.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »So, 'n Grillhofer? – No, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Sikra hnein, von wie es Mondschein raufkämma is, bis's wieder abigangen is, bin ich dort am Fleck gwest, und a Kälten hat's ghabt, dass's ein schier d' Seel ausm Leib hätt […] mögn!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Meinst, weil ich mich mit eng Weibsleut net einlaß?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Aber reden lass no …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Glei is die Sunn am Platz, Musst dich halt schlaun, Sunsten, mein lieber Schatz, Brennt s' dich ganz braun.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] aufgfordert wordn, verschollen is s' bliebn! Grillhofer, aber am Tag des Gerichts, da wird alles ans Licht zogn, da wird sich herausstellen, was du alles angstellt hast in sündhafter Begehrlichkeit! Grillhofer, wann da Sachen ans ewige […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] wie lang a noch! Han – Stößt ihn wieder. –, war dös rechtschaffen gegn a ehrliche Dirn? So red was! Holt wieder zu einem Stoß aus.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Dös gab der liebe Herrgott, aber leicht is dös Ganze nur a hoffartig Einbildung von dir. Erhebt sich wie oben. Grillhofer, weißt, warum dir net besser is? Schenkt ein.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Beziehungen zwischen Figuren geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] selber dran denkt. Aber in d' Ausnahm gehn, wo andere mit ihnere leiblich Kinder aften nix Guts derlebn, zu Fremde auf Gnoden und Ungnoden!? Net beklagn könnt i mich, heißet's doch gleich: der Narr, was hat er 's Unnötig tan? Und von […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
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6. Vergleiche diese beiden Stellen: »No, nochert is schon recht, nochert is schon recht. Dann wölln mer weiterredn. Mein Seel, ich bin so austrückert da hrum, als […]« und »Dös net! Dös freili net! In Ehrn is alls verbliebn, is a dumme Gschicht, aber es muss ein recht sein; mit einer Dirn, was net auf […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Erlös uns von des Lebens Pein, O Herr, in deinen Gnaden, Und führ uns in den Himmel ein Das kann uns gar nicht schaden!« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Glei is die Sunn am Platz, Musst dich halt schlaun, Sunsten, mein lieber Schatz, Brennt s' dich ganz braun.« / »Erlös uns von des Lebens Pein, O Herr, in deinen Gnaden, Und führ uns in den Himmel ein Das kann uns gar […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Glei is die Sunn am Platz, Musst dich halt schlaun, Sunsten, mein lieber Schatz, Brennt s' dich ganz braun.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Denk an die Riesler – Magdalen, was vor fünfundzwanzig Jahr in dein Dienst war, wie mein Schwester, dein Weib, Gott hab s' selig, noch glebt hat, denk an die Riesler – Magdalen, sag ich, dö hast du a ins Kugeln bracht, dass ins Rollen kämma und in die siedige Höll hneingfalln is und wer weiß wieviel Seeln mitgrissen hat!«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Erlös uns von des Lebens Pein, O Herr, in deinen Gnaden, Und führ uns in den Himmel ein Das kann uns gar nicht schaden!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Der Gwissenswurm von Anzengruber, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Der Gwissenswurm

Ludwig Anzengruber: Werke in zwei Bänden. Ausgewählt und eingeleitet von Manfred Kuhne, 2. Auflage, Berlin und Weimar: Aufbau, 1977 [Bibliothek Deutscher Klassiker]. Anzengruber, Ludwig 76- 1977 Berlin und Weimar

Das Werk Der Gwissenswurm von Anzengruber, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.