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Hihi, wie er lauft! Er kann's ja selber nit erwarten. Und da tät er unsereins, a Mutter, noch ausmachen! Nimmt die Gießkanne und gießt in Gedanken wieder an der nämlichen Stelle. Ich bin so neugierig, wie er ausschaut, unser hochwürdiger Herr Sohn! Die Madeln aufm Grund werdn sich gewiss kränken, dass der geistlicher Herr worden ist. Jesses, jetzt gieß ich da 's vierte Mal!
Nix is! Der Schalanter war's, der besoffene Drechsler von nebenan, mit sein Bubn, den s' grad bei der Assentierung bhalten haben und der a nit nüchtern ist. Wegen derer Neuigkeit und aus Hetz haben s' mich hinausgenarrt. Sie haben auch nach unsern Eduard gfragt und wolln ihn sehn, wenn er kommt, ich hab ihnen's aber gleich gsagt, es wird ihm keine besondere Ehr sein.
Was man nit an die Kinder alles erlebt, wenn man alt wird! Ich seh 'n noch heut vor mir, den Rutschepeter, der nie a ganze Hosen hat derleiden mögn! Jetzt is der gar a hochwürdiger Herr! Er hat doch, soviel ich weiß, auf was anders studiert? Warts ös gleich so damit einverstanden? Dös hätts ja in ein Seminar viel billiger richten können.
Ja, gnä Herr, das is a eigene Gschicht. Ich weiß, Sie habn sich die Jahr her gwundert, dass wir uns kein guten Bissen vergönnen, nur um den Bubn studiern zu lassen, aber das is so eins aus dem andern kommen. Meine Eltern waren Tagwerkerleut, hat keins lesen noch schreiben können, aber der Vater hat gsagt, das därf nit so fortgehn bei unsere Kinder, die müssen was lernen. Na, da hat's halt mehr schwarzs Brot und Erdäpfel gebn als Fleisch, wie man sich leicht denken kann, aber wir Kinder sind dafür fleißig in die Schul gschickt wordn. Und wie ich, mein Bruder und meine Schwester an sein Todbett gstanden sein, da hat er gsagt, sagt er: »Sehts, euch geht's schon viel besser, als's uns gangen is, müßts halt auch dazuschaun, dass's euern Kindern wieder um ein Teil besser geht als wie euch. Bei manch einem hat es kein Geschick und kein Aussehn, dass es mit ihm besser wird, aber die, die er hinterlaßt, können sich darauf einrichten, wenn er ihnen ehrlich an die Hand geht, und möchten's die Leut so halten und nit bloß alleweil alleinig auf sich denken, so hätten s' vor nötige Gedanken zu keine unnötigen Zeit, und das Geschimpf und Geraunz über Gott und Welt möcht a End finden.« Hat er gsagt – und nach derer Red habn wir uns alle, ich, mein Bruder und meine Schwester gricht. So habn auch wir für unser Kind das Opfer gebracht, aber es reut uns net, bis auf den heutigen Tag net, wie auch die Sach steht, gelt, Alte?
Freilich hab ich glaubt, ich könnt 'm Eduard auf mein Todbett auch sagen: »Halt's mit deine Kinder, wie es mit dir is gehalten worden!« Na, es hat nit sein sollen, es ist anders kommen, und das war so: er is schon bald mit seiner Studie fertig gewesen, da hat er a Madel kennenglernt – müssen nit lachen, Herr von Hutterer –, a Madel, was das für eins war, na, mein Alte soll's sagn.
U mein, Euer Gnaden, das war a liebs Gschöpf, nit zu groß, nit z' klein, nit z' fett, nit z' mager, so »aufrichtig« war's gwachsen, und dann das noble, feine Gsichterl mit die pechschwarzen Haar, bildsauber, mit ein Wort bildsauber, und so stolz und wieder so bscheiden und so lustig und wieder so nachdenklich und herzensgut – Wird immer weinerlicher. – und so a schöns, liebs, guts Kind ...
Ja so, ich hab dich selber aufgfordert. Also, dass ich sag, damals sein grad wieder die Blattern stark in Wien umgangen, das Madel hat sich gelegt, hundert und hundert sein davonkommen, sie hat draufgehn müssen. Unser Sohn hat sich's von der Familie erbeten, dass er bei der Kranken wachen darf, er ist auch dann nachtüber an der Leich gesessen und mit beim Begräbnis gewesen, aber von der Zeit ab war er ein anderer. Ich hab mich damals über ihn geärgert und gesagt: »Wenn dir deine Eltern nix mehr sein und wenn dich die Welt nimmer gfreut, so geh lieber gleich in ein Kloster!« Sagt er: »Vater, sei nicht kindisch. Ihr seids und bleibt meine lieben, alten Leut, und von der Welt will ich mich nit absperren, sie soll mich ja zerstreuen, aber – hat er gsagt – die Philippin, das war mein Lieb für Zeit und Ewigkeit, die bleibt mir, ob tot oder lebendig, die werd ich nicht los, und da wär mir's halt am liebsten so bissel seitab vom ärgsten Gwühl; in ein Kloster werd ich nicht gehn, aber Geistlicher will ich werdn!« Teuxel hnein, ich hab ihm freilich alls vorgstellt – was das für a schwerer Stand wär –, aber wie ich gsehn hab, er weiß's ehnder und besser noch wie ich, da hab ich gsagt: »Bisher war's mein Sach, jetzt ist's die deine, tu, wie d' glaubst!« Da hat er mit einer Freud von neuem zum Studieren anghobn und ist Geistlicher wordn – is Geistlicher wordn – ja – no, Geistliche müssen ja auch sein!
Ja, und bald auch noch. Wenn man so a mannbars Madl auf gute Art ausm Haus bringn kann, is's ja eh a wahrs Glück. Das ewige Aufpassen, Behüten und Überwachen wird einm zwider. Soll s' ein Mann nehmen, soll der sich um sie sorgen.
Was? Was? – Die kann doch von nix wissen, wen meint s' denn nachher? Mit erzwungener Freundlichkeit, lauernd. No, erraten S' ihn etwa gar, den Bräutigam?
Der Frey? Was, der Klavierklimperer, der Tastenhacker?! Na, der sollt sich unterstehn und mir kommen! Der junge Stolzenthaler is's, wenn Sie's wissen wolln, den wird s' heiraten, das is a Partie, der kann s' doch versorgn, da kann s' doch was genießen. Ah, da hab ich a saubere Entdeckung gmacht. Also so was hat sich hinter meinem Rücken angsponnen? 's ganze Haus redt schon davon, nur ich, der Vater, weiß nix! Wär ja notwendig, dass man allweil daheim bei seiner Familie hocken bleibet und sich in gar kein Wirtshaus trau et, damit man nit hinterher solche Geschichten erlebt! Na, da werdn wir aber doch gleich die Frau Mutter ins Gebet nehmen. He, Sidi! Ab durch die Türe des Seitentraktes.
Schrei du noch mit mir herum, wo mir eh so viel hart gschieht wegn der Hausfrau und besonders wegn der Fräuln Hedwig. Und 'n Dingsda, 'n Stolzenthaler soll s' heiraten, hat er gsagt? Das is ja der nämliche, der mit der Schalanter-Pepi a Techtelmechtel hat?
Fallt mir ein! Ich hab nix zu lachen, aber ös habts auch nichts zu lachen, das geb ich euch schriftlich. Is das wahr, dass die Hedwig und ihr Klavierlehrer a Aug aufeinander habn? Is das wahr?
Ich bitt mir's aus, ich bin gar kein lieber Anton. Ich frag, habn die zwei ein Aug aufeinander, und wenn, wo hast du – als Mutter – dann die deinen ghabt?
Aber, Anton, bei so junge Leut, die sich noch gar nit zu verstellen wissen! Du bist ja nicht blind und wirst dich von unsrer Bekanntschaft her erinnern – –
Unsinn! Ich war kein Klavierlehrer und du keine Hausherrnstochter. Was weiß ich, wie zwei Geschöpf von so ein himmelweiten Abstand auf die Lieb verfallen, wo sich das eine aufdrängen und das andere wegwerfen muss?!
Sonst nix? Bist du a gute Mutter? Redst du mir zu, unser einzigs Kind an ein Hungerleider zu verheiraten? Gott sei Dank, dass ich mir ihr Glück mehr angelegen sein lass. Heiraten sollt s', das steht, aber ich hab a Partie für sie, was a Partie is! Gelt, da schaust? Ja, das is mein Sach. Verstanden? Jetzt geh hinein, zahl 'n Herrn Klavierlehrer aus und sag ihm gleich, dass heut die letzte Lektion war; dann bring mir 's Madel her!
Da wird nix übereilt, das ist unter Männern abgmacht, und wenn du meinst, ich könnt mich über eine Weil anders besinnen, so verrechnest dich stark; eher bring ich das Madel um! Himmelsapperment, geh und tu, was ich schaff! Du kennst mich doch, wenn ich einmal mein Kopf aufgsetzt hab!
Das kommt von dö verkehrten Einrichtungen! Bei ein Bubn fallt's ein gwiß nit ein, dass man ihm a Lehrerin halt, aber bei dö Madeln muss's a Lehrer sein, da zügelt man sich so ein jungen Lakl ins Haus, und nachher hat man's davon. Unglückseligs Klavierspiel, wem das a von uns zwei eingfallen is? Der alte Stolzenthaler hat mir gesagt, es wär jetzt schon notwendig, dass sein Bub amal gsetzt wurd, und bei mein Madel merk ich, es ist a höchste Zeit, dass's unter die Haubn kommt. Dö passen ja immer schöner zsamm.
Ich maße mir natürlich nicht an, Ihren Entschluss zu kritisieren, aber meiner Ehre als Lehrer bin ich es schuldig, dass ich Sie aufmerksam mache, obwohl Ihr Fräulein Tochter ein sehr hübsches Talent besitzt und ich mein möglichstes getan habe, so war doch die Dauer des Unterrichtes zu kurz.
Na, nehmen S' ihn! Zu Hedwig. Dieser Herr wird unser Haus nicht mehr betreten. Du kannst dein Klavierspiel als aufgegeben betrachten; es sind dabei Saiten angeschlagen worden, die mir nicht behagen. Überhaupt wird nunmehr jedes Spiel für dich ein Ende haben, und der Ernst des Lebens wird an dich herantreten. Sieht Frey, der noch immer auf selbem Flecke steht. Ja – gehorsamer Diener!
So holn Sie's. So a vergessener Ding, das ging ein noch ab. Zu Hedwig. Also, wo sind wir stehngeblieben? Ja, der Ernst des Lebens wird an dich herantreten, du wirst deine Bestimmung er füllen – kurz und gut, ich hab eine Partie für dich, an der nichts auszusetzen ist, tu mir also den Gefallen und setz auch daran nix aus!
So nimm dir die Zeit und schau dir 'n gehörig an. Ich hab seine Photographie mitgebracht. Hat ein Bild aus der Tasche gezogen, das er ihr aufdrängen will. Da!
Oh, sapperlot, das is a verbotene – vom Hausierer. Steckt es rasch ein, zu seiner Frau. Es war halt gestern so a bissel lustig. Zu Hedwig. Du willst das Bild nicht sehen! Gut, kriegst es auch nicht zu sehen! Zu Sidonie. Es war halt gestern so a Abend. – Zu Hedwig. Du nimmst ihn ungschaut. Punktum!
Sie wird's schon sagen. Lass mich nur machen, sie wird ja sagen. Nicht wahr, mein Herzbinkerl? Schmeichelt ihr. Du wirst a Leben haben als Frau von Stolzenthaler, und dabei wirst auch unser höchste Freud sein; es kost dich nur a kleinwinzigs Wörtel. Na, druck die Äugerln zu, machs Goscherl auf und sag ja.
Das getraust du dir uns, deinen Eltern, gegenüber? – Das muss man sagen, du hast eine saubere Erziehung genossen! – Aber den Menschen hast du in sein Verderben geredt – auf alle Fälle, wie d' dich a besinnst, der muss unschädlich gmacht werdn – schau dir 'n in zwei Monaten an – in kein Haus, wo ich aus- und eingeh, mehr a Lektion!
Das geschieht ihm! Aus ist's! Und du besinn dich, was du deinen Eltern schuldig bist. Ein Gehorsam, verstehst? Eltern wissen allemal besser, was den Kindern taugt, und müsst ich dich zwingen, so würd ich dich auch zu dein Glück zwingen. Du sollst es auf der Welt besser haben als wie wir, dafür sollen eben die Eltern sorgen, dass es den Kindern immer um a Stückl besser geht, als es ihnen selber ergangen is. Da an der Stell hat das vor kurzem noch unser Hausmeister gesagt – und ich werd doch als Vater nit gegen ein Hausmeister zurückstehen! Komm, Sidi, laßn wir s' jetzt gehn. Sie soll sich das ganz alleinig überlegn.
Liebs Kind, von dem Klavierlehrer kann jetzt keine Red mehr sein, der Vater ist zu aufgebracht gegen ihn, tu dem armen Menschen nit noch schaden, gib ihn auf, dann wollen wir schon machen, dass das wegen dö Lektionen nur geredt bleibt. Sei gescheit!
Sie wollen mich zwingen zu meinem Glück. Jemanden zwingen, glücklich zu sein! Legt beide Hände an die Stirne. O mein Gott, das ist ja ein unsinniger Gedanke!
Robert! Leidenschaftlich mit beiden Händen die seinen erfassend und ihn etwas zur Seite ziehend. Warum sind Sie weggegangen, als ich Ihnen zu Gehör geredet, mich nicht zu verlassen?
Sie kennen den Mann nicht genauer, der Ihnen bestimmt ist; ich werde Ihnen denselben schildern, und wenn Sie es dann nicht wissen, was zu tun ist – – Zuckt die Achsel. Es ist dies ein Mensch ohne alle Bildung, ohne jede bessere Anlage; sei nem Vater rühmt man wenigstens Tätigkeit nach, der Junge aber rührt keine Hand und lässt andere für sich arbeiten, er hat sich nur die Aufgabe gestellt, das Leben zu genießen, und wenn Sie erst wissen, was ihm Genuss ist, dann können Sie nur mehr ein Gefühl für ihn haben, das des Ekels!
Es ist ein gewagter Schritt, den ich Ihnen vorschlage, aber es ist der einzige, und Zeit und Umstände drängen. Hedwig, vertrauen Sie sich ganz meiner Ehrenhaftigkeit an – laufen Sie mit mir in die weite Welt!
Dann ist unser Schicksal entschieden. Ich habe mich für den Fall entschlossen, sofort wieder zum Militär einzurücken, und die Lektionen, die ich den Rekruten auf dem Exerzierplatze zu erteilen habe, wird mir Ihr Herr Papa nicht streitig machen. Mit einem Seufzer. Und Sie, Hedwig – Wendet sich ab, kleine Pause. –, wollen Sie Ihre Briefe zurück haben?
Tun Sie es nicht. Der Zufall könnte diese armen Blätter einmal ans Licht bringen, und Sie ahnen nicht, welche Roheiten Sie dann von dem Manne zu gewärtigen hätten.
Du hast nicht den Mut, den Schein des Leichtsinns auf dich zu laden, um dir ein treues Herz fürs ganze Leben zu gewinnen? Oh, um aller Heiligen willen, habe nur nicht die Schwäche, dich willenlos ins Elend stoßen zu lassen. Erhalt mir dein Bild rein, lass mich's nicht denken herabgekommen und befleckt durch den steten Umgang mit der Gemeinheit. Hedwig, lass mich ganz aus dem Spiele, gedenke meiner gar nicht, vergesse mich, nur um deiner selbst willen, mit Hand und Fuß und jeder Fiber sträube dich gegen diese unselige Verbindung!
Ah, bravo, das is schön, ein Kind gegen die eigenen Eltern verhetzen! Sie elender, undankbarer Mensch, ist das der Lohn, dass wir Ihnen in unsern Haus ein Jahr und sechs Monat Geld habn verdienen lassen?!
Missbrauchen Sie doch nicht den geheiligten Elternnamen, Sie opfern Ihre Tochter ja doch nur einer Laune – einer reichen Verschwägerung –, Sie schlagen Kapital aus Ihrem Kinde!
Ah, freut mich sehr. Gibt ihm die Hand. Hochwürden kommen eben recht. Führt ihn vor. Bitte, klären Sie meine Tochter auf über die Pflichten, die ein Kind gegen seine Eltern hat! Wir wollen nur ihr Glück – und selbst für den Fall, dass sie das Glück nit für a Glück halt – geradheraus, ohne Umschweife –, was soll sie tun?
offen steht. Im Hintergrunde zu beiden Seiten der Türe Betten, ein solches steht auch an der Wand links neben der Seitentür. An der Wand rechts Schränke. Im Vordergrunde rechts ein Sofa, davor ein Tisch, links eine Drehbank.
Wie der Vorhang aufgeht, ist Johann an der Drehbank geschäftig, Barbara tritt durch die Mitte ein, sie trägt eine große Blechtasse, worauf mehrere Kaffeeschalen und ein großer Hafen stehen, ein Gebäckkörbchen hält sie nebenher zwischen ein paar freien Fingern. Michel ist noch nicht sichtbar.
Da is der Kaffee. Herr Johann, hörn S' vom Arbeiten auf. Sie stellt das Mitgebrachte auf den Tisch und ruft. Michel! Setzen S' Ihnen daher, Herr Johann! Deutet auf das Sofa.
Du tragst ihn hinunter, auch wenn der Herr nit da is! Zu Johann. Aber greifen S' zu, lieber Herr Johann – Rückt ihm den großen Hafen hin. –, da is das Tröpferl, das Ihnen vermeint is.
Weil wir just so gemütlich beieinander sitzen, muss ich Ihnen doch sagen, obwohl Sie erst kurze Zeit bei uns sind, hab ich Ihnen doch was angmerkt, Sie Schlankl, Sie.
Na, na, lassen S' es gut sein, junge Leut sein amal junge Leut, und ich hab's net ungern, wenn s' a Gfühl zeigen. Mein Pepi sticht Ihnen halt in die Augen.
Das is halt Gustosach, aber wenn's wer mit einem gut meint, so muss man 'n nit nachm Taufschein fragn. – Essen S', lassen S' nix über, die Semmeln dürfen nit überbleiben, wurden ja altbacken. Stecken Sie's ein. Sie steckt ihm mit der rechten Hand eine Semmel in die rechte Tasche und, indem sie den Arm um seinen Leib legt, mit der linken eine andere in die linke Rocktasche. So – sehen S' – so!
Is ja kein Unglück. Werden s' gleich wieder herausfischen, wo schwimmt s' denn? Sie steht neben ihm, hat die Linke um seinen Leib gelegt, ihr Gesicht dem seinen ganz nahe gebracht und schlägt ihn jetzt mit der Rechten auf die Wange. Johann!
Loslassen! – Potiphar! – Verstanden? Wissen S', ich bin ein katholischer Gesell! Lieber ungegessen ins Himmelsreich als mit alle Taschen voll Proviant in d' Höll! Zieht eine Semmel nach der andern heraus und wirft sie ihr vor die Füße. Da – da!
Ja, ja, komm gleich. Wirft das Gebäck ins Körbchen, mit einem zornigen Blick auf Johann. So ein dummer Mensch is mir noch nit vorkommen! Was glauben S' denn von mir?
ein junger Mensch, ebenfalls ohne Geschmack geputzt, die Hand voll schwerer Ringe, eine auffallende Uhrkette, zwischen den Zähnen eine kostbare, aber sehr massive Zigarrenspitze; er lümmelt sich über den Tisch und spricht über selben zur Josepha.
Weißt, Mauserl, ich kann mir schon denken, wie dir is, denn solchene, wie ich bin, rennen wenig in Wean herum. Aber nur a Einsehn und kein Flehnerei, dös vertragt unsereins net.
Na ja, Frau Mutter, alles, was recht is, es war schon a Schub! Aber ich bin a aufrichtiger Kerl, ich hab ihr's doch früher sagen müssen, eh ihr's fremde Leut zutragen. Mein Alter will mich verheiraten, und da ich ihm schon mehr zu Trutz als z' Gfallen tan hab, so hab ich da net nein sagen mögen. Is a wieder a Abwechslung, und a Abwechslung muss der Mensch habn, sonst wird 's Leben öd.
Da hörn S' Ihnen dös an. Es kann ja ein Menschen recht sein, dass mer ihm merken lasst, mer weiß, was er für a Mensch is, aber mit einer Handvoll davon hat man gnug, auf die Dauer wird dös langweilig.
Ui jegerl, jetzt fanget noch eins zum Musiziern an, ah, da wird's mer doch zu unterhaltlich. Nimmt seinen Zylinder – Stößer – vom Tisch, drückt ihn schief auf den Kopf. Gute Nacht, Frau Mutter.
Fragn S' doch nit! Ich soll mich etwa nit kränken? Zwei Jahr geh ich jetzt mit dem Menschen, hab alle seine schrecklichen Launen ertragn, weil ich denkt hab, wenn er sich gwöhnt, so nimmt er mich am End doch und ich wurd glücklich und Hausfrau und könnt alle andern auslachen.
Deswegen hätten S' mich doch unter d' Augen bhalten können, nit, dass S' Landpartien mitmachen, mit dö andern im Wirtshaus sitzen bleiben und uns allein herumlaufen lassen.
Aber, liebs Kind, wenn man die Leut braucht, därf man sich mit ihnen nit verfeinden, da muss man schon a Aug zudrucken, und du bist a jung und lustig, verlangst dein Vergnügn und ein bissel ein Putz, das hättn mer dir net beschaffen können, und zu keiner Arbeit bist net erzogn.
A harte hätt sich für dich nit gschickt, und was Feins konnt mer dich nit lernen lassen, hätten überhaupt keine Not gehabt und könnten anders dastehn, hätt der Mann net allweil Geld ausm Haus tragn. Dein Vater, der is an allem schuld.
Was hab ich jetzt davon? Das Gfetzwerk und der Gschmuck werdn bald versetzt oder verkauft sein, ich steh da als a arms verlassens Gschöpf, das nix hat als a üble Nachred und um das sich kein Mann mehr umschaut.
Gehst denn nit! Dir werdn noch gnug kommen. So a Madel, wie du eins bist, dös mag sein, wie's will, und is noch allweil für kein z' schlecht! Aber wenn dir gar so um ein Mann is – muss's gleich sein? –
Ewig kann mer sowieso net auf der Welt beieinander bleiben. Was anders wär's, wenn s' uns weitmächtig von der Weanastadt, weiß Gott wohin, verlegen täten; aber so bleibn wir ja vorläufig da.
Weil vielleicht bei dir 's Madl so gut aufghoben is?! Zu Johann. Aber was machen denn Sö noch da, Johann, nachm Feierabend? Gehen S' in ein Wirtshaus, dass S' auch a Mensch werdn!
Laßts euch erzähln! Wir sein von die ersten gwesn, dö drankommen sein. Nur angschaut habn s' ihn, den Martin, gleich hat's gheißen: »Der Mann wird genommen!« – »Den Mann nehm ich zu mein Regiment.« Ein völligs Griß war um ihn. Ich hab's allweil gsagt, und ich bleib dabei, der bringt's zu was. Dazu hat er 'n Verstand und die Reschen, und mehr braucht er nit. Meine Bikennten habn mir's übelgnommen, dass ich ihn mit der Volksschul hab aufhörn lassen und nit in die Realschul geschickt, ich hab drauf gsagt: »A Esel wird nit gscheiter, und wann er gleich aufn Doktor studiert, für ein findigen Kopf aber is die Volksschul in d' Haut hinein gnug.« Das wird sich auch da weisen. Ein Geist braucht's halt, ein Geist und a Kuraschi! Was hilft's denn, wenn ich noch so viel weiß und noch so schön reden kann, deßtwegn kann doch jeder mit mir auf Mord und Brand dischpatiern, lass ich ihm aber, wo der Gspaß aufhört, ein Deuter zukommen, dann gilt, was ich sag.
Bhüt Ihner Gott! Den Menschen kann ich nit leiden. Wenn er nit wie a Vieh bei der Arbeit alles zsammreißet, er wär bei mir net dö vierzehn Tag alt wordn, die er da is.
Mach dir nix draus. Klopft ihm auf die Achsel. Da steht einer, aus dem noch was wird, dazu is er der Bursch, sagts, ich hab's gsagt. Zu Barbara. Aber jetzt, Waberl, tu dich um! Auf das viele Trinken wird man nur noch durstiger, und 'n ganzen Tag habn wir nix zum Beißen ghabt, also schaff was her!
Nix eingangen wär heut? Gut, nimm's nur auf dein Gwissen! Je mehr du uns herunterbringst, nimm's nur auf dein Gwissen! Wenn du dein Kind den heutigen Tag verderben willst, so muss halt ich mich opfern. Da – Wirft eine Brieftasche auf den Tisch. – ich hab eine Lieferung übernehmen wolln – da liegt die Kaution, gut, ich reiß sie an. Brauch die Lieferung gar nit. Der heutige Tag is mir heilig. Gibt Barbara eine Banknote. Nimm und hol ein Wein und was zu essen – was Guts, bitt ich mir aus! A Tag, wie der heutige – –
Nur 'n Fuß därf man ins Haus setzen, so muss man sich schon ärgern, und da traun sich die Leut, mir was nachzsagen, weil ich lieber auswärts bin! Ja, wann dös Hauswesen a Hauswesen wär, aber schau nur amal, wie's dr da ausschaut – kein Ordnung und kein Geld vorhanden. Wenn das Hauswesen gführt worden wär, hätt man am Madel nit die Schand zu erleben braucht, und du hättst nit not, drei Jahr 'n Schießprügel z' schleppen, den einjährigen Freiwilligen hätt's uns auch noch tragn. Aber, wer is an allem schuld? Dein Mutter, an allem!
Gegen 's Reden hab ich ja nix, nur gegen 's Streiten. D' Nachbarschaft wird sich auch nit ängstigen, wenn s' uns a Weil nit hört, und wenn ich fort bin, können Sie's ja wieder einbringen, aber bis dahin leid ich's nit.
Mit dir? Fallet mir ein! Sein wir uns gleich? Darfst du dir a Antwort gegen mich herausnehmen? Wär schön! Mit dir hab ich, Gott sei Dank, noch anzschaffen! Streiten werd ich mich mit dir! Wer bist denn du gegen meiner, dummer Bub!?
Lassen S' Ihnen nit abhalten – ich komm nur wegen die Kinder. Geht nach vorne. Grüß eng Gott! Droht Martin mit dem Finger. Dich hab ich bis in die Kuchel hinaus schreien ghört, Gifthahn!
Ich dank dir, Pepi. Setzt sich. So, da habts wieder die Alte, und jetzt laßts mit euch reden. – Wie's noch klein warts, da bin ich da im Haus gwesen und hab euch aufwachsen gsehn. Wenn fremde Leut alle Unarten von die Kinder lieb finden, so ist das eine Gustosachen, wenn's aber die eigenen Eltern tun, so ist das a Malör. – Es war a Malör. – Man hat von euch so wenig wie von andere Kinder sagen können, dass's ös amal schön und gscheit werden müßts, aber ös all zwei seids aufzogn wordn – Deutet auf Josepha. –, du als die Schönste – Auf Martin weisend. – und der als der Gscheiteste! So is mit eng a Stolz herangewachsen, der gefährlichste, der, der selber nit weiß, auf was und warum. Ich hab gnug dagegn gredt und hätt a nit aufghört damit, bis's eng amal zwider wordn wär und ihr doch danach tan hätts, es is aber früher euern Eltern zwider wordn, und es hat gheißen: »Hörts net auf die Alte!« Na, da hat die Alte ihr Sacherl gnommen und is gangen, reden hätt s' nix sollen und ruhig zuschaun, das war ihr net gegeben. Sie war halt a Großmutter, die Alte. Stampft mit dem Stock bekräftigend auf. Dann bin ich erst wiederkommen – wie ös schon die Kinderschuh vertreten ghabt habts – nachschaun, was aus euch wordn is. Ich hab mir gnug gsehn. Du bist schön wordn, aber noch lang nit die Schönste, und du warst net dumm, aber noch lang nit der Gscheiteste. Dös habts ös a ganz gut verspürt, aber keins hat sich's eingstehn wolln. Zu Josepha. Mit ein ehrlichen Gwerbsmann hättst du dich nit verkünden lassen – wohl aber ausrichten mit ein Hausherrnssohn. Zu Martin. Und du bist gleich blindwütig über jeden hergfalln, der nur mit ein Wörtel den großen Herrn beleidingt hat, der du ganz einwendig vor dir selber warst. Der nämliche Stolz, von dem ich vorhin gredt hab, hat das eine von euch zum Leichtsinn, das andere zum Jähzorn bracht. Dich, Pepi, hab ich damals gleich 's erste Mal gwarnt: »Lass dich auf die Landpartien nit ein, bleib brav!« Und 'm Martin hab ich gsagt: »Die Leut wissen ja weiter nix von dir, als dass du nebenher ein Wirtshausbruder und ein Raufhansl bist, und da drauf brauchst dir just nit viel einzbilden, überheb dich net!« Aber da hat's wieder gheißen: »Hörts nit auf die Alte!« – Na, und so habn wir sich halt in euere Kindertägn öfter gredt, spätere Zeit weniger, und dasmal dürft wohl 's letzte Mal sein! Ich bin kommen, weil ich ghört hab, dass s' dich zum Militär nehmen und – Zu Josepha. – dass zwischen dir und 'm jungen Stolzenthaler alles vorbei is.
Sei nit schadenfroh, Martin. – Ich komm, weil ich's für mein Pflicht halt, ich komm – und wenn's auch gleich wieder heißt: »Hörts nit auf die Alte« –, um euch zu sagen: Kinder, es is jetzt Gelegenheit und die höchste Zeit, dass's gscheit werdts! Ös habts mir schon viel Sorg gmacht und manche schlaflose Nacht kost, ös wißts ja nit, was der Leichtsinn und der Jähzorn aus ein Menschen machen können! Sie erhebt sich. Ich bitt euch mit aufghobenen Händen, dass ich mir noch Guts von euch auf der Welt erhoffen kann, werdts gscheit! Tritt zu Josepha. Schau, Pepi, mein liebs Kind, du bist jetzt wieder frei ledig. Du warst jung, so viel jung und unbehüt – viel schlimmer noch – ich will's nit bereden –, lass dich jetzt auf kein so zweites Stückl ein, das eine verzeiht man dir, wann's dein einzigs bleibt, nach ein zweiten möcht man sich schon besinnen, weil man fürcht, das Verzeihen und die Leichtfertigkeit könnten fortdauern, dass kein Herrgott für a End stünd und du selber nit. Sei gscheit, und wie damal sag ich dir: bleib brav! Wendet sich an Martin. Und du, Martin, mein liebs Enkelkind, du kommst jetzt unter lauter fremde Leut, zum Militär, und da tragt man zwar Handschuh, aber nur zur Paradi, hab ich mir sagen lassen, und für gwöhnlich fasst mer kein mit zarte Händ an. Denk, wohin dich der Zornteufel bringen könnt, wenn du dich für besser halten möchst als die andern! Du hast's nit Ursach. Schau, wie dich dein Vater vorhin hat ein dummen Bubn gheißen, meinst wirklich, damit beweist man, dass man a Mann und gscheit wär, wenn man herumschreit wie a Wildling!? Drum sei gscheit, Martin, wie damal sag ich dir: Überheb dich nit! Alle sind unterdem etwas nach rückwärts gekommen, sie trippelt nach der Tür, wo ein Weihwassergefäß hängt, sie macht Josepha das Zeichen des Kreuzes auf die Stirne. So, Pepi! Sie geht zu Martin. Bei dir reich ich nit so hoch. Sie macht ihm das Kreuzeszeichen auf die Brust. So! Und jetzt bhüt euch Gott! Seids gscheit, Kinder – seids gscheit!
Ös brauchts niemand zu gfallen als euern Eltern. Laßts euch nit irr machen! Zu Martin. Du bist allweil wer, a wenn d' nix bist, noch allweil mehr als die andern! Auf Josepha. Und wenn die will, kann s' heut noch a Volkssängerin werdn, a Stimm braucht s' nit, nur um die Text handelt sich's und um a Erfahrung, dass man s' zur Geltung bringt. – Angstoßen, dass ma a Freud an unsern Kindern erlebn! Singt. Hoch solln sie leben, hoch solln sie leben, dreimal hoch!
Das Orchester nimmt die Melodie auf. Alle stimmen ein und stoßen an. Das Glas Martins bricht in Scherben. Der Vorhang fällt rasch. Das Orchester bringt den schrillen Klang des zerspringenden Glases und knüpft daran gleich die Zwischenaktsmusik.
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Jessas, wenn sich am End gar die jungen Leut […] sollten, das wär schön!«
4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »So a Madel, wie du eins bist, dös mag sein, wie's will, und is noch allweil für kein z' schlecht!«
B: »Oh, sapperlot, das is a verbotene – vom Hausierer.«
C: »und Geraunz über Gott und Welt möcht a End finden.« Hat er gsagt – und nach derer Red habn wir uns alle, ich, mein Bruder und meine Schwester gricht«
7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Mein Alter will mich verheiraten, und da ich ihm schon mehr zu …«
8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »So a […], wie du eins bist, dös mag sein, wie's will, und is noch allweil für kein z' schlecht!«
9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Du warst jung, so viel jung und unbehüt – viel schlimmer noch – ich will's nit bereden –, lass dich jetzt auf kein so zweites Stückl ein, das eine verzeiht man dir, wann's dein einzigs bleibt, nach ein zweiten möcht man sich schon besinnen, weil man fürcht, das«
10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Dich, Pepi, hab ich damals gleich 's erste Mal gwarnt: »Lass dich …«
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Lies den Abschnittsbeginn: »Schön und Anna, mit Gartenarbeit beschäftigt.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Hab ich 'n Hausherrnssohn aus der Wohnung weisen können, wo wir dreiviertel Jahr Zins schuldig warn?«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] gut verspürt, aber keins hat sich's eingstehn wolln. Zu Josepha. Mit ein ehrlichen Gwerbsmann hättst du dich nit verkünden lassen – wohl aber ausrichten mit ein Hausherrnssohn. Zu Martin. Und du bist gleich blindwütig über jeden hergfalln, […]«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] einzigs bleibt, nach ein zweiten möcht man sich schon besinnen, weil man fürcht, das Verzeihen und die Leichtfertigkeit könnten fortdauern, dass kein Herrgott für a End stünd und du selber nit. Sei gscheit, und wie damal sag ich dir: bleib […]«
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] den Mut, den Schein des Leichtsinns auf dich zu laden, um dir ein treues Herz fürs ganze Leben zu gewinnen? Oh, um aller Heiligen willen, habe nur nicht die Schwäche, dich willenlos ins Elend stoßen zu lassen. Erhalt mir dein Bild rein, […]«
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Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
6. Vergleiche diese beiden Stellen: »macht hinter Hedwigs Rücken Zeichen entrüsteter Abwehr.« und »ein junger Mensch, ebenfalls ohne Geschmack geputzt, die Hand voll schwerer Ringe, eine auffallende Uhrkette, zwischen den Zähnen […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?
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Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
7. Am Abschnittsende steht: »Das Orchester nimmt die Melodie auf. Alle stimmen ein und stoßen an. Das Glas Martins bricht in Scherben. Der Vorhang fällt rasch. Das Orchester bringt den schrillen Klang des zerspringenden Glases und knüpft […]« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Schön und Anna, mit Gartenarbeit beschäftigt.« / »Das Orchester nimmt die Melodie auf. Alle stimmen ein und stoßen an. Das Glas Martins bricht in Scherben. Der […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.
Impulse zur Selbstprüfung
Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Du gießt ja schon dreimal aufm nämlichen Fleck.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Erhalt mir dein Bild rein, lass mich's nicht denken herabgekommen und befleckt durch den steten Umgang mit der Gemeinheit.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Hoch solln sie leben, hoch solln sie leben, dreimal hoch!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Das vierte Gebot von Anzengruber, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).
Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.
Das vierte Gebot
Ludwig Anzengruber: Werke in zwei Bänden. Ausgewählt und eingeleitet von Manfred Kuhne, 2. Auflage, Berlin und Weimar: Aufbau, 1977 [Bibliothek Deutscher Klassiker]. Anzengruber, Ludwig 205- 1977 Berlin und Weimar
Das Werk Das vierte Gebot von Anzengruber, Ludwig ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.
Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.